15.03.1971

Pullach intern

1. Fortsetzung
Seine Gegner hielten ihn für den gefährlichsten Mann Europas, seine Bewunderer aber für ein Genie geheimdienstlicher Erkundung. Dem "Spion des Jahrhunderts", wie ihn der britische Autor E. H. Cookridge nannte, maßen sie schier magische Kräfte zu: Er wußte angeblich alles, kein Panzerschrank, keine Geheimakte schien vor ihm sicher.
Wann immer er auftauchte, lautlos auf Kreppsohlen und stets hinter einer Sonnenbrille getarnt, erregte er die Phantasie der Zeitgenossen. Er trat selten unter seinem richtigen Namen auf, er gab in seiner Amtszeit kaum ein Interview, er entzog sich Photographen.
Er pflegte die Attitüde des Geheimnisvollen und Anonymen so kunstvoll, daß ihm oberflächliche Beobachter fast alles zutrauten. Ein französischer Buchautor witterte in ihm den "eigentlichen Kanzler der Bundesrepublik", ein amerikanischer Publizist sah ihn an den Schalthebeln der US-Weltmacht hantieren und lästige Spionage-Generale in Washington stürzen, ein deutscher Emigrant der Hitler-Ära rühmte ihm nach, er hätte den Putsch des 20. Juli 1944 zum Erfolg führen können, wäre er an die Spitze der Hitler-Gegner getreten.
Einem seiner Rivalen, dem ehemaligen Oberstleutnant Friedrich Wilhelm Heinz, dünkte er "das Produkt einer geistigen Schäferstunde zwischen Mata Ran und General Ludendorff". Und seinem unermüdlichsten Verfolger, dem DDR-Publizisten Julius Mader, erschien er schlicht als "die graue Hand", die Frieden und Fortschritt in Europa heimtückisch erdrossele
Der Vielbeschriebene aber, Reinhard Gehlen, 68, Generalmajor der großdeutschen Wehrmacht und bis 1968 Ministerialdirektor in Bonner Diensten, im Zweiten Weltkrieg Chef der militärischen Erkundungs-Abteilung "Fremde Heere Ost", danach Gründer und erster Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), ignorierte alle publizistischen Herausforderungen. Er ist sich seines Platzes in der Zeitgeschichte ohnehin sicher.
Gehlen kann in der Tat manche Einmaligkeit für sich beanspruchen:
* Im Zweiten Weltkrieg war er außerhalb Rußlands der intimste Kenner des sowjetischen Kräftepotentials.
* Als einziger deutscher General trat er 1945/46 mit seinem gesamten Apparat übergangslos, ohne jede demokratische Selbstreinigung, in die Dienste der US-Weltmacht.
* Er baute einen bundesdeutschen Geheimdienst auf, der jahrelang als der über den Osten bestinformierte der westlichen Welt galt. Ihm glückte das Kunststück, den deutschen Geheimdienst unbeschädigt über die Zäsur des Mai 1945 hinüberzuretten. Der BND ist damit (neben Bahn und Post) die einzige staatliche Institution Westdeutschlands, die in ungebrochener Kontinuität weit in die preußisch-deutsche Geschichte zurückreicht -- bis in den Anfang des 19. Jahrhundert.
Gehlen stand -- auch dies war singulär -- einem Apparat vor, für dessen Angehörige der Zweite Weltkrieg praktisch nie zu Ende gegangen war. Seit Hitlers Armeen, Bomber und Panzer die Sowjet-Union überfallen hatten, marschierten viele Mitarbeiter Gehlens in der vordersten Linie des antisowjetischen Kreuzzuges. Sie erblickten im Kalten Krieg nur eine logische Fortsetzung des Ostfeldzugs.
Der erste BND-Chef und seine engsten Gefolgsleute sahen sich denn auch oft der Frage konfrontiert, welche historischen und politischen Bedingungen ermöglicht hatten, daß ehemalige Offiziere der Wehrmacht, Abwehr-Leute und sogar SS-Männer zu den geheimdienstlichen Aufklärern eines Staates wurden, der die radikale Abkehr von der NS-Vergangenheit proklamiert hat.
Doch der Staatspensionär Gehlen zeigt kein Interesse, die Offentlichkeit darüber aufzuklären, wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist. Mit der Geheimdienst-Chefs eigenen Neigung zur Geheimniskrämerei verschleiert er Aufstieg, Triumph und Leistungsabfall des Bundesnachrichtendienstes.
Noch lange Zeit galten die strengen Weisungen des alten BND-Chefs, die sicherstellen sollten, daß kein Fremder Einblick in die legendenumwobene Organisation erhält. Arbeitsweise und Personal des BND sind weitgehend geheim, Struktur und Kompetenzregelungen kennt nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten.
Nicht einmal die Geschichte der 1945 aufgelösten Generalstabs-Abteilung Fremde Heere
Ost (FRO), der Stammorganisation des BND, sollte bekannt werden. Jeder ehemalige FRO-Offizier war angewiesen, sein Wissen über Fremde Heere Ost für sich zu behalten. Gehlens Begründung: Eine öffentliche Darstellung der PRO könne es dem Gegner ermöglichen, Rückschlüsse auf die Arbeitsweise des Bundesnachrichtendienstes zu ziehen -- eine unhaltbare These, denn Moskau kennt das PRO-Material. Sowjetische Historiker verwenden seit Jahren die nach 1945 von den Amerikanern auf Film genommenen, jedermann zugänglichen Akten der Fremde Heere Ost.
Als jüngst der SPIEGEL Erkundigungen über die FHO einzog, blieben die meisten Ehemaligen stumm. Auch Westdeutschlands Historiker halten sich freiwillig an Gehlens Gebot: Sie haben bisher keine spezielle Arbeit über die FHO veröffentlicht.
Selbst der Chef unterwarf sich dem Diktat der Geheimhaltung. Er reiste in seiner Amtszeit oft unter dem Decknamen "Dr. Schneider" und ließ sich von seinen Mitarbeitern gerne "der Doktor" nennen. Befreundete Nachbarn in Berg am Starnberger See, wo er in der Waidstraße das ihm 1956 vom US-Geheimdienst CIA geschenkte Haus Nr. 29 (Kaufpreis: 250 000 Mark) bewohnt, besuchte er immer nur nachts.
Der Illustrierten-Reporter Wolfgang Schraps erfuhr gar 1954, daß es einen Mann namens Gehlen gar nicht gebe. Als er am Tor des Gehlen-Hauptquartiers in Pullach nach dem General fragte, bedeutete ihm ein herbeigeeilter US-Captain, Gehlen sei ihm unbekannt. Schraps: "Vielleicht kennen Sie einen Dr. Schneider?" Der Amerikaner verneinte. Er überlegte aber noch einmal einen Augenblick, dann fragte er: "Wie hieß doch der Gentleman, nach dem Sie suchen?" Schraps: "Gehlen!" Der Amerikaner gab zurück: "Habe den Namen nie gehört."
