27.05.1974

Affäre Nollau: Angriff aus dem Hinterhalt

Fast 24 Stunden brauchte es, bis die noch unter Guillaume-Schock stehende Regierung ihrem bedrängten Verfassungshüter Nollau gegen den Vorwurf des Magazins „Capital“ beisprang, Nollau sei „der Mann hinter Guillaume“. „Capital“ stützte seinen Angriff auf ein dubioses Elaborat aus dem Dschungel rivalisierender Geheimdienste.
Im Goldenen Saal des Neuen Schlosses zu Stuttgart feierte Ministerpräsident Hans Filbinger mit 300 Schülern bei Bier, Fleischküchle, Würstchen und Kartoffelsalat. Im Prunksaal des Kieler Schlosses rang Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg vor tausend geladenen Gästen um würdige Worte.
Selbst im fernen Peking prosteten 400 Chinesen dem Bonn-Botschafter Rolf Pauls auf das Wohl der Bundesrepublik zu. Und in der Aula eines Bonner Gymnasiums beging die DKP den letzten Mittwoch zünftig auf ihre Weise -- mit einer Prügelei.
Würdig feierte die Republik Verfassungsfest.
Doch ehe der Abend kam, rang die Regierung um Würde und Fassung. Ausgerechnet in der Stunde der Feiern zum 25. Jahrestag des Grundgesetzes, kurz nach 16 Uhr, wurden Kanzler und Innenminister informiert, daß vier Wochen nach dem Fall Guillaume der nächste, weitaus brisantere Skandal anstehe: Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Günther Nollau, werde, so verbreitete das Kölner Wirtschaftsmagazin "Capital" in einer eindeutig formulierten Vorabmeldung über eine weit weniger eindeutige Enthüllungsgeschichte, vom amerikanischen Geheimdienst CIA (Central Intelligence Agency) als Ost-Agent verdächtigt, als "der Mann hinter Guillaume".
Gab es diesen Fall Nollau, dann mußte sich die neue Bundesregierung Schmidt/Genscher, die gerade sechs Tage im Amt war, auf das Schlimmste gefaßt machen. Denn ein als Spion enttarnter Abwehrchef hätte unweigerlich seinen Protektor, den SPD-Fraktionschef Herbert Wehner, und seinen langjährigen Vorgesetzten, den früheren Innenminister und heutigen FDP-Vizekanzler Hans-Dietrich Genscher zu Fall gebracht. Die SPD! FDP-Koalition wäre ihrer wichtigsten Stützen beraubt worden, sie wäre am Ende.
Die "Capital"-Meldungen erreichten eine hysterisierte Regierungskoalition, die sich seit Wochen als Ziel einer undurchschaubaren Verschwörung von Geheimdiensten und Oppositionspolitikern fühlt, als Opfer raffinierter Intriganten, die mit Fälschungen, Halbwahrheiten und Enthüllungen auf das Ende des SPD/FDP-Regiments in Bonn hinarbeiten.
Und da nach der Affäre Guillaume buchstäblich nichts mehr unmöglich schien, setzte die Regierung erst einmal umfangreiche Recherchen in Gang, ehe sie sich traute, für ihren obersten Spionagejäger eine Unbedenklichkeitserklärung auszustellen.
Außenminister Genscher blieb in Deckung.
Zunächst produzierten die Krisenmanager Hektik. und es gab keinen starken Kanzler Helmut Schmidt, der dafür gesorgt hätte, Schaden von seiner Regierungs-Koalition zu wenden. Der neubeställte FDP-Innenminister Werner Maihof er, auf der Regierungsbank im Parlament von seinem Pressereferenten alarmiert, lachte erst einmal ungläubig auf,
Dann aber bestellte er den zum Flug nach Bielefeld bereitstehenden Grenzschutz-Hubschrauber ab, eilte ins Ministerium, ließ sich mit. Bad Tölz verbinden und las dem Kur-Urlauber Nollau die Meldung vor, "um einen Eindruck von seinen Reaktionen zu bekommen" (Maihofer). Nollaus Antwort erschien Fahnder Maihofer befriedigend. Das aber hinderte den Minister nicht, sich schleunigst bei der US-Botschaft in Bonn-Mehlern zusätzliche Auskunft zu verschaffen.
Auch Herbert Wehner, der Nollaus Karriere seit Anfang der sechziger Jahre gefördert hatte, klingelte in großer Sorge bei dem Geheimdienstmann in Bad Tölz an. Beruhigt von den Unschuldsbeteuerungen seines Protegés, gab Wehner Entwarnung an die SPD-Zentrale.
Außenminister Hans-Dietrich Genscher, von Maihof er informiert, blieb in Deckung. Mit gutem Grund: Genscher war als Innenminister noch bis vor zwei Wochen Nollaus Dienstherr. Er hat zu verantworten, daß der DDR-Flüchtling trotz eines schillernden Lebenslaufs bis an die Spitze des Kölner Amtes klettern konnte. Genscher muß auch mit dem Vorwurf leben, sein Abwehr-Chef Nollau habe fahrlässig den Spion Guillaume über ein Jahr lang an Willy Brandts Seite arbeiten lassen.
Beunruhigt jagte Genscher am letzten Mittwoch einen Boten zum Bonner Hauptbahnhof, der sich dort am Kiosk belehren lassen mußte, daß die vom Minister gesuchte "Capital-Nummer noch gar nicht auf dem Markt sei.
Gemeinsam mit dem Leiter seiner politischen Arbeitsgruppe, Günter Verheugen, besprach Genscher die Lage. Zunächst fürchtete der mißtrauische Ex-Innenminister, die Enthüllung könne an ihm hängenbleiben. Verheugen überzeugte ihn nur mit Mühe, daß die Stoßrichtung gegen seinen sächsischen Landsmann Herbert Wehner ziele.
Um möglichst weit auf Distanz zu der Affäre zu bleiben, schickte der Vizekanzler den AA-Staatssekretär Paul Frank, genannt "Netzhemd-Paule", ins Feuer. Frank telephonierte mit Bonns Botschafter in Washington, Berndt von Staden -- dreimal an diesem Spätnachmittag, insgesamt anderthalb Stunden lang -, und hielt ihn an, im State Department den angeblichen CIA-Verdächtigungen gegen Nollau nachzugehen. Frank mußte auch den Platz des Vizekanzlers abends in Kanzler Schmidts Krisenrunde im Palais Schaumburg einnehmen.
"Da können wir dementieren, soviel wir wollen."
Allein Nollau ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. In einem zweiten Telephongespräch mit Maihofer am Mittwochabend ließ sich der Verfassungsschützer vor dem Gang zum Anwalt die Zusage geben, daß die Staatskasse ihm notfalls die Kosten bei einem Prozeß gegen den mächtigen "Capital"-Verlag Gruner + Jahr abnehme.
