26.02.1973

BERUFLICHESConrad Ahlers

Conrad Ahlers, 50, Ex-Presseamts-Staatssekretar, sozialdemokratischer Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Verteidigungsausschusses, fand einen weiteren Job. Der frühere Regierungssprecher. der sich bereits als Kolumnist der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", der "Rhein-Zeitung". des Berliner "Abend" und der industriefreundlichen "Wirtschaftswoche" journalistisch wieder ins Geschäft gebracht hat, wirbt künftig für die Essener Krupp-Stiftung. Ahlers hat in der -- von Berthold Beitz geleiteten -- Stiftung die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit übernommen. Die Stiftung hat zuletzt jährlich rund fünf Millionen für gemeinnützige Zwecke ausgegeben, so unter anderem künstliche Nieren für verschiedene Krankenhäuser angeschafft.
Louis Patrick Gray, 56, (seit dem Tod J. Edgar Hoovers im Mai vorigen Jahres) kommissarischer Chef der US-Bundespolizei FBI, muß seine Stellung verteidigen -- wegen zu guter Beziehungen. Nachdem Präsident Richard Nixon vorletzten Sonnabend dem mit ihm befreundeten pensionierten Marineoffizier die endgültige Ernennung zum obersten Bundespolizisten mitgeteilt hat (die noch vom Senat abgesegnet werden muß), erhebt die demokratische Opposition Einspruch gegen die Bestallung des konservativen Law-and-order-Republikaners. "Heftigsten Widerstand" kündigte Senator Robert Byrd an, weil das FBI zur "politischen Waffe der Administration" werde und Gray eine zwielichtige Rolle bei der lückenhaften Aufklärung der "Watergate-Affäre" (dem Einbruch ins Demokraten-Hauptquartier während des Wahlkampfs) gespielt habe. In Washington rechnet man deshalb damit, daß die Befragung Grays durch den Senat, die in etwa zwei Wochen beginnen soll, zu einem Watergate-Tribunal wird -- und mithin der erste ernsthafte Konflikt zwischen Senat und Weißem Haus in Nixons zweiter Amtsperiode bereits terminiert ist.
Lisette Malidor, 26 (r.), Star aus Martinique im "Casino de Paris", tanzt einem neuen Höhepunkt entgegen. Die ehemalige Programmverkäuferin, die seit zwei Jahren in Frankreichs berühmtem Nachtklub auftritt, soll ab nächstem Jahr die Rolle ihrer Chefin übernehmen: Zizi Jeanmaire, 48 (l.), "singende und tanzende Charmewolke" ("Bild am Sonntag") und Mittelpunkt ihrer eigenen Show (Titel: "Zizi, je t'aime"), will sich dann zurückziehen und mit ihrem Mann, dem Regisseur Roland Petit, ausschließlich das Revue-Theater leiten. Nachfolgerin Lisette, von ihren Kolleginnen als "schönste Schwarze von Paris" gefeiert: "Ich habe mich nie besonders schön gefunden und hoffe auch nie, mich im Aussehen zu verändern."

DER SPIEGEL 9/1973
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BERUFLICHES:
Conrad Ahlers

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