Gehlen schaltete sogar die eigene Familie und seine Nachbarn in das Versteckspiel ein, Sohn Felix-Christoph präsentierte seinen Vater gegenüber Freunden als "Kaufmann, der mit Patenten zu tun hat", während sich die Bevölkerung von Berg einen Spaß daraus macht, ihren James Bond vor Reportern zu schützen.
"Einmal wurde ich ziemlich aufgeregt aus der Apotheke angerufen", erzählt Gehlen. "Man habe einen verdächtigen Wagen beobachtet. Es sei nach mir gefragt worden, und daher wolle man mich warnen." Gehlen alarmierte die Polizei, die schließlich die Verdächtigen als Reporter der britischen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft BBC identifizierte. Polizisten und Bewohner dirigierten die Reporter an eine entlegene Stelle, an der sie Gehlen bestimmt nicht gefunden haben.
Der Mangel an Informationen verlockte viele Schreiber, den BND-Präsidenten mit immer gewagteren Spekulationen zu umgeben. Bald war die Liste falscher Vermutungen und unsinniger Behauptungen unübersehbar: Da stempelte die Londoner "Times" den Bürgersohn zum preußischen Adligen, da wähnte die Hamburgei "Zeit", von Gehlen gebe es nur zwei Photos, da dichtete ihm der Spionage-Experte Cookridge das Ritterkreuz mit Eichenlaub und russische Sprachkenntnisse an, da erhob ihn der ehemalige PK-Kriegsberichter Heinz Bongartz, der sich heute Jürgen Thorwald nennt, zu einem Partner der 20.-Juli-Putschisten.
Nur wer den Sicherheitsgürtel gezielter Legenden und unbeabsichtigter Irrtümer durchdrang, konnte allmählich begreifen, was sich hinter dem Rätsel Gehlen verbarg.
Statt eines federnd-schlagbereiten James Bond ist Reinhard Gehlen ein schlanker, fast kahlköpfiger 1,72-Meter-Mann, fast schüchtern, in der Unterhaltung etwas hilflos und oft die Isolierung verratend, in der er sein Leben zugebracht hat -- er, der Spezialist, der Techniker der Feindaufklärung, "das eisige Produkt der militärischen Mönche des deutschen Generalstabes", wie ihn das US-Nachrichtenmagazin "Newsweek" beschrieb.
In der Tat, allein militärische Kategorien erklären und bestimmen die Geschichte Gehlens: Aufgewachsen in dem 100 000-Mann-Heer der Reichswehr, blieb er stets der militärische Nur-Fachmann, der fast jedem Regime dient.
Die Reichswehr war seine Heimat gewesen, in der Reichswehr hatte er die Ideologie der "reinen Sachlichkeit des Dienstes" (so eine Formulierung des Generals von Choltitz) aufgenommen, mit der Reichswehr-Chef Hans von Seeckt ein monarchistisches, in feudalistischen Denk- und Verhaltensweisen steckengebliebenes Offizierkorps vor den demokratischen Strömungen der Zeit abkapselte. Der Militär-Spezialist wurde zum Gegentyp des politisch engagierten Menschen, die Reichswehr zur Auffangstelle für die Söhne eines konservativen Bürgertums. das der Integration in die demokratische Republik widerstrebte.
Im April 1920 hatte der Abiturient Gehlen den Weg in die Reichswehr gefunden; seinen Dienst begann er im schlesischen Artillerie-Regiment 6. Die Offizierskarriere schien ihm von Anfang an erstrebenswert: Die Gehlens waren preußische Traditionalisten, auch Reinhards Vater hatte zunächst den Offiziersberuf ergriffen, ehe er die Karriere des Verlagskaufmanns einschlug
Seit sich Reinhard Gehlen, am 3. April 1902 um fünf Uhr morgens in Erfurts Löberstraße 63/64 geboren, über seine Zukunft Gedanken machte, hatte ihm eine große militärische Laufbahn vorgeschwebt. Nicht einmal der Untergang des Kaiserreiches und die Abrüstung des geschlagenen Deutschlands konnten ihn von seinen soldatischen Zukunftsplänen abbringen. Einem Mitschüler vertraute er an: "Die Armee kommt wieder. Ich werde Offizier."
Doch seine Karriere in der Reichswehr schleppte sich zunächst nur mühsam voran: Besuch der Infanterie- und Artillerieschulen, im Dezember 1923 zum Leutnant ernannt, Dienst im (Preußischen) Artillerie-Regiment 3. zwei Jahre als Bereiter in der Kavallerieschule Hannover, 1928 Oberleutnant, 1933 zur Generalstäbler-Ausbildung nach Berlin kommandiert, 1934 zum Hauptmann befördert.
Erst am 10. Juli 1935 erreichte er endlich das ersehnte Ziel: Er kam ins Reichskriegsministerium und wurde zum Generalstab des Heeres abkommandiert. Er tauchte ein in die geheime Welt der militärischen Planer, die auf Lagekarten, in Statistiken und Analysen schon die Verteidigungsschlachten und Angriffsoperationen der Zukunft übten.
Zwar mußte der Hauptmann Gehlen 1938 routinemäßig wieder zur Truppe zurück und ein Jahr später im Polen-Feldzug als Erster Generalstabsoffizier den Stab der 213. Infanterie-Division (sie kam zum Kampf zu spät) übernehmen, doch die Mandarine des Generalstabs hatten die organisatorischen Fähigkeiten Gehlens erkannt. Er war ein Mann der Planung und Analyse, er konnte Probleme bis in die kleinste Verästelung durchdenken, er verriet eine Begabung für Mathematik und Arithmetik.
Diese Fähigkeiten hatten sich schon den Lehrern und Mitschülern Gehlens auf dem Breslauer König-Wilhelm-Gymnasium eingeprägt. Gehlens Freund Herbert Urban erinnert sich: "Er war ein kühler Rechner, seine jugendliche Leidenschaftlichkeit galt den Zahlen und Formeln."
Kaum hatten die Vorgesetzten dem Major Gehlen im Oktober 1939 das Eiserne Kreuz II. Klasse angeheftet, da rief ihn der Generalstabschef des Heeres, Generaloberst Franz Haider, in die Operationsabteilung. Gehlen übernahm dort die Gruppe "Landesbefestigungen". In der Operationsabteilung gewann er bald die Sympathie eines Mannes, der nicht müde wurde, Gehlen als eines der größten Talente des Generalstabs zu fördern: des damaligen Obersten Adolf Heusinger, Leiters der Abteilung.