Die verschreckte Bundesregierung dementierte die "Capital"-News nicht einmal als erste, sie ließ den Amerikanern den Vortritt. Erst gegen 21.30 Uhr, fünfeinhalb Stunden nachdem die heiße Meldung die Runde gemacht hatte, erklärte ein Bonner Regierungssprecher: "Die amerikanische Regierung hat dem deutschen Botschafter Berndt von Staden durch den stellvertretenden Außenminister Kenneth Rush mitgeteilt, daß an der Story der Zeitschrift 'Capital' kein Wort wahr sei."
Erst folgenden Tags, am vergangenen Donnerstag um 15 Uhr, wies die Bundesregierung selbst die Vorwürfe mit aller Entschiedenheit, zurück und kündigte "rechtliche Schritte" gegen das Kölner Blatt an. Bis dahin konnte sich -- zum Schaden der sozialliberalen Regierung -- bei Westdeutschlands Vatertag-Ausflüglern der Eindruck festsetzen, der Verdacht gegen den Wehner-Schützling sei vielleicht doch so grundlos nicht. Ein Funktionär des SPD-Parteivorstandes verzweifelt: "Das war das einzige Thema bei den Himmelfahrts-Besäufnissen. Da können wir dementieren, soviel wir wollen, das sitzt."
Dabei hatte der neubestallte Innenminister Maihofer schon 40 Minuten nach Eingang der kapitalen Neuigkeit bei dem zuständigen CIA-Verbindungsmann in der Bonner US-Botschaft die Mitteilung erhalten, daß an der Story nichts dran sei, Doch das reichte Nollaus neuem Dienstherrn nicht, um sein Wort für Nollaus Integrität zu verpfänden. Maihofer: "Ein Innenminister ist von Amts wegen zu äußerstem Mißtrauen verpflichtet. Es gibt nichts, was ich nicht für möglich halten würde."
Maihof er und mit ibm die ganze SPD/FDP-Regierung reagierten so. wie es eine feindlich gesinnte Hintergrund-Regie, von deren Existenz jedenfalls Sozialdemokraten überzeugt sind, nicht besser hätte arrangieren können: Die Attacke kam nicht aus der gewohnten Ecke, weder von Springer noch vom Bauer-Verlag oder aus Löwenthals schwarzem Kanal. Maihofer: "Wenn eine so knallhart erscheinende Sache in einem so seriösen Blatt kommt, dann waren wir verpflichtet, uns ganz sorgfältig zu erkundigen, was da los ist."
Die Informanten sind nicht mehr aufzutreiben.
Auf die Bonner Regierung und ihren obersten Verfassungsschützer hatte die Kölner "Capital"-Redaktion ihren Chefreporter Rienk H. Kamer, 37, losgelassen, Holländer von Nationalität und Träger eines abwärts gezwirbelten Barts. Kamer, in den sechziger Jahren auch einmal SPIEGEL-Mitarbeiter. hat eine Vorliebe für großkarierte Jacketts und großhubige Wagen -- ein Mann. von dem am vergangenen Donnerstag einer seiner Vorgesetzten sagte: "Er wollte seinen Namen mit dem Flammenwerfer in die Mauern des Bonner Bundeshauses einbrennen." Von sich selbst sagte Kamer: "Ich wohne in Brüssel, schlafe aber in Hotels und Flugzeugen."
Von dem rasenden Holländer hatte sich der SPIEGEL 1969 getrennt, nachdem er ohne Wissen der Redaktion an das Regenbogenblatt "Neue Welt am Sonnabend" Informationen über eine angeblich voreheliche Abtreibung der holländischen Prinzessin Irene geliefert hatte -- eine Story, die das Blatt 100 000 Mark Schmerzensgeld kostete.
Wenig später recherchierte Kamer, jetzt bei "Capital" zum "Chef-Reporter" bestellt, in sizilianischer Einöde auf dem Rücken eines Maulesels die Geschichte der "Mafia in Deutschland", was abermals Geld kostete. Kamer, von einem Pizza-Bäcker bedroht, fühlte sich seither von Mafiosi verfolgt und beantragte einen Waffenschein.
Mitte Mai schlug Kamer wieder zu. Ihm wurde, so seine Angaben, eine heiße Analyse zugespielt, als deren Urheber "Capital" am vergangenen Mittwoch in Agenturmeldungen die CIA nannte.
Seinen Verlagsoberen führte der Chefreporter des um politisches Ansehen bemühten Monatsblattes für Wirtschaftsaufsteiger am vergangenen Donnerstag ein Beispiel seiner Recherchierkunst vor und offenbarte seine Quelle: Die Nollau-Anklage habe er von einem jungen Mann erhalten, der des Englischen kaum mächtig sei. Dieser wiederum habe Verbindung zu einem jungen CIA-Mitarbeiter in Brüssel, der des Deutschen nicht mächtig sei. Dessen Sekretärin endlich habe den CIA-Bericht übersetzt.
Den Wunsch der Verlagsmanager. die beiden jungen Freunde kennenzulernen, mußte Kamer am letzten Donnerstag abschlagen: Die Informanten seien leider nicht mehr aufzufinden.
Das von "Capital" nur teilweise veröffentlichte Papier ist als "private Studie über Sicherheitsrisiken und politische Lage in Westdeutschland" mit dem Datum 2. Mai 1974 deklariert. Die wichtigste Behauptung: Nicht nur Verfassungsschutz-Präsident Günther Konrad Nollau, sondern auch SPD-Fraktionsvorsitzender Herbert Wehner, Bundesminister Hans-Dietrich Genscher und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium Gerhart Baum -- die allesamt aus der DDR und bis auf den Hallenser Genscher aus Dresden stammen -- seien "Sicherheitsrisiken" in der Bundesrepublik.
Die elfseitige Studie des großen Unbekannten beginnt mit der Erkenntnis, seit dem Regierungsantritt der sozialliberalen Koalition in Bonn habe sich die Zahl der kommunistischen Geheimagenten in der Bundesrepublik und West-Berlin verdoppelt, allein die DDR beschäftige derzeit 40 000 Späher in Westdeutschland.
Das Heer der Wühler wird von raffinierten Böslingen gelenkt. Die amerikanischen Sicherheitsorgane seien "wiederholt gewarnt worden, daß westdeutsche Stellen in der Polizei, in der Justiz oder in der Politik oft absichtlich gewisse antikommunistische Aktionen durchführen, nur um sich dadurch als loyale Staatsdiener, als Freunde der westlichen Allianz zu beweisen". Laut Analyse schreckten die kommunistischen Auftraggeber dieser Agenten auch vor echten Verlusten nicht zurück, wenn sie dadurch ein späteres Ziel sicher anstreben könnten.
Als vermeintliche Beweisstücke der abgefeimten kommunistischen Opfer-Taktik nennt die Studie zwei Namen, die in Steckbrief-Manier vorgeführt werden:
Unter 1. heißt es: "KP-Mitglied, Komintern-Beauftragter und Mitarbeiter der "Roten Kapelle" in Stockholm während des Zweiten Weltkrieges, Herbert Richard Wehner, geb. 1906 in Dresden, hatte nach seiner Festnahme am 18. 2. 1942 der schwedischen Polizei und somit auch der Gestapo eine Anzahl von deutschen Kommunisten verraten. die dann von den Nazis gejagt und überwiegend auch getötet werden konnten. Aufgrund dieses Verrats wurde Wehner damals unehrenhaft aus der K P ausgeschlossen. Von da an galt er als Anti-Kommunist. Heute ist Wehner der wichtigste Gesprächspartner der sowjetischen Diplomatie."
