07.07.1975

Popmusik: Porno mit den Stones

Mick Jagger masturbierend, ein nacktes Paar beim Geschlechtsverkehr im Tourneeflugzeug, Rolling-Stones-Kumpane an der Heroin-Nadel -- demnächst im Kino? Wohl kaum. Der 1972 im Auftrag und auf Kosten der Rockband gedrehte Film "Cocksucker Blues", der kürzlich im kalifornischen Berkeley ein einziges Mal vorgeführt wurde, bleibt weiter unter Verschluß. Nicht die Porno- und Drogen-Szenen jedoch (an denen die Musiker nicht selbst beteiligt sind) veranlaßten die Stones zu ihrem Aufführungsverbot, sondern die Tatsache, "daß der Film so traurig ist". Mick Jagger hatte sich vom Regisseur Robert Frank eine neue Leinwand-Huldigung an die "größte Rockband der Welt" gewünscht: "Die Leute müssen im Kino aufspringen und vor Begeisterung brüllen." Daraus wäre tatsächlich nichts geworden. Denn der Film zeigt nur emotionslose Sex-Rituale, triste Show-Routine und -- als stärkste Szene -- ein LSD-krankes Mädchen, das von der Brücke zu springen droht, falls es keine Eintrittskarte zum Rolling-Stones-Konzert bekommt.


DER SPIEGEL 28/1975
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