14.11.2005

TIERE

Schlachtfest auf Madagaskar

Für die ersten Siedler, die vor rund 2000 Jahren auf der Insel eintrafen, waren Madagaskars Riesenlemuren eine leichte Beute. Die bis zu 90 Kilogramm schweren Halbaffen mit den langen Armen und großen Füßen hatten sich bis dahin kaum je vor feindlichen Arten retten müssen: Große Raubtiere gab es nicht auf dem abgeschiedenen Eiland im Indischen Ozean. Wie der Anthropologe Ventura Perez von der University of Massachusetts in Amherst herausgefunden hat, trugen die Menschen vermutlich wesentlich zum Aussterben der schwergewichtigen Primaten bei. An Knochenfunden fand Perez "eindeutige Hinweise auf Schlachtungen" - etwa tiefe Schnitte oder Hackspuren nahe den Gelenken, berichtet der Forscher im "Journal of Human Evolution". Heute leben auf Madagaskar nur noch weit kleinere Lemurenarten. Auch andere Inselbewohner wurden offenbar fachkundig von Eindringlingen filetiert - etwa die bis zu drei Meter großen Elefantenvögel.


DER SPIEGEL 46/2005
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