Unter 11. nennt die Studie Dr. Günther Konrad Nollau. Besondere Kennzeichen: PG seit 1939. Pflichtverteidiger in politischen Prozessen der Nazi-Justiz, im Sommer 1950 wegen "Mordverdachts" nach West-Berlin geflohen, Verfasser antikommunistischer Bücher ("Der Zerfall des Weltkommunismus"), Eintritt in den Verfassungsschutz mit dem "Auftrag, die kommunistische Unterwanderung der SPD zu überwachen ... Duzfreund von Wehner
1963 erster Hinweis "auf mögliche Verbindung Nollaus zum Ost-Berliner Spionagedienst"; 1970 Versetzung Nollaus ins Bundesinnenministerium, "Nollau übernahm im Auftrag Wehners die Überwachung des FDP-Innenministers Genscher"
Die angebliche CIA-Studie, deren tickhafte Gedankenführung weder dem Reporter Kamer noch dessen Chefredakteur Ferdinand Simoneit auffiel, resümiert freihändig: "Solche Beispiele für westdeutsche Sicherheitsrisiken lassen sich leider mühelos fortsetzen." Und so geschieht es: "Bundesinnenminister Genscher (geb. 1927 in Reideburg/ Saalkreis, seit 1953 in Westdeutschland) und sein Parlamentarischer Staatssekretär Baum (geb. 1932 in Dresden, seit 1958 in Westdeutschland) stellen für Bonn eine weitere Risikoquelle in bezug auf die innere Sicherheit des westdeutschen Staates dar."
Der Verfasser, der die fixe Idee eisern durchhält, wirft Genscher vor, er habe zur selben Zeit, als Günter Guillaume bei einem Frankreich-Urlaub von westdeutschen und französischen Sicherheitsorganen beschattet wurde, das letzte Osterfest in Sachsen verbracht, der Minister sei "ohne Bedenken auf Urlaub in seine Heimat, in das kommunistische Ostdeutschland" gefahren, "dessen Spionagedienst mit den Abwehrstellen des Ministers in einem schweren Kampf steht". So was.
Mit faszinierender Folgerichtigkeit urteilt der "Capital"-Informant: "Wenn das so ist, dann ist Minister Genscher für den westdeutschen Staat ein viel größeres Sicherheitsrisiko als der ,Kanzler-Spion' Guillaume."
Über Guillaume, den die CIA durch eigene Agenten überwacht und dem sie gelegentlich "junge Frauen" angeboten haben will ("von denen er einige abwechselnd angenommen hatte"), verbreitet der anonyme Autor eine Version, die nahtlos in das Hintermännerkonzept der ganzen Studie paßt: "Anfang April 1974 erhielten wir von unseren Spezial-Agents in Bonn die Nachricht, daß ihren Erkenntnissen nach die Ostdeutschen planen, Guillaume im Bundeskanzleramt als Spion durch die westdeutsche Abwehr entlarven zu lassen, um dadurch vermutlich an erster Stelle uns den Mann wegzunehmen, an zweiter Stelle den von uns vermuteten Spion in der Bonner Regierung in der Person Guillaumes zu präsentieren und an dritter Stelle durch den Spionage-Skandal politische Auswirkungen für die Bonner Regierung vorzubereiten."
Der angebliche CIA-Mann zollt dem raffinierten Gegner Beifall und fährt fort: "Ein guter Plan sicher, aber er konnte nur durchgeführt werden, wenn in der Zentrale der westdeutschen Abwehr Agenten des Ost-Berliner oder Moskauer Spionagedienstes sitzen und dieser gute Plan wurde zwischen dem 10. und 25. April 1974 auch tatsächlich wie geplant durchgeführt."
Während Guillaumes Osterausflug nach Südfrankreich seien sowohl Wohnung als auch Arbeitsplatz des Spions dann mit belastendem Material gespickt worden. Auch das schnelle Bekenntnis Guillaumes nach seiner Verhaftung, er sei Offizier der Nationalen Volksarmee, deutet für den Verfasser des Privatpapiers "eher auf ein gut vorbereitetes Theaterstück als auf eine nüchterne Polizeiaktion hin ... solche Offenbarungen macht ein Geheimagent nie, es sei denn, er wird aus taktischen Gründen von seinen Auftraggebern vorher dazu ermächtigt
Mit dem Flaborat, dessen politische Tragweite Chefreporter Karner nicht erkannt haben will ("Ich bin ein Reporter, habe politisch überhaupt keine Ambitionen"), besuchte der "Capital"-Mann den oftmals vorn Springer- und vom Bauer-Verlag in Geheimdienst Angelegenheiten beschäftigten früheren BND-Chef Reinhard Gehlen. Kamer: "Bei Gehlen war ich am 14./15. Mai." Das Plazet des eingefleischten Nollan-Feindes und Ostpolitik-Gegners galt Kamer und seinen Vorgesetzten ab Gütesiegel.
Die seltsame Frage des Franz Josef Strauß.
Während sich Chefredakteur Ferdinand Simoneit und sein Stellvertreter Alexander E. Lang um eine juristisch nicht anfechtbare Fassung der anfechtbaren Moritat für ihr Monatsblatt mühten, verdarb ihnen in Bonn Franz Josef Strauß das Langfristkonzept.
Am Dienstag vergangener Woche, sechs Tage nach Kamers Visite bei Unions-Freund Gehlen. attackierte der CSU-Chef den neuen Bundeskanzler Helmut Schmidt mit "Hinweisen"" die den Kölnern bekannt vorkamen. Strauß in der Haushaltsdebatte: "Stimmt es. daß amerikanische und französische Stellen während der Viermächte-Verhandlungen über Berlin wiederholt vorstellig geworden sind, weil ihre Verhandlungspartner -- an der Spitze Herr Abrassimow -- zuviel wußten, und ist der Vorwurf berechtigt ... daß die aus dem Bundeskanzleramt an die andere Seite übermittelten Informationen während der Viermächte-Verhandlungen wertvolle Hinweise auf die jeweils nächste Verhandlungsphase gegeben haben?"
Den "Capital" -Leuten fiel auf, daß ein Absatz ihres Papiers ähnlich lautete: "Während der Viermächte-Verhandlungen für den neuen Status von West-Berlin haben Mitglieder der US-Delegation immer wieder die Erfahrung gemacht. daß die Sowjets über Absichten und Vorschläge der Westalliierten bereits vor Beginn der einzelnen Konferenzphasen genau informiert sein mußten. Nachdem nur die westdeutsche Regierung von allen drei Westalliierten laufend über die Verhandlungen konsultiert worden ist, lag die Vermutung nahe, daß in unmittelbarer Nähe der Bonner Regierung oder in ihr selbst die Quelle für die Sowjets sein müßte." Strauß war offenbar einmal wieder seiner Zeit voraus.
