14.06.1971

Pullach intern

14. Fortsetzung und Schluß
Um neun Uhr kam der Chef. In einem eleganten Anzug, eine Hand in die Hosentasche gesteckt, schlenderte er auf das Wachthaus am Haupteingang es Pullacher Gehemidienst-Camps zu und wedelte leicht mit seinem Ausweis.
Doch der wachhabende Beamte des Bereichsschutzes ließ sich von den lässigen Umgangsformen seines Chefs nicht täuschen. Er schlug die Hacken zusammen. legte die rechte Hand an den Mützen schirm und bat um den Ausweis. Sekundenlang prüfte er die Karte, dann ab er sie zurück. Er wußte nur zu gut, daß der neue Präsident des Bundesnachrichtendienstes auf strenge Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften hielt.
Der Präsident ging weiter. Statt sich seinem zweistöckigen Amtssitz zuzuwenden, lief er zu einem Gebäude, in dem Referate einer BND-Abteilung untergebracht waren. Wenige Minuten später stand er vor den Referatsleitern, die nur mühsam ihre Überraschung verbargen. Er ließ sich durch die Räume führen, blickte in die Schränke und blätterte in Akten. Er merkte sich, wo er Schlamperei antraf; er behielt in Erinnerung, wen er nicht am Arbeitsplatz vorgefunden hatte.
Was er bei seinen morgendlichen Blitz-Besuchen beobachtet hatte, legte er in Aktennotizen nieder. Er diktierte Befehle, die Mißstände abstellen sollten; er holte sich Referatsleiter ins Büro, um mit ihnen Neuerungen zu besprechen; er befragte Sachbearbeiter und inspirierte sie zu Vorschlägen.
Jede Maßnahme und jede Geste sollte bekunden, daß Gerhard Wessel, Generalleutnant außer Dienst und Nachfolger des Gründer-Präsidenten Reinhard Gehlen, entschlossen war, den BND wieder zu einem leistungsfähigen Geheimdienst zu machen. Seit ihn das Kabinett der Großen Koalition zum 1. Mai 1968 an die Spitze des Bundesnachrichtendienstes berufen hatte, wurde er nicht müde, eine grundlegende Reform des BND zu propagieren.
Der neue Präsident plante, was er einen "Umbau", eine "Zäsur" nannte. Wessel: "Wir müssen die Dinge ständig
* Auf einer Pressekonferenz anläßlich der Einführung des neuen BND-Vizepräsidenten Blüte, 5. Mai 1970.
in Bewegung halten und ausgefahrene Geleise verlassen, wenn wir in Zukunft unseren Auftrag erfüllen wollen,
Von Anfang an hatte er freilich erkannt, daß es nicht leicht sein würde, sich gegen den schwerfällig gewordenen Apparat mit seinem überalterten Personal und seinen erstarrten, hohlen Strukturen durchzusetzen. 22 Jahre nach Gründung der Organisation Gehlen (Org) war Westdeutschlands Geheimdienst an einem Tiefpunkt der Effizienz angelangt: Der BND hatte sein Aufklärungssystem im Osten weitgehend verloren und manchen Stützpunkt in Übersee eingebüßt; er litt an Nachwuchsmängeln und allzu hohen Kosten.
Zudem hatte eine Untersuchungskommission unter Vorsitz des Bonner Staatssekretärs Reinhold Mercker Führungsmängel und eine Vetternwirtschaft altgedienter Militärs und Gehlen-Verwandter aufgedeckt, die den BND zur Sterilität verurteilten.
Eben diese Mißstände hatten schließlich das Kanzleramt im Herbst 1967 bewogen, den Bundswehr-Ge ral Wessel an die Stelle Gehlen zu rücken. Der damals 54jährige Holsteiner und Pfarrers-Sohn erschien als ein nahezu idealer Gehlen-Nachfolger: Er hatte zehn Jahre lang mit Gehlen zusammengearbeitet und die Org mitgegründet; er war einst Gehlens Nachfolger in der Generalstabs-Abteilung "Fremde Heere Ost" gewesen: BND-Chef Gehlen hatte ihn auch jetzt zu seinen möglichen Nachfolgern gezählt.
"Der Schüler löst seinen Lehrer ab" so deutete mit der "Weit" Westdeutschlands Presse die Berufung Wessels. Das war nicht nur historisch falsch (Wessel hatte längst in der Feindaufklärung gearbeitet, ehe Gehlen zu ihr stieß), die Floskel überdeckte auch wesentliche Unterschiede zwischen den beiden Männern.
Denn anders als der Geheimdienst-Chef Gehlen, der "13 Jahre lang im Ehrgeiz, unentdeckt zu bleiben, erfolgreich mit der Garbo konkurrierte" (so der "Industriekurier"), huldigte Wessel einer nüchternen Konzeption der Spionage, Schlapphut und Sonnenbrille, Photographierscheu und der konspirative V-Männer-Kult erschienen ihm als überständige Ritualien, die einer ohnehin mißtrauischen Öffentlichkeit ein falsches Bild von der modernen Arbeitsweise eines Geheimdienstes vermittelten.
15 Jahre militärpolitischen Dienstes im Bundesverteidigungsministerium (er leitete dort die für Abwehr und Aufklärung zuständige Unterabteilung) und als Bonns Vertreter im Militärausschuß der Nato hatten Wessel gelehrt, daß der Geheimdienst nur eine Existenzberechtigung habe, wenn er in den Planungs- und Entscheidungsprozeß des Regierungsapparates voll integriert sei. Gehlen hatte den BND immer wieder einer genaueren Kontrolle durch das Kanzleramt entziehen wollen, Wessel lag jede Machtmanipulation fern,
Einen solchen Soldaten mochte das Kanzleramt gerne nach Pullach entsenden. Doch schon die ersten Reaktionen des Geheimdienst-Camps offenbarten, daß Wessel in Pullach kaum willkommen war.
BND-General Wendland erschießt sich.
Die zu Exklusivität und Isolierung erzogene Geheimdienst-Gemeinde rebellierte dagegen, daß ein Fremder die Leitung des BND übernehmen sollte. Gewiß, Wessel hatte bis 1952 der Org angehört, aber seither zählte man ihn nicht mehr zum Orden. zumal er im Verteidigungsministerium den Militärischen Abschirmdienst (MAD). die Abwehrorganisation der Bundeswehr. aufgebaut hatte, die sich immer mehr als Konkurrent des BND erwies. Die Pullacher hatten nicht vergessen, daß der MAD wiederholt versucht hatte, dem BND Kompetenzen abzujagen.
Diese Erbsünde wider die Pullacher Bruderschaft wäre noch verziehen worden, hätte sich nicht das Gros der BND- Männer auf einen anderen Kandidaten für die Gehlen-Nachfolge geeinigt. Ihr Auserwählter war der Generalmajor Horst Wendland, langjähriger Leiter der Verwaltungs-, Organisations- und Personalabteilung, seit 1967 auch geschäftsführender Vizepräsident.
Tatsächlich war Wendland im Kanzleramt als möglicher Gehlen-Erbe erwogen worden, doch Kanzler Kiesinger hatte sich für den zurückhaltenden BND-Manager nicht erwärmen können. Jetzt aber, da die Entscheidung für Wessel gefallen war, verlangte die Wendland-Fraktion, ihr Kandidat müsse auch formal Vizepräsident und Wessel-Stellvertreter werden.
