05.10.1970

GESELLSCHAFT / UMWELTMorgen kam gestern

Was wir verkaufen, ist ein besseres Leben", sagen die Werbetexter des viertgrößten amerikanischen Chemie-Konzerns, der Dow Chemical Company.
Zu den Produkten der Dow Chemical zählen Wirkstoffe, die ganze Ernten vor Schädlingsbefall schützen; Kunstharze, die "dem Lack Ihres Autos Glanz und Härte geben"; ein Masern-Impfstoff, der bisher mindestens 3000 Kindern das Leben gerettet, weitere zehntausend vor geistiger Entwicklungsstörung bewahrt hat.
Doch der Fortschritt, den der US-Konzern zu Markt trägt, hat einen Preis.
40 Jahre lang haben die Dow-Chemiker unbehelligt jeden Tag 200 Pfund Quecksilber mit Abwässern in den St.-Clair-See nahe der kanadischen Grenze geleitet. Nun mußte dort jeglicher Fischfang untersagt werden. Denn in Japan starben 45 Menschen an Quecksilbervergiftung, 116 blieben zeitlebens gelähmt oder schwachsinnig. Ursache: Quecksilberhaltige Industrie-Abwässer hatten die Fischgründe verseucht.
"Kunststoffe machen das Leben leichter", hämmern ganzseitige Anzeigen dem Verbraucher ins Bewußtsein. Plastikeimer und Sprayflaschen, kratzfeste Möbelbeläge und reißfeste Einkaufstaschen möchte kaum jemand missen.
Doch als in einem Nürnberger Krankenhaus PVC-Müll verbrannt wurde, verfaulten in einer nahe gelegenen Großgärtnerei Hunderttausende von Azaleenstauden -- Rauchschwaden, gesättigt mit Salzsäure, die beim Verbrennen von PVC frei wird, brachten den Gärtner an den Rand des Ruins
"dem himmel sei dank, daß es auf dieser welt noch ein paar gegenden ohne telephon gibt, ohne lärm, wo man noch der stille zuhören kann, dem schweigen der segel ..." panam bringt seine fluggäste dorthin -- mit einer boeing 707, deren brüllende triebwerke bei jedem start einen giftschweif, vergleichbar den gesammelten auspuffdünsten von 6850 anfahrenden vw-käfern, hinter sich lassen.
seuchen wurden ausgerottet -- und eine neue, andere wurde heraufbeschworen: menschen erwachen, vom jet-lärm aufgeschreckt, unter einer dunstglocke, ihr zahnputzwasser schmeckt nach chlor, sie trinken ddt-haltige milch aus pvc-tüten, fahren im stoßverkehr durch verstopfte straßen, deren vergiftete luft kopf schmerzen verursacht, begeben sich an lärmerfüllte arbeitsplätze, schlucken pillen -- und sehen fern, mit elektrischer energie, die um den preis geliefert wird, daß die schwefeldioxidhaltigen abgase der kraftwerke den sandstein des kölner doms zerfressen.
"manchmal wissen wir wirklich nicht mehr, was sie sich wohl noch von bayer wünschen können", lautet der text einer chemie-anzeige.
aber 1,7 millionen kubikmeter abwässer, 20 prozent davon organisch oder anorganisch verschmutzt, schütten die bayer-werke in leverkusen, dormagen und krefeld täglich in den rhein -- das entspricht den abwässern einer großstadt mit 2,5 millionen einwohnern.
"die welt wird schöner mit jedem tag", behauptet die bayer-anzeige. aber 400 000 tonnen zwanzigprozentige schweflige säure ("dünnsäure") werden aus bayer-rohren jährlich in den rhein entlassen oder in der nordsee verquirlt.
die werbeslogans von chemie-konzernen und fluggesellschaften, von Ölgiganten und autofirmen können nicht über die wirklichkeit hinwegtäuschen: daß die welt häßlicher wird, unwirtlicher und lebensfeindlicher mit jedem tag.
zum zweitenmal in einem vierteljahrhundert sind nicht nur die urheber, sondern auch die betroffenen dabei, zu beschönigen oder aus dem bewußtsein zu verdrängen, was ihnen als bedrohung wahrzunehmen untunlich oder unerträglich scheint.
seit vor 25 jahren über der wüste von alamogordo der feuerball der ersten atomexplosion aufblitzte, verfü-
* bei rhein-hochwasser tritt ein abwasserkanal der zellstoff-fabrik waldhof Über die ufer und zerstört die vegetation.
gen menschen über ein werkzeug, das die spezies mensch auslöschen könnte. nun wird offenbar, daß es noch einen zweiten weg zum selbstmord des planeten gibt: "im namen des fortschritts", so umschrieb es der us-senator thomas j. mcintyre, "sind wir dabei, die welt, in der wir leben, zu zerstören."
"eine krankheit hat unser land befallen", mahnten ganzseitige anzeigen zum "tag der umwelt" ("earth day") ende april in den usa. "sie hat den yosemite nationalpark in nebel gehüllt, den hudson river mit müll beladen, unser essen mit ddt versetzt, unsere städte ruiniert." und: "der oberträger dieser krankheit ist der mensch."
die anzeichen der seuche, vorboten einer sich anbahnenden umwelt-katastrophe, sind überall:
* mindestens drei menschen starben, mehr als 30 erkrankten in den letzten augustwochen bei der tabakernte im us-staat north carolina -- vergiftet durch rückstände des insektengifts parathion, das zur schädlingsbekämpfung wochen vorher ausgebracht worden war. insgesamt verzeichnet die us-statistik schon 132 parathion-tote seit 1967.
* 119 menschen starben, mehr als 230 erkrankten in japan an der sogenannten itai-itai-krankheit -- knochenerweichung, verursacht durch industrieabwässer, die spuren des hochgiftigen metalls kadmium enthielten.
* 50 prozent der kalifornischen zitrusernte verdarben im letzten jahr -- folge der luftvergiftung in den ballungszentren der amerikanischen westküste. geschätzter verlust: 500 millionen mark.
* wasserverunreinigungen im wolga-delta und im kaspischen meer haben dazu geführt, daß die kaviar-ausbeute auf die hälfte geschrumpft ist. geschätzte gesamtverluste durch wasserverschmutzung in der sowjet-union: jährlich zehn milliarden mark.
* in delhi beginnt eine eisensäule, die 16 jahrhunderte unbeschadet überdauert hat, zu korrodieren -- weil die luft über der indischen hauptstadt durch industrieabgase verschmutzt ist. "faz": "die moderne technik ... hat auch in indien ihr gorgonenhaupt enthüllt." rückstände des insektengiftes ddt wurden am polarkreis nachgewiesen: im organismus von eisbären, eskimos und pinguinen. als thor heyerdahl mit seinem papyrusboot den atlantik überquerte, meldete er dem norwegischen uno-botschafter edvard hambro, er habe jeden tag Ölklumpen und Ölflecken gesichtet, der ozean sei mit Öl verschmutzt "von horizont zu horizont".
und als amerikanische wissenschaftler im puerto-rico-graben aus annähernd 8000 meter wassertiefe einen fisch ans licht zogen, hatten sie außer dem seltenen forschungsfund im netz: leere fruchtsaft- und bierbüchsen, einige reste aluminiumfolie, leere flaschen und eine taschenlampenbatterie.
häufiger als je mußten in diesem sommer die behörden in los angeles, tokio und new york smog-alarm geben. an einem einzigen tag meldeten sich in tokio 670 personen in den krankenhäusern und klagten über halsschmerzen und brennen in den augen.
daß menschen zu tausenden mit einem gaze-schutz vor mund und nase zur arbeit gehen, daß der sportunterricht, weil die kinder dabei zu tief atmen, ausfallen muß, gehört in der bundesrepublik noch nicht zum alltäglichen bild. aber der anschein, westdeutsche bürger seien durch vergiftung von luft und wasser weniger bedroht, trügt:
* bezogen auf die gesamtfläche (also nicht nur auf die ballungszentren), ist die luftverschmutzung in der bundesrepublik schon jetzt siebenmal so stark wie in den usa.
