Manfred Korfmann , 63. Nach Troja-Entdecker Heinrich Schliemann galt der Tübinger Professor als größter Kenner der mythenschweren Bronzezeit-Metropole im Nordwesten der heutigen Türkei. 1988 hatte die türkische Regierung Korfmann eine persönliche Grabungslizenz für den Hügel Hisarlik erteilt, wo einst Troja lag. Der rastlose Ausgräber, der nach abgebrochenem Lehramtsstudium "über die Neugierde" zur Archäologie gefunden hatte, förderte enorme Kunstschätze zutage. 1996 wurde die Grabungsstätte zum "Historischen Nationalpark Troja" und zwei Jahre später zum Weltkulturerbe erklärt. 2001 dokumentierte die Ausstellung "Troja - Traum und Wirklichkeit" sein Lebenswerk und zog über 850 000 Besucher an. Unruhe in die Fachwelt brachte Korfmann mit seiner These, das antike Troja sei als "Handelsknotenpunkt zwischen Ägäis und Schwarzem Meer" 13-mal größer gewesen als bisher angenommen. Manfred Korfmann starb am 11. August in seinem Haus bei Tübingen an Krebs.
DER SPIEGEL 33/2005
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