Wessel weigerte sich, eine solche Zusage zu geben. Er wollte sein Amt nur antreten, wenn ihm zuvor das Kanzleramt das Recht konzediere. sich ein Jahr lang ohne Vizepräsidenten einzuarbeiten. CDU-Mann Karl Carstens, Kanzleramts-Staatssekretär und Dienstherr des BND. stimmte zu; denn Wessels Bedingung befreite die Christdemokraten von einer jäh aufgetauchten Gefahr. die ihre traditionelle Allianz mit Pullach bedrohte.
Zum erstenmal in der Geschichte des BND erhob die SPD, Kurt Georg Kiesingers Koalitionspartner, den Anspruch, den Posten des Vizepräsidenten mit einem Mann ihres Vertrauens zu besetzen. Die SPD argumentierte: Der Vizepräsident des BND müsse Sozialdemokrat und Zivilist sein, zwei Generale an der BND-Spitze seien untragbar.
Wessel ("Dann müßte ich erst einmal in die CDU eintreten") lehnte die SPD-Forderung ebenso ab wie das Verlangen der Wendland-Anhänger. Damit hob ein Kampf um den Vizepräsidenten-Posten an, der noch heute im BND nachwirkt.
Der neue BND-Chef ließ wiederholt durchblicken, daß er Wendland für die Mißstände mitverantwortlich machte, die im Mercker-Bericht kritisiert worden waren. Doch die Wendland-Anhänger ließen nicht ab, eine größere Rolle für ihn zu fordern.
Selbst Alt-Präsident Gehlen, der noch häufig ins Camp kam, hielt es für opportun, den Anhängern Wendlands den Rücken zu stärken. Er ließ gerne erzählen, daß er eigentlich Wendland als Nachfolger gewünscht habe. Wessel sorgte dafür, daß Gehlen die drei Zimmer im Camp, in denen er Material für eine offizielle Geschichte des BND aufbereitet hatte, verließ; jeder weiterer Verkehr mit ihm wurde BND-Angehörigen untersagt.
Auch Wendland hoffte noch immer, daß Wessel ihn eines Tages als Vizepräsidenten akzeptieren würde. Er hielt sich für unentbehrlich, 20 Jahre lang hatte er eine Schlüsselposition des Geheimdienstes eingenommen. In den Monaten vor Gehlens Niedergang war er sogar manchem Pullacher als der eigentliche Präsident des BND erschienen.
Nie konnte Wendland jenen Tag vergessen, an dem er in Pullach vor dem Präsidenten des Bundesrechnungshofes, Guido Hertel, und dem Unterausschuß BND des Haushaltsausschusses des Bundestages einen Vortrag über die Finanzlage des BND gehalten hatte. Hertel war begeistert gewesen.
Fr zog Gehlen beiseite: "Sie haben ja einen hervorragenden Verwaltungsjuristen." Da gab Gehlen nicht ohne Hohn zurück: "Das ist kein Jurist, das ist auch kein Verwaltungsmann. Das ist ein Generalstabsoffizier. Und ein Generalstabsoffizier kann alles?
Auch Wendland glaubte, unter einem Präsidenten Wessel alles zu können. Erst im Spätsommer 1968 erkannte er, daß er im BND keine Zukunft haben werde. Sein schlechter Gesundheitszustand veranlaßte ihn, Wessel gegenüber zum erstenmal durchblicken zu lassen, er wolle sich aus dem Dienst zurückziehen.
Wessel, der den Rivalen bis dahin recht frostig behandelt hatte, riet ihm, einen Arzt aufzusuchen und sich einer Spezialkur zu unterziehen. Wendland fuhr in Urlaub, doch der alte Elan wollte sich nicht mehr einstellen. Horst Wendland resignierte.
Erschreckt beobachteten die Freunde, daß Wendland von Woche zu Woche mehr verfiel. Der verschlossene, pflichtbesessene Mann litt zusehends an Depressionen, sein Gedächtnis setzte zeitweilig aus, Müdigkeit und eine seltsame Geistesabwesenheit stellten sich ein.
Am Morgen des 8. Oktober verabschiedete sich Wendland, wie gewöhnlich. in seinem Einfamilienhaus in Feldafing von Ehefrau Ilse und den vier Kindern; dann fuhr er ins Pullacher Camp. Er ordnete im Büro ein paar Papiere und machte sich Notizen. Gegen 11.50 Uhr legte Wendland eine belgische Neun-Millimeter-Pistole an seine rechte Schläfe und erschoß sich.
"Eine Spionageaffäre von europäischen Ausmaßen?"
Es war 12.07 Uhr, als Wendlands Sekretärin ihren Chef tot in seinem Schreibtischsessel fand. Daß er sich nicht außerhalb des Camps, sondern an seinem Arbeitsplatz getötet hatte, dünkte manchen Wendland-Freund eine letzte Demonstration gegen den Rivalen Wessel.
Der Zufall wollte, daß auf Wendlands Tod eine Kette mysteriöser Selbstmorde folgte:
* Drei Stunden nach der Tat in Pullach, am 8. Oktober 1968, erschoß sich der Flottillen-Admiral a. D. Hermann Lüdke mit einem Jagdgewehr in der Eifel,
am 15. Oktober erhängte sich in Köln der Regierungsdirektor Hans-Heinrich Schenk aus dem Bundeswirtschaftsministerium.
* einen Tag später schluckte die Lektorin Edeltraud Grapentin aus dem Bundespresseamt eine Überdosis Schlaftabletten,
am 18. Oktober tötete sich Oberstleutnant Johannes Grimm, Bereitschaftsoffizier im Führungsstab der Streitkräfte,
* am 21. Oktober verschwand der Regierungshauptsekretär Gerhard Böhm vom Bundesverteidigungsministerium und wurde später tot aufgefunden.
Die Öffentlichkeit witterte sofort "eine Spionageaffäre von europäischen Ausmaßen". wie der Pariser "Figaro" orakelte. Da in der Tat gegen den Admiral Lüdke Spionageverdacht bestand. der Kriminalpolizei und dem MAD bei den Lüdke-Ermittlungen zudem arge Pannen unterlaufen waren, wurden die sechs Toten zu einer Gespensterriege roter Spione emporstilisiert.
Zum erstenmal erlebte BND-Chef Wessel an einem drastischen Beispiel, wie nervös die Deutschen reagieren. wenn die "meistgenannte und am wenigsten verstandene Regierungsinstitution". wie die "New York Times" einmal den Geheimdienst umschrieb, in den Geruch gerät, versagt zu haben.
"Das ist ungeheuerlich", wetterte Kiesinger. Die "Hamburger Morgenpost" erregte sich über "unfaßbare Pleiten", und "Bild" echote: "Schläft die Abwehr?" Ein Untersuchungsausschuß des Bundestages mußte die vermeintlichen Spionagefälle durchleuchten" ein Ausschuß Bonner Staatssekretäre eine bessere Spionageabwehr versprechen.
Mochten auch die Untersuchungen ergebnislos enden, mochte sich die Kette der Selbstmorde als Zufall erweisen -- der Lärm in der Öffentlichkeit spornte Wessel an, nun sein eigenes Haus in Ordnung zu bringen. Er setzte in Bewegung, was er versprochen hatte: die Reform des BND.
Gleich nach seinem Amtsantritt hatte Wessel ein Modernisierungs- Programm ausarbeiten lassen, das kurz vor Wendlands Tod fertig geworden war. Kernpunkt des Programms, laut Wessel: "Straffung und Konzentration des Dienstes auf seine vordringliche Aufgabe -- Nachrichtenbeschaffung aus dem Auslande."
