19.12.2005

WOHNENDie besseren Bürger

In Hamburg lebt eine Mietergemeinschaft seit 35 Jahren nach den Regeln einer linken Kampfgemeinschaft. Sie vertritt darin Werte, von denen moderne Konservative annehmen, sie könnten die Rettung für Deutschland sein. Von Barbara Hardinghaus
Wenn Reinhard Barth aus dem Fenster sieht und über den Dinosaurier im Vorgarten spricht, ist es, als spräche er über sein Kind. Er hat ihn selbst gebaut, aus Holz und Hemden, aus Bettlaken und Maschendrahtzaun.
Der Dinosaurier steht seit 15 Jahren da draußen. Er ist drei Meter hoch, er streckt seinen Kopf über die Hecke. Er blickt mit großen Augen die Fußgänger an, die über den Gehweg an ihm vorbeispazieren, er hat sein Maul weit aufgerissen. Der Dinosaurier heißt "Spekulantenfresser", er ist das Wahrzeichen der Bewohner im Haus.
"Der stand mal aufrechter und höher", sagt Barth, der am Tisch sitzt im Wohnzimmer, und er ist sich sicher, dass der Dinosaurier längst in sich zusammengesackt wäre, hätte er ihn nicht so regelmäßig gepflegt, mit noch mehr Laken und Maschendrahtzaun.
Barth demonstriert, wie er das macht mit der Oberfläche, damit sie aussieht wie echte Dinosaurierhaut. Er nimmt die Tischdecke, greift sie, rafft sie, kräuselt sie und lächelt.
Reinhard Barth ist 62 und der ideologische Geist im Haus. Er wohnt unten links in dem Eckhaus, einem mächtigen Klotz von 1912, an der Haynstraße 1 in Hamburg-Eppendorf. Das ist ein Stadtteil mit vielen Altbauten, weiß, rosa, grau, gelb, mit Boutiquen und mit Menschen, die im Geländewagen französisches Mineralwasser heranfahren und es in ihre Eigentumswohnungen tragen.
Der Dinosaurier, an dem sie vorbeifahren, soll ihnen sagen: "Wir im Haus sind anders als ihr da draußen."
Die im Haus nennen die draußen die "feinen Fritzen", und es klingt immer noch so, als seien das die schlechteren Menschen.
Und trotzdem steht die Eingangstür - ein Tor fast, aus dunklem Holz und vielen kleinen Mosaiken mit geschliffenem Glas - am Tage offen. Durch sie können die Menschen von draußen in das Haus der besseren Menschen kommen, wenn sie wollen.
Reinhard Barth war derjenige, der sich das ausgedacht hat mit der Tür. Barth, der morgens in der Eingangshalle steht, groß und grau und in Jeans, mit Rocca, seiner Berner Sennenhündin, er nimmt die Pakete entgegen, die der Postbote bringt, unterschreibt und händigt sie aus am frühen Abend, sobald die anderen Bewohner durch die Tür von der Arbeit nach Hause kommen.
Die meisten Bewohner sind Lehrer. Es gibt auch einen Anwalt, der wohnt oben, einen Architekten, der wohnt in der Mitte, und Mütter, die wohnen überall. 38 Erwachsene
und 12 Kinder in 24 Wohnungen, und bei Reinhard Barth auf dem Klavier liegen die meisten ihrer Schlüssel. Jeder sieht nach seinem Nachbarn. Das ist nur eine ihrer Regeln.
"Soziales Verhalten" heißt das und steht neben "Müll" und "Treppenreinigung" in ihrer Satzung unter "Politische Präambel" auf Seite zwei. Seit 30 Jahren gibt es eine solche Satzung, sie ist acht Seiten lang, und jeder, der einzieht, muss sie unterschreiben. Als Bekenntnis und als Absichtserklärung. Darin tauchen Wörter auf wie "Einsatz" und "Beteiligung", wie "Achtung" und "Solidarität".
