04.07.1956

STREITKRÄFTE / SPEIDELDer smarte General

"Zum ersten Male in der Wehrgeschichte ist die Identität von Selbstverteidigung und Selbstmord gegeben."
Ernst von Loen in "Atomkrieg".
Das Rüstungstief, dessen erste schwache Ausläufer gleichzeitig über Washington und Moskau aufgezogen sind, hat sich drückend auf die Gemüter der Generale gelegt. Die Politiker können zufrieden sein. Es ist so gut wie sicher, daß ihnen am Ende auch gegen den Widerstand ihrer eigenen Militärs das Experiment gelingen wird, ohne Massenheere und die Massenproduktion von Atom-Waffen eine haltbare Balance zwischen den beiden Welthälften auszupendeln.
In Washington wurde der Raufhandel zwischen Heer, Marine und Luftwaffe um die knapper werdenden Budget-Dollars zugunsten einer gelasseneren Außenpolitik und damit gegen die Ansprüche der Strategen entschieden.
In Moskau beschloß das Diktatoren-Kollektiv, die Stärke der Sowjet-Armee um nahezu zwei Millionen Soldaten zu reduzieren - wobei offenbar wurde, daß die Armeespitze seit Stalins Tod keineswegs den Machtzuwachs einheimste, den die Kreml-Astrologen wahrgesagt hatten. Der Einspruch der roten Marschälle, die wie alle Militärs auf perfekte Sicherheit erpicht sind, wurde von den selbstbewußten Entspannungs-Akteuren beiseite gewischt.
Inzwischen wird auch in London erwogen, die Wehrpflicht abzubauen und die Zahl der aktiven Divisionen auf ein Maß herabzusetzen, das sich dem politischen Trend und der modernen Waffentechnik besser anpaßt. Während Frankreich seine besten Nato-Verbände samt Rekruten und Reservisten in Algerien verschleißt, wird Außenminister Pineau nicht müde, das Abrüstungsgeschäft nach Kräften voranzutreiben.
Alle diese Zeichen sprechen dafür, daß sich die Politik allmählich dem Terror der Strategie entzieht, die in den Arsenalen Waffen hortet, mit denen sie den Krieg verhüten will, mit denen sie ihn aber, falls er dennoch käme, nicht führen könnte, ohne auf beiden Seiten ein unberechenbares Malheur anzurichten.
Die makabren Perspektiven solcher Atomduell-Pläne nötigen beide Machtblöcke, den Kampf ums Überleben mehr und mehr auf Feldern auszutragen, auf denen ein kostspieliger Rüstungsaufwand die eigene Position eher schmälert - eine trübe Zeit für die Generale, denen künftig noch weniger als bisher schneidige Planspiel-Resultate glücken werden.
In Bonn aber hat man die Veränderungen der politischen und militärischen Realitäten noch nicht zur Kenntnis genommen. Der Kanzler Konrad Adenauer klammert sich verbissen an den Nordatlantik-Pakt (Nato), dem keine erstrangige politische Bedeutung mehr zukommt. Und die Bonner Generale verharren mit preußischem Gehorsam auf dem Plan, den sie vor fünf Jahren geschmiedet haben, der also mittlerweile ziemlich altbacken geworden ist: 500 000 Soldaten mit Wehrpflicht.
Ehe noch der Deutsche Bundestag in dieser Woche - und der Bundesrat vierzehn Tage danach - das letzte Wort zum Wehrpflicht-Gesetz hat, haben die Minister im Bundesverteidigungsrat bereits beschlossen, daß die ersten Einberufungsbefehle am 1. Januar nächsten Jahres verschickt werden sollen, damit das dritte Viertel des Jahrgangs 1937 schon zum 1. April in die Kasernen geholt werden kann.
Der Staatssekretär Globke hat inzwischen mehrfach dementiert, daß der Verteidigungsrat solches beschlossen habe. Aber die Minister, die dabei waren, bleiben bei ihren Angaben. Ursprünglich war daran gedacht worden, die ersten Wehrpflichtigen erst im Herbst 1957, nach der Bundestagswahl, zu bemühen. Doch stellte sich heraus, daß der Verteidigungsminister mit seinem gepreßten Aufstellungskalender nicht bis zum Herbst nächsten Jahres ohne Wehrpflichtige zurechtkommt. Theo Blanks Personalverwalter hatten sich verrechnet.
Die amtliche Meldung, bislang hätten sich 210 000 Freiwillige beworben, ist - entgegen Blanks Beteuerungen - nicht exakt, da sich etliche Bewerber zwei- oder dreimal gemeldet hatten und ebensooft gezählt wurden.
Daß die bundesdeutsche Politik originellere Aufgaben zu bewältigen hätte, als in Eile ein Massenheer per Wehrpflicht auf die Beine zu bringen, wird durch die politischen Argumente der Bonner Opposition deutlich, auf die von den Promotern der Wehrpflicht bislang keine ernsthafte Antwort gegeben wurde:
- Der rasche Aufbau eines Wehrpflicht-Massenheeres bremst gegenwärtig und in der nächsten Zukunft die westliche Politik bei ihren Bemühungen, mit der elastischen Gangart der Sowjets Schritt zu halten.
- Die mit der Wehrpflicht einhergehende
Wehrüberwachung unterbindet den Reiseverkehr aller Wehrpflichtigen (vom 13. bis zum 45. beziehungsweise 60. Lebensjahr) in die Sowjetzone und nach Berlin; sie entfremdet die beiden deutschen Teilstaaten vollends und isoliert Berlin.
- Die Wehrpflicht stellt die gemeinsame
Staatsangehörigkeit von Sowjetzone und Bundesrepublik in Frage.
Was in der Regierungs-Denkschrift "Warum brauchen wir die Wehrpflicht?" über die Wiedervereinigung Deutschlands steht, zeigt nur, wie wenig Mühe sich die Schreiber gegeben haben, ernst zu bleiben: "... erst die Bereitschaft jedes einzelnen, die Bundesrepublik und damit das ganze Deutschland im Falle eines Angriffs verteidigen zu wollen, legitimiert die Bundesrepublik innerlich und glaubhaft, für ganz Deutschland zu sprechen und die Wiedervereinigung auf friedlichem Wege herbeiführen zu wollen. Diese Verteidigungsbereitschaft kann jedoch nur mit der Allgemeinen Wehrpflicht verwirklicht werden. Ein Berufsheer ... würde das Bewußtsein der Bevölkerung der Bundesrepublik, stellvertretend für das ganze deutsche Volk zu sprechen, schwächen."
Das Kapitel "Wiedervereinigung", das diesen nichtssagenden Wort-Aufwand enthält, ist erst nachträglich auf ausdrücklichen Wunsch des Bundeskanzlers in die Denkschrift eingefügt worden. (SPIEGEL 20/1956.) Trotzdem ist es sicher, daß jene Sätze, die so komisch wie verlegen klingen, der Bundeswehr nicht dazu verhelfen werden, ihr schwaches Selbstwertgefühl zu
stärken und das Stigma der deutschen Spaltung wegzuwischen.
