10.01.1962

ORDEN / BUNDESVERDIENSTKREUZEhre in Blech

Im Petersberg-Hotel hoch über dem Rhein war Bonns Bundestagsvize Carlo Schmid angetreten.
Seine Majestät Haile Selassie I., letzter absoluter Kaiser dieser Welt, winkte der Ordonnanz, die auf silbernem Tablett eine Schatulle bereit hielt. Der Monarch griff in den Kasten und zog das Kreuz Meneliks II. hervor. Dann neigte er sich zum sozialistischen Volksvertreter, lächelnd um Verständnis heischend: "Seulement pour souvenir. Leute unseres Standes müssen solche Äußerlichkeiten ertragen."
Der afrikanische Kaiser verkannte bei seinem Bonn-Besuch im Jahre 1954 die deutsche Wirklichkeit. Souvenirs dieser Art werden in Deutschland nicht ertragen, sondern erstrebt, erbettelt und ersehnt - wenn auch nicht von Carlo Schmid.
Jammerte Bayerns Ministerpräsident Wilhelm Hoegner vor dem Haushalbsausschuß seines Landtags: "Der Wunsch nach Orden und Auszeichnungen ist so stark, daß ich mit dem Bundesverdienstkreuz... nicht mehr durchkomme."
Zwar haben die Deutschen jenes Stück Tuch zwei Handbreit unter der linken Schulter schon immer sorgfältig gepflegt. Was sich aber wenige Jahre nach dem totalen Verlust eines totalen Krieges abspielte, ist ohne Beispiel: Kaum hatte der Bundesbürger unter seinem Rock wieder Substanz angesetzt, steigerte er sich in eine Ordensbegeisterung, die bald alle Symptome einer Sucht aufwies:
Seit das Automobil in der Garage, der Bungalow im Grünen und die Aktie im Safe kaum noch Exklusivität garantieren, gilt dem renommierbeflissenen Wohlstandsbürger vorzugsweise das Ordenskreuz aus seines Präsidenten Hand als Aushängeschild gesellschaftlichen Prestiges.
Stöhnte Stuttgarts Oberbürgermeister Klett: "Ich muß auf sofortiger Verleihung bestehen, da ich den Orden gesellschaftlich brauche." Dem später wegen passiver Bestechung angeklagten Klett genügte das Ritterkreuz der französischen Ehrenlegion nicht; er wollte - und bekam - das bundesdeutsche Große Verdienstkreuz mit Stern.
Als Bundespräsident Theodor Heuss am 7. September 1951, dem zweiten Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland, seinem Land nach sechsjähriger unfreiwilliger Enthaltsamkeit wieder einen Verdienstorden -schenkte - und den gleich in mehreren Stufen (siehe Graphik Seite 47) -, glaubten die Stifter allerdings noch, die Lust des Deutschen an staatlicher Dekoration habe im Jahre der Unheils 1945 gelitten, als in den Gefangenenlagern reihenweise Eiserne und Goldene Kreuze gegen zwanzig "Lucky Strike" über den Stacheldraht wechselten.
Also befleißigte sich der damalige Chef des Bundespräsidialamtes, Dr. Manfred Klaiber, heute Botschafter in Italien, bei der ersten öffentlichen Präsentation der neuen Brustzier entsprechend markiger Vokabeln: "Dieser Orden bedeutet die persönliche Bindung der Tüchtigsten an den Staat."
Und während die Präsidialen darüber hinaus verzückt von einer "Ehrenlegion verdienter Bürger der Bundesrepublik" schwärmten, die sich um das Ordenskreuz formieren werde, verstieg sich das "Bulletin", offizielles Sprachrohr der Bundesregierung, gar zu der Definition: "Orden sind weit mehr als bloße Dekoration, sie sind Abzeichen einer auserlesenen Gemeinschaft." (Dagegen einst der Geheime Rat Goethe: "Ein Orden hält manchen Puff im Gedränge ab.")
