Eisbären verjagt man, indem man auf sie zugeht und dabei Töpfe aneinander schlägt. Viel mehr wusste die Britin Marie Tièche, 47, nicht von der arktischen Eiswüste, als sie den deutschen Forscher Hauke Trinks, 62, dorthin begleitete. In eine Hütte ohne fließend Wasser und Elektrizität, mit zwei Huskys als Schutz - und ohne Möglichkeit, das Experiment abzubrechen. "Wir werden uns entweder hassen, gute Freunde werden oder uns unsterblich ineinander verlieben", prophezeite Trinks. Über ihr Jahr in der verlassenen Forschungsstation von Kinnvika (Spitzbergen) hat die Fachfrau für Oldtimer nun ein Buch geschrieben, das die eigene Abenteuerlust nicht verklärt, sondern mit britischem Humor auf Distanz hält. Mann-Frau-Missverständnisse, zeigt Tièche, machen auch vor dem Nordpol nicht halt. Dass der gern dozierende Trinks durch eine schwere Erkältung für länger seine Stimme verliert, darüber ist Tièche dann auch "nicht unglücklich". Am Ende hält sich das Paar an das Sportlerwort: Never change a winning team. Gerade sind die beiden von einem Segeltörn nach Island zurück.
DER SPIEGEL 42/2005
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