05.04.1971

Pullach intern

4. Fortsetzung
Reinhard Gehlen hatte es geschafft. Dem abgerüsteten Generalmajor der großdeutschen Wehrmacht und ehemaligen Chef der Generalstabs-Abteilung "Fremde Heere Ost" (FHO) war gelungen, was keinem anderen der besiegten Deutschen nach dem Ende des Tausendjährigen Reiches geglückt war: in das Lager der alliierten Sieger als vollgültiger Partner einzurücken.
Ohne demokratische Umerziehung und ohne antifaschistisches Selbstbekenntnis war Adolf Hitlers einstiger Rußland-Aufklärer übergangslos in den Dienst der amerikanischen Weltmacht getreten. Er kannte nur noch ein Ziel, eine Aufgabe: das Vertrauen seiner neuen Herren zu erringen.
Seit er im Sommer 1946 vom Kriegsministerium in Washington den Auftrag erhalten hatte, eine Organisation zur geheimen Erforschung der Sowjet-Union zu schaffen, konzipierte der Kriegsgefangene Gehlen seine zukünftige Arbeit. Die Unterstützung der Amerikaner war ihm sicher, Geld und politische Rückendeckung hatte ihm Washington zugestanden -- jetzt galt es, eine Truppe zu schaffen, die selbst die organisationswütigen Amerikaner verblüffen würde.
Gehlen fing bescheiden an. Die ersten Mitarbeiter der "Organisation Gehlen", kurz Org genannt, brachte er in zwei im Taunus gelegenen Häusern unter, im Schloß Kransberg und im Opel-Jagdhaus, zwischen Falkenstein und Kronberg. Im sogenannten Bluehouse tickten bereits die ersten von der US-Armee gelieferten Funkgeräte der Org.
"Die Unterstützung von amerikanischer Seite", notierte sich Gehlens Partner und Rivale, der ehemalige Abwehr-Oberstleutnant Hermann Baun, "war in bezug auf Geld und Waren ausreichend, die Belieferung mit Brennstoff genügend." Baun hatte als erster die Arbeit wiederaufgenommen: Seine Funker suchten vom Bluehouse aus Kontakt zu den versprengten Agenten und V-Männern der deutschen Spionage in der Sowjet-Union, die der einstige Chef der Frontaufklärungsleitstelle I Ost noch immer einsatzbereit wähnte.
Dem Kameraden Baun hatte denn auch Gehlen die eine der beiden Abteilungen anvertraut, in die er seine Organisation gliederte. Bauns Abteilung I (Aufklärung) sollte das gesamte Nachrichtenmaterial sammeln, während der Abteilung II (Auswertung) unter dem Ex-Oberstleutnant Gerhard Wessel, dem ehemaligen Ia und Stellvertreter Gehlens in der FHO, die Aufgabe zufiel, das Material zu analysieren und einzuordnen.
Gehlen selber hatte sich die Gesamtleitung der Organisation vorbehalten. Er baute in einem Sondertrakt des Lagers Oberursel einen kleinen Stab auf, der die Org für den bevorstehenden Einsatz programmierte.
50 Mitarbeiter zählte die Organisation, als Gehlen die ersten Aufklärungsorders erteilte. Die 50 Männer reichten freilich nicht aus, das ehrgeizige Programm des Org-Chefs zu verwirklichen. Gehlen benötigte mehr Auswerter, mehr Kuriere, mehr V-Männer. Er ließ im Herbst 1946 seine begabtesten Werber ausschwärmen und neue Mitarbeiter aus dem beschäftigungslos gewordenen Haufen der ehemaligen Abwehr- und FHO-Offiziere anheuern.
Doch Gehlens Sendboten mußten vorsichtig agieren. Noch war es im viergeteilten Besatzungs-Deutschland nicht ungefährlich, das Mißtrauen Alliierter Geheimdienste auf sich zu lenken. Und niemand erregte mehr Argwohn als die zwielichtige Gehlen-Organisation, die alles sprengte, was alliierte Umerzieher damals über Deutsche dachten und empfanden.
Selbst amerikanische Abwehrbehörden behinderten Gehlens Werbekampagne. Die Kriegsverbrecher-Fahnder des Counter Intelligence Corps (CIC) konnten nie verwinden, daß ihnen die Rivalen vom Geheimdienst der US-Armee manchen Hitler-Offizier abgejagt und in eigenen Sold genommen hatten. In den Kriegsgefangenenlagern, so im Prominenten-Camp Moosburg des Captains Theodore Meyer, kämpften CIC und Geheimdienst zäh um jeden deutschen Abwehroffizier.
Als die CIC-Jäger Gehlen allzu arg befehdeten, protestierte er bei seinem Gönner, dem im US-Hauptquartier Europa residierenden Geheimdienst-Brigadegeneral Edwin L. Sibert. Baun schrieb sich ins Tagebuch: "Die anfangs bestehende unfreundliche Einstellung der amerikanischen Parallel-Organisation und einiger Exekutiv-Organe erfuhr erst auf Druck des Hauptquartiers eine gewisse Milderung."
Noch mehr aber mußte Gehlen mit der Gegnerschaft der anderen Besatzungsmächte rechnen, deren Geheimdienste ebenfalls über deutsche Agenten verfügten und eifersüchtig darüber wachten, daß sie ihnen niemand abwarb. Englands und Frankreichs Aufklärungsdienste waren gleich nach Kriegsende dazu übergegangen, deutsche Hilfswillige anzuwerben, die dem Westen in dem beginnenden Untergrundkampf gegen die Sowjets assistieren wollten.
Mancher ehemalige Abwehroffizier wurde in einen Konkurrenzkampf gegen Ex-Kameraden verstrickt, die sich für den Geheimdienst einer anderen Besatzungsmacht entschieden hatten. Nicht jeder löste die Existenzprobleme so harmonisch wie die beiden Ex-Offiziere Karl Schiffer und Gerhard Pinckert, die sich an einem Novembertag des Jahres 1946 auf einer Bank vor dem Haupttor der Kaserne Eberswalde in der Mark Brandenburg konfrontiert sahen.
Die beiden Männer kannten sich nicht, sie gingen jedoch derselben Beschäftigung nach: Sie trugen in ihre Notizbücher die Kennzeichen der Sowjet-Fahrzeuge ein, die das Kasernentor passierten. Nach einer Weile deutete Schiffer den Zigarettenduft seines Nachbarn und fragte: "Für die Amis?"
Pinckert nickte, dann prüfte er Schiffers Raucharoma und stellte die Gegenfrage: "Für die Franzosen?" Schiffer bestätigte die Vermutung Pinckerts. Tatsächlich signalisierten ihre Zigarettenmarken, in wessen Dienst die beiden kundschafteten -- Zigaretten waren im Nachkriegs-Deutschland das international konvertierbare Zahlungsmittel auch der Spionagebranche.
