14.11.1962

SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNGSchweigen im Walde

Es war Frühling. Kein Vogel zwitscherte. Braun und welk hing das Laub an den Bäumen.
"Irgendein übler Fluch lastete auf dem Land", heißt es in dem Bericht über diesen Frühling, "da sich auf merkwürdige Weise alles zu ändern begann.
"Seltsame Seuchen dezimierten das Hühnervolk, die Kuhherden und die Schafherden. Überall lag der Schatten des Todes... Die Ärzte kannten die Krankheiten nicht, von denen die Menschen befallen wurden. Plötzliche Todesfälle waren häufig... Kinder verfielen unversehens in Krämpfe... und starben binnen Stunden. Und überall lastete drückend eine seltsame Stille.
"Die Apfelbäume begannen zu blühen, aber keine Bienen kamen, sie zu befruchten. Felder und Wälder waren wie ausgestorben. Sogar die Flüsse waren ohne Leben."
Mit diesem erfundenen Horror-Porträt einer amerikanischen Kleinstadt hat die Wissenschaftlerin Dr. Rachel Carson die US-Nation in Schrecken versetzt. In ihrem soeben veröffentlichten Buch "Silent Spring"* (Schweigender Frühling) malt die renommierte Meeresbiologin und Bestseller-Autorin ("Das Meer um uns") aus, was den Erdbewohnern dereinst widerfahren könnte: der Gifttod durch die selbstgewollte, systematisch betriebene Verseuchung der Natur mit Chemikalien.
"Ein böses Gespenst geht bei uns um", notiert die Wiesenschaftlerin, "und schon bald wird meine imaginäre Kleinstadt Tausende von echten Ebenbildern haben." Denn zum erstenmal in der Geschichte sei "jedes menschliche Lebewesen bis zum Tode" gefährlichen Chemikalien ausgesetzt: "Die Menschheit lebt heute nur wenig besser als die Tischgäste der Borgias."
Die poetisch vorgetragene, düstere Prognose ist das Ergebnis umfassender Recherchen über die Fehl- und Nebenwirkungen der kaum noch übersehbaren Zahl von Insektenvernichtungs - und Unkrautvertilgungsmitteln, die heute in allen Teilen der Welt verspritzt und verstreut werden. Der immer dichter werdende Giftregen gleicht der Berieselung der Erde durch radioaktiven Staub, der bei den Atom-Explosionen aufgewirbelt wird, bis ins Detail:
Wie das gefährliche radioaktive Abfallprodukt Strontium 90 sich in den Knochen der Menschen ablagert, so haben auch viele Insektizide und Unkrauttöter die Eigenschaft, über lange Zeiträume hinweg im menschlichen oder tierischen Organismus zu verweilen. Rachel Carsons Schwarze Liste:
- Sie verharren mangels chemischer Gegenspieler lange Zeit unzerstört im Boden und werden von Pflanzen aufgenommen.
- Sie werden im Körper des Menschen, vornehmlich im Fettgewebe, gespeichert und können als schleichendes Gift etwa Leberschädigungen und Gehirndefekte verursachen.
- Sie können ähnlich wie radioaktive Strahlung Erbänderungen (Mutationen) auslösen.
- Und: Manche Pflanzenschutzmittel sind hochgradig verdächtig, Krebs zu erzeugen.
Diese Anklagen rührten an den durch die Contergan-Affäre hochsensibilisierten Nerv der Amerikaner. Die Regierung setzte eilends ein Komitee ein, das unter der Leitung des Präsidenten-Beraters für Wissenschaft und Technologie, Professor Jerome B. Wiesner, die Anwendung von Insektiziden und Unkrauttötern prüfen und gegebenenfalLs besondere Kontrollmethoden ausarbeiten soll.