* "die bundesrepublik deutschland", so die beamten der abteilung "u" ("umwelt") im bonner innenministerium, "ist -- neben japan -- das durch luftverunreinigung aus abgasen von industrie und gewerbe, hausbrand und kraftfahrzeugverkehr am stärksten belastete land." mit 8,7 tonnen staub, die allmonatlich auf jeden quadratkilometer im zentrum münchens herabrieseln, hat die "weltstadt mit herz" die ruß-metropolen london und tokio schon übertroffen.
die dunstglocke über münchen zwingt zeitweilig zur einstellung des sportflugverkehrs wegen "plötzlicher nebelbildung" aus staubschwaden. in der paul-heyse-unterführung nahe dem münchner hauptbahnhof wirken kohlenmonoxidgase, so ein offizieller bericht der stadtverwaltung, "selbst auf im auto sitzende kraftfahrer ... ihre reaktionen werden langsamer aber auch fußgänger müssen ungeschützt hindurch. csu-bürgermeister dr. hans steinkohl: "wir können die leute ja nicht mit gasmasken ausrüsten. das sähe zu kriegerisch aus."
die experten der u-abteilung im innenministerium (personalbestand: 38 mann) formulieren es schon fast zynisch: "mit toten und verletzten" -- wie etwa bei der smog-katastrophe in london 1952, bei der mehr als 4000 todesfälle registriert wurden -- "können wir nicht dienen. aber wir sind sicher, wir haben welche."
mehr als eine halbe million menschen starben im letzten jahr in der bundesrepublik an herz- und kreislauferkrankungen, an krebs oder an erkrankungen der atemwege. "auf ihrem totenschein", so professor karl aurand vom bundesgesundheitsamt in west-berlin, "steht gewöhnlich der vermerk "natürlicher tod', manchmal "unglücksfall'. eine rubrik, die noch fehlt, müßte lauten: "vorzeitiger exitus durch umweltvergiftung."
* amerikanische medizin-statistiker errechneten: könnte die luftverschmutzung in den ballungszentren nur um die hälfte verringert werden, so würde die durchschnittliche lebenserwartung eines neugeborenen um drei bis fünf jahre erhöht; die zahl der herz- und kreislauferkrankungen würde um zehn bis 15, die der lungenerkrankungen um 25 prozent gesenkt, desgleichen die zahl der todesfälle durch lungenkrebs. wer nur einen tag lang durch die straßenschluchten von manhattan schlendert, atmet so viele giftstoffe ein, wie in zwei packungen zigaretten enthalten sind.
* die mediziner wissen: schwefeldioxid, unsichtbares abgas bei fast allen verbrennungsprozessen, legt beim menschen das sogenannte flimmerepithel lahm, den schutzmechanismus der atemwege gegen eindringende fremdstoffe und krankheitskeime. die folgen zeigen sich auf dem seziertisch: das lungengewebe von landbewohnern ist rosig gefärbt, das von großstädtern fast schwarz.
* verfünffacht hat sich während der letzten zehn jahre in new york die zahl der todesfälle durch lungen-emphysem (blähung der lungenbläschen) -- folge der luftverschmutzung, die dort in geometrischer progression wächst: jedes jahrzehnt auf das jeweils doppelte. untersuchungen von ddr-wissenschaftlern ergaben, daß luftverunreinigungen das wachstum bei kindern hemmen. in stark verschmutzten gebieten, so fanden amerikanische forscher, tritt magenkrebs dreimal, asthma bei kindern doppelt so häufig auf wie in smogfreien zonen. entlaubungsmittel setzten teratogene schäden bei küken (wie contergan bei menschen). insektengifte verursachten leberkrebs, ddt bewirkte schädigungen des erbguts bei ratten.
"eine menschheit, die lemmingen gleich auf den rand des letzten abgrunds zustürzt" -- mit derart fast biblischem vokabular umschrieb es unlängst die britische wissenschaftszeitschrift "new scientist". und die amerikanische studentenorganisation students for a democratic society (sds.) mahnte in ihrem gründungsmanifest: "möglicherweise sind wir die letzte generation in dem experiment mit der lebenden materie."
in den vereinigten staaten ist der kampf gegen umweltverschmutzung und -vergiftung zum erstrangigen thema der innenpolitik aufgerückt. "es gilt", so formulierten es amerikanische wissenschaftler in abwandlung des kennedy-wortes, das den wettlauf zum mond eröffnete, "noch in diesem jahrzehnt den menschen auf eine saubere erde zu bringen."
"die totale mobilmachung" rief us-präsident nixon im februar dieses jahres aus; "das weitestreichende programm für den umweltschutz, das je ein präsident verkündet" habe, sei nun für die vereinigten staaten vorgesehen.
freilich, auch nixons programm sieht nur hundert-millionen-beträge vor, wo nach meinung von experten milliardenbeträge schon für den start nötig wären. 71 milliarden dollar, so ermittelten wissenschaftler, würden allein in den nächsten fünf jahren gebraucht, wollten die usa luft- und wasserverschmutzung auf ein erträgliches maß reduzieren.
"wenn wir nicht schnellstens handeln", so hatte auch· bundesinnenminister hans-dietrich genscher im mai dieses jahres formuliert, werden meine enkelkinder eine gasmaske aufsetzen müssen, wenn sie draußen spielen wollen." und: "die verteidigung unserer umwelt wird milliarden kosten."
daß diese milliarden nun in bonn lockergemacht würden, hatten zeitungsmeldungen in den letzten wochen angekündigt. ein "milliarden-programm für umwelt-schutz" solle vorgelegt werden, hieß es anfang august in der "welt", die "wams" wußte sogar zahlen: "bonn: 18 milliarden für sauberes wasser und bessere luft."
aber das war weit gefehlt: genschers "sofortprogramm", das ende letzten monats vom kabinett gebilligt wurde, nennt keine einzige milliardensumme, die dem umweltschutz zugedacht wäre. die 100 hektographierten seiten des genscher-programms sind überwiegend ein kompendium von könnte-, sollte- und müßte-Überlegungen -- nichts, was die volltönenden ankündigungen des ministers rechtfertigen würde.
halbherzig, ohne erkennbare entschlossenheit, "jetzt oder nie mehr zu handeln", wie es die nixon-regierung mindestens postulierte, planen die bonner umweitschützer einen katalog von maßnahmen, von denen nur die wenigsten greifbare minimal-verbesserungen versprechen -- die meisten sind allenfalls ungedeckte wechsel auf eine fernere zukunft.
