23.08.1971

HOHLSPIEGEL

Der Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen", Jürgen Eick, vergangenen Montag in einem Leitartikel über "Bankraub -- wirtschaftlich gesehen": "Angenommen, der erfolgreiche Bankräuber vergräbt das Geld für fünf Jahre: in der gegenwärtigen inflationären Lage hätte dies einen Stabilisierungseffekt, weil Kaufkraft abgeschöpft wird. Ein Bankräuber dagegen, der das Geld in einer Brüningschen Deflationskrise unter die Leute gebracht hätte, hätte gewissermaßen "konjunktur-ankurbelnd" gehandelt. Wenn er das Geld ins Ausland brächte, triebe er Kapitalexport mit allen volkswirtschaftlichen Konsequenzen. Aber die Summen, die als Beute horrend erscheinen mögen, sind volkswirtschaftlich bei einem Sozialprodukt von rund 700 Milliarden nahezu bedeutungslos."
Im ersten Absatz des Wahlprogramms der neugegründeten Schweizer "Selbstmörderpartei oder Partei für den totalen Atomkrieg" verheißt deren "erster Kandidat für die National- und Ständeratswahlen 1971", Serge Reverdin: "Wenn ich gewählt werde, dann werde ich mich dafür einsetzen, daß diese Zivilisation restlos durch den Atomkrieg vernichtet wird. Die Leiden des Menschen sind zu groß geworden. Dies ist die Erlösung für diese gepeinigte Menschheit, die uns Gott gnädiglich erwiesen hat."
Programm-Ankündigung des "Eros-Cine-Center-Hamburg" in der lokalen "Bild-Zeitung".
Bei der "Ausrufung des Wassernotstandes" drohte die Gemeindeverwaltung Wilgartswiesen (Pfalz) in ihren "Amtlichen Mitteilungen": "Das Baden in Badewannen und das Duschen ist einzuschränken. Diese Anordnung wird vom Beauftragten der Gemeindeverwaltung strengstens überwacht."

DER SPIEGEL 35/1971
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