"Die Denkschrift war ursprünglich in klarer militärischer Sprache abgefaßt. Das wirkte viel überzeugender, als was jetzt daraus geworden ist. Aber auf uns will ja niemand hören." Der Generalleutnant Dr. phil. Hans Speidel, 58, der diese für seine Verhältnisse ungewöhnlich kühne Kritik am Kanzler dem SPIEGEL gegenüber auszusprechen wagte, steht eigentlich nicht in dem Rufe, ein Mann zu sein, der sich mit einer selbständigen Meinung freimütig exponiert. Speidel wirkt im Hause Blank als Inspekteur der Bundeswehr und Chef der Abteilung "Streitkräfte", die ungefähr wie ein Wehrmacht-Generalstab funktioniert.
Speidels Generalstab ist angesichts der aktuellen Frage: Wehrpflicht oder Freiwillige? in zwei Lager zerfallen. Auf welcher Seite der Chef steht, will mit Bestimmtheit niemand sagen. Speidel allerdings: "Da ist nur eine Auffassung."
Dem hochgewachsenen, breitschultrigen Mann mit dem weichen vollen Gesicht ist der Generalsrang nicht so ohne weiteres anzumerken. Die unaufdringliche Vigilanz und die smarte Gewandtheit lassen mehr auf einen erfolggewohnten Geschäftsmann schließen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch eine verfeinerte Art schwäbischer Jovialität, die freilich ein bißchen zu durchsichtig auf Effekt berechnet ist.
Der Berufsweg, der den gewitzten Oberförster-Sohn Hans Speidel* aus der schwäbischen Idylle Metzingen nach zwei verlorenen Kriegen auf den höchsten militärischen Kommando-Platz und in die rheinische Idylle Bonn geführt hat, ging über die Karriere-Stationen der Militärdiplomatie und des Truppengeneralstabes.
Dieser Weg kreuzte mehrere Male die schlüpfrige Bahn, auf der die Politik dahinglitt. Daß Speidel sich an solchen Schnittpunkten nicht den Hals brach, verdankt er weniger dem blinden Zufall als seiner eigenen Gelenkigkeit, die von Theo Blanks Ministerialsoldaten heute durchweg als etwas zu elegant empfunden wird.
Speidel scheute nicht die Konspiration gegen Hitler, steuerte dabei aber behutsam um das äußerste Wagnis herum, so daß er nie in Lagen kam, in denen er es nicht mehr fertiggebracht hätte, mit lockerer Hand den Knoten zu lösen, ehe sich die Schlinge zuzog.
Als der Weltkrieg Nummer 1 begann, saß Speidel in der Prima des Eberhard-Ludwig-Gymnasiums zu Stuttgart. Eben siebzehn Jahre alt, machte er per Schnellverfahren das Notabitur, um sich dem Ulmer Grenadier-Regiment König Karl als Fahnenjunker zu präsentieren. Im April 1915 ging er ins Feld, zunächst als Gruppenführer in die Argonnen bis vor Verdun, später als Zug- und Kompanieführer an die Somme, nach Flandern und an die Maas.
Schon in dieser Zeit trat Speidels Spezialtalent überzeugend zutage. Das rasche Avancement des jungen Kriegsleutnants in die begehrte Stelle des Regimentsadjutanten wurde von den Kameraden als ein Zeichen für seine kontaktsichere Schmiegsamkeit gebucht.
Als der Krieg vorbei war, sah Speidels erste Zwischenbilanz so aus: Keine Verwundung, keine Gefangenschaft, die beiden Eisernen Kreuze und das Ritterkreuz des Württembergischen Militär-Verdienst-Ordens, daneben aber die Ungewißheit, ob das kriegerische Gewerbe seinen matt gewordenen Glanz in der drückenden Enge des Hunderttausend-Mann-Heeres würde neu aufpolieren können.
Der Reichswehr-Leutnant Speidel hielt es für aussichtsvoll, seine Zukunft an die der Armee zu hängen. Aber der monotone Zugführer-Dienst in der 7. (Schützen-) Kompanie des Infanterie-Regiments 13 behagte ihm nicht. Die Dressur von Rekruten und der nicht minder reizlose Betrieb im Kasino der Provinzgarnison Ludwigsburg des schwäbischen Potsdam, stellten an seine intellektuellen Qualitäten nicht die geringsten Ansprüche.
Speidel wußte sich aus diesem stumpfsinnigen Trott herauszuhelfen. Er begann zu schreiben, anfangs über Fragen seines Metiers, was ihm einen willkommenen Zuschuß zum kärglichen Leutnants-Etat und ein festes Mitarbeiter-Engagement bei der "Frankfurter Zeitung" und der "Allgemeinen schweizerischen Militärzeitung" einbrachte. Die unverhoffte Resonanz seiner Aufsätze ermutigte ihn, sich auch an historische und literarische Themen heranzumachen - wobei er Gerhart Hauptmann zum väterlichen Freund gewann.
So rühmenswert derlei Ambitionen für einen Soldaten waren, so stark verlangte es den Leutnant Speidel nach solideren Ehren. Die Technische Hochschule Stuttgart und die Universität Tübingen lagen nicht aus der Welt. Speidel belegte Geschichte und Volkswirtschaft, der Kompaniechef und die Kommandeure gaben sich tolerant, die Historiker Wahl und Haller halfen nach, und der in jeder Hinsicht aktive Leutnant promovierte an der Tübinger Eberhard-Karls-Universität zum Dr. phil. magna cum laude. Das Thema
seiner Dissertation ist mittlerweile schon wieder aktuell: "1813/1924 - Eine militärpolitische Untersuchung".
Diese Doktorarbeit liest sich streckenweise wie ein Leitartikel über die Mär vom Dolchstoß: "Der Weltkrieg zeigt ein echt deutsches, tragisches Schicksal. Die große Zeit findet ein haderndes Geschlecht. Auf dem Gebiete der Politik fehlt ein Mann, der wie Lloyd George und Clemenceau eisern die Zügel in die Faust genommen hätte. Alte Sünden steigen auf: Kampf um die Macht im Staate, Parteigeist im Innern, Kleinkrieg hinter dem Wall an der Front. Illusionspolitik der Pazifisten, die ihr Canossa in Versailles erleben.
"Nicht in sittlicher Kraft, sondern in sittlicher Schwäche hat die Revolution ihren Grund, der Schwäche von Volk und Regierung. Das Volk, von der Regierung ohne festes Ziel gelassen, parteizerrissen, bricht zusammen. Die sittliche Kraft der Front und die sittliche Schwäche der Heimat stehen sich gegenüber. Nicht aus dem Geist der Front, sondern aus dem Geist der Heimat wird die Revolution gemacht. Vernichtung von Staat und Heer unter Einwirkung der Belastung eines furchtbaren Krieges durch Zersetzung und Stoß von innen.
"Die Monarchie wird gestürzt, das Volk treibt führerlos und versagt wie die Regierung. Die Männer der Revolution und des neuen Deutschlands sind vom Parteifanatismus befallen. In die Bresche, die die Revolution geschlagen, haben die Parteien, Schwärme von Parasiten am Körper des Reiches'*, keinen Führer großen Formates, wie sie Preußen damals in so vielen Männern geschenkt wurden, gestellt. Das so viel gerühmte Parlament,in Deutschland zeigt eine Mittelmäßigkeit, wie sie wohl kein anderes Land aufzuweisen hat."
