DER SPIEGEL



17. Oktober 2005 Betr.: Steuerbetrug

Als die SPIEGEL-Redakteure Stefan Berg, 41, Jürgen Dahlkamp, 40, und Felix Kurz, 52, Hinweisen auf eine besondere Form des Steuerbetrugs nachgingen, ahnten sie zunächst nicht, welche Dimension des Verbrechens sich ihnen auftun würde: Insgesamt bald fünf Milliarden Euro kassieren international operierende Täter alljährlich vom deutschen Fiskus, indem sie sich, etwa im Autohandel, eine Mehrwertsteuer erstatten lassen, die nie gezahlt wurde. Dabei werden sie in einem Netz von Tarn- und Scheinfirmen oft zu Millionären, ehe sie untertauchen. Die SPIEGEL-Leute recherchierten in Luxemburg, Hessen und Brandenburg, und es kam vor, dass ein dubioser Firmeninhaber, den sie im westfälischen Herdecke zu seinen Taten befragen wollten, seinen Wohnsitz gewechselt hatte - ins Gefängnis. "Unglaublich" sei es, so SPIEGEL-Redakteur Berg, "wie simpel der Staat übers Ohr gehauen werden kann" (Seite 56).


DER SPIEGEL 42/2005
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