31.08.1960

GRÜNSPAN-ATTENTATDer Tote lebt

Am frühen Morgen des 7. November 1938 verläßt der 17jährige deutsch polnische Jude Herschel Feibel Grünspan - polnisch Grynszpan - sein Quartier im Pariser Hotel "Suez". Um 8.30 Uhr betritt er den Laden "A la Fine Lame" ("Zur feinen Klinge") des Waffenhändlers Carpe in der Rue de Faubourg St. Martin Nr. 61. Er kauft für 245 Francs einen Trommelrevolver, lädt ihn auf der Toilette des nahegelegenen Cafés "Tout va bien" und fährt mit der U-Bahn zur Deutschen Botschaft in der Rue de Lille.
Kurz vor zehn Uhr wird der Besucher, der angeblich ein wichtiges Dokument überreichen will, dem diensttuenden Legationssekretär Ernst Eduard vom Rath vorgeführt.
In dem kleinen Zimmer des Diplomaten zieht Grünspan wenige Sekunden später den Revolver und schießt von hinten fünfmal auf den am Schreibtisch sitzenden vom Rath. Drei Projektile - Kaliber 6,35 Millimeter - gehen fehl, eins streift die Schulter, ein weiteres durchschlägt Brustkorb, Milz und Bauchspeicheldrüse. Ernst vom Rath, auf dem Krankenbett zum Gesandtschaftsrat 1. Klasse befördert, stirbt zwei Tage später, am 9. November 1938 um 16.30 Uhr.
Nachdem des Attentäters Schießmotive trotz 20jähriger Grünspan-Forschung bisher nicht bündig aufzuklären waren, ist nunmehr der 5. Großen Strafkammer des Münchner Landgerichts die mehr historiographische als juristische Aufgabe zugefallen, den Motivstreit durch autoritative Entscheidung in einem Strafprozeß endgültig aus der Welt zu schaffen.
Angeklagt ist der 57jährige professionelle Tatsachen-Erzähler Walter Richard Max Bennecke, der kraft 1927 vollzogener Adoption als Michael Graf Soltikow firmiert ("Eine Frau genügt nicht?", "Die Katze", "Rittmeister Wronski"). Delikt: Verunglimpfung des toten Ernst vom Rath (Paragraph 189 StGB) infolge einer besonders aparten Interpretation der Grünspan-Story: Soltikow hat öffentlich behauptet, Grünspan und sein Opfer hätten zueinander homosexuelle Beziehungen unterhalten.
Der Streit über Grünspans Schießmotive begann unmittelbar nach dem Attentat. Die über Europa verstreuten KP-Genossen hatten damals in dem ungeübten Schützen das bedauernswerte Opfer, einer neuen Nazi-Perfidie sehen wollen. Versicherte ein emigrierter KP -Anonymus in einem Brief an Grünspans Anwalt: "Grünspan war ein Werkzeug der Nazis. Van der Lubbe hatte auch einen ... Nazi-Spitzel um sich... Ein neuer Reichstagsbrand!"
Für diese Rotfront-Logik sprach freilich nur, daß in Deutschland schon wenige Stunden nach dem Ableben des Grünspan-Opfers und unter ausdrücklicher Berufung auf den Mord die Reichskristallnacht abrollte - mit einer Präzision, die den Verdacht sorgfältiger Inszenierung erwecken mußte.
Den Erfindern der Theorie, Grünspan sei ein "Agent provocateur" der Nazis gewesen, wurde aber schon bald von Leo Trotzki in der Zeitung "Lutte Ouvrière" bescheinigt, diese Grünspan-Version offenbare "das Ungeheuerlichste an politischer Dummheit".
Trotzki konnte sein Verdikt damit begründen, daß es gegen alle Erfahrungen spreche, einen gedungenen Lockspitzel nach der Tat groß herauszustellen und gegen ihn sogar einen Schauprozeß vorzubereiten, in dem der Täter möglicherweise ausgepackt hätte. Auftraggeber Joseph Goebbels hätte seinen Kumpan Herschel Grünspan vielmehr - so Trotzki - in einer der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Versenkung verschwinden lassen.