* ein bundes-immissionsschutzgesetz soll bis zum sommer 1971 entworfen werden -- aber das gesetz wäre erst "die grundlage" für ein system zur immissions-kontrolle, dessen verwirklichung wiederum "jahre in anspruch nehmen" wird.
* der entwicklung eines "schadstoffarmen" kfz-motors soll "besondere aufmerksamkeit gewidmet" werden -- aber eine "sofortige generelle" senkung der (als besonders gefährlich erkannten) bleizusätze im benzin sei, so die genscher-vorlage, "nicht möglich"; frühestens 1972 könne überhaupt gehandelt werden, und eine "Übergangsregelung" sei "nach ansicht der interessenvertreter bis 1975 erforderlich".
* zur lärmbekämpfung wird zwar eine "umfassende konzeption" angekündigt -- aber konkret beschränkt sich das programm auf die feststellung, daß projekte wie das elektroauto oder andere geräuscharme autokonstruktionen "gefördert" werden sollen. darüber hinaus aber sei "auch nützlich ... die menschen zu veranlassen, weniger geräusche zu erzeugen, als nötig oder gar erlaubt ist" -- so die kabinettsausschuß-vorlage.
* zur gewässer-reinhaltung ist, wie es heißt, "eine umfassende gesetzliche neuregelung vordringlich" (vor allem für die erweiterung der bundeskompetenzen) -- aber als einzige konkrete maßnahme wird "zur beschlußfassung" vorgeschlagen: "der bundesminister des innern erörtert mit dem bundesminister für wirtschaft ... die möglichkeiten einer verstärkten bereitstellung von erp-krediten für kläranlagen und kanalisation." (notwendige investitionen für kläranlagen nach bonner schätzungen: jährlich rund vier milliarden mark; gesamtsumme der verfügbaren erp-kredite 1869: 13,5 millionen mark.)
* auch was die müll-lawine anlangt, wissen die bonner, wie groß der "nachholbedarf" ist: investitionen in höhe von drei bis 3,5 milliarden mark in den nächsten fünf jahren. aber dieser aufwand wird den gemeinden überlassen bleiben, die ihrerseits "kostendeckende gebühren" erheben sollen. bonn will allenfalls durch ein neues "abfallbeseitigungsgesetz" die "zersplitterte rechtslage" ordnen.
* pflanzenschutzmittel: die notwendigkeit weiterer verbote soll "geprüft", meßverfahren und geräte (etwa zum nachweis von rückstandsmengen in lebensmitteln) sollen entwickelt werden.
der größte finanzposten in genschers "sofortprogramm" gilt der entwicklung "neuer technologien für den umweltschutz", so zum beispiel neuer Überwachungsgeräte und reinigungsverfahren für luft und wasser, aber auch sogenannter "umweltfreundlicher produkte" (etwa bleifreier treibstoffe oder leicht abbaubarer kunststoffe für verpackung). für diesen zweck sind bis 1974 in der mittelfristigen finanzplanung 45 millionen mark vorgesehen -- obwohl selbst bei "vorsichtiger schätzung" auch die genscher-beamten die eigentlich erforderlichen mittel auf das dreifache veranschlagen.
so scheint insgesamt das großangekündigte umwelt-schutzprogramm des bundesinnenministers zu bestätigen, was kürzlich der amerikanische wissenschafts-journalist edward edelson für die usa so formulierte: "trotz "earth day' und fernsehserien haben die meisten menschen in diesem land noch nicht einmal angefangen zu begreifen, was es mit der ökologischen krise auf sich hat: sie ist die letzte herausforderung an die technische zivilisation, welche die welt in wenig mehr als einem jahrhundert erobert hat."
fast schon verzweifelt fragen sich auch in der bundesrepublik die wirklich sachkundigen, wie wohl den nichteingeweihten -- politikern und wählern etwa -- das wahre ausmaß der bedrohung ins bewußtsein gerückt werden könne.
denn zum großen teil sind die gefahren unsichtbar, unmerklich, schleichend -- wie der gattenmord mit der täglichen arsen-dosis im morgenkaffee.
als vor jahren die modernen waschmittel riesige schaumberge auf flußläufe und seen spülten, war die Öffentlichkeit alarmiert, die verwendung der schaumbildenden detergentien wurde eingeschränkt. nun aber schmutzt der weiße riese im verborgenen: zu 40 bis 50 prozent bestehen jetzt die waschmittel aus phosphaten -- und zerstören erst recht das biologische gleichgewicht der gewässer.
tonnenweise verunreinigen phosphate die flußläufe und bewirken die sogenannte eutrophierung, ein wucherndes wachstum bestimmter algenarten, bis schließlich alle anderen lebewesen an sauerstoffmangel und an den giftstoffen sich zersetzender algen zugrunde gehen -- die gewässer "kippen um", wie die experten sagen, zu einer trüben, leblosen brühe.
jahrzehntelang haben qualm, ruß und gestank die bewohner von industriegebieten am spürbarsten gepeinigt. nun stellt sich heraus, daß der "lungengängige" feinstaub weit bedrohlicher ist als grobstaub, der die fensterbretter unansehnlich macht. am gefährlichsten aber sind die unsichtbaren giftigen abgase, in der bundesrepublik (außer 2,5 millionen tannen ruß und staub) alljährlich
* 7 millionen tonnen kohlenmonoxid, das schon bei einem 0,01prozentigen anteil an der atemluft konzentrationsschwäche, kopfschmerzen und reaktionsminderung verursacht; ein anteil von 0,5 prozent wirkt innerhalb von zehn minuten tödlich ("garagengift");
* 5 millionen tonnen schwefeldioxid, das vor allem pflanzen schädigt, von einer bestimmten konzentration an jedoch auch gesundheitsschäden verursacht; an tagen mit hohem sos-wert in der luft ist die todesrate in new york merklich erhöht;
* 3 millionen tonnen kohlenwasserstoffe, von denen etliche als krebsauslösend identifiziert sind, so zum beispiel benzpyren;
* 2;5 millionen tonnen stickoxide, die nach neuesten untersuchungen gleichfalls das pflanzenwachstum beeinträchtigen.
40 prozent dieser gift- und schadstoffe, denen die bundesbürger ausgesetzt sind, stammen aus den auspuffrohren der automobile. und da nicht etwa der giftausstoß, sondern der hubraum eines kraftfahrzeugs besteuert wird, liefern die Ölgesellschaften fahrzeugbenzin mit bleizusätzen, damit es auch in hochgezüchteten motoren "klopffrei" arbeitet. mit jeder 40-liter-tankfüllung entläßt der auspuff eines pkw bis zu 32 gramm blei in die atmosphäre, in der bundesrepublik insgesamt etwa 7000 tonnen jährlich.
auf weiten strecken sind entlang der autobahnen die felder mit blei vergiftet. der bleigehalt in den blättern von grünem salat hat das vierfache der derzeit zulässigen menge von 7,5 milligramm pro kilogramm salat erreicht.
die spektrometrische untersuchung der blutproben von 5000 bundesbürgern bei der biologisch-physikalischen forschungsgesellschaft in oberjesingen (baden-württemberg) ergab: bei jedem vierten untersuchten eine schwermetall-anreicherung im blutserum, bei jedem neunten der patienten (die über unerklärliche symptome geklagt hatten> eine Bleivergiftung. "Wir alle, die wir in einer verseuchten Umwelt leben", so die Presseveröffentlichung des Instituts, "müssen auf
* In Sacramento, US-Staat Kalifornien.
eine dramatische Entwicklung gefaßt sein."
