Milton Obote , 80. Der Diktator suchte sein Land gleich zweimal heim. Zwar führte er Uganda 1962 in die Unabhängigkeit, doch trieb er es schon bald in den wirtschaftlichen und politischen Ruin. Obote verstaatlichte ausländische Firmen und verbot alle Parteien außer der eigenen. Seine Gegner ließ er einsperren, foltern und ermorden. Der Herrscher stützte sich auf ein System von Günstlingen, die er mit Posten und Pfründen bei der Stange hielt. Sein politisches Ziehkind Idi Amin vertrieb ihn 1971 gewaltsam von der Macht. Der Analphabet entpuppte sich als noch skrupelloserer Despot. Bis zu 300 000 Ugander fielen seinen Mordbanden zum Opfer, bevor er selbst 1979 durch einen Putsch vertrieben wurde. Obote kehrte per Wahlfälschung zurück an die Regierung - und behielt die Methoden seines Vorgängers bei. Besonders brutal gingen seine Soldaten gegen die Anhänger des heutigen Präsidenten Yoweri Museveni vor. 1985 stürzte das Militär Obote erneut. Die letzten 20 Jahre seines Lebens verbrachte er im sambischen Exil. Milton Obote starb am 10. Oktober nach mehreren Schlaganfällen in Johannesburg an Nierenversagen.
DER SPIEGEL 42/2005
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