Seltsam, daß Kenneth Rush, der 1971 als Bonner US-Botschafter an den Viermächte-Verhandlungen beteiligt war und heute Stellvertreter von Außenminister Henry Kissinger im State Department ist, am vergangenen Donnerstag auf Fragen des SPIEGEL die von Strauß und von der angeblichen CIA-Studie angemerkten Informationsvorteile seines damaligen Verhandlungspartners Abrassimow energisch bestritt.
Rush erklärte, er habe zu keiner Zeit den Verdacht gehabt, Abrassimow habe vorzeitig Einzelheiten der alliierten Position gekannt, und er, Rush, habe niemals westdeutschen Stellen gegenüber angedeutet, daß er über das Durchsickern von Geheiminformationen besorgt sei.
Seltsam auch, daß der laut "Capital" für die CIA-Zentrale in Washington bestimmte Lage-Bericht Empfehlungen an die bundesdeutsche Opposition enthält. Schlußabsatz der angeblich vor Brandts Rücktritt verfaßten Studie: "Die deutsche Opposition in Bonn wäre gut beraten, wenn sie gegenwärtig im Zusammenhang mit dem Spionageskandal die Person des Bundeskanzlers in der Öffentlichkeit nicht zu stark angreift, um nicht eventuell Sympathien für die SPD und Brandt zu wecken, denn Brandt
* Am 21. Mai im Bundestag
selbst gehört sowieso nicht zum Kreis der Schuldigen." Was geht das die CIA an?
Als Franz Josef Strauß im Bundestag die Abrassimow-Passage präsentierte, fürchteten die "Capital"-Redakteure, ihr Knüller könnte schon vor dem Erscheinen der nächsten Nummer des Monatsmagazins am Donnerstag dieser Woche veraltet sein. Per Fernschreiben informierten sie Nachrichten-Agenturen, Zeitungen und Fernsehen über das Dossier.
In der Eile entging ihnen, daß die private Studie grobe Unrichtigkeiten enthält, die Chefreporter Kamer und sein Stab schon bei Lektüre des Bundestagshandbuches hätten entdecken können. So ist Staatssekretär Baum nicht, wie es in der Studie heißt, erst 1958 aus der DDR in die BRD gewechselt, sondern hat -- laut Bundestagshandbuch -- 1957 in Köln seine erste juristische Staatsprüfung abgelegt und ist seinen eigenen Angaben zufolge als 13jähriger, unmittelbar nach dem Bombardement Dresdens, in den Westen Deutschlands, nach Bayern, umgezogen.
Zudem sind für den Fachmann ganze Passagen des Papiers schnell als falsch zu erkennen. Verfassungsschutz-Präsident Nollau analysierte: "Das ist nicht vom CIA, das ist überhaupt keine ausländische Quelle, das ist von einem Deutschen verfaßt."
Ein Nato-Fachmann der höchsten Sicherheitsstufe erklärte zum möglichen Ursprung des "Capital"-Papiers: "Weitschweifige Formulierungen, unpräzise Feuilletonismen, Vermischung von Fakten und Wertungen sowie die unrichtige Wiedergabe von Daten und Tatsachen, die in den Archiven der Presse und der Geheimdienste seit langer Zeit vorliegen, schließen es aus, daß die Studie von Mitarbeitern eines westlichen Nachrichtendienstes verfaßt wurde. Wortwahl und grammatikalische Eigenheiten deuten darauf hin, daß der Bericht in deutscher Sprache geschrieben wurde.
"Der Verfasser hat nicht alle Tassen im Schrank."
"Die Terminologie und die Zielrichtung der Agitation (Wehner, SPD, Koalition) entsprechen den Vorstellungen einer Gruppe ehemaliger deutscher freier Mitarbeiter amerikanischer Dienste (vorwiegend im militärischen Bereich), die noch immer in den Kategorien der ersten Jahre nach dem Kriege denken. Dieser Kreis wird getragen von persönlichen Ressentiments und sieht sich selbst als Sachwalter eines preußischen Sozialismus. Diese Elemente und die Frage, wem eine Publizierung der Studie nützt und wem die Veröffentlichung schadet, lassen aber auch eine diversatorische Aktion des DDR-Nachrichtendienstes nicht als ausgeschlossen erscheinen."
Nach erster Lektüre offenbarte Verfassungsschützer Nollau am vergangenen Freitag in seinem Tölzer Kurdomizil dem SPIEGEL eine Vielzahl nach seiner Meinung falscher Sachangaben. So seien in der Bundesrepublik weit weniger als 40 000 DDR-Agenten tätig, der Austausch von Informationen zwischen den westlichen Geheimdiensten und bundesdeutschen Sicherheits-Dienststellen sei nicht eingeschränkt, Herbert Wehner habe nie mit der während des Zweiten Weltkrieges operierenden Moskauer Spionage-Organisation "Rote Kapelle" zusammengearbeitet. Er selbst sei nicht seit 1939. sondern erst seit 1942 Mitglied der NSDAP gewesen, habe mit der "Entführung" des ersten Verfassungsschutzpräsidenten Otto John nach Ost-Berlin nichts zutun und sei auch kein Duz-Freund von Herbert Wehner.
Der angeblich übergelaufene sowjetische KGB-Oberst Karpow, von dem laut Studie der erste Hinweis auf eine mögliche Verbindung Günther Nollaus zum Ost- Berliner Spionage-Dienst stammen soll, sei heute noch in der Sowjet-Union als KGB-Offizier tätig. Auch sei die Unterstellung falsch, die deutschen Behörden seien erst gegen die Baader-Meinhof-Gruppe energisch vorgegangen, als die Terroristen amerikanische Soldaten und ihre Angehörigen bedroht hätten.
Völlig absurd sei schließlich die Behauptung, die Amerikaner hätten seinerzeit eine wirkungsvolle Bekämpfung der Anarchisten mit der Androhung eines von den Amerikanern auf deutschem Terrain verhängten Ausnahmerechts einschließlich nächtlicher Ausgehverbote erzwungen. Nollau: "Der Verfasser hat wohl nicht alle Tassen im Schrank."
Schließlich verweist Nollau darauf. er sei im vergangenen Jahr zum zweitenmal zum Koordinator aller westlichen Geheimdienste im Nato-Bereich gewählt worden. Der BfV-Präsident: "Dies hätten die Amerikaner nie gemacht, wenn auch nur der Schatten eines Verdachts bestanden hätte."
Der Angriff aus dem Hinterhalt politisch-journalistischer Dunkelmänner galt einem Mann, der sich wie kaum ein anderer Geheimdienst-Chef der westlichen Welt den Schablonen der Spionage-Romantik entzieht. Dr. Günther Nollau, 63, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Herr über 3500 beamtete Staatsschützer und 13 000 freiwillige V-Männer, eignet sich kaum für eine Hintertreppen-Story.