Dem Gruppenleiter Gehlen schrieb er am 19. Februar 1941 in die Militärpapiere: "Ein Generalstabsoffizier, wie er sein soll. Nach Persönlichkeit, Können und Fleiß weit über dem Durchschnitt stehend. Von ausgesprochener operativer Begabung und vorausschauendem Denken." Und ein Jahr später: "Bescheidene, sympathische Persönlichkeit. Sehr strebsam. Setzt sich bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit bei seiner Arbeit ein."
Die Freundschaft zwischen Gellen und dem späteren Bundeswehr-Generalinspekteur Heusinger sollte historische Bedeutung annehmen: Heusinger erschloß Gehlen die Geheimdienst-Karriere, Gehlen brachte nach dem Krieg Heusinger in seiner Nachrichtenorganisation unter -- gemeinsam, jeder auf seine Art, wurden sie die Gründungsväter der Bundeswehr.
Im Herbst 1939 sah sich Major Gehlen als Gruppenleiter "Landesbefestigungen" in die kompliziertesten Aufmarsch- und Kriegspläne des Generalstabes verwickelt. Für den bevorstehenden Angriff im Westen arbeitete er den Plan eines Stellungskrieges in Frankreich aus, er projektierte einen Befestigungswali im deutschbesetzten Polen gegen die Sowjets, er skizzierte Panzerabwehrgräben.
Immer mehr wurde er zum unabkömmlichen Gehilfen des Generalstabschefs. Im Oktober 1940 übertrug ihm Haider die Leitung der Ostgruppe in Heusingers Operationsabteilung. Gehlen kam mit dem großen Thema seines Lebens in Berührung: Rußland. Die Ostgruppe bearbeitete "Fragen der Gesamtkriegsführung im Ostraum" wie es in den Stellenplänen hieß.
Schon bei der Planung des Ostwalls hatte er die Auseinandersetzung mit der Sowjet-Union herankommen sehen. Obwohl von Hause aus Antikommunist, teilte er den Widerwillen des Generalstabes gegen einen deutsch-sowjetischen Krieg. Doch der militärische Fachmann Gehlen kannte nur Gehorsam: Willig folgte er dem Eroberungszug seines Führers in die Weiten des Ostens.
Von Stund an war Gehlen aus den Planungen des deutschen Ostkrieges nicht mehr wegzudenken. Er entwarf einen Operationsplan zur Besetzung Nord-Griechenlands. Er brauchte nur einen Tag, um den Feldzug gegen Jugoslawien zu konzipieren.
Er entwickelte neue Ideen, als es galt, Hitlers verhängnisvollsten Entschluß -- die Entscheidung zum Angriff auf die Sowjet-Union -- in militärische Operationspläne umzusetzen. Den Feldzugsplan für das "Unternehmen Barbarossa" entwarfen zwar andere Militärs wie der spätere Stalingrad-Verlierer Paulus, aber Gehlen bearbeitete Fragen der Reservenachführung, er ersann die Trennungslinien zwischen den einrückenden Heeresgruppen und Armeen, er löste die ersten Transportprobleme der Invasion.
Generalstabschef Haider war begeistert: "Sehr gute Arbeit!" Ein neues Lob kam in Gehlens Papiere, diesmal aus der Feder Halders: "Verbindet hervorragendes sachliches Können und ungewöhnliche Arbeitskraft mit starker Gestaltungskraft und soldatischem Schwung. Für führende Stellungen im Generalstab geschaffen."
Dann brach die deutsche Dampf-walze gegen Rußland los. Wieder schien die feldgraue Kriegsmaschine von Sieg zu Sieg zu rollen, jeden Widerstand zerschmetternd.
Doch der unsentimentale Generalstäbler Gehlen ließ sich nicht täuschen. Er und Haider mußten erkennen, daß die Operationen nicht gut liefen. Nur allzu offenkundig war: Man hatte den Gegner falsch eingeschätzt, die Feindaufklärung des Generalstabes, der Ic-Dienst**, hatte versagt.
Von Woche zu Woche erregte sich Haider stärker über die Mängel und Schnitzer der 12. Generalstabs-Abteilung, die unter dem seltsamen Namen Fremde Heere Ost das sowjetische Kräftepotential aufklären sollte. "Verfallserscheinung im Ic-Dienst", notierte er sich im Dezember 1941. Und schließlich am 31. März 1942: "Ersatz des Chefs Fremde Heere Ost, der meinen Ansprüchen nicht mehr genügt."
Wer aber genügte dem verärgerten Generalstabschef? Haider wußte keinen geeigneten Kandidaten. Da schlug Operationschef Heusinger seinen Favoriten vor: Gehlen. Haider hatte anfangs Bedenken, Gehlen war nie im Geheimdienst gewesen. Heusinger jedoch argumentierte, Gehlen sei ein hervorragender Organisator -- gerade das, was die Fremde Heere Ost benötigte.
Haider ließ sich überzeugen: Am 1. April 1942 wurde Oberstleutnant Gehlen zur FHO versetzt, einen Monat später übernahm er auch offiziell die Leitung der Abteilung.
Damit gelangte Reinhard Gehlen an die Schalthebel geheimdienstlicher Erkundungen und generalstäblerischer Feindaufklärung. Denn in der Abteilung Fremde Heere Ost liefen alle für die Kriegführung im Osten belangvollen Meldungen zusammen. die Deutschlands zahlreiche Geheimdienste und Informationsstellen sammelten:
* der Geheimdienst der Wehrmacht (Amt Ausland/Abwehr),
* Links: Heeres-Oberbefehlshaber von Brauchitsch.
** Der Truppen-Generalstabsdienst des deutschen Heeres gliederte sich in die Fachbereiche Ia (Operation), Ib (Versorgung) und Ic (Feindlage).
* der Geheimdienst der SS (Sicherheitsdienst oder SD),
* der Ic-Dienst des Heeres (Frontaufklärung der Truppe, Militärattachés bei den diplomatischen Missionen im neutralen Ausland), > die Luftaufklärung der Luftwaffe, > die Dechiffrier- und Abhörstelle im Oberkommando der Wehrmacht (Amtsgruppe "Chi" oder Chiffrierwesen).
Aufgabe der FHO war es, das Material dieser Geheimdienste auszuwerten und sogenannte Feindlagebilder zu entwerfen, aus denen die Heeresführung ablesen konnte, wie stark der Gegner war, welche operativen Absichten er hatte und wo seine Schwächen lagen. Ohne zutreffende Analysen der FHO konnte der Generalstab des Heeres keine erfolgreichen Unternehmungen planen.
Doch die FHO-Analysen erwiesen sich als fehlerhaft und trügerisch, weil die Sachbearbeiter der Abteilung die Kampfkraft der Sowjets unterschätzten und die Nachrichtenlieferanten der FHO, allen voran die Abwehr des Admirals Wilhelm Canaris, kaum wußten, was auf der anderen Seite der Front vorging.
Der neue FHO-Chef Gehlen war entschlossen, die Abteilung effizienter zu machen. Kaum aber hatte er die FHO übernommen, erlag er selber der Krankheit, an der sein Vorgänger gelitten hatte: Er bescheinigte dem sowjetischen Gegner die baldige Niederlage. Am 4. April 1942 meldete Gehlen dem Generalstabschef:
Durch Kriegs- und Gebietsverluste geht die russische Menschenreserve nunmehr Ihrem Ende entgegen. Verlusten ist der Gegner nicht mehr gewachsen. Reserven wie im Winter 1941/42 kann der Gegner ein zweites Mai nicht mehr in die Entscheidung werfen.
Gehlen folgerte daraus in einer "Beurteilung der Gesamtfeindlage" am 1. Mai: "Offensive Gegenoperation mit weiten Zielen Im Bereich der Heeresgruppe Mitte oder Süd dürfte bei der beim Russen fraglos sehr hohen Einschätzung unserer Angriffs- und Widerstandskraft nach den Mißerfolgen des Winters ausscheiden, zumal der Russe Angriff im Süden erwartet."
Das Herumspekulieren Gehlens erwies sich als falsch: Das sowjetische Hauptquartier erwartete keinen deutschen Angriff im Süden, vielmehr die Wiederaufnahme der Offensive gegen Moskau; die Sowjets selber aber schlugen gegen die Heeresgruppe Süd los.
Diese Panne war für Gehlen nur ein letzter und zusätzlicher Ansporn, die Abteilung von Grund auf umzustülpen. Ein neuer Erkundungsapparat mußte entstehen, ein neues Auswertungssystem ausgearbeitet werden. besseres Personal die alten, müde gewordenen FHO-Leute ablösen. Nur kleinere Chargen oder erst kurz zuvor in die Abteilung kommandierte Offiziere durften bleiben.
Zu ihnen gehörte auch das größte Rednertalent der FHO, der Hauptmann Gerhard Wessel, ehemaliger Ic (Feindlage-Offizier) des I. Armeekorps, der im Dezember 1941 zur Abteilung gekommen war. Der Pfarrer-Sohn aus Neumünster, Jahrgang 1913, wie Gehlen Artillerist und Zögling der Kriegsakademie, galt zwar den Kameraden als ein reservierter und undurchschaubarer Mann, Gehlen indes hatte rasch erkannt, daß Wessels analytischer Verstand der Abteilung hei fen könne, erfolgreicher zu arbeiten.
Gehlen kannte freilich noch einen persönlichen Grund, Wessel in seine Nähe zu ziehen. Gehlen war kontakt arm, ein "sehr schlechter Unterhalter, im zwanglosen Gespräch geradezu hilflos" (so einer seiner Gruppenleiter). Da konnte der Rhetoriker Wessel den Chef aus mancher peinlichen Situation -- vor allem auf Kameradschaftsabenden -- befreien.
"Überragend tüchtiger, über Durchschnitt veranlagter Generalstabsoffizier", schrieb Gehlen am 15. März 1944 in Wessels Beurteilungsbogen. "Vertritt seine Ansichten gegenüber Vor-gesetzten mit großer Festigkeit und Takt. Weltanschaulich gefestigt, körperlich gewandt. Führerpersönlichkeit."
Kurz nach Gehlens Amtsantritt meldete sich bei ihm der Major Heinz Danko Herre, ehedem Erster Generalstabsoffizier eines deutschen Gebirgskorps, der zur FHO abkommandiert worden war. Gehlen faßte zu ihm Vertrauen und ernannte ihn zu seinem Ia (Ersten Generalstabsoffizier).
Gehlen und Herre verstanden sich auf Anhieb. Beide waren Söhne kulturell interessierter Offiziere, beide glaubten noch an den deutschen End-sieg. Und beide waren Kritiker der deutschen Herrenmenschen-Politik Im Osten, ohne freilich zu begreifen, daß die nationalsozialistischen Massen-verbrechen in Rußland und Polen einen typischen, höchst logischen Grundzug jenes Regimes enthüllten, dem sie vertrauensvoll dienten.
Mit Gehlen, Herre und Wessel hatte sich das Triumvirat eines neuen Erkundungsapparates gefunden. Von nun an war die Lebensgeschichte dieser drei Männer die Geschichte des deutschen Geheimdienstes, bezeichneten ihre Namen Erfolge und Niederlagen jener Organisation, die sich damals FHO nannte, sich 1945/46 zur Organisation Gehlen mauserte und schließlich zum Bundesnachrichten-dienst wurde.
Im Mai 1942 begannen die drei, Macht und Funktionen in der Abteilung Fremde Heere Ost neu zu verteilen. Oberstleutnant Gehlen hatte das oberste Kommando, seine beiden Helfer besetzten die zwei wichtigster Gruppen der FHO:
* Hauptmann Wessel übernahm die Leitung der Gruppe 1, die tägliche Lageberichte über Stärke, Einsatzraum und Bewaffnung der sowjetischen Truppen erstellte.
* Major Herre trat an die Spitze der Gruppe II, die alle Geheimdienst--Meldungen auswertete und nicht an den Tag gebundene Feindlagebilder der Sowjet-Union entwarf. Die vier weiteren Gruppen ließ das Triumvirat zunächst ungeschoren, da diese Sektionen sich mit dem sowjetischen Gegner nicht befaßten oder nur technische Fragen bearbeiteten: Gruppe III beobachtete den Balkan und den Nahen Osten, Gruppe IV analysierte Skandinavien, Gruppe V beherbergte die Vervielfältigungs- -und Zeichenstelle, Gruppe VI erledigte Stabsquartierfragen.
Entscheidend aber kam es Gehlen darauf an, die zwei Sowjet-Gruppen sofort auszubauen. In deren Referaten tauchten neue, unverbrauchte Offiziere und Sachbearbeiter auf, mit denen Gehlen seinen Apparat aufbauen wollte.
Unermüdlich klopfte er die Personalsteilen des Heeres ab, stets auf der Suche nach guten Mitarbeitern. Wo immer er einen Sowjet-Experten ausfindig machen konnte, wo immer Offiziere nach neuer Betätigung verlangten, wo Immer ein Abwehr-Mann der militärischen Routine überdrüssig war -- Gehlen griff zu. Er nahm jeden, der Ihm geeignet erschien. Ob Soldat oder Zivilist, ob Widerstandskämpfer oder Nazi -- sie waren Gehlen alle willkommen, sofern sie nur die Aussicht eröffneten, der neuen Organisation ein hohes wissenschaftliches Niveau zu sichern.
