11.07.1956

Thomas Müntzer (Ostzone).

Defa-Regisseur

Martin Hellberg (Lebensmotto: "Die Kunst ist ein erotischer Prozeß"), Träger des "Nationalpreises" und des "Weltfriedenspreises", hat in diesem agfacolorierten "Bilderbogen deutscher Geschichte" den Wiedertäufer-Rebellen, Bilderstürmer und Märtyrer des Bauernkrieges in einen urkommunistischen Ahnherrn des Walter Ulbricht umfrisiert. Auf dem historischen Kampfplatz bei Bad Frankenhausen in Thüringen, wo Anno 1525 die Kerntruppen der Bauernkrieger von den Landsknechten der Fürsten zusammengeschlagen wurden, liefern sich 2000 verkleidete Volkspolizisten und Schüler der Baufachschulen

von Erfurt und Gotha eine blutig-dekorative Filmschlacht. 206 Haupt- und Neben-Akteure - die Titelrolle bewältigt der Hamburger Schauspieler Wolfgang Stumpf mit gedämpften Edelmut -, verschlingen die vorwiegend rötlichen Handlungsfäden zu einem monumentalen Verwirrspiel. Läuft nur in der Ostzone. (Defa.)


DER SPIEGEL 28/1956
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