Plötzlich kam dem einen Kasernen-Beobachter eine Idee: "Es genügt doch, wenn hier jeweils einer von uns beiden sitzt, schreibt und friert. Sie können sich drüben in der Kneipe aufwärmen, während ich hier die Stellung halte. In einer Stunde lösen Sie mich ab. Heute abend tauschen wir dann unsere Aufzeichnungen aus."
Der andere war einverstanden, am Abend schrieben sie die Russen-Nummern voneinander ab. Dann trennten sich die beiden Herren mit einer Verbeugung, gingen zum Bahnhof Eberswalde und fuhren nach Berlin -- Schiffer in den französischen, Pinckert in den amerikanischen Sektor.
Die Szene machte deutlich, daß die Westmächte für ihre Kundschafterdienste genügend deutsches Fußvolk fanden, das bereit war, gegen die Russen zu arbeiten. Gehlen wußte nur allzu gut, daß er seine Werbekampagne beschleunigen mußte, wollte er sich im Kampf um alte Spionage-Asse von den Konkurrenten nicht ausstechen lassen.
Die Briten spielten fast zur gleichen Zeit mit dem Gedanken, einen eigenen Dienst aus ehemaligen Gehlen-Mitarbeitern aufzustellen. Anfang 1946 zogen britische Behörden bei Ostende in Belgien 50 deutsche Generalstabsoffiziere zusammen, die vornehmlich an der Ostfront eingesetzt gewesen waren.
Die 50 Kriegsgefangenen unterstanden dem Vernehmungsstab der 9. Research and Intelligence Section der britischen Armee, deren Leiter, Major Netler, sich vor allem für Offiziere interessierte, die früher einmal bei Fremde Heere Ost gedient und bei Kriegsende zu der nach Flensburg ausgewichenen Gruppe der FHO-Majore Fritz Scheibe und Jürg von Kalckreuth gehört hatten.
Ein britischer Vernehmungsoffizier. Captain Pistorius, machte schließlich den Oberstleutnant Adolf Wicht ausfindig, in dem er eine Art Gehlen-Ersatz witterte. Der Oberstleutnant hatte 1943/44 die für Beuteauswertung und Kriegsgefangenen-Vernehmungen zuständige FHO-Gruppe III geleitet und als Gehlens klügster Mitarbeiter gegolten.
Pistorius machte dem Deutschen einen Vorschlag: "Wollen Sie nicht Ihre Kenntnisse über die Sowjetarmee uns zur Verfügung stellen? Damit würden Sie dem Westen helfen, wenn es zum Kampf gegen Rußland kommen sollte." Wicht wollte nicht. Doch Pistorius und sein Chef Netler drangen immer hartnäckiger in den Gehlen-Mann, je mehr sich das Verhältnis zwischen der Sowjet-Union und den West-Alliierten verschlechterte.
Als der Oberstleutnant am 7. Januar 1947 erfuhr, seine Entlassung stehe kurz bevor, machte er den Briten eine Konzession. Er wollte zwar nicht in ihre Dienste treten, ihnen aber, wie er formulierte, seine "Kenntnisse über die besonderen Eigenarten der sowjetischen Führung" niederschreiben. Thema der Studie: "Sowjetische Ansichten und Grundsätze zur Winterkriegsführung."
Die Briten ließen nichts unversucht, den Sowjetkenner doch noch für sich zu gewinnen. Captain Merdes, ein weiterer Mitarbeiter des Chefvernehmers Netler, fuhr Wicht am 9. April 1947 von Munster-Lager in einem Militärwagen nach Schöppenstedt bei Braunschweig, wo der Deutsche noch Unterlagen aus seiner Kriegszeit deponiert hatte. Merdes bewirtete sogar seinen Begleiter in einem britischen Offizierskasino mit Kaffee und Kuchen,
Immer wieder lockten die Briten mit lukrativen Offerten. Merdes: "Wir würden Sie gern nach Berlin schicken. Sie brauchen sich über eine Wohnung und über das Gehalt keine Gedanken zu machen. Da Sie Russisch können, würden wir Ihnen sogar eine Sprachenzulage zahlen." Doch Adolf Wicht lehnte ab. Er trennte sich von den Unten und ging später zu Gehlen.
Trotz der manchmal besseren materiellen Angebote der Konkurrenz hatten Gehlens Werber größeren Erfolg, weil sie es verstanden, an die nationalkonservativen Instinkte und den Korpsgeist der ehemaligen Offiziere zu appellieren. Vor allem wußten sie den unversöhnlichen Antikommunismus der Ehemaligen anzusprechen, jenes emotionale Konglomerat, in dem sich der totalitäre Antibolschewismus der vergangenen NS-Ära mit dem niederdrückenden Erlebnis sowjetischer Militärerfolge und Ausschreitungen russischer Soldaten unentwirrbar vermengte.
Gerade mancher Offizier der FHO hatte im Laufe der Zeit eine eigenartige Haßliebe gegenüber allem Russischen entwickelt, die ihn zu fast jedem Dienst gegen die Sowjets bereit machte. Von den Sowjets erwartete man nur das Miserabelste -- nicht einmal den eigenen russischen Helfern, den Gefolgsleuten des antibolschewistischen Generals Wlassow, hatte man noch trauen mögen.
Eine kleine Aktennotiz aus der letzten Kriegsphase, die Gehlens Unterschrift trug, illustriert diese Gefühlsweit der FRO-Leute. "In den von der Roten Armee besetzten deutschen Gebieten", hieß es da, ist das Verhalten gegenüber der Zivilbevölkerung, wie nicht anders zu erwarten war, in den meisten Fällen grauenhaft. Bestialische Ermordung, Vergewaltigung von Frauen und jungen Mädchen sowie sinnloseste Zerstörung sind an der Tagesordnung und sollen aus Rache für angeblich von den Deutschen verübte Greueltaten genehmigt sein."
"Wie nicht anders zu erwarten" -- das war das Stichwort. Was sie nach 1945 sahen und registrierten, paßte so recht in ihr antibolschewistisches Weltbild: die Pressionen der Sowjets in deren Besatzungszone, die Zerstörung der nichtkommunistischen Regierungssysteme in Osteuropa, die rabiate Erweiterung sowjetischer Machl hinter dem Eisernen Vorhang. Ohne Motive und Anlässe des sowjetischen Verhaltens gründlich genug zu prüfen, sahen sie sich bestätigt: So und nicht anders hatten sie den bolschewistischen Gegner immer eingeschätzt.
Entsprechend fielen die Argumente aus, mit denen Gehlens Werber in Gefangenen- und Flüchtlingslagern, in Kneipen und Privatwohnungen Stimmung für die Org machten.
"Man müsse etwas gegen den drehenden Bolschewismus tun", schrieb sich der umworbene Ex-Offizier Wehr als Argumente der Gehlen-Leute auf. "man müsse die alte Organisation zur Sicherheit Deutschlands wiederaufbauen, und das sei jetzt nur mit Hilfe der Amerikaner möglich." Der Abwehr-Hauptmann Friedrich Hecker erzählt: "Ich selbst gehörte eine Zeitlang der Gehlen-Organisation an. Alte Kameraden und die gemeinsame Front gegen den kommunistischen Osten hatten mich dorthin geführt.