Bald, sammelte sich in der FHO ein bunter Intellektuellen-Trupp. Da saß der NS-Gegner Graf von Rittberg neben dem SA-Obersturmführer von der Marwitz, da arbeitete der Pastor Hoheisel mit dem Pressezeichner Hindersin zusammen, da laborierten der Rußland-Historiker Georg von Rauch und der AA-Gesandte Werner von Bargen an Analysen und Tabellen.
Die aussichtsreichsten Neuankömmlinge dirigierte Gehlen zunächst in die Gruppe I, von deren Leistungen das Prestige der FHO wesentlich abhing: Ihre täglichen Feindlage-Berichte waren die Voraussetzungen für jede Planung des Heeres-Generalstabes.
Die Gruppe I gliederte sich -- analog den im Osten eingesetzten Heeresgruppen -- in drei Referate, In denen jeweils ein Sachbearbeiter, ein Mitarbeiter und ein Ordonnanzoffizier die Feindlage im Gebiet einer Heeresgruppe registrierten. Ein viertes Referat bearbeitete die "Bandenlage", den Partisanenkrieg, ein fünftes war zuständig für Fragen der Luftaufklärung.
Die Männer der Gruppe I mußten täglich einen Lagebericht über die sowjetischen Verbände an der Front erstatten, sie hatten Entwürfe für die vom Abteilungsleiter abzugebende "Lagebeurteilung" zu fertigen und Feindjagenkarten (Maßstab 1:1 000 000) zu führen, in denen Veränderungen des feindlichen Kräftebildes, Ergebnisse der Luftaufklärung und alle Kräftegruppierungen eingetragen wurden.
Im Mittelpunkt Ihrer Arbeit standen die "Truppenfeststellungen", die über gegnerische Einheiten Auskunft geben sollten. Jede Meldung über einen sowjetischen Truppenverband wurde überprüft, in den Lagebericht eingeordnet und in Feststellungsformularen zergliedert. Dort mußten festgehalten werden: der Einsatzraum eines Verbandes, seine Ist-Stärke, die Chronik seiner Aufstellung, seine Ausrüstung, seine personelle Zusammensetzung.
Dann begann ein kompliziertes Zählen, Abstreichen und Addieren: die "Feindkräfteberechnung". Die tatsächlichen Gefechts- und Grabenstärken der Sowjetverbände mußten eruiert, Verluste abgezogen und der Kampfwert ermittelt werden.
Nichts überließ man dem Zufall: Auf einem "Veränderungszettel" wurden Abweichungen Im Kräftebild einer Division oder eines Korps registriert, In einem gesonderten Notizbuch hielt man Veränderungen fest, die wohl gemeldet, aber noch nicht bestätigt worden Waren. Eine "Strichliste" enthielt Verbände, mit deren Verlegung zu rechnen war.
Anschließend wurde das Quellenmaterial an die Gruppe II ("Rußland/Militärische Gesamtlage") zur weiteren Auswertung abgegeben. Dort setzte sich nun ein noch differenzierterer Auswertungsmechanismus in Gang:
Ein Referat sah die Meldungen durch, um Operationsabsichten der Sowjetführung zu erkennen und sich einen Überblick über Rußlands operative Reserven, seine Kriegspitzengliederung und seine Wehrorganisation zu verschaffen. Ein zweites Referat wertete Aussagen sowjetischer Kriegsgefangener, Berichte des eigenen Horchdienstes und Artikel der sowjetischen Presse aus. Ein drittes Referat beschäftigte sich mit der gegnerischen Wirtschafts- und Rüstungslage, ein viertes erarbeitete Memoranden über die Grundsätze russischer Kriegführung, ein fünftes kontrollierte die Vernehmung von Kriegsgefangenen.
Die Informationen, Memoranden und Statistiken liefen schließlich in den Stahlbehältern der Dienststelle IIc zusammen. Sie unterhielt in ihren Räumen, was nach dem Ende des Tausendjährigen Reiches Russen, Amerikaner und Briten vor allem faszinierte: die Kartei der FHO.
In einer "Truppenkartei" und in einer "Sonderkartei" hortete der IIc-Leiter Ritter alles, was die FHO über die Führer der Roten Armee wußte, über Sollstärken und Gliederungen, über Militärschulen und Feldpostnummern. Ein besonders gehüteter Schatz war das Personalienarchiv: Es enthielt Angaben über Sowjetgenerale, über Führerstellenbesetzungen vom Divisionskommandeur an aufwärts.
Doch woher sollten Weitere Informationen kommen, wo ließen sich neue Quellen für die analytische Arbeit der Fremde Heere Ost erschließen? Hier sah Reformer Gehlen die ärgste Schwäche der bisherigen FHO-Arbeit. "Die Masse des Nachrichtenmaterials, das wir erhielten, war Mist" -- so die Erinnerung eines ehemaligen Gruppenleiters.
Die FHO verfügte über keinen eigenen Erkundungsdienst, sie war vielmehr von ihren Nachrichtenlieferanten, den miteinander rivalisierenden Geheimdiensten, abhängig. Da bot ein Abwehr-Mann an, sich mit seinem Aufklärungsapparat Gehlen enger anzuschließen: der Oberstleutnant Hermann Baun, Chef der Frontaufklärungsleitstelle I Ost.
Mit ihm betrat der vierte Gründungsvater des Bundesnachrichtendienstes die Szene. 1897 in der Schwarzmeer-Stadt Odessa geboren, Kenner der russischen und ukrainischen Sprache, im September 1939 zum Geheimen Meldedienst (Abwehr I) versetzt und dort rasch zum Leiter des Rußland-Referats aufgestiegen, hatte Baun eine "besondere Begabung für den Nachrichtendienst", wie ihm Amtschef Canaris bescheinigte.
Kurz vor Ausbruch des Rußland-Krieges war er mit seinem Referat in den polnischen Ort Sulejowek bei Warschau gezogen und hatte dort die Frontaufklärungsleitstelle I Ost gebildet, die unter dem Decknamen "Wahl I" arbeitete. Bauns Aufklärer sollten im schnellen Zugriff Beutepapiere auswerten, Gefangene vernehmen und dem Heer bei der Nahaufklärung im Frontgebiet helfen.
Der ehrgeizige Oberstleutnant aber wollte mehr: Tiefenaufklärung bis nach Moskau. Ihm schwebte vor, über dem Inneren der Sowjet-Union Agenten in russischer Uniform abzusetzen und mit ihnen Stäbe der Roten Armee zu infiltrieren. Sie sollten den Gegner verwirren und jedes Unternehmen der sowjetischen Armee im voraus melden.
Bauns Aufklärungs-Träume standen jedoch zunächst in einem grotesken Verhältnis zur Wirklichkeit. Sein Agentenpotential war allzu klein, Er konnte froh sein, wenn die ihm unterstellten V-Männer die allernächsten Aufklärungsaufträge erfüllten.