Indes, die Machthaber des Dritten Reichs hatten mit Herschel Grünspan Größeres vor. Sogleich nach der Besetzung Frankreichs im Sommer 1940 machte sich die deutsche Geheime Feldpolizei auf eine ausgedehnte Grünspan-Suche.
Der Attentäter, der sich im Dienstzimmer Raths widerstandslos hatte verhaften lassen und gegen den die französische Justiz noch am 8. Juni 1940 Anklage wegen Mordes an Ernst vom Rath erhob, war vor den anrückenden Divisionen Großdeutschlands vorsorglich nach Bourges ausgelagert worden, wo man den prominenten Untersuchungshäftling gewaltsam auf freien Fuß setzte. Das Gefängnis von Toulouse nahm ihn auf seine Bitte hin schließlich wieder auf.
Am 18. Juli 1940 wurde Herschel von den Vichy-Behörden - ohne formelles Auslieferungsbegehren - an der Demarkationslinie ihres Rest-Staates der Geheimen Feldpolizei überstellt.
Zu diesem Zeitpunkt war die nationalsozialistische Version der Grünspan -Story bereits in den parteioffiziellen Dogmenkatalog eingegangen: Den Revolver gegen Ernst vom Rath hatte Herschel Grünspan stellvertretend für das internationale Judentum abgedrückt. Der tote Ernst vom Rath, Parteigenosse seit 1932, war zum "Blutzeugen" der Bewegung avanciert und mit einer pompösen Trauerkundgebung in Anwesenheit seines Führers abgefeiert worden.
Um die Aufwertung des 17jährigen zum Testamentsvollstrecker der angeblich mit unstillbarem Nazi-Neid erfüllten jüdischen Finanzwelt bemühte sich vor allem der Ministerialrat im Propagandaministerium und spätere Oberreichsleiter Wolfgang Diewerge, NSDAP -Mitglied Nummer 27 834.
Diewerge, nach dem Krieg aufgrund seiner anerkannten Propaganda-Qualitäten zeitweilig Sekretär des nordrheinwestfälischen FDP-Vorsitzenden Middelhauve und heute Werbeleiter in Essen, zeigte sich über den angeblichen Anschlag "Alljudas" so betroffen, daß er sogleich nach der Tat ein 180 Seiten starkes "Gelbbuch über Grünspan und seine Helfershelfer"* niederschrieb.
Da er dem Pariser Attentat anhand "sorgsam und gewissenhaft geprüften Materials" das rechte Gewicht innerhalb der vermuteten jüdischen Weltverschwörung gegen Adolf Hitler geben wollte, scheute Diewerge keine Mühen. In blinder Sammel-Leidenschaft stellte er Kataloge mit den Namen aller Juden, zusammen,
- die seit 1866 Attentate verübten
(23 Namen),
- "die an den Schlächtereien im Roten
Spanien" beteiligt waren (23 Namen),
- die unter rotspanischen Gefangenen festgestellt wurden (45 Namen).
Noch konkreteres Belastungsmaterial entdeckte Diewerges Juden-Spürsinn im Auslands-Strafregister des Deutschen Reiches. Nicht weniger als 32mal stieß ihm hier der Name "von Mitgliedern der Mischpoke Grünspan" auf - chronisches Delikt: unbefugtes Überschreiten der Grenze, Paßvergehen, Hinterziehung der Hausiersteuer.
Trotz dieser erdrückenden Beweise für die Gemeingefährlichkeit der Familie Grünspan, noch bereichert durch einen anthropologischen Exkurs - Schon der äußere Vergleich der Gesichter des Juden Grünspan und des Nationalsozialisten Ernst vom Rath zeigt zwei Welten" -, war Propagandist Diewerge von seiner umfänglichen Dokumentation schließlich so wenig überzeugt, daß er als Fazit der Enthüllungen über "Grünspan und seine Helfershelfer" bekannte: "Es wird auch diesmal schwierig sein; die Hintermänner des Mörders zu entlarven."