Solange sich Autokolonnen an Wochenenden in die scheinbar noch giftfreie Landschaft wälzen, wo Sonnenschein und vielleicht sogar Vogelzwitschern ungestörte Natur vorgaukeln, solange Hilfskräfte die angeschwemmten Plastikeimer und Bierkästen aus PVC am Kampener Sandstrand wegräumen -- so lange werden die meisten glauben, mit der Lösung der Umwelt-Probleme habe es noch Zeit.
Aber die Wissenschaftler sind überzeugt, daß gerade das Aufschieben oder nur zögernde Angehen der Umwelt-Probleme die größte Gefahr birgt. Denn zum erstenmal sieht sich die Menschheit einer Entwicklung konfrontiert, die schon in wenigen Jahrzehnten -- wenn sie nicht noch rechtzeitig und weit vorausschauend bewältigt wird -- den "point of no return", den Zeitpunkt der Unumkehrbarkeit, überschritten haben könnte.
Als die Besatzung des US-Raumschiffes Apollo 13 im April dieses Jahres nach einer Havarie im AU mit ihrem nach Stunden berechneten Rest an Sauerstoff und Energie zur Erde zurücksteuerte, war die Gefahr, in der die Astronauten schwebten, für jedermann offenkundig.
Aber nichts anderes als ein riesiges Raumschiff mit begrenztem Lebensvorrat ist der Planet, von dem die Astronauten starteten. Würde die Erde vorgestellt als Kugel mit 1,20 Meter Durchmesser, so hätte die sogenannte Ökosphäre, die hauchdünne Schalenschicht, in der Leben möglich Ist, nur eine Dicke von 0,3 Millimetern.
Klimaveränderungen von nur wenigen Celsiusgraden könnten Katastrophen auslösen: Ganze Landstriche würden im Schmelzwasser sich erwärmender Polkappen versinken, küstennahe Millionenstädte würden überflutet. Für den Fall, daß die rasche Zunahme der weltweiten Luftverschmutzung anhält, mögen die Wissenschaftler solche Klimaveränderungen, etwa durch verringerte Abstrahlung von Erdwärme ins All ("Gewächshaus-Effekt), schon nicht mehr ausschließen.
Mit Steinaxt und Feuer haben Menschen einst begonnen, die hochempfindliche ökologische Balance auf ihrem Planeten geringfügig zu stören. Die Abholzung von Waldgebieten etwa im Mittelmeer-Raum oder in Nordamerika hatte schon die Verwüstung riesiger Areale durch Erosion und Klimaänderung zur Folge. Doch derlei Eingriffe des Menschen, so verheerend sie wirkten, blieben räumlich begrenzt und waren zumindest teilweise wiedergutzumachen.
Nun aber, seit in den Industrienationen technischer Fortschritt und maßloser Konsum zum Fetisch erhoben wurden, ist in einem Zeitraum von nur zwei oder drei Jahrzehnten -- menschheitsgeschichtlich also gleichsam binnen einer Millisekunde -- die Gefahr einer unwiderruflichen Zer-
* Freigegeben durch Luftamt Hamburg, laufende Nummer 3601/70.
störung des schmalen Spielraums für irdisches Leben heraufbeschworen worden: Kehrseite einer geradezu explosionsartigen Technisierung und Chemisierung der Umwelt.
Zwischen 1950 und 1969 hat sich in der Bundesrepublik, während die Bevölkerung nur um 20 Prozent wuchs, > der Energieverbrauch annähernd verdreifacht (von 83 auf 231 Millionen Tonnen Steinkohle-Einheiten),
* die Stromerzeugung verfünffacht (von 44 auf 226 Milliarden Kilowattstunden),
* der Papierverbrauch vervierfacht (von 30 auf 123 Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung),
* die Zahl der Starts und Landungen auf westdeutschen Flughäfen mehr als verzehnfacht (von etwa 52 000 auf 550 000),
* die Produktion von Kunstfasern und Kunststoffen vervierzigfacht (von 100 000 Tonnen auf vier Millionen Tonnen).
14 Millionen Personenkraftwagen verpuffen gegenwärtig zwischen Nordsee und Bayerischem Wald ihr Arsenal von Giften in die Atemluft des Menschen: Es sind mehr als zwanzigmal so viele Autos wie noch vor zwei Jahrzehnten. Und bis 1990 soll sich die Zahl der Kraftfahrzeuge in der Bundesrepublik wiederum verdoppeln -- alles im Zeichen des Wohlstands.
"Vernünftige Leute, die sich auf allgemein anerkannte Grundsätze berufen konnten, haben uns diese Giftsuppe eingebrockt", so schrieb kürzlich ein amerikanischer Wissenschaftler; "Schritt für Schritt haben sie uns beschert, was wie Fortschritt aussah und sich nun als Desaster entpuppt."
Längst hat die Vergiftung der Atmosphäre auch auf sogenannte Reinluftzonen übergegriffen. Eine Meßstation auf dem Hereon Whiteface Mountain, 450 Kilometer von New York entfernt, zählt nicht selten 5000 bis 7000 Luftverschmutzungspartikel' wo früher nur ein bis fünf Partikel je Kubikzentimeter Luft gemessen wurden. Die westdeutsche Reinluft-Station auf dem Schauinsland bei Freiburg kam zu vergleichbaren Befunden. Und an den Gewässern ist eher noch deutlicher -- weil sichtbarer -- abzulesen, in welch bestürzendem Tempo die Giftpest um sich greift.
Daß die Selbstreinigungskraft der Flüsse schon bald nicht mehr ausreichen werde, die wachsende Flut der Industrie- und Großstadtabwässer zu verkraften, hatten Chemiker bereits in den zwanziger und dreißiger Jahren erkannt. Aber inzwischen ist nicht nur der Rhein, Europas größter Abwässerkanal (SPIEGEL 38/1970), sondern sind ganze Flußsysteme fast von der Quelle an vergiftet.
Längst ist das Schreckenswort vom "Umkippen" durch Eutrophierung Wirklichkeit geworden. Der Erie-See im Norden der USA, achtzigmal so groß wie der Bodensee, vor 20 Jahren noch als Bade- und Anglerparadies gerühmt, wurde zu einem trüben, toten Binnenmeer. Die Fischausbeute sank von 10 000 Tonnen im Jahre 1920 auf weniger als 4000 Kilogramm im Jahre 1965 und nun auf Null.
"Eines Tages", sagte im NBC-Fernsehen ein Kapitän, der seit 32 Jahren auf den Großen Seen fährt, "wird dieser Brei dick genug sein, daß man mit Motorschlitten über die Seen fahren kann."