Die gerade erst eingerichteten Ordenskanzleien in den Ländern und die Bonner Ordenskanzlei des Bundespräsidialamts* mochten hinter der Spruchweisheit ihrer Oberen nicht zurückstehen und bemühten sich auf ihre Weise, den vermeintlich unpopulär gewordenen Brustbehang zu popularisieren.
Ihr Rezept: Sie warfen das neudeutsche Rheingold (Fertigungskosten: sieben Mark in den unteren Stufen, 275 Mark im -höchsten Rang) mit vollen Händen unters Volk.
Dank dieses Medaillensegens bestand die "auserlesene Gemeinschaft" Ende 1961 aus insgesamt 53 400 Ordensträgern, aus
- 9500 Ausländern und
- 43 900 Deutschen.
Im Durchschnitt werden heute 14 Bundesverdienstkreuze pro Tag verliehen.
"Mit Riesenschritten", meckerte die rechtsradikale "Deutsche National-Zeitung" schon 1954, "nähern wir uns dem Tag, da jeder, der halbwegs ... im öffentlichen Leben steht, einen Orden haben muß, wenn er nicht in den Verdacht geraten Will, sich irgendwie mißliebig gemacht zu haben."
Das 'freilich entsprach kaum dem Sinn des Stiftungserlasses von 1951. Dort hieß es: "Er (der Bundesverdienstorden) wird verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten."
Der Bundesbürger sollte nur dann auf Staatskosten renonunieren dürfen, wenn er Verdienste aufzuweisen hatte - wie etwa Westdeutschlands erster Ordensritter, der heute 35jährige Kumpel Franz Brandl aus dem hessischen Nentershausen, der bei einem Zechenunglück unter Lebensgefahr zwei Kameraden rettete und dafür 1951 das Verdienstkreuz am Bande erhielt.
Mit der Verdienst-Maxime waren die Ordenskanzleien jedoch überfordert, zumal ihnen bei der anhaltenden Flut der Ordens-Bittschriften ein Abwägen der Verdienste von Fall zu Fall gar nicht möglich schien.
Ausgehend von dein deutschen Grundsatz, daß jeder, der ein Amt bekleidet, auch ein verdienstvoller Zeitgenosse sein müsse, wechselten sie denn nach anfänglichem Querfeldeinlauf prompt auf abgesteckte Bahnen über: Nicht mehr das Verdienst wurde Kriterium für die Aufnahme in die deutsche Ehrenlegion, sondern die berufliche Position, der Dienstrang und der Verdienst. Dankbare Nutznießer dieser Behandlung waren in erster Linie die organisiert fürs Vaterland Schaffenden: die Politiker, die Beamten und die Angehörigen der zahllosen Wirtschaftsverbände, denen nunmehr die Kreuze, nahezu automatisch zufielen.
Jammerte die "Welt am Sonntag": "Man vermißt... die spontane Anerkennung einer großen Leistung."
1956 wurde diese Ämter-Patronanz sogar im Bundestag unter Beschuß genommen. Aktueller Anlaß: Die beiden Sonderminister Kraft und Schäfer waren für nur dreijähriges Schattenspiel in der Regierung mit dem Großkreuz, der höchsten Ordensstufe für deutsche Bürger, dekoriert worden - auf Vorschlag Konrad Adenauers, der selbst das Großkreuz in einer eigens für ihn angefertigten Sonderausführung trägt: mit goldenem Lorbeerkranz um den Wappenschild des Ordenskreuzes.
Erregte sich der Abgeordnete Dr. Keller (GB/BHE) vor dem Bundestag: "Das Volk hat ... wenig Verständnis für manche. Orden in einem Zeitalter, in dem man den Menschen, die als Helfer des Deutschen Roten Kreuzes in Ungarn ihren Kopf für die Menschlichkeit hingehalten haben - das scheint mir ein viel höheres Verdienst (als das der Sonderminister) zu sein -, Erinnerungsmedaillen an die Brust steckt."
