11.09.1972

DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

Montag, 11. 9.
8.00 Uhr. ZDF. Olympische Spiele (Farbe)
Berichte vom ersten Umlauf im Nationen-Preis der Springreiter. Entscheidung zwischen 15.30 Uhr und 18.30 Uhr. Anschließend eine "Bilanz von Glanz und Elend der Wettkämpfe". 19.30 Uhr Live-Übertragung der Schlußfeier im Olympia-Stadion.
16.20 Uhr. ARD. Wie sie sich sehen Für die Reihe "Schreib ein Stück" hatte der Südfunk vor drei Jahren Jugendliche animiert, sich in selbstgedrehten Spielszenen mit Themen wie Sexualität, Autorität, Alter und Tod auseinanderzusetzen. Mit einigen der damals ausgewählten Regie-Debütanten und deren Eltern will der Psychoanalytiker Tobias Brocher die damals angeschnittenen Probleme erneut diskutieren. Das Experiment wird an den folgenden drei Montagen fortgesetzt.
20.15 Uhr. ARD. Report (Farbe>
Moderator: Klaus Stephan. Im Gespräch mit dem Münchner Polizeipräsidenten Schreiber will Dagobert Lindlau ein "Psychogramm der drei inhaftierten Terroristen" entwerfen und für die Aufstellung eines Sonderkommandos zur Bekämpfung von Guerillas plädieren. Thilo Koch hat die "Olympia-Nachlese eines politischen Redakteurs" vorbereitet.
20.15 Uhr. WDR (III). The Juilliard School of Music (Farbe)
US-Reportage über Amerikas renommierteste Musik-Schule, an der unter anderen die Sängerin Leontyne Price und der Pianist Van Cliburn ausgebildet worden sind.
21.00 Uhr. ZDF. Eine Perle in der Krone (Farbe)
Das Kino-Epos (1971) über den Streik oberschlesischer Grubenarbeiter in den dreißiger Jahren, den Regisseur Kazimierz Kutz zum heroischen Kampf der Arbeiterklasse glorifiziert, zeigt das ZDF innerhalb seiner "Polnischen Woche" (siehe Seite 132).
21.50 Uhr. ARD. Im Familienkreis Fernsehspiel der britischen Boulevard-Autoren Keith Waterhouse und Willis Hall über eine junge Schwangere, die gegen den Moral-Kodex ihrer Spießer-Eltern rebelliert. Originalfassung mit deutschem Kommentar.
23.10 Uhr. ZDF. Der Internationale Kurzfilm
Drei Arbeiten der beiden britischen Regie-Exzentriker Richard Gibb und John Beech werden als deutsche Erstaufführungen vorgestellt.
Dienstag, 12. 9.
20.15 Uhr. ARD. Sommersprossen (Farbe)
Gast in der Personality-Show mit Elke Sommer ist Englands Star-Komiker Marty Feldman. Regie: Michael Pfleghar.
20.15 Uhr. ZDF. Polen und Deutsche -- 25 Jahre danach (Farbe)
In Gesprächen mit polnischen und westdeutschen Studenten, Arbeitern, Wissenschaftlern, Künstlern, Industriellen und Touristen erkannte der Warschauer ZDF-Korrespondent Helmut Lange, "wie schwierig es ist. über die Normalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen hinaus zu einer Aussöhnung zu kommen".
21.15 Uhr. ARD. Das letzte Paradies (Farbe)
Als "skurrile Satire auf jede Art von Heuchelei" interpretiert der Bayerische Rundfunk diesen fürs Fernsehen bearbeiteten Bühnenerstling des Kölner Theaterkritikers Andre Müller. Die Groteske um einen Zoo-Direktor. der die Schlemmer-Gelüste seiner Ehefrau durch nächtliche Raubzüge im Tiergehege befriedigt, war 1971 bei der Göttinger Uraufführung reichlich reserviert aufgenommen worden.