"Der Bodensee", so die Prognose des Gewässerschutzexperten Professor Heinrich Sontheimer, "hat noch fünf oder zehn Jahre Zeit, dann passiert dort dasselbe." Den Sauerstofftod etwa des Erie-Sees (wenn sofort alle weitere Verschmutzung gestoppt würde) rückgängig zu machen, so errechneten kürzlich US-Wissenschaftler, würde 50 bis 100 Jahre dauern.
Fischer vor der Küste von Florida waren die ersten, die das nächstfolgende Stadium im Erstickungstod der Gewässer erreicht sahen: Das Meer färbte sich rot, ganze Rudel von Meeräschen, einer barschähnlichen Fischart, jagten in wilder Raserei durch das schleimige Wasser und schnellten hoch in die Luft, als wollten sie ihrem Lebensraum entfliehen. Der Totentanz währte nicht lange. Bald trieben die Fische mit dem Bauch nach oben auf dem Wasser, verendet durch Sauerstoffmangel und durch giftige Stoffwechselprodukte von Mikro-Organismen (Dinoflagellatum Gymnodinium), die sich im verschmutzten Meerwasser ungehemmt vermehrt hatten.
Schon ist die "Rote Tide", Alarmsignal der Eutrophierung, auch in Nord- und Ostsee beobachtet worden. "Die Jauchegrube Europas" nannte Professor Otto Kinne, Leiter der meeresbiologischen Forschungsstation auf Helgoland, die Nordsee. In der Ostsee, so vermuten die Wissenschaftler, sind tiefere Wasserschichten bereits "umgekippt"; und auch von den Fischarten, die in den oberen Wasserschichten verblieben sind, eignen sich einige nicht mehr zum Verzehr -- wegen unvertretbar hoher Mengen von Quecksilber, die sie in ihrem Organismus abgelagert haben.
Tonnenladungen von Nervengift und schwefliger Säure werden -- nicht aus Versehen, sondern mit voller Absicht in den Weltmeeren versenkt. Und nicht böser Zufall, sondern gezielte, kostensparende Schlamperei der Ölbohr-Firma Chevron Oil Company wurde aufgedeckt, als im Februar dieses Jahres im Golf von Mexiko täglich 120 Tonnen Erdöl ausströmten, zu
* Am Schloßportal in Herten, Kreis Recklinghausen.
einer Ollache von 52 Quadratmeilen. An 136 Bohrtürmen hatte die Chevron 136 Company die Sturm-Sicherheitsventile weggelassen -- aus Kostengründen (Stückpreis: 3000 Mark).
Aber längst hat die Ölpest auch auf das Festland übergegriffen: Mehrere hunderttausend Liter Öl versickern allein in der Bundesrepublik jedes Jahr aus undichten Tanks oder leckgeschlagenen Fahrzeugen irgendwo In den Boden. Vielleicht in der Nähe eines Reservoirs zur Aufbereitung von Trinkwasser -- ein Liter Öl, so ermittelte kürzlich Professor Wilhelm Zimmermann von der Universität Saarbrücken-Homburg, kann eine Million Liter Wasser ungenießbar machen, den gesamten Wasserbedarf eines Menschen für etwa 20 Jahre.
Nochmals verdoppeln bis verdreifachen wird sich in den nächsten dreißig Jahren der Wasserverbrauch in Westdeutschland. Und schon jetzt steht die Bundesrepublik mit dem Wiedergebrauch von verschmutztem Wasser ("Recycling") an erster Stelle in der Welt. Zehn Prozent aller Abwässer gehen, nach entsprechender Aufbereitung, wieder in die Trinkwasserleitungen.
Aber was die Reinigung der Abwässer anlangt, so verharrt die Bundesrepublik noch im Zustand eines unterentwickelten Landes: Nur aus einem Drittel der bundesdeutschen Haushalte werden die Abwässer in biologische Kläranlagen geleitet. Zehn Millionen westdeutsche Bürger leiten ihre Abwässer ungereinigt in Flüsse und Seen, 14 Millionen Westdeutsche haben noch nicht einmal Kanalisation.
Wasser-Alarmfälle gibt es denn auch in der Bundesrepublik schon zu Dutzenden, beispielsweise:
* Durch Abwässer einer Teerfabrik in Baden-Württemberg wurden zwei Brunnen einer Kunstseidenfabrik so verunreinigt, daß das Grundwasser selbst für industrielle Zwecke nicht mehr verwendbar ist.
* Als, gleichfalls in Baden-Württemberg, ein galvanischer Betrieb aufgelöst wurde, schütteten Arbeiter zyankalihaltige Kupferbad-Flüssigkeit in eine Erdspalte. 15 Stunden später trat die hochgiftige Flüssigkeit in einer eineinhalb Kilometer entfernten Quelle wieder aus.
* Ein kommunales Wasserwerk am Rhein mußte seine Förderung um 20 Prozent reduzieren, weil das Grundwasser zuviel Nitrat, Chlorid und Sulfat enthält.
* Durch Sickerwasser von einer Müllkippe am Niederrhein wurde der Untergrund so verseucht, daß ein anderthalb Kilometer entfernt liegendes Wasserwerk seinen Betrieb einstellen mußte.
Die beiden letzten Beispiele verdeutlichen auch, wie eng die Wasservergiftung zusammenhängt mit einem schon jetzt katastrophalen Umwelt-Problem, das die konsumbesessene Industriegesellschaft buchstäblich vor sich aufgetürmt hat: Müll.
Verdreifacht hat sich innerhalb weniger Jahre das Volumen der Abfälle in der Bundesrepublik. Dabei gibt es für etwa zwei Drittel der Bundesbürger noch keine geeigneten Müllaufbereitungs- und -beseitigungsanlagen, für die Hälfte des Bundesvolkes noch nicht einmal eine geregelte Müllabfuhr.
Hauptursache für das Anschwellen der Müll-Lawine ist der Boom in Verpackungsmaterial. Allein zwischen 1951 und 1970 hat sich der Umsatz dieser Branche in der Bundesrepublik verzehnfacht (auf jährlich 13 Milliarden Mark). Und gigantisch wie die Mengen sind die Kosten, die das Ex- und-Hopp-Prinzip den Steuerzahlern aufbürdet: 4,5 Milliarden Dollar gaben die Stadtverwaltungen in Amerika im letzten Jahr aus, um 350 Millionen Tonnen Festmüll zu beseitigen. Schon in wenigen Jahren, so schätzen die Fachleute, wird die Müllmenge je Einwohner in der Bundesrepublik US-Standard erreicht haben.
Vor allem mit den Kunststoffen wird ein für allemal die Chance verbaut, daß die Natur, was der Mensch wegwirft, gleichsam gnädig wieder auf nähme. Jedes Jahr beispielsweise stellt eine einzige Fabrik im US-Staat Kansas so viel Klarsichtfolie her, daß eine 40 Zentimeter breite Girlande daraus vierzigmal um die Erde gewickelt werden könnte. Wissenschaftler schätzen, daß Mikro-Organismen eine Million Jahre brauchen würden, um dieses Produkt des 20. Jahrhunderts zu zersetzen.
"Wir haben den Feind entdeckt", ruft Pogo, Held eines politisch-satirischen Comic-strips, als er nach den Schuldigen für die Umweltvergiftung fahndet: "Der Feind sind wir."