In London schrieb der "Evening Standard", Dr. Carsons "Schweigender Frühling" errege mehr Aufsehen als jedes andere Buch "seit Upton Sinclairs 'The Jungle', das Chicago zwang, seine Schlachthäuser vom Dreck zu befreien". In Hamburg prophezeite "Die Welt": "'Die Auseinandersetzung darüber, ob Zigaretten zur Krebsentstehung beitragen, dürfte harmlos sein im Vergleich zu dem Streit, den Miss Carsons Thesen noch heraufbeschwören werden." Und in New York konstatierte die "New York Times", wenn Dr. Carsons Alarm die Öffentlichkeit aufrüttele, werde der Autorin der Nobelpreis gebühren, "wie er seinerzeit dem Entdecker der insektiziden Wirkung des DDT zustand".
Gerade das Wundermittel DDT aber ist es, das Dr. Carson für die nach ihrer Meinung gefährliche Entwicklung mitverantwortlich macht Der insektentötende Effekt des DDT war 1939 von dem Schweizer Chemiker Dr. Paul Müller entdeckt worden. Fünf Jahre später entwickelte im Leverkusener Bayer-Werk der deutsche Chemiker Gerhard Schrader das E 605.
Damit begann die entscheidende Phase moderner Schädlingsbekämpfung. Die äußerst drastische biologische Wirkung dieser beiden Stoffe, die zwei verschiedenen Gruppen von Verbindungen angehören, spornte die Chemiker in aller Welt an, immer neue chemische Abkömmlinge und Verwandte zu synthetisieren.
Im "Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis" der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig werden rund 1100 amtlich geprüfte Chemikalien aufgeführt, die unter Tausenden von verschiedenen Firmennamen, Mischungen und Konzentrationen über die ganze Welt verbreitet sind.
Ausgerüstet mit diesem Arsenal todbringender Substanzen, vollbrachten die Schädlingsbekämpfer während der letzten zwei Jahrzehnte erstaunliche Leistungen:
- Sie vernichteten Myriaden von Mücken und Moskitos, so daß die Weltgesundheitsorganisation unlängst melden konnte, die Malaria sei in vierzig Ländern praktisch ausgerottet (Malaria-Todesfälle 1948: drei Millionen; 1958: 1,5 Millionen).
- Sie bewahrten Monokulturen* vor der Vernichtung durch Insekten. So konnte die vorjährige Baumwollernte in Ägypten buchstäblich in letzter Stunde durch das eilig eingeflogene Bayer-Präparat "Dipterex". gerettet werden.
- Sie vertrieben die Pflanzenschädlinge so gründlich, daß die amerikanischen Farmer ihre Ernte-Erträge um 36 Prozent zu steigern vermochten.
Diese Taten legitimierten durchaus, von "einem der stolzesten und aktuellsten Kapitel in der ereignisreichen Geschichte der Chemie" zu sprechen, wie es der "Verband der Chemischen Industrie" in der Bundesrepublik erst kürzlich tat. Dr. Rachel Carson indes zeigte sich' weniger von den Erfolgen der modernen Giftchemie, sondern vom Ausmaß der systematischen Landschaftsverseuchung beeindruckt.
Sie rechnete den US-Bürgern vor: Allein die in Kaliforniens Farmen und Plantagen bislang verbrauchte Menge E 605 (in Amerika als "Parathion" oder "Thiphos 3422" im Handel) hat bereits das Fünf- bis Zehnfache der Dosis erreicht die - direkt verabreicht - genügen würde, die gesamte Weltbevölkerung zu vergiften.
Und allein die amerikanische Industrie brachte in den letzten 15 Jahren über 600 neue Schädlingsbekämpfungsmittel auf den Markt. Der US-Konsum an Giftchemikalien hat sich von 1947 (56 Millionen Kilogramm) bis 1960 (289 Millionen Kilogramm) mehr als verfünffacht. Dr. Carson: Es kann sich erweisen, daß es unmöglich ist, einen solchen Fluß gefährlicher Gifte über die Erde zu leiten, ohne sie damit für alles Leben unbewohnbar zu machen."
