17.07.1972

DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

Montag, 17. 7.
20.15 Uhr. ARD. Report (Farbe)
Moderator: Klaus Stephan. Neben "einem aktuellen innenpolitischen Beitrag" hat das Magazin Filmberichte aus Nordirland angekündigt. Außerdem soll über "Ausbildungsbetrug" in einem nordrhein-westfälischen Kinderdorf berichtet werden: Vietnamesinnen, die als Krankengymnastinnen angelernt werden sollen, sind dort angeblich zum Putzdienst abgestellt.
20.15 Uhr. ZDF. Buschmänner der Kalahari (Farbe)
"Das Dunkel in unserer eigenen Vorgeschichte" will das ZDF mit diesem zweiteiligen Expeditionsbericht von Raoul Brunlinger aufhellen. Er beschreibt die (mit unserer Steinzeitkultur vergleichbare) soziale Ordnung und die Jagdrituale der südafrikanischen Ureinwohner in der Kalahari-Wüste. Fortsetzung: 24. Juli, 20.15 Uhr.
21.00 Uhr. ZDF. Das Spiel der Lüge Vom Franzosen Michel Deville eine leichtgewichtige Kino-Komödie (1961) um die Amouren von zwei Pariser Schwestern (Marina Vlady und Macha Meril).
21.45 Uhr. ARD. Der Film des Henkers (Farbe)
Mit Hilfe des Bundesfilmarchivs hat der Süddeutsche Rundfunk mehrere tausend Meter der im Auftrag von Goebbels gedrehten Dokumentaraufnahmen über die Volksgerichtshof- Prozesse nach dem 20. Juli zutage gefördert. Wolf von Tucher stellt in der 60-Minuten-Sendung die bislang unbekannten Ausschnitte vor.
23.15 Uhr. ARD. Das Mädchen Lone Mit improvisierten Dialogen und bewegten Handkamera-Bildern bieten die Dänen Franz Ernst (Regie) und Charlotte Strandgaard (Manuskript) eine fiktive Fall-Studie als soziales Lehrstück an: Lone, 16jährige Tochter einer unverheirateten Alkoholikerin, flieht aus einem Heim und geht nach einer verpfuschten Abtreibung am Unverständnis ihrer Umwelt zugrunde. In der Titelrolle des 1970 gedrehten Films: Pernille Klövedal (Photo).
Dienstag, 18. 7.
16.55 Uhr. ARD. Trummi kaputt (Farbe)
"Emanzipatorisches Kindertheater" wollen Volker Ludwig und sein Team im "Gripstheater" des Berliner Reichskabaretts machen. Ihr zweiteiliges neuestes Stück (Fortsetzung: 19. Juli, 17.05 Uhr) soll jungen Zuschauern klarmachen, "daß Konsumzwang ein Trick ist, um Unternehmer immer reicher zu machen" -- mit der Geschichte vom Spielzeugfabrikanten Caesar Trumm und seinem neuen Verkaufsschlager, dem sprechenden Riesen-Roboter "Trummi".
21.00 Uhr. ARD. Procryl fur Rosenbach (Farbe)
Querelen zwischen Umweltschützern und einem Chemiekonzern, der sich in einem Erholungsgebiet niederlassen will, beschreibt dieses TV-Spiel des österreichischen Fernsehens.
21.30 Uhr. WDR (III). Nathalie Sarraute
Die französische Schriftstellerin, neben Alain Robbe-Grillet und Michael Butor bedeutendste Autorin des "Nouveau Roman", wird anläßlich ihres 70. Geburtstags porträtiert.
21.50 Uhr. ZDF. Aspekte (Farbe) Moderator: Reinhart Hoffmeister. Das Magazin kritisiert den Aufwand, der beim Bau des Darmstädter Staatstheaters (Kosten: weit über 70 Millionen Mark) getrieben wurde. Geplant ist ferner ein Porträt von Anja Silja, die in Frankfurt als Operettensängerin debütierte. und ein Bericht über Christos zweiten Versuch, eine Schlucht in den Rocky Mountains mit einem Riesen-Tuch zu verhängen.