Selbst dieser Aufgaben entledigten sich die Baun-Trupps zum Teil so unsachgemäß, daß oft die abenteuerlichsten Spekulationen und Schlußfolgerungen als Erkundungsergebnisse der Abwehr weitergereicht wurden. Das Prestige Bauns und der Abwehr sank auf einen Nullpunkt, die Baun-Meldungen waren in der FHO bald Gegenstand des Gespötts. Sie begründeten einen Hader zwischen Baun und Fremde Heere Ost, der trotz aller Zusammenarbeit den Krieg überdauerte.
Auch Gehlen war von der Abneigung gegen Baun nicht frei, dennoch erkannte er, daß allein Baun der neuen FHO einen guten Erkundungsdienst liefern konnte -- unabhängig von den anderen Geheimdiensten.
Der FHO-Chef und Baun verabredeten eine engere Partnerschaft. Die "Dienststelle Baun" begann, sorgfältig ausgebildete Agenten aus den Reihen sowjetischer Kriegsgefangener in größeren Gruppen durch die Front zu schleusen oder mit Fallschirmen im sowjetischen Hinterland abzusetzen. Die meisten Agenten meldeten sich nicht wieder, doch einige Gruppen konnten Fuß fassen und ihre Aufträge ausführen.
Bauns Agenten sickerten in Dienst stellen der Roten Armee ein, sie legalisierten sich im russischen Zivilleben, sie nisteten in Fabriken und Büros, in der Verwaltung und selbst in der Kommunistischen Partei. Sie versteckten sich in den Wäldern, sie suchten Kontakt zu antikommunistischen Partisanen.
Bis in die Zentrale Moskau reichte Bauns Arm: In der sowjetischen Hauptstadt etablierte sich der vom Frontaufklärungskommando 103 geführte Agenten-Funktrupp "Flamingo". Sein Funker, ein Mann namens Alexander, trat als Hauptmann in ein sowjetisches Nachrichten-Ersatzregiment ein und verschaffte sich Zugang zu Militärgeheimnissen der Roten Armee.
Doch Gehlen genügte es nicht, sich den Walli-I-Apparat anzuschließen. Er wünschte sich einen möglichst differenzierten Erkundungsdienst. Deshalb zog er nun auch die Gegenspionage-Organisation des Oberstleutnants Heinz Schmalschläger, der ebenfalls später bei der Gründung des BND Pate stehen sollte, an sich heran; Schmalschlägers Einheit saß als Frontaufklärungsleitstelle III Ost ("Walli III") ebenfalls in Sulejowek.
Schmalschläger waren russische und ukrainische Antikommunisten zugelaufen, die sich willig als V-Männer gegen die einstigen sowjetischen Herren einsetzen ließen. Sie bekämpften vor allem den sowjetischen Geheimdienst, dessen Agentenringe im deutschen Besatzungsgebiet oft rasch erkannt, unschädlich gemacht und "umgedreht" wurden.
Die Agenten Schmalschlägers infiltrierten auch die Stäbe der immer gefährlicher werdenden Partisanengruppen so erfolgreich, daß ein wirksamer Kampf gegen Josef Stalins Wald- und Untergrundarmee ohne Walli III nicht mehr denkbar war. Das aber mußte die besondere Aufmerksamkeit Gehlens erregen.
Zudem bemächtigte sich die SS-Führung im Herbst 1942 der Kriegführung gegen die sowjetischen Partisanen. Da wurde es im Dschungel der innerdeutschen Machtkämpfe wichtig, wer die Nachrichtenaufklärung gegen die Partisanen in der Hand hielt. Das war weitgehend Wahl III: Grund genug für den Kompetenz-Strategen Gehlen, sich mit Schmalschläger zu liieren.
Gehlens Pakt mit den beiden Abwehr-Männern Schmalschläger und Baun begründete eine nachrichtendienstliche Schlüsselstellung der FHO im Osten, die selbst die SS später nicht brechen konnte. Aber auch die Hilfe der beiden Wallis stellte Gehlen noch nicht zufrieden.
Walli I und Walli III hatten eine Schwäche, der sie nie Herr werden konnten: Ihnen fehlten Dolmetscher, Sowjet-Experten und Bürokräfte, um das erbeutete Material gründlich auszuwerten. Gehlen beschloß, diesen Teil der Abwehrarbeit in eigene Regie zu nehmen. Es entstand, was die eigentliche Stärke der Gehlen-Organisation ausmachte: ein kunstvolles System der Beuteauswertung und Gefangenenvernehmung.
Das wurde die Aufgabe einer neuen Gruppe III. Die Vernehmung russischer Gefangener war Sache des Referats lila. Die Themen der Vernehmungen wurden dem Referat von den Gruppen I und II gestellt, die Gefangenen lieferte die Truppe. Die wichtigsten und kenntnisreichsten Gefangenen behielt das Referat zurück.
Sie wurden in einem Schloß nahe der ostpreußischen Stadt Lötzen, dem Sonderlager Feste Boyen", untergebracht und neuen Befragungen ausgesetzt. Das Lager beherbergte 80 Kriegsgefangene, die unter dem Befehl eines auf die deutsche Seite übergewechselten Sowjetoffiziers, des Majors Sacharow, standen. Die Gefangenen im Lager Boyen mußten militärische Arbeiten schreiben, deren Fragestellung die Mitarbeiter der Gruppe III bestimmten, und zu Diskussionen zusammentreten, die wiederum für die deutsche Feindaufklärung belangvolle Erkenntnisse zutage förderten.
"Von den wichtigsten Waffengattungen", so bestimmte der Gruppenleiter III, "bleiben die intelligentesten und aufgeschlossensten als Spezialisten für die täglich auftauchenden Fragen zurück." Jeden Monat mußte der Lagerkommandant einen Tätigkeitsbericht vorlegen, ständig kontrollierten Offiziere der Gruppe III die Arbeit auf Boyen.
Noch ein weiteres Referat interessierte sich für schriftliche Arbeiten sowjetischer Militärs, das Referat IIIb. Es unterhielt Verbindungsoffiziere bei der Beuteauffangstelle der Abwehr in Warschau und bei den Ic der Heeresgruppen, um rasch an nichtgedrucktes Schriftgut der Roten Armee heranzukommen. Die IIIb-Mitarbeiter durchsuchten das Material nach Angaben über Partisanen und über Gliederungen, Waffen und Ausbildung der Roten Armee.