Wessel fand einen Helfer, der just in der Verwirklichung dieses Programms die einzige Überlebenschance des siechen BND sah. Der jovial-rundliche Leitende Regierungsdirektor Winterstein. Jahrgang 1916, im Zweiten Weltkrieg Oberstleutnant und Kommandeur eines Fernmelde-Bataillons, danach Journalist, 1952 in die Org eingetreten und später engster Mitarbeiter des Vizepräsidenten Worgitzky, gehörte zu den barocken Figuren des BND.
Manche hielten "Wini", wie ihn seine Freunde nennen, für einen verkappten CDU-Mann. obwohl seine Haltung in der SPIEGEL-Affäre nicht in dieses Klischee paßte. Richtig daran war nur. daß er als der für Presse- und Parteiverbindungen zuständige Abteilungsleiter auch engen Kontakt zu den Christdemokraten hielt,
Unumstritten aber waren seine fachlichen Qualitäten. Er hatte als Leiter der Abteilung "Außenpolitische Aufklärung" das weltweite Aufklärungssystem des BND in den außereuropäischen Ländern organisiert, freilich auch schon frühzeitig den Niedergang des Gehlen-Apparats erkannt. 1962 gab er die Parole aus: "Das schlechte ND-Ergebnis mussen wir durch eine gute Presse wettmachen."
Zudem forderte er eine radikale Modernisierung des BND. Er traf sich darin auf einer Linie mit Wessel -- der neue Präsident ernannte ihn Ende 1968 zum Leiter der Beschaffungsabteilung. Wessel säubert den Gehlen-Apparat: Aktion gegen fragwürdige Beschaffer.
Wintersteins Ernennung war bereits der Anfang der Wessel-Reform. Aus dem Wust der längst unübersichtlich gewordenen Hauptabteilungen schuf Wessel vier neue Abteilungen, die ausschließlich auf die Nachrichtenarbeit im Ausland ausgerichtet wurden: die Abteilungen I (Beschaffung), II (Technik), III (Auswertung) und IV (Zentrale Aufgaben).
Damit fiel auch die Festung innerdeutscher Schnüffelei, die den BND in der Öffentlichkeit in Verruf gebracht hatte: die alte Hauptabteilung 111, die auch Inlandaufklärung betrieben hatte. Ebenso schaffte Wessel den "Strategischen Dienst" des Gehlen-Intimus Wolfgang Langkau ab, in dem BND-Kritiker den verlängerten Arm der CDU sahen; Langkau zog sich aus dem Dienst zurück.
Genaue Anweisungen Wessels sollten zudem sicherstellen, daß der BND nie wieder Bundesbürger beschattete. Selbst die mit Mitteln der Gegenspionage gewonnenen "Rand-Erkenntnisse" (Dienst-Jargon) über spionageverdächtige Westdeutsche durften vom BND nicht mehr bearbeitet werden. Wessel ordnete an, daß ernsthafte Rand-Erkenntnisse an den Verfassungsschutz (für Spionageabwehr zuständig) abzutreten, unglaubwürdige Meldungen so fort zu vernichten seien.
Wessel versuchte auch, das Geholz der in der Gehlen-Ära entstandenen Cliquen und Interessengruppen zu lichten. Mancher Verwandter Gehlen. mußte sich pensionieren lassen, mancher adlige Freund den Dienst verlas sen. mancher Altgardist seine Pfründe aufgeben und sich auf Nebenposten abschieben lassen.
Wessel schickte Kontrolleure in die Außenstellen. fragwürdige Praktiken im Beschaffungswesen zu beseitigen. Sie sollten in Zukunft unmöglich machen, daß allzu clevere Mitarbeiter in Außen stellen die Meldungen ausländischer Sender abhörten und als eigene Erkundungsergebnisse weitergaben, oder Sachbearbeiter in einer Außenstelle den Bericht eines Agenten in Einzelmeldungen umschrieben, um ein hohe. Meldungsauf kommen vorzutäuschen.
Wessel war so eifrig um Säuberung des Apparats bemüht, daß er manche Blitz-Order erließ, die er nach Intervet tion seiner Hausjuristen wieder zurücknehmen mußte. Wessels Kritiker feixten, der Chef habe ein neue Zeiteinheit eingeführt. den "Wes" -- das sei der Zeitraum zwischen Erlaß und Rücknahme eines Wessel-Befehls.
Vor allem Wessel Vorstellungen über eine Verjüngung des BND drohten an den juristisch-gesellschaftlichen Realitäten Westdeutschlands zu scheitern. Jetzt schlug auf den BND zurück, daß Gehlen lange Zeit keine oder eine falsche Imagepflege betrieben hatte. Der BND war für die meisten Bundesdeutschen zu einem Synonym für telephonabhörende, brief lesende James-Bond -Figuren geworden, die hinter arglosen Bundesbürgern herschnüffelten und in den Vorzimmern der Kreml-Machthaber saßen.
Die BND-Führung aber ließen solche Klischees ungerührt, weil sie kaum Kontakt zur Öffentlichkeit hatte oder durch eine Leibgarde von Journalisten wie Winfried Martini die Legende vom schlagbereiten Geheimdienst pflegte. Gehlen hatte den BND zu einem Orden erhabener Exklusivität emporgezüchtetzusammengehalten von Korpsgeist und Elitebewußtsein. In ihm herrschte jener geheimniskrämerische Kodex vor, den Gehlen für das Signum des wahren Geheimdienstes hielt.
Werbung und Anstellung suggerierten dem BND-Eleven, daß er in eine andere Welt eingetreten war. Angestellt wurde ausschließlich, wer von BND-Angehörigen empfohlen wurde; Selbstbewerbungen waren verdächtig und gehörten "sofort in den Papierkorb" (Gehlen). Der BND-Mann führte eine Sonderexistenz, die keinen Vergleich mit einer anderen Berufsgruppe zuließ.
Er mußte sich von der ersten Stunde an einen Decknamen zulegen; er durfte nur engsten Familienmitgliedern eröffnen. welchem Beruf er nachging. Traf er einen Kollegen auf der Straße, mußte er achtlos an ihm vorübergehen. Er konnte keinen Menschen kennenlernen, ohne dessen Personalien sofort seinem Vorgesetzten zu melden; selbst die Putzfrau in seinem Haushalt war Objekt der Pullacher Ausforschung.
Die Isolierung von der Allgemeinheit wurde noch durch Gehlens Personalpolitik verschärft. Er warb nicht in allen Bereichen der Gesellschaft, sondern weitgehend nur unter den Personen- und Berufsgruppen, in denen er das natürliche Reservoir des BND sah: unter den Geheimdienst-Fachleuten des Dritten Reiches, den Ost-Emigranten, der Bundeswehr und Polizei.
Das aber waren Gruppen, die in Westdeutschlands Konsumgesellschaft eher eine Minderheiten-Rolle spielen. Sie befestigten im BND Denk- und Verhaltensweisen. die im übrigen Teil der Gesellschaft allmählich abgebaut wurden: die antikommunistische Kreuzzugsmentalität, das Vorherrschen militärischer Gesichtspunkte, Law-and-Order-Prinzipien.
Derartig vom Gros der Allgemeinheit abgetrennt, flohen viele BND-Männer in eine solidarische Auserwähltheits-Mentalität. Im Geheimdienstier entstand die Überzeugung, er allein müsse im Interesse des Staates das bitter Notwendige tun, ohne Dank der Öffent-
* Links: Radar-Antenne. Rechts oben: Aufklärungsflugzeug U-2: unten: Nachrichtenschiff.
lichkeit, ja selbst auf die Gefahr hin, für moralisch zweifelhaft zu gelten.