Wenig Verständnis für manche Orden zeigte auch Münchens früherer Oberbürgermeister Thomas Wimmer, der selber das Große Verdienstkreuz mit Stern trägt. In seinem Dienstzimmer hatten sich 1952 neun Bürger der Stadt zur Dekorierung eingefunden. Der OB waltete seines Amtes: "I gratulier' Eahna zua Auszeichnung recht herzlich", bedauerte jedoch: "I woaß aber net, warum Sie vorgschlagn wordn san."
Die Ordenskanzlei Bayern hatte es nicht für nötig befunden, das Stadtoberhaupt über die Leistungen jener neun aufzuklären.
Bei der größten Gruppe der "auserlesenen Gemeinschaft" verzichten die Ordenskanzleien vollends auf Verdienste: Jene "Angestellten und Arbeiter der freien Wirtschaft, die fünfzig Jahre lang ununterbrochen einem und demselben Dienstherren, Arbeitgeber oder Betrieb in Treue dienten" (Ordenskanzlei Bonn), erhalten das begehrte Stück Metall nur mehr für ihr besonders strammes Sitzfleisch.
Zweimal jährlich, am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, und am 7. September, dem Jahrestag der Bundesrepublik, schütten die Ordenskanzleien ihr Füllhorn über Deutschlands Arbeiter-Veteranen aus: Ende 1961 war diese Truppe bereits auf 29 800 Mitglieder angewachsen. Erläuterte der Ordenssachbearbeiter im Bundespräsidialamt, Regierungsrat Gustav-Adolf Funke: "Großzügigkeit ist hier Trumpf."
Sie muß es sein. Denn nachdem Ordens-Vorarbeiter Hans Bott (Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband), Ministerialdirektor und persönlicher Referent von Heuss, sich 1951 diesen Sitzfleisch-Orden hatte einfallen lassen, gab es für seine Nachfolger im Bonner Präsidialamt und deren Trabanten in den Länderkanzleien keine
Chance mehr, die Aktion zu stoppen.
Nordrhein-Westfalens Ordensreferent, Ministerialrat Hans Wolfgang Rombach. "Wir sind uns einig, das ist keine sehr glückliche Sache. Zuerst glaubte Bonn, daß es gar nicht so viele Jubilare gab. Wir haben jedoch gleich gewarnt und eine Liste zusammengestellt: 2000 Namen. In Bonn fiel man auf den Rücken."
Im nachhinein versucht der Bott -Geschädigte Funke den Veteranen -Orden zu rechtfertigen: "Die Arbeitsjubilare waren in der schweren Zeit von 1945 bis 1949 das Rückgrat beim Wiederaufbau. Das wollten wir belohnen."
Origineller meditierte 1954 der Bremer SPD-Senator van Heukelum: "Mit dieser Auszeichnung erkennt die Bundesregierung die Gleichberechtigung des deutschen Arbeiters als Staatsbürger an."
Die Wirklichkeit sieht so aus: Für 50jährige Dienste auf dem Puchhof, einem Großgut im Kreise Straubing, wurde der Landarbeiter Georg Schmid - wie sechs seiner Hof-Kollegen - mit dem Orden der deutschen Jubilare geschmückt. Nach den hehren Motiven für seine Anhänglichkeit durchforscht, bayerte er: "Uns hat's halt immer gfalln am Puchhof. Da ham mir nie dran denkt, daß mir weggehn könntn."
Erkannte die "Deutsche Zeitung": "50jähriges Ausharren an einem Arbeitsplatz kann zwar ein Beweis lobenswerter Stetigkeit und Treue sein, braucht es aber nicht. Es ist nämlich denkbar - und auch bewiesen -, daß Phlegma und mangelnde Agilität manchem Arbeiter zu diesem Orden verhelfen."
Härter noch rechtete die niedersächsische Landesregierung in einer Beschwerde mit dem Bundespräsidenten. Sie zieh ihn
- der Benachteiligung der "Vertriebenen, Evakuierten und sonstwie durch Kriegswirren aus der Bahn Geworfenen" und
- