29.06.1960

KUBA / FIDEL CASTROAn die Wand

Vor anderthalb Jahren stieg er - den Revolver in der Hand - aus den unwegsamen Bergwäldern der Sierra Maestra hinab in die Ebene, um das Land vom Tyrannen zu befreien.
In diesem Frühsommer kehrte er im Cadillac - eine Maschinenpistole auf dem Schoß, 5000 Soldaten hinter sich aus seiner Hauptstadt Havana in dieselben Dschungelberge zurück, um aufständische Feinde des eigenen Regimes zu töten.
Weniger als zwei Jahre haben ausgereicht, um Kubas Freiheitshelden Fidel Castro zu einem Protagonisten der jahrhundertealten Tragödie aller Revolutionen werden zu lassen: Der Rebell, der auszog, eine Gewaltherrschaft zu stürzen, hat eine neue Diktatur errichtet. Mit 31 Jahren verkörperte er Tugend und Tapferkeit einer Nation. Mit 32 Jahren ist er vom Genuß der Macht bis ins Mark vergiftet.
Das letzte große Abenteuer dieser Generation - der Sieg einer Handvoll verwegener Träumer über die raffinierte Maschinerie eines modernen Polizeistaats - hat sich in ein geschichtliches Drama verwandelt: Aus dem von Menschen Gejagten wurde ein Menschenjäger; aus dem Ritter der Revolution ein Prediger von Haß, Gewalt und Sozialismus; aus dem Idol der Teenager Amerikas ein Flirt des Kreml (SPIEGEL 25/1960).
Fidel Castro, unehelicher Sohn einer ehemaligen Haushälterin und geliebter Diktator der kubanischen Massen, hat im Hinterhof der Vereinigten Staaten die erste Volksrepublik der westlichen Erdhälfte etabliert. Durch die kubanische Pforte, hinter der vor fast fünfhundert Jahren Kolumbus die Neue Welt entdeckte, droht heute der revolutionäre Sozialismus in die amerikanische Hemisphäre einzubrechen.
Der Kampf zwischen Kommunisten und ihren Gegnern ist in und um Kuba mit gleicher Heftigkeit entflammt und muß noch in diesem Jahr zu einer vorläufigen Entscheidung führen: Während im Landesinnern Fidel Castro nach östlichem Vorbild "Konterrevolutionäre" liquidieren läßt, Industrien nationalisiert, privaten Großgrundbesitz in staatliche "Kooperative" verwandelt, Presse und Fernsehen gleichschaltet, ausländisches Eigentum enteignet und seine Untertanen zu immer neuen Haßausbrüchen gegen die "grausamen US -Aggressoren" aufputscht, drohen und schmeicheln die Vereinigten Staaten und die Sowjet-Union von außer her dem Inseldiktator.
Das State Department schickt bis zu drei Protestnoten am Tag nach Havana, um gegen "Verleumdung" der US-Regierung, "Enteignung" amerikanischer Vermögen oder "Schikanierung" des Marinestützpunkts der Vereinigten Staaten auf Kuba, Guantánamo, Einspruch zu erheben.
Kreml-Boß Nikita Chruschtschow, der im Februar dieses Jahres seinen Stellvertreter, das armenische Händlertalent Anastas Mikojan, auf Spähtrupp zu Handelsvertragsverhandlungen nach Havana entsandte, wird noch in diesem Sommer Kuba mit einem Staatsbesuch beehren und hat seinerseits Castro nach Moskau eingeladen.
Ein unterentwickeltes Eiland - flächenmäßig ein Fünftel der Insel Madagaskar, mit weniger Einwohnern als London hat die Herren dieser Welt zu einer
neuen Kraftprobe herausgefordert. Der sonnige Spielplatz der Millionäre im Karibischen Meer ist zum Exerzierfeld der Weltpolitik geworden. Das Harlekin-Gewand von Castros Revolution vor der verwaisten Luxuskulisse läßt diese kubanische Metamorphose nur noch unheimlicher erscheinen.
Auf den Straßen Havanas werden schokoladenfarbene Schulkinder, in den Fabrikhöfen chinesische Arbeiterinnen* und zwischen wogenden Zuckerrohrfeldern hemdlose Tagelöhner militärisch gedrillt: "Uno - dos - tres - cuatro - Fi - del - Cas - tro!", so zählen sie im Takt ihres Gleichschritts.
Das Telephon-Fräulein meldet sich: "Vaterland oder Tod! Welche Nummer wünschen Sie?" Der Liftboy ruft: "Die Agrarreform geht weiter. 24. Stock, bitte." Die kommerzielle Radio-Werbung plärrt: "Nichts kann die Revolution stoppen, aber Pix-Pillen stoppen die Grippe."
Über die Bootsstege der einst exklusiven Jachtklubs von Havana (Eintrittsgebühr 2000 Dollar) trippeln heute die nackten Füße neugieriger Analphabeten aus den Dschungelprovinzen. Die Furcht sitzt bei der Bourgeoisie zu Tisch. Plakate, auf denen die zerrissenen Sandalen eines Kindes einem amerikanischen Golfschuh gegenübergestellt sind, animieren zum Klassenhaß. Und in den leeren Schaufenstern der Kaufhäuser prangen überlebensgroße Photos des "jefe máximo", des "größten Führers" aller Zeiten, Fidel Castro, mit dunklem Piratenbart und feuchten Existentialistenaugen.
Der Regierungschef der Republik Kuba amtiert heute noch genauso, wie er einst als Rebell in den Bergen gekämpft hat: leidenschaftlich, planlos und grausam. Der Bürgerkrieg gehört der Geschichte an, aber die Revolution geht weiter. Die unappetitliche Bart - und Haartracht des Ministerpräsidenten, der seinen Partisanen im Dschungel den Schwur abnahm, sich nicht zu rasieren oder das Haar zu schneiden, ehe die Revolution gewonnen sei, ist das äußere Symbol des anhaltenden Kampfes.
Dieser in Europa vielbespottete Oberammergau-Habitus des "größten Führers" hat indes noch tiefere, blasphemische Bedeutung: In Fidel Castro ist Kuba ein neuer Erlöser erstanden er ist Kubas Christus-Darsteller mit Lockenhaar und Vollbart.
Alle westlichen Berichte über eine gefährlich wachsende Opposition in der Bevölkerung entspringen demokratischem Wunschdenken. Der Personenkult um Fidel Castro stellt alle östlichen Vorbilder in den Schatten. Doch er rührt nur zum Teil von der völligen Gleichschaltung der Presse und der Kontrolle über Radio und Fernsehen her (vier von den sechs Fernsehsendern Havanas und 128 der 149 kubanischen Rundfunkstationen sind der Regierung unterstellt).
Die fanatische Liebe der Kubaner zu Fidel Castro trägt durchaus religiöse Züge. Die Macht der katholischen Kirche, die sich in Kuba allzusehr und allzulange mit der grausamen spanischen Kolonialherrschaft identifizierte, ist auf der Insel geringer als in allen anderen südamerikanischen Staaten.
Drei von vier kubanischen Dörfern leben ohne Kirche oder katholischen Geistlichen; über 400 000 Ehen auf dem Lande sind weder von einem Standesbeamten beglaubigt noch von einem Priester geweiht. Fidel Castro brachte diesen Menschen eine Ersatzreligion.
Wenn er über das Fernsehen vor seinen Untertanen predigt, verdoppelt sich im morbiden Havana die Zahl der Herzanfälle; in der Provinz werfen sich die Frauen und Kinder vor den Bildschirmen auf die Knie.
Daß sich Fidel Castro selbst für einen Übermenschen hält, ist für die Weltgeschichte ohne Belang. Daß Millionen Kubaner vom gleichen Rausch gepackt sind, hat die kubanische Revolution zum unberechenbaren Gefahrenherd für die amerikanische Hemisphäre werden lassen, zu einem politischen Naturereignis, dem mit den herkömmlichen Putschmethoden lateinamerikanischer Politik nicht mehr beizukommen ist.
Auf jedem Staatsempfang in Havana erscheint Castro in demselben olivgrünen Militärhemd mit offenem Kragen und dunklen Schweißflecken, das er einst in der Wildnis trug.
Er kennt keinen Amtssitz, sondern regiert das Land von einem amerikanischen Cadillac, einem sowjetischen Helikopter oder vom Fernsehstudio aus. An einem typischen Arbeitstag des letzten Monats inspizierte er morgens im Ostteil der Insel Truppen, half mittags beim Löschen eines Zuckerrohr-Brands, den emigrierte Castro-Gegner vom Flugzeug aus mit Phosphor-Bomben in den fruchtbaren Niederungen entzündet hatten, und hielt am Abend - schreiend, schwitzend und gestikulierend - in Havana eine fünfstündige Fernseh-Rede.
Bei einer solchen TV-Schau des Diktators gelang es kürzlich dem seit einer Woche vergebens antichambrierenden klubzanischen Strohpuppen-Staatspräsidenten Osvaldo Dorticos Torcado, dem Regierungschef ein Bündel neuer Gesetze zur Unterschrift auf den Mikrophon-Tisch zu schieben; unterdessen verteidigte die Präsidenten-Gattin mit ihrem Federhut den kostbaren Sitzplatz ihres Gemahls in der ersten Stuhlreihe des mit bärtigen Leibwächtern, Halbwüchsigen, Ministern, Castro-Verehrerinnen und Reportern vollgestopften Studios.
Der Platz in Havana, der dem herkömmlichen Arbeitszimmer eines amtierenden Ministerpräsidenten am ehesten ähnelt, ist das Büro des Direktors der Bodenreform-Organisation I.N.R.A., Núnez Jiménez, in dem immer noch nicht fertiggestellten 19stöckigen Hauptquartier seiner Behörde an der Ausfallstraße zum Flughafen: An Jiménezens Schreibtisch zieht Castro - wenn er in Havana ist - für ein oder zwei Stunden einen zweiten Stuhl heran, um Akten zu lesen und zu regieren.
Zur Mittagszeit schauen dann in das kahle, nur mit Tischen und Stühlen ausstaffierte Zimmer zuweilen auch Castros Bruder, Kriegsminister Raúl Castro, und Kubas Wirtschaftszar, Nationalbank -Präsident Ernesto Guevara, herein. Die Akten werden vom Tisch gefegt, Papierservietten aufgelegt, und aus Pappschachteln futtern die vier mächtigsten Männer Kubas ihren Lunch, meistens "arroz con pollo" (Huhn mit Reis); sie trinken dazu Brauselimonade.
Fidel Castro ist von der krankhaften Furcht besessen, längeres Verweilen an einem Ort könne zu einem Attentat führen. Diese Zwangsvorstellung treibt ihn Tag und Nacht in seinem Reich umher.
Jeder Zeitbegriff ist ihm fremd, trotz zweier Armbanduhren, die er nach östlicher Eroberersitte am linken Handgelenk trägt. Eine befrackte Festversammlung in Havana ließ er einmal vier Stunden lang warten; zu Verabredungen mit seinen Ministern oder ausländischen Diplomaten erscheint er oft überhaupt nicht. Schläft er zwei Stunden am Vormittag, so können seine Leibwächter sicher sein, daß sie die nächste Nacht hindurch kein Auge schließen werden.
Von seinen Untertanen verehrt wie ein fleischgewordener Gott, nimmt sich der Revolutionstribun, was er haben will, wo er es findet: Essen, Frauen, Unterkunft.
Bei dem Botschafter Argentiniens schrillte unlängst nachts um zwei Uhr die Hausglocke. Schlaftrunken öffnete der Diplomat im Pyjama. An ihm vorbei stürzte Fidel Castro in die Küche, griff sich eine Delikatessenschüssel und begann, mit vollen Backen kauend, die argentinisch-kulianischen Beziehungen zu erörtern.
Castros amouröse Affären, sofern sie dieses Adjektiv verdienen, sind in Havana Legion. Das weite Feld seiner weiblichen Bekanntschaften reicht von Stubenmädchen im Hilton-Hotel über Anbeterinnen aus Amerika bis zu Damen der kubanischen Gesellschaft (SPIEGEL 18/1960). Nie hält sich der Diktator dabei mit umständlicher Werbung auf.
Zur Zeit hat Castro drei feste Quartiere: ein kleines Haus im Fischerdorf Cogimar bei Havana, ein Appartement in der 11. Straße des hauptstädtischen Stadtteils Vedado und eine Villa in dem fashionablen Vorort Miramar. Fühlt er sich schläfrig, macht er sich jedoch nicht erst die Mühe, einen dieser Wohnsitze aufzusuchen, sondern beschlagnahmt im nächsten Hotel ein paar Zimmer oder legt sich im Bett eines in der Nähe wohnenden Freundes zur Ruhe.
Das gleiche Chaos, das in Fidel Castros Privatleben dominiert, beherrscht auch Kubas Staatsgeschäfte. Wenn der Ministerpräsident in seinem Hubschrauber über Land fliegt und einen Platz entdeckt, der ihm für die Errichtung einer Schule geeignet erscheint, läßt er den Helikopter landen, beordert den lokalen Militärkommandanten zu sich und händigt ihm - zugleich mit dem Baubefehl - einen persönlichen Scheck auf die Nationalbank aus.
Oft sind diese Schecks nicht gedeckt, weil Castro sich nie die Mühe macht, über seine Ausgaben Buch zu führen. Aber der 34jährige Nationalbank-Präsident Ernesto ("Che") Guevara, ein argentinischer Arzt, der einen Ausländischen Besucher jüngst verblüffte, als er, aus dem Brausebad kommend, nur mit einem Bart bekleidet vor ihn trat, um eine Anleihe zu debattieren, hat für solche Allüren seines Regierungschefs volles Verständnis: Er selbst pflegt offizielle Schreiben und Anweisungen an die Staatskasse mit seinem Spitznamen "Che" zu signieren.
Da der überall herumschwirrende und nirgendwo greifbare Diktator heute tatsächlich in Kuba alle wichtigen Entscheidungen allein trifft, mögen die hochfliegenden Pläne der einzelnen Ministerien in sich noch so wohldurchdacht sein: weil jede Koordinierung fehlt, tragen sie nur dazu bei, das allgemeine Chaos zu vergrößern.
