Ibrahim Ferrer , 78. Dass Menschen in aller Welt seine sentimentalen Songs hören wollten, empfand der schlaksige alte Herr als "großen Segen" - heute, wo doch überall "schneller Sprechgesang" Mode sei. Das Wunder im Zeitalter des HipHop hatte 1996 begonnen, als der amerikanische Gitarrist Ry Cooder den damals 69-jährigen Ferrer als Sänger in eine Kapelle aus vergessenen kubanischen Veteranen holte. Wim Wenders filmte, wie die Rentnerband in Havanna übte und schließlich als Buena Vista Social Club auf Tournee ging. Der Erfolg des Films katapultierte die Altherrenriege in die Hitparaden. Seine Solo-Alben und die des Buena Vista Social Club verkauften sich millionenfach. Nun konnte sich der Musiker und ehemalige Gelegenheitsschuhputzer ein Haus im vornehmen Stadtteil Miramar leisten. Ibrahim Ferrer starb am 6. August in Havanna.
DER SPIEGEL 33/2005
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