Der Dresdner Tip hieß: Nollau hilft.
Er ist, fand die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", eine "unauffällige Erscheinung, mit faltigem, grüblerischem Gesicht: kein James Band, eher der Typ eines leicht zur Skurrilität neigenden Gelehrten". Er liebt das akademische Gespräch -- in unverfälschtem Sächsisch freilich; Theorie und Praxis des Kommunismus ist sein Lieblingsthema. Solchem Interesse verdankt die Ostforschung sachkundige, detailgenaue Bücher aus Nollaus Feder wie das 1959 erschienene Buch "Die Internationale", ein Standardwerk über die konspirativen Praktiken von Komintern und Kominform.
Gleichwohl verhedderten ihn die Irrungen und Wirrungen deutscher Zeitgeschichte im Dschungelgestrüpp der Geheimdienste. Der Leipziger Baurats-Sohn, 1911 geboren, in Dresden aufgewachsen, nach Gymnasium und Universität zum Doktor der Rechtswissenschaft (Dissertations-Thema: "Das Wesen der konkursmäßigen Feststellung") promoviert, träumte von einer großen Juristen-Karriere.
Er wurde als Anwalt in Dresden zugelassen, im Krieg zog ihn die Wehrmacht ein. Der passionierte Bergsteiger diente in einer Gebirgsjäger-Division, bis er sich bei einem Dienstunfall schwer verletzte.
Nollau ließ sich im Sommer 1942 in Krakau als Rechtsanwalt, später auch als Notar nieder. "In der Hauptsache". erinnert er sich, "habe ich mich als Strafverteidiger in politischen Verfahren betätigt." Zuvor hatte er sich allerdings der herrschenden Partei verbunden: Seit Jahresanfang trug Parteigenosse Nr. 8974972 das NS-Abzeichen. Er weiß heute: "Das war kerne Heldentat, aber ich wollte nicht ewig Hilfsarbeiter bleiben. Vielleicht ist das menschlich verständlich."
Anfang 1945 nach Dresden zurückgekehrt, machte sich der Advokat im alsbald sowjetisch besetzten Sachsen um die ersten Opfer der neuen Herren verdient. Die Praxis des nun CDU-Mitglieds Nollau in der Dresdener Friedrich-Engels-Straße wurde zu einer Zufluchtstätte politisch Verfolgter. Ob Sozialdemokraten oder Christen -- jeder gab den Tip weiter: Nollau hilft.
Manchen seiner Mandanten konnte Nollau vor den Gefängnissen des Ulbricht-Regimes bewahren. Er war, lobte der evangelische Synodalpräses Reimar Mager, "in letzter Hingabe um unsere Leute bemüht", und auch die Berliner SPD-Zentrale hörte, Advokat Nollau setze sich für Sozialdemokraten ein, die sich der Zwangsvereinigung von KPD und SPD widersetzt halten.
Willy Brandt ließ ihn nach West-Berlin bitten. Nollau: "Ich wußte gar nicht, wer Brandt war. Aber ich fuhr hin, obgleich ich riskierte, nach Sibirien verschickt zu werden.
Die beiden Männer verstanden sich auf Anhieb; von Stund an nahm sich Nollau bedrängter Sozialdemokraten besonders an. Lange jedoch ließ ihn der Ost-Berliner Staatssicherheitsdienst nicht gewähren. Nollau wurde verhaftet (und kurz darauf wieder entlassen), weil er einem Mandanten ein Stück Kuchen in die Zelle gebracht hatte. Dann, am 18. März 1950. erschien der Stasi-Beamte Mohr in Nollaus Kanzlei und forderte ihn auf, zu einer Zeugenvernehmung auf das Polizeipräsidium zu kommen. Die Regime-Wächter hatten eine Chance erspäht, den lästigen Verteidiger endgültig auszuschalten.
Stasi-Fahnder waren auf die Akten eines Mordfalles gestoßen, der sich im Frühjahr 1946 im Gebiet oberhalb Glashütte bei Königsbrück in Sachsen zugetragen hatte. Bei einer unerlaubten Jagd, an der auch Nollau und ein mit ihm befreundeter Arzt teilgenommen hatten, war ein Mann getötet worden -- mit einem Hirschfänger, den Nollau einmal seinem Freund geschenkt hatte.
Der Freund wurde verhaftet, doch ihm konnte nichts nachgewiesen werden. Jahrelang ruhten die Ermittlungen. Jetzt aber richtete der Stasi seinen Verdacht gegen Nollau und lastete ihm eine Mittäterschaft an.
Der Anwalt ließ Stasi-Mohr unter dem Vorwand, er wolle nur im Nebenzimmer seinen Mantel holen, im Flur warten, erreichte den Hinterausgang des Hauses und fuhr nach West-Berlin.
Doch der Staatssicherheitsdienst gab nicht auf. Er erwirkte von der Dresdener Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl und sandte ihn den West-Berliner Justizbehörden mit der Forderung zu, den Tatverdächtigen Nollau an die DDR auszuliefern. Nollau: "Der Haftbefehl war so konfus und schlecht begründet. daß der West-Berliner Richter ihn nicht vollstreckte, sondern die Dresdener Akte anforderte. Diese Akten sind in West-Berlin nie angelangt."
Für den DDR-Flüchtling ein neues Aktionsfeld.
Nollau war frei, doch das Berlin des Kalten Krieges bot dem Anwalt kein Betätigungsfeld. Der von Geheimdiensten und Polit-Propagandisten betriebene Untergrundkampf zwischen West und Ost lockte den Flüchtling in seinen Dienst; beziehungsreiche V -Männer empfahlen Nollau an den "Untersuchungsausschuß Freiheitlicher Juristen", eine vom US-Geheimdienst subventionierte und gesteuerte Privatorganisation deutscher Antikommunisten.
"Ehrenamtlich und ohne Bezahlung" (Nollau) verbesserte er die DDR-Kontakte des Ausschusses, zuweilen "habe ich auch interne Berichte erstellt". Die Organisation revanchierte sich: Im Sommer 1950 konnten Ehefrau Irmgard und die drei Töchter Sabine, Sybille und Franziska die Demarkationslinie passieren.
Lange hielt es Nollau bei den freiheitlichen Juristen nicht. Er heuerte beim Rias an, mußte jedoch den US-Sender (angeblich wegen allzu großer Neugierde für fremde Schreibtische) schon nach wenigen Tagen wieder verlassen. Nollau gibt zu: "Es kam zu keinem Arbeitsverhältnis."
Freunde öffneten Nollau im September 1950 ein neues Aktionsfeld: im just gegründeten Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln.
Im gleichen Monat, in dem Nollau nach Köln übersiedelte, beschloß der Bundestag ein Gesetz, das die Errichtung einer Staatsschutzbehörde ("Verfassungsschutz") vorsah. Aufgabe des dem Bundesinnenministerium unterstellten BfV: "Sammlung und Auswertung von Auskünften, Nachrichten ... über Bestrebungen, die eine Aufhebung, Änderung oder Störung der verfassungsmäßigen Ordnung zum Ziele haben".