Geschmeidige Enthaltsamkeit
Die Ochsentour auf der Stufenleiter des kleinen Reichsheeres wurde durch den Doktorgrad nicht beschleunigt. Bis zum Oberleutnant brauchte Speidel zehneinhalb Dienstjahre. Auch nach der dreijährigen Führergehilfen-Ausbildung (Kriegsakademie) ging es noch nicht schneller voran: 1930 Versetzung in den Generalstab (Abteilung Fremde Heere, Referat Frankreich): 1932 Hauptmann.
Es geschah im Herbst des Jahres 1933, genau zu dem Zeitpunkt, da Hitler den Völkerbund außer Kurs setzte und die Genfer Abrüstungs-Konferenz sprengte, daß Speidel zum erstenmal mit einer jener Aufgaben bedacht wurde, für die er mit Fähigkeiten begabt ist, die unter Soldaten nicht gerade häufig anzutreffen sind. Der Hauptmann im Generalstab Speidel war damals - seit 1914 - der erste Offizier, der als Gehilfe des Militär-Attaches nach Paris geschickt wurde, um dort beim Start der deutschen Aufrüstung auf internationalem Parkett zu figurieren.
Am Ende dieses heiklen Kommandos stand eine Beurteilungsnotiz, die der Generalstabschef Beck verfaßt hatte: "Er (Speidel) zeigte sich von eminent rascher Auffassungsgabe, messerscharfem Verstand, von überdurchschnittlicher Arbeitskraft. Er hatte überdies eine besondere Fähigkeit der Menschenbehandlung. Sein gewinnendes Wesen und seine volle Beherrschung des Ausdrucks in allen Nuancen ließen ihn, neben seinen hervorragenden Charaktereigenschaften und seinen Sprachkenntnissen, frühzeitig zur Verwendung im militärischen Auslandsdienst geeignet erscheinen."
Tatsächlich hatte sich Speidel bei den Pariser Militärs so geschickt eingeführt,
daß der Generalstabschef Beck es sich angeraten sein ließ, ihn - der inzwischen zum Chef der neu etablierten Generalstabs-Abteilung Fremde Heere West aufgerückt war - zu einem Besuch beim französischen Generalstabschef Gamelin nach Paris mitzunehmen.
Hernach fing Hitler den Weltkrieg Nummer 2 an, und der Major im Generalstab Speidel stand als Erster Generalstabsoffizier (Ia) der 33. Infanterie-Division seinen französischen Kollegen gegenüber im Westwall. Ein halbes Jahr später, nach dem Mai-Feldzug, sah der Frankreich-Experte Speidel Paris ein drittes Mal wieder, nun, um mit dem französischen General Dentz die kampflose Übergabe der Stadt auszuhandeln.
Der Waffenstillstand war kaum unter Dach, als Speidel dazu ausersehen wurde, seinen siegreichen Führer durch das eroberte Paris an den Sarkophag Napoleons im Invalidendom zu geleiten. Hitler geizte nicht mit Dank. Er bestellte den Bärenführer zum -Chef des Kommandostabes beim Militärbefehlshaber in Frankreich. In dieser Stelle saß Speidel, der es geschwind zum Obersten brachte, am Schalthebel der deutschen Besetzungspolitik in dem von Vichy regierten Lande. Es blieb nicht aus, daß es zwischen ihm, dem deutschen Botschafter Abetz und dem Sicherheitsdienst der SS zu Mißverständnissen kam.
Damals kam der Brauch auf, Geiseln zu erschießen, für ein Attentat mal fünfzig, mal hundert, zuerst in Bordeaux und Nantes, dann auch in Paris. Verfügt wurden die Repressalien - nach Weisung des OKW-Chefs Keitel - vom Kommandostab des Pariser Militärbefehlshabers. Jedoch: die Paraphe Speidels, des Stabschefs, stand nie unter jenen Befehlen.
Diese geschmeidige Enthaltsamkeit erregte mit der Zeit den allerhöchsten Unwillen. Hitler befahl Speidel zum Vortrag ins Hauptquartier: "Behandlung der Franzosen."
Keitel und Führungschef Jodl unkten: "Zu weich." Der Führer brüllte: "Viel zu zimperlich. Sie müssen das gefälligst so machen wie bei der Pariser Kommune 1871, bei der einfach 35000 Menschen umgebracht
wurden." Speidel: "Das stimmt nicht." Hitler: "Was wissen Sie denn davon?" Speidel: "Ich habe Geschichte studiert."
Hitler tobte, aber Speidels schon legendär gewordener Charme bewährte sich mühelos vor solchem Führer-Zorn.
Als man zu Tisch ging, war die Atmosphäre noch eisig: Nach der Suppe brillierte Speidel bereits im gemütlichsten Schwäbisch. Und beim Pudding kapitulierte Hitler vollends vor Speidels raffiniertem Feuerwerk. Eine groteske Heiterkeit ergriff die hohe Tischrunde. Der Führer legte den Löffel beiseite und befahl: "Himmler, erzählen Sie was von den Berliner Ringvereinen."
Nach dieser Posse dauerte es noch fünf Monate bis das Reichssicherheitshauptamt
der Wehrmacht die Exekutive in Frankreich wegnahm. Speidel verschwand in Richtung Osten. Er wurde Generalstabschef des V. Armeekorps im Kaukasus, dann Generalstabschef der 8. Armee bei der letzten deutschen Ost-Offensive Zitadelle" und beim Ausbruch aus dem Tscherkassy-Kessel.
In den Memmoiren der Militärs und Politiker taucht der Name Speidel erst bei den Kapiteln auf, die von den Ereignissen des Jahres 1944 handeln. Feldmarschall Rommel war im Herbst des Vorjahres zum Inspekteur des Atlantikwalls, im folgenden Januar zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B ernannt worden, die - von Holland bis zur Loire-Mündung - die Abwehr der Invasion vorzubereiten und zu führen hatte. Der Schwabe Rommel forderte seinen Landsmann und Regimentskameraden, den Generalleutnant Speidel, als Generalstabschef der Heeresgruppe an. Hitler willigte ein und dekorierte den neuen Heeresgruppen-Chef mit dem Ritterkreuz.
Noch am selben Tage, an dem Speidel auf dem Gefechtsstand Rommels eintraf, schilderte der Feldmarschall ihm die ausweglose militärische Lage im Westen, während der General über den schwelenden politischen Widerstand im Reich berichtete. Beide stimmten darin überein, daß Hitler festgesetzt und daß - im Westen - mit dem Krieg Schluß gemacht werden müsse.
Rommel schickte Speidel zu Hitlers früherem Außenminister von Neurath und zum Stuttgarter Oberbürgermeister Strölin, um deren politischen Rat einzuholen. Speidel wiederum brachte den Feldmarschall mit dem Militärbefehlshaber von Stülpnagel in Paris zusammen, der den Kontakt zur Berliner Gruppe Beck-Goerdeler-Stauffenberg unterhielt. Der Militärbefehlshaber von Belgien-Nordfrankreich, General von Falkenhausen, schloß den Kreis der Verschwörer im Westen, deren Plan für eine sogenannte West-Lösung die Genügsamkeit der Alliierten auf eine harte Probe gestellt hätte:
- Waffenstillstand im Westen,
- Sturz Hitlers,
- Rückzug des Westheeres hinter den Westwall,
- Einstellung des Bombenkrieges gegen
Deutschland,
- Kampf im Osten aus der verkürzten
Abwehr-Linie Donaudelta-Karpaten-Lernberg-Weichsel-Memel.
