07.04.1975

DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

Montag, 7. 4.

20.15 Uhr. ARD. Report

Moderator: Klaus Stephan. Berichte über das Versagen der Berliner Polizei bei der Suche nach den Lorenz-Entführern und dazu ein Gespräch mit Innenminister Maihofer. Außerdem wird kritisiert, daß "dieses Jahr alle sechs Landtagswahlen zu Mini-Bundestagswahlen hochstilisiert werden".

20.15 Uhr. ZDF. Gesundheitsmagazin "Praxis"

Moderator: Hans Mohl. Mit einem Beitrag zum Weltgesundheitstag (Thema: Impfschutz heute) und über die Problematik der ärztlichen Aufklärungspflicht.

21.15 Uhr. ZDF. Der Uhrmacher von St. Paul

Weil ihm "ein Großteil der modernen Filme zu heimatlos" ist, dreht Bertrand Tavernier, 34, Pariser Filmkritiker und PR-Mann von Godard und Chabrol, jetzt selbst Kinostücke -- "mit stark nationaler Bindung und Wurzeln in Frankreich". Seine Erstlingsarbeit -- die psychologische Studie eines durch das Verbrechen seines Sohnes verstörten Bürgers (Philippe Noiret, Photo), -- bekam bei der Berlinale mehrere Preise. Deutsche Erstaufführung.

21.45 Uhr. ARD. Buchenwald

Am 11. April 1945, wenige Stunden vor dem Eintreffen der US-Truppen, überwältigten Häftlinge des KZ Buchenwald ihre Wärter und befreiten sich selbst. Die Geschichte dieser bewaffneten Widerstandsgruppe, vorwiegend konspirativ geschulte Kommunisten, dokumentiert der Film mit alten Wochenschauen, Augenzeugenberichten und bislang unbekannten Filmen, die amerikanische Soldaten bei der Befreiung des Lagers drehten.

22.55 Uhr. ZDF. Eishockey-Weltmeisterschaft Gruppe A: USA -- Schweden und Polen -- Finnland

Weitere Übertragungen aus der Münchner Olympia-Halle von der ARD: am 8. April, 16.15 Uhr (CSSR -- UdSSR) und um 21.55 Uhr (Finnland -- Schweden) und am 10. April, 22.35 Uhr (Finnland -- CSSR und Schweden -- UdSSR).

Dienstag, 8. 4.

19.30 Uhr. ZDF. Lehmanns Erzählungen

Mit 240 Sahnelöffeln, die er im Krieg erbeutet hat, beginnt der junge Lehmann im Schwarzmarktjahr 1946 ein florierendes Tauschhandels-Geschäft, das mit der Währungsreform jäh endet. Die launige Nostalgie-Erzählung von Siegfried Lenz hat Wolfgang Staudte als Rückblenden-Film in Szene gesetzt, unter dem Motto: "Mit Abstand gesehen, wird die Vergangenheit komisch".

20.15 Uhr. Nord III. Wahlhearing Schleswig-Holstein

Zuschauer befragen die Spitzenkandidaten Matthiesen (SPD), Ronneburger (FDP) und Stoltenberg (CDU). Leitung: Peter Merseburger.

21.15 Uhr. ZDF. Kennzeichea D

Gezeigt werden soll, wie sehr die DDR von den geplanten Verbesserungen im Berlinverkehr profitieren wird. Außerdem Interviews mit Peter Lorenz und dem stellvertretenden CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Windelen über die erneuten Rufe nach der Todesstrafe. Anschließend Impressionen von den pompösen DDR-Feiern zum 30. Jahrestag der Kapitulation.

22.00 Uhr. ZDF. Ein Wochenende auf den Schlachtfeldern

In seiner "im Grunde traurigen Geschichte" beschreibt Klaus Möller eine neue Touristen-Attraktion: Westdeutsche Busunternehmen bringen jedes Wochenende Scharen von "singenden, sentimentalen Veteranen" zu den Weltkrieg-I-Schlachtfeldern von Verdun, wo -- laut Werbeprospekt -- "zerstörte Dörfer, das riesige Beinhaus, die Festungen von den grauenvollen Kämpfen zeugen", bei denen "1916 Frankreichs und Deutschlands Heere verbluteten".