Man kann das altmodisch finden oder modern. Es klingt wie ein Relikt aus den bewegten Jahren, in denen alle Menschen Brüder werden sollten. Oder wie die Anleitung für ein neues Deutschland, in dem es wieder mehr Miteinander geben soll, mehr Bürgersinn, mehr Eigeninitiative und mehr von diesen Tugenden, die die Deutschen über Anzeigenkampagnen, über Fernsehspots und über Bundespräsidentenreden in ihre Köpfe bekommen sollen.
Es hängen Plakate an der Fassade nach vorn zur Straße, auf denen steht "35 Jahre Hausbesetzung".
"Das sind Autonome", sagen einige der Nachbarn, "das sind Linke."
Das war einmal. Im Jahr 2005 leben die Hausbewohner in ihren Wohnungen auf Eichenparkett, Fischgrätmuster, 200 Quadratmeter, hohe Fenster, hohe Türen, Stuckdecken, Blick ins Grüne, und beim traditionellen Martinsgans-Essen sitzen sie wie jedes Jahr an einer weißgedeckten Tafel mit roten Servietten, roten Kerzen und Rosenblättern, trinken Rotwein, Côtes du Rhône, und Champagner.
Ihre ersten Jahre im Haus nennen sie "Kampfzeit". Drei sitzen mit am Tisch, die schon in den Anfangsjahren dabei waren. Reinhard Barth ist einer von ihnen, und dass es 1970 mit ihm anfing, war ein Zufall und auch nicht.
Barth war Student und wollte zu Hause raus. Die langen Haare sollten nicht länger das einzige Zeichen seines Protests und der Sehnsucht nach einem freiem Leben sein.
In Eppendorf, das erzählte man sich auf den Gängen in der Uni, gebe es riesige Wohnungen mit hohen Decken und mit großen Fenstern und mit so vielen Zimmern, dass es für eine Menge Mitbewohner reiche.
Am Akazienweg, im Haus seiner Eltern, einem Einfamilienhaus mit Durchreiche, wohnte Reinhard Barth in einem Zimmer unter Schrägen. Da aß man um ein Uhr zu Mittag und trank um vier Uhr Kaffee, da hatten sie eine Tischtennisplatte im Garten unter Kiefern, und wenn Reinhard und seine Brüder spielen wollten, mussten sie Teppichboden unter ihre Füße legen, das schonte den Rasen.
Es war eine bürgerliche Idylle, der Vater Lehrer, die Mutter Hausfrau, und an zwei Nachmittagen in der Woche gab sie anderen Kindern im eigenen Wohnzimmer Gymnastikstunden. Nach den schweren Nachkriegsjahrzehnten hatten sie es für sich zu etwas gebracht, aber in ihrem jüngsten Sohn war die Sehnsucht nach einem Leben gewachsen, das anders sein sollte als das Leben von Kleinbürgern.
Um diesem Leben näher zu kommen, mussten sich Reinhard, 27 Jahre alt, und seine Freundin Katrin als Kleinbürger verkleiden. In Anzug und Pelzmantel bekamen sie den Mietvertrag für eine der Wohnungen, im Erdgeschoss an der Haynstraße 1.
Der Vertrag war befristet. Denn es gab eine Baufirma, die wollte das Haus abreißen und neue, moderne Häuser bauen.
Im Haus jedoch, und das hatte die Baufirma unterschätzt, gab es einige langjährige Bewohner, die waren zäh, die verzögerten den Abriss, und Reinhard Barth und seine Freundin bekamen immer neue befristete Verträge. Es kamen andere Studenten, auch mit befristeten Verträgen, und drei Jahre später war die Hälfte der Wohnungen bewohnt von jungen Leuten, die anders wohnen wollten als ihre Eltern.
Also lernten sie sich kennen, im Treppenhaus, im Garten, in den Küchen und Schlafzimmern. Sie hatten dasselbe Alter, waren gebildet und interessiert, es gab Maoisten, Kommunisten und Spontis, und alle wollten sie weg vom Kleinbürgertum ihrer Eltern. Sie wollten kein Glück im
Ghetto ihrer vier Wände, sondern suchten das Glück in der Gemeinschaft und in der Abneigung gegen das Leben draußen vor der Tür.
