17.09.1973

Kunst: Volterra macht die Straße frei

Um die "kulturelle Isolierung zu durchbrechen, die für Italiens mittelalterliche Stadtkerne typisch" ist, hat Mario Giustarini, Bürgermeister der toskanischen Alt-Stadt Volterra, Straßen und Plätze seiner Kommune rund dreißig Künstlern freigemacht. Vor der leise vergammelnden Nobel-Kulisse von Palästen, alten Mauern und Türmen machen sich moderne Skulpturen und Objekte so befremdlich aus, daß Kunstkritiker (mal wieder) eine "neue Beziehung zwischen Kunstwerk, Publikum und Umwelt" erhoffen

beispielsweise durch die Dekoration des Baptisteriums von Volterra: Der Japaner Shu Takabashi behängte die romanische Taufkirche mit riesigen, farbigen Phallus-Gebilden. Dem Orts-Geist huldigt am treffendsten der römische Künstler Fabio de Sanctis: Zur Park-Ausstellung (verkehrspolizeilicher Hinweis: "Parkung verboten aus dem ganze Platz") in dem für seine Alabaster-Produktion berühmten Volterra montierte er einem in Rom gemeldeten Mercedes ein neues rechtes Vorderrad -- aus Alabaster.


DER SPIEGEL 38/1973
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.

DER SPIEGEL 38/1973
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Kunst: Volterra macht die Straße frei