Anfang dieses Jahres erhöhte das Arbeitsministerium die Löhne der Arbeiter in den Schuhfabriken genau zu jenem Zeitpunkt, als das Handelsministerium die früheren Schuhpreise einfrieren ließ. Die Folge: kubanische Schuhe kosteten in der Herstellung mehr als im Laden. Ähnlich verhält es sich mit dem Tourismus: Während die kubanische Touristenorganisation I. N. I. T. Hunderttausende von Dollars in Amerika ausgab, um den seit Castros Machtübernahme versiegten US-Touristenstrom wieder in Fluß zu bringen, propagierte Fidel Castro den nationalen Haß gegen Amerika, so daß jeder Yankee fürchten mußte, bei seiner Ankunft in Kuba geschlachtet zu werden.
Castros salomonische Entscheidung in diesem Dilemma: Die Rechnung einer amerikanischen Werbefirma in Miami, die im Auftrag der kubanischen Touristenorganisation 2,5 Millionen Mark sinnlos für Fremdenverkehrswerbung verplempert hatte, wurde nicht bezahlt.
Der Tourismus, einst die drittgrößte Einnahmequelle Kubas, aus der jährlich rund 70 Millionen Dollar ins Land flossen, ist praktisch zum Erliegen gekommen.
Im luxuriösen "Riviera Hotel" bewirteten im Wochendurchschnitt dieses Frühsommers 700 Angestellte 42 Gäste; im Spielsaal des "Hilton-Havana" lungerten mehr Croupiers als Spieler an den Baccarat-, Black-Jack- und Crap -Tischen herum; die Manager von Varadero Beach, dem berühmtesten Strand dieser Erde, und die Mädchen vom "Blue Moon", denen Graham Greene durch seinen "Mann in Havana" zu weltweiter Popularität verhalf, sahen sich gezwungen, ihre Preise zu halbieren.
Es ist den Hotels verboten, die Pforten zu schließen. Sie müssen ihren Betrieb aufrechterhalten, bis sie bankrott sind. Dann werden sie von der Regierung übernommen. So erging es in diesem Monat auch den beiden größten Hotels, "Hilton" und "Nacional".
Bereits jetzt auftretende wirtschaftliche Engpässe - selbst das "Hilton" -Hotel (Übernachtung 135 Mark) muß seinen wenigen Gästen zuweilen Margarine servieren - vermag Fidel Castro immer noch mit Propaganda-Phrasen zu kaschieren. Eine seiner Erfindungen, um aus der Not eine Tugend zu machen und Kanonen statt Butter anzupreisen, ist der regierungsamtlich verkündete "hühnerlose Mittwoch". Kubas Abart des großdeutschen Eintopf-Sonntags wurde nicht etwa eingeführt, weil in Kuba die Nahrungsmittel knapp werden, sondern weil "unter Fidel Castro das Volk so gut lebt, daß die Bedürfnisse die Produktion übersteigen". Also verzichten die Kubaner willig jeden Mittwoch auf ihr Haupt-Fleischgericht das Huhn.
Die Benzin-Knappheit wird durch den Zusatz von reichlich vorhandenem Kristallzucker-Alkohol zum Treibstoff bekämpft; die Lautstärke des Straßenverkehrs hat sich deshalb verdoppelt. Und als die aus Amerika eingeführten Glasflaschen knapp wurden, in die auf Kuba in Anbetracht des unsauberen Leitungswassers seit Jahren das sterilisierte Trinkwasser abgefüllt wird, verkündete Fidel Castro selbst über das Fernsehen den Bürgern seiner Hauptstadt: Man benötige die Flaschen gar nicht, an denen die "Gringos" nur Geld verdienten. Das Leitungswasser in Havana sei seit heute sauber.
Um sich selbst nach Diktatoren-Art ein grandioses Denkmal zu setzen, befahl Castro die Trockenlegung ausgedehnter Sümpfe in der Umgebung Havanas. Holländische Spezialisten wurden ins Land geholt. Als sie das Projekt als unrentabel und die Bauzeit auf mehrere Jahre veranschlagten, wurden ihre Verträge gekündigt: Castro verlangte Trockenlegung binnen zwölf Monaten.
Sogar das Kernstück der kubanischen Revolution, die Bodenreform, blieb vom nationalen Durcheinander nicht verschont. Fast der gesamte kultivierte Boden der 1200 Kilometer langen und 110 Kilometer breiten, nierenförmigen Insel gehörte rund 2500 Großgrundbesitzern. Diese 0,03Prozent der Bevölkerung besaßen die Hälfte des Landes; den restlichen 99,97 Prozent verblieb die andere Hälfte. Ausländische Gesellschaften, wie die amerikanische "United Fruit Company", kontrollierten Ländereien bis zu einer halben Million Morgen; insgesamt besaßen amerikanische Firmen ein Drittel von Kubas kultiviertem Boden.
Heute hat die Bodenreform-Organisation I.N.R.A. praktisch alle in- und ausländischen Großgrundbesitzer enteignet; ihr gehören 20 von 42 Millionen Morgen kubanischen Bodens.
Fidel Castros Bodenreformgesetz, so lückenhaft, widersprüchlich und unklar es ist, wirkt sich im Prinzip folgendermaßen aus: Jeder Landbesitz über 1600 Morgen - für Zuckerrohr- und Reisanbau oder Viehzucht bis zu 6300 Morgen - wird enteignet. Nachdem sein Wert willkürlich festgesetzt ist, werden die früheren Eigentümer mit wertlosen Schatzanweisungen der Regierung mit 20jähriger Laufzeit abgefunden. Kein Ausländer darf in Kuba Land kaufen oder Land erben. Der ursprüngliche Plan, zunächst brachliegendes Land in Stücken von je 100 Morgen an die bisher mittellosen 200 000 Landarbeiterfamilien zu verteilen, wurde jedoch fallengelassen. In der Praxis werden die bereits kultivierten Plantagen heute von der Regierung zuerst enteignet und unter staatlicher Regie als "Kooperative" verwaltet; aus den Tagelöhnern sind Kolchos -Arbeiter geworden.
Tatsächlich sind Viehzucht und Zuckerrohranbau in Kleinbetrieb unrentabel Der Direktor der Bodenreform-Organisation I.N.R.A., Antonio Núnez Jiménez, dem ebenso wie Nationalbank -Präsidenten "Che" Guevara kommunistische Wirtschaftsideale vorschweben und der das Recht hat, jedem Neubauern den Hof wieder abzunehmen, wenn er sein Produktionssoll nicht erreicht hat, erzwingt daher ständig die Errichtung neuer "Kooperative"; bisher sind über 800 in Betrieb genommen.
Die I.N.R.A. hat außerdem 1215 neue Schulen eröffnet, leitet 15 Fischerei "Kooperative" und errichtete 80 Nähschulen und 1000 "Alphabet-Zentralen" für Erwachsene, die lesen und schreiben lernen wollen.
Weitere Eckpfeiler des Castro-Sozialismus sind der Soziale Wohnungsbau (Planziel bis Ende 1960: 20 000 Wohnungen) und ein drastischer Mietenstopp; durch eine von der Regierung verkündete allgemeine Mietherabsetzung um 30 bis 50 Prozent wurde auch der Grundbesitz in den Städten einschneidend entwertet.