Eher "todesorientiert" nannte der amerikanische Biologe und Nobelpreisträger Albert Szent-Györgyi eine Gesellschaft, die mit so selbstzerstörerischer Unbedenklichkeit begonnen hat und fortfährt -, ihren eigenen Lebensraum zu ruinieren.
"Statt menschlicher Logik sind wir technischer Logik gefolgt", schrieb Wissenschafts-Kolumnist Edelson, und von hier aus ist es nur ein Schritt zu dem Mißverständnis, mit Technik und Wissenschaft sei alles Unheil in die Welt gekommen -- wo in Wahrheit nur in Frage steht, welchen Stellenwert und welche Funktion Technik und Wissenschaft in der menschlichen Gesellschaft haben, welche Richtung sie einschlagen sollen.
"Ist hier irgend jemand für die Steinzeit?" fragte Isaac Asimov, Schriftsteller und Professor für Chemie an der Boston University. Rückzug aus fehlgelaufener Zivilisation, in eine Art Serengeti für den Homo sapiens, sei undenkbar: "Er bedeutet den Tod von neun Zehnteln der Weltbevölkerung und den Verlust von zehn Zehnteln unserer Technologie."
Auch die Hege- und Pflege-Appelle der Naturschützer (selbst wenn sie im Fernsehen "plus sieben" erzielen) führen nicht weiter. "Wir müssen es schon mit Wissenschaft versuchen" (Asimov) -- allerdings mit ungleich mehr Aufwand an Wissenschaft und Technik, als bisher dafür geleistet wurde oder als etwa die erste Landung von Menschen auf dem Mond erfordert hat.
Die Gewinnung von Strom aus unterirdischen Dampfquellen im Südwesten der Vereinigten Staaten wäre abgasfrei; das erste Kraftwerk wird jetzt gebaut. Die Entwicklung von Kunststoffen, die sich nach Ablauf einer einprogrammierten Lebenszeit von selbst wieder zu unbedenklichen Grundstoffen zersetzen, hat begonnen (bei der US-Firma Kodak und an der Universität Toronto), desgleichen die Suche nach Ersatz für den Phosphat-Anteil in modernen Waschmitteln; ein erster Phosphat-Nachfolger wird in den USA und Kanada bereits produziert.
Mehr als hundert Hochschulen in den USA haben bereits Lehrprogramme oder interdisziplinäre Zentren für Ökologie eingerichtet. US-Bürger setzten durch, daß ein Zweigwerk der BASF (geplante Investition: 700 Millionen Mark) am ohnehin schon verschmutzten Colleton River in South Carolina vorerst nicht gebaut wird. Kanada hat per Gesetz verfügt, daß der Phosphat-Anteil in Waschmitteln 20 Prozent nicht übersteigen darf.
Und vereinzelt gibt es in den USA schon Richter, die bestehende Gesetze ernst nehmen und notorischen Umweltvergiftern, unbeeindruckt von deren Macht und Prominenz, eine Lehre erteilen: Zu einer Million Dollar Geldstrafe verurteilte jetzt ein Gericht in New Orleans die Ölfirma Chevron wegen der vorsätzlichen Schlamperei bei der Absicherung ihrer Ölbohrtürme im Golf von Mexiko. 300 Mark Strafe soll künftig auch in Japan zahlen müssen, wer eine Blechbüchse oder Bierflasche achtlos in den Fluß wirft.
"Bisher freilich", so konstatierte die amerikanische Umweltfachzeitschrift "Environment" trotz alledem auch für die USA, "haben wir hauptsächlich große Worte gehört, aber die meisten unumgänglich nötigen Taten stehen noch aus." Auch in den Vereinigten Staaten reiben sich die, denen Umweltschutz ernst Ist, an denen, die ihren Profit dadurch bedroht sehen.
"Die 1,5 Milliarden Dollar, die Amerikas Auto-Industrie jährlich für Schönheitsretuschen an ihren Modellen ausgibt, sollten für die Entwicklung eines abgasfreien Motors verwendet werden", forderte letzten Monat US-Senator Gaylord Nelson vor dein Kongreß. Doch seine Kontrahenten bleiben, solange sie Irgend können, harthörig. Henry Ford II: "Unverantwortliche Forderung und uninformierte Kritik."
Auch In der Bundesrepublik ist die Bereitschaft der Industrie zu weiteren Investitionen, etwa für die Abwasserreinigung, "sehr klein", wie Genschers Umwelt-Papier eher resignierend feststellte. Die Argumente sind immer dieselben; Industrie-Sprecher Stefan Graf von Schlippenbach: "Die Industrie läuft Gefahr, nach weiteren Auflagen nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein.
Dr. Günter Hartkopf, Staatssekretär im Bonner Innenministerium, machte vor einem Arbeitskreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie Ende Juni dieses Jahres eine Gegenrechnung auf: "Wenn wir jetzt nicht hinreichend finanzierbare Maßnahmen einleiten, dann stehen wir in zehn bis 20 Jahren vor dem Problem, den Notfall mit einem Riesenaufwand zu steuern -- wenn der bekannte Ruf nach der Allmacht des Staates erschallt." Und: "Dies kann dann ohne weiteres das Ende des freien Unternehmers bedeuten."
Vorläufig beugen sich Bonns Umweitschützer noch dem Druck der Lobby. Beispiel: die dringend gebotene Herabsetzung der Bleizusätze im Benzin.
Nicht nur, daß -- eingestandenermaßen unter dem Einfluß der "Interessenvertreter" -- Neuregelungen generell bis 1972 hinausgeschoben, "Übergangsregelungen" sogar bis 1975 vorgesehen wurden. Auch dann wird, so das Bonner Umweltschutz-Programm, der durchschnittliche Bleigehalt von gegenwärtig 0,44 Gramm nur auf 0,40 Gramm je Liter Kraftstoff herabgesetzt werden müssen. Praktisch wird also der bestehende Zustand nur gesetzlich fixiert -- während in den USA schon für 1973 ein Höchstgehalt von 0,15 Gramm je Liter vorgesehen ist. Effekt: Weil es bis 1975 einige Millionen Autos mehr geben dürfte, wird sich insgesamt der Ausstoß von lungengängigem Blei auf Deutschlands Straßen weiter erhöhen.
"Wir haben keinen Grund", erklärte Staatssekretär Hartkopf, "von dem bewährten Prinzip abzurücken, das demjenigen die Kosten für die Beseitigung seiner Verunreinigung auferlegt, der sie verursacht." Doch wie unzureichend bislang in der Bundesrepublik dieses Prinzip durchgesetzt wird, belegen einhellig die Aussagen westdeutscher Umwelt-Experten.
"Schon zu Beginn des Wiederaufbaus nach dem Krieg", so Oberregierungschemierat Dr. Heinrich Lüssem, Chef-Chemiker des Landes Nordrhein-Westfalen, "lag die Bundesrepublik um 25 Jahre hinter den Erfordernissen zurück." Doch im Zeichen Erhardscher Wirtschaftsliberalität dachte niemand daran, die Gesellschaft vor den Folgen industrieller Expansion zu schützen; der Rückstand vergrößerte sich noch.