Zwischen Geheimdienst und Gesellschaft riß eine Kluft auf, die in der Bundesrepublik noch ärger ist, als sie ohnehin in demokratischen Staaten zu sein pflegt. Denn: Geheimdienst und Demokratie lassen sich nur mit Mühe auf einen Nenner bringen; die demokratische Gesellschaft drängt mehr und mehr nach Selbstkontrolle und Durchlässigkeit, Geheimdienste aber müssen nun einmal geheim sein, weil es ihre Aufgabe ist, eigene Staatsgeheimnisse zu schützen und fremde zu erschließen. Westdeutschlands Geheimdienst zwischen Horror und Bewunderung.
Solange freilich die Gesellschaft eindeutig autoritär strukturiert war, empfand sie den Geheimdienst nicht als einen Fremdkörper. Die erfolgreichsten Geheimdienste der Geschichte waren zugleich Werkzeuge aggressiver Gesellschaftssysteme, die zu ihrer Expansion geheimer Vorauskenntnisse über den zu attackierenden Gegner bedurften, wie die Agentenheere der Mongolen, die Spione Friedrichs des Großen und Napoleons, die Spitzelarmeen Hitlers und Stalins beweisen.
Doch die Entstehung freiheitlicher Gesellschaftsordnungen im Westen veränderte die Rolle der Geheimdienste. Je mehr der Bürger seinen Freiheitsraum erweiterte, desto enger wurde der Aktionsbereich des Geheimdienstes. Er geriet an den Rand der demokratischen Gesellschaft, beargwöhnt von einer Öffentlichkeit, die das Urerlebnis der Gestapo-Willkür und SD-Spitzelei nicht vergessen kann.
Da erschien ihr schon die Wiedereinführung von Geheimdiensten nach der Katastrophe von 1945 als ein Sündenfall der neuen deutschen Demokratie. Auch die ungelösten Organisationsprobleme westdeutscher Staatssicherheit mußten eher verwirren als beruhigen: ein Verfassungsschutz, der neben legitimer Spionageabwehr eine fragwürdige Observation politischer Randerscheinungen betreibt; ein Auslands-Nachrichtendienst, der im Inland mißliebige Bürger beschattete; parlamentarische Kontrolleure, die nur erfahren, was der Geheimdienst mitzuteilen wünscht: konkurrierende Geheimdienste, die von keiner Zentrale koordiniert werden.
So undurchsichtige Verhältnisse verstärkten nur das Unbehagen des Bürgers gegenüber den Geheimdiensten. allerdings auch seine Uninformiertheit. Es gab manchen Politiker, der Verfassungsschutz und BND nicht auseinanderhalten konnte; es gab Tausende von Bundesdeutschen, die nicht wußten, daß der BND nicht einen einzigen Bürger verhaften oder auch nur verhören darf. Und der BND kultivierte noch die Ahnungslosigkeit der Öffentlichkeit, in der nicht nur Horror vor Schnüfflern, sondern auch fast abergläubische Bewunderung für das sagenhafte Spionenheer des Generals Gehlen Platz fand.
Das Bild vom Schlapphut-und-Sonnenbrillen-Agenten wurde jedoch jäh zu einer Belastung für den BND, als die technologische Revolution auch die Arbeit der Pullacher veränderte.
Die Spionage wurde schon lange Zeit nicht mehr von V-Männern und Agenten beherrscht; James Bond war längst tot, als er die Kinoleinwand eroberte. Die Vervollkommnung der Spionageabwehr-Systeme durch Fernsehkameras und Abhörgeräte, dazu die wachsende Kompliziertheit von Kriegswissenschaft und Gesellschaft ließen den Spion nahezu arbeitslos werden.
Die Agenten-Reports waren meist Sammlungen belangloser Trivialitäten: sie konnten kaum noch die differenzierten Aufklärungswünsche der Geheimdienste befriedigen. Ihr Anteil am gesamten Meldungsaufkommen des Geheimdienstes sank von Jahr zu Jahr. Die Erkenntnisse des Geheimdienstes stützen sich heute (wie zum Beispiel bei der CIA)
* zu 20 Prozent auf geheime Quellen (Agenten, elektronische Spionage). > zu 25 Prozent auf offene Quellen (Berichte aus Funk. Presse und Fernsehen, veröffentlichte Dokumente, Fachliteratur),
* zu weiteren 25 Prozent auf Routine-Berichte staatlicher Steilen (Außen- und Verteidigungsministerium) und
* zu 30 Prozent auf die Berichte der Militärattachés und anderer Militärvertreter bei internationalen Organisationen (Nato).
Universitäten protestieren gegen Werbet aus Pullach.
Das bedeutete praktisch, daß an die Stelle der Geheimagenten Wissenschaftler und Techniker traten. Die Bearbeitung des Materials. seine Analyse und Eingliederung in das Aufklärungs- und Lagebild erforderte Fachleute, die nach den gleichen wissenschaftlichen Kriterien arbeiten wie ihre Kollegen in Universitäten, Instituten und Labors.
Hinzu kam die technische Ausweitung nachrichtendienstlicher Arbeit, die wiederum akademisches Fachpersonal erheischte. Die Fortschritte in der Elektronik, in der Fern- und Mikrophotographie, Himmelsspione und Computer. neue Systeme des Kodebrechens -- sie alle eröffneten dem Geheimdienst ungeahnte Horizonte. machten ihn allerdings auch immer mehr von der Mitarbeit der Intellektuellen abhängig.
Der Ruf nach dem Wissenschaftler aber traf den BND unvorbereitet; er hatte kaum etwas unternommen, den Geheimdienst für die heranwachsende Akademiker-Generation Westdeutschlands attraktiv zu machen. Was sollte junge Wissenschaftler veranlassen, in eine schlechtbezahlte. umstrittene, gar im Rufe der Schnüffelei stehende Behörde einzutreten?
Universitäten und Studenten reagierten heftig auf Werbeversuche des BND. Der Kieler Politologie-Professor Michael Freund lehnte es ab, BND-Werbern behilflich zu sein: andere Professoren und Studenten mobilisierten Ende 1968 die Öffentlichkeit. als ein Oberst Löffelholz versuchte, sich die Adressen geheimdienstlich interessierter Studenten zu beschaffen. Und der Tübinger Professor Eschenburg geriet in einen Proteststurm seiner Studenten, als ruchbar wurde, er habe BND-Werbern helfen wollen. Rundfunk-Kommentator Ulrich Dübber veralberte daraufhin "das neue Image" des BND: der "Beamte auf Lebenszeit im Geheimdienst, aufstrebend und sauber, verheiratet und zwei Kinder, mit Reihenhaus ... langfristig immobil".
BND-Chef Wessel sah sieh in einer schier ausweglosen Lage: Das überalterte Personal ließ sich aus beamtenrechtlichen Gründen nicht schnell reduzieren, Nachwuchs blieb aus. In diesem Labyrinth der Unzulänglichkeiten sahen Wessel und seine Reformer nur ei nen Ausweg: den BND zur Gesellschaft hin zu öffnen.
Neue Werbemethoden wurden eingeführt. von nun an waren Selbstbewerbungen in Pullach erwünscht. Wessel besserte das BND-Bild auf: "Die Angehörigen des Bundesnachrichtendienstes sind keine Spione im Sinne der in der Öffentlichkeit zu Recht verabscheuten. aus unehrenhaften Motiven handelnden Spitzel und Zuträger." Der Dienst im BND sei "legitim und keineswegs moralisch anfechtbar".
