AUF DEN LEIB TAPEZIERT wurde dieses Kleid einer Figur im Pariser Musée Galliéra. Verantwortlich dafür ist weniger die Haute Couture als das Kunstgewerbe von Paris: Im Museum ist der Salon de l'Imagerie im Gange, eine Ausstellung von Buchillustrationen, Plakaten. Teppichen. Tapeten, Keramiken und Möbeln. Der papierne New Look stammt von Monsieur Nobilis und soll für seine Tapeten werben.
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NYLONSTRÜMPFE sollen in England gegen den großen Mangel an Krankenschwestern eingesetzt werden. Um den Pflegerinnenberuf verlockender zu machen, versprechen englische Krankenhäuser den Schwestern freie Nylonstrümpfe, elegantere Trachten, moderne Einzelzimmer mit fließendem Wasser und einer Leselampe über dem Bett. Außerdem sollen die Krankenschwestern gratis Massage und Schönheitspflege bekommen, und schließlich will man ihnen Fernsehapparaturen und eine umfangreiche Bibliothek einrichten. Die Krankenhäuser hoffen, verschiedene Abteilungen, die sie schon schließen mußten, nach diesem verführerischen Angebot wieder aufmachen zu können.
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EINEN GANZEN BERG kaufte sich der amerikanische Bildhauer Korczah Ziolkowski in den "Schwarzen Bergen" Süddakotas. Er will daraus die Riesenfigur eines Pferdes meißeln und hat ausgerechnet, daß ihn das Bildwerk dreißig Jahre Zeit und fünf Millionen Dollar kosten wird.
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AUF 120000 DOLLAR Schadenersatz verklagte der Besitzer des St.-Georges-Hotels in Algier seinen ehemaligen Gast, General Eisenhower. Das Hotel war 1942 Hauptquartier des anglo-amerikanischen Generalstabes. Der Eigentümer verlangte 170000 Dollar Schadenersatz für die Quartierzeit. Die französische Regierung bewilligte dem Hotelier 50000 Dollar, die Amerikaner lehnten es ab, die restlichen 120000 Dollar zu zahlen. Der Hotelier hielt sich an das, was er schwarz auf weiß besaß: den Beschlagnahmebefehl von 1942. Unterschrift: General Eisenhower.
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UM HIEROGLYPHEN ZU ENTZIFFERN wollte Mario Fabre in Paris den Obelisken auf der Place de la Concorde besteigen. Mit dieser Begründung jedenfalls erbat er die Erlaubnis der Stadtbehörden, bekam sie und ließ sich von der Feuerwehr mit einer großen Leiter hinaufhelfen. Oben angekommen, hielt der junge Mann den Verkehr unten auf und den schaulustigen Parisern eine flammende Rede, in der er die Vorzüge seines "Düsenfeuerzeugs" rühmte: ihre Flamme reiche so hoch wie der Obelisk. Feuerwehr und Polizei, die ihn herunterholen wollten, erklärte der reklametüchtige Aegyptologe, nicht er halte den Verkehr auf, sondern die Leute unten. Oben sei es übrigens wundervoll, man habe die beste Aussicht von Paris und keinen Aerger mit Wohnungsproblemen.
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HUNDERT DOLLAR kostet für Amerikaner und Alliierte eine Tages-Rheinfahrt auf der Luxusyacht "Stadt Köln", die die Domstadt seinerzeit Hitler schenkte. Essen, Trinken und Geschirr sind mitzubringen. Die "Stadt Köln" wurde schon bald nach dem Kriege bei den amerikanischen Soldaten beliebt, nicht zuletzt wegen ihrer Lautsprecheranlage und Schallplattensammlung. Die Platte, die sich am häufigsten drehen mußte, hieß: "Wir fahren gegen Engelland".
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HERREN- UND DAMENFRISEURE in Ungarn müssen sich neuerdings "Männer- und Frauenfriseure" nennen. Ihre Landesinnung findet die herkömmliche Bezeichnung unterwürfig und erniedrigend für einen klassenbewußten Handwerker und Bürger der Volksdemokratie. Aus demselben Grunde müssen die Kellner ihren Frack ablegen, "diesen schmachvollen Sklavenanzug".
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DAS BADEN wird den Männern und Frauen von Hundsangen im Westerwald in diesem Sommer kaum so viel Vergnügen machen wie andere Jahre. Die Gemeindeväter haben für ihr Freibad gemeinsames Baden von Männern und Frauen verboten und getrennte Badezeiten angeordnet.
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IM SONNTAGSSTAAT erschien ein Bauer mit seiner Frau, zwei Ochsen und zwei Kühen vor dem Rathaus in Glücksburg Schleswig-Holstein. Er band die Tiere an das Schwarze Brett vorm Rathaus, erklärte, daß er sie nicht mehr ernähren könne, weil ihm das Amtsgericht eine Weidefläche abgesprochen habe, und ging nach Hause. Die Stadtverwaltung mußte das Vieh auf einem Lastwagen wieder zu seinem Besitzer in den Stall fahren lassen.
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EINEM NEGER VERKAUFTE vor drei Jahren der Neapolitaner Alfonso D'Angelo seine 15jährige Tochter Anna Nach einer Woche hielt Anna es nicht mehr bei dem Neger aus und floh nach Haus, wo ihr Vater sie mit Vorwürfen überschüttete. Daraufhin erstach Anna ihren Vater mit einem Küchenmesser. Sie muß sich jetzt vor einem Jugendgericht wegen Vatermordes verantworten.
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DAS VERGNÜGEN IN DER MAUSEFALLE bei Werner Finck wird die Studenten der Stuttgarter Technischen Hochschule künftig teurer zu stehen kommen als bisher. Bis jetzt haben sie 10000 Eintrittskarten umsonst gehabt. Nun wurde ihnen eröffnet, daß sie nur noch geringe Ermäßigung bekommen werden: das Finanzamt sei mit der Ausgabe der Freikarten nicht einverstanden.
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EINEN STEIN VOM KOLOSSEUM in Rom erbat sich das Coliseum-Stadion in Los Angeles. Die italienische Regierung lehnte die Ausfuhr zunächst ab, weil die Kommunisten ohnehin ständig behaupteten, die Regierung verkaufe Italien an Amerika. Dann fand man eine Lösung: Der Stein wurde dem italienischen Olympia-Komitee überlassen, das ihn dann den Amerikanern schenkte.
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STRENG LOGISCHE GESICHTSPUNKTE führten zur Erfindung des Badeanzuges aus Pelz: Wasser ist kalt und Pelz wärmt. Miß Jane Greer, Hollywoodstar, ist die Trägerin des Hermelin-Badeanzuges. Sie erregt damit selbst in Miami Aufsehen
DER SPIEGEL 22/1949
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