Das gedruckte Beutematerial hingegen gelangte an das Referat IIIc und wurde dort zur Feinauswertung an weitere Referate verteilt:
IIIc behielt Vorschriften und Befehle des sowjetischen Verteidigungskommissariats, IIId bearbeitete Zeitungen und Flugblätter, IIIf übersetzte besonders wichtiges Beutematerial, IIIg stellte Vorschriften und Bücher sowjetischen Ursprungs zu einer Bibliothek zusammen, IIIh lieferte zusätzliches Material aus der von ihm betriebenen Tag-und-Nacht-Überwachung sowjetischer Rundfunksender.
Ein letztes Referat, IIIe, faßte die gewonnenen Erkenntnisse und Informationen (soweit sie taktischer Art waren) zusammen und reichte sie, in den vom Referat herausgegebenen "Einzelnachrichten des Ic-Dienstes Ost", an die Truppe wieder zurück. Der Kreis hatte sich damit geschlossen.
Beuteauswertung und Geheimer Meldedienst, Gegenspionage und Feindlage-Analyse, Gefangenenvernehmung und Frontaufklärung -- jetzt endlich verfügte FHO-Chef Gehlen über den Apparat, mit dem er die große Erkundungsarbeit aufnehmen konnte. Gehlens Organisation begann aufzuklären. Erste Erfolge zeichneten sich rasch ab.
Vor allem die Vorausschau über sowjetische Operationsabsichten sollte sich nun häufig als richtig erweisen. So machte die Fremde Heere Ost frühzeitig auf die sowjetischen Angriffspläne im Raum Stalingrad aufmerksam, bereits im Sommer 1942 -- noch befand sich Hitlers militärische Hierarchie in Hochstimmung -- warnte Gehlen vor dem roten Gegenschlag.
Mitte Juli erhielt Gehlen eine Meldung Bauns, die besagte, der sowjetische Militärrat habe auf einer Sitzung am 13. Juli beschlossen, seine Verbände an die Wolga zurückzuziehen und auf jeden Fall Stalingrad zu halten. Gehlen folgerte daraus am 15. Juli:
Die Entwicklung des Gesamtfeindbildes in den letzten Tagen läßt die Meldung glaubhaft erscheinen. Nach der vor Heeresgruppe A und B entstandenen Lage dürfte mit Ausweichen zunächst hinter Don-Linie. bei weiterem Vorstoß hinter Wolga-Linie unter Festhallen des Nordkaulcasusgebietes und des Brückenkopfes Stalingrad zu rechnen sein.
Im Oktober und November warnte Gehlen vor einem sowjetischen Gegenangriff bei Stalingrad. Am 6. November schrieb er, nichts spreche dafür, "daß der Russe den zweifellos seine bisherige Gedankenbildung beeinflussenden Stoß über den Don ganz aufgegeben" habe. Am 12. November urteilte er, es müsse
mit baldigem Angriff gegen 3. rumänische Armee mit dem Ziel gerechnet werden, die Bahn nach Stalingrad zu unterbrechen, damit weiter ostwärts stehende deutsche Kräfte zu gefährden und eine Rücknahme der bei Stalingrad stehenden deutschen Kräfte zu erzwingen.
Auch nach der Katastrophe von Stalingrad war die FHO fast immer mit sicheren Vorankündigungen feindlicher Operationen rechtzeitig zur Stelle:
* 14 Tage vor Angriffsbeginn kündigte die FHO Mitte Juli 1943 die sowjetische Offensive Im Raum Orel an.
* Zehn Tage vor Angriffsbeginn prophezeite die FHO Mitte August 1943, der Schwerpunkt der zu erwartenden sowjetischen Operationen gegen die deutsche "Hagen"-Stellung bei Brjansk werde Im Raum Sewsk liegen.
* Zwei Tage vor Angriffsbeginn sagte die FHO Anfang März 1944 die große Durchbruchsoperation der 1. und 2. ukrainischen Heeresgruppen voraus, die den gesamten Südflügel der deutschen Ostfront zerschlugen.
Doch die genauen Voraussagen von Gehlens Abteilung konnten nicht dazu beitragen, die militärische Niederlage im Osten aufzuhalten, denn Hitler und seine engsten Berater reagierten fast wütend auf die FHO-Berichte. Da der Diktator noch immer auf den Zusammenbruch Sowjet-Rußlands wartete, erschienen ihm Gehlens Meldungen als Spiegelbilder defätistischer Gesinnung,
Die Männer Gehlens mußten lernen. "mit dem Wissen des garantierten Unterganges" zu leben, wie ein ehemaliger FHO-Sachbearbeiter formuliert. In der Abteilung ging bald der Spruch um: "Entweder macht es der Russe noch dümmer, oder der Führer wird einsichtiger."
Er wurde es nicht. Hitlers militärische Jasager beobachteten mißtrauisch alles, was an Meldungen und Analysen aus der Gehlen-Abteilung kam. Generalfeldmarschall Keitel, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, verbot der FHO jedes politische oder militärpolitische Werturteil, später untersagte Hitler sogar der FHO, ihre Feindbeurteilungen an andere Stäbe weiterzugeben.
Gehlen blieb nichts anderes übrig, als auf geheimen Wegen seine Feindlage-Berichte den einsichtigeren Offizieren im Führerhauptquartier zuzustecken. Einer dieser Vertrauten war Generalleutnant Winter, der stellvertretende Chef des Wehrmachtführungsstabes; er versuchte -- nicht ganz ohne Erfolg -, das Gehlen-Material in die Lagebesprechungen des Führerhauptquartiers einzuschmuggeln.
Winter half Gehlen, weil er nur allzusehr erkannt hatte, wie stichhaltig die Berichte der FHO waren. Die Fremde Heere Ost hatte sich einen so genauen Einblick in sowjetische Militär- und Führungsverhältnisse gesichert, daß es ihr möglich war, fast jede Bewegung der Roten Armee vorauszuberechnen.
Jeder sowjetische General, jeder Rote-Armee-Führer vom Brigadekommandeur an aufwärts, jeder Generalstabschef ab Korpsebene wurde in der FHO-Kartei geführt. Da war über den späteren Verteidigungsminister Rodion Malinowski festgehalten: Genießt nach Gefangenen-Aussagen als Angehöriger der von den Sowjets geformten Generation bei der Obersten Führung volles Vertrauen. Gilt als befähigt. Verfasser militärischer Schriften. Verlangt viel von Untergebenen, im Umgang mit ihnen oft grob, ungesellig, verschlossen und ehrgeizig.
Der Generalleutnant Plijew galt der FHO als "besonders befähigter Führer", das Kriegsratsmitglied Schdanow war "während der Belagerung Leningrads Seele des Widerstandes", und über Marschall Kulik hatte man eingetragen: "Er war spätestens im Sommer 1942 wahrscheinlich als Oberbefehlshaber der Nordkaukasus-Front in Krasnodar und hat dort nach Einwohneraussagen durch seinen Lebenswandel unliebsames Aufsehen erregt, so daß er abberufen und degradiert worden ist."