Manche Verbindungen sind noch in Böden nachweisbar, auf denen sie vor einem Jahrzehnt versprüht wurden. Wissenschaftler entdeckten Spuren der Gifte in Fischen entlegener Bergseen, in Waldquellen fast unberührter Landstriche, in Vogeleiern und Regenwürmern, in der menschlichen Muttermilch und im Gewebe ungeborener Kinder. "Es ist heute fast unmöglich für einen Wissenschaftler", so berichtet Dr. Carson, "für Experimente Tiere zu bekommen, die keinerlei Spuren der künstlich erzeugten Gifte gespeichert haben."
Das Verhältnis des Menschen zum Gift habe sich, so erklärte Dr. Carson plausibel, in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Längst sei es nicht mehr üblich, die Schädlingsbekämpfungsmittel mit den klassischen Giftsymbolen - Totenkopf und gekreuzte Knochen - zu etikettieren. Ohne Umschweife könne jedermann in Drugstores, Supermarkets und Kramläden sackweise weitaus gefährlichere Substanzen erstehen als die herkömmlichen Giftschrank-Medikamente, bei deren Erwerb sich der Amerikaner noch ins Giftbuch eintragen müsse.
Rachel Carsons Befremden über diese Bräuche erscheint verständlich angesichts der in Tierversuchen ermittelten Tatsache, daß bereits eine Konzentration von drei Gewichtsteilen DDT auf eine Million Gewichtsteile Gewebssubstanz wichtige Stoffwechselvorgänge im Herzmuskel unterbindet oder Leberzellen zerstört. Ebenso ist längst erwiesen, daß DDT - im Gegensatz zu natürlichen organischen Giften - die Barriere des Mutterkuchens passieren und in den Organismus des ungeborenen Kindes eindringen kann.
Den Müttern aber bleibt die DDT -Kost kaum erspart: Werden beispielsweise Luzernefelder mit DDT besprüht, so legen Hühner, die mit der Luzerne gefüttert werden, DDT-haltige Eier. Auf dem Umweg über Heu und Kuhmilch konzentriert sich das fettlösliche Mittel besonders in der Butter.
Schon 1956 schätzte die "American Public Health Association", daß der Durchschnittsamerikaner mit seiner täglichen Kost ein fünftel Gramm DDT einnehme. Da nach der Fütterung von DDT-Gaben bei Labortieren verdächtige Lebergeschwülste beobachtet wurden, sind manche Mediziner überzeugt, daß die Substanz Krebs erregen kann.
Daß auch Säugetiere, Vögel und Fische im DDT-Zeitalter jedenfalls nicht schadlos davonkommen, wurde nur durch einen Zufall entdeckt. Der Ornithologe Professor George Wallace von der Michigan-Universität hatte im Jahre 1954 einen Studenten beauftragt, die Populations-Schwankungen einer rotbrüstigen Drossel ("Robin") zu untersuchen, die in Amerika ähnlich verbreitet ist wie die Amsel in Europa. Auf dem Universitätsgelände und in der Nachbarschaft wurde damals gerade DDT gegen Mücken und forstschädigende Insekten gespritzt.
Im darauffolgenden Frühjahr machten die Ornithologen eine merkwürdige Beobachtung: Die Zugvögel fanden sich zwar wieder ein, aber nur wenige bauten Nester und zogen Junge auf. Dafür wurden immer häufiger tote Drosseln gefunden.
In den folgenden Jahren wurde weiter DDT gespritzt, und jedesmal kehrte auch das Vogel-Elend wieder. Professor Wallace und sein Doktorand glaubten anfänglich, unter den Robins habe sich eine Nervenkrankheit ausgebreitet. Sie mußten aber bald feststellen, daß im Gegensatz zu der Versicherung der Sprühtrupps, das DDT sei harmlos für die Vögel, die Drosseln an DDT-Vergiftungen eingingen.
Die Vögel waren keinewegs mit dem Gift direkt in Berührung gekommen; sie hatten es mit den Regenwürmern aufgenommen.
Bei Drosseln, die zwar Nester bauten, aber keine Eier legten, oder Eier legten, die unbefruchtet waren, wurde ein niet minder bedenklicher Umstand zutage gefördert: Die Keimdrüsen dieser Tiere wiesen einen hohen DDT-Gehalt auf.