Wessel drang auch darauf, übertriebene Formen der Konspiration abzulegen. Die Sonnenbrille der Gehlen Agenten verschwand ebenso wie die Öffentlichkeitsscheu mancher BND Verantwortlicher. Die BND-Zentrale hielt Einzug ins öffentliche Telephon buch; die zuständigen Sachbearbeitet erhielten Weisung. stärkeren Kontakt zur Öffentlichkeit zu suchen.
Am deutlichsten markierte Wessel selber den Unterschied zur Vergangen heit. Er öffnete sein Haus einem begrenzten Publikum, er besuchte so häufig Partys, daß SPD-Mitvorsitzer Herbert Wehner, in BND-Sachen immer zu galligen Kommentaren aufgelegt. Wessel einen "Cocktail-General" nannte.
Mißtrauisch verfolgten die Altgardisten des BND die Reformversuche Wessels; sie wollten darin nur einen unverantwortlichen Abbau des einst so leistungsfähigen Gehlen-Apparats und seines Tarnungssystems sehen. Fünf höhere Beamte des BND traten aus Protest gegen Wessels neue Linie zurück Auch Pensionär Langkau heizte die Stimmung gegen Wessel an.
Die sechs Veteranen trafen sich oft bei Gehlen, der sich inzwischen auf seinem Grundstück oberhalb des Starnberger Sees -- gesichert durch eine Warnanlage und einen als Gärtner drapierten Ex-Polizisten -- ein zweites Haus gebaut hatte, in dem er mit seinen Besuchern über die schlechten Zeiten nachsann. Mancher Ausspruch des Grand Old Man, auf dem Weg nach Pullach noch vergröbert, gelangte in die BND-Zentrale.
Dort saßen zahlreiche Wessel-Gegner, die ihre Position bedroht sahen. Zu ihnen gehörten die "Wasserköpfe" (BND-Jargon) der Bürokratie. die sich dank der strengen Geheimhaltung unkontrolliert ausgeweitet hatten, und die "Schaumschläger" (BND-Jargon). Veteranen, die auf Posten abgeschoben waren, "wo sie offiziell zwar mit der Auswertung des eingehenden Aufklärungsmaterials beauftragt sind, wo aber so wenig eingeht. daß zur Füllung der angeforderten Geheimberichtsmappen daraus eben "Schaum" geschlagen wer den muß" -- so der "Münchner Merkur".
Ein gekündigter Agent versucht, den BND zu erpressen.
Wasserköpfe und Schaumschlager verbanden sich mit BND-Beamten. die aus ideologischen Gründen oder aus nachrichtendienstlichem Perfektionismus den Rückzug aus der Inlandaufklärung verurteilten. Hingegen brachte Wessels vorsichtiger Versuch, das auf Rußland fixierte Feindbild des BND zu differenzieren, die Kalten Krieger auf, denen schon die Ostpolitik der Großen Koalition zu weit ging.
Was immer sie auch zusammenhielt sie formierten sich zum Widerstand gegen Wessels Reform. Bald wurde offenkundig, daß der Neuerungswille des Präsidenten nicht alle Teile des BND durchdrang.
Die von Wessel befohlene Vernichtung des Materials der Inlandaufklärung verlangsamte sich plötzlich, ohne daß jemand wußte, wer den Befehl rückgängig gemacht hatte. Aus den Außendienststellen wurden Fälle bekannt, die den Verdacht nahelegten, dort werde die Inlandaufklärung fortgesetzt.
Im Herbst 1968 geriet ein BND-Bericht über Ostkontakte Egon Bahrs, des ehemaligen Pressesprechers West-Berlins. der inzwischen Sonderbotschafter tm AA geworden war, in den "Bayernkurier"; Wessel wurde nach Bonn zitiert und mußte eine Untersuchung anordnen. Anfang 1969 versuchte ein gekündigter BND-Angehöriger, die Amtsleitung mit dem Hinweis, er habe einmal in den fünfziger Jahren Gustav Heinemann im Auftrage des BND observiert, zur Zahlung einer Schweige-Summe in Höhe von 100 000 Mark zu erpressen der Versuch mißlang.
Zum erstenmal stellte sich die Frage, ob die Kraft Gerhard Wessels ausreiche. die verkrusteten BND-Strukturen aufzubrechen. Manchem Beobachter erschien der charmante, im Grunde auf Ausgleich und Verständnis gerichtete Präsident als zu schwach, zu kompromißbereit.
Ihn selber mag zuweilen die Skepsis beschlichen haben, ob ihm die Reform des BND gelingen werde. Die neue Linie, so erklärte er später, habe sich zwar bewährt, nur meine damalige Erwartung, diesen Prozeß in etwa zwei Jahren abgeschlossen haben zu können, hat sich nicht erfüllt".
Schon befestigten sich die Zweifel an Wessels Führungskunst, da stürzte der Bonner Machtwechsel im Oktober 1969 den BND in eine neue Vertrauenskrise. Die sozial-liberale Koalition veränderte das traditionelle Verhältnis zwischen Pullach und Bonn.
Mit der SPD übernahm eine Partei die Führung im Bund, in der sich das Mißtrauen der Gesellschaft gegen den Geheimdienst besonders deutlich manifestierte Bittere Erfahrungen mit der politischen Geheimpolizei in der Zeit von Bismarcks Sozialisten-Verfolgung und Hitlers Marxisten-Hatz hatten die Partei zu einem allergischen Beobachter geheimdienstlicher Aktivitäten werden lassen.
Lange Zeit blieb in der Partei umstritten, ob Geheimdienste eine Existenzberechtigung hätten. Später lernten jedoch auch Sozialdemokraten, geheimdienstliche Instrumente zu nutzen.
Der Ausbau der Verfassungsschutzämter in den Bundesländern gab der SPD die Möglichkeit, sich Stützpunkte in Westdeutschlands Geheimdienstsystem zu schaffen, über die jeweiligen Innenministerien gerieten sechs Landesämter für Verfassungsschutz unter SPD-Kontrolle; auch in das Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) zogen sozialdemokratische Abteilungs- und Referatsleiter ein.
Nach dem Machtwechsel in Bonn radikale Reformpläne für Pullach.
Solcher Vormarsch verlieh freilich den Forderungen der SPD nach größerer parlamentarischer Kontrolle der Geheimdienste eine seltsame Ambivalenz; wann immer auch eine Kontrolle des Verfassungsschutzes zur Debatte stand, wahrte die SPD Zurückhaltung. Sie wollte nicht ihre Bastion im Verfassungsschutz verlieren -- einzige Chance, auf den BND einzuwirken.
Denn seit es den Pullacher Geheimdienst gab, lagen BND und SPD in Fehde. Die SPD hatte 1955 vor einer allzu pauschalen Übernahme der Organisation Gehlen in den Bundesdienst gewarnt, sie hatte 1958 (wegen angeblicher BND -Aktivitäten in französischen Rüstungswerken) den Rücktritt Gehlens verlangt; der BND wiederum verschloß sich jedem SPD-Einfluß. er war ganz auf die Achse Gehlen-Adenauer eingeschworen.
Es gab kaum einen prominenten Sozialdemokraten, der sich nicht von BND-Schatten verfolgt fühlte. Erich Ollenhauer wurde beobachtet, Heinemann war Observations-Objekt, Bahr folgten die Spurenleser bis nach Ost-Berlin und Rom, Wehner sah sich als Staatsfeind angeprangert.