Diewerges Erklärung: "Diejenigen internationalen Mächte, die sich bei der Verfolgung ihrer geheimen politischen Ziele solcher Werkzeuge wie Grünspans bedienen, pflegen zu raffiniert ... zu arbeiten, als daß man damit rechnen könnte, ... ohne besondere Vollmachten die eigentlichen Auftraggeber entlarven zu können."
Waren mithin die angeblichen Hintermänner nicht näher zu identifizieren, so nützte Diewerges Eingeständnis dem NS-Gefangenen Grünspan doch nicht im geringsten. Er wurde sogleich nach seiner Übergabe durch die Vichy -Behörden von der deutschen Polizei vernommen, kam für kurze Zeit als Sonderhäftling ins KZ Sachsenhausen und landete im Sommer 1941 im Untersuchungsgefängnis Moabit.
Zur gleichen Zeit erhielt die Reichsanwaltschaft beim Volksgerichtshof vom Reichsjustizministerium die Anweisung, gegen Grünspan Anklage zu erheben. Die 25 Seiten starke Anklageschrift verfaßte der Oberreichsanwalt Lautz. Nach langem Gezänk zwischen Justiz- und Propagandaministerium wurde die erste Verhandlung schließlich auf den 11. Mai 1942 angesetzt.
Um dem gründlich präparierten Prozeß den Charakter einer Monstre-Schau gegen das Judentum zu geben, sollten allein fünf der sieben vorgesehenen Verhandlungstage der Verlesung langwieriger Gutachten über Grünspans anonyme Helfershelfer und seine Verbindungen zum Judentum gewidmet sein.
Da konkrete Anhaltspunkte fehlten, konnten sich die NS-Prozeßstrategen dabei mit Erfolg auf die Rolle berufen, die zahlreiche jüdische Religions- und Standesorganisationen ihrem Glaubensgenossen zugedacht hatten.
So klassifizierte der von Hannover nach Tel Aviv emigrierte Mandl Schlosser, einer der rührigsten israelitischen Apologeten Grünspans, die Schüsse in der Pariser Rue de Lille als "unumgänglich notwendige Reaktion auf die Gewalttaten der Verfolger und Peiniger der Juden".
Auch, dieser Mythos litt freilich an dem gleichen Manko wie Diewerges Hintermänner-Legende: Der Held wurde den ihm zugedachten Ansprüchen nicht gerecht.
So kommentierte der gleiche Mandl Schlosser das Lebensmilieu der Familie Grünspan in der Burgstraße zu Hannover: In der Nähe des Hauses ... befand sich das Hohe Ufer, auf welchem alle Diebe, Schläger, Saufbolde, Krawallmacher, Huren und Hurenhälter usw. nachtnächtlich zusammenkamen. Hinter dem Hause ... wohnte der Massenmörder Haarmann."
Zudem war schon 1939 unter tätiger Mithilfe Diewerges eruiert worden, daß Grünspan, geboren am 28. März 1921, von Geburt an Syphilitiker war, die Volksschule mit 17 ungenügenden und mangelhaften Noten verlassen mußte und weder etwas gelernt noch regelmäßig gearbeitet hatte.
War auf diese Weise die jüdische Heldenversion erfolgreich angegriffen, so hatte der Lebensgang des minderjährigen Herschel doch einen derartigen Verlauf genommen, daß er den Münchner Historiker Heiber* nach dem Krieg bei der Tatmotiv-Suche auf die Aermeintlich rechte Fährte lenkte.
Heiber stellte fest, Grünspan - "eine recht dunkle Figur" - habe sich vor
dem Attentat in einer ausweglosen Situation befunden, weil er
- sich erwerbslos in Paris herumtrieb und - mit 320 Franc in der Tasche
- dem Hungertod nahe gewesen sei;
- durch eine französische Ministerialverfügung mit Wirkung vom 15. August 1938 ausgewiesen war und seitdem illegal in Frankreich lebte;
- keinen Sichtvermerk zur Wiedereinreise nach Deutschland erhielt;
- am 3. November - vier Tage vor der Tat - von seiner Schwester Beile per Postkarte benachrichtigt wurde, daß die Familie Grünspan von den deutschen Behörden über die polnische Grenze abgeschoben worden war, und weil er schließlich
- am 6. November - einen Tag vor der Tat - nach einem Familienkrach das
Haus seines Onkels Abraham, bei dem er in Paris logierte, verlassen mußte und ins Hotel "Suez" überwechselte.