Für Privatindustrie und ausländisches Investment ist auf Fidel Castros Kuba kein Platz. Der ausländische Besitz im Werte von vier Milliarden Mark ist bereits zu über einem Viertel enteignet worden; der Rest wird früher oder später folgen. Castro hat öffentlich verkündet, daß seine Regierung auf einer vollständigen Kontrolle der Grundindustrien und einer staatlichen Majorität in allen neu zu gründenden Industrien besteht.
Das Fiasko so gearteter Wirtschaftspolitik ist schon jetzt abzusehen. Die Staatsfinanzen befinden sich in heilloser Unordnung. Es gehört jedoch zum Phänomen der kubanischen Revolution, daß dadurch bisher weder das Regime gefährdet noch Fidel Castro beunruhigt wurde.
Das hat vielfältige Ursachen: Seit einem Jahr verteilt die Regierung den Reichtum einer dünnen Oberschicht an eine arme Bevölkerung. Sie zerstört damit die Wirtschaftsstruktur des Landes, aber einstweilen geht es dem Proletariat - 90 Prozent der Bevölkerung - besser als zuvor.
Private Ladengeschäfte sterben in Havana an Schwindsucht, aber in 2000 neuen staatseigenen "Volksläden" können Kubas Bauern und Arbeiter Kleidung und Lebensmittel, Seife und Zigarren um ein Drittel billiger einkaufen als je zuvor.
Castros Methode, der besitzenden Klasse Eigentum und Vermögen nur Schritt für Schritt abzunehmen, hat ihn bisher vor jeder gefährlichen Gegnerschaft dieser zahlenmäßig kleinen, charakterlich zu Feigheit neigenden Minderheit bewahrt: Solange sie noch etwas zu verlieren hat, hofft die kubanische Bourgeoisie auf bessere Zeiten und wagt es nicht, sich an regierungsfeindlichen Umtrieben zu beteiligen.
Ein Millionär wie der ehemalige Zuckerkönig Lobo etwa, dessen Palast mit Rembrandt- und Rubens-Bildern tapeziert ist, läßt sich durch die Revolutionäre von seinem Vermögen eine Null nach der anderen abknabbern, seit ihm mitgeteilt wurde, die Regierung besitze Briefe, die er einst an Castros Vorgänger, den Diktator Batista, geschrieben habe und deren Inhalt ausreiche, ihn jederzeit vor ein Revolutionstribunal zu stellen.
Doch unaufhaltsam rückt für Castro der Tag näher, an dem das Füllhorn der Enteignung versiegen wird. Schon die Ernten und die Industrieproduktion der nächsten Jahre werden wegen der Sozialisierung nur noch einen Bruchteil der bisherigen Erträge hervorbringen.
Mit einer Vorratswirtschaft besonderer Art trachtete sich die kubanische Regierung auf diese Notzeiten vorzubereiten: Sie bezog Rohstoffe aus dem Ausland, ohne zu bezahlen; 125 Millionen US-Dollar betragen heute die Auslandsschulden des Miniatur-Staates. Naturgemäß währte dies Glück nicht lange.
Inzwischen hat Castro einen neuen Geldspender entdeckt, dessen Hilfsbereitschaft unerschöpflich scheint: den Kreml. Die Sowjet-Union soll in den nächsten Jahren das kubanische Defizit decken und wird es bereitwillig tun, denn es kostet die Weltmacht wenig und garantiert ihr einen roten Stützpunkt mitten in der westlichen Welt.
Die seit 1952 nicht mehr bestehenden diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und Moskau sind wiederaufgenommen worden; die Anerkennung Rotchinas durch Kuba steht bevor.
Ein Handelsvertrag zwischen der Sowjet-Union und Kuba mit zwölfjähriger Laufzeit sieht rote Hilfe im Werte von 100 Millionen Dollar vor. Moskau hat sich bereit erklärt, Castro jährlich eine Million Tonnen Zucker abzunehmen; 150 000 Tonnen gehen in diesem Jahr an Polen, 130 000 Tonnen an Rotchina und 60 000 Tonnen an die DDR.
Russische Tanker löschen regelmäßig Partien der 900 000 Tonnen Erdöl, die Rußland Kuba versprochen hat. Castro befahl den ausländischen Gesellschaften Esso, Texaco und Shell, das rote Rohöl in ihren kubanischen Raffinerien zu verarbeiten. Als die Firmen darauf hinwiesen, daß die kubanische Regierung ihnen noch 60 Millionen Dollar für Öllieferungen aus Venezuela schulde, drohte Castro, er werde die drei Niederlassungen verstaatlichen.
Die sowjetische Wirtschaftshilfe soll zwei Ergebnisse zeitigen: Fidel Castro weitgehend in die Abhängigkeit zwingen und seine nur scheinbar erfolgreiche Revolution in den Augen anderer unterentwickelter Völker Amerikas attraktiv machen. Der Virus des kubanischen Sozialismus könnte dann das Festland infizieren.
Für Fidel Castro seinerseits ist die rote Hilfe lebenswichtig. Er kann davon Waffenkäufe in Belgien und der Tschechoslowakei bezahlen, die revolutionäre Untergrundarbeit seiner Agenten in Südamerika finanzieren und vor allem den drohenden wirtschaftlichen Ruin seines Landes abwenden, durch den seine Popularität bei den Massen allein gefährdet werden könnte.
Fidel Castro bestreitet, Kommunist zu sein: "Nicht nur Karl Marx, sondern auch Abraham Lincoln trug einen Bart wie ich." Aber die Feinde der Kommunisten sind Castros Feinde - im eigenen wie im fremden Land. Und das nationalbolschewistische Profil seiner "eigenen Revolution" ist unverkennbar.
Auf diese Blutsverwandtschaft zwischen Castro und dem Kreml hinzuweisen, ist in Kuba heute lebensgefährlich. Der von Fidel Castro 1959 eingesetzte Staatspräsident, Richter Manuel Urrutia, war der erste, der diesem Kurs zum Opfer fiel: Er hatte davor gewarnt, kommunistischen Agenten Schlüsselpositionen anzuvertrauen. Auf Befehl Castros wurde er von dem gegenwärtigen Präsidenten Osvaldo Dorticos abgelöst und lebt heute unter Hausarrest in der Nähe von Havana.
Als nächster folgte ihm einer der ältesten Mitkämpfer Castros in die Verbannung: Der Militärbefehlshaber der Provinz Camagüey, Major Hubert Matos, der ebenfalls gegen die kommunistische Infiltration auftrat, wurde vor Gericht gestellt und als Konterrevolutionär ins Zuchthaus geschickt.
Als die Soldaten des populären Militärbefehlshabers ihn im Gerichtssaal mit Beifall begrüßten, zögerte Castro nicht, selbst als Zeuge aufzutreten, um seinen ehemaligen Kampfgenossen in einer fanatischen Anklage als feigen Landesverräter abzustempeln; ähnlich verfuhr er mit seinem persönlichen Freund, dem inzwischen emigrierten Rundfunk-Kommentator Conte Agüero, der antikommunistische Sendungen gesprochen hatte. Fidel Castro ist über persönliche Bindungen herkömmlicher Art, die auf Freundschaft, Dankbarkeit oder Liebe beruhen, erhaben.