Mittwoch, 19. 7.
20.15 Uhr. ARD. Reform XII (Farbe) Die WDR-Reihe, in der "Zuschauer mehr über die Reformabsichten unserer Politiker erfahren sollen", befaßt sich diesmal mit der flexiblen Altersgrenze. Harald Pawlowski rechnet unter anderem nach, ob die geplante Festsetzung des freiwilligen Pensionsalters auf 63 Jahre zu finanzieren ist: Schon eine Herabsetzung der Altersgrenze um ein Jahr würde den Staat jährlich etwa zwei Milliarden Mark kosten.
20.15 Uhr. ZDF Magazin (Farbe) Moderator: Gerhard Löwenthal. 21.00 Uhr. ZDF. Geschichte für 24 Stunden (Farbe)
In der TV-Groteske des Franzosen Guy Foissy will ein Ehepaar gegen "die genormte Umwelt" rebellieren, indem es demonstrativ zu Füßen eines Wohnsilos im Zelt übernachtet. Wolfram Mehring hat das Stück laut ZDF als "surrealistische Komödie ohne erhobenen Zeigefinger" verfilmt.
22.30 Uhr. ZDF. Zur Sache (Farbe) Über Möglichkeiten eines verbesserten Verbraucherschutzes diskutieren unter anderen der Präsident des Bundeskartellamts, Eberhard Günther, die Journalistin Annette Pfeiffer sowie Vertreter des Einzelhandels. Leitung: Volker von Hagen.
Donnerstag, 20. 7.
21.40 Uhr. ARD. Kontraste (Farbe) Moderator: Peter Schultze. Das Magazin untersucht, ob mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Prag und Bonn noch vor den Neuwahlen gerechnet werden kann, Weitere Themen: die Neuordnung der westpolnischen Diözesen durch den Vatikan und das Regierungsprogramm der neugegründeten Volksfront in Frankreich. 21.45 Uhr. ZDF. Bilanz (Farbe) Zu einem Streitgespräch über "Wirtschafts- und Währungsprobleme. die nach den Neuwahlen gelöst werden müssen", wurden der neue Wirtschafts- und Finanzminister Helmut Schmidt, Hans Dietrich Genscher und Franz Josef Strauß eingeladen.
22.45 Uhr. ZDF. Anleitung zur Gewalt? (Farbe)
Über "die politische Verantwortung der Verleger" diskutieren Ulrich Frank-Planitz von der "Deutschen Zeitung", der Berliner Soziologe Theo Pirker. der Schriftsteller Peter Schneider. "Rotbuch"-Verleger Klaus Wagenbach und Matthias Wegner, Geschäftsführer des Rowohlt-Verlages. Leitung: Walther Schmieding.
22.55 Uhr. ARD. Schmerzlose Operation durch Akupunktur
Die chinesische Akupunktur. bei westlichen Medizinern noch immer umstritten, wird seit einigen Jahren in der Volksrepublik auch zur Narkotisierung angewandt. Der Film des chinesischen Fernsehens berichtet aus einem Pekinger Hospital. in dem 90 Prozent aller Patienten bei vollem Bewußtsein unter Akupunkturbetäubung operiert werden.
Freitag, 21. 7.
20.15 Uhr. ZDF. Ferdinand Lassalle
Am Leben des Mitbegründers der sozialdemokratischen Bewegung. das Operetten- und Karl-May-Regisseur Georg Marischka nachempfunden hat, will das ZDF "den Aufbruch einer ganzen Epoche sinnfällig darstellen". Für historische Authentizität soll dabei eine Diskussion sorgen, die in Marischkas "Dokumentarspiel" eingeblendet wird. Teilnehmer: Frolinde Baiser. Vorsitzende des Frankfurter Kulturausschusses. der Politologe Eugen Kogon. ZDF-Redakteur F. A. Krummacher, der stellvertretende SPD-Vorsitzende Helmut Schmidt und der Sozialrechtler Thilo Ramm. 20.15 Uhr. WDR (III). Der Tiger von New York
Der zweite Film (1955) des damals 27jährigen US-Regisseurs Stanley Kubrick ("Uhrwerk Orange") entwirft das Soziogramm eines Boxers. der in die Fänge von Gangstern gerät. 23.20 Uhr. ZDF. Brandy
In seiner ersten TV-Arbeit beschreibt der Amerikaner Stanton Kaye die Liaison zwischen einem Jungfilmer und seiner Produzentin. In der Rolle des von Aggressionen gegen seine Gönnerin gequälten Debüt-Regisseurs: Stanton Kaye
Samstag, 22. 7.