Heiber: "Jedenfalls lag der Gedanke nahe, ... einen jener Nazis zu erschießen, die zweifellos an der ganzen-Kalamität seiner augenblicklichen Existenz schuld waren." Heibers Ergebnis: Privatrache eines armen Jungen.
Indes, im Dschungel der widersprüchlichen Aussagen aller Beteiligten war dem Herschel-Historiker sein Forscher-Elan hinsichtlich der Tatmotive frühzeitig vergangen. Selbstgenügsam bekannte er: "In solchen Widersprüchen zeigt sich ein Dilemma des Zeithistorikers ... Im Endeffekt ... ist auch er an so manchen Nahtstellen auf bloße Kombinationen angewiesen.".
An den Nahtstellen der Affäre Grünspan hatte unterdessen schon ein weiterer Interessent, eben jener Graf Soltikow, gezupft, den seit nunmehr fünf Jahren das Trauma verfolgt, alle Grünspan-Versionen - seine eigene ausgenommen - seien falsch und täten sowohl dem Mörder als auch dem Ermordeten zuviel Ehre an.
Die Erkenntnis, der Jude Grünspan und der Arier vom Rath - laut Diewerge "zwei Welten" - hätten homosexuelle Beziehungen zueinander unterhalten, ist zwar nicht Soltikows Idee - sie tauchte gelegentlich schon früher auf -, doch wurde sie von ihm zu einem umfänglichen Tatsachenbericht über die angeblichen Rath-Grünspanschen Beziehungen ausgebaut.
Nach Soltikow erschoß Grünspan seinen Diplomaten-Partner, um ihm seine angeblich schlechte Zahlungsmoral hinsichtlich geleisteter Dienste zu quittieren.
Von der durchschlagenden Beweiskraft seiner Story überzeugt, repetiert der geborene Bennecke stereotyp, daß Grünspan
- selbst die abartigen Beziehungen zugegeben habe,
- laut Diewerge als Stammgast in den Pariser Homosexuellen - Etablissements "Eldorado" und "Tout va bien", wo er auch den Revolver lud, verkehrte,
- in Paris stets über Geld verfügte, obschon er keiner Arbeit nachging, und
- bei seinem Opfer, wie drei Fehlschüsse aus zwei Meter Entfernung bewiesen, nur eine harmlose geldeintreibende "Knallerei" habe veranstalten wollen.
Für seine Lesart weiß Soltikow anzuführen, daß Grünspan die intimen Bande zu Ernst vom Rath mit beachtlichem Erfolg publik machte und daß der auf den 11. Mai 1942 angesetzte Schauprozeß von den Nazis auf unbestimmte Zeit vertagt wurde und dann nicht mehr stattfand.
Am 24. Januar 1942 notierte Goebbels in sein Tagebuch: "Grünspan hat das freche Argument erfunden, daß er mit dem erschossenen Legationsrat vom Rath ein homosexuelles Verhältnis gehabt habe. Das ist natürlich eine unverschämte Lüge; immerhin aber ist sie geschickt erdacht, und sie würde, wenn sie im öffentlichen Prozeß vorgebracht würde, sicherlich das Hauptargument der ganzen gegnerischen Propaganda
Und: "Man kann hier wieder einmal erkennen, mit welch einer infamen Perfidie die Juden vorgehen, wenn man ihnen an den Kragen will."
Fraglich blieb indes, zu welchem Zeitpunkt Grünspan seine Enthüllung aktenkundig machte. Brachte er sie schon
- wie Soltikow behauptet - während
der französischen Untersuchungshaft vor, so gewinnt das sexuelle Tatmotiv an Glaubwürdigkeit, weil Grünspan sich durch die Entpolitisierung seiner
Bluttat vor einem französischen Gericht zusätzlich belastet hätte.
