31.01.1972

DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

Montag, 31. 1,
20.15 Uhr. ARD. Report (Farbe)
Moderator: Klaus Stephan. Geplant ist ein Beitrag über die Erklärungen der niedersächsischen Landesregierung zum "Fall Brückner" und über die Solidaritätskundgebungen in der TU Hannover. DGB-Vorsitzender Heinz-Oskar Vetter soll in der Sendung zur Kontroverse um das politische Mandat der Gewerkschaften Stellung nehmen.
20.15 Uhr. ZDF. Freie Reichsstadt Nürnberg (Farbe)
In seinem als Nachtrag zum Dürer-Jahr gedachten historischen Exkurs will ZDF-Autor Claus Hermans überprüfen. inwieweit "unser von Richard Wagner und der deutschen Romantik eingefärbtes Nürnberg-Bild authentisch ist".
20.15 Uhr. WDR (III). Die Stunde der Angst
In der Reihe osteuropäischer Fernsehspiele sendet der WDR nun -- nach mehreren sowjetischen Produktionen -- ein vom Studio Bratislava hergestelltes slowakisches TV-Spiel. Der (in Originalfassung mit deutschem Kommentar gezeigte) Film schildert das Schicksal eines Bergbauern während des letzten Weltkrieges, dessen Gehöft im Kampfgebiet deutscher Besatzer und einheimischer Partisanen liegt.
21.00 Uhr. ZDF. Sklavin des Herzens (Farbe)
Schauplatz von Alfred Hitchcocks pompös ausgestattetem Kostümfilm" den er 1949 nach seinen Hollywood-Erfolgen in England selbst produzierte. ist das Australien vor der Kolonialzeit. Ingrid Bergman spielt eine Lady" die nach einer skandalumwitterten Heirat und einem vertuschten Notwehr-Verbrechen zur Trinkerin wird.
22.10 Uhr. ARD. Ohne Nachsicht (Farbe)
Der Münchner Filmkritiker und Filmemacher Theodor Kotulla ("Bis zum Happy-End") demonstriert in seinem zweiten Spielfilm lehrstückhaft die Alltagskompromisse liberaler und radikaler Journalisten zwischen 30 und 40 Jahren in der Bundesrepublik: Zu skeptisch zum Widerstand, flüchten sie vor geschickt kaschierten Pressionen ängstlicher Chefredakteure, Verleger und TV-Abteilungsleiter in Suff, Konsum, sexuelle Neurosen oder setzen sich resigniert ins Ausland ab.
Dienstag, 1. 2.
21.00 Uhr. ARD. Vier Nächte eines Träumers (Farbe)
Obwohl mit Gefühl überladen, ist Robert Bressons 1970 gedrehte Filmfassung der Dostojewski-Novelle "Weiße Nächte" mehr als eine altersschwache Love Story: Mit ruhigen Einstellungen und knappen Dialogen erreicht der französische Regisseur die Eindringlichkeit eines erotischen Film-Essays über die Liebes-Komplikationen der jungen Generation in Frankreich. Deutsche Erstaufführung.
21.00 Uhr. NDR, RB, SFB (III). Überfüllter Himmel, ausgefahrene Geleise und verstopfte Straßen (Farbe)
Zu einer Diskussion über neue Modelle, die aus der verkehrspolitischen Misere herausführen könnten, hat Julia Dingwort-Nusseck unter anderem Vertreter des ADAC. der Bundesbahn. der Lufthansa und des Verkehrsministeriums eingeladen.
21.50 Uhr. ZDF. Aspekte (Farbe)
Moderator: Walther Schmieding. Das Kulturmagazin hat eine "kritische Auseinandersetzung" mit "Methode und Veröffentlichungsform" der vorn SPIEGEL-Institut erarbeiteten Enquete zur Situation deutscher Schriftsteller angekündigt, Geplant sind ferner Filmbeiträge über den "Siegeszug der Video-Kamera in den USA" und über die ersten Medienzentren der Bundesrepublik. die derzeit im Auftrag der Kultusministerkonferenz eingerichtet werden.
22.50 Uhr. ZDF. Nachtstudio: Kino zwei (Farbe)
Der im Stil eines Fernseh-Magazins angelegte Film von Edgar Reitz ("Das goldene Ding") will "ziemlich utopische Modelle" vorführen, die "dem deutschen Kino aus seiner notorischen Krise helfen konnten".