Die Errichtung der Verfassungsschutz-Ämter in Bund und Ländern rief einen Konkurrenten auf den Plan: Hitlers ehemaligen Feindaufklärungs-General Reinhard Gehlen, Chef eines aus einstigen Wehrmachtsoffizieren und Gestapo-Beamten rekrutierten deutschamerikanischen Geheimdienstes ("Organisation Gehlen").
Der Org-Chef sah einen Lebenstraum bedroht -- er wollte Westdeutschlands Geheimdienst-Boß werden, seine Organisation in den bundesdeutschen Staatsdienst überführen. Die Verfassungsschützer aber unterminierten Gehlens nachrichtendienstliche Monopolstellung, die er sich nach 1945 mit Hilfe der US-Besatzer gesichert hatte. Zug um Zug verdrängten die Verfassungsschützer die Gehlen-Leute aus der Inland-Aufklärung.
Noch war umstritten, wem die Spionageabwehr zustehe, da übernahmen die Verfassungsschützer die Führung der Agentenjagd. Das Kölner Bundesamt schuf Bundesnachrichtenstellen in Lübeck, Hannover, Kassel, München und West-Berlin, zugleich begannen die Landesämter Spione zu oberservieren.
Der Verfassungsschutz war bereits zu stark, um von der Gehlen-Organisation noch unterlaufen werden zu können. Dennoch wollte Gehlen den Einfluß der Verfassungsschützer eindämmen -- durch eine Allianz mit Kanzler Konrad Adenauer, dem sich die Org als eine Art privater Geheimdienst anbot. Der Kanzler, stets an Herrschaftswissen interessiert, spielte die Gehlen-Organisation nicht ungern gegen den Verfassungsschutz aus.
Ein geheimdienstlicher Heckenschützenkrieg begann, in dem sich die Interessen der Besatzungsmächte mit dem Ehrgeiz deutscher Geheimdienstler und Politiker zu einem hochbrisanten Gemisch verbanden. Nicht selten operierten Amerikas CIA und die ultrakonservativen Org-Offiziere gegen den vielfach sozialdemokratisch beeinflußten Verfassungsschutz, der sich wiederum britischer Unterstützung erfreute.
Immer aber gehörte es dabei zu den Kampfmitteln, den Konkurrenten in den Geruch ideologischer Unzuverlässigkeit zu bringen. Anfang 1952 ersuchte Adenauer den Org-Chef, er möge nachforschen lassen, ob es zutreffe, daß BfV-Präsident Otto John Kontakt zur DDR unterhalte. Als der Verfassungsschutz Ende 1953 eine von Adenauer gewünschte Liste kommunistischer Agenten nicht liefern konnte, ging der Auftrag an Gehlen -- der lieferte prompt.
Nicht ohne Erregung beobachtete BfV-Auswerter Nollau die Kampagne des Gehlen-Dienstes. Immer wieder bestärkte er seinen schwankenden Präsidenten im Kampf gegen Gehlens ewiggestrige Ex-Militärs.
John schloß sich dem Ratgeber Nollau enger an, er mochte ihn. Nach Johns spektakulärem übertritt ins östliche Lager diktierte der Ost-West-Wechsler seinen KGB-Vernehmern ins Protokoll, Dr. Nollau sei ein zuverlässiger Gegner der westdeutschen Remilitarisierung und kämpfe wie er gegen den Bonner Rechtskurs an.
Nollau fühlte sich im BfV isoliert, seine Karriere stagnierte. Er vermutet, die Mord-Story des DDR-Staatssicherheitsdienstes habe ihm noch jahrelang angehangen: "Beweisen Sie einmal, daß Sie 1950 niemanden umgebracht haben." Die Kollegen in der Auswertungs-Abteilung kannten eine andere, eine entscheidende Schwäche Nollaus: seine Privatverbindungen in die DDR.
Schon damals erschien es manchem Verfassungsschützer gefährlich, einen Mann mit engen Verwandtschaftsbeziehungen zum Osten auf hohe BfV-Posten zu hieven -- er konnte allzu leicht unter den Druck des Stasi geraten. Tatsächlich fühlte sich Nollau 1953 vom DDR-Geheimdienst angesprochen: Nollau-Bruder Peter, Zahnarzt in der DDR, "sollte mich aufsuchen und mich umdrehen", weiß der Verfassungsschutz-Chef. Günther Nollau legte John einen Warnbrief des Zahnarztes vor. Das BW beschloß später, den bedrängten Nollau-Bruder in einer Nacht- und-Nebel-Operation aus der DDR herausholen zu lassen -- ein Gunstbeweis für den Auswerter, der niedere Chargen schwer verstimmte.
Nollau: "Weil Peter seine Existenz verlor, hat man ihm Geld gegeben" -- 10 000 Mark aus der Kasse des Bundesinnenministeriums.
Doch der erwartete Karrieresprung Nollaus blieb aus, denn die BfV-Krise nach der Flucht Johns im Juli 1954 tangierte auch ihn, zumal Nollau maßgeblich die -- unhaltbare -- These des Bundesinnenministeriums mitformuliert hatte, John sei "das Opfer einer Entführung" geworden.
"Wenn es etwas gab, rief ich Wehner an."
Der Fall John, triumphierte Gehlen in der Pullacher Führungsrunde, beweise, daß allein der deutsche Offizier den bundesdeutschen Staat schützen könne. Der Gehlen-Apparat wurde dem Kanzleramt unterstellt; nur noch den BND-Meldungen schienen Adenauer und sein Staatssekretär Hans Globke zu vertrauen.
Mochte auch der CDU-nahe Generalstaatsanwalt Hubert Schrübbers die Leitung des BW übernehmen -- lange Jahre litt das Bundesamt unter dem Mißtrauen des Kanzleramtes. Erst allmählich gewann das Bundesamt wieder Konturen.
Mit seinem wachsenden Prestige stieg auch der Einfluß Nollaus, der 1957 an die Spitze der für die Bekämpfung des Linksradikalismus zuständigen Abteilung III kam. Aus jener Zeit datiert Nollaus Kontakt zu einem Mann, der ihn wie kein anderer fördert: SPD-Vize Herbert Wehner. "Ich habe Grund zu der Annahme", so Nollau, "daß ich das Vertrauen Wehners besitze."
Der Verdacht, rote Agenten unterwanderten die SPD, hatte die beiden Männer 1960 zusammengeführt. Von da an versorgte Nollau den SPD-Mann mit Spezialinformationen des BfV über verdächtige Genossen. Nollau: "Ich rief Wehner immer an, wenn es etwas gab, was die Sicherheit der SPD betraf."
Später waren es nicht nur Sicherheitsfragen, die Wehner und Nollau miteinander verbanden, sondern auch der gemeinsame Haß gegen Gehlens BND, Kaum ein anderer bundesdeutscher Politiker hatte dringenderen Anlaß als Herbert Wehner, die Aktivitäten des BND zu beklagen: Wiederholt fühlte er sich von Gehlen-Agenten observiert.