Die Werber der Org forderten, wenn sie Kandidaten ansprachen, von ihnen zunächst das "Ehrenwort als Offizier" und absolute Verschwiegenheit. Dann teilten sie mit, Gehlen arbeite unter amerikanischem Patronat weiter, aber seine Organisation sei "ein rein deutsches Unternehmen und auf keinen Fall gegen die Interessen unseres Landes gerichtet". Man müsse mit einem Krieg zwischen dem Westen und dem Osten rechnen. Daß die deutschen Offiziere auf westlicher Seite zu stehen hätten, sei wohl selbstverständlich.
Generalmajor Gehlen, so lief die Argumentation weiter, biete persönlich die Garantie dafür, daß nur sauberer und anständiger Dienst verlangt werde. Sabotage und Zersetzung, die "dirty tricks", würden als eines Offiziers unwürdige Methoden abgelehnt. Der General habe die Marschrichtung befohlen: "Wir werden oft gezwungen sein, schmutzige Geschäfte zu tätigen. Dafür brauchen wir Gentlemen mit sauberen Händen"
Der Griff ans Portepee wirkte bei vielen; andere, die ohnehin nicht wußten, was sie im Zivilleben des abgerüsteten Nachkriegs-Deutschlands mit ihren Erfahrungen als Troupiers und Generalstäbler anfangen sollten, waren froh, im alten Metier wieder arbeiten zu können. Gehlens Werber konnten auch manche Sicherheit bieten: Wohnraum, Care-Pakete und "Chesterfield".
Viele Offiziere folgten dem Ruf Gehlens. Die beiden FHO-Offiziere Fritz Scheibe und Horst Hiemenz, einst Leiter der Gruppen "Feindlage Ost Nord, und "Militärische Gesamtlage Rußland", hatten sich schon früher für die Org entschieden. Zu ihnen stießen die beiden FHO-Offiziere Rittmeister Gerhard Boldt und Oberleutnant Bloßfeldt, der General Horst von Mellenthin, der Oberstleutnant Heinz Guderian (Sohn des Panzer-Generalobersten), der ehemalige Truppenabwehr-Chef Kleikamp, der Kriminalkommissar Rischke, der ehemalige Wehrmachtsattaché Kretschmer -- um nur einige zu nennen.
Jeden neuen Mitarbeiter begrüßte der Chef in seinem Hauptquartier in Oberursel mit Handschlag. Dann legte er eine "Ehrenwörtliche Erklärung" vor, die der Kandidat unterschreiben mußte, ehe er in die Organisation aufgenommen wurde.
"In der Erkenntnis. daß das erfolgreiche Arbeiten der Org nur durch strengste Einhaltung der Schweigepflicht gewährleistet wird", hieß es in der Erklärung, "verpflichte ich mich ehrenwörtlich, Angelegenheiten und Personen der Org ohne besonderen Auftrag vorgesetzten und untergebenen Mitarbeitern und V-Leuten gegenüber nur dann schriftlich oder mündlich zu behandeln, wenn und soweit dies durch dienstliche Notwendigkeiten diktiert wird.
"Ich weiß deshalb, daß es gegen die ehrenwörtliche Erklärung verstößt. wenn ich ohne besonderen Auftrag über Tatsachen, Vorgänge oder Personen der Org schriftlich oder mündlich spreche
* zu organisationsfremden Personen.
* zu Mitarbeitern oder V-Leuten, die mir nicht vorgesetzt oder unterstellt sind,
zu vorgesetzten oder unterstellten Mitarbeitern und V-Leuten bezüglich des dienstlich nicht notwendigen Teils, wenn das Gespräch nur teilweise dienstlich erforderlich ist,
* zu vorgesetzten oder unterstellten Mitarbeitern oder V-Leuten. wenn das Gespräch dienstlich überhaupt nicht notwendig ist."
Auch für den Fall eines Ausseheidens aus der Org mußte der neue Mitarbeiter absolute Verschwiegenheit geloben. Punkt zwei der Erklärung besagte: "Ich weiß, daß ich bei der Verletzung der Geheimhaltungsverpflichtung bestraft werden kann."
Wer unter diese Erklärung seinen Namen setzte, verschrieb sich einer konspirativen Daseinsform: Er durfte in der ersten Zeit nicht einmal seinen engsten Angehörigen offenbaren, für wen er arbeitete und warum er häufig verreiste; er tat vor allem gut daran, sein Gewerbe nicht nur vor Franzosen und Briten, sondern auch vor Amerikanern zu tarnen,
Gleichsam über Nacht war er Mitglied eines geheimen Ordens geworden, der sich mit eigenen Riten und Ehrbegriffen von der übrigen Umwelt abschloß. Eine kurze, später immer längere und intensivere Schulung knetete jeden Neuen zu einem gleichgestimmten, stets verwendungsfähigen Angehörigen der geheimen Bruderschaft Org.
Die Schulung war notwendig, weil allzu heterogene Elemente in die Gehlen-Organisation einströmten. Nicht jeder hatte eine Geheimdienst-Ausbildung hinter sich, viele waren im Truppendienst emporgekommen, ohne je die Kunst der Feindaufklärung erlernt zu haben. Für die Eleven des Metiers hielt Gehlen ein Ausbildungsprogramm bereit.
Ein Leitfaden der Org-Führer, kurz "Schulung" betitelt, führte die Neulinge in das Einmaleins der Spionage ein.,, Die Schulung des geworbenen und überprüften Mitarbeiters", hieß es da, "wird nach einem festgelegten Schulungsplan, je nach Auftragserteilung, durchgeführt. Nach Abschluß der Schulung wird dem Gruppenleiter ein Schulungsbericht mit den Ergebnissen vorgelegt,"
Strikte Anweisungen brachten dem Neuen bei, daß in der Organisation Reinhard Gehlens praktisch alles geheim sei. Jede Instruktionsstunde machte klar, daß all die großen und kleinen Mitarbeiter des Spionageapparates, die Gruppenleiter, die V-Mann-Führer, die V-Männer, die Agenten und das Heer ihrer freiwilligen Helfer vom "Tipper" bis zum "Forscher", nur Maschen in einem Netz zu sein hatten, das unsichtbar bleiben sollte,
Der V(ertrauens)-Mann-Führer, so ließ Gehlen lehren, "muß genauestens über seinen V-Mann informiert sein, dagegen darf der V-Mann nichts über seinen Führer wissen, auch nicht seinen Klarnamen kennen. Es muß dem V-Mann erklärt werden, daß die Nachrichtengewinnung streng geheim ist, es darf nirgends und mit niemand darüber gesprochen werden."
Dem Org-Mitglied wurde eingeschärft, besondere Wachsamkeit gegenüber dem Agenten seines Netzes zu zeigen. Denn: "Der Agent ist ein Händler in Nachrichten, zu dem der VM-Führer ein korrekt geschäftliches Verhältnis hat, aber darüber hinaus keine menschlichen Bindungen. Dem Agenten ist stets mit Mißtrauen zu begegnen, und man sichert sich gegen ihn besonders ab. Treffs werden nur in Lokalen oder anderen öffentlichen Plätzen durchgeführt, niemals in einer Wohnung, da Abhörgeräte eingebaut sein können. Er darf nicht mehr wissen, als unbedingt notwendig. Beim Auseinandergehen achten, daß man nicht von ihm verfolgt wird."
Zu dem V-Mann hingegen durfte der VM-Führer besitzen, was der Verfasser der Schulungsanweisung "menschliche Bindungen" nannte. Allerdings wurde größte Vorsicht hei Anwerbung und Auswahl eines V-Mannes angeraten: "Ein V-Mann wird durch den Tipper ermittelt, durch den Forscher wird seine Persönlichkeit und Umgebung festgestellt, ohne daß Tipper und Forscher persönlich in Erscheinung treten. Erst vom Werber wird er persönlich aufgesucht und geworben."
Trat der V-Mann in den Dienst der Org, so durfte er seine "Lebensverhältnisse nicht ändern, durch nichts auffällig werden, keine größeren Ausgaben tätigen, ständig muß er sich der Gefahr bewußt sein, enttarnt zu werden". Für den V-Mann-Führer aber galt die Regel: "Beim Zusammensein muß der V-Mann dauernd ideologisch über die Gefahren seiner Umgebung (Freunde usw.) geschult werden."
Kehrte der V-Mann von einem Einsatz zurück, so war sein Führer gehalten, besonders mißtrauisch zu sein. Als Lehrsatz galt: "Es kann alles in Ordnung sein; er kann umgedreht worden sein; er kann einen "Schwanz' (Verfolger) haben, die Auftraggeber ermitteln wollen. Daher sind folgende Sicherheitsmaßnahmen zu beachten: Beim ersten Treff ihn nicht ansprechen, ihn zum zweiten Treff bestellen, dort anrufen und einen dritten Treff ausmachen. Inzwischen kann ermittelt werden, ob er einen Schatten hat."
Ähnliches erfuhren Gehlens Schüler über eine besonders wichtige Figur des Spionageapparates, den Kurier "Hier ist in besonderem Maße", wurde gelehrt, "auf Fähigkeiten und Gesundheitszustand zu achten, die als Vorbedingung zur Aufnahme der Kuriertätigkeit anzusprechen sind. Der Kandidat muß sich durch Vorsicht, Umsicht, Geistesgegenwart und Korrektheit in Abmachungen auszeichnen. Körperlich muß er kräftig, gewandt und elastisch sein. Er ist der gefährdetste Mitarbeiter, da er am häufigsten die Bahn benutzen muß und dabei das Material mitführt."
Derartig von Gehlens Instrukteuren geschult, besetzten die neuen Mitarbeiter die ersten Schalt- und Außenposten der Org. Der Chef konnte ernsthaft beginnen, die Informationswünsche seiner amerikanischen Auftraggeber zu befriedigen. Im Januar 1947 war es soweit.
In Washington hatte sich Gehlen als der Mann präsentiert, der viel über die Sowjet-Union wisse und manches Sowjet-Geheimnis enträtseln könne. Die Amerikaner verlangten nun über ihren sowjetischen Gegenspieler Nachrichten und noch einmal Nachrichten.
Wie aber sollte die Org sie beschaffen? Aufklärer Baun schlug vor: Man müsse auf die russischen Agentengruppen und Funktrupps zurückgreifen, die einst die Frontaufklärungsleitstelle I Ost der Wehrmacht in der Sowjet-Union im Rahmen der sogenannten Tiefenaufklärung unterhalten hatte; diese alten Mitarbeiter stünden noch immer bereit, für Gehlen zu arbeiten.
Gehlen ermunterte Baun, obwohl er später gern andeutete, er habe nie so recht den Optimismus seines Chefaufklärers geteilt. In Wahrheit befolgte Baun nur ein Rezept, das Gehlen selber noch einige Wochen vor der deutschen Kapitulation ausgearbeitet hatte.
Gehlen schwebte damals vor, die in Rußland und Polen verbliebenen Agententrupps der deutschen Aufklärung mit den antikommunistischen Partisanen dieser Länder zu verbinden und sich damit ein neues Agentenpotential zu sichern.
Es müsse möglich sein, schrieb er am 25. Februar 1945 in einer Vortragsnotiz, "den militärischen Nachrichtendienst gegen die sowjetrussische Wehrmacht auf eine breitere Basis zu stellen und gleichzeitig stoßkräftiger zu gestalten". Der Agenten-Aufklärung sei "das Gesicht einer Partisanenbewegung zu geben", wobei man "auf den dem Sowjetrussen geläufigen Begriff des 'grünen', d. h. antibolschewistischen, aber nicht reaktionären Partisanentums" zurückgreifen könne.
Gehlens Plan klang phantastischer, als er war. Die Frontaufklärungsleitstelle I Ost und die ihr unterstellten Kommandos hatten bis zum letzten Kriegstag mit Agentengruppen zusammengearbeitet, die in den Zentralen der Sowjet-Union operierten; so unterhielt zum Beispiel das Frontaufklärungskommando 103 in Moskau den Agenten-Funktrupp "Flamingo", dessen Angehörige sowjetische Offiziere waren. Auch Otto Skorzenys SS-Jagdkommandos setzten russische Agententrupps hinter der sowjetischen Front ein.
Bis zum Mai 1945 wirkte die FHO am Aufbau der Agenten-Partisanen-Armee mit, dann riß die Verbindung ab. Doch Baun glaubte, die Kontakte ließen sich wieder anbahnen. Seine Funker erhielten Weisung, die alten V-Männer anzusprechen.
Zu spät erkannte Baun: "Es war ein Versuch mit unzulänglichen Mitteln." Er konnte keinen Erfolg verzeichnen, denn die V-Männer in Rußland hatten sich selbst "abgeschaltet", wie im Geheimdienst die Trennung von einem Agenten genannt wird. Weder hörten sie die Lockrufe aus dem Taunus noch wären sie in der Lage gewesen, sie zu beantworten.
Mit zunehmender Distanz zu den deutschen Truppen und deren Frontaufklärungsstäben hatten die russischen Heller ihre Funkgeräte in Seen versenkt oder in Wäldern vergraben; die meisten V-Leute meldeten sich bei den Dienststellen der sowjetischen Spionageabwehr. Sie dachten nicht daran, ihre Köpfe für die geschlagenen Deutschen zu riskieren.
Die erste Schlappe der Org nutzte Gehlen zu einer Intrige gegen den Rivalen Baun, in der sich wieder einmal die alte Abneigung der FHO-Generalstäbler gegen Abwehr-Männer niederschlug. Gehlen machte Baun persönlich für die Funkstille im Osten verantwortlich und schwärzte ihn bei den Amerikanern an,
Da Baun zudem immer wieder versuchte, sich der im August 1946 von US-General Sibert festgelegten Befehlsgewalt Gehlens zu entziehen, befahl Golonel Dean, der amerikanische Verbindungsoffizier zur Org, die Kaltstellung des Chefaufklärers. Baun mußte einen Gehlen-Vertrauten, den Ex-Oberst Dinser, als Chef des Stabes seiner Abteilung akzeptieren. Baun klagte: "Gehlen scheute nicht davor zurück, anzuordnen, daß Dinser mit mir zusammen wohnen müsse und in meinem Zimmer arbeiten soll."
