07.06.1971

Pullach intern

13. Fortsetzung
Im April 1950 ließ sich ein aufgeregter Kriminalkommissar außer Dienst namens Heinz Felfe bei dem Bundesinnenminister Gustav Heinemann melden und erzählte ihm eine abenteuerliche Geschichte: Er habe die Möglichkeit, einen Coup der sowjetischen Spionage gegen die Bundesrepublik zu vereiteln.
Dies war Felfes Geschichte: Ihm und seinem Freund, dem ehemaligen Kriminalrat Hans Clemens, wohnhaft in dem sauerländischen Dorf Lendringsen, hätten die Sowjets das Angebot gemacht, in den Dienst ihres Spionageapparats zu treten, um weitere Freunde aus der Kriegszeit anzuwerben und selbst in die Organisation Gehlen einzusickern.
Den Kontakt zu den Russen, so berichtete Felfe weiter, habe Clemens Ehefrau Gerda hergestellt, die getrennt von ihrem Mann in Dresden lebe. Gerda sei plötzlich im Januar in Lendringsen aufgetaucht und habe ihrem Mann eröffnet: "Mich schickt ein sowjetischer Oberst. für den ich schon seit längerer Zeit arbeite. Wir nennen ihn Max. Der will dich sprechen. Sie wollen dir was zu verdienen geben.
Anfang März sei dann Clemens nach Dresden gefahren und habe sich mit Max, aber auch mit anderen sowjetischen Geheimdienstoffizieren getroffen. Man habe ihn begeistert als Kämpfer gegen den westlichen Imperialismus willkommen geheißen. Clemens: "Sie haben mich umarmt und geküßt."
Der Erzähler Felfe wollte nun Heinemann für den Plan gewinnen, die Verbindung nach Dresden zu einem geheimdienstlichen Gegenspiel zu nutzen: man müsse den Russen frisiertes Material liefern, um dadurch ihr Vertrauen und Einblick in das rote Spionagenetz in Westdeutschland zu gewinnen.
Der Innenminister Heinemann, an Geheimdienst-Fragen nicht sonderlich interessiert, hörte seinen Besucher fünf Minuten an, dann verwies er ihn an den Regierungsrat Dr. Sauer, der gerade das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) aufbaute. Aber auch Sauer konnte mit dem Felfe-Bericht nichts anfangen.
Am 14. Februar 1969 wird Heinz Felfe am Grenzkontrollpunkt Herleshausen gegen in Moskau verurteilte westdeutsche ausgetauscht
Eine Personenabklärung Felfes bestärkte den Regierungsrat in seiner Zurückhaltung. Ehemaliger Obersturmführer im Sicherheitsdienst (SD) der SS, war Felfe nach dem Krieg in den Dienst des britischen Intelligence Service getreten, der ihn allerdings wieder entlassen hatte, weil Felfe auf mehreren Schultern trug -- er hatte seine Informationen auch an andere Geheimdienste verkauft.
immerhin hielten es die Verfassungsschützer für ratsam, den Anzeiger Felfe noch einmal zu vernehmen. Felfe gab zu Protokoll, was er und Clemens erlebt hatten. Das Protokoll kam in eine Akte. die Akte in einen Schrank.
Kein Verfassungsschützer aber merkte auf, als Jahre später dieser von Sowjetagenten angelaufene, des Doppelverdienertums verdächtige Felfe im Bundesnachrichtendienst (BND) eine bemerkenswerte Karriere machte. Kein Verfassungsschützer mißtraute dem Mann, der als Vertreter Pullachs in so supergeheimen BND/BfV-Verbindungsstellen wie den Dienststellen "Uran" und "Neutron saß.
Arglos ließ der Verfassungsschutz den BND. der selber versäumt hatte, Felfe gründlich zu überprüfen. in die größte Katastrophe seiner Geschichte tappen: Zehn Jahre lang konnte Heinz Felfe den westdeutschen Geheimdienst für Moskau ausspionieren.
Der Verrat des Regierungsrats auf Probe, Ende 1961 entdeckt, beraubte den BND seiner letzten Stützpunkte im sowjetischen Machtbereich. Es war ein Schlag, von dem sich Westdeutschlands Geheimdienst nie wieder erholen sollte.
Zug um Zug war der östliche Aufklärungsapparat des BND zusammengeschrumpft. Zwischen 1953 und 1956 waren wesentliche Teile des DDR-Netzes verlorengegangen, waren die Küstenoperationen der Gehlen-Organisation in der Ostsee eingestellt worden.
Was noch geblieben war, hatte Felfe dem Gegenspieler im Osten verraten. 95 V-Männer des BND, darunter 46 führende Mitarbeiter, waren den Sowjets enttarnt worden, dazu Kodeschlüssel, Verbindungen. Tote Briefkästen und Kurierwege der Organisation -- sorgfältig festgehalten auf 300 Minoxfilmen mit 15 661 Aufnahmen, 20 Tonbändern und unzähligen Funkmeldungen, die Felfe seinen östlichen Auftraggebern geliefert hatte.
Felfe: "Ich wollte bei den Russen wie eine Eins dastehen."
Noch ärger als solche Verluste waren die psychologischen Wirkungen. Angst beschlich die Gehlen-Agenten im Osten, kein V-Mann wußte, ob er nicht selber längst enttarnt war oder ob er dem Nebenmann noch trauen durfte. Selbst BND-Präsident Reinhard Gehlen mußte später zugeben: "Es war eine schlimme Panne."
In der Felfe-Affäre enthüllte sich. daß der Führungsstil Gehlens unzeitgemäß, ja fast selbstzerstörerisch geworden war, weil er die Lehren und Erfahrungen des modernen Managements ignorierte. Der BND-Chef vertraute eigener Intuition mehr als dem wachen Sinn seiner engsten Ratgeber; er, der nie ein guter Menschenkenner gewesen war, wollte Mitarbeiter besser durchschauen als die zuständigen Sicherheitsbeauftragten und Referatsleiter.
Gehlen hatte seine Mitarbeiter immer nur danach beurteilt, ob sie viele und gute Quellen brachten. Angestellt wurde ausschließlich, wer von BND-Angehörigen empfohlen wurde. So war eine Inzucht von Geheimdienstlern entstanden. die zwar Gehlens Vorstellung vom BND als einer "Elite der Elite entsprach. jedoch die gegenseitige Kontrolle einschläferte und dem Gegner das Eindringen in den Gehlen-Orden erleichterte.
Auch Heinz Felfe war auf einem solchen Fließband der Kumpanei in die Org-Zentrale transportiert worden. Meist waren es ehemalige SS-Kameraden, die sich um ihn kümmerten: zunächst Freund Hans Clemens und der Rechtsanwalt Erwin Tiebel, der Felfe nach Kriegsende in seiner Wohnung in Lendringsen aufgenommen hatte.
