15.06.1960

Sammy Davis jun.

Sammy Davis jun., 34, einäugiger jüdischer Neger-Sänger und Broadway-Unterhalter ("Mister Wonderful"), verflossener Bräutigam-Aspirant der Kim Novak, und der Blaue Engel in zweiter Auflage aus Schweden, die scheidungswillige Ehefrau des Rechtsstudenten Edward Gregson, May Britt, 24, gaben in einem Mayfair-Hotel Londons, wo Davis für eine Wochengage von 5000 Pfund (60 000 Mark) im Nachtlokal "Pigalle" auftritt, eine Pressekonferenz, in der sie ihre für September anberaumte Hochzeit ankündigten. Des Sängers erneute blonde Hochzeitspläne - schon sein Novak-Engagement war ihm in Hollywood übel angekreidet worden - riefen in London Demonstranten auf den Plan, die Schilder mit den Aufschriften "Go home, nigger" und "Keine Mischehen in England" vor Sammys Arbeitsstätte trugen. Die Demonstranten sollen als Anhänger des britischen Faschistenführers Sir Oswald Mosley erkannt worden sein. Als Rächer gegen Demonstranten-Unbill erschien dem Sammy Davis der "Daily Mirror"-Kolumnist Connor-"Cassandra", der sich auf der Frontseite seiner Zeitung in Großbuchstaben bei Davis im Namen von "51 680 000 minus 100" seiner Landsleute entschuldigte.


DER SPIEGEL 25/1960
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