Tatsächlich geht auch der mysteriöse Tod von Fidel Castros erstem Oberbefehlshaber, Major Camilo Cienfuegos, auf des Diktators Konto. Auch Cienfuegos war ein Blutsbruder aus der Rebellenzeit. Auch er hatte vor kommunistischen Machenschaften gewarnt und mußte beseitigt werden. Ende Oktober 1959 verschwand das Armeeflugzeug spurlos, das ihn aus dem Innern des Landes nach Havana bringen sollte: Eine von Castro-Agenten placierte Höllenmaschine hatte den Oberbefehlshaber ins Meer stürzen lassen.
Während Fidel Castro noch öffentlich den Tod des Gefährten beweinte, über 100 Flugzeuge vergebens nach der vermißten Maschine suchen ließ und die Amerikaner eines Sabotageakts verdächtigte, organisierte Castros Bruder Raúl bereits einen "Zwischenfall", bei dem auch noch der davongekommene engste Mitarbeiter des Toten, der Major Naranjo, "versehentlich" erschossen wurde.
Dessen Tod enthüllt wie keine andere Affäre die an Borgia-Zeiten erinnernden Ränke im Kuba Castros. Major Naranjo empfing eines Abends von seinem Kriegsminister Raúl Castro die mündliche Order, sich zu nächtlicher Stunde in Zivil in der Militär -Garnison Libertad bei Havana zu melden.
Fast gleichzeitig erhielt der Kommandant jener Garnison, Hauptmann Manuel Beatón, ebenfalls ein alter Mitkämpfer Fidels, aber auch ein entschiedener Kommunistengegner, von Raúl Castro den Befehl zu erhöhter Wachsamkeit; ein Sabotageakt von Zivilisten gegen die Garnison sei beabsichtigt.
Der Major und der Hauptmann befolgten die Anweisungen des Kriegsministers mit militärischer Akkuratesse. Das Ergebnis: Der wachsame Antikommunist Hauptmann Beatón schoß den als Zivilist verkleideten Antikommunisten Major Naranjo nieder. Naranjo war tot; Hauptmann Beatón wurde wegen Mordes ins Gefängnis geworfen. Raúl Castro wusch seine blutigen Hände in kubanischer Unschuld.
Erst nachdem Hauptmann Beatón Anfang 1960 die Flucht aus dem Kerker gelungen war, vermochte er die Intrige aufzudecken. Anfang dieses Monats nahmen die Soldaten Castros den Flüchtling zusammen mit einigen bewaffneten Freischärlern in den Bergen der Provinz Oriente zum zweitenmal gefangen. Er wurde hingerichtet.
Hauptmann Beatón blieb indes nicht der einzige Waffengefährte Castros, der den Weg zurück in die Berge gegangen war, in denen er schon einmal für die Freiheit Kubas gestritten hatte. Im Frühling dieses Jahres, gut zwölf Monate nach Castros Machtübernahme, führte die schleichende Machtergreifung der Kommunisten in Kuba zur Bildung einer Untergrundorganisation alter Castro-Anhänger zwecks "Wiederbelebung der Revolution".
Die vor allem aus den Reihen der Armee stammenden Castro-Gegner konspirierten zunächst in heimlichen Zirkeln in Havana. Von Castros Polizei verfolgt, flohen sie zum Teil ins Ausland, an ihrer Spitze Fidel Castros ehemaliger Leibpilot und späterer Luftwaffen-Chef Pedro Diaz Lanz, sowie die vier kubanischen Luftwaffen- und Marine-Attaches in Washington und Mexiko. Andere tauchten - wie Hauptmann Beatón - als Partisanen im Dschungel unter.
Zellen der Untergrundorganisation wurden in mehreren Orten gebildet; zeitweilig betrug die Stärke der getrennt operierenden Rebellengruppen etwa 300 Mann. Aber das Fehlen einer einheitlichen Führung ermöglichte es Fidel Castro bisher, durch mehrere Strafexpeditionen ins Landesinnere eine Partisanengruppe nach der anderen zu liquidieren; heute kämpfen nur noch neun kleine Freischärler-Trupps auf der Insel.
Fidel Castro selbst mag sich noch als ein Nasser Mittelamerikas fühlen und von einer weltpolitischen Rolle als Erwecker ganz Südamerikas träumen - im Gegensatz zum ägyptischen Diktator ist er von Kommunisten umgeben. Die drei mächtigen Kronprinzen seines Inselreichs sind Kommunisten: Bruder und Kriegsminister Raúl, Wirtschaftszar "Che" Guevara und Bodenreformer Núnez Jiménez, der bei einem Moskau-Besuch in diesem Monat Nikita Chruschtschow die Einladung nach Kuba überbrachte.
Alle drei haben zur Durchführung ihrer Pläne - vom Aufbau einer sozialistischen Wirtschaft bis zur Liquidierung unbequemer Feinde - aus Moskau und Peking erprobte Gehilfen importiert. Über 70 sowjetische Spezialisten arbeiten heute in der Bodenreform-Organisation I.N.R.A. Zwölf andere Sowjetagenten kamen in Tarn -Overalls als "Monteure" für die Wartung jenes Helikopters, den die Sowjetregierung Castro zum Geschenk gemacht hat; "Korrespondenten" der rotchinesischen Nachrichtenagentur haben in Havana ihr erstes Büro in der amerikanischen Hemisphäre eröffnet.
Kaum hatte der Großeinkäufer der Weltrevolution; Anastas Mikojan, im Februar in Havana ein Handelsabkommen mit Kuba unterzeichnet (Fidel Castro: "Hätten wir doch die Möglichkeit, hundert solcher Verträge zu schließen"), da landete auf dem Schreibtisch des stellvertretenden Direktors des US-Nachrichtendienstes CIA, General C.P.Cabell, ein Bericht, aus dem hervorging, daß der in Kuba stationierten Sowjet-Handelsmission das rote Geheimdienst-As Dadin Kotschergin - unter Decknamen - angehöre.
Inzwischen hat Genosse Kotschergin das von Mikojan als "Paradies" bezeichnete Inselreich wieder verlassen: Seinen Instruktionen gemäß aber haben die Volkssozialisten, die KP Kubas, in den kubanischen Gewerkschaften die Macht übernommen. Die Gewerkschaften kontrollieren zusammen mit dem roten Theoretiker des Regimes, "Che" Guevara, die 100 000 Mann starke Miliz des Landes; die reguläre Armee - 35 000 Mann stark - befindet sich ohnehin bei Kriegsminister Raúl Castro in linientreuem Gewahrsam.
Damit war für die Sowjets der Zeitpunkt gekommen, aus dem Untergrund aufzutauchen, um den innenpolitisch schon fast gewonnenen Machtkampf nun auf diplomatischem Parkett zum endgültigen Sieg zu führen: Chruschtschows bevorstehender Besuch bildet den einstweiligen Höhepunkt dieser Politik.
Parallel zu Castros so gearteter Freundschaft zum Kreml entwickelte sich seine Feindschaft gegen die Vereinigten Staaten. Die USA sind für Castro jener außenpolitische Popanz, den jeder Diktator aufbaut und benutzt, um sein Volk in nationalistischer Empörung immer aufs neue um sich zu scharen und die Aufmerksamkeit von allen innenpolitischen Mißständen abzulenken.
