Nigel Short , 40, englischer Schach-Großmeister, nimmt für sich in Anspruch, den Ausgang der Weltmeisterschaft im argentinischen San Luis vergangene Woche maßgeblich beeinflusst zu haben. Der stets korrekte und höfliche Londoner - Ende der achtziger Jahre hinter Garri Kasparow und Anatolij Karpow Nummer drei der Bestenliste - fungierte bei den Titelkämpfen in Südamerika als eine Art Talisman des Überraschungssiegers Wesselin Topalow, 30. Denn, um eine Niederlage zu vermeiden, traf sich der in Spanien lebende Bulgare jeden Tag aufs Neue mit Short zum Mittagessen. Und immer wieder vollzog sich dabei ein Ritual, das den positiven Einfluss des Engländers bewahren sollte: Bevor der Gast sich an den Tisch setzte, rückte Topalow für Short den Stuhl zurecht, den der Manager des Bulgaren dann mit einer Serviette säuberte. Es half: Der abergläubische Schachprofi stand bereits am Donnerstag vorzeitig als neuer Champion fest.
DER SPIEGEL 42/2005
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