27.04.1960

NEU IN DEUTSCHLAND

Liebling der Götter (Deutschland).

FILM

Als

eine Art "Romeo und Julia im Dritten Reich" offerieren Produzent Artur Brauner und Regisseur Gottfried Reinhardt die Geschichte der Schauspielerin Renate Müller (SPIEGEL 13/ 1960). Romeo ist Jude und muß emigrieren, Julia aber der Liebling des Filmpublikums und unabkömmlich. Damit sich niemand politisch betroffen oder rassisch unangenehm berührt fühlen muß, wird der Jude (Peter van Eyck) zum blonden Musterpreußen stilisiert und der Müller als Jugendfreund ein "anständiger Nazi" beigegeben. Am Grabe der von Goebbels in den Tod getriebenen Schauspielerin treffen sich die beiden wieder, im Schmerz versöhnt. In der Titelrolle der lebenslustig kecken Renate Müller: Ruth Leuwerik, die gefühlvoll-tüchtige Trapp-Mutter des deutschen Films. Das Temperamentsgefälle zwischen Müller und Leuwerik gleicht dem zwischen dem Berlin von 1930 und der Bundesrepublik von 1960. Wie um die Diskrepanz nachdrücklich zu betonen, muß die Leuwerik singend und tanzend einige Szenen aus alten Renate-Müller-Filmen imitieren: Das Resultat ist von vollendeter Peinlichkeit. (CCC.)

Ruth Leuwerik


DER SPIEGEL 18/1960
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