Speidel gehörte zu dem Verhandlungsteam, das dieses Kunststück zuwege bringen sollte, und zwar noch vor Beginn der Invasion, ehe sich nämlich der Atlantikwall als brüchig erweisen würde.
Bis zum 6. Juni, dem Tage, an dem die Alliierten ihre Operation gegen die Normandie begannen, war noch nichts geschehen. Am 17. Juli wurde Rommel von amerikanischen Tieffliegern erwischt. Das Kommando über seine Heeresgruppe fiel an den Oberbefehlshaber West, den Feldmarschall von Kluge.
Dieser Feldmarschall - den die Generalstäbler den "klugen Hans" nannten und von dem Hitler gesagt hatte, er sei der einzige Mann, der seinen Namen zu Recht führe - war für die Verschwörer eine schwer bestimmbare Größe. Er hatte zwar schon im Juli 1942, vor allen anderen Befehlshabern, der Goerdeler-Gruppe zu erkennen gegeben, daß er gegen Hitler mitmachen würde. Aber auf ihn war auch der Satz gemünzt worden: "Der eine will handeln, wenn er Befehl erhält, der andere befehlen, wenn gehandelt ist."
Solange im Osten Kluges Ia, der Oberst im Generalstab von Tresckow, den Feldmarschall fest im Griff hatte, lag Kluge stramm auf Gegenkurs: "Es ist nicht auszudenken, welche Wendung die Dinge genommen hätten, wenn Tresckow in der entscheidenden Stunde am 20. Juli 1944 bei Kluge gewesen wäre. Ihm wäre es wahrscheinlich gelungen, Kluge auf die richtige Bahn zu zwingen und dort festzuhalten*."
Speidel schwieg
Der Mann, der in jener "entscheidenden Stunde des 20. Juli" bei Kluge Vortrag hielt, war Speidel. Er vermied geflissentlich, einen Rat auch nur anzudeuten.
Kluge schwankte. Er telephonierte mit Beck in Berlin und mit Falkenhausen in Brüssel. Speidel indes konnte sich auch dann noch nicht dazu aufraffen, Kluge "auf die richtige Bahn zu zwingen", als Stülpnagel aus Paris zu Kluge herübergekommen war und dem Feldmarschall das Nächstliegende angeraten hatte: Sofort Kapitulation an der Invasionsfront, um den Aufstand gegen Hitler doch noch durchzubringen. Kluge: "Ja, wenn das Schwein tot wäre." Speidel schwieg -: "Ich war in diesem Augenblick in meinem Arbeiteraum und hatte die Gefechtsführung in meinen Händen." Die Gestapo fing ihn dennoch.
Kluge erschoß sich, Rommel nahm Gift, Stülpnagel wurde gehenkt. Speidel blieb auf der Höhe der Situation seiner unschuldsvoll freundlichen Beredsamkeit war die Gestapo nicht gewachsen. Nach dreieinhalb Monaten gaben die Ermittler ihre Bemühungen auf, den biegsamsten Gast des Gestapo-Kellers in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße festzunageln. Speidel wurde ins Schloß Küstrin überstellt - ein improvisiertes Generalsgefängnis, dessen Kommandant, der Major Leussing, dem Charme seines neuen Häftlings ebenfalls alsbald erlag.
Leussing heute: "Als Generalleutnant Speidel im Dezember 1944 nach Küstrin kam, hatte ich sofort das Gefühl, daß ich zu diesem Mann unbegrenztes Vertrauen haben könnte." Und: "Ich habe während der ganzen Zeit von Speidel wertvolle Unterstützung in allen Fragen gehabt. Er ist
ein kluger Kopf, ein kühler Rechner und ein aufrechter Mann."
Unter der Regie dieses Majors Leussing saßen damals rund vierzig unsichere Kantonisten im Schloß Küstrin ein, unter ihnen sogenannte Sippenhäftlinge aus den Verschwörer-Familien, wie
- Generalmajor von Stülpnagel, Vetter
des Militärbefehlshabers,
- Oberstleutnant Fellgiebel, Bruder des
Nachrichten-Generals,
- Oberstleutnant von Kluge, Sohn des
Feldmarschalls,
- Major Hoepner, Sohn des Generalobersten,
- Hauptmann Paulus, Sohn des Stalingrad-Feldmarschalls.
Der Generalleutnant Jonkheer Willem Röell, einst Oberbefehlshaber der holländischen Armee, gab dieser Prominenten-Festung das internationale Gepräge. Röell schrieb später: "Leussing war ein Kommandant, wie überhaupt kein zweiter existierte. Er hielt sich nicht an Vorschriften, die fast alles verboten. Er sammelte Geld, um extra Lebensmittel kaufen zu können, und er genehmigte das Abhören feindlicher Sender. Ihm zur Seite stand Generalleutnant Speidel."
Major Leussing gebot über fünfzig Wachsoldaten - Artilleristen aus der Abteilung, die vorher unter Leussings Kommando im Osten gestanden hatte. Diesen Kanonieren trug der Major auf, die Festung gegen den überraschenden Zugriff von außen zu sichern. Das Schloß Küstrin lag inmitten der Stadt. Die Gemächer hatten doppelte Ledertüren; hinter denen der Kommandant mit seinen Gefangenen bei Wein und Zigarren über den verlorenen Krieg debattierte.
Leussings liberale Gesinnung wurde in Berlin ruchbar. Anfang Januar 1945 tauchte eine Untersuchungskommission im Schloß Küstrin auf: ein SS-General vom Reichssicherheitshauptamt, ein Oberstleutnant vom OKW und ein Oberstkriegsgerichtsrat vom Reichskriegsgericht. Am Schluß der Inspektion wollte der SS-General wissen, seit wann der Major Leussing eigentlich in der Partei sei: Leussing: "Noch nicht."
Es war klar, daß der Kommandant abgelöst werden würde. Den Gefangenen drohte außerdem noch eine zweite Gefahr. Die Sowjet-Armisten stürmten gegen die Oder vor, geradenwegs auf Küstrin.
Speidel und Leussing berieten, wie man aus dem doppelten Dilemma herauskommen könne. Schließlich war es Speidel, der den Vorschlag lieferte, mit der ganzen Belegschaft, den Wachsoldaten und den Gefangenen, zunächst - um Berlin herum nach Wittenberg zu fahren, wo ein Freund Leussings einen Hotelbetrieb unterhielt. Speidel übernahm es auch, den Gefangenen die Sache schmackhaft zu machen: "Entweder erschossen werden oder die Flucht wagen."
Leussing ergatterte im Wirbel des herannahenden Russenschrecks zwei Lastkraftwagen. In der Nacht vom 30. zum 31. Januar ging die Reise los. Die Kontrollen verliefen glatt. Leussing hielt den Feldgendarmen, die westlich der Oder alles aufzufangen suchten, was zurückwollte, "Marschpapiere" unter die Nase.
Der Reserve-Major Leussing ist gelernter Detektiv: "Speidel und ich hatten diese Marschpapiere fabriziert. Sie waren lediglich mit der Maschine getippt. Das Dienstsiegel habe ich dann kunstfertig ein wenig auf dem Papier gedreht, so daß nicht mehr genau zu erkennen war, welche Dienststelle die Dinger abgestempelt hatte. Speidel unterschrieb die Marschbefehle als Chef des Generalstabes."
