Julija Timoschenko , 44, Ikone der orangenen Revolution und Ex-Premierministerin der Ukraine, erhält Beifall auch von ganz unpolitischer Seite. Schon als sie zur Premierministerin gewählt wurde, trug sie slawisch Anmutendes, ein fischgrät-gemustertes graues Wollkleid mit Puffärmeln und schwarzen Borten und schwarzen Spitzenärmeln. Während russische Journalisten sie daraufhin als "Kaufmannstochter" denunzierten, wussten lokale Modeexperten ihren Stil als eine Mischung aus europäischen und slawischen Elementen zu deuten. Timoschenko habe "einige Tropfen Chanel auf den ukrainischen Borschtsch geträufelt". Sie gehe wählerisch und maßvoll um mit slawischen Stilelementen, schlüpfe aber doch ab und an in eine Art Nationaltracht. "Ich liebe Julija Timoschenko", schwärmte jetzt die Modedesignerin Olga Somaschenko, "sie trägt slawischen Stil, und ihr Anblick ist Propaganda für die Ukraine." Und die "International Herald Tribune" blickte schon mal in die Zukunft: Ihr "slawischer Stil, verstärkt durch ihren milchmädchenhaften Zopfhaarkranz", werde alsbald "die Plakate einer neuen Opposition schmücken".
DER SPIEGEL 42/2005
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