Jedes aufgefundene Aktenstück aus den Schreibstuben der Roten Armee wurde überprüft, um die FHO-Kenntnisse über den Gegner zu erweitern. Ob es sich um Akten des Verfahrens gegen den General Tschemjachowski handelte, der sich vor einer Parteikommission wegen ideologischer Laschheit zu verantworten hatte, oder ob es um Aufzeichnungen des Geheimpolizei-Detachements der nordkaukasischen Eisenbahnverwaltung ging -- die FHO wollte jedes Detail kennen.
Oft wußte sie bis zur Kompanie herunter, was der sowjetische Soldat dachte, wollte, tat. In einem Protokoll der 1. Kompanie eines sowjetischen Bataillons vom 10. Februar 1944 lasen die FHO-Männer:
Bericht des Kompanie-Chefs Titow Ober die Disziplin der Kompanie: "Genossen Kommunisten, in unserer Kompanie steht die Disziplin auf einer sehr niedrigen Stufe, weswegen auch die Tagespläne nicht ausgefUhrt werden können. Die Soldaten grüßen ihre Kommandeure nicht, in den Räumen ist es unordentlich und schmutzig. Die Waffen werden nicht gereinigt. Die Übungen werden ohne Energie durchgeführt."
Ferner haben gesprochen: Newerow: "Die Unterführer kümmern sich gar nicht um die Rotarmisten, und ihr eigenes Benehmen ist auch unmöglich. Sie sind selbst disziplinlos, wie der Untersergeant Klimow. Klimow weigerte sich, mit den Rotarmisten in das Saunabad zu gehen." Meroschnitschenka: "Die Disziplin muß in kürzester Zeit wieder gehoben werden. Disziplin ist die Garantie des Sieges." Es wurde beschlossen: Die Parteiversammlung der 1. Kompanie stellt fest, daß die Unterführer und Rotarmisten der Kompanie undiszipliniert sind.
Die FHO kannte die Alltagssorgen des Rotarmisten, wußte, wie er bestraft und belohnt wurde. "Vom Feldwebel aufwärts", hieß es in einem Gefangenenprotokoll, "kann jeder Dienstgrad einen Mannschaftsdienstgrad bestrafen, wenn er dessen unmittelbarer Dienstvorgesetzter ist. Offiziere werden durch den unmittelbaren Vorgesetzten bestraft. Schlagen Untergebener gibt es in der Roten Armee nicht mehr."
Auch das Belobigungssystem interessierte Gehlens Leute. Der Ic der deutschen 3. Panzerarmee notierte am 21. Januar 1944: "Für den Abschuß eines (deutschen Panzers vom Typ) Tiger erhält der Panzerkommandant 1000 Rubel, die Mannschaften je 500 Rubel. Der Abschuß von drei Tigern wird mit der Verleihung des Titels "Held der Sowjet-Union" ausgezeichnet."
Immer wieder beschäftigte die FHO Kampfmoral und Stimmung der Roten Armee, über fast jeden sowjetischen Verband wurde Buch geführt -- wie hier im März 1944:
* 156. Schützen-Division: "Alles wartet auf ein baldiges Kriegsende, und die meisten glauben an einen Sieg der Alliierten. Die Stimmung herabsetzend wirken nur die Nachrichten aus dem Hinterlande über die mangelhafte Brotversorgung und die hohen Kriegsabgaben."
* 215. Schützen-Division: "Stimmung schlecht wegen hoher Ausfälle und schlechter Unterkunft. Vor deutscher Gefangennahme besteht große Furcht. Politische Redner sind nicht beliebt."
* 274. Schützen-Division: "Offiziere halten die Lage für die Sowjets günstig. Es heißt, die sowjetische Überlegenheit ist so stark, daß die Deutschen nicht mehr lange standhalten können."
Auch Rußlands Industrie geriet auf den Röntgenschirm von Gehlens Abteilung, später kam das sowjetische Eisenbahn- und Nachrichtenwesen dazu, es folgten Partei, Politik und Verwaltung -- schließlich gab es keinen Bereich sowjetischen Lebens, den die FHO unbeobachtet ließ.
Da wurden über jeden Wirtschaftszweig, gegliedert in geographische Bereiche, Listen der Industriebetriebe mit Produktionsziffern geführt, da untersuchte man die Panzer- und Sturmgeschützproduktion, da gab es Berichte über die Verlegung von Rüstungswerken in das Innere der Sowjet-Union, da kümmerte man sich um den -- so der Titel eines Memorandums -- "sowjetrussischen Leermittelbedarf bei Eisenbahntransporten", da erforschte man "Fachausdrücke und Abkürzungen des sowjetischen Nachrichtendienstes".
Alles wurde gesammelt: die Befehle des Volkskommissariats für Verteidigung (es gab deren 10 000 in der PRO), jede Rede und jeder Ausspruch Stalins, Straßenkarten und Stadtpläne aus jeder Gegend der UdSSR, Akten des sowjetischen Geheimdienstes, Decknamen der Gegenspionage-Beauftragten in der Roten Armee.
Schon die Titel der zu Buchstärken angeschwollenen Studien, Analysen, Memoranden und Vortragstexte verrieten, wie weit gefächert das Interesse der FHO war: "Die Auflösung der Komintern", "Eisaufbruch in Rußland", "Handbuch der Partisanen", "Lebens- und Tageslauf Stalins", "Einzelbildunterlagen von Werken der Flug-Rüstungs-Industrie" Kraftwagenherstellung und der Kautschukerzeugung". --
Oberst Gehlen konnte mit den Erfolgen seiner Fremde Heere Ost zufrieden sein. Er hatte vollbracht, was vor ihm kein westlicher Geheimdienst geschafft hatte -- das kommunistische Rußland lag dem Blick feindlicher Ausforscher offen.
"Die Entwicklung der Kämpfe an der Ostfront", schrieb er am 13. Juli 1943 an seine Mitarbeiter, "hat in den letzten Tagen erneut eine genaue Bestätigung des von der Abteilung erarbeiteten Feindbildes in allen Einzelheiten gebracht. Der Herr Chef des Generalstabes hat diese Tatsache vor einigen Tagen besonders anerkannt."
Reinhard Gehlens Abteilung war zur wichtigsten Informationsquelle der deutschen Ostfront geworden. Ein neuer Aufklärungsapparat mischte mit im Spiel der Geheimdienste. IM NÄCHSTEN HEFT
Gehlens Zusammenarbeit mit der SS -- Der FHO-Chef bekämpft die nationalsozialistische Herrenmenschen-Politik im Osten -- Die Legende vom Widerstandskämpfer -- Hitler setzt Gehlen ab
Von Hermann Zolling und Heinz Höhne

DER SPIEGEL 12/1971
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