Nach dem Bau der Berliner Mauer war bei SPD-Führern der Zweifel hin-
* Oberes Bild: bei einem Besuch in Prag, 1. August 1967. Unteres Bild: auf einer Kundgebung in West-Berlin nach dem Bau der Mauer. 17. August 1961.
zugekommen, ob der BND über den Osten zutreffend unterrichtet sei. Der BND geriet bei Sozialdemokraten immer mehr in den Verdacht. statt sachlicher Berichte Kalte-Krieg-Mythen zu bieten. Pullach vermittele "ein Bild von den feindlichen Mächten, das nur den Wunschvorstellungen der (CDU-)Regierung entspricht", klagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Wienand.
Vor allem Willy Brandt konnte das Grunderlebnis des 13. August 1961 nicht aus dem Gedächtnis streichen. Damals war dem Berliner Regierenden Bürgermeister einen Tag nach dem Mauerbau eine BND-Analyse vom 11. August zugegangen, die ihm verhieß, für das Wochenende sei mit keiner Aktion der DDR zu rechnen. Obwohl der BND Wochen zuvor Absperrungsmaßnahmen angekündigt hatte, war er über Umfang und genauen Zeitpunkt nicht informiert gewesen.
Auch die BND-Berichte. die dem Bundesaußenminister Brandt vorgelegt worden waren, hatten die Zweifel nicht verringern können. Das alles, erklärte er einem Besucher aus den obersten BND-Rängen, sei "nicht doll"; sicherlich benötige man den BND für die militärische Berichterstattung, aber im politischen Bereich habe der Dienst allzuoft falsch, verspätet oder gar nicht berichtet.
Kaum war Brandt Kanzler geworden, da entstand in sozialdemokratischer Parteirunde ein radikaler Reformplan, in dem sich manche Abneigung gegen die konservative BND-Führung entlud. Wessel und seine engsten Mitarbeiter sollten abgelöst werden, eine neue Führungsequipe in Pullach einziehen.
Dieser Plan, zu dessen Anregern der alte BND-Kritiker Wehner zählte, bedeutete nichts anderes als eine Übernahme des Bundesnachrichtendienstes durch den Verfassungsschutz. Als Wessel-Nachfolger war der damalige Vizepräsident im Bundesamt für Verfassungsschutz. der Kommunismus-Experte Dr. Günther Nollau. vorgesehen, als seine engsten Mitarbeiter weitere Verfassungsschützer wie der ehemalige Hamburger Amtschef Redding.
Mancher sah schon das Ende des BND gekommen. Bereits 1968 hatte Hans Detlev Becker, sachkundigster Geheimdienst-Experte der bundesdeutschen Presse, gewarnt: "Dem BND weder Präsidenten noch Vizepräsidenten aus den eigenen Reihen zugestehen, heißt das kollektive Selbstwertgefühl in vermeidbarer Weise traumatisieren. Dem BND einen Vizepräsidenten aus dem BfV schicken, da doch diese beiden Organisationen in einem natürlichen Konkurrenzverhältnis mit oft unerfreulichen Zuspitzungen leben, heißt Sprengstoff an innere Vertrauensstrukturen des BND legen."
Kanzler Brandt war klug genug, die Ressentiments gegen den BND sofort wieder zu dämpfen. Er hatte in dem neuen Kanzleramts-Minister Professor Horst Ehmke einen Mann gefunden, der auf rationalere Art das BND-Problem lösen wollte -- gemeinsam mit Wessel.
Zunächst freilich hing auch Ehmke großflächigen Reformplänen an. Er wollte mit einem Schlag das Gestrüpp konkurrierender Geheimdienste, unübersichtlicher Parlamentskontrolle und überlappender Zuständigkeiten durchhauen und neu ordnen. Ehmke entwickelte die Pläne des CDU-Ministers Heinrich Krone weiter, der im Bundesverteidigungsrat die Geheimdienst-Chefs an einen Tisch bringen wollte. Dies war Ehmkes Plan: Eine Zentralstelle im Kanzleramt sollte die Aktivität der drei Dienste BND, BfV und MAD koordinieren, ein Bundestagsausschuß für Angelegenheiten der Geheimdienste geschaffen und die Öffentlichkeitsarbeit aller Geheimdienste von einer Bundesbehörde gelenkt werden.
Schon die ersten Gespräche mit den beteiligten Ressorts ließen jedoch Ehmkes Reformer-Temperament erkalten. BND, BfV und MAD sträubten sich gegen jedwede Koordinierung ihrer Arbeit; die Innen- und Verteidigungsausschüsse des Bundestags (jeweils für BfV und MAD zuständig) mochten ihre Befugnisse nicht an einen neuen Ausschuß abtreten, ganz zu schweigen von der Unlust des Verteidigungsministers Helmut Schmidt, Ehmke die Dienstaufsicht über sämtliche Geheimdienste Westdeutschlands zu überlassen.
So blieb Ehmke nur die Reform des einzigen Geheimdienstes, der ihm selber unterstand: des BND. Der Kanzleramts-Minister eröffnete eine Test-Operation gegen die Pullacher Zentrale. Fast jede Woche bat er den BND-Präsidenten Wessel nach der Kanzlerlage am Dienstag zu sich herein und ließ sich von ihm über Stärken und Schwachen des Geheimdienstes informieren.
Wo Wessel auswich, stieß der Minister mit der ihm eigenen Härte und Forschheit nach. Er fragte nach Möglichkeiten und Kapazitäten. Er wollte Berichte aus dem Zentralkomitee der SED lesen. Er verlangte grundlegende Analysen über das Ulbricht-Regime. Er erwartete Aufklärung darüber, wieweit der BND über interne Vorgänge des Kremls informiert sei. Immer wieder rief er nach Fakten und noch einmal Fakten. Erschöpft schieden die beiden so ungleichen Männer voneinander.
Am Ende fand Ehmke: Mit Wessel ließ sich arbeiten, er hatte den Willen, die 1968 begonnene Reform fortzusetzen. Doch die "Weichheit des Präsidenten" (Ehmke) erlaubte nicht, ihm die Alleinregierung im BND zu überlassen, an seine Seite mußten ein Vizepräsident und neue Abteilungsleiter treten.
Ehmke war entschlossen, den konservativen BND-Chef durch eine Phalanx sozialdemokratischer Vertrauensmänner auszubalancieren. Der Zufall hatte es gefügt, daß schon vor dem Bonner Machtwechsel ein SPD-Sympathisant, der Legationsrat a. D. Robert Borchardt, ehemaliger Major und Ritterkreuzträger, mit Wessel durch die gemeinsame Taktik-Ausbildung an der Infanterieschule Dresden verbunden dazu ausersehen war, die Auswertungsabteilung zu übernehmen.
Jetzt kam ein weiterer SPD-Vertrauter, der Leitende Regierungsdirektor Herbert Rieck von der Hamburger 1-lochsehulverwaltung, als künftiger Chef der Abteilung IV auf einen Kommandoposten des BND. Auch der neue Abteilungsleiter I war eine Wahl sozialdemokratischer Personalpolitiker, obgleich er der Partei fernsteht: Dr. Richard Meier. bis dahin Leiter der Spionageabwehr-Abteilung des BfV.
Nur die Suche nach dem Vizepräsidenten erwies sich als eine qualvolle Operation. Hamburgs Innen-Senator Heinz Ruhnau, um Personalvorschläge gebeten, hatte auf Anhieb den SPIEGEL-Verlagsdirektor Becker genannt. Dann galt Hans-Joachim Prill vom Landesamt für Verfassungsschutz in Hannover als aussichtsreicher Kandidat.
Schließlich blieb noch ein Name auf Ruhnaus Liste: Dieter Blötz. Der Landesgeschäftsführer der Hamburger SPD hatte den Ruf, ein karrierebewußter, in Fragen des Großgenossenschaftswesens erfahrener Parteimann zu sein, doch beeindrucken konnte seine Kandidatur niemanden -- auch nicht Ehmke. Bis zum Schluß fragte er Besucher, ob sie nicht eine "jüngere Manager-Persönlichkeit" für den BND wüßten.