Die Vereinigten Staaten boten sich für diese Rolle geradezu an. Zwar gewährten die USA Fidel Castro während der Gewaltherrschaft seines Vorgängers Asyl und Unterstützung und nahmen den Kubanern bisher jährlich die Hälfte ihrer Zuckerproduktion (rund drei Millionen Tonnen) zu einem vertraglich festgelegten Überpreis ab (fünf Cent pro Pfund bei einem Weltmarktpreis von drei Cent). Aber die von US -Privatgesellschaften zweifel- und skrupellos aus Kuba herausgewirtschafteten Millionen-Profite bilden dennoch einen fruchtbaren Nährboden für Fidel Castros antiamerikanische Haß-Saat.
Fidel Castro vergleicht die amerikanische Regierung mit Hitler und Mussolini und bezichtigt sie der Invasionspläne gegen Kuba. Er beschuldigt die USA, das Munitionsschiff "La Coubre" am 4. März im Hafen von Havana mittels Sabotage in die Luft gejagt zu haben, und kubanische Emigranten zu unterstützen, die gelegentlich in gecharterten Privatmaschinen nächtens von Florida aus starten, um Brandbomben auf Kuba zu werfen. Größenwahnsinnig predigt er den Heiligen Krieg: "Wenn es Amerika nicht gefällt, was hier vorgeht, kann es ja sein Marinekorps entsenden. Dann werden 200 000 Gringos sterben."
Wieder einmal müssen die Vereinigten Staaten schmerzhaft zur Kenntnis nehmen, daß die Historie keine Dankbarkeit kennt. Denn die heute von Fidel Castro als "imperialistische Aggressoren" angeprangerten Amerikaner waren es, die einst bei der Geburt des unabhängigen Inselstaates Kuba kostenlos Hebammendienste leisteten, als sie das Land - erst um die Jahrhundertwende - aus 400 jähriger spanischer Kolonialherrschaft erlösten.
Dreißig Jahre lang hatten sich kubanische Nationalisten seit 1868 vergebens gegen die grausame Grandeur Spaniens aufgelehnt. Aussichtslos schien der ungleiche Kampf: Kubas erster Nationalheros und Poet Jose Marti wurde erschossen, und unter Aufsicht des ebenso eleganten wie sachverständigen spanischen Generals preußischer Abstammung Valeriano ("Der Schlächter") Weyler verhungerten allein in der Provinz Havana 50 000 Menschen in Konzentrationslagern.
Der damalige Korrespondent des "New York Herald", Stephan Bonsal - Vater des heutigen US-Botschafters in Kuba -, hat die spanischen Hinrichtungsstätten bei Havana beschrieben: "Klumpen dunklen Menschenbluts, auf denen wir ausrutschten, klebten wie Leim an unseren Füßen. In der Wand tausend gräßliche Kugeleinschläge."
Erst 1898, als im Hafen von Havana das US-Kriegsschiff "Maine" in die Luft flog - die Experten streiten sich noch heute, ob es ein Sabotageakt oder ein Unglücksfall war -, bereiteten amerikanische Soldaten dem makabren Spuk ein Ende. Das Marinekorps und die legendären "Rauh-Reiter" des späteren Präsidenten "Teddy" Roosevelt trieben die Spanier zu den Klängen des Cowboy-Liedes "There'll be a hot time in the old town tonight" ins Meer.
Vier Jahre danach rückten die amerikanischen Streitkräfte wieder ab, behielten sich jedoch durch einen Vertrags - Zusatz, das Platt-Amendment (nach dem damaligen US-Senator Orville H. Platt), bis 1934 das Recht vor, jederzeit militärisch einzugreifen, um die innere Ordnung und die Unabhängigkeit Kubas zu gewährleisten.
Kubas erster Präsident Tomás Estrada Palma (1902 bis 1906), der in Armut starb, war - wie "Time" lakonisch feststellte - der einzige ehrliche Staatschef, der Kuba je beherrscht hat.
Schon Nummer zwei zog sich in eine Eine-Million-Mark-Villa zurück; Nummer drei besaß bei seinem Ausscheiden ein Vermögen von 150 Millionen Mark; Nummer vier hieß bei seinen Untertanen schlicht der "Peseten-Dieb", und Nummer fünf, der in einem gepanzerten Auto durchs Land fuhr, pflegte seine Feinde an die Haifische zu verfüttern.
In den dann folgenden sieben Jahren, von 1933 bis 1940, regierten sieben verschiedene Präsidenten als Strohpuppen des Königsmachers Fulgencio Batista, eines ehemaligen Armeesergeanten, der schließlich 1940 selbst die Präsidentschaft übernahm, sich vorübergehend nach Florida zurückzog und dann 1952 durch einen Staatsstreich die Macht abermals an sich riß.
Batista bescherte den an Skrupellosigkeit gewöhnten Kubanern die gemeinste Gewaltherrschaft, die sie je erlitten hatten.
Um Geheimnisse zu erpressen, ließ Batista seinen Gegnern die Fingernägel ausreißen, sie bei vollem Bewußtsein kastrieren und ihre Füße in Säure baden. Zu allgemeiner Warnung blieben erschossene Staatsfeinde tagelang in den Straßen liegen. In Santiago, der zweitgrößten Stadt der Insel, ließ der Polizeichef einer Rebellin beide Augäpfel ihres Bruders auf einem Tablett überbringen, um ihren Widerstand zu brechen.
In Havana wurden Gefangene gezwungen, mitanzuschauen, wie ihre Frauen von Polizisten vergewaltigt wurden. Einer von Batistas berüchtigtesten Henkern, Leutnant Enrique Despaigne, dem 53 Morde nachgewiesen werden konnten, kommandierte - um seinen Mut zu demonstrieren - nach Batistas Sturz seine eigene Exekution.
In solcher mit Gemeinheit, Grausamkeit und Gewalt geschwängerten Atmosphäre wuchs Fidel Castro heran. In ihm verschmolz von klein auf der Haß gegen die Diktatur Batistas mit dem Haß gegen die Bourgeoisie. Denn sein Vater, ein ursprünglich armer spanischer Einwanderer namens Angel de Castro, der allerdings bei Fidels Geburt im Ostteil der Insel bereits eine Plantage im Wert von einer halben Million Dollar besaß, lebte damals mit zwei Frauen zusammen, seiner ihm angetrauten, invaliden Gattin und einer Haushälterin mit zweifelhafter Vergangenheit. Diese Haushälterin ist Fidel Castros Mutter und auch die Mutter seines jüngeren Bruders, des heutigen Kriegsministers Raúl, bei dem allerdings Zweifel über die Vaterschaft des Castro senior bestehen.
Fidel Castro erlangte die kubanische Staatsbürgerschaft erst, als er 15 Jahre alt war; fünf Jahre später heiratete Fidels Vater nach dem Tode seiner ersten Frau seine Geliebte, Fidels und Raúls Mutter.
Dieser Makel der Geburt, auf dem Castros fanatischer Bürgerhaß zum Teil beruhen mag, führte dazu, daß Fidel Castro nach der Machtergreifung seinen älteren Halbbruder Ramón, den legitimen Sohn seines Vaters, als einen der ersten Plantagenbesitzer enteignen ließ.
