DER SPIEGEL



KRIEGSVERBRECHER I

KZ-Arzt in Spanien?

Auf der Suche nach dem letzten großen NS-Kriegsverbrecher ist die spanische Polizei auf eine heiße Spur gestoßen. Nach den Erkenntnissen von Ermittlern in Madrid hat ein Angehöriger des seit 43 Jahren flüchtigen ehemaligen Mauthausener KZ-Arztes Aribert Heim in den vergangenen fünf Jahren rund 300 000 Euro an einen Bekannten in Spanien überwiesen. Die Fahnder gehen nun dem Verdacht nach, dass zumindest ein Teil des Geldes dazu gedient habe, den "brutalsten KZ-Arzt neben Josef Mengele" (Nazi-Jäger Efraim Zuroff) im Alter finanziell zu unterstützen. Schon seit Mitte der achtziger Jahre war Spanien als Heims mögliches Versteck genannt worden, in den vergangenen Wochen hatte es immer mehr Hinweise darauf gegeben, dass er bis vor kurzem an der spanischen Mittelmeerküste nahe Dénia gelebt haben könnte. Die Ermittler kamen der Überweisung nach Spanien durch eine Geldwäscheverdachtsanzeige auf die Spur. So wurden im Jahr 2003 über mehrere Monate hinweg größere Summen via Western Union von Deutschland aus an einen ursprünglich aus Italien stammenden Freund der Familie in der Nähe der nordspanischen Stadt Girona transferiert - ein im europäischen Zahlungsverkehr wegen der hohen Kosten unüblicher Weg. In den ersten Monaten dieses Jahres flossen rund 10 000 Euro an den Italiener - angeblich im Zusammenhang mit dem Aufbau einer Galerie.


DER SPIEGEL 42/2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://corporate.spiegel.de finden Sie Angebote für die Nutzung von SPIEGEL-Content zur Informationsversorgung von Firmen, Organisationen, Bibliotheken und Journalisten.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.

DER SPIEGEL 42/2005

Titelbild

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!


Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Bei Spodats erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF

Artikel als PDF ansehen

KRIEGSVERBRECHER I:
KZ-Arzt in Spanien?

TOP



TOP