Die Amerikaner drängten Gehlen, den Aufbau seiner Organisation zu beschleunigen und nun endlich aktuelle Informationen aus dem Osten zu beschaffen. Colonel Dean nannte den 1. "Juni 1947 als Termin: Bis dahin sollte das Agentennetz in "die feindliche Zone" (Baun) eingeführt sein -- in die deutsche Sowjetzone, Polen und die Sowjet-Union.
Dem US-Verbindungsstab schien Eile geboten: Die Regierung in Washington mochte nach der gescheiterten Moskauer Außenministerkonferenz der vier Siegermächte im Frühjahr 1947 und dem Stopp westalliierter Militärzüge nach Berlin durch Rotarmisten die Möglichkeit eines Krieges mit Rußland nicht mehr ausschließen. Was aber der potentielle Feind in Moskau tatsächlich plante, ob die Sowjet-Union für einen Waffengang gerüstet war -- das blieb Washington schleierhaft.
Um Gewißheit über Stalins Pläne zu erhalten, hätte einer der westlichen Geheimdienste inmitten des Kreml einen Agenten oder einen Informanten (Geheimdienstjargon. Quelle") sitzen haben müssen. Doch weder sprudelte eine solche Quelle noch funkte ein V-Mann aus Moskau. Alle gegenteiligen Behauptungen sind Produkte frei erfundener Spionage-Literatur -- oder Teil der Gehlen-Legende.
Die Wirklichkeit ist weniger atemberaubend. Gehlen verfügte zwar nicht über Meisterspione und Spitzenagenten in sowjetischen Gehirnzentralen. aber er wußte sich rechtzeitig einer unschätzbaren Informationsquelle zu bedienen, die es nur mit generalstabsmäßiger Präzision auszuwerten galt: der deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjet-Union.
Tatsächlich hatte die mißtrauische und fremdenfeindliche Sowjet-Union mit den deutschen Kriegsgefangenen ein Heer von 3,1 Millionen Spähern ins Land geholt. Vom Grenadier bis zum General war jeder auf einem Teilgebiet Experte: der Soldat für Waffen, Flugzeuge und Schiffe; der Bauer für Agrarbetriebe, der Facharbeiter für Industriefertigungen.
In Viehwaggons zusammengepfercht, fuhren Millionen Deutsche durch die Weiten Rußlands, von Finnland bis zum Schwarzen Meer, von der Wolga bis Sibirien. Sie erfüllten ihre Norm in der Industrie und auf den Kolchosen, in Wäldern und in Bergwerken. In den Barackenlagern hausten Ingenieure, Geologen, Bergarbeiter, Fernmeldespezialisten, Chemiker, Eisenbahner. Die Deutschen bauten Straßen, sie trieben Kohlenschächte voran, sie verlegten Eisenbahnschienen, sie kamen sogar als Facharbeiter in Rüstungsbetriebe.
Viele lernten Russisch; sie verstanden auch Gespräche, die nicht für ihre Ohren bestimmt waren. Sie registrierten Engpässe in der Materialversorgung, ein Stocken der Produktion, ein Emporschnellen der Fertigungszahlen und die Prozente der Ausschußquoten, sie wußten von Mißernten und kannten die Stimmung der Bevölkerung.
Anfänglich nur als Hilfsarbeiter beschäftigt, gerieten die "Plennys" (russischer Ausdruck für Kriegsgefangene) mit der Zeit auf wichtigere Arbeitsplätze und gewannen größeren Überblick. Kannten sie ein Werk genau, dann folgte nach dem System der Moskauer Kriegsgefangenenpolitik prompt die Verlegung in ein anderes Lager und damit in einen anderen Betrieb.
Wieder rollten die Viehwagen durchs Land, vorbei an Flugplätzen, Industriekombinaten und Militärtransporten, über Brücken und durch Bahnhöfe. Aus den Luken der Wagen blickten die Plennys und vertrieben sich die Zeit: Sie zählten die Rollbahnen, Hochöfen, Waggons, die Flußübergänge und Schienenstränge.
Für Gehlen, der als Chef der Generalstabs-Abteilung Fremde Heere Ost seine Lagebilder vorwiegend aus den Aussagen von Gefangenen und "Überläufern erstellt hatte, waren die Deutschen in Rußland von vornherein potentielle Wissensträger. Und wo Gehlen im Frühjahr 1945 aufgehört hatte, knüpfte er im Sommer 1947 an: Er startete eine detaillierte Befragungsaktion.
Sie wurde ergiebiger, als eine Tiefenaufklärung mit Einzel-Agenten in der Sowjet-Union je hätte ausfallen können. Zudem war sie das humanste Spionageunternehmen der Nachkriegsgeschichte, weil sie nicht ein einziges Opfer kostete. Ihr Deckname: "Aktion Hermes".
Mitarbeiter der Organisation Gehlen bezogen Dauerposten in den westdeutschen Heimkehrerlagern. Wenn die Glocke von Friedland zum Empfang eines neuen Transports aus Rußland läutete, legten sie Fragebogen und Bleistifte zurecht. Nahezu jeder Rückkehrer, ob Soldat oder Zivilinternierter, zog an den Gehlen-Beauftragten vorbei, die ihn fragten: in welchen Lagern er gelebt, in welchen Betrieben er gearbeitet habe,
Die Gehlen-Leute Interessierten sich auch für die Namen von Spitzeln und von Schülern der antifaschistischen (Antifa-) Kurse In den Sowjet-Lagern. Wer solcherart als kommunistisch beeinflußt galt, wurde von der Org nicht befragt, wohl aber In einer Sonderkartei registriert: als möglicher Feindagent.
Was sich in den Heimkehrer-Lagern wie eine amtliche Personenfeststellung ausnahm, war nur die erste Stufe nachrichtendienstlicher Erkenntnissammlung. Die Fragebogen mit den Antworten der Heimkehrer wanderten zur Org-Zentrale im Taunus. Dort lokalisierten Org-Führungsoffiziere die Angaben von Lager und Arbeitsplatz anhand der Archivunterlagen aus Fremde Heere Ost.
Einige Wochen danach erschien in der Wohnung des Heimkehrers ein Herr und stellte sich vor: Er komme von einer deutschen Organisation, die zwar mit amerikanischen Dienststellen zusammenarbeite, jedoch ausschließlich im deutschen Interesse handele; er habe einige Fragen. Vorsichtigen Rückkehrern wies er einen blauen Ausweis von einem "Historical Research Institute" in Wiesbaden vor, Mißtrauische bat er zur nächsten Dienststelle des CIC, die Besuch und Befragung legitimierte.