Am Morgen des 31. Januar hielt das motorisierte Gefängnis vor dem "Wittenberger Hof". Hotelier Kuckenberg, von Leussing und Speidel eingeweiht, ließ alle Zimmer heizen. Aber als Dauerquartier war das Hotel nicht geeignet. Leussing wollte den Hotelier nicht gefährden, und Speidel drängte unter die Fittiche des ihm befreundeten württembergischen NS-Innenministers Jonathan Schmid, der zu Speidels Pariser Zeit Chef des zivilen Verwaltungsstabes beim Militärbefehlshaber in Frankreich gewesen war.
Leussing: "Ich wendete nun genau die gleichen Methoden an, wie sie bei den SSBonzen üblich waren. Speidel stimmte meinem Plan zu. Im Auftrage des Reichsführers SS Himmler forderte ich bei der Reichsbahndirektion Halle telephonisch zwei D-Zug-Wagen an. Ich machte dem Oberregierungsrat am anderen Ende der Strippe klar, daß der Reichsführer es als Sabotage auslegen würde, wenn die beiden Wagen nicht sofort meinem Sonderkommando geschickt werden würden."
Die Wagen kamen. Sie wurden an den fahrplanmäßigen D-Zug nach Halle angehängt. Nach Tagen erreichte das "Sonderkommando" Leussing das schwäbische Ludwigsburg, die Reichswehr-Garnison Speidels. Aber in Ludwigsburg fand sich kein wetterfestes Versteck. Es ging weiter nach Oberstenfeld im Bottwar-Tal. Dort bot das Damenstift sicheren Unterschlupf. Die Einwohner der Kleinstadt halfen mit Verpflegung aus.
Das ging so lange gut, bis eines Tages Offiziere eines in Heilbronn einquartierten
Generalkommandos nach dem "merkwürdigen Generals-Verein im Frauenkloster" fahndeten. Der Kanonier vor dem Stift versperrte zwar den Eingang - "Wir unterstehen direkt dem Reichsführer SS Himmler" -, und die Generalstäbler aus Heilbronn ließen sich auch prompt abweisen, aber Leussing und Speidel beschlossen trotzdem, die Stellung zu wechseln.
Die Gefangenen und ihre Bewacher rückten per Bus aus, über Gönningen und Heiligenberg nach dem Hersberg, in ein Kloster, in dem der Pater Kruck residierte.
In dieser klösterlichen Abgeschiedenheit hielt der Kommandant Leussing es für an der Zeit, seine Gefängnisgeschäfte abzuwickeln. Das Stammpersonal wurde mit Entlassungsscheinen und Zivilkleidern ausgestattet. Der Krieg war noch nicht ganz aus, es war der 24. April 1945.
Am Abend dieses Tages saßen Leussing und die Häftlinge beim Abschiedstrunk. Die Feier wurde gegen ein Uhr nachts gestört. Über den Klosterhof dröhnte Marschtritt, dazwischen Kommandos: "Dicht aufbleiben!" Speidel wappnete sich für den letzten Gang dieses Krieges; er setzte seine liebenswürdigste Miene auf und ging hinaus.
Zauberwort Sabotage
Draußen stand ein SS-Oberst mit siebzig schwerbewaffneten Soldaten und dem Befehl in der Tasche, die Gefangenen zur Exekution abzuholen. Ehe Speidel noch dazu kam, dem Obersten zu sagen, wie glücklich er sich schätze, ihn kennenzulernen, hatte dieser SS-Zerberus schon die Maschinenpistole im Anschlag: "Was machen Sie denn hier draußen? Wo ist denn Ihr Kommandant? Wo sind denn die Wachposten?"
Der Mann hatte keine Lebensart, Speidel retirierte: "Leussing, Sie werden verlangt."
Der Major hatte unterdes den von Speidel vorgeblasenen Spruch memoriert: "Mein Kommando ist direkt dem Reichsführer SS Himmler unterstellt. Wir erwarten jeden Augenblick einen Sonderkurier mit Sonderbefehlen. Sie haben hier nichts zu bestellen. Sie können sich doch wohl denken, warum der Reichsführer diese Generale hier versteckt hält. Der braucht sie doch noch. Was Sie hier durchführen wollen, wird vom Reichsführer mit Sicherheit als Sabotage betrachtet. Das kostet den Kopf."
Das Zauberwort Sabotage überzeugte den SS-Obersten; das Exekutionskommando rückte ab.
Noch in derselben Stunde trat der Pater Kruck in Aktion. Er setzte sich auf sein Motorrad und machte - nach Speidels Plan - in dem badischen 200-Seelen-Dörfchen Urnau für Leussings Sonderkommando Quartier, weitab von den Hauptverbindungslinien, aber nahe der vorrückenden französischen Front. Dorfgeistlicher und Bürgermeister brachten die Häftlinge bei zuverlässigen Bauern unter, die ihrem Pfarrer mehr gehorchten als dem Kreisleiter.
Drei Tage später rollten zwei französische Panzer durch Urnau. Der Holländer Röell verdolmetschte den Franzosen, welcherart Prominenz in diesem Dorf zu finden sei. Das Oberkommando der 1. französischen Armee in Sigmaringen verfügte, den Häftlingen und dem Major Leussing Zivilkleider, 1000 Mark Bewegungsgeld und die Freiheit zu geben.
Der Pater Kruck berichtete später, Leussings "Generals-Verein" sei gerade weg gewesen, als das SS-Kommando wieder ins Kloster Hersberg zurückkehrte, diesmal mit dem Befehl - fernmündlich vom Reichssicherheitshauptamt -, die Häftlinge und den Major gleich an Ort und Stelle zu liquidieren.
Pater Kruck: "Ich durfte als Geistlicher doch nicht lügen. Als die SS mich fragte, wohin Leussing mit seinen Schützlingen gefahren sei, gab ich zur Antwort: ,Die Herren haben es mir nicht gesagt.'"
Der Generalleutnant außer Diensten Speidel fand sich in der zivilen Umwelt der Nachkriegsjahre schnell zurecht. Es war sein einstiger Schulkamerad Carlo Schmid, nach 1945 SPD-Staatsrat des Landes Württemberg-Hohenzollern, der ihm einen Forderungsauftrag (Jüngste Geschichte) der Tübinger Staatsregierung verschaffte. Schmid schickte den Neuhistoriker Speidel auch als Vertreter Württemberg-Hohenzollerns nach München; in den Wissenschaftlichen Beirat des Instituts für Zeitgeschichte.
Dort traf Speidel zum erstenmal Theodor Heuss, der damals das Land Württemberg-Baden in diesem Konsilium repräsentierte. Die beiden Schwaben kamen einander näher. Ihre Freundschaft hat sich seither bewährt, nicht zuletzt bei der scharfen Konkurrenz Speidels mit dem Generalleutnant Heusinger, der bei Verteidigungsminister Blank und dessen Stäblern einen leichten Vorsprung vor Speidel hält.
So verschieden die beiden Generale in ihren Anlagen sind, so haben sie sich doch von Anfang an in der Absicht getroffen, die eherne Rüstungspolitik des Kanzlers Konrad Adenauer millimetergetreu zu verfechten.
