US-amerikanische Psychologen haben die Vorzüge des Videospielens entdeckt: Statt ihre am Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leidenden jugendlichen Patienten auf den Sportplatz zu schicken, verordnen sie ihnen mehrmals pro Woche mindestens halbstündige Sitzungen am Computer zu Hause. Ausgestattet sind sie mit einem Helm, der ihre Hirnströme misst und in einer "Smartbox" sammelt, die mit der Playstation verbunden ist. Wenn die Aufmerksamkeit des Spielers nachlässt, verringert die Box die Geschwindigkeit des Spiels und macht den Spieler darauf aufmerksam, dass er abschweift. Konzentriert der sich, kann er das Spiel im alten Tempo fortsetzen. Online kann der Arzt diesen Prozess verfolgen. Über 50 US-Kliniken arbeiten inzwischen mit dem von der Pilotenausbildung bei der Nasa abgeleiteten System. Gelingt die Videotherapie, verbessert sich - so die Annahme - die Konzentration des Kindes auch in Schulstunden, beim Bücherlesen und beim Fußballspielen.
DER SPIEGEL 42/2005
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