"Nach anfänglichem Zögern", so erzählt ein Gehlen-Mitarbelter, "begannen fast alle Heimkehrer zu sprechen. Sie waren durch die Hölle der Gefangenschaft gegangen, sie hatten in Rußland gelitten und das Land kennengelernt wie vorher kein Mensch aus dem Westen. Kaum einer von ihnen haßte dieses Land oder seine Bewohner. Jeder erinnerte sich an irgendeine rührende Begebenheit, bei der Russen den hungernden Gefangenen ein Stück Brot zusteckten. Aber sie hatten den Sowjet-Kommunismus kennengelernt und durchschaut."
Wie Mosaiksteine trugen die Gehlen-Befrager jedes Detail zusammen, das die Heimkehrer mitteilten. Die Org wußte bald über den Getreideanbau in der Ukraine, die Erdölförderung bei Baku, aber auch über U-Boot-Ausbesserungswerke und Autofabriken besser Bescheid als jeder andere westliche Geheimdienst. Über ein einziges Rüstungswerk, aus einer abseits gelegenen Kaserne gingen nicht selten Dutzende von Berichten ein.
In der Einzelaussage war es ein Geschäft mit kleinen Münzen und damit typisch für die Geheimdienst-Arbeit. Jeder Plenny konnte nur erzählen, was er selbst gesehen, erlebt oder gehört hatte. Erst aus der Vielzahl von Schilderungen entstand ein relativ zutreffendes Lagebild.
Bezeichnend dafür war die Ausforschung des Schwarzmeer-Hafens Balaklawa bei Sewastopol, der auch über ein Ausbesserungswerk für U-Boote verfügte. Kriegsgefangene aus den Lagern 7299/6 und 7299/16 arbeiteten im Hafen als Maurer und Schlosser, Nach Westdeutschland zurückgekehrt, wurden die Plennys für Gehlen zu wichtigen "Quellen",
Einer dieser Informanten berichtete beispielsweise, der Geheimpolizei-Chef auf der Krim, Oberst Tutuso, sei im Frühjahr 1947 von seinem Posten abgelöst worden. Für jeden westlichen Geheimdienst mußte es interessant sein, zu erfahren, ob Tutuso etwa in Ungnade gefallen sei und vielleicht für die Gegenspionage umgedreht werden könne.
Wochenlang suchten die Gehlen-Forscher Heimkehrer aus Balaklawa und fanden sie schließlich. Einer der Plennys sagte aus, Oberst Tutuso gehöre zur Garde der alten Revolutionäre und sei ein Freund Stalins. Seine Versetzung nach Tiflis komme in Wahrheit einer Beförderung gleich.
Woher er das wissen wolle, fragte der Org-Vernehmer. Darauf der Rückkehrer: Er sei Fahrer bei der Geheimpolizei gewesen; da er Russisch gelernt habe, sei es ihm nicht schwergefallen, die Gespräche von NKWD-Angehörigen mitzuhören. Zudem habe er die Möbel Tutusos verladen und bei der Gelegenheit ein Bild Stalins mit eigenhändiger Widmung gesehen; außerdem habe er erfahren, daß Tutuso nach Tiflis ziehen werde.
Auch über den Nachfolger von Tutuso auf der Krim war der Informant im Bild: Er heiße Generalmajor Kalinin, sei ein Verwandter des früheren sowjetischen Staatspräsidenten gleichen Namens, dem er auch ähnlich sehe, besonders in der Kinn- und Nasenpartie. "Die NKWD-Leute haben sich darüber unterhalten", so erinnerte sich der Informant, "daß Kalinin sehr hart, dabei vornehm und gebildet auftrete."
Gehlens Befrager wollten es stets ganz genau wissen. So berichtete eine Quelle "mit einem relativ guten Einblick in den Hafen", daß Frachter und Fähren Kohle vom Donez und Zement von Kertsch angeliefert hätten. Da der Augenzeuge die Schiffe nicht selbst betreten hatte, fragte ihn der Vernehmer, woher er Ladung und Herkunft kenne. Die Antwort: "Von Kameraden, die die Pötte entladen mußten."
Um zu prüfen, ob eingehendere Darstellungen des Informanten glaubhaft seien, vernahmen Gehlens Vertrauensmänner solche Gefangenen, die in Balaklawa Kohlen und Erz gelöscht hatten. Erst nachdem andere Heimkehrer die Angaben des Informanten bestätigt hatten, registrierten die Org-Befrager auch die übrigen Angaben.
Danach lagen im Hafen neben zwei Hilfskreuzern kleinere U-Boote, immer zu sechs aneinander festgemacht. "Ihre Gesamtzahl", so die Quelle. "schwankte beträchtlich. Oft, aber unregelmäßig lief eine größere Anzahl von Booten aus, um erst nach Tagesfrist zurückzukommen." Das Befragungs-Protokoll hielt fest: "Quelle zählte als Höchstzahl 35 Boote."
In Simferopol auf der Krim hatten Kriegsgefangene Schuppen und Stallungen eines Pferdelazaretts zu säubern. Einer der Gefangenen hörte hinter einer Hügelkette ständig Motorengeräusch. "Ich kroch den Hügel hinauf", schilderte er der Org, "konnte das Gelände zwar nicht völlig einsehen. Ich machte jedoch etwa 20 Panzer verschiedener Typen aus, den T 24, den deutschen "Panther' und den deutschen "Panzer IV' mit einer langen Kanone, Kaliber etwa 7,5 Zentimeter, Ich beobachtete auch, wie mit einem kleinen Kran ein Motor aus einem Panzer gehoben wurde,"
Ein Kriegsgefangener war Augenzeuge der Mai-Parade 1947 in Simferopol. Was er gesehen hatte, ging ins Vernehmungsprotokoll der Org ein: "Nach den Kraftfahrern fuhren fünf Geschütze, die etwa ein Kaliber von 15 Zentimeter hatten, gezogen von kleinen Raupenschleppern, die wenig Benzin verbrauchen sollen. Sie trugen auf der Rohrmündung Staubkappen; eine Mündungsbremse war nicht zu erkennen."
Das Fragespiel verdroß die Vernehmer oft, denn sie sahen nur ihre eigenen Arbeitsergebnisse, die ihnen allzu häufig als nichtssagend erschienen. Ein Gehlen-Mann klagte der Zentrale: "Die Erfahrungen in einer normalen Woche sind: zwei gute Berichte und ein schwacher Bericht, aber sechs unnötige Besuche, die ein Maximum an Zeit und Arbeitskraft verbrauchen. Man vergesse auch die psychologischen Auswirkungen auf den VM nicht: Er fährt zwei Tage hintereinander mit der Straßenbahn durch die Stadt, läuft lange Strecken in großer Hitze zu Fuß, spricht Stunden mit der Quelle, und wenn er seinen Notizblock zuklappt, hat er oft nichts erreicht." Über die Effizienz freilich konnte nur eine Stelle der Organisation Gehlen befinden: die Auswertungsgruppe in Oberursel, die inzwischen Ex-Oberst Herre übernommen hatte. Was die Gehlen-Befrager tagsüber ausgeforscht hatten, schrieben sie abends und nachts nieder.