Als der Sicherheitskommissar Theo Blank im Januar 1951 zu den ersten Wehr-Parties
auf den Petersberg fuhr, wurde er von Heusinger und Speidel flankiert. Danach gingen die Wege der Generale auseinander. Heusinger richtete in Bonn die Militärische Abteilung des Hauses Blank ein. Speidel wurde ein viertes Mal in militärpolitischer Mission nach Paris geschickt.
Was er als militärischer Chefdelegierter der Bundesrepublik bei den Konferenzen über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft den Franzosen abhandelte, war im Frühjahr 1952 mehr, als sich die Bonner
Außen- und Militärpolitiker erträumt hatten. Mittlerweile ist die Basis dieser alten Verträge freilich brüchig geworden, zumal sie im Herbst 1954 - bei den Eilzug-Verhandlungen über den Beitritt Westdeutschlands zur Westeuropäischen Union und zum Atlantikpakt, bei denen Speidel wiederum als Bonner Chefmilitär fungierte kaum renoviert wurden.
Der erste Streit, der in Bonn über den Inhalt dieses Vertragswerkes entflammt ist, geht um die völkerrechtlichen Verpflichtungen der Bundesrepublik hinsichtlich der Gesamtstärke der Bundeswehr.
Am 13. Januar 1955, in der 26 Sitzung des Bundestags-Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, hatte der SPD-Abgeordnete Carlo Schmid gefragt: "Nach dem EVG-Vertrag war die Bundesrepublik nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, zwölf deutsche Divisionen zu stellen... In dem Westeuropäischen Unions-Vertrag ist ein oberer Plafond aufgestellt; mehr darf die Regierung nicht stellen. Es ist aber keine Verpflichtung, daß sie zwölf stellen muß. Was sie stellen muß, wird durch den Nato-Rat beschlossen, der die Mindestleistungen bestimmt. Dieser Beschluß kann nur einstimmig gefaßt werden... Ist diese Interpretation richtig?"
Außenamts-Staatssekretär Hallstein: "Ich werde darauf antworten."
Hallstein gab die Antwort in der 29. Sitzung des Auswärtigen Ausschusses, am 20. Januar 1955: "Das Maß des deutschen Beitrags ist rechtlich nicht fixiert... hat also der Bundestag das letzte und entscheidende Wort. Es ist sicher, daß dabei politische Erwägungen eine Rolle spielen werden... Genaueres läßt sich in Beantwortung dieser Frage nicht sagen."
Bis dahin gehen Theo Blanks Wehrjuristen mit dem Staatssekretär Hallstein konform. Aber, argumentieren sie, das Protokoll Nummer II über die Streitkräfte der Westeuropäischen Union, das nur die Maximalstärke der Bundeswehr vorschreibt, habe ausschließlich einen politischen Zweck gehabt, den es längst erreicht habe: Mendès-France, damals Frankreichs Ministerpräsident, habe diese Konzession gebraucht, um die Verträge in der Pariser Nationalversammlung durchzubringen.
Für die Bundesrepublik dagegen gelte in der Vertrags-Praxis heute die Anlage V zur Londoner Schlußakte, in der es heißt: "Der deutsche Beitrag muß seinem Umfang und seiner allgemeinen Art flach dem für die EVG festgesetzten Beitrag entsprechen."
Diese ominöse Formel war gemeint, als der SPD-Abgeordnete Lütkens am 14. Januar 1955, in der 27. Sitzung des Auswärtigen Ausschusses, fragte: "Ist das ein ratifikationsbedürftiges Dokument?"
Außenamts-Ministerialdirektor Grewe: "Ich meine ja."
Jener Satz aber, der die Bundesrepublik angeblich verpflichtet, 500 000 Soldaten zu stellen, kehrt in keinem der Vertragstexte wieder, die der Bundestag ratifiziert hat.
Es war der SPD-Abgeordnete Erler, der den evidenten Widerspruch zwischen der (nichtratifizierten) Londoner Akte und den (ratifizierten) Vertragsgesetzen aufzuklären suchte. Der Gesandte Ophüls, Rechtsexperte des Bonner Außenamtes bei den Vertragsverhandlungen, antwortete am 16. Februar 1955 in der 39. Sitzung des Bundestags-Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten: "Ein Widerspruch mit der Londoner Akte besteht nicht. In der Londoner Akte ist das gemeint, was hinterher in Brüssel
verhandelt worden ist... Es ist von vornherein an einen Maximalbeitrag gedacht gewesen. Es ist etwas ungenau ausgedrückt."
Mit anderen Worten: Auch die Londoner Schlußakte, gleichviel ob ratifiziert oder nicht, verlangt von der Bundesrepublik keineswegs, daß sie ständig 500 000 Soldaten unter Waffen hält*.
Die Juristen haben inzwischen zu vagen Begriffen - wie "Treu und Glauben", "Ratio der Verträge" und "Geschäftsgrundlage" - ihre Zuflucht genommen.
Bei weitem realistischer jedoch als ihr Dialog scheint - auch unter dem Aspekt redlicher Bündnistreue - die Frage, an der sich die Militärpolitiker und die Militärs erhitzen:
- Wehrpflicht-Heer, dessen Form und Bewaffnung zu einem Zeitpunkt konzipiert wurden, als es noch keine Atom- und Fernlenkwaffen gab, oder ein kleines, intensiv trainiertes
- Freiwilligen-Heer, dessen Gliederung
und Ausrüstung auf die rapide Waffenentwicklung zugeschnitten ist?
Um jeden der beiden Entwürfe rankt sich ein bunter Kranz von Argumenten.
Für das Wehrpflicht-Heer werden angeführt:
- Die enorme Feuerkraft der Atomwaffen verhindert den Bewegungskrieg und zwingt zum Stellungskrieg, der nur mit Massenheeren geführt werden kann.
- Die Flächenwirkung des Atomfeuers
verursacht hohe Verluste, die nur mittels starker Wehrpflicht-Reserven ausgeglichen werden können.
- Allein für die aktive Boden-Luftabwehr
werden im Kriege mindestens 500 000 Soldaten benötigt, die nur per Wehrpflicht zusammenzubringen sind.
- Die Ausrüstung eines kleinen Freiwilligen-Heeres, das den Kampfwert eines größeren Wehrpflicht-Heeres erreichen soll, ist unverhältnismäßig kostspieliger.
- Der einzelne Wehrpflichtige ist billiger als der Freiwillige.
- Das Wehrpflicht-Heer läuft nicht Gefahr, sich nach dem Muster der Reichswehr zu einem "Staat im Staate" zu entwickeln.
Der Thesen-Katalog für das Freiwilligen-Heer dagegen sieht so aus:
- Die Wehrpflicht in der Bundesrepublik veranlaßt die Sowjetzone, ihr Wehrpotential in gleichem Maße auszuschöpfen.
- Die Feuerkraft der Atomwaffen begünstigt eher den Angriff als die Abwehr; sie erfordert aber äußerste Beweglichkeit, die nur von bestqualifizierten und vollmechanisierten Freiwilligen-Verbänden erreicht wird.
- Die (mindestens) zweijährige Grunddienstzeit eines Teils der Freiwilligen ermöglicht es, Reserven zu bilden.
- Die aktive Boden-Luftabwehr kommt, abgesehen von den Kadern, mit Milizsoldaten aus.
