Arthur Henkel , 90. Mit Worten nahm der Heidelberger Germanist es genau. Untrüglicher Qualitätssinn und ein musisches Gehör für Poesie, trainiert beim genialen Max Kommerell, machten seine schmalen, profunden Studien zum gelehrten Lesegenuss. Obendrein leistete Henkel Pionierarbeit: In sieben Bänden edierte er die blitzgescheiten - und nicht selten kniffligen - Briefe von Johann Georg Hamann, Kants sprachgrüblerischem Widerpart in Königsberg; mit seinem Kollegen Albrecht Schöne erarbeitete er ein wegweisendes Handbuch barocker Sinnsprüche ("Emblemata"). Mittelpunkt in seinem literarischen Kosmos aber war und blieb Goethe, dessen Lehre von der "Entsagung" er schon 1954 in einem Buch erklärt hatte. Noch die Todesanzeige zitierte eine Strophe aus der Finalszene des "Faust". Arthur Henkel starb am 4. Oktober in Heidelberg.
DER SPIEGEL 42/2005
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