Da es einen konspirativen Verbindungsweg zwischen V-Mann und Zentrale nicht gab, steckte der Vernehmer seine Berichte in einen Umschlag und schickte den Brief an eine Deckadresse in Frankfurt am Main. Von dort holten Kuriere die Post in das von US-Soldaten abgesperrte Taunus-Camp Gehlens.
Die Detailangaben der Heimkehrer wurden in Oberursel von Herre und seinen Mitarbeitern mit anderen Aussagen verglichen und archivarisch aufbereitet: mit den alten Erkenntnissen der Fremde Heere Ost. Zum Beispiel: Erzählten heimgekehrte Kriegsgefangene übereinstimmend, in Balaklawa seien vier Dockanlagen wiederaufgebaut worden, konnte Herre anhand seiner FHO-Unterlagen ausrechnen, welche Kapazität das U-Boot-Ausbesserungswerk am Schwarzen Meer nunmehr aufweise.
Blieben spezifische Fragen offen, dann schickte die Org-Zentrale Experten zu den Beobachtern, etwa einen Marine-Offizier, der den Hafen Balaklawa noch aus seiner eigenen Dienstzeit kannte und der mit Hilfe von Karten, Luftaufnahmen und Skizzen präzisere Angaben herauszuholen vermochte.
Während eines solchen Besuches erinnerte sich einer der früheren Kriegsgefangenen an einen roten Stein im Gepäck. Er stammte aus dem 3. Sperrbezirk des Chemie-Kombinats von Dserschinsk, der von den im Betrieb arbeitenden Plennys nicht betreten werden durfte. Einer kam dennoch hinein: als Müllkutscher auf einem Panjewagen. Er holte regelmäßig die Ausschußproduktion ab und karrte sie auf einen gesonderten Müllhaufen innerhalb des Sperrbezirks.
Bei einer seiner Fuhren fiel dem Deutschen nun auf, daß sich aus roten Kunststeinen Funken schlagen ließen. Er steckte einen der Steine ein und bastelte sich daraus ein Feuerzeug, das alle Filzungen durch die Lagerwache überstand.
Kein geschulter Spion wäre imstande gewesen, Materialproben aus dem scharf kontrollierten Kombinat herauszuschmuggeln. Der müllkutschierende Obergefreite brachte den Funkensprüher sogar bis nach Westdeutschland. Für eine Packung "Camel" erstand ein Gehlen-Befrager den Taschen-Flammenwerfer und schickte ihn zur Org-Zentrale.
Da die Org noch nicht über ein eigenes Laboratorium verfügte, übergab sie Stein und Herkunftsbezeichnung in einem Briefumschlag dem US-Verbindungsstab, der die Fundsache mit einer Kuriermaschine nach Washington schickte. Von dort traf Tage später ein Glückwunsch, aber auch zugleich die dringliche Mahnung ein, solche Sendungen künftig in Metallbehältern auf den Weg zu bringen. Laboranten des US-Geheimdienstes hatten den Stein als radioaktives Material analysiert.
Die Meldungen und Berichte aus dem Erinnerungsschatz der Heimkehrer gingen hingegen nicht direkt an die amerikanische Adresse. Die Auswertungsabteilung der Org erstellte daraus Personalkarteien, Lagebilder der sowjetischen Führungsverbände und Register über militärische Anlagen, Rüstungskombinate und Kolchosen.
Mit den Einzelberichten untermauerte die Org Analysen und Ausarbeitungen über alle Bereiche der Sowjet-Union: über Wirtschaft, Rüstung, Verkehr, Streitkräfte und Stimmung der Bevölkerung. Diese Analysen erreichten nicht selten den Umfang von Büchern. Sie wurden in deutscher Sprache abgefaßt und dem US-Verbindungsstab ausgehändigt, der sie an das War Department und an die Geheimdienstzentrale in Washington weiterleitete.
Gehlens Meldungen wirkten auf die amerikanischen Militärs und Geheimdienstier im Herbst 1947 wie Alarmnachrichten: Die sowjetische Rüstungsproduktion lief auf hohen Touren. Während die USA den größten Teil ihrer Kriegsschiffe schon eingemottet, die Bomberflotte aus dem Zweiten Weltkrieg weitgehend abgewrackt und die Kampftruppen in die Heimat zurückgeführt hatten, steigerte die Sowjet-Union die Herstellung von Panzern und Flugzeugen,
Die Informationen der Org fanden in Washington besonders deshalb Gehör, weil Gehlen jetzt auch Material über die sowjetischen Streitkräfte in Ostdeutschland liefern konnte. Ende 1947 begann die Org mit der "Nahaufklärung" (im Gegensatz zu der "Tiefenaufklärung" in der Sowjet-Union): mit der Sammlung von Nachrichten aus der sowjetischen Besatzungszone in Deutschland.
Obwohl Gehlen vereinzelt schon Agenten in der Zone operieren ließ, holte er sich die meisten Informationen wiederum aus sogenannten offenen Quellen -- von Flüchtlingen. Hier mußte er freilich mit der westlichen Konkurrenz rechnen: Auch Amerikas CIC, Großbritanniens Secret Intelligence Service und Frankreichs Deuxième Bureau unterhielten in den Flüchtlingslagern ihrer Besatzungszonen eigene Befrager. die geflohene Deutsche aus der Sowjetzone registrierten und nachrichtendienstlich einvernahmen.
Gehlen unterlief die Besatzer konspirativ. In der Praxis sah das so aus: Im württembergischen Flüchtlingslager Kornwestheim recherchierte zwar eine CIC-Befragungsgruppe, doch Neuankömmlinge aus der Zone blieben vor den Ami-Forschern merklich zugeknöpft; sie gaben wohl ihre Personalien an, wenn sie aber nach Demontagen, Polit-Funktionären und Sowjet-Truppen in ihrer Heimatstadt gefragt wurden, wichen die Flüchtlinge aus.
Den Rat, sich nicht den Amerikanern zu offenbaren, hatte der Lehrer der Barackenschule, ein Mann namens Schmidt, gegeben. Schmidt redete den Flüchtlingen ein: "Sie wissen doch nicht, ob die Amis Ihre Aussagen nicht den Russen zur Verfügung stellen." Zu Lehrer Schmidt hingegen faßten die Neuankömmlinge Vertrauen; ihm erzählten sie, woher sie kamen, wo sie gearbeitet und was sie erlebt hatten.
Immer kehrte Lehrer Schmidt dabei den, wie er es nannte, "guten Deutschen" heraus. "Was Sie wissen", so beschloß er manche Abendunterhaltung in seinem Barackenraum, "sollten Sie wirklich nicht für sich behalten. Schließlich ist der Russe unser Feind, und was Sie da über den SED-Kreisvorsitzenden erzählt haben, ist wirklich interessant. Ich wüßte einen Herrn, der sich für Sie sehr interessieren würde, kein Ami, ein Deutscher, der für unsere gemeinsame Sache arbeitet."