Entrüstung in Pullach über Ehmkes neue BND-Spitze.
Der BND-Präsident aber erschrak, als ihn Ehmke am 7. April 1970 im Kanzleramt seiner neuen Führungsmannschaft konfrontierte. Er mußte zwar zugeben, daß er keinen Kandidaten aus den Reihen des BND wußte, aber er bezweifelte (wie das Gros der Pullacher Mannschaft), ob es opportun sei, den bewährten Chef-Beschaffer Winterstein abzulösen und den Vizeposten mit einem farblosen Parteifunktionär wie Blötz zu besetzen.
Gerhard Wessel sah sich ad absurdum geführt. Er hatte in der Wendland-Kontroverse postuliert, jeder parteipolitsche Einfluß müsse vom BND ferngehalten werden -- jetzt stand er einer SPD-orientierten Crew gegenüber. Er wollte sich selber einen Vizepräsidenten auswählen -- Blötz war von Ehmke ausgesucht worden. Wessel wollte nur Fachleute an der Spitze des BND sehen -- nicht einer der Ehmke-Kandidaten kam aus dem Geheimen Nachrichtendienst.
Doch der BND-Präsident Wessel protestierte nicht, er trat nicht zurück. Offenkundig spekulierte er darauf, daß Ehmkes Leute helfen würden, das schwierigste Problem zu lösen, das jedem Geheimdienst, vor allem aber dem BND angesichts einer Links-Regierung aufgegeben ist: die Kunden des Geheimdienstes von der Qualität seiner Produkte zu überzeugen.
Seit die Geheimdienste Meldungen sammeln, sie auswerten und den Regierungen zuleiten, werden diese Produkte von den Konsumenten nicht selten mit Mißtrauen bedacht. Manchmal sind die Meldungen falsch, manchmal aber stören sie auch die anderslautenden Wünsche und Vorurteile der Regierenden.
Wessel mochte befürchten, die Ostblock-Erkenntnisse des BND würden sich nur mühsam mit den ostpolitischen Erwartungen der sozial-liberalen Koalition in Übereinstimmung bringen lassen. Da würde es nicht schaden, SPD-Vertraute an der Spitze des BND zu haben, die den Dienst vor Bonner Schelte schützen könnten.
Der BND-Chef akzeptierte Ehmkes Führungsequipe und löste damit in Pullach einen Sturm der Entrüstung aus. Denn Wessel unterließ es, die Pullacher Mannschaft von
dem im Kanzleramt beschlossenen Revirement in Kenntnis zu setzen; die längst abgesetzten Abteilungsleiter erfuhren erst aus der Presse ihre Ablösung. Chef-Beschaffer Winterstein grollte: "Warum hat der Präsident nicht den Mut, mir das selber zu sagen?"
Vor allem in Wintersteins Beschaffungsabteilung, aber auch in anderen Abteilungen rotteten sich BND-Männer zum Widerstand gegen die neue Amtsleitung zusammen. Ihre Wortführer gaben die Parole aus, die SPD wolle Zug um Zug den Geheimdienst lahmlegen, die Ost-Berichterstattung ganz abschaffen -- eine unzutreffende Parole.
Blötz und Meier, seit 5. Mai 1970 an ihren Pullacher Schreibtischen, machten immer wieder klar, daß Kanzleramts-Minister Ehmke dem BND den Auftrag erteilt habe, die Ost-Berichterstattung auf einen Höchststand der Leistungsfähigkeit zu bringen; gerade die neue Ostpolitik der Bundesregierung benötigt. genaue Kenntnisse über interne Vorgänge in den sozialistischen Ländern.
Doch die neuen Männer gingen so ungeschickt vor, daß es ihren hausinternen Gegnern leicht fiel, die Reformversuche anders zu deuten. Die schon unter der Großen Koalition vorbereitete, dann unter Ehmkes Anleitung für eierte Abschaffung der "psychopolitischen" Propagandahefte des BND, Relikte des Kalten Krieges. wurde als Konzession an den Kommunismus gedeutet, die Einschränkung des Presseverbindungsbüros aus Kostengründen erhielt den Anschein eines BND-Abbaus.
Noch ärger wirkten die überhastet abgesandten Funksprüche der Pullacher Zentrale an mehrere BND-Residenturen, deren Chefs angewiesen wurden, die Schließung ihrer Dienststellen vorzubereiten und sich selber in Pullach zu melden. Dort harrte ihrer das Ultimatum, sich entweder mit Beträgen bis zu 30 000 Mark abfinden zu lassen oder Stellungen im BND zu übernehmen, die weniger gut dotiert sind, weil ihnen die Aufwandsentschädigungen fehlen.
Das bedeutete für manchen Heimkehrer, der einst unter erheblichen Versprechungen vom BND angeworben worden war, eine schwere Beeinträchtigung seiner materiellen Lage. Die Amtsleitung aber versäumte es, den Zurückgerufenen die Gründe für Pullachs Entscheidung plausibel genug zu erklären: Steigerung der Effektivität, Bildung klarer Schwerpunkte.
Die Betroffenen sahen darin nur eine Kapitulation des BND und machten die öffentliche Meinung mobil; einige von ihnen verklagten den BND vor Münchner Gerichten wegen Kontraktbruchs.
Die Gegner der BND-Amtsleitung versuchten sogar, den Alt-Präsidenten Gehlen gegen die Führungsmannschaft ins Spiel zu bringen. Einige der gekündigten BND-Residenten suchten Gehlen auf und baten um sein fachliches Urteil: Gehien versprach, als Zeuge zur Verfügung zu stehen.
Prompt lief in Pullach das Gerücht um, der alte Herr am Starnberger See sei von Wessel enttäuscht und werde aus seiner Reserve heraustreten, um Schaden vom Dienst abzuwenden. Unter dem Schutz solcher Gerüchte kam es zu offenen Fraktionsbildungen im Pullacher Camp.
So schlossen sich Beamte der mittleren Ebene zu einer Gruppe zusammen, die Vorschläge für eine neue Refom diskutierte und sie schließlich in einem 17-Punkte-Programm zusammenfaßte. Zu den Kernsätzen gehören diese:
1. Kanzleramt und Amtsleitung sollen nicht ständig van Reformen reden, sondern endlich handeln
2. Den BND nicht weiter ausbauen, sondem personell radikal einschränken auf wirklich befähigte Leute.
3. Dabei die Stellenpläne des BND angleichen denen anderer Behörden, das heißt: Vermehrung der Stellenpläne des höheren und gehobenen Dienstes. Dadurch wird Anreiz fur Nachwuchs geschaffen.
4. Die Altersgrenze im BND von 65 auf 60 Jahre herabzusetzen, wiederum um Nachwuchs nach vorn kommen zu lassen.
Mochte manche dieser Forderungen auch verraten, wie wenig die Amtsleitung getan hat, ihre Reformpläne bekanntzumachen, und wie wenig andererseits die Opponenten die beamtenrechtlichen Hindernisse auf dem Weg jeder Reform berücksichtigen die hausinternen Kritiker ließen sich von ihrem Mißtrauen nicht abbringen. Ehmkes allzu harte Eingriffe in BND-Fragen erhöhten ebenfalls die Unruhe in der BND-Zentrale. Unter solchen Umständen konnte Wessels Reform-Arbeit kaum auf die Unterstützung vieler BND-Männer rechnen.