Mittwoch, 9. 4.

20.15 Uhr. ARD. Im Brennpunkt: USA -- gelähmte Großmacht?

Korrespondentenberichte aus Washington, Vietnam und dem Nato-Sitz in Brüssel. Leitung: Rudolf Rohlinger.

20.15 Uhr. ZDF. Bilanz

Anläßlich der Hannover-Messe Berichte zur Konjunkturlage. Außerdem Live-Reportagen aus Washington, London, Paris und Rom zur wirtschaftlichen Situation der wichtigsten westdeutschen Handelspartner.

20.15 Uhr. Nord III. Der 14. Juli (sw)

Am französischen Nationalfeiertag wird in René Clairs viertem Tonfilm (1933) ein Pariser Arbeiterviertel zum Volksfest der Klassenverbrüderung.

20.15 Uhr. Bayern III. Julia und die Geister

Federico Fellinis surreale Satire (1963) über die Krise einer Ehefrau (Giulietta Masina).

20.30 Uhr. West III. In jedem Hafen eine Braut (sw)

Seemanns-Komödie von Howard Hawks, in der Stummfilm-Fassung von 1928.

21.15 Uhr. ZDF. Aspekte

Luigi Nono wird zum Krach um seine neue Revolutionsoper interviewt, für die er den Regisseur, Choreographen und Bühnenbildner aus der Sowjet-Union nach Mailand geholt hat. Außerdem ein Bericht von der PEN-Tagung in Darmstadt und ein Gespräch mit Manfred Wekwerth von der Ost-Berliner Akademie der Künste zum 25jährigen Bestehen seines Hauses.

21.50 Uhr. ARD. Je später der Abend Gäste der vierten Folge, nach der über die Weiterbeschäftigung von Talkmaster Rosenbauer entschieden wird: Hollywood-Regisseur Otto Preminger, Trainer Max Merkel und Rosmarie Frommhold, Leiterin der Hamburger Sittenpolizei.

22.00 Uhr. ZDF. Sport aktuell

Mit Berichten vom Eishockey-WM-Spiel Polen -- USA und dem Europapokalspiel der Fußball-Landesmeister, AS St.-Etienne -- Bayern München.

Donnerstag, 10. 4.

20.15 Uhr. ARD. Pro und Contra: Einwanderungsland BRD

Streitgespräch zwischen dem Wirtschaftsjournalisten Fritz Schlossareck ("Stuttgarter Zeitung"), Franz Kusch (WDR-Gastarbeiterredaktion) und als "Experten" dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Filbinger sowie IG-Metall-Vertretern. Leitung: Emil Obermann.

21.15 Uhr. ZDF. Kontrovers: Schulreform -- Haben Eltern nichts zu sagen?

Streitgespräch mit Bildungspolitikern und Vertretern der Elternverbände.

22.00 Uhr. ZDF. Satelliten-Kultur

Film von Jürgen Schneider und Peter Nicolay über den "unsozialen Wohnungsbau in den Trabantenstädten".

22.35 Uhr. ARD. Eishockey-WM-Spiel Finnland -- CSSR und anschließend UEFA-Pokalspiel 1. FC Köln -- Borussia Mönchengladbach

Freitag, 11. 4.

20.15 Uhr. ARD. Die Deutschlandreise

Völkerverständigungs-Bilderbogen von Herbert Lichtenfeld und Sølve Kern: Eine norwegische Schulmusik-Kapelle besucht eine deutsche Kleinstadt und lernt typische Deutsche kennen. Für die "subtile Selbstironie auf beiden Seiten" wurde der Film 1970 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Wiederholung.

20.15 Uhr. Nord III und West III. Strafvollzug in der Sackgasse?

Open-end-Diskussion mit Psychologen, Politikern und Justiz-Experten.

