Zwei Huren aus Hannover haben in der vergangenen Woche gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig Angaben des Ex-VW-Managers Klaus-Joachim Gebauer bestätigt. Der 61-Jährige hatte ausgesagt, er habe eine der Frauen für Treffen mit dem früheren VW-Personalvorstand Peter Hartz in einer Braunschweiger Wohnung engagiert, die er auf VW-Kosten als Liebesnest umgebaut habe. Die andere Prostituierte habe an einem Urlaub mit dem Ex-Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert nach Fehmarn teilgenommen. Der Anwalt einer der Frauen bestätigt: "Meine Mandantin hat Hartz belastet." Hartz und
Volkert äußerten sich nicht zu den Vorwürfen. Die Aussagen waren zustande gekommen, nachdem die Steuerfahndung auf Strafverfahren gegen die Frauen verzichtet hatte. In einem anderen Punkt ist Gebauers Aussage möglicherweise unzutreffend. Er hatte von einer Sex-Party in Hannover im Rahmen eines Betriebsrätetreffens berichtet, an der unter anderem Volkert und die Betriebsräte und heutigen SPD-Politiker Hans-Jürgen Uhl und Günter Lenz teilgenommen hätten, was beide bestreiten. Die Feier mit mehreren Prostituierten habe 30 000 Mark gekostet und sei von VW bezahlt worden. Anhand seiner Kontenbelege rekonstruierte Gebauer, dass die Feier am 18. Oktober 2000 stattgefunden habe. Das Datum kann aber offensichtlich nicht stimmen, weil es zu diesem Zeitpunkt kein solches Betriebsrätetreffen in Hannover gab. Die Ermittler prüfen nun andere Daten. In Frage käme ein Treffen im November 1999 - dann allerdings wären die Untreuevorwürfe bereits verjährt.
DER SPIEGEL 44/2005
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