15.30 Uhr. ARD. Markt (Farbe) Moderator: Wolf Feiler. Unter anderem soll in dem Wirtschaftsmagazin die geplante Vereinheitlichung des Lebensmittelrechtes innerhalb der EWG kritisiert werden, die für deutsche Verbraucher "mehr Gift in der Nahrung bedeutet".
20.15 Uhr. ZDF. Der Mustergatte Wolfgang Liebeneiners Filmschwank um einen pedantischen Bankier war einer der großen Kino-Erfolge des Jahres 1937. Heinz Rühmann brachte die Titelrolle erstmals internationale Anerkennung: Beim Festival von Venedig wurde er 1938 für die beste Darstellerleistung ausgezeichnet.
21.00 Uhr. WDR (III). Sommer in Narita
Einer der interessantesten Dokumentarfilme (1968) aus der Japan-Serie des WDR schildert den gemeinsamen Widerstand seßhafter Bauern und sozialistischer Studenten gegen den Bau eines (hauptsächlich für Militärtransporte geplanten) Flughafens bei Tokio. Regisseur Shinsuke Ogawa. der zu den wenigen vom Kommerz unabhängigen Produzenten und Verleihern Japans gehört. hat sich mit diesem Thema bislang schon in drei Filmen beschäftigt.
22.00 Uhr. ARD. Vierzehn Stunden Der 1951 gedrehte Spielfilm des Hollywood-Veteranen Henry Hathaway protokolliert die dramatische Rettung eines Lebensmüden. der sich aus dem 15. Stock eines New Yorker Hotels stürzen will. Mit Paul Douglas und Grace Kelly.
Sonntag, 23. 7.
10.45 Uhr. ARD-Ratgeber: Geld (Farbe)
Studenten sollen auf Möglichkeiten hingewiesen werden, aus den kirchlichen, privaten, parteigebundenen oder gewerkschaftlichen Fonds ein "Begabten-Stipendium" zu beziehen, bedürftige Schüler auf das ihnen ab Oberstufe zustehende "Pennälergehalt". Außerdem soll vorgerechnet werden, "wie Geschiedene Steuern sparen können".
14.15 Uhr. ARD. Auf der Suche nach der heilen Welt (Farbe)
Von den politischen und sozialen Entwicklungen in ihrer Heimat enttäuscht. wandern immer mehr US-Bürger nach Australien aus, um das "Amerika vor 40 Jahren" wiederzufinden -- so Reporter Gerd H. Pelletier in diesem Bericht. 19.15 Uhr. WDR (III). Politik als Konsumgut
Der Film von Jürgen Alberts und Dieter Hens beschäftigt sich am Beispiel der Münchner "Abendzeitung". der Ost"Berliner Zeitung". der "Bild"-Zeitung und des Kölner "Express" mit "Motivationen und Techniken der politischen Berichterstattung in der Boulevard -- Presse".
20.15 Uhr. ZDF. Deutsche Novelle (Farbe)
Die "geheime Dämonie" und "das Auseinanderfallen von Sexus und Eros" beeindruckten Thomas Mann an diesem Jahrhundertwende- Roman. den Leon -- hard Frank ihm 1954 widmete. Oswald Döpke hat die Geschichte von Verführung und Tod der Josepha Freyin von Uffendorf (mit Hannelore Elsner und Wolfgang Reichmann. Photo) fürs ZDF verfilmt.
21.30 Uhr. ZDF. Yehudi Menuhin -- Weg des Lichts (Farbe)
Ein Porträt des Geigers. zusammengestellt von Francois Reichenbach und Bernard Gavoty.

DER SPIEGEL 30/1972
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