Die drei kannten sich aus gemeinsamen· Tagen in Dresden, jeder hatte auf seine Art Adolf Hitler gedient: Clemens aN Leiter der SD-Außenstelle Dresden, der Rechtsanwalt Tiebel als SD-Informant. Felfe als Geschäftsstellenleiter der sächsischen Gauleitung. 1943 saßen sie dann gemeinsam im Schweiz-Referat des Reichssicherheitshauptamtes der SS.
In Lendringsen hielten sie 1950 Ausschau nach einem Job. Clemens hatte sich inzwischen dem sowjetischen V-Mann-Führer Max verdingt, Felfe aber zögerte noch, auf die sowjetische Karte zu setzen. Da Clemens ohnehin in die Organisation Gehlen eintreten sollte, versprach er Felfe, ihm dort auch einen Posten zu verschaffen,
Im D-Zug zwischen Bonn und Düsseldorf traf Clemens im Frühjahr 1951 einen alten 55-Kumpel, der ihm den entscheidenden Tip gab: In Bad Reichenhall sitze als Bezirksvertreter Gehlens der ehemalige 55-Oberführer Willi Krichbaum, der Fachleute aus SD und Gestapo für die Gehlen-Organisation suche.
Krichbaum wußte sofort, um was es ging, als Clemens vor ihm stand. Krichbaum: "Was machst du?" Clemens: Schrotthandel" Krichbaum: "Ich habe was für dich." Am 15. Juni 1951 trat Clemens in die Org ein, sein Auftrag glich der Order, die ihm Sowjet-Max gegeben hatte. Clemens: "ich hatte Auftrag, ehemalige SD-Leute zu melden, die keinen Beruf mehr hätten: die könnten wieder tätig werden."
Clemens dachte sofort an Felfe, doch der hatte sich schon selber geholfen. Er war Anfang September zu Max gefahren und hatte sich dem sowjetischen Geheimdienst verpflichtet. Kaum aber war er wieder zu Hause, da stand Kamerad Krichbaum vor der Tür. Am 15. November rückte Felfe in die Organisation Gehlen ein. Felfe später: "Ich habe mich nicht wohl gefühlt, aber ich konnte nicht mehr zurück. Von jetzt an mußte ich auf zwei Hochzeiten tanzen."
Felfe ließ sich von Clemens beruhigen, zumal er keinen Ausweg sah Denn: Wäre es ihm mit der Org-Verpflichtung ernst gewesen, hätte er Clemens als Sowjetspion anzeigen müssen. Er wagte das Doppelspiel -- die von Max zugesagten Honorare (später 1500 Mark im Monat) gaben den Ausschlag. Gemeinsam mit Clemens schrieb er eine Postkarte an Max: "Alles geklappt."
Da das KGB (so der künftige Name des Moskauer Geheimdienstes) wissen wollte, in welchem Maß die Org den sowjetischen Spionageapparat kenne. war es Moskau willkommen, daß Felfe im Sachgebiet "Sowjet-Union" in Gehlens Gegenspionage eingesetzt wurde. Er fing in der Org-Filiale Karlsruhe an, ooch schon in kurzer Zeit hatte er sich so nützlich gemacht, daß er 1953 in die Zentrale Pullach abgeordnet wurde.
Felfe wurde unter dem Decknamen "Friesen" Hilfsreferent im Sowjet-Referat der Gegenspionage-Abteilung. Jetzt konnte er den sowjetischen Auftraggebern zeigen. was in ihm steckte. Felfe: 2Ich wollte bei den Russen wie eine Eins dastehen."
Mit Clemens, der in Außendienststellen spionierte. und dem Kurier liebel (auch er war inzwischen von Max angeheuert worden) schuf Felfe einen Nachrichtenkanal zu den Sowjets, der ständig gespeist wurde. "Paul" (so Felfes Deckname bei den Russen) wurde im KGB-Hauptquartier Karlshorst bald zu einem Begriff geheimdienstlicher Tüchtigkeit.
Wann immer zwischen 14 und 15 Uhr in Felfes Rundfunkapparat das Zeichen kurz-lang-lang-kurz Musiksendungen unterbrach, saß Agent Paul bereit. die chiffrierten Wünsche des KGB zu notieren und zu entschlüsseln. Jeder Auftrag wurde ausgeführt. Felfe fuhr dann im Wagen nach Karlshorst und übergab hinter Helmstedt beim Kilometerstein 107 das gewünschte, in Containern verpackte Material einem KGB Beauftragten; zuweilen reisten auch Clemens und Tiebel.
Gehlen: "Felfe ist hervorragend. Er bringt an, was andere nicht schaffen."
Der Sowjetspion wußte freilich, daß er die intimsten BND-Geheimnisse nur erfahren konnte, wenn es ihm gelang. sich in Pullach eine Schlüsselstellung zu sichern. Die Russen halfen ihm dabei. zumal ihnen neben der Feindaufklärung die "Desinformation" -- die Irreführung des Gegners -- als wichtigstes Ziel der Felfe-Mission erschien.
1953 überraschte "Friesen" seine Kollegen mit der Nachricht, es sei ihm gelungen, in Moskau eine Gruppe von V-Männern aufzustellen. an deren Spitze cm sowjetischer Oberst stehe. Friesens angebliches Informanten -Netz lieferte auch wichtige Nachrichten. die allerdings vom KGB ausgewählt worden waren: teils unrichtige, teils zutreffende Informationen aus Sowjetrußlands Regierung, Partei und Armee.
Das KGB ermöglichte Felfe, immer weitere (Schein-)Quellen im Osten sprudeln zu lassen. Bald speiste Felfe die Zentrale Pullach mit Kreml-Interna, er lieferte echte Geheimprotokolle der DDR-Regierung, er wußte sogar über künftige Aktionen des sowjetischen Geheimdienstes Bescheid. Viele Felfe-Informationen erreichten das Bonner Kanzleramt und beeinflußten das ostpolitische Weltbild Konrad Adenauers.
Gehlen wurde auf das Spionage-Genie aufmerksam. 1954 begegneten sich die beiden Männer zum erstenmal. "Eine faszinierende Persönlichkeit" nannte Felfe den Chef, und auch Gehlen war über "Fiffi" (Felfes hausinterner Spitzname) begeistert: "Der Felfe ist hervorragend. Er bringt an, was andere nicht schaffen.
1958 avancierte Felfe zum Referatsleiter "Sowjet-Union" im ILLf, der Gegenspionage; er wurde als Regierungsrat auf Probe mit dem Gehalt eines Oberregierungsrats angestellt.
Kamen hohe ausländische oder Bonner Besucher nach Pullach. dann führte Gehlen sie in das Büro Felfes, wo sie einen riesigen Plan des KGB-Hauptquartiers Karlshorst bewundern durften, den Fiffi angefertigt hatte und laufend ergänzte.
Die Fülle seiner Details mußte in der tat verblüffen. Die vielfarbige Graphik zeigte jedes Haus, jeden Bunker. jeden Parkplatz des sowjetischen Sperrgebiets; es gab kein KGB-Büro. das nicht bekannt, kein Möbelstück, das dem Scharfblick Fiffis entgangen war. Der Betrachter wußte sofort, welche Toilette der KGB-General Dimitrow benutzte und wo die Beratergruppe des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit tagte.
Felfes Karlshorst-Tableau wurde zu einem mythischen Paradestück BND-eigener Leistungsfähigkeit. Wenn Gehlen auf Auslandsreisen ging, nahm er nicht selten Felfe und seinen Plan mit.
Wer sich so "sicherer Gunst erfreute, konnte gelassen die Safes und Personalakten des BND ausplündern. Von Jahr tu Jahr lieferte Felfe mehr Material nach Karlshorst:
* ab Januar 1957 regelmäßig die geheimen Wochenberichte des BND. die über den jeweiligen Stand nachrichtendienstlicher Operationen Auskunft geben,
* ab 1958 die Monatsberichte über die Überwachung des gegnerischen Agentenfunks in der Bundesrepublik.
ab März 1959 die monatlichen Spionageabwehr-Berichte des Bundesamtes für Verfassungsschutz, > ab Juni 1959 die alle vier Wochen erscheinenden Lageberichte des BfV.
Felfe photographierte Karteiunterlagen über BND-Angehörige, Listen der BND-Residenten im Ausland, Deckadressen von V-Männern, Hinweise auf spionageverdächtige Personen, die geheime Telephonliste des BND, Hausmitteilungen der Organisation.
Aktion Panoptikum: Felfe soll Sowjetspione in Pullach aufspüren.
Er signalisierte die bevorstehende Verhaftung des KGB-Offiziers Kirpitschew in Hamburg und verhalf ihm zur Flucht. Er beschaffte sich die Vernehmungsprotokolle des übergelaufenen KGB-Agenten Staschynski. der zugegeben hatte, im Auftrag des KGB zwei ukrainische Exilpolitiker ermordet zu haben, und spielte Karlshorst Material zu, das dem KGB ermöglichen sollte, den Doppelmord dem BND anzulasten.
Felfe fühlte sich sicher -- und doch war bereits Verdacht gegen den allzu glatten Gehlen- Favoriten aufgekommen. Später konnte freilich kein BND-Mann mehr angeben, wer den Verdacht zuerst geäußert hatte. Am Anfang war es nur persönliche Antipathie gewesen, Abneigung gegen den Streber Felfe. der sich an ressortfremde Kollegen heranmachte und sie über ihre dienstlichen Probleme ausfragte.
Dann kamen professionelle Bedenken hinzu, mancher äußerte Skepsis gegenüber der flinken Perfektion, durch die sich Felfe von anderen Mitarbeitern unterschied. Selbst Fiffis Bravourstück, das Karlshorster Tableau, erregte Mißtrauen; so genau, argumentierten die Felfe-Kritiker, könne kein Geheimdienst über den Gegner informiert sein, daß er sogar dessen Toiletten-Gewohnheiten kenne.
Außerdem fiel auf. daß der Sowjet-Experte Felfe Material präsentierte. das nicht in sein Sachgebiet gehörte. Daß er Geheimprotokolle des SED-Politbüros oder Aktionspläne des DDR-Staatssicherheitsdienstes herbeischaffte. provozierte nicht nur den Ressortegoismus der Kollegen vom DDR-Referat.
Bei soviel Mißtrauen und Mißgunst bedurfte es nur noch eines kleinen Anlasses, um den Verdacht lautstark zu artikulieren. Der Anlaß kam: 1958 kaufte sich Felfe für 100 000 Mark ein zweistöckiges Zehn-Zimmer-Landhaus im oberbayrischen Oberaudorf. Die Kollegen fragten sich, woher ein Mann mit einem Monatsgehalt von 1700 Mark das Geld habe. ein solches Haus zu erwerben.
Von Stund an waren die Felfe-Gegner überzeugt, daß er ein falsches Spiel trieb. Ein paar Referatsleiter unter Führung eines Gehlen-Schwagers trugen dem BND-Präsidenten ihre Bedenken vor. Gehlen schmetterte die Warner ab: "Ihr neidet dem Felfe nur seine Ergebnisse. Der Mann ist in Ordnung." Heute erklärt Gehlen sein Votum für Felfe als eine Kriegslist: Er habe, beteits mißtrauisch gegen Felfe, den Verdacht gegen den Spion "abtöten" wollen, um nicht die längst laufende Fahndung gegen Felfe zu gefährden.
Doch die Anti-Felfe-Fronde gab keine Ruhe. Die Wortführer bestanden darauf, ihre Auffassungen schriftlich formulieren zu dürfen. Gehlen erlaubte. daß Chefsekretärin "Alu" die Erklärungen protokollierte; die Notizen wurden im Gehlen-Sekretariat aufbewahrt.
Trotz dieser Warnungen fuhr Gehlen fort, Felfe mit heikelsten Aufträgen zu betrauen. Im November 1958 übertrug er ihm die Leitung der "Operation Panoptikum", die dem BND Erkenntnisse sichern sollte. die zu verhindern Felfe allen Grund hatte: Erkenntnisse über die sowjetische Infiltration im BND.
Seit Mitte der fünfziger Jahre wußte die Zentrale Pullach, daß das KGB versuchte. BND-Mitarbeiter "umzudrehen". 1955 war ein Mitarbeiter der BND-Filiale in Frankfurt, der ehemalige Geheime-Feldpolizei-Beamte Albert. als Sowjetagent entlarvt worden; Albert tötete sich kurz darauf im Untersuchungsgefängnis von Bruchsal. Zwei weitere BND-Mitarbeiter namens Jagusch und Balthasar wurden ebenfalls der Sowjetspionage überführt.
Die Aktion Panoptikum hatte nun die Aufgabe, weitere KGB-Angriffe schon im Ansatz abzufangen. Ein V-Mann des BND sollte sich zum Schein von den Russen umdrehen lassen" ein imaginäres Informanten-Netz aufziehen, die Sowjets mit frisierten Nachrichten beliefern und die Infiltrationswege des KGB nach Pullach aufspüren.
Felfe alarmierte Karlshorst, die Sowjets kamen Pullach zuvor. Das KGB wies Felfe an. für die Rolle des umzudrehenden BND-Mannes den früheren SS-Standartenführer Friedrich Panzinger vorzuschlagen, einen ehemaligen Gruppenleiter der Gestapo-Zentrale. der sich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft vom KGB hatte gegen Kameraden mißbrauchen lassen. weil er befürchtete, andernfalls würden ihn die Sowjets wegen seiner Beteiligung an Kriegsverbrechen im deutschbesetzten Rußland vor ein Gericht stellen. 1955 war er von den Russen entlassen worden, nicht ohne den Hinweis zu erhalten. bei mangelndem Wohlverhalten werde man sich seiner Verbrechen zu erinnern wissen.
Panzinger wurde vom BND für das Panoptikum-Spiel akzeptiert, monatelang düpierte Felfe die Zentrale Pullach. Erst im Sommer 1959 erfuhren ehemalige Panzinger-Freunde im BND von seiner makabren Rolle in Rußland; sie brachen den Kontakt zu ihm ab.
Der Gestapo-Mann sah sich in die Enge gedrängt, am 21. Juni notierte er: "Ich sehe der Zukunft schwarz entgegen, und ich fühle, daß ich hier allen fremd bin. Mir ist so schwer zumute, Wer wird mich aus dem Leben schaffen?" Als ein paar Wochen später die Münchner Staatsanwaltschaft gegen ihn ein Verfahren wegen NS-Verbrechen eröffnete, brachte er sich um.
Seines Strohmannes beraubt, wollte Felfe nun einen anderen BND-Mann für die KGB-Rolle gewinnen. Noch ehe er aber einen Kandidaten gefunden hatte, waren die Ermittlungen der Sicherheitsabteilung soweit gediehen, daß man ihn aus der Leitung der Aktion entfernte.
Gegen Felfe hatte schließlich soviel gesprochen, daß auch Gehlen keine Einwände gegen eine lautlose Untersuchung erheben konnte. im Herbst 1961 verdichteten sich die Verdachtsmomente bis an die Grenze der Gewißheit, obwohl noch ein letzter Beweis fehlte.
Aus Furcht vor der Öffentlichkeit entläßt Gehlen ehemalige SS-Männer.
Später wollten Kritiker des BND wissen, Pullach sei Felfe nicht selber auf die Spur gekommen: ein Überläufer aus dem KGB namens Anatol Golyzin, zuweilen auch Anatoli Dolnitzin genannt, habe bei Vernehmungen in Washington auf Felfe hingewiesen, seinen Namen allerdings nicht genannt. Solche Vermutungen gehen an einem einfachen Tatbestand vorbei: Golyzin/ Dolnitzin floh am 15. Dezember 1961 in den Westen -- fünf Wochen nach der Verhaftung Felfes.
Felfe konnte keinen Schritt mehr unternehmen, ohne beobachtet zu werden. Woche um Woche verging, bis endlich am Nachmittag des 27. Oktober der entscheidende Beweis vorlag: Die Dechiffrierer des BND entschlüsselten einen KGB-Radiospruch. der eindeutig auf Felfe hinwies. Der Rest war Routine: weitere Beschattung Felfes, um Komplicen auf die Spur zu kommen.
Den Schlußakt überließ Gehlen seinem Intimus, dem General Wolfgang Langkau, Leiter der Abteilung "Strategischer Dienst". Er bestellte Felfe am 6. November unter einem Vorwand in sein Büro. Langkau hatte längst seinen Spruch heruntergesagt, als die Tür von drei Beamten der Sicherungsgruppe Bonn aufgestoßen wurde. Einer sagte: "Herr Felfe, Sie sind verhaftet." Auch die Komplicen Clemens und Tiebel wurden kurz darauf abgeführt.
Deprimiert registrierten die Eingeweihten das Ausmaß der Zerstörung. die Felfe angerichtet hatte. Eine sofort eingeleitete Untersuchung legte Felfes Beziehungssystem im BND bloß; jeder Angehörige des Dienstes mußte zu Protokoll geben, welche Kontakte er zu dem Spion unterhalten hatte.
Ein Amnestie-Angebot Gehlens bot Felfe-Komplicen die Chance, von ihren Bindungen zum KGB straffrei loszukommen. Auch 15 Mikrofilme, die in Felfes Landhaus gefunden worden waren, gaben zusätzlichen Aufschluß über Arbeitsweise und Verbindungen des Doppelspions. Was ungeklärt blieb, erläuterte Felfe seinen ehemaligen Kollegen selber.
Am Ende war kein Zweifel mehr möglich: Reinhard Gehlens Lebenswerk war ruiniert. Es war die persönliche Tragik des BND-Chefs, daß er selber zum Niedergang seines Apparats beigetragen hatte; seine Führungs- und Personalpolitik hatte einem Felfe die Arbeit offensichtlich erleichtert.
Doch mit dem Eigensinn alternder Alleinherrscher wies Gehlen jede Verantwortung für den Fall Felfe zurück. Er belastete Untergebene, ließ die schriftlichen Felfe-Warnungen seiner Mitarbeiter vernichten und beteuerte immer wieder lauthals seine Unschuld.
Gehlen wußte, was ihm beim Felfe-Prozeß vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe bevorstand. Er ließ Teile des BND-Apparats reorganisieren und die von Felfe enttarnten, aber noch nicht verhafteten V-Männer im Osten stillegen, er nötigte die meisten ehemaligen SS-Angehörigen im BND, aus dem Dienst zu scheiden -- ein kostspieliges Manöver, da viele von ihnen lukrative Dienstränge besaßen und hohe Abfindungssummen (in Einzelfällen bis zu 100 000 Mark) einklagten.
Solche Maßnahmen konnten dennoch den BND nicht vor dem Sturm öffentlicher Kritik bewahren, der losbrach, als der Bundesgerichtshof im Juli 1963 den Fall Felfe verhandelte. Schon die wenigen für die Öffentlichkeit zugelassenen Sitzungen genügten, ein Sittengemälde des BND freizulegen, das allem hohnsprach, was bis dahin über den mysteriösen General Gehlen und seinen Geheimdienst gegolten hatte.
Felfe und seine Mitangeklagten Clemens und Tiebel offenbarten sich als so unbelehrbare Nationalsozialisten, daß die "Welt" folgerte, im BND habe eine "fatale Personalpolitik kleinen und größeren Nazis fröhlichen Unterschlupf" gewährt. Der SPD-Abgeordnete Ritzel sprach von einem "Skandal ohne Beispiel", die FDP forderte eine strenge Überprüfung des mittleren und unteren BND-Personals.
"In einem Karlsruher Gerichtssaal", kabelte der Korrespondent der "New York Times" seiner Redaktion, "werden in diesen Tagen eine Legende und ein guter Name zerstört, die 15 Jahre lang sorgfältig gehegt worden sind: die Legende von der überlegenen Befähigung des Bundesnachrichtendienstes und der Ruf des Generals Gehlen." Auch Bundesrichter Weber, der Vorsitzende des Gerichts, mußte bei der mündlichen Begründung des Urteils -- Felfe erhielt 14 Jahre Zuchthaus -- erwähnen, bei ihm seien zahlreiche Briefe eingegangen, deren Verfasser meinten, im BND sei "vieles faul". Die Wochenzeitung "Christ und Welt" kommentierte: "Der Felfe-Prozeß darf für den Bundesnachrichtendienst nicht ohne Folgen bleiben."
Schon ging in Bonn die Nachricht um, die Bundesregierung wolle Gehlen zum 1. Oktober vorzeitig in Pension schicken, da sprang noch einmal Kanzler-Staatssekretär Hans Globke für seinen Nachrichtenlieferanten ein. Es seien, erklärte er. "Maßnahmen getroffen worden, um sicherzustellen, daß sich ein derartiger Fall im BND nicht wiederholt".
Gehlen konnte sich sicher fühlen. Doch statt den BND gründlich zu reformieren und durch Öffentlichkeitsarbeit den Dienst für den Nachwuchs attraktiver zu machen, zog er die entgegengesetzte Konsequenz: Er riegelte den Geheimdienst noch stärker vor der Öffentlichkeit ab.
Mancher ungerechtfertigte Angriff in Presse, Rundfunk und Fernsehen bestärkte ihn in dem missionarischen Glauben, allein er wisse, was dem BND und der Republik nutze. Da seit der SPIEGEL-Affäre das Verhältnis zwischen Gehlen und Adenauer ohnehin gestört war, wollte sich der BND-Chef von der Kontrolle durch das Kanzleramt befreien und sein eigener Herr werden.
Ihm hatte nie so recht gefallen, daß der BND dem Bundeskanzler direkt unterstellt worden war und Adenauer seinem Staatssekretär Globke die Dienstaufsicht über den BND übertragen hatte. Ursprünglich war Gehlen dafür eingetreten, den BND einem Sicherheitsrat nach dem Muster des amerikanischen National Security Council zu unterstellen; ein solcher vielstimmiger Rat hätte ihn vor strengerer Aufsicht bewahrt.
Kanzler Erhard über den BND: "Ich will mit diesen Leuten nicht unter einem Dach sitzen."
Das hatte er nicht durchsetzen können; "Unterstellung unter den Kanzler" hieß die Kompromißlösung. Umstritten aber blieb, ob der BND dem Kanzleramt gleich- oder nachgeordnet. nur staatliche Behörde oder oberste Bundesbehörde sei. Gehlen wollte nun erreichen, daß sein Geheimdienst zur obersten, selbständigen Bundesbehörde (wie etwa das Bundespresseamt) erklärt und er selber zum Staatssekretär ernannt wurde.
Der Bonner Kanzlerwechsel erleichterte ihm sein Spiel. Im Oktober 1963 zogen in das Palais Schaumburg drei Männer ein, die kaum einen Sinn für Bedeutung, Macht und Ranküne eines Geheimdienstes mitbrachten. Der Kanzler Ludwig Erhard, sein Kanzleramts-Chef Ludger Westrick und der Ministerialdirektor Karl Hohmann kamen aus dem Bundeswirtschaftsministerium, dessen Experten schon lange zweifelten, ob Geheimdienste notwendig seien; mancher Wirtschaftsbericht des BND hatte die Fachleute eher erheitert als informiert.
Hohmann zog zwar als Leiter der Kanzleramts-Abteilung 111 das für den BND zuständige Referent an sich, aber er konnte sich nur schwer aufraffen, den Geheimdienst ernst zu nehmen. Hohmann: "Die tun auch nicht mehr als Journalisten. Sie recherchieren so gut und so schlecht, wie Journalisten recherchieren
Die mangelnde Qualität der BND-Berichte und ein fast abergläubischer Horror vor Spionen ließen den Kanzler vom BND abrücken. Er nötigte sogar den kleinen Verbindungsstab des BND im Dachgeschoß des Kanzleramtes, das Haus zu verlassen. Erhard: "ich will mit diesen Leuten nicht unter einem Dach sitzen. Kaum fand der BND-Präsident einmal Gelegenheit. seinem Kanzler einen Lagevortrag zu halten.
Auch Westrick kümmerte sich kaum um den BND. Anfangs bewogen wenigstens noch die hohen BND-Kosten (ihretwegen kam es Ende 1963 zu einem harten Zusammenstoß zwischen Pullach und Bonn) den Ökonom Westrick. sich mit dem Geheimdienst zu beschäftigen. aber bald ließ auch dieses Interesse nach.
Mochten sich auch Gehlens Staatssekretär-Träume nie erfüllen -- die immer deutlichere Aufweichung der Dienstaufsicht des Kanzleramts über den BND kam seinen Plänen entgegen. Gehlen brauchte die Intervention Bonns kaum zu fürchten, er herrschte allein.
Das aber war besonders bedenklich, weil im Präsidentensessel des BND nicht mehr der energische, führungssichere Reinhard Gehlen saß, sondern ein müde gewordener Mann von 61 Jahren. abgekapselt von den meisten seiner Mitarbeiter. nur noch in Kategorien des Einflusses und der persönlichen Macht denkend, nach 40 Jahren ununterbrochenen Dienstes verbraucht und ruhebedürftig.
Ein solcher Mann war kaum noch geeignet, die Kontrolle über einen 5000-Mann-Apparat allein auszuüben. In welche Fährnisse er den Dienst schlittern ließ, verriet eine Affäre, die bundesdeutsche Interessen an einem neuralgischen Punkt der Weltpolitik verletzte.
Im Spätherbst 1964 warnte der Kairoer BND-Resident Gerhard Bauch vor einem deutschen Herrenreiter und Gestütsbesitzer namens Wolfgang Lotz; er habe, meldete Bauch, den Verdacht. daß Lotz ein ausländischer Spion sei und gegen deutsche Interessen arbeite. Bauch bat daher, man möge in der BND-Kartei nachschauen, ob Lotz tatsächlich deutscher Staatsbürger sei, wie er angebe,
Der Resident durfte sicher sein, daß die von ihm aufgeworfene Frage gründlich geprüft wurde, denn der Regierungsrat Bauch, Jahrgang 1923. in Nahost-Geschäften erfahren und Ziehsohn des BND-Vizepräsidenten Hans-Heinrich Worgitzky. gehörte zu den erfolgreichen Aufklärern des BND.
Er saß zudem auf einem Schlüsselposten der Auslandserkundung. Der Resident in Kairo war dazu ausersehen, die fast freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem BND und Ägyptens Geheimdienst zu vertiefen, das rund um den Sowjetblock gebildete Horchsystem des BND durch eine Basis am Nil zu ergänzen und neue Informationswege in das Innere Afrikas zu erschließen.
Bauch war denn auch mit Gehlens Einverständnis nach Kairo gegangen. getarnt als Repräsentant einer westdeutschen Industriegruppe. Vor seiner Ab fahrt hatte ihm Behlen ein silbernes Tablett geschenkt. auf dem der Spruch eingraviert war: "Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!" Was immer der Spruch besagen mochte -- Bauch verkehrte offen mit den ägyptischen Geheimdienstlern.
Von dem Herrenreiter Lotz aber mochte er sich nicht das Konzept verderben lassen Bauch hatte ein ungutes Gefühl. doch die Zentrale Pullach gab ihm keine Gewißheit: er fragte drei mal nach Lotz, nie kam eine Antwort Bauch wurde so unruhig, daß er im November 1964 nach Pullach reiste, um sich selber Gewißheit zu verschaffen. Aber selbst Worgitzky, mit der Leitung der BND-Arbeit im Nahen Osten betraut, konnte mit dem Namen Lotz nichts verbinden. Auch eine Rückfrage in den zuständigen Abteilungen des BND verlief ergebnislos.
Tatsächlich war Lotz ein israelischer Agent -- ausgerüstet und ausgebildet vom Bundesnachrichtendienst. Der Fall gehört noch heute zu den Geheimnissen des BND: Die hausinternen Historiker weisen jeden Zusammenhang zwischen dem Fall Lotz und dem BND zurück. Nach ihrer Darstellung hat sich Bauch niemals in Pullach nach Lotz erkundigt, er sei gerade wegen dieser Unterlassung aus dem Dienst entfernt worden. Doch die hinterlassenen Papiere hoher BND-Funktionäre erzählen eine andere Geschichte:
Ende 1959 hatte sich Israels Geheimdienst an Pullach mit der Bitte gewandt. ihm beim Einschleusen eines Agenten nach Ägypten zu helfen. Gehlen war einverstanden und beauftragte Langkau, der als Advokat einer entschieden pro-israelischen Politik galt, die Details auszuarbeiten.
Worgitzky resigniert. Gehlen bleibt Alleinherrscher in Pullach.
Die Israelis schickten den aus Mann heim stammenden Major Zeev Lotz, der Anfang 1960 im West-Berliner Aufnahmelager Marienfelde als DDR-Flüchtling auftauchte und von BND-Männern nach München weitergeleitet wurde. In einer konspirativen Wohnung in der Giselastraße schulten BND-Ausbilder den Israeli im Agenten-Abc, verbesserten seine Kenntnisse deutscher Tischsitten, versorgten ihn mit deutschen Ausweisen und nahmen ihn mit auf die Schießstände des Pullacher Camps.
Getarnt als Pferdehändler und ehemaliger Hauptmann von Rommels Afrikakorps, startete Lotz im Januar 1961 nach Kairo. Gehlen behandelte den Fall als Top Secret: kein Verantwortlicher in Pullach, ausgenommen Langkau, erfuhr von Gehlens Amtshilfe für die Gegner Kairos.
Gehlen schwieg, als Lotz das konventionelle Terrain der Spionage verließ und dazu überging, die deutschen Raketentechniker am Nil durch Zusendung von Sprengstoffpäckchen zu terrorisieren. Er schwieg auch noch, als längst offenkundig geworden war. daß sich die Aktivität des israelischen Spions gegen Bonner Belange, ja gegen die unmittelbaren Interessen des BND gekehrt hatte.
Erst nachdem ägyptische Polizisten Lotz am 22. Februar 1965 verhaftet hatten, erfuhr Bauch die Wahrheit über den Israeli. Lotz belastete freilich bei seiner Vernehmung den BND-Mann als Mitwisser so stark, daß Bauch selber vor die Verhörscheinwerfer der Kairoer Spionejäger geriet. Mit einem Schlag war die BND-Residentur am Nil lahmgelegt.
Worgitzky flog dreimal nach Kairo, um Bauch aus der Haft zu befreien und ihm die Rolle eines Mitangeklagten an der Seite von Lotz zu ersparen. Am 17. März durfte Bauch Ägypten verlassen: er hatte genug von der Führungskunst des BND. Er schied aus dem Dienst.
Gehlen aber schob wieder einmal die Verantwortung für eine Panne auf einen Untergebenen ab; er ließ verlauten, im Fall Lotz/Bauch habe der Vizepräsident Worgitzky versagt. Worgitzky konnte Gehlens Ablenkungsmanöver nie verwinden. Der Vizepräsident. ohnehin seit Monaten von Gehlen aus der administrativen Lenkung des BND verdrängt, resignierte.
Ein paar Monate später erlitt er einen Herzinfarkt. Es folgte eine lange Krankheit. die ihn nicht mehr in sein Pulla eher Büro zurückkehren ließ. Wans-Heinrich Worgitzky starb am 13. Dezember 1969: zu seiner Beerdigung in München erschienen alle engeren Mitarbeiter. auch der neue BND-Präsident Gerhard Wessel -- nur einer fehlte traditionsgemäß: Gehlen.)
Der Fall Bauch/Lotz war nicht der einzige, der Gehlens Führungskunst ins Zwielicht rückte. Da gab es beispielsweise den BND- Beauftragten Richard Christmann in Tunis, der seine geheimen Berichte an Pullach im Besitz des bundesdeutschen Botschafters wiederfand und der von so vielen deutschen Journalisten -- auf Empfehlung Pollachs -- angesprochen wurde, daß bald auch der letzte Spionejäger in Tunis wußte. wer der örtliche BND-Chef war. Die Algerier, unter denen Christmann später wirkte. machten sich solches Wissen zunutze: Sie verhafteten ihn 1965 als BND-Mann, zogen sein Eigentum ein und wiesen ihn aus.
Sicherlich konnte man nicht jede Panne Gehlen anlasten, aber die Mandarin -Allüren des alternden Präsidenten erzeugten ein Klima, das Nachlässigkeit im Dienst, Leistungsabfall und ein bis dahin unvorstellbares Günstlingssystem förderte.
BND-Resident Don Giovanni in Rom -- Fehldiagnosen aus dem Vatikan.
Der einst so unermüdliche Schreibtisch-Arbeiter blieb immer mehr seinem Büro fern, er ging häufig in Urlaub und war kaum noch zu bewegen, Akten aufzuarbeiten.
Je mehr er sich von der Umwelt abschloß, desto stärker vertraute er sich einem kleinen Kreis von Menschen an, dem er sich durch gemeinsame Erinnerungen und Erfahrungen verbunden wußte. Alu, die langjährige Sekretärin. war darunter, auch Langkau, der Freund aus den Regimentstagen in Schlesien. manche Figur aus Adel, Schlesiertum und Offizierskorps. nicht zu vergessen die 16 Verwandten, die er (allerdings auch aus Sicherheitsgründen) mit hohen BND-Posten belehnt hatte.
Nicht alle waren freilich die sonderbaren Käuze. als die sie den meisten Gehlen-Kritikern erschienen. Ein Schwager Gehlens, heute Brigadegeneral. gehörte zu den klügsten Köpfen der BND-Führung, der Sohn des Geheimdienst-Chefs zählte zu den aufstrebenden Talenten der BND-Elektronik. Auch "Schlömmel, der oberste BND-Dienstarzt Hans Gehlen, ein Halbbruder des Präsidenten, mochte noch angehen, obwohl seine medizinischen Qualitäten arg umstritten waren. Als unzureichend erwies sich hinge. gen einer der drei Schwiegersöhne, den Gehlen im BND untergebracht hatte. Er arbeitete im Bonner BND-Büro und wollte Resident in Washington werden; da sich dieser Plan nicht realisieren ließ, wurde er zum BND-Residenten in Paris ernannt.
Auch ein anderer Verwandter Gehlens, gelernter Drucker und ohne ND-Erfahrung, lenkte die Aufmerksamkeit auf sich. Er mußte seine Residentur in Lateinamerika verlassen, weil er in Verdacht stand, unklare Finanzmanipulationen unternommen zu haben; eine BND-amtliche Untersuchung schloß den Fall ab.
Als die farbigste Gestalt unter den Gehlen-Verwandten aber galt "Don Giovanni", der Präsidenten-Bruder Johannes Gehlen, ein Tiefseetaucher und Amateur-Archäologe. Er wurde zum Residenten in Rom ernannt und als Oberregierungsrat (letzter Rang: Leitender Regierungsdirektor) ins Beamtenverhältnis übernommen, obwohl er keine nachrichtendienstliche Ausbildung besaß. Seine Anstellung begründete die Amtsleitung des BND mit den guten Beziehungen, die er angeblich zum Vatikan unterhielt; tatsächlich wurden seine Berichte in Pullach nur mit größter Zurückhaltung aufgenommen.
Bei so lässiger Wahrung von Leistungsprinzip und Laufbahn-Richtlinien sah sich mancher Beamte auf der höheren und mittleren Ebene gefördert, der bei einer anderen Behörde schwerlich reüssiert hätte. Altgediente Militärs, Freunde des Präsidenten und Geheimdienst-Veteranen jagten nach lukrativen Auslandsposten, ohne qualifiziert zu sein.
Die materiellen Hintergründe der Jagd nach Auslandsposten wurden oft sichtbar, wenn es galt, einen Residenten abzulösen oder zu pensionieren. Dann tobte ein erbitterter Kampf um jedes Möbelstück und jeden Teppich der Dienstwohnung -- so auch im Falle Johannes Gehlens. der trotz mehrfacher Verlängerung seiner Beamtenzeit über die Altersgrenze hinaus erst ausschied. nachdem ihm sämtliche Möbel in der römischen Dienstvilla des BND zugestanden worden waren.
Das Kanzleramt beschließt die Ablösung Reinhard Gehlens.
Angesichts dieser Verfilzungen mußte es fast Erstaunen erregen, daß der BND nicht vollends im Morast der Unzulänglichkeiten versackte. Auf "Teilbereichen der Erkundung verriet er noch seine alte Brillanz: in Lateinamerika und im Nahen Osten durfte er sich nach wie vor für den bestinformierten Geheimdienst halten.
So prophezeiten Nahost-Experten des BND schon lange vor der diplomatischen Anerkennung Israels durch Bonn den Abbruch der bundesdeutscharabischen Beziehungen.
Höhepunkt der BND-Aufklärung: Pullach bestimmte Anfang Juli 1967 den Ausbruch des nahöstlichen Sechs-Tage-Krieges fast auf die Stunde genau. Als in Amerikas Nationalem Sicherheitsrat Außenminister Dean Rusk erklärte. Israel werde nicht losschlagen. unterbrach ihn CIA-Chef Richard Helms: "Israel wird. Wir wissen es. Johnson fragte, auf welche Quelle sich Helms stütze. Der CIA-Mann lehnte ab. die Quelle zu nennen. Die Quelle: der BND.
Daß der BND überhaupt noch Erfolge vorweisen konnte, war nicht zuletzt das Verdienst alterfahrener BND-Mitarbeiter. die versuchten. trotz Gehlens
* Mit Präsident Johnson (2. v. r.) und Außenminister Rusk (3. v. r.)
Resignation Existenz und Effizienz des Bundesnachrichtendienstes zu sichern -- Je weniger Gehlen amtierte, desto entschlossener hielten Führungsmitarbeiter die Stellung --- für den BND, aber auch für sich selbst.
Denn nur selten gaben die Altgardisten der langsam heranwachsenden Generation junger Mitarbeiter eine Chance. neue Ideen gegen das BND-Establishment durchzusetzen. Die Altvorderen kümmerten sich kaum um den Nachwuchs. teils aus Zeitmangel. teils aus Egoismus. Während einsichtsvolle Abteilungsleiter wie Winterstein (Außenpolitische Aufklärung) und Dethleffsen (Auswertung) die von Gehlen ausgelöste Führungskrise mit gewohnter Routine überspielten. nutzten andere Veteranen ihre Führungspositionen dazu aus. die von Hochschulen kommenden Nachwuchskräfte in untergeordnete Stellungen abzudrängen. Die Jungen hätten vielleicht resigniert. wäre ihnen nicht ein Mann vorsichtig zu Hilfe gekommen, der immer mehr zu einer Art Gehlen-Ersatz wurde. Der Generalmajor Horst Wendland. Berliner, Jahrgang 1912, wie Gehlen Artillerist und Berufsoffizier. 1944 Leiter der Organisationsabteilung im Oberkommando des Heeres, seit 1946 Mitarbeiter Gehlens. leitete die Verwaltungs- und Organisationsabteilung des BND und galt als ein Genie des Managements.
Nach dem Weggang Worgitzkys war Wendland an dessen Stelle getreten. ohne freilich "um Vizepräsidenten ernannt zu werden: Gehlen hatte das zu verhindern gewußt. Praktisch aber war er der Vizepräsident. mehr noch: Fr war die einzige Hoffnung der jüngeren BND-Beamten.
"Papa Wendland, wie sie ihn im Camp nannten, war längst zum neuen Mittelpunkt der BND-Führung geworden. Er war es. der sich die Klagen nonkonformistischer Beamter anhörte. Er war es. der neue organisatorische Richtlinien ausarbeitete. der zu den befreundeten Diensten im Ausland reiste, der die Kontakte mit Bonn pflegte und auf eine Reform des ganzen Apparates sann.
Doch die sielen. die ihn wegen "einer Sachlichkeit und seines Understatements mochten, sahen nicht. daß Wendland im Grunde ein kranker Mann war: er litt an Depressionen. Er hatte zu lange der Autokratie Gehlens gedient, zu oft Befehle nur ausgeführt. Er war zu schwach. gegen Gehlen aufzukommen, und hatte doch längst erkannt, daß es für den BND nur ohne Gehlen noch eine Zukunft gab.
Da kam ihm ein Zufall zupaß: Im Dezember 1966 veränderte sich die politische Szenerie in Bonn. Kanzler Ludwig Erhard trat zurück, die Zeit der Großen Koalition Kurt Georg Kiesingers brach an. Und sie trug schließlich den Staatssekretär Karl Carstens an die Spitze des Kanzleramts, der entschlossen war, Westdeutschland wieder einen funktionierenden Geheimdienst zu geben.
Anders als seine Vorgänger hielt es Carstens für gefährlich, den BND sich selber zu überlassen. Er übte wieder Dienstaufsicht über den BND aus: selbst der lethargische Kanzler Kiesinger bekundete Interesse und ließ den BND-Präsidenten zur "Großen Lage (später: "Kanzlerlage") antreten, die jeden Dienstag im Palais Schaumburg stattfand --
Der CDU-Professur Carstens hatte noch einen besonderen Grund, sich einen einsatzfähigen BND zu wünschen. Er hatte als Staatssekretär im Auswärtigen Amt die BND-Meldungen geschätzt (ausgenommen jene über den Ostblock). Jetzt aber war das AA in der Hand der Sozialdemokraten -- was lag da näher als die Überlegung. sich im BND eine SPD-unabhängige Nachrichtenquelle zu sichern?
Die Stimmungsberichte aus dem BND-Apparat ernüchterten freilich Carstens in kurzer Zeit Gespräche mit BND-Referenten klärten ihn auf, wie es um die Gehlen-Organisation bestellt war. Das war nicht der Geheimdienst. den sich Carstens zum Verbündeten und als Informanten wünschte.
Bonner Untersuchungskommission enthüllt die Mißwirtschaft im BND.
Das Kanzleramt hatte sich schon vorher entschlossen, Gehlen abzulösen. Der BND mußte sofort gründlich reformiert werden. neue Ideen und Arbeitstechniken mußten in Pullach Aufnahme finden. Im Frühjahr 1967 war Gehlens Amtszeit. obwohl der Präsident damals schon das Pensionsalter erreicht hatte, um ein Jahr verlängert worden. Die Amtszeit wurde jetzt nicht noch einmal verlängert.
Der 66jährige Gehlen wußte, daß er am Ende war. Ihm waren selber längst Bedenken gekommen, ob er noch länger an der Spitze des Bundesnachrichtendienstes bleiben solle: in der Rückerinnerung erscheint es ihm heute sogar, als sei er schon damals entschlossen gewesen, sich endgültig pensionieren zu lassen.
Bald erfuhr er auch aus dem Kanzleramt, daß ihm nur noch eine Aufgabe blieb: einen Nachfolger zu nominieren. Im Spätsommer 1967 schlug Gehlen zwei Kandidaten vor, Wendland und Gerhard Wessel, den alten Weggefährten aus "Fremde Heere Ost" (FHO) und Org.
Wendland war der gleichsam natürliche Gehlen-Nachfolger; das Gros der Pullacher stand hinter ihm und wünschte seine Kandidatur. Doch Gehlen hing noch an Wessel, er konnte nicht vergessen, daß Wessel schon bei der FHO sein Nachfolger gewesen war und daß er ihm einst in die Militärpapiere geschrieben hatte: "überragend tüchtiger, über Durchschnitt veranlagter Generalstabsoffizier. Führerpersönlichkeit."
So entschied sich Gehlen weder für Wendland noch für Wessel. Er schlug sie beide vor, obwohl er in Pullach die Version verbreitete, er habe für Wendland votiert. Kiesinger mußte wählen.
Am 15. Oktober empfing er den Generalleutnant Wessel, der bis dahin die Bundesrepublik im Militärausschuß der Nato vertreten hatte. Der intelligente und elegante Offizier gefiel dem Kanzler sofort; die beiden Geschichts-Freunde verstanden sich.
Später kam auch Wendland. doch der spröde, in sich gekehrte Organisations-Experte überzeugte den Kanzler nicht. Die Entscheidung war gefallen: Gerhard Wessel wurde neuer Präsident des Bundesnachrichtendienstes.
Der Pensionierung Gehlens folgte ein Scherbengericht. Mit Kiesingers Genehmigung ordnete Carstens eine Untersuchung des BND an. die von einer Drei-Mann-Kommission geführt werden sollte. Vorsitzender wurde der Staatssekretär Reinhold Mercker. der früher im Kanzleramt die Abteilung I geleitet hatte, in der auch die BND-Angelegenheiten bearbeitet worden waren. Merckers Mit-Inquisitoren: der AA-Ministerialdirektor Raab, ein Vertrauter von Carstens. und der pensionierte Bundeswehr-General Zerbel.
Wochenlang durchstreiften die drei Carstens-Detektive das Pullacher Camp. vernahmen BND- Beamte aller Kategorien und durchforsteten Akten der Abteilungen. Dann kamen die Außenstellen des BND an die Reihe: Jeder Befragte wurde scharf ermahnt, ohne Schonung der Vorgesetzten die Wahrheit zu sagen. Die Befragungen nahmen oft den Charakter ruppiger Verhöre an.
Was sie herausgefunden hatten, schrieben Mercker, Raab und Zerbel in einem Geheimbericht nieder, der noch heute in Bonn zu den politischen Horror-Dokumenten zählt. Der Mercker-Bericht, von dem nur drei Exemplare existieren, gleicht einer Pandorabüchse; schon ein Hinweis. man werde sie öffnen, bringt auch die lautesten Lobredner alter BND-Herrlichkeit zum Schweigen --
Denn in diesem Bericht war Zeile um Zeile das ganze Ausmaß der Mißwirtschaft im BND festgehalten: das Vetternsystem des Gehlen-Clans, die Führungsmängel des Präsidenten, die oft sachfremde Vorherrschaft alter und neuer Militärs, der Mißbrauch des Etats für persönliche Ambitionen des BND-Establishments, die Zurücksetzung junger BND-Beamter, die öffentlichkeitsfeindliche Geheimniskrämerei der Amtsleitung.
Während Gehlen vergeblich darum bat, in den Mercker-Bericht Einblick nehmen zu dürfen, bereitete das Kanzleramt Wessel auf die Reform des BND vor. Wessel versprach gründliche Neuerung.
Zum 30. April 1968 rief Carstens die Führer des BND in den Kasinosaal des Auswertungsgebäudes in Pullach, um den Wachwechsel zu vollziehen. Generalmajor a. D. Reinhard Gehlen, just mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik mit Stern und Schulterband dekoriert. erschien und schwieg.
Carstens feierte zwar Gehlens "hervorragende Dienste" und sprach ihm den Dank der Bundesregierung aus. aber unüberhörbar war seine Kritik an Gehlens Organisation. Denn er sah in dem Präsidentenwechsel
eine Chance, zu einem neuen Arbeitsstil zu gelangen, einem Stil, der vielleicht etwas weniger geheimnisbeladen ist, und der bis zu einem gewissen Grade die überkommenen hierarchischen Strukturen durch das Zusammenwirken von Partnern ersetzt.
Das Metier der Spionage, so Carstens, "erfährt in meinen Augen eine längstverdiente Rangerhöhung durch die offene Einordnung in unsere Gesellschaft und durch die Übernahme der in der modernen Welt wirksamen Strukturgrundsätze". In Klartext übersetzt, kamen die Worte einer Order an Wessel gleich: Geheimdienst und Gesellschaft endlich in Einklang zu bringen.
Im nächsten Heft
Präsident Wessel versucht, Reformen im BND durchzusetzen -- Eine mysteriöse Selbstmord-Serie schockiert Pullach -- Kanzleramts-Minister Ehmke zwingt dem westdeutschen Geheimdienst eine neue Führungsmannschaft auf
Von Hermann Zolling und Heinz Höhne

DER SPIEGEL 24/1971
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