Falls sich Herschel seiner Beziehungen zu Rath jedoch erst angesichts des drohenden Prozesses vor dem deutschen Volksgerichtshof rühmte, erweckt die Einrede den Verdacht einer raffinierten Schutzbehauptung, die Grünspan nur erfand, um dem NS-Regime den Schauprozeß zu stehlen..
Mit dieser Streitfrage vor allem wird sich das Münchner Landgericht bei der bevorstehenden Entscheidung aller Grünspan-Motiv-Querelen im Strafprozeß gegen Soltikow alias Bennecke zu befassen haben.
Obwohl nämlich der ermordete Ernst vom Rath gar kein, einwandfreier "Blutzeuge" der Bewegung war, sondern sogar Hitler ausdrücklich als den "Antichrist" bezeichnete, obschon er ferner in Königsberg eine jüdische Freundin und in AA-Kreisen den Spitznamen "Notre Dame" gehabt haben soll, zeigten sich die Hinterbliebenen des Toten über die sexuelle Grünspan-Version indigniert: Der Bruder Ernst vom Raths erstattete gegen den in München wohnhaften Grünspan-Amateur Soltikow bei der Oberstaatsanwaltschaft München Strafanzeige wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener.
Zu der auf den 16. November anberaumten Hauptverhandlung vor der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts hat der angeklagte Soltikow beantragt, als Zeugen die sachkundigen Kenner der 1940 nach Deutschland verbrachten, heute aber nicht mehr greifbaren französischen Ermittlungsakten zu hören, nämlich die früheren NS-Größen
- Oberreichsanwalt Ernst Lautz,
- Staatssekretär im Reichspropagandaministerium Leopold Gutterer,
- Staatssekretär und geschäftsführenden Reichsjustizminister Franz Schlegelberger.
Als Prozeß-Star aber soll nach dem Willen Soltikows der Zeuge Herschel Feibel Grünspan, derzeitiger Name und Aufenthaltsort unbekannt, vernommen werden.
Die Hauptperson der Affäre Grünspan konnte das Hitlersche Juden -Massaker nämlich erfolgreich überstehen. Der prominente Delinquent war nach dem verunglückten Prozeß-Plan auch weiterhin in Einzelhaft gehalten worden. Am 28. Januar 1945 kam er ausweislich der Zugangsliste unter Nummer 3520/44 aus dem Zuchthaus Sonnenburg in den Arrestbau des Zuchthauses Brandenburg, wurde aber schon zwei Tage später zur Verfügung des Reichssicherheitshauptamts nach Magdeburg eskortiert, wo ihn die amerikanischen Truppen später auf freien Fuß, setzten. Er tauchte nach Kriegsende in Frankreich unter und lebt heute laut Auskunft der französischen Polizei unter falschem Namen bei Paris.
Der Grünspan-Interpret und Angeklagte Soltikow hat indes wenig Aussicht, sich vor dem Münchner Landgericht durch Herschels Zeugnis zu entlasten, da die deutsche Justiz von den Franzosen schlecht die Einvernahme eines Verstorbehen fordern kann: Das Amtsgericht Hannover hat den Herschel Feibel Grünspan auf Antrag seiner in Israel lebenden Eltern am 1. Juni 1960 für tot erklärt.
* Wolfgang Diewerge: "Anschlag gegen den Frieden"; Zentralverlag der NSDAP Franz Eher-Nachf., München; 1939.
* Helmut Weiber: "Der Fall Grünspan", Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 5. Jahrgang (1957), Heft 2.
NS-Totenwache am Sarge Raths: Nach den Schüssen die Kristallnacht
Attentäter Grünspan Fünf Schüsse von hinten
Grünspan-Detektiv Soltikow Zeithistorische Aufklärung ...
Grünspan-Opfer Rath
... oder Verunglimpfung des Toten?

DER SPIEGEL 36/1960
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