Ähnliche Schädigungen werden nach den Beobachtungen der Forscher durch das Insektizid Aldrin verursacht, das - zusammen mit dem Dieldrin und dem Endrin - zu den giftigsten DDT -Verwandten gehört. Nach Aufnahme von nur geringen Aldrin-Dosen legten Vögel wendiger Eier als gewöhnlich; die Jungen starben früh. Bei Ratten wurde die Vermehrungsrate deutlich herabgesetzt, die Jungen wurden krank geboren und starben meist innerhalb von drei Tagen. Dr. Carson: "Niemand weiß, ob der gleiche. Effekt sich nicht auch beim Menschen einstellen kann.
Dessenungeachtet wurde das billig herstellbare Aldrin sogar in der Nähe von Großstädten zur Bekämpfung eines aus Japan in die USA eingeschleppten Käfers eingesetzt. Als 1959 eine der- artige Aktion in der Umgebung Detroits gestartet wurde, versicherte das Städtische Gartenbauamt, das Unternehmen sei "völlig harmlos für Menschen, Pflanzen und Haustiere". Das amerikanische Bundesluftfahrtamt sprach von einer "ungefährlichen Aktion".
Kurze Zeit später waren die Wartezimmer der Tierärzte überfüllt. Hunde und Katzen zeigten Vergiftungserscheinungen. Und die Human-Mediziner mußten vier spuckende, hustende, von Fieber geschüttelte Patienten versorgen, die vor der Haustür zugeschaut hatten, wie Flugzeuge das Insektizid über der Landschaft zerstäubten.
Als eine der tückischsten Eigenschaften des Aldrins gilt, daß es mitunter in eine andere giftige Verbindung, Dieldrin, umgewandelt wird. Karotten beispielsweise, die aus einem mit Aldrin behandelten Acker stammen, enthalten später Dieldrin, das, durch den Mund eingenommen, fünfmal giftiger ist als DDT, vierzigmal giftiger, wenn es in gelöster Form durch die Haut absorbiert wird.
Noch stärker schließlich wirkt das E 605. "Einer der Umstände", so schreibt Dr. Carson, "die uns davor bewahren, an diesem Stoff zu sterben, Ist die Tatsache, daß er ziemlich rasch im Organismus abgebaut wird." Immerhin: In Kalifornien mußten zehn von dreißig Orangenpflückern ins Hospital eingeliefert werden, obgleich die Plantage schon zweieinhalb Wochen zuvor mit dem Mittel besprüht worden war.
Menschen und Tiere, so gibt die Amerikanerin zu bedenken, haben sich in einer Jahrmillionen umspannenden Entwicklung den natürlichen Verhältnissen ihrer Umgebung angepaßt. Das Tempo jedoch, mit dem heute die Schädlingsbekämpfer die synthetischen Gifte in alle Welt verpulvern, lasse den Lebewesen zu wenig Zeit, sich auf die künstliche Verseuchung einzustellen. Das natürliche Gefüge der Tier- und Pflanzenwelt sei stellenweise irreparabel aus der Balance geraten.
Resümee: "Der Verseuchung unserer Umgebung kann erst ein Ende gesetzt werden, wenn unsere Behörden den Mut und die Aufrichtigkeit aufbringen, öffentliches Wohlergehen für wichtiger als Dollars zu erklären, und wenn sie diesen Standpunkt gegenüber allen Pressionen und Protesten vertreten... Wenn die Öffentlichkeit bei früheren Gelegenheiten von der abträglichen Wirkung der Schädlingsbekämpfungsmittel erfuhr, wurde sie mit Beruhigungspillen in Form von Halbwahrheiten abgespeist."