- Das Freiwilligen-Heer ist angesichts des
Facharbeitermangels und der schwachen Geburtsjahrgänge* insgesamt wirtschaftlicher als das Wehrpflicht-Heer.
- Der Wehrersatz-Apparat wird eingespart.
- Die erklärten und nicht erklärten
Kriegsdienstverweigerer belasten nicht die Stimmung der Truppe.
- Gerade, zu Zeiten der allgemeinen
Wehrpflicht war die Armee der bestimmende Faktor in der Politik (Moltke, Waldersee, Ludendorff); abgesehen davon, gewährleisten die neuen Grundgesetz-Vorschriften die lückenlose politische Kontrolle auch des Freiwilligen-Heeres.
Es ist einige Zeit her, daß der Oberst im Generalstab außer Diensten Spitzer - im Kriege Generalstabschef eines Armeekorps, heute Stabschef der Bundesgrenzschutz-Inspektion - eine Operationsstudie verfertigt hat: "Schwert und Schild." Oberst de Maiziere, Chef der Unterabteilung "Führung" in Speidels Stabe, zum SPIEGEL: "Glauben Sie ja nicht, daß Sie Herrn Spitzer einen Gefallen tun, wenn Sie über seinen Plan etwas schreiben."
Der sogenannte Spitzer-Plan ist im Zusammenhang mit der Wehrpflicht-Debatte schon deshalb interessant, weil er ein Abwehr-Rezept ohne die traditionelle Form der Wehrpflicht anbietet, das - im Gegensatz zu den Plänen des Speidel-Stabes - zweifach funktionieren soll:
- Schutz der Bundesrepublik gegen Massenoperationen sowjetischer Landstreitkräfte "durch eine aktive Verteidigung der Grenze" und
- Schutz der Zivilbevölkerung vor der
Wirkung der Atomwaffen und dem Zugriff des Angreifers.
In der Wehrpflicht-Denkschrift der Bundesregierung heißt es: "... müssen die Kraftzentren der Bundesrepublik... geschützt werden." Und: "Die Schwerpunkte (der Heimatverteidigung) liegen ... im Schutz der für die Zivilbevölkerung ... lebenswichtigen Einrichtungen."
Dazu der Oberst Spitzer: "Das wesentliche Kraftzentrum der Bundesrepublik ist die biologische Substanz ihrer Bevölkerung."
In der Wehrpflicht-Denkschrift steht auch zu lesen: "Die freie Welt schützt gegenwärtig die Überlegenheit ihrer Atomwaffen." Dieser Satz ist nicht nur sprachlich falsch; auch das, was er sagen soll, stimmt nicht mehr. Für das Atom-Rüstungsverhältnis zwischen den beiden Machtblöcken gilt seit längerem das Schlagwort "Patt-Strategie". Dieses Gleichgewicht aber ist in dem Augenblick erheblich gestört, in dem es der einen Atom-Macht gelingt, die andere überraschend zu überfallen.
Oberst Spitzer will nicht aus der Nato ausscheren und auf deren Waffenhilfe verzichten. Im Gegenteil, sein Projekt zielt dahin, die Effektivität des westdeutschen Nato-Beitrages zu steigern. Zu diesem Zweck empfiehlt der Planer Spitzer:
- Befestigte Stützpunkte ("lauter kleine
Sehweizen"), die sich wie ein Netz über die ganze Bundesrepublik ausbreiten und der Bevölkerung einen atomsicheren Unterschlupf bieten.
- Grenzbataillone (50 000 Freiwillige), die
- in den grenznahen Stützpunkten ständig gefechtsbereit - einen überraschenden Überfall verhindern und den Angreifer so lange bremsen, bis die Bevölkerung die Atombunker in den Stützpunkten erreicht (weiteste Entfernung: 100 Kilometer) und bis sich die Masse der Abwehr-Verbände versammelt hat.
- Eine Miliz, die aus atomsicheren Feldbefestigungen heraus die Stützpunkte sichert, den Angreifer aufhält und ihn zwingt, seine Verbände zu massieren.
- Ein Operationsheer (220 000 Freiwillige*),
das im Zusammenwirken mit den Nato-Verbänden und der Stützpunkt-Miliz den zur Konzentration seiner Kräfte gezwungenen Angreifer in der Flanke faßt und wirft.
Bei den Bonner Militärpolitikern, die um das Wehrpflicht-Gesetz raufen, hat vorzugsweise dieser letzte Punkt des Spitzer-Plans Anklang gefunden. Denn Spitzer bemüht sich, den Nachweis zu führen, daß ein kleines, modern bewaffnetes und gegliedertes Freiwilligen-Heer im Atomkrieg leistungsfähiger Ist als ein großes, veraltet ausgerüstetes Wehrpflicht-Heer: "Mit zwei Maschinengewehren kann man ein ganzes Bataillon aufhalten, mit zehn Karabinern nicht."
Spitzers Kampfverband ist vollmechanisiert, gegen Infanteriefeuer, Artillerie-Splitter und Atom-Strahlen geschützt und ficht normalerweise von den Fahrzeugen aus. Er besteht aus
- drei Infanterie-Kompanien mit Zwei-Mann-Panzern (Maschinengewehre, Ofenrohre) und Vier-Mann-Panzern (Sturmgeschütze),
- einer Pionier-Kompanie mit gepanzerten Fünf-Mann-Fahrzeugen,
- einer schweren Panzer-Kompanie mit 8,8-cm-Kanonen,
- einem Raketenwerfer-Zug auf gepanzerten Selbstfahrlafetten und
- einer Versorgungs-Kompanie auf gepanzerten Fahrzeugen.
Fünf Kampfverbände bilden eine Kampfruppe (Brigade), fünf Kampfgruppen eine Division.
Des Generalleutnants Speidel Infanterie-Division dagegen verfährt nach dem altertumlichen Grundsatz der Ausbildungsvorschrift: "Der Infanterist kämpft zu Fuß." Speidels Grenadiere haben allerdings gar keine andere Wahl, denn sie werden auf ungepanzerten Lastkraftwagen transportiert, die an feste Straßen gebunden sind und sich nicht im Gelände bewegen können.
Dafür ist die Speidelsche Infanterie-Division mit leichter Flak ausgerüstet, die im Lkw-Schlepp fährt. Begründung: "Auch
im nächsten Krieg wird es Tiefflieger geben." Spitzer: "Die sind so schnell, daß man sie mit der angehängten Flak nicht fassen kann."
Außerdem gehört zu dieser Division ein Artillerie-Regiment mit leichten und schweren Feldhaubitzen, die von taktischen Atomwaffen mühelos weggeblasen werden.
Die Luftrüstungs-Pläne der Bundeswehr sehen nicht gediegener aus. Die Raketen-Batterien, mit denen die Boden-Luftabwehr ausgestattet werden soll, erreichen zwar die Flughöhe der operativen Bomber (bis zu 17 Kilometer), können aber den Fernlenkwaffen nichts anhaben. Die Düsenjäger hängen an den langen Rollfeldern fest, die erstes Angriffsziel der Fernlenkwaffen sein werden.
Es ist nicht schwer vorauszusagen, daß die Bundeswehr im Jahre 1960 - zu dem Zeitpunkt, zu dem ihr Aufbau vollendet sein soll - über Waffen und Kampfmittel verfügen wird, die zehn Jahre vorher - als Speidel in Paris Bewaffnung und Ausrüstung festlegte - modern gewesen wären.