Der Maoist lief durch das breite Treppenhaus und zitierte seinen Diktator: "Wenn der Feind uns bekämpft, ist das gut und nicht schlecht." Der Maoist erzählte von Häusern in anderen Teilen der Stadt, die besetzt wurden, um sie zu retten. Warum sollten die Bewohner der Haynstraße sich also damit abfinden, dass ihre Insel der Gemeinschaft eines Tages versenkt werden sollte? Nur weil Spekulanten sich von einem Neubau mehr Gewinn versprachen?
So kam es, dass auch die Bewohner der Haynstraße ihren Feind fanden, die Spekulanten. "Das war der Aufruf für die erste Kampagne zum Erhalt des Hauses", sagt Reinhard Barth. Er hat jedes einzelne der alten Bilder parat, um ihn herum stehen Möbel, mit denen er eingezogen ist, schwere Möbel, der Schreibtisch, der Stuhl davor, die Landkarten über dem Bett an der Wand, die heute vergilbt sind, im Bücherregal Stefan Zweig, "Die Welt von Gestern".
Damals gingen sie auf die Straße, demonstrierten, sie schrien, verteilten Flugblätter und gründeten einen Mieterverein. Dem konnten auch Nachbarn aus der Umgebung beitreten, jeder, der wollte, je mehr, desto besser. Heute hat der Verein 18 000 Mitglieder.
Es dauerte nicht lange, bis es der Baufirma reichte, sie verkaufte 1975 den Altbau an eine Schweizer Firma, an eine "Briefkasten AG", sagen die Bewohner heute. Die Studenten argumentierten für neue Mietverträge, und sie hatten einen unter sich, der kannte sich aus, der studierte Jura, der war beliebt im Haus und bei den Frauen, und der verhandelte über Wochen hin und her und erreichte am Ende das, was er wollte: einen einzigen Mietvertrag für alle.
Das war der Clou.
Und der Chef der "Briefkasten AG", ein Spekulant der alten Sorte, der das Haus an der Haynstraße als reines Umwandlungsobjekt ansah, ließ sich über den Tisch ziehen, von Studenten.
Ihnen konnte nur noch zusammen gekündigt werden. Das schwächte den Kapitalisten und stärkte die Hausgemeinschaft. Sie konnten nun auch bestimmen, wer einzog und wer das Haus verlassen musste, das verlieh ihnen Macht. Sie hatten die ortsübliche Miete abgelehnt und beschlossen eine Miete nach § 28 II 2. BVO, "Sozialer Wohnungsbau", so steht es noch immer festgeschrieben im Mietvertrag. Diese Miete liegt heute bei drei Euro pro Quadratmeter. Normalerweise zahlt man in ihrer Gegend ungefähr zehn Euro pro Quadratmeter, netto kalt.
Die Schweizer Firma begriff, dass sie schlecht verhandelt hatte, und wollte die Wohnungen wieder loswerden. Sie fand tatsächlich Käufer. "Die haben den Vertrag nicht richtig gelesen oder gedacht, die Spinner hauen wir da raus", sagt Barth.
Ihn amüsiert das.
Der Vertrag hat ihn geschützt bis heute, das Lebenswerk eines Jurastudenten, der heute Anwalt ist, spezialisiert auf Mietrecht, und im vierten Stock wohnt, vorn rechts.
Und immer, wenn die Eigentümer sich wieder etwas einfallen ließen, um die Hausgemeinschaft rauszuschmeißen, zog der Anwalt nach.
Einige der Mieter, 13 bis heute, sind deshalb selbst Eigentümer geworden, schweren Herzens, aber es schützte ihre Gemeinschaft. Denn: Der Gemeinschaft konnte nur gekündigt werden, wenn jeder Eigentümer dafür war.
Natürlich waren die Eigentümer, die im Haus wohnten, immer gegen einen Rausschmiss.
13 Jahre lang haben die "Fremdeigentümer", also die, die nicht im Haus wohnen, geklagt, bis sie erreichten, dass die Eigentümer aus dem Haus nicht mehr mitstimmen durften, wenn es darum ging, ob sie sie nun endlich rausschmeißen oder nicht, die "Parasiten im Haus".