21.50 Uhr. ZDF. Aspekte (Farbe) Moderator: Reinhart Hoffmeister. Walther Schmieding interviewt Günter Graß über dessen "Tagebuch einer Schnecke". Danach wird die DDR-Autorin Christa Wolf porträtiert, die für ihren Roman "Nachdenken über Christa T." mit dem Wilhelm-Raabe-Preis der Stadt Braunschweig ausgezeichnet worden ist. In einem Film über ein Massentreffen von Wohnwagen-Fans im US-Staat Kentucky werden soziologische Ursachen der Camping-Ideologie erörtert.
22.50 Uhr. ZDF. Nachtstudio: Sascha oder Heie (Farbe)
Zu diesem halbdokumentarischen "Kamerafilm" über ein ausgeflipptes Studentenpaar, das durch Flucht in Insel-Idylle und Prostitution "gegen bürgerliche Leistungszwänge" revoltieren will. hat sich der Jungfilmer Hartmut Griesmayr durch Musils "Mann ohne Eigenschaften" inspirieren lassen.
Mittwoch, 13. 9.
20.15 Uhr. ARD. Im Brennpunkt: Schwarzer September 72 (Farbe) Zu den Hintergründen des Anschlags auf die israelische Olympia-Mannschaft sind Beiträge über die Ausbildung arabischer Terror-Kommandos, die politische Situation der Nahost-Staaten, das Ausländerrecht der Bundesrepublik sowie Gespräche mit Politikern geplant.
20.15 Uhr. ZDF Magazin (Farbe) Moderator: Gerhard Löwenthal.
21.00 Uhr. ZDF. Birkenhain (Farbe) Sensibler und poetischer als in seinen bisherigen Filmen präsentiert sich der polnische Regisseur Andrzej Wajda ("Asche und Diamant") in diesem Fernsehspiel, das er selbst als "Abschied von einer romantischen Filmauffassung" wertet. Mit melancholischen Landschaftsbildern und Psycho-Symbolik illustriert er die Geschichte eines schwindsüchtigen jungen Polen, der aus einem Schweizer Sanatorium zum Sterben in seine Heimat zurückkehrt.
22.50 Uhr. ARD. Ein finanzierter Selbstmord (Farbe)
Im Oktober 1968 ließ sich der englische Elektroingenieur Donald Crowhurst, von einer 42 000-Mark-Siegesprämie der "Sunday Times", der BBC und mehrerer Geschäftsleute verlockt, auf ein Abenteuer ein: Er startete in einem Dreirumpfboot zur Weltumseglung. Vom mysteriösen "Ende des Reklamehelden" -- die Jacht wurde neun Monate später bei den Azoren gefunden -- berichtet dieser britische Fernsehfilm.
Donnerstag, 14. 9.
18.20 Uhr. ARD. Sie -- er -- Es (Farbe)
Eine "Alternative zum Kunstkonsum für Privilegierte" möchte der NDR in seinem Nachmittagsmagazin vorführen: Einmal pro Woche werden Kinder aus einer Maischule in die Hamburger Kunsthalle gefahren, um dort durch die Betrachtung der Originale "Impulse für die eigene Kreativität zu bekommen".
20.15 Uhr. ARD. Fremde Bettgesellen (Farbe)
Hollywood-Komödie (1964) von Melvin Frank mit Gina Lollobrigida und Rock Hudson.
21.35 Uhr. ZDF. Kennzeichen D (Farbe)
Moderator: Hans Dieter Jaene. Angekündigt sind Berichte über Bundesminister Frankes Südkorea-Reise und den Besuch des polnischen Außenministers Olszowski. Außerdem geht es um die Differenzen zwischen DDR und Bundesrepublik bei den Verhandlungen über den Grundvertrag sowie den CDU-Vorwurf, durch Bonns Ostpolitik werde die DDR international aufgewertet.
21.50 Uhr. ARD. Pro und Contra
Geplant ist ein Streitgespräch zwischen dem Justizexperten des Südfunks, Rudolf Gebhardt, und dem Essener Rechtsanwalt Jürgen Glückert zur Kontroverse um die Berater-Verträge. Außerdem hat Emil Obermann den Bundestagspräsidenten von Hassel, den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Kühn und den früheren FDP Abgeordneten Kienbaum eingeladen.
Freitag, 15. 9.
20.15 Uhr. ZDF. Die Bilder laufen
Das Dokumentarspiel von Hans Georg Thiemt und Hans Dieter Schreeb will an die "abenteuerliche Gründerzeit des Kinos" erinnern, die 1895 in Frankreich mit der Erfindung eines "photographischen Momentapparates zur Erzielung einer Reihe von analytischen Bildern der Bewegung" begann.
21.45 Uhr. ZDF. Spurensicherung in Schlesien (Farbe)
Vom "enormen historischen Bewußtsein" der Polen und von der Erkenntnis, "daß die deutsche Vergangenheit in Schlesien nicht mehr bestritten ist", schwärmen die ZDF-Mitarbeiter Gottfried Kirchner und Wolfgang Kleist in ihrem Report über Kunst- und Denkmalspflege im heutigen Polen.
Samstag, 16. 9.
14.20 Uhr. ARD. Ingenieur? -- Bin doch nicht bescheuert! (Farbe) Wissenschaftler, Konstrukteure und Erfinder informieren in diesem NDR-Film, einem der raren Beispiele für praxisnahe Berufsberatung im Fernsehen, über Ausbildung und Aufstiegschancen für Ingenieure.
20.15 Uhr. ZDF. Ich hasse Montage Als "gagreiches Lustspiel mit Seitenhieben auf Polizei und Wirtschaftsbosse" Arbeitsmoral und Versorgungsschwierigkeiten" kündigt das ZDF diesen Kino-Schwank (1971) des in der Bundesrepublik wenig bekannten polnischen Regisseurs Tadeusz Chmielewski an. Deutsche Erstaufführung.
21.00 Uhr. WDR (III). Singt euren Zorn
Teil einer Polit-Filmserie" in der Yoshio Miyajima Aktivitäten der japanischen Apo dokumentiert hat. Im Mittelpunkt der vorliegenden Folge steht der Vietnam-Protest der japanischen Jugend.
22.00 Uhr. ARD. Vor dem neuen Tag Ein Film aus der Frühzeit von Marilyn Monroe" die in dieser von Fritz Lang 1952 in Amerika gedrehten Fischertragödie (Skript: Clifford Odet) am Ruin eines Skippers mitwirkt.
Sonntag, 17. 9.
12.00 Uhr. ZDF. Das Sonntagskonzert (Farbe)
In der Tafelmusik aus Mainz, bislang meist Arien, Märsche und Platzkonzerte" nun erstmals 50 Minuten lang Jazz und Rock. In einer Aufzeichnung vom Münchner Olympiade-Festival "Jazz Now" sind zu hören: das charles-Mingus-Sextett (USA), das Popmusik-Ensemble "Njemen" (Polen) und das internationale "Mahavishnu Orchestra" des Meistergitarristen John McLaughlin.
14.30 Uhr. ZDF. Wurzeln der Freiheit Erste Folge einer sechsteiligen Reihe. in der Historiker Rolf Ballmann das "Pauschal-Urteil korrigieren will". die "Deutschen seien zur Knechtschaft und Tyrannei veranlagt", für Freiheit und Demokratie dagegen "unbegabt". 15.05 Uhr. ZDF. Nach Polen reisen (Farbe)
Tips für westdeutsche Polen-Touristen. zusammengestellt von Joachim Jomeyer.
16.00 Uhr. WDR (III). Leoparden küßt man nicht
Howard-Hawks-Komödie (1938) mit Katherine Hepburn und Cary Grant. 21.00 Uhr. WDR (III). The Marty Feldman Comedy Machine (Farbe) Erste von neun Folgen aus der neuen Show des britischen Komikers.
21.15 Uhr. ZDF. Ost-West-Runde (Farbe)
Unter Leitung von Bernd Nielsen-Stokkeby diskutieren zum Abschluß der "Polnischen Woche" des ZDF Werner Marx (CDU), Herbert Wehner (SPD), zwei polnische Journalisten und Paul Wilhelm Wenger ("Rheinischer Merkur"). Thema: "Versöhnung mit Polen".
22.15 Uhr. ARD. Zu Protokoll (Farbe) Günter Gaus im Gespräch mit Rudolf Augstein.

DER SPIEGEL 38/1972
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