Bei dieser Sachlage und angesichts des milderen politischen Klimas in der Welt sehen die - Militärpolitiker der Bonner Opposition im Spitzer-Plan den Ansatz für eine langsameile Entwicklung, die den
Nato-Verpflichtungen der Bundesrepublik im Grunde genommen besser. Rechnung trägt als die planlose Hast Theo Blanks und seiner politisch noch unkundigeren Inspekteure:
- Bis Ende 1958: 150000 Freiwillige und bis Ende 1961: 300000 Freiwillige.
Die Wehrpflicht, argumentiert die Opposition, lasse sich, je nach Bedarf, später immer noch aufstocken, in Milizform oder in althergebrachter Weise.
300.000 bundesdeutsche Soldaten würden tatsächlich genau dem Bevölkerungsanteil
von 0,6 Prozent entsprechen, den der Nato-Partner Italien unter Waffen hält - außer Westdeutschland (und Luxemburg) die einzige Nato-Macht, die nicht in Übersee gebunden ist. Die Stärke der "Nationalen Volksarmee" in der Sowjetzone liegt bis heute,sogar unter diesem Prozentsatz.
Das Projekt, die westdeutsche Aufrüstung nur mit Freiwilligen-Kadern anzukurbeln, ist nicht neu. Es geht zurück auf den Obersten im Generalstab außer Diensten von Bonin. Als Bonin im Jahre 1953, damals Chefplaner im Hause Blank, diesen stufenweisen Aufbau-Rhythmus vorschlug, stimmten ihm Theo Blank und General Heusinger vorbehaltlos zu. Da war der General Speidel in Paris, der die EVG in Gefahr sah und deshalb Alarm schlug. Blank und Heusinger schreckten zurück, Bonin wurde einfachheitshalber desavouiert.
Seit jenem Vorgang waren anderthalb Jahre vergangen, als der SPD-Pressedienst ihn zum Anlaß nahm, den Obersten von Bonin anzuschwärzen, er plane eine "Schwarze Reichswehr", eine illegale Freiwilligen-Armee. Das geschah zu der Zeit, da Bonin seinen Sperriegel-Plan feilbot.
Inzwischen sind die Sozialdemokraten dahintergekommen, daß sie damals Zweckinformationen aus dem Hause Blank aufsaßen. Sie haben sich denn auch angestrengt, ihre Fehlleistung wieder auszuwetzen. Der Gedanke, "unabhängige" Generale um ein Gutachten über die Wehrpflicht-Problematik zu bitten, stammte von ihnen. Aber sie hatten kein Glück.
Der Mann, an dessen Gutachten die Wehrexperten der SPD ihre Hoffnungen geknüpft hatten, war der General der Panzertruppen Wenck, genannt "Sonnenvogel". Wenck ist mit Bonin befreundet; die Ansichten der beiden über den zweckmäßigsten Aufbau der Bundeswehr und den Schutz der Bundesrepublik stimmen überein. Aber Wenck lieferte kein Gutachten; seine Firma, die Dr. C. Otto und Comp. GmbH., hatte abgewinkt.
Die SPD geriet statt dessen an einen Mann, dem der verlorene Krieg nun bereits wieder einen aktiven Adjutanten im Majorsrang eingetragen hat, wiewohl er selber "außer Diensten" ist und bleibt: an den Feldmarschall von Manstein. Das Motto der Unbelehrbaren stammt aus der Zeit des Alten Fritzen, gilt aber seit 1918 nicht mehr: "Ein Feldmarschall ist immer im Dienst."
Was bei der Gutachterei der pensionierten Generale unter dem eindeutigen Vorzeichen des Feldmarschalls von Manstein herauskam, hätte sich unschwer erraten lassen: Militärischer Perfektionismus nach der für Deutschland so erfolgreichen Devise "Je stärker, je besser".
Auf die Frage der Parlamentarier an die Gutachter-Generale, wie denn die Zivilbevölkerung zu schützen sei, antwortete Manstein stellvertretend für alle: "Das gehört nicht zu unseren Zuständigkeiten." Tatsächlich aberbemißt sich der Wert jedes Verteidigungsplans in der gegenwärtigen Situation der Bundesrepublik ausschließlich nach dem Schutz, den er der Bevölkerung gibt.
Im Stabe des Generalleutnants Speidel ist unterdes eine Gegenschrift zum Abwehr-Plan des Obersten Spitzer zusammengestoppelt worden. Über den Bevölkerungsschutz steht auch hier kein Wort.
* Speidels älterer Bruder Wilhelm war bei Kriegsende General der Flieger. Er wurde von den amerikanischen Militärrichtern in Nürnberg zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt und im Jahre 1951 amnestiert.
* Oswald Spengler In "Neubau des deutschen Reiches".
* Fabian von Schlabrendorff, Im Kriege Ordonnanzoffizier im Stabe Kluges, in dem Buch "Offiziere gegen Hilter."
* Die gegenteilige Darstellung des SPIEGEL im Heft Nr. 17/1956 beruhte auf den nicht vollständigen Unterlagen der Bundesregierung.
* Das Jahrgangspotential der Bundesrepublik steigt zwischen 1936 und 1940 von 420000 auf 480 0000, fällt aber zwischen 1940 und 1946 von 480 000 auf 260 000. Die Tauglichkeitsquote beträgt im günstigsten Fall 55 Prozent. Benötigt werden - laut Blanks Planung - alle anderthalb Jahre 270 000 Wehrpflichtige.
* Spitzer braucht insgesamt 380000 Freiwillige: 220 000 für das Heer (davon 22000 als mobile Reserve), 50000 für die Grenzbataillone, 30000 als Kader der Miliz und Boden-Luftabwehr, 60000 für die Luftwaffe und 20000 für die Marine. Die Grenzbataillone und der Miliz-Stamm werden regelmäßig mit Verbänden des Operationsheeres ausgewechselt. Verteidigungsminister Blank hat insgesamt 230 000 Freiwillige eingeplant.
Adenauer, Heusinger, Speidel: Charme zur rechten Zeit
Stuttgarter Zeitung
"Was? Einberufungen stoppen? Und wo nehm' ich die Schreibstuben-Divisionen her zum Abbau des Aufbaus?"
Generalstabschef Beck, Speidel: In Paris gut eingeführt
OKW-Chef Keitel, Speidel, Hitler: Berliner Ringvereine ...
... und Pariser Kommune: Speidel, Botschafter Abetz, Marschall Pétain (ganz rechts)
Speidel, Feldmarschall Rommel: Erschossen werden oder fliehen
Schloß Küstrin: Generals-Gefängnis mit gepolsterten Türen ...
... und Marketenderei: Kloster Hersberg
Generals-Wächter Major Leussing
Marschbefehl ins Damenstift
Speidel-Gehilfe Oberst de Maizière
Abwehr-Rezept ...
Verteidigungs-Planer Oberst Spitzer
... ohne Wehrpflicht
Speidel mit Feldmarschall Montgomery (links}, mit französischem Nato-General Barbier (rechts): "Für den Auslandsdienst geeignet"

DER SPIEGEL 27/1956
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DER SPIEGEL 27/1956
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