Zehn BND-Generale drohten mit Kündigung.
In der Tat hatten Gehlens Agenten Order, alles zu sammeln, was über die konspirative Tätigkeit des 1942 in Schweden wegen Agententätigkeit verurteilten Komintern -Beauftragten Herbert Wehner alias Kurt Funk aufzutreiben war. Die Agenten-Meldungen nährten in Gehlen den -- unzutreffenden -- Verdacht, Wehner habe im Zweiten Weltkrieg der kommunistischen Spionageorganisation "Rote Kapelle" angehört. Von hier führte ein direkter Weg zu einer noch aberwitzigeren Vorstellung, der damals mancher in der Pullacher BND-Zentrale anhing: In Wahrheit sei der Ex-Kommunist der große Unbekannte unter den in Westdeutschland agierenden Perspektiv-Agenten Moskaus.
Sachte förderte Wehner die Karriere Nollaus, um ihn als möglichen Gehlen-Nachfolger oder zumindest als BND-Vizepräsidenten aufzubauen. Kaum hatte sich die SPD 1966 mit der CDU zur Großen Koalition formiert, da avancierte der Wehner-Favorit zum Vizepräsidenten des BfV. Nunmehr Herr über alle operativen Abteilungen des Bundesamtes, konnte sich Nollau als Nachrichtendienst-Chef bewähren -- Sprungbrett für den Griff nach Pullach.
Als das Kanzleramt im Sommer 1967 Nachfolger für den amtsmüden Gehlen und für den ausgeschiedenen BND-Vizepräsidenten suchte, kam zum erstenmal Nollaus Stunde. Prompt erhob die SPD -- gegen den Widerstand der Pullacher -- den Anspruch, den Posten des Vizepräsidenten mit einem Mann ihres Vertrauens zu besetzen,
Nollaus Autoren-Ehrgeiz aber ramponierte die eigene Kandidatur. Ohne Wissen des Bundesinnenministers Lücke, seines obersten Dienstherrn, veröffentlichte Nollau im "Stern" einen Artikel, in dem er die kecke These vertrat, aus dem Osten drohe keine Gefahr mehr und daher könne man Haushaltsdefizite aus dem Verteidigungsetat decken.
Ärgerlich stellte CDU-Mann Lücke seinen zweithöchsten Verfassungsschützer zur Rede und ließ öffentlich mitteilen, Nollaus Auffassung "deckt sich in wesentlichen Punkten nicht mit der Auffassung des Bundesministers des Innern". Gehlen aber nutzte den Eklat, um in Bonn offiziell gegen die Nollau-Kandidatur vorstellig zu werden. Der BfV-Vizepräsident, so Gehlen, erfülle -- überhaupt nicht die Sicherheitsvorschriften des BND -- eine deutliche Anspielung auf Nollaus verwandtschaftliche Beziehungen zur DDR, wo bis zu ihrem Tode vor drei Monaten seine Mutter noch lebte.
Doch Wehner ließ nicht locker. Ohne den geringsten Sinn für die Imponderabilien, die der Übernahme eines Geheimdienstes durch das Führungspersonal der Konkurrenz entgegenstehen, forcierte der SPD-Vize zwei Jahre später erneut die Kandidatur Nollaus. Diesmal sollte der Verfassungsschützer gleich den Präsidentenstuhl des BND bekommen.
Die Freunde des neuen BND-Chefs Gerhard Wessel muckten auf: Werde der Chef abberufen, so drohten sie, würden alle führenden Militärs in Pullach, darunter zehn Generale und rund 50 Obristen, vor Nollaus Ankunft den Dienst quittieren.
Die Anti-Nollau-Bewegung wurde so laut, daß Kanzleramts-Minister Horst Ehmke im Frühjahr 1970 den Lieblingsplan Wehners killte. Wessel blieb auf seinem Posten. Wehner hielt es daraufhin für opportun, den bloßgestellten Nollau aus der Schußlinie zu entfernen: lm September wechselte Nollau als Leiter der Abteilung für öffentliche Sicherheit ins Bundesinnenministerium.
Gleichwohl geriet das Gespann Wehner/Nollau auf die schwarze Liste der Gehlen-Freunde, denn inzwischen hatte Ehmke mit der ihm eigenen Robustheit begonnen, den BND zu säubern: Er schob einen SPD-Funktionär seiner Wahl, den Hamburger Dieter Blötz, auf den Posten des Vizepräsidenten, bestellte zwei neue Abteilungsleiter, drängte die Altvordern des Dienstes aus dem BND hinaus.
Verbittert sammelten sich die Hinausgesäuberten zum Gegenschlag. Angeführt von dem Pensionär Gehlen. der in Bonns neuer Ostpolitik Verrat am Westen witterte, liierten sich die Ehemaligen mit den noch im BND tätigen Gesinnung freunden und spielten ihre alten Beziehungen zur CSU des Franz Josef Strauß aus.
Die "CSU-Seilschaft" (BND-Jargon) trat erneut in Aktion. Um den entlassenen BND-Sachbearbeiter Berno von Wickede sammelten sich in München zwölf Ehmke-Opfer aus Pullach: auch der zwangspensionierte Gehlen-Vertraute Wolfgang Langkau, Brigadegeneral und ehedem Leiter des Strategischen Dienstes im BND, mischte kräftig mit. Er hält im Auftrag der Münchner Rebellen Kontakt zu dem Altpräsidenten Gehlen.
Der BND-Gründer wiederum knüpfte Verbindungen zu "Quick" und anderen Rechtspostillen an. auch ZDF-Löwenthal war mit von der Partie. Bevorzugte Zielscheiben: Wehner und sein Günstling Nollau.
Sie konnten sich dabei einer sympathisierenden Gruppe in der Deutschland-Residentur der CIA und ihrer bayrischen Außenstellen sicher sein. Dort glauben militante Antikommunisten schon seit Jahren an das finstere Wehner-Komplott.
Bereits 1968 reichte der Leiter der CIA-Außenstelle Würzburg ein Studienpapier in CSU-Kreisen herum, in dem offen der Verdacht ausgesprochen wurde, der Wehner-Gehilfe Nollau sei ein Konfident östlicher Geheimdienste, CIA-Agenten schickten zudem Berichte über angebliche Kontakte Wehners zu sowjetischen Geheimdienststellen an ihre Vorgesetzten.
Die CIA-Residenten in Schweden erhielten Order, über die Aktivitäten des Schweden-Reisenden Wehner zu berichten. Schwedens Reichspolizei wurde eingeschaltet. im Januar 1970 mußte Wehner nach einer Skandinavien-Reise in der Grenzstation Trälleborg vor schwedischen Zollbeamten sein Auto ausräumen und alles Gepäck öffnen. Begründung eines Zöllners: Wehner wechsle auffällig oft über die schwedische Grenze.
"Die heiße Kartoffel fassen wir nicht an."