Mittwoch, 2. 2.
20.15 Uhr. ARD. Im Brennpunkt (Farbe)
Die Dokumentation, die diesmal vom WDR kommt (Redaktion: Heinz Werner Hübner), befaßt sich in verschiedenen Filmbeiträgen mit der Frage: "Sind die Städte pleite?" Am Beispiel von Karlsruhe und Wanne-Eickel soll die Verteilung des Steueraufkommens zwischen Bund, Ländern und Gemeinden transparent gemacht werden. Nach Möglichkeiten, trotz Verschuldung die dringlichsten kommunalen Projekte zu realisieren, werden der nordrhein-westfälische Finanzminister Hans Wertz und Münchens Oberbürgermeister Vogel befragt.
20.15 Uhr. ZDF Magazin (Farbe) Moderator: Fritz Schenk.
20.15 Uhr. Südwest (III). Tote ohne Begräbnis
Das 1946 in Paris uraufgeführte Drama von Jean-Paul Sartre schildert das Schicksal einer französischen Widerstandsgruppe" die in die Hände der Vichy-Miliz gefallen ist und durch Folterung dazu gebracht werden soll, ihren Anführer zu verraten. Das Stück wird in der Reihe "Klassiker des Theaters in exemplarischen Inszenierungen" gezeigt. Regie: Rainer Wolffhardt.
20.15 Uhr. WDR (III). Ich. Montag -- Ich. Dienstag -- Ich. Mittwoch (Farbe)
Peter Lilienthals vielgerühmtes TV-Porträt des 1969 in Südfrankreich gestorbenen polnischen Dramatikers Witold Gombrowicz wurde vom BR übernommen,
21.00 Uhr. ZDF. Rocker (Farbe)
"Jugendliche am Rande der Gesellschaft" will der Münchner Jungfilmer Klaus Lemke, 31, in seinen TV-Spielen zeigen. Nach dem Porträt einer bombenbastelnden Studentin ("Brandstifter") und der Geschichte vom tristen Ende eines Hasch-Händlers ("Mein schönes, kurzes Leben") filmte er nun Rocker auf Hamburgs Reeperbahn. Die teils dokumentarischen Szenen sollen die Wechselwirkung zwischen der Brutalität der Rocker und ihrer Diskriminierung demonstrieren.
21.45 Uhr. ARD. Sapporo -- 300 Minuten vor der Eröffnung (Farbe)
Mit dieser Live-Übertragung aus dem ARD-Olympiastudio in Japan beginnt das deutsche Fernsehen seine Berichterstattung von den Olympischen Winterspielen. Über 60 Stunden lang werden ARD und ZDF abwechselnd über die Wettkämpfe informieren.
22.25 Uhr. ZDF. Wohlstand -- fast für alle
ZDF-Autor Heinz Hemming porträtiert den CDU-Ehrenvorsitzenden Ludwig Erhard, der am 4. Februar 75 Jahre alt wird. Die ARD bringt am Sonntag, 6. Februar, um 22.40 Uhr in der Reihe "Zeuge der Zeit" ein Erhard-Interview, das von Rüdiger Altmann, Leo Brawand und Winfried Scharlau geführt wurde.
22.50 Uhr. ARD. Der dressierte Mann (Farbe)
SFB-Autor Horst Cierpka hat einige Thesen aus Esther Vilars Bestseller "Der dressierte Mann" aufgegriffen und "die grotesken Seiten der tradierten Rollen von Mann und Frau" in fiktiven Szenen nachgestellt.
Donnerstag, 3. 2.
5.25 Uhr, 14.00 Uhr, 15.00 Uhr und 21.30 Uhr. ZDF. XI. Olympische Winterspiele (Farbe)
Bericht von der Eröffnungsfeier und den ersten Qualifikationskampfen.
21.45 Uhr. ARD. Auf der Suche nach der Welt von morgen (Farbe)
Diese Koproduktion mit dem amerikanischen, australischen, britischen und schwedischen Fernsehen will -- in zwei 45-Minuten- Dokumentationen -- über neueste Forschungsergebnisse auf den Gebieten der Ozeanographie und der Geologie informieren. Den zweiten Teil der populärwissenschaftlichen Sendung zeigt der NDR am 9. Februar um 21.50 Uhr. Deutsche Bearbeitung: Rüdiger Proske und Heiner Thoemen.