20.15 Uhr. Bayern III. Wunschloses Unglück

Filmische Dokumentation zu Peter Handkes Buch, aufgenommen am Originalschauplatz, einer kleinen Gemeinde in Kärnten.

21.30 Uhr. ZDF. Ein deutsches Attentat

Bei der Einweihung des Niederwald-Denkmals im Jahre 1883 wollte der sächsische Anarchist August Reinsdorf (Vadim Glowna, Photo, r., mit Walter Sedlmayr) den Kaiser samt deutscher Fürstenschaft in die Luft sprengen; weil dazu eine billige, nicht wasserfeste Zündschnur verwendet wurde, scheiterte das Attentat. In seinem Dokumentarspiel möchte Claus Hubalek eine "historische Modell-Studie zum aktuellen Thema Anarchismus" liefern. Zusätzliche Aktualität: Der Richter, der den Attentäter zum Tode verurteilte, war der Großvater des von Anarchisten ermordeten Berliner Kammergerichtspräsidenten von Drenkmann.

21.45 Uhr. ARD. Bericht aus Bonn Leitung: Friedrich Nowottny.

22.25 Uhr. ARD. Ein Abend, ein Zug Der belgische Kino-Esoteriker André Delvaux ("Rendezvous in Bray") schildert in seinem symbolbefrachteten Film-Kammerspiel von 1967 die scheiternde Beziehung zwischen einem ratiobetonten Linguistik-Professor und einer gottsuchenden Bühnenbildnerin. Photo: Yves Montand und Anouk Aimée.

Samstag, 12. 4.

21.00 Uhr. Nord III. Frauen 74 (sw)

Zweiter Film einer Emanzipationsreihe, in der junge Filmemacherinnen "inhaltlich und formal ohne Erfolgszwang" experimentieren sollen. Thema: die Frustration einer jungen DDR-Bürgerin, die 1972 mit rund 2000 "Weihnachtsamnestierten" in die Bundesrepublik kam.

23.05 Uhr. ZDF. Am Ende aller Wege (sw)

Der Regisseur und Jurist Andre Cayatte, der mit justizkritischen Filmen wie "Wir sind alle Mörder" berühmt wurde, verteidigt in seiner Kidnapper-Story (1962) anhand eines unentwirrbaren Falls den Grundsatz "In duhio pro reo". Wiederholung.

Sonntag, 13. 4.

15.15 Uhr. ARD. Eine Halskette für meine Geliebte

Mythologischer Don-Quichote-Schwank aus Georgien, der West-Kritiker bei den Moskauer Filmfestspielen 1973 durch "brillante Photographie" beeindruckte.

18.30 und 20.20 Uhr, ARD, 18.00 Uhr und 21.30 Uhr, ZDF. Die Wahl in Schleswig-Holstein

Erste Hochrechnungen, Interviews. Kommentare. Das dritte Programm der Nordkette berichtet ab 20.30 Uhr.

20.30 Uhr. ZDF. Hildegard Knef und ihre Lieder

Für David Hamilton war sie "lyrisch und zart", François Reichenbach machte "wahnsinnige Sachen" mit ihr, und mit Gerard Vandenberg stieg sie "auf Berge und watete durch Wiesen": Hildegard Knef, 49, ließ sich von drei Regisseuren als Lieder- und Gedichtemacherin porträtieren.

20.40 Uhr. ARD. Tatort: Wodka-Bitter-Lemon

Henry-Kolarz-Krimi mit Hansjörg Felmy, Heinz Bennent und Lil Dagover.

21.50 Uhr. ZDF. Literatur

Schnitzler-Inszenierung des Wiener Theaterregisseurs Wolfgang Glück mit Top-Besetzung: Christine Ostermayer, Helmuth Lohner und Otto Schenk.

22.10 Uhr. ARD. Zum Richten verurteilt

Kritischer Bericht über Deutschlands ehrenamtliche Schöffen, die angeblich "völlig willkürlich und an manchen Orten sogar schon per Computer" ausgewählt werden.


DER SPIEGEL 15/1975
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