Chemiedirektor Dr. Hans-Erich Klotter, Umweltschutz-Beauftragter des Landes Rheinland-Pfalz: "In den zwei Jahrzehnten nach Kriegsende haben unsere Konzerne nichts getan, um Luft und Wasser vor der Vergiftung zu bewahren."
Hohnlachen war aus den Reihen der CDU/CSU zu hören, als Willy Brandt 1981 mit dem Slogan in den Wahlkampf zog, es gelte den "blauen Himmel über der Ruhr" wieder sichtbar zu machen; auch etliche SPD-Leute genierten sich mit der Parole.
Nun plötzlich, knapp ein Jahrzehnt später, fällt es der CDU in der Oppositionsrolle leicht, besseren Umweltschutz zu propagieren -- freilich: Die Bonner Regierungskoalition wird Kritik einstecken müssen.
Daß entschiedene Gesetzesinitiative lohnend wäre, zeigt etwa das Beispiel London: Dort konnte mit einem drastischen Luft-Schutzgesetz, dem "Clean Air Act" von 1956, die Luftverschmutzung um 80 Prozent gesenkt, die Zahl der winterlichen Sonnentage um die Hälfte vermehrt, der stickige Nebel aus der City nahezu vertrieben werden; mehr als 70 Singvogelarten, die dem Smog gewichen waren, kehrten in die Stadt zurück.
Ähnlich drastisch verfügte Stockholm: Heizöl darf höchstens ein Prozent Schwefel enthalten; spätestens 1973 wird diese Verordnung für alle größeren Städte Schwedens gelten. 300 Städten und Gemeinden wurde überdies zur Auflage gemacht, bis 1972 moderne Kläranlagen zu bauen.
Zu radikaler Gesetzgebung, vor allem da, wo sie den Staatshaushalt nicht belastet, müßten auch die Bonner Umweltschützer sich verstehen. Unter dem Motto "Wie belasten wir die Belaster?" (so Professor Aurand vom Bundesgesundheitsamt) machten Umwelt-Experten Anfang Juni bei einem Hearing in Bonn beispielsweise den Vorschlag, Immissionssteuern einzuführen. Experte Aurand:
* "Würden Autos nicht nach Hubraum, sondern nach Abgasen, Lärmbelästigung und Straßenverschleiß versteuert, würde die Industrie sehr schnell entsprechende Kraftwagen entwickeln."
* "Die Einwegflasche ist ein asoziales Ding. Der Hersteller spart Kosten für Rücktransport und Spülen, die Allgemeinheit zahlt mit der Bela-
* In Frankfurt; unten Mitte: Wagen der Müllabfuhr.
stung von Halden aus Glassplittern -- Steuern drauf!"
* "Heizöl müßte nach Schwefelgehalt besteuert werden. Wer entschwefeltes Öl kauft, wird steuerbegünstigt -- wer die billige Brühe verheizt und die Luft verpestet, zahlt mehr Steuern."
Längst haben die Experten klargemacht, daß Umweltschutz eine supranationale Aufgabe sei. Die Uno wurde als zentrales Steuergremium vorgeschlagen; auch zwischen Brandt und Breschnew war dies ein Thema bei ihrem Tête-à-téte im Kreml. Aber solange nicht einmal die einzelnen Bundesländer von ihren Partikularinteressen abrücken, wird sich über nationale Grenzen hinweg erst recht kaum etwas regeln lassen.
Die Friesen werden kaum hoffen dürfen, daß ihnen die Abwässer der holländischen Stroh-Papier- und Kartoffelmehlfabriken von Groningen erspart bleiben (SPIEGEL 36/1970). Die Niederländer werden sich weiter als "Müllkippe Europas" vorkommen, die Deutschen am Rhein werden weiterhin über die Abwässer des elsaß-lothringischen Kali-Bergwerks stöhnen.
Bis zur Paralysierung glauben sich die Bonner Umwelt-Planer vom Gestrüpp. der Länderkompetenzen eingeengt. In der Tat: Elf verschiedene Ländergesetze beispielsweise regeln das Wasserrecht -- dem Buchstaben nach sogar relativ weitgehend, aber: "Leider wird von diesen Möglichkeiten nicht der Gebrauch gemacht, der notwendig ist, um unsere Gewässer ausreichend zu schützen" (Professor Fritz Höffken, Direktor des Instituts für Wasser-, Boden- und Lufthygiene im Bundesgesundheitsamt).
Bei allem vorgetäuschten Eifer -- so kann etwa der hessische Landwirtschaftsminister Tassilo Tröscher die "erzielten Leistungen", die "überzeugenden Beweise" und die "stolze Bilanz" nicht genug loben -- lassen sich Länder und Gemeinden, namentlich bei besonders steuerträchtigen Industrie-Unternehmen, offenbar viel Zeit mit der Durchsetzung der schon bestehenden Gesetze und Verordnungen.
Doch statt, wie es offenkundig den Genscher-Juristen vorschwebt, langwierig Verfassungsänderungen anzustreben, sollte das Gerangel zwischen Bundes- und Länderzuständigkeiten -- unter Umgehung des "juristischen Waschzwangs" (so Klaus von Dohnanyi, Staatssekretär im Wissenschaftsministerium) -- überspielt werden. Nur durch gemeinsame Planung zwischen Bonn und den Bundesländern wird sich die anwachsende Giftlawine stoppen lassen:
* durch gesetzliche Auflagen für die Industrie, den Hauptverschmutzer -- ohne allzuviel Rücksicht auf die vielzitierte internationale Wettbewerbslage;
* mit Bonner Finanzierungshilfen (etwa nach dem Muster der Hochschulpolitik) für die riesigen Investitionsaufgaben, so bei der Reinigung von Abwässern und der Beseitigung von Müll,
Angesichts der Milliardensummen, die vonnöten sind, lassen die Umwelt-Experten jedoch keinen Zweifel daran, daß jeder einzelne Bürger für eine saubere Umwelt wird Opfer bringen müssen: Verteuerung der Konsumprodukte, steigende Wasser-~, Siel- und Müllgebühren und schließlich auch Steuererhöhungen werden unvermeidlich sein, wenn kommende Generationen noch Wasser zum Trinken und Luft zum Atmen haben sollen.
Freilich: Mit aller Initiative der Gesetzgeber, wie sie der Welt-Krieg gegen Gift und Schmutz verlangt, wird ein tiefgreifender Umdenkprozeß einhergehen müssen, für den in der Bundesrepublik bislang nicht die leisesten Anzeichen, in Ländern wie den USA, Japan und Schweden allenfalls erste Ansätze zu erblicken sind.
Nicht länger vertretbar ist die überkommene Art, technologische, wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Probleme anzugehen: jedes für sich, in seinem eigenen begrenzten Kontext, ohne Rücksicht auf Nebeneffekte, die der Gesellschaft Schaden bringen.
Rund 500 neue Chemikalien beispielsweise kommen jährlich auf den Markt, ohne daß vorher hinreichend geklärt worden wäre, welche Kreuz- und-Quer-Verbindungen sie hernach in den Gewässern, im Erdreich oder im lebenden Organismus eingehen mögen.