Tatsächlich war Rachel Carsons Buch noch nicht erschienen - es wurde auszugsweise von der Zeitschrift "New Yorker" vorab veröffentlicht -, als die amerikanische Chemie-Industrie bereits Beruhigungspillen zu drehen begann. "Die Strategie muß sein", so berichtete die Zeitschrift "Chemical Week", "jeden Angriff auf das Buch 'Silent Spring' zu vermeiden und statt dessen auf die wichtige Rolle der Insektizide und Unkrauttöter bei der Bekämpfung von Krankheiten und bei der Erhöhung der Nahrungsmittel-Produktion hinzuweisen "
Unter Wissenschaftlern war die Meinung über das Carson-Buch geteilt. Während der Nobelpreisträger Hermann. J. Muller, einer der angesehensten Genetiker, das Plädoyer der Rachel Carson unterstützte und beklagte, die Produkte der modernen Chemie würden "mit nur kümmerlicher Kenntnis der biologischen Risiken" angewandt, machten andere Forscher der Autorin zum Vorwurf, sie habe die Situation zu einseitig geschildert und mitunter gar hysterisch verzeichnet.
Der Leiter der toxikologischen Abteilung des amerikanischen Gesundheitsdienstes in Atlanta, Dr. Wayland J. Hayes, bezweifelte rundheraus die abträgliche Wirkung geringer DDT -Dosen, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Und das Nachrichtenmagazin "Time" berichtete, viele Wissenschaftler sympathisierten "mit Dr. Carsons Liebe zur ursprünglichen Natur und sogar mit ihrer mystischen Verehrung des biologischen Gleichgewichts". Indes: "Schädlingsbekämpfungsmittel sind heute ein notwendiger Bestandteil der US-Landwirtschaft, deren an Wunder grenzende Leistungen die alte Tragödie vom Hunger in das biologisch freundliche Problem 'Wohin mit den Ernte-Überschüssen?' umgewandelt haben "
Ein Wissenschaftler der staatlichen landwirtschaftlichen Versuchsstation in Illinois, George C. Decker, erklärte denn auch: "Wenn wir hier in Nordamerika nach der Maxime 'Überlassen wir's doch der Natur' verfahren würden, wie manche Leute gedankenlos propagieren, dann ergäbe sich für diese Halbexperten das Problem, wie der Überschuß von 200 Millionen Menschen zu beseitigen sei und nicht der Überschuß von Mais, Baumwolle und Weizen."
Einer ähnlichen Argumentation bediente sich der drittgrößte amerikanische Chemie-Konzern, Monsanto. Die Firma veröffentlichte in ihrer Hauszeitschrift einen Artikel, in dem Dr. Carsons poetische Polemik mit verkehrtem Sinngehalt nachgeahmt wurde. Titel: "The Desolate Year" (Das trostlose Jahr).
"Schweigend", so heißt es in der Parodie, "begann das trostlose Jahr. Kaum jemand war sich der Gefahr bewußt. Letzten Endes hatte man noch im vergangenen Winter kaum eine Küchenfliege gesehen. Was sollten die wenigen Käfer, die noch herumkrochen, wohl anrichten können?" Am Ende aber "rannten Insekten und Unkräuter um die Wette, um jedes Erdbeerfleckchen, jedes Gartenbeet und jedes Kornfeld zu besetzen".
Zu genau diesem Schluß war freilich die befehdete - Dr. Carson aufgrund einer ganz anderen Überlegung gelangt: Sie war davon ausgegangen, daß die Insekten- allesamt gegen die modernen Schädlingsbekämpfungsmittel immun werden würden. Immerhin seien heute schon über 100 Insektenarten gegen die gängigen Insektizide gefeit.
Folgerung: Die letzten und einzigen Überlebenden des totalen Giftkrieges gegen die Insekten würden die Insekten sein.
* Rachel Carson: "Silent Spring". Houghton-Mifflin-Verlag, Boston/USA; 368 Selten; 5 Dollar.
* Monokultur: Anbau einer einzigen Pflanzenart über längere Zeiträume, etwa von Baumwollsträuchern oder Kaffeestauden.
Zerstäubung von Pflanzenschutzmitteln: Krebs durch DDT?
Autorin Carson
Tischgast bei den Borgias

DER SPIEGEL 46/1962
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