Doch der Präsident gab sich der Illusion hin, eine einige Mannschaft stehe hinter ihm. Da machte die Veröffentlichung der SPIEGEI -Serie die ganze Misere des Bundesnachrichtendienstes deutlich: Die Reaktion in den Hinterzimmern des Pullacher Geheimdienst-Camps enthüllte, wie wenig sich bisher die neue Führung durchgesetzt hat.
Grundübel des BND: starrer Beamtenapparat.
Noch am 12. März, vier Tage nach Erscheinen des ersten Teils der SPIEGEL-Serie, erklärte Wessel mit gewohnter Gelassenheit auf einer Zusammenkunft aller Abteilungs- und Unterabteilungsleiter, der BND brauche sich nicht nervös machen zu lassem, eine Hexenjagd auf SPIEGEL-Informanten werde es nicht geben. 14 Tage später aber, diesmal vor den Dienststellenleitern der Beschaffungsabteilung, sah Wessel Grund zu höchster Besorgnis: Alles müsse unternommen werden, die Informanten zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Informanten sind nicht gefunden worden, die Krise im BND geht weiter. Eine grundlegende Refom des Geheimdienstes muß einsetzen, wenn er die Aufgaben erfüllen soll, die allein seine Existenz legitimieren. Kernpunkte der Reform sollten sein:
* Festlegung eines geographischen Schwerpunktprogramms für die Nachrichtenbeschaffung des BND; Verzicht auf die Sammlung von Nachrichten in Ländern außerhalb dieser Schwerpunkte.
* Auswertung offenen Materials nur soweit, als es für die Analyse der eingelaufenen Nachrichten aus geheimen Quellen notwendig ist; keine Auswertung offenen Materials für eine allgemeine Berichterstattung.
* Entlastung des BND-Personals durch Verlagerung der routinemäßigen Auswertung offener Quellen auf Archive und Forschungsinstitute, die nicht zum BND gehören.
* Verbesserung des Bewertungssystems.
* Verstärkte Werbung für den BND durch Verbesserung der Besoldungsstruktur, Erhöhung der Technik. Beschränkung der allgemeinen Berichterstattung auf die Gebiete und Themen, die von den diplomatischen Vertretungen der Bundesrepublik nicht bearbeitet werden.
* Verringerung des Bundeswehr-Personals im BND außerhalb der militärischen Aufklärung, Ersatz durch technische Fachkräfte.
Die Reform bliebe freilich fragmentarisch, wenn die Bonner Gesetzgeber nicht ein Grundübel beseitigten, an dem wesentliche Neuerungen im BND zu scheitern drohen: die starre Bindung an das Beamtengesetz. Der Zwang, fast alle Beamten bis zu ihrer Pensionierung im BND zu beschäftigen, behindert das Nachwachsen neuen Personals.
Es wäre daher zu überlegen, ob der BND nicht zumindest das zweistufige Pensionierungssystem des US-Geheimdienstes übernimmt, das ermöglicht, schon fünfzigjährige Beamte zu kündigen und ihnen die Chance eines zweiten Berufsweges zu geben. Das könnte auch dem BND die innere Beweglichkeit zurückgeben, deren er dringend bedarf.
Dieses Programm könnte helfen, den Bundesnachrichtendienst wieder aus den Niederungen mangelnder Leistungsfähigkeit herauszuführen. Denn: 25 Jahre voller Erfolge und Niederlagen, voller Hoffnungen und Resignation haben offenbart, daß trotz mancher Skurrilität des Gewerbes dieser BND ein nützliches Instrument bundesdeutscher Politik sein kann.
Solange die geschlossenen Gesellschaftssysteme des Ostens eine nach Entspannung drängende Welt irritieren, solange die Bundesregierung im wohlverstandenen Interesse Westdeutschlands fremde Geheimnisse erfahren muß, um sich vor Überraschungen zu sichern, ist der BND notwendig. Er bleibt ein Schlüssel zum Erfolg jeder Bundesregierung.
Er kann freilich keine Wunder bewirken, die Zeit des Gehlen-Mythos ist vorbei. Die Welt weiß längst, daß der Geheimdienst nicht, wie einst der CIA-Chef Bedell Smith spottete. "mit Gott und Joe Stalin auf vertrautem Fuß steht und daher weiß, daß der nächste Krieg am Dienstag, 5.32 Uhr ausbricht". Aber der BND kann liefern, wofür er bestimmt ist: Entscheidungshilfe für Bonn.
Ende
Von Hermann Zolling und Heinz Hähne

DER SPIEGEL 25/1971
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.


DER SPIEGEL 25/1971
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Pullach intern

Video 01:14

Fotograf dokumentiert "Orphelia" Natur – gewaltig

  • Video "Fotograf dokumentiert Orphelia: Natur – gewaltig" Video 01:14
    Fotograf dokumentiert "Orphelia": Natur – gewaltig
  • Video "Ausraster: US-Rennfahrer prügelt auf Rivalen ein" Video 01:03
    Ausraster: US-Rennfahrer prügelt auf Rivalen ein
  • Video "Fluoreszierende Forschung: Mäuse mit grünen Füßen" Video 02:17
    Fluoreszierende Forschung: Mäuse mit grünen Füßen
  • Video "Filmstarts der Woche: Eiskalter Killer" Video 07:01
    Filmstarts der Woche: Eiskalter Killer
  • Video "Empörung über Anruf bei Soldaten-Witwe: Er wusste, worauf er sich einließ" Video 01:32
    Empörung über Anruf bei Soldaten-Witwe: "Er wusste, worauf er sich einließ"
  • Video "Xenia Sobtschak: Diese Frau fordert Putin heraus" Video 01:28
    Xenia Sobtschak: Diese Frau fordert Putin heraus
  • Video "Faszinierende Tanzperformance: The Mechanics of History" Video 02:05
    Faszinierende Tanzperformance: "The Mechanics of History"
  • Video "Amateurvideo von Sturm Ophelia: Riesenwelle trifft Neugierige" Video 01:01
    Amateurvideo von Sturm "Ophelia": Riesenwelle trifft Neugierige
  • Video "Road to Jamaika - Tag 1: Es wird schrecklich werden" Video 03:39
    Road to "Jamaika" - Tag 1: "Es wird schrecklich werden"
  • Video "Nagergezwitscher: Mäuse, die wie Vögel singen" Video 01:53
    Nagergezwitscher: Mäuse, die wie Vögel singen
  • Video "Weltrekordversuch im Steinbruch: 25 Tonnen schwer, 100 km/h schnell" Video 03:10
    Weltrekordversuch im Steinbruch: 25 Tonnen schwer, 100 km/h schnell
  • Video "Sport mit dem Haustier: Das Stand-Up-Chicken" Video 00:54
    Sport mit dem Haustier: Das Stand-Up-Chicken
  • Video "Hybrid-Flieger: Mit dem Elektroflugzeug zum Geschäftstermin" Video 02:36
    Hybrid-Flieger: Mit dem Elektroflugzeug zum Geschäftstermin
  • Video "Waghalsiges Manöver: Drohne fliegt unter fahrenden Zug" Video 03:39
    Waghalsiges Manöver: Drohne fliegt unter fahrenden Zug
  • Video "Letzter Flug aus Übersee: Air-Berlin-Maschine dreht Ehrenrunde" Video 01:19
    Letzter Flug aus Übersee: Air-Berlin-Maschine dreht Ehrenrunde
  • Video "Virale Landtagsrede: Das ist Nazi-Diktion" Video 03:28
    Virale Landtagsrede: "Das ist Nazi-Diktion"