Künftig, so schlagen amerikanische Wissenschaftler vor, dürften neue Produkte nicht mit der bislang üblichen, überwiegend am Profit orientierten Zielstrebigkeit zu Markte getragen werden; vielmehr müsse der Nutzungsphase jeweils eine ausführliche Erprobungsphase vorgeschaltet werden, um alle möglichen Auswirkungen auf die Biosphäre des Menschen abzuwägen.
Neu geordnet werden muß die Prioritätenliste, nach der die Industrie-Nationen gegenwärtig ihr technologisches und ökonomisches Vermögen einsetzen.
In der Bundesrepublik sind nun, laut Genscher-Plan, ganze elf Millionen Mark jährlich für die Entwicklung neuer umweltfreundlicher Technologien eingeplant. 100 Millionen Mark hingegen wurden aufgewendet für den Versuch, einen sogenannten Vielstoffmotor für die Panzer der Bundeswehr zu entwickeln. Derzeitiger, auch von dieser Regierung nicht gekürzter Jahresetat für Militärforschung: 1,146 Milliarden Mark.
"Wir geben zwanzigmal soviel für den Vietnam-Krieg aus wie für die Reinhaltung der Gewässer. Wir bewilligten 275 Millionen Dollar für das zivile Überschallflugzeug, aber nur 106 Millionen Dollar zur Kontrolle der Luftverschmutzung", so mahnte US-Senator Edmund 5. Muskie kürzlich bei einem Teach-in an der Harvard University.
Doch solche Alternativen -- Überschallflugzeug oder Umweltschutz, Vietnamkrieg oder Gewässerreinhaltung -, so eingängig sie klingen, laufen am Ende noch auf Augenwischerei hinaus. Politische Entscheidungen von weit größerer Tragweite könnten fällig werden, etwa: Wieviel Aufwand für Bildung kann sich diese Gesellschaft leisten? Die Alternative hieße dann: bessere Klassenräume oder eine vor dem Umwelt-Tod gerettete Welt.
Und fragwürdig wird schließlich auch, ob das Kredo der industrialisierten Welt -- der Glaube an unbegrenztes wirtschaftliches Wachstum und an ein besseres Leben durch immer mehr sich steigernden Konsum -- uneingeschränkt aufrechterhalten werden darf.
Ist es vertretbar, so fragen amerikanische Wissenschaftler, den Menschen für alle Zeiten so viel elektrischen Strom verbrauchen zu lassen, wie er will -- wenn doch bekannt ist, in welchem Maße Stromerzeugung zur Gefährdung der Biosphäre beiträgt; sind wirklich die elektrische Schuhbürste, der elektrische Krümelabsauger fürs Tischtuch auch noch nötig? Längst sitzen Menschen auch an Tagen mit 22 Grad Außentemperatur in klimatisierten Räumen -- hinter nicht zu öffnenden Fenstern, die sie vor eben der Luftverschmutzung schützen, die bei der Erzeugung von Strom zum Betrieb der Klimaanlage anfällt.
Schon jetzt verbrauchen die USA, in denen nur sechs Prozent der Weltbevölkerung leben, 40 Prozent der insgesamt jährlich geförderten Rohstoffschätze und erzeugen nahezu 50 Prozent der Umweltverschmutzung des Planeten.
"Es gibt eine Grenze", so der amerikanische Politologe Dr. Harvey Wheeler, "über die hinaus wirtschaftliches Wachstum nicht mehr vertretbar, sondern selbstmörderisch ist." Diese Grenze könnten beispielsweise die Vereinigten Staaten schon in zehn Jahren erreicht haben.
Erstmals sehen sich Menschen vor der Notwendigkeit, eine neue Art von Bewußtsein zu entwickeln: zukunftsgerichtet, über die eigene Lebensversicherung, das Sterbegeld und die gute Ausbildung der Kinder weit hinaus.
Bisher haben sich Gesellschaften an neue Verhältnisse erst anzupassen versucht, wenn sie eingetreten waren. Matthäus 6,34: "Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen."
Nun aber gilt es, wenn die Menschheit überleben will, sich schon in der Gegenwart an eine vorauszuberechnende Zukunft anzupassen. US-Senator Muskie: "Diese Welt hat sich so rasch verändert -- das Morgen kam schon gestern."

DER SPIEGEL 41/1970
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 41/1970
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

GESELLSCHAFT / UMWELT:
Morgen kam gestern

Video 03:25

Modeschöpfer Was von Lagerfeld bleibt

  • Video "Weltraumtourismus: Erste Frau absolviert Testflug" Video 01:17
    Weltraumtourismus: Erste Frau absolviert Testflug
  • Video "Vulkanausbruch auf La Réunion: Einmalig - wie auf dem Mars" Video 01:17
    Vulkanausbruch auf La Réunion: "Einmalig - wie auf dem Mars"
  • Video "Umzug wegen Brexit: Eine Deutsche sagt: Bye-bye Britain" Video 01:53
    Umzug wegen Brexit: Eine Deutsche sagt: "Bye-bye Britain"
  • Video "Überfülltes Touristenziel: Osterinsel zieht Reißleine" Video 02:25
    Überfülltes Touristenziel: Osterinsel zieht Reißleine
  • Video "Ergreifendes Netzvideo: Junge im Rollstuhl vergnügt sich auf Trampolin" Video 01:10
    Ergreifendes Netzvideo: Junge im Rollstuhl vergnügt sich auf Trampolin
  • Video "Brutaler Bandenkrieg in El Salvador: MS13 gegen Barrio18" Video 07:34
    Brutaler Bandenkrieg in El Salvador: MS13 gegen Barrio18
  • Video "Amateurvideo aus der Sahara: Die Mini-Sandlawine, die nach oben wandert" Video 01:09
    Amateurvideo aus der Sahara: Die Mini-Sandlawine, die nach oben wandert
  • Video "Seit 38 Jahren vermisst: Größte Biene der Welt wieder gesichtet" Video 01:05
    Seit 38 Jahren vermisst: Größte Biene der Welt wieder gesichtet
  • Video "Zahnreinigung unter Wasser: Putzergarnele behandelt Taucher" Video 00:48
    Zahnreinigung unter Wasser: Putzergarnele behandelt Taucher
  • Video "Vor Gipfeltreffen mit Trump: Nordkorea warnt vor Hungersnot" Video 01:38
    Vor Gipfeltreffen mit Trump: Nordkorea warnt vor Hungersnot
  • Video "Indien: Extremwandern am Abgrund" Video 00:49
    Indien: Extremwandern am Abgrund
  • Video "Naturphänomen: Die Feuerfälle von Yosemite" Video 01:13
    Naturphänomen: Die Feuerfälle von Yosemite
  • Video "Taxifahrer vs. Scheuer: Dann legen wir die ganze Republik lahm" Video 03:44
    Taxifahrer vs. Scheuer: "Dann legen wir die ganze Republik lahm"
  • Video "Zenit St. Petersburg in der Europa League: Spektakuläre Pyro-Show" Video 00:44
    Zenit St. Petersburg in der Europa League: Spektakuläre Pyro-Show
  • Video "Modeschöpfer: Was von Lagerfeld bleibt" Video 03:25
    Modeschöpfer: Was von Lagerfeld bleibt