In Wahrheit fungierte Lehrer Schmidt als "Tipper' der Organisation Gehlen. Wegen seiner Kontaktmöglichkeiten im Lager hatte ihn ein alter Freund, der bereits in Gehlens Diensten stand, für die Org angeworben -- mit Kaffee und Zigaretten. Schmidt unterrichtete den Freund bei Gehlen über Wissensträger aus der Zone und arrangierte die Treffs.
In Gesprächen mit Flüchtlingen erkundigten sich die Gehlen-Forscher vorrangig nach "möglichen Verbindungen in Ost-Berlin und der sowjetischen Besatzungszone", wie sie es vorsichtig nannten. Mit anderen Worten: Sie sammelten "Personen-Hinweise", Angaben über Sowjetoffiziere und deutsche Hilfskräfte bei russischen Dienststellen, die für eine "Agentenansprache" in Betracht kamen. Auch Brief köpfe und Stempel von Sowjet-Behörden interessierten -- zur Nachahmung für geheimdienstliche Zwecke.
Wie schon bei der Kriegsgefangenen-Befragung fiel auch bei der Flüchtlings-Einvernahme ein hoher Prozentsatz unwichtigen Materials an. Daß der Sowjetleutnant Sokolow in Zwickaus Parkstraße intelligent, 27 Jahre, verheiratet, brutal und stur sei, war ebenso belanglos wie die Mitteilung, der für das deutsche Patentwesen zuständige Sowjetoffizier sei der Hauptmann Olech, der in Berlin-Karlshorst, Frankestraße 42 (Telephon privat: 050023, dienstlich: 55 16 44) wohne, nur Zivil trage, als sehr belesen und als fanatischer Kommunist gelte.
Solche Angaben wurden schon vom V-Mann-Führer dem Befrager mit dem schriftlichen Vermerk zurückgegeben: "Wertlos; lohnt nicht zur Weitergabe an Zentrale, da keinerlei interessante Vorgänge."
Dieselbe Quelle konnte aber auch folgenden Hinweis geben: "Alle schriftlichen Anträge für den Interzonenhandel mußten über ein deutschrussisches Dolmetscherbüro in Berlin, Friedrichstraße, geleitet werden. Der Angestellte V. fühlt sich dem Westen zugehörig und ist für Geld sehr empfänglich. Er ist ein Lebemann alten Stils, ißt gern gut und raucht, wenn er sie bekommt, amerikanische Zigaretten." Dazu der V-Mann-Führer: "Tip könnte gut sein, wenn folgende Fragen abgeklärt: Wie, wann, wie oft und wie eng kam Quelle mit dem Mann zusammen? Hausnummer der Friedrichstraße?'
Tausende solcher Personen-Hinweise liefen bei der Org-Zentrale im Taunus ein. Zahllose Informationen über die Verhältnisse der Sowjetzone wurden in Gehlens Abteilungen bearbeitet. Die Organisation Gehlen wucherte mit jedem Tag mehr zu einem stattlichen Unternehmen aus; die Unterkünfte im Taunus, ohnehin provisorisch, wurden bald zu eng.
Für ein größeres Quartier plädierte der Chef schon aus Gründen der Familienzusammenführung. Seine Mitarbeiter hatten als Soldaten jahrelang getrennt von Frauen und Kindern gelebt; sie waren ohnedies gehalten, privaten Kontakt mit der Außenwelt zu meiden. Schließlich bestand immer die Gefahr, daß Familienmitglieder der Org-Angehörigen entführt würden.
Im Herbst 1947 ging Chef-Auswerter Herre mit dem US-Verbindungsoffizier Colonel Leabert, der Colonel Dean abgelöst hatte, auf Erkundungsfahrt durch die US-Zone. Herre und Leabert besaßen eine ziemlich klare Vorstellung, wie das Hauptquartier des Geheimdienstes beschaffen sein müßte: Es sollte in zusammenhängenden Gebäuden allen Abteilungen Raum bieten und nicht direkt in einer Stadt, aber auch nicht zu weit davon entfernt liegen.
Der Deutsche und der Amerikaner besichtigten jede Kaserne, in der US-Truppen stationiert waren. "Aber", so erinnert sich Herre, "wir fanden nichts Passendes."
Schon wollten die beiden Quartiermacher von Stuttgart nach Frankfurt zurückfahren, als sich Herre an einen Gebäudekomplex erinnerte, in dem er während des Krieges vorübergehend Dienst getan hatte: die "Rudolf-Heß-Siedlung" in Pullach, einem Ort zehn Kilometer südlich von München, der am Isarufer nahe der Großhesseloher Selbstmörder-Brücke liegt.
Was Leabert und Herre in Pullach ausmachten, entsprach exakt ihren Wünschen: ein Compound mit 20 ein- und zweistöckigen Häusern, mit Baracken und Bunkern hinter einer 1,5 Kilometer langen grauen Mauer.
In dem Camp, 1936 als Siedlung für Angehörige des Stabes des Führer-Stellvertreters Heß entstanden und zeitweilig auch Residenz des NS-Reichsleiters Martin Bormann, im April 1945 Hauptquartier des Generalfeldmarschalls Kesselring, hatte sieh 1945 die Postzensur der US-Armee eingerichtet. Nach Besichtigung des Areals entschied Leabert: "Hier müssen
Die amerikanischen Postzensoren mußten das Gebäude räumen: Am 6. Dezember 1947 rückten Gehlen und seine Mitarbeiter ein. Wegen des Datums nannten sie das Areal "Camp Nikolaus". Mit den Männern der Org bezogen auch deren Familien das neue Quartier; für Gehlen und Frau Herta geborene von Seydlitz-Kurzbach mit den Töchtern Katharina, Herta und Grete und dem Sohn Felix-Christoph war das zweistöckige Haus Bormanns ("Weißes Haus") im Zentrum der Siedlung reserviert.
Gehlen zog in eine Blut- und Boden-Idylle ein: Über der Eingangspforte des Hauses krallte der Hoheitsadler, in Stein gemeißelt, ins Leere -- die US-Postzensoren hatten das Hakenkreuz weggeschlagen. An der Stirnwand im großen Speisesaal im Erdgeschoß banden Damen mit wogenden Busen Ährenhalme zu gelben Garben. Im Garten reckten sich schmale Jünglinge auf Sockeln. Davor plätscherte ein Springbrunnen.
Inmitten der Rudimente eines NS-Reservats begann Reinhard Gehlen seinen Apparat auszubauen. "Pullach" wurde zu einem Signum geheimdienstlicher Tüchtigkeit. IM NÄCHSTEN HEFT
Gehlen-Agenten entdecken das Geheimnis der sowjetzonalen Aufrüstung -- V-Mann 9901 stoppt einen sowjetischen Militärzug -- Panzer-Lehrfilm des russischen Generalstabs verschwindet

DER SPIEGEL 15/1971
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