Von Jesuiten erzogen, begann Fidel Castro 1945 Jura zu studieren und beteiligte sich zwei Jahre darauf bereits an seiner ersten Revolution. Gemeinsam mit 100 heißblütigen Kubanern stach er in See, um in der nahegelegenen Dominikanischen Republik den Diktator Rafael Leónidas Trujillo zu stürzen.
Kubanische Kanonenboote brachten das Invasionsschiff auf, bevor es die Drei-Meilen-Zone verlassen hatte. Eine Maschinenpistole auf dem Rücken, schwamm Castro an Land und studierte weiter die Rechte. Er ehelichte 1948 die Kubanerin Mirta Diaz Balart, die ihm einen Sohn gebar. Doch schon an der zweiten Revolutionsübung, die Castro 1953 anzettelte, diesmal gegen den eigenen Landes-Diktator Batista, zerbrach die Ehe.
In der Morgendämmerung des 26. Juli 1953 hatte Fidel Castro eine Kolonne von 13 Autos bis vor die Tore der mächtigen Moncada-Feste in Santiago geführt, wo 1000 Batista-Soldaten in tiefem Schlaf lagen.
Eine mißtrauische Jeep-Patrouille der Armee näherte sich. Castro, damals 25, stieg aus, hob seine großkalibrige Schrotflinte und schoß seinen ersten Mann über den Haufen. Erinnert er sich: "Das war ein Fehler. Ich hatte meinen 160 Freunden befohlen, zu tun, was ich tat, und sie eröffneten das Feuer."
Der Amateur-Aufstand ertrank in Blut. Anführer Castro wurde auf der Flucht vom Erzbischof von Santiago aufgelesen, der gerade in seiner Limousine zur Morgenmesse fuhr und den Rebellen der Polizei übergab, sich jedoch gleichzeitig versprechen ließ, daß Castro nicht kurzerhand an die Wand, sondern vor ein ordentliches Gericht gestellt werde.
Fidel Castro bekam 15, Bruder Raúl 13 Jahre Zuchthaus. Während der Haft ließ sich Fidels Frau Mirta, Schwester eines hohen Batista-Beamten, von dem Zuchthäusler scheiden. Die Brüder Castro wurden durch eine Amnestie Batistas schon nach elf Monaten wieder auf freien Fuß gesetzt.
Beide gingen nach Mexiko ins Exil, um neue Rekruten und Geld zur Verwirklichung ihrer Staatsstreich-Pläne aufzubringen. Kubas Expräsident Carlos Prio Socarrás, der von Batista abgesetzt worden war und in den USA Asyl gefunden hatte, versprach Waffen und Dollars. Socarrás über Castro: "Das ist das Holz, aus dem man Helden schnitzt."
Die notwendige Holzschnitzerei übernahm auf einer mexikanischen Hazienda im Schatten des Popocatepetl der ehemals rotspanische Oberst Alberto Bayo: Er trainierte Castro und dessen Gefolgsleute für den Partisanenkrieg. Nach einer Woche Bombenbasteln, Landkartenzeichnen und Nachtmärschen hatte Castro genug. "Du lehrst uns die Taktik von Feiglingen", knurrte er. "Die Taktik der Klugen", erwiderte der Rotspanier.
Schon in jenen Monaten taufte Fidel Castro seine Privatarmee "Bewegung vom 26. Juli" - nach dem Datum seines ersten Toten und Putsches. Noch heute trägt die neue Staatspartei Kubas diesen Namen; außer ihr ist nur die KP zugelassen.
Am 26. November 1956 verließ die schneeweiße Segeljacht "Gramma" den Hafen Tuxpan am Golf von Mexiko und nahm Kurs auf Kuba. An Bord: Fidel Castro und 81 Revolutionäre. Sechs Tage später landete sie am Südkap der ostkubanischen Provinz Oriente; Diktator Batistas 1. Regiment erwartete sie. Castro war verraten worden. Nur ein Dutzend Rebellen, unter ihnen Fidel, sein Bruder Raúl und "Che" Guevara entkamen dem Massaker. Ein zwanzigtägiger Marsch brachte sie in Sicherheit; der schützende Dschungel der Sierra Maestra nahm sie auf.
Diktator Batista - voreilig und selbstzufrieden - brach die Rebellenjagd bald darauf ab. Zur gleichen Zeit gestand Costa Ricas sozialistischer Präsident Jose ("Pepe") Figueres: "Die Burschen tun mir leid"! und schickte eine zweimotorige Beechcraft, beladen mit Gewehren, Maschinenpistolen, Munition und Revolvern in Castros Versteck. Die Revolution konnte beginnen.
Vergebens durchkämmten Batistas Truppen die Bergwildnis. Kubas Robin Hood, der gekommen war, den Reichen Macht und Besitz zu entreißen und beides an die Armen zu verteilen, zog seinen Kopf immer wieder aus den militärisch gelegten Schlingen.
Nachts, wenn Batistas Soldaten schnarchten, hockten Castro und seine bärtigen "Barbudos" in den Lehmhütten der Bauern, Tagelöhner und Fabrikarbeiter, träumten laut vom neuen Kuba oder schmuggelten Bomben in die Großstädte Havana und Santiago.
Castro-Anhänger in Nord- und"Südamerika sorgten für Nachschub. Nach einjährigem Partisanenkrieg, war die "Bewegung vom 26. Juli" soweit, 'daß sie im Lande heimlich Steuern erheben konnte. Um sich auf alle Fälle rückzuversichern, zahlten auch Plantagenbesitzer freiwillig hohe "Versicherungsprämien" an die Rebellen.
Erst tropfenweise, dann wie ein ständig fließendes Rinnsal sickerten Waffen ins Land. Castro, der mit sechs Jahren eher das Schießen als das Schreiben erlernt hatte, inspizierte selbst jeden Munitionstransport. "Kugeln", so verriet er, "kommen in Ernten, wie der Wein, besonders südamerikanische Munition. Mexiko 1955 ist ein guter Jahrgang; 52 ist nicht so gut."
Vom Beginn, seines unterirdischen Kampfes an erwies sich Castro als Meister der psychologischen Kriegführung. Er kidnapte den Autorenn-Weltmeister Fangio für 27 Stunden, ließ seine Rebellen Fernsehkameras und Aufnahmegerät durch den Busch schleppen, um einer amerikanischen TV-Gesellschaft ein Interview zu gewähren, und empfing vom "New York Times"-Korrespondenten Herbert Matthews bis zum Reporter der Schülerzeitschrift "Boys' Life" jeden Zeitungsmann in seinem Dschungel-Hauptquartier. Bei Photoaufnahmen achtete er darauf, ohne Augengläser geknipst zu werden: "Ein Führer trägt keine Brille."
Der vielzitierte zweijährige Freiheitskampf Fidel Castros war in Wahrheit ein Nervenkrieg, der weniger Todesopfer forderte als New Yorks Straßenverkehr in einem Jahr: Als Diktator Batista am Neujahrstag 1959 in die Dominikanische Republik des Diktators Trujillo* floh, hatten knapp 250 "Barbudos" dem Vaterland ihr Leben geopfert.