Der Vorfall erregte derartiges Aufsehen, daß die CIA sich nach neuen Helfern umsah. lm Frühjahr 1970 lief in der Beschaffungs-Abteilung des BND ein schriftliches Amtshilfe-Ersuchen der CIA-Zentrale ein, dem die Pullacher entnahmen, Wehner sei ein östlicher Einfluß-Agent und konspiriere in seinem schwedischen Urlaubsdomizil auf der Insel Öland mit KGB-Beauftragten. Die CIA bat, der BND möge die Beschattung Wehners übernehmen.
BND-Chefbeschatter Winterstein
Ehmke im Sinn -- erschrak. Auf einer Konferenz in Pullach entschied er: "Meine Herren, das ist eine heiße Kartoffel. Die fassen wir nicht an." Winterstein sorgte dafür, daß die CIA-Epistel dem Zerreißwolf des Bundesnachrichtendienstes überantwortet wurde.
Wintersteins Ex-Kollegen waren weniger zurückhaltend. Über rechte Fernsehkanäle und Zeitungsspalten drang immer wieder ins Volk, Sicherheitsrisiken wie Wehner und Nollau dürften nicht den Staatsschutz kommandieren. Straußens "Bayernkurier" gab die Parole aus: "Vor Nollau wird gewarnt."
Die Freunde und Vorgesetzten Notlaus aber setzten ihn ungewollt immer schärferen Attacken der Münchner BND- und CIA-Mafia aus. Statt Nollau im Bundesinnenministerium zu belassen, führte ihn die wunderliche Proporz-Strategie von Innenminister Genscher 1972 wieder in den Verfassungsschutz zurück -- als Präsidenten des BfV.
"Da kommen noch andere Sachen hoch."
Der FDP-Mann Werner Smoydzin, Vizepräsident des BfV, mußte einem CDU-Mann aus dem Innenministerium weichen, damit der SPD-Sympathisant Nollau ins Chefzimmer konnte. Das aber brachte Nollau erneut in die Schußlinie seiner Gegner, die offenlegten, was die Achillesferse des Günther Nollau ist und bleibt.
Er wäre niemals BfV-Präsident geworden, hätte die Bundesregierung ihre eigenen 1971 erlassenen "Richtlinien für die Sicherheitsüberprüfung von Bundesbediensteten" ernst genommen. Danach kann nicht "mit einer sicherheitsempfindlichen Tätigkeit betraut" werden, wer "im kommunistischen Machtbereich wohnende nahe Angehörige oder andere Beziehungen in den kommunistischen Machtbereich" hat. Nollau aber hatte Verwandte in der DDR. Formal ist er ein Sicherheitsrisiko -- das freilich wären dann auch, bei penibler Regelauslegung, Ex-DDR-Bürger wie Genscher und der Staatssekretär Baum.
So überraschend, wie sie die Bonner Regenten dann am Mittwoch letzter Woche traf, kam die "Capital"-Affäre für die Sozialliberalen gleichwohl nicht. Schon Mitte Mai, Brandt war im Gefolge des Guillaume-Spektakels gerade zurückgetreten, fürchteten die Genossen eine neue "Bombe" (SPD-Bundesgeschäftsführer Holger Börner).
Nach damals in Bonn kursierenden Gerüchten und alarmierenden Andeutungen in Springer-Blättern, Ostfreund Brandt könne möglicherweise ein Landesverratsprozeß angehängt werden, entschloß sich der aufgeregte Börner (Parteispitzname "Baby Doc") zur Vorwärtsverteidigung. In seiner Not tönte er am 14. Mai in einer Mitteilung des Parteivorstands: "Die Hetzkampagne ... geht weiter. Nach meinen Informationen ist den Initiatoren und Hintermännern der wochenlangen Hetzkampagne kein Mittel zu verwerflich
die Politik Willy Brandts zu diffamieren und dies auf die neue Bundesregierung unter Helmut Schmidt noch vor Übernahme ihrer Amtsgeschäfte auszudehnen."
Die SPD-Zentrale rüstete sich am Mittwoch vorletzter Woche auf einen Doppelschlag von Löwenthals TV-Magazin und nachfolgender Springer-Veröffentlichung. Am Mittwochnachmittag legten sich führende SPD-Funktionäre zu Bett und schliefen auf Vorrat, um für den erwarteten Endkampf in der Nacht nach Löwenthals Sendung fit zu sein. Im Parteihauptquartier wurden Ampex-Geräte zur Aufzeichnung der Löwenthal-Geschichten installiert.
Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Heinz Kühn reiste als oberster Medienchef der SPD an, der nordrheinwestfälische Justizminister Diether Posser mußte sich als Mitglied des ZDF-Fernsehrates zur Gegenattacke bereithalten.
Doch die Löwenthal-Show enttäuschte die Erwartungen bei Freund und Feind. Es kam nichts gegen die Sozialdemokraten, die zumindest "neue Weibergeschichten" über Brandt (ein Spitzenfunktionär) aus dem schwarzen Kanal befürchtet hatten. Kühn verabschiedete sich, fast enttäuscht: "Ein vertaner Abend."
Um so verschreckter reagierten die Genossen, als Strauß am vergangenen Dienstag im Parlament seine Fragen nach den Lecks in Bonn während der Viermächte-Verhandlungen stellte und anderntags die "Capital"-Meldung die Runde machte. Doch wieder war es blinder Alarm -- was die Genossen nicht an der Überzeugung hindert, "daß es da einen Operateur im Hintergrund gibt, der die ganze Aktion gegen uns steuert. Der sitzt mit dem Drehbuch in der Hand und hakt ab (ein Spitzenfunktionär).
Die SPD-Zentrale erwartet denn auch, daß die Verleumdungskampagne weitergeht, "zumindest bis zu den Niedersachsen-Wahlen am 9. Juni", so der Vorstandsgehilfe: "Da kommen noch Sachen hoch wegen der Affäre Steiner, da kommt noch was hoch, daß die SPD die ganze Bundesrepublik an den Osten verraten und verkaufen wolle."
Und auch Verfassungsschutz-Chef Nollau schließt nicht mehr aus, daß es nach der "Capital"-Story noch dicker kommt. Am vergangenen Freitag, nach seinem SPIEGEL-Gespräch, brach er von Bad Tölz aus zu einer Bergtour auf -- jederzeit, selbst vom höchsten Gipfel, per Funk zur Rückkehr abrufbar. Nollau über seine Ausrüstung, die ihn für dringende Gespräche aus Bonn ans Telephon rufen soll: "Ich habe ein kleines Gerät in der Hose, das macht dann piep, piep."
Doch als am Freitagnachmittag der Kölner Anwalt Dietmar Artzinger-Bolten zu seinem Mandanten Nollau Kontakt aufnehmen wollte, weil die Unterlagen für den beantragten Erlaß einer einstweiligen Verfügung gegen "Capital" nicht ausreichten, blieb er ohne Antwort, Nollaus Piepmatz blieb stumm. Das Kölner Landgericht vertagte die Entscheidung.

DER SPIEGEL 22/1974
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