22.15 Uhr. ZDF. Bilanz (Farbe) Moderator: Wolfgang Schröder. Zu Ludwig Erhards 75. Geburtstag plant das Wirtschaftsmagazin des ZDF eine Diskussion mit "prominenten Vertretern der Wirtschaft" zum Thema: "Ist die Soziale Marktwirtschaft erst zu 50 Prozent realisiert?"
22.50 Uhr. ARD. Assistenzarzt Dr. B.
Für dieses TV-Porträt hat Südwestfunk-Mitarbeiter Gustav-Adolf Bahr mehrere Wochen hindurch den Alltag des 33jährigen Münchner Assistenzarztes Jürgen Bausch mit der Kamera protokolliert. Bauschs Aussagen, beispielsweise zum klassenlosen Krankenhaus und zum Abbau der Ärzte-Hierarchie. sollen den Zuschauer über Probleme dieses Berufsstandes informieren.
Freitag, 4. 2.
5.25 Uhr, 13.00 Uhr, 14.00 Uhr und 20.15 Uhr. ARD. XI. Olympische Winterspiele (Farbe)
Direkt-Übertragungen, Interviews und Kommentare aus dem ARD-Sonderstudio in Sapporo.
Samstag, 5. 2.
5.25 Uhr, 13.00 Uhr, 14.00 Uhr und 20.15 Uhr. ZDF. XI. Olympische Winterspiele (Farbe)
Direkt-Übertragungen und Aufzeichnungen aus Sapporo.
16.45 Uhr. ARD. Der Markt (Farbe)
Moderator: Wolf Feller. Vorgesehen ist ein Beitrag über eine von der "Neuen Heimat" geplante neuartige Form der Vermögensbildung, die einkommensschwachen Bürgern über Kommanditanteile den Erwerb von Eigentumswohnungen ermöglicht. Außerdem wird über das Ende der Passagier-Linienschiffahrt auf der Nordatlantik-Route berichtet, und überteuerte Kosmetika sollen auf ihren Materialwert überprüft werden,
20.15 Uhr. Südwest (III). Die Hoffnung
Andre Malraux, im spanischen Bürgerkrieg Kampfflieger bei der Volksfront, hat nach seinem Roman "Die Hoffnung" 1938 einen dokumentarischen Spielfilm über seine Spanien-Zeit gedreht. Der Film war von Malraux während seiner Amtszeit als de Gaulles Kulturminister zurückgezogen worden.
Sonntag, 6. 2.
7.55 Uhr, 14.55 Uhr und 20.15 Uhr. ARD. Kl. Olympische Winterspiele (Farbe)
Direkt-Übertragungen. Interviews und Kommentare.
17.00 Uhr. ARD. Fachschüler der Nation (Farbe)
Der Filmbericht von Peter Rosinski und Manfred Eichel beschreibt, wie die Bundeswehr durch attraktivere Berufsbildungs- und -weiterbildungs-Angebote ihre Personalnot beheben will. Derzeit fehlen bei Heer. Luftwaffe und Marine etwa 30 000 längerdienende Soldaten.
17.45 Uhr. ARD. Ich heiße Erwin und bin 17 Jahre
Erika Runges vieldiskutierter Dokumentarfilm, der erste ausführliche Report über die Mißstände der Lehrlingsausbildung in der Bundesrepublik, wird als Wiederholung gesendet.
21.15 Uhr. ZDF. Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (Farbe) "Ohne die üblichen Verniedlichungen und so werktreu wie möglich" versuchten Eckart Hachfeld und Wolfgang Liebeneiner (Regie) den Hasek-Roman fürs Fernsehen einzurichten. Der von ZDF und ORF gemeinsam produzierte und in sechs Folgen aufgeteilte Fernsehfilm wird am Mittwoch, 9. Februar, um 21 AS Uhr fortgesetzt. Den Schwejk spielt Fritz Muliar.
22.20 Uhr. ZDF. Sind die Ostvertrage verfassungswidrig? (Farbe)
Zu einer Diskussion. die "einen sachlichen Beitrag zur Auseinandersetzung um die verfassungsrechtlichen Konsequenzen der Ostverträge leisten soll". hat Gerd Jauch die Verfassungs- und Völkerrechtsexperten Dieter Blumenwitz (Universität München). Jochen Frowein (Universität Bielefeld), Wilhelm Kewenig (Universität Kiel) und Otto Kimminich (Universität Regensburg) eingeladen.

DER SPIEGEL 6/1972
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