Eine der ersten Schöpfungen des über Nacht etablierten Castro-Regimes waren Revolutionstribunale, die unter Batistas Anhängern aufräumten. Tag und Nacht krachten die Salven der Exekutionskommandos und übertönten den Ruhm des Freiheitshelden Castro.
In Santiago übernahm Bruder Raúl das Kommando: "Einen Priester, der uns die letzte Beichte abnimmt, finden wir immer", höhnte er. Fidel versicherte der Welt, daß nicht mehr als 450 Anhänger des alten Regimes hingerichtet würden. Raúl trotzte: "Tausend mögen sterben." Und er behielt recht.
Trotz dieser ersten Liquidationswelle wurde Fidel Castro noch im April vergangenen Jahres gelegentlich seines Besuchs in den Vereinigten Staaten ein triumphaler Empfang bereitet. 30 000 New Yorker säumten die Straßen, um Castro zu feiern; die US-Spielzeugindustrie produzierte für Amerikas Dreikäsehochs Castro-Ausrüstungen mit künstlichen Bärten und Zigarren.
Die sentimentale Begeisterung der USA für den Dschungel-Wilhelm-Tell eines Landes, das sie einst selbst von der Kolonialherrschaft befreit hatten, überschlug sich. Und Castro versicherte, um den amerikanisch kubanischen Honigmond zu vervollkommnen: "Ich stimme nicht mit dem Kommunismus überein. Wir sind eine Demokratie. Wir werden spätestens in zwei Monaten freie Wahlen abhalten."
Seitdem ist gut ein Jahr vergangen. Kuba erlebte keine freien Wahlen und keine Demokratie. In den Gefängnissen sitzen 6000 politische Häftlinge, dreimal soviel wie unter Batistas schrecklicher Herrschaft. Die amerikanisch-kubanischen Beziehungen sind von Fidel Castro selbst als "Kanonen-Diplomatie" gekennzeichnet worden, und seine Insel verwandelt sich in ein Sprungbrett des Kreml.
Washington steht dieser Entwicklung vorerst hilflos gegenüber. Die teils praktizierten, teils angedrohten Repressalien - Streichung von Auslandshilfe und Zuckersubvention -, die für Kuba einen Verlust von jährlich etwa 250 Millionen Dollar bedeuten, sind keine wirksamen Maßnahmen; sie erhöhen nur die Bedeutung der Sowjet-Hilfe für Castro.
Theoretisch hätte die US-Regierung drei Möglichkeiten, das Problem Kuba anzupacken, die jedoch sämtlich düstere Perspektiven eröffnen:
- Fidel Castro durch ein Attentat zu beseitigen. Der Erfolg wäre fragwürdig, da heute in Kuba an den Schalthebeln der Macht Kommunisten sitzen, die die Regierungsgewalt übernehmen würden.
- Die "Ledernacken" des Marinekorps zu einer Strafexpedition nach Kuba zu entsenden; die Folgen eines solchen "amerikanischen Ungarns wären für das US-Prestige in der ganzen Welt, vor allem in Südamerika, verheerend.
- Weiterhin tatenlos zuzusehen, wieCastro US-Eigentum enteignet, US -Diplomaten ausweist oder dem US -Stützpunkt Guantánamo das Trinkwasser sperrt; so geartete Geduld wird in den unterentwickelten Gebieten Asiens, Afrikas und Südamerikas als Schwäche ausgelegt und dürfte bald ähnliche antiamerikanische Aktionen anderer Staaten nach sich ziehen.
Die beiden ersten Möglichkeiten scheiden einstweilen praktisch aus; die dritte, wahrscheinliche Lösung jedoch gefährdet auf lange Sicht ganz Südamerika.
Eisenhowers Regierung kann daher nur hoffen, daß ein Kurzschluß im Hirn des Inseldiktators den Vereinigten Staaten Anlaß zu berechtigtem Eingreifen liefert: Sei es, daß Castro den Sowjets militärische Basen überläßt, was nach den Statuten des interamerikanischen Paktes, der alle Staaten des amerikanischen Kontinents verbindet, als kommunistische Aggression gegen die Hemisphäre anzusehen wäre; sei es, daß Castro sich zu einem militärischen Angriff gegen den US-Stützpunkt auf Kuba, Guantánamo, hinreißen läßt.
Ein solches Himmelfahrts-Unternehmen ist in Anbetracht der amerikafeindlichen Kriegshysterie, in die Fidel seine Untertanen hineingesteigert hat, nicht ausgeschlossen. Der einfallsreiche Scharfmacher Raúl hat im vorigen Monat seinem Bruder gelegentlich einer Konferenz in Havana, an der insgesamt elf Minister und Ratgeber teilnahmen, vorgeschlagen, eine solche Aktion zu starten, wenn Kremlboß Nikita Chruschtschow zum Staatsbesuch auf der Insel weilt; damit wäre jeder sofortige amerikanische Vergeltungsschlag automatisch mit dem Risiko eines Weltkonflikts verknüpft und daher unwahrscheinlich.
Eine Entscheidung über diese Anregung wurde an jenem Tag nicht gefällt. Fidel mußte aufbrechen, um eines seiner Fernseh-Gewitter auf die Insel niedergehen zu lassen.
Eine halbe Stunde nach der Erörterung eines bewaffneten Angriffs gegen die USA zürnte Castro vor den Kameras gegen die "Abweichler", "Verräter" und "von den USA bezahlten Agenten". "Was soll mit ihnen geschehen?" donnerte er in die Mikrophone. Und die wie bei jeder Castro-Vorstellung stundenlang in dicken Trauben vor den Bildschirmen und Radiogeräten hockenden Kubaner kreischten die zeremonielle Antwort in ekstatischem Rhythmus von einem Insel-Kap zum anderen: "An die Wand! An die Wand!"
* Zur Bevolkerung Kubas - 6,5 Millionen Spanier, Neger und Mulatten - zählt auch eine Kolonie von 30 000 Chinesen.
* Außer der Dominikanischen Republik werden nur noch zwei der 20 lateinamerikanischen Staaten von Diktatoren regiert: Nicaragua von General Somoza und Paraguay von General Stroessner.

Bildunterschriften:

Erlöser Castro: Ein Ersatz-Heiland regiert...
... Amerikas erste Volksrepublik: Castro-Landung in Havana
Castro, Ratgeber: Tödliche Intrigen ausgeheckt
Besucher Mikojan, Bodenreformer Jiménez: Kommunistische Wirtschaftsideale ...
... im Harlekingewand der Revolution: Staatsbank-Präsident Guevara (r.)
Lehrmeister Batista
Augäpfel wurden...
Student Castro
... auf einem Tablett serviert
Weibliche Miliz, Staatsgefängnis: Die Feinde dem Haifisch
Strohpuppen-Präsident Dorticos
Die Gattin hielt den Stuhl frei
Konterrevolutionär Beatón
Der Bruder hielt die Falle auf
Castro-Bruder Raúl: Belastet vom Makel der Geburt
Castro-Mutter, Sohn
Kubas Uhren gehen anders
Hinrichtungskandidat, Priester: "Tausend mögen sterben"
Schaufenster mit Castro-Puppen
Oberammergau auf Kuba

DER SPIEGEL 27/1960
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KUBA / FIDEL CASTRO:
An die Wand

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