Einer der Fremdeigentümer, ein Pilot aus Neuwied, nennt das, was die Bewohner dort drinnen im Haus machen "Pfadfinderei" und eine "Illusion auf vier Etagen". Er glaubt: "Die wollen nur billig wohnen."
Im Jahr 2005 führen die Bewohner im Haus ihren Endkampf. Es wird bedrohlich, denkt manch einer der neuen Mieter. Es wird nichts passieren, sagen diejenigen, die schon immer dabei waren.
Am Martinstag, wenn sie bei Gans und Champagner zusammensitzen und ihren Gemeinschaftsgeist feiern, kommen auch frühere Bewohner dazu. In diesem Jahr schaut Dirk Zöllner, 55, vorbei, Mitkämpfer in den ersten fünf Jahren, und jetzt Besitzer einer schönen Zweizimmerwohnung an der Elbchaussee, einer der teuersten Straßen in der Hansestadt, mit Elbblick.
Sie hätten früher nicht zugelassen, dass jemand von der Elbchaussee bei ihnen am Tisch sitzt. Leute von der Elbchaussee waren Spekulanten, sie waren feine Fritzen mit Designerlampen und mit Putzfrauen.
Heute haben die Bewohner der Haynstraße selbst Designerlampen über ihren Tischen hängen, und auf ihren Hausversammlungen geht es um größere Küchenbalkone.
Aber sie vereint noch immer das Bestreben, die besseren Menschen zu sein. Es gehört zum guten Ton im Haus, keinen Mercedes oder BMW zu fahren. Auch sie möchten etwas mitteilen mit ihrem Lancia oder Audi oder Toyota: dass sie keine Spießer sind, sondern Rebellen, immerhin noch Konsumrebellen. Sie kämpfen nicht mehr für eine bessere Welt, aber für einen besseren Konsum.
Sie sagen, "ja, mein Auto ist so eine Schrottkiste, ein Uralt-Lancia" oder "ein Audi 100 Avant, 19 Jahre alt, den gibt es heute nicht mehr", und einer kokettiert damit, es nicht genau zu wissen, es müsse ein Toyota sein.
Sie haben ihre ungeschriebenen Gesetze, und sie haben ihre festgeschriebenen Regeln. Jeder im Haus hat seine Pflichten und Dienste. Sie leben in einer solidarischen Gemeinschaft nach den Werten, die sie in der Satzung festgelegt haben, und keiner von ihnen kann sich mehr vorstellen, woanders zu wohnen.
Der Anwalt im Haus ist Anwalt und Mitglied der Jura-Gruppe, der Architekt ist Architekt und Mitglied der Technik-Gruppe. Es gibt eine Öko-Gruppe, eine Handwerker-Gruppe, eine Finanz-Gruppe und die "Zentrale", die alles koordiniert. Wer "Zentrale-Dienst" hat, geht reihum durch vier Etagen. Wer Dienst hat, protokolliert und zählt die Handzeichen auf der Hausversammlung. Neue Elektrik, ja oder nein?
Es gibt auch eine Schaukasten-Gruppe, früher gab es eine Propaganda-Gruppe. Zur Finanz-Gruppe gehört Sylvia Wand, Buchhalterin in einer Unternehmensberatung und Buchhalterin auch drinnen. Die 59-Jährige treibt die Mieten ein und leitet sie weiter.
Jede Partei im Haus zahlt eine Prozesspauschale über 20 Euro im Monat und ein Hausgeld, ebenfalls über 20 Euro pro Kopf und Monat. Aus diesem Sozialfonds wird Mietern Überbrückungsgeld gezahlt, wenn sie kurzfristig arbeitslos werden oder aus Krankheitsgründen weniger verdienen. "Das Haus verwaltet sich selbst", sagt Sylvia Wand, und sie meint das nicht nur ökonomisch. Sie lebt allein in ihrer Wohnung, aber fühlt sich nicht allein. Bei Reinhard Barth ist das auch so.
In anderen Häusern wäre Reinhard Barth der komische Kauz von unten, der aus dem Erdgeschoss, von dem keiner genau weiß, was er eigentlich tut den ganzen Tag.
In der Haynstraße 1 wissen sie, was er tut. Er liest viel, schreibt Bücher und fährt ans Elbufer, dorthin, wo es ruhig ist.
Leon und Carolin, die ältesten Kinder der Hausbewohner, sind heute 20 und 18 Jahre alt und sehen die Hausgemeinschaft als eine Art "Mini-Internet", als eine vernetzte Welt, in der alle Türen offen stehen. Als sie klein waren, hat jeder im Haus mal auf sie aufgepasst.
"Es ist ein Unterschied, ob du auf der einen oder der anderen Straßenseite aufwächst", sagt Carolin, sie ist Schülerin, blond, selbstbewusst, raucht rote Gauloises. Das Bewusstsein im Haus, sagt sie, sei ein anderes als das draußen.
Draußen, da leben die Menschen nebeneinanderher und kennen sich kaum. Draußen in Eppendorf, da gibt es in den Geschäften Balsamico-Essig für 40 Euro, Steinpilz-Ravioli für 1,70 Euro pro 100 Gramm und exklusive Accessoires aus Dänemark. Drinnen, im Haus, verbringen sie ihre Zeit damit, Theateraufführungen aus dem Stadtteil auszuhängen und Hausfeste zu organisieren, mit Clowns und Jongleuren und Tanzmusik am Abend, zu denen alle eingeladen sind. Sie träumen nicht mehr von der besseren Gesellschaft, aber immerhin noch von der besseren Gemeinschaft.
Den Kampf gegen die Spekulanten und gegen die Kleinbürger haben die Bewohner vor allem mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch ausgefochten, bis zum diesjährigen Martinsgans-Essen bei Kerzenschein haben sie mehr als hundert Prozesse geführt. An Amtsgerichten, Landgerichten, Oberlandesgerichten, am Bundesgerichtshof, am Bundesverfassungsgericht. Und die meisten der Prozesse haben sie gewonnen.
Sie zogen von Gerichtssaal zu Gerichtssaal in den letzten 35 Jahren, und während sie klagten und siegten, trat Willy Brandt zurück, wurde Helmut Kohl gewählt, kippte die Mauer, zerfiel der Sozialismus, verschwand Helmut Kohl, schrumpfte der Sozialstaat, schuf die SPD Hartz IV, wurde Deutschland ärmer und egoistischer und die Welt unsicherer.
Während die Hausbewohner klagten und siegten, es sich nett machten und immer bürgerlicher wurden, wuchs bei den Bürgern draußen die Sehnsucht nach Gemeinschaft und Gemeinsinn. Städtebauer haben das Projekt "Soziale Stadt" angeregt, 230 deutsche Städte wollen den Bürgersinn ihrer Bewohner fördern.
Und der Bundespräsident wird nicht müde, den Deutschen Eigeninitiative und solidarisches Miteinander näher zu bringen: Wenn der Sozialstaat schrumpft, müssen die Bürger sich umeinander kümmern.
Eine neue "Solidarität unter den Bürgern" fordern junge Konservative der Jungen Union, denn eine Gesellschaft des Jeder-gegen-Jeden sei nicht mehr zeitgemäß, sagen sie. Die Rechten entdecken die Solidarität und die Linken die Bürgerlichkeit.
"Wir leben im Haus nach den Regeln einer Kampfgemeinschaft", sagt Reinhard Barth über das Haus, das längst eine bürgerliche Solidargemeinschaft geworden ist, so modern, dass sie ein Modell sein könnte für die Bürger in Eppendorf.
Reinhard Barth pflegt seinen Dinosaurier, den Spekulantenfresser, vorn im Garten. "Er muss echt aussehen", sagt er.
Barths Bewegungen sind langsamer geworden in den letzten Jahren. Er hatte einen Schlaganfall. "Einige im Haus werden alt", sagt Barth, "aber sie werden nicht ausziehen wollen."
Sie werden Pflege und Hilfe brauchen, die Bewohner werden sich etwas überlegen, etwas, von dem andere lernen sollen. Der Kampf geht weiter.
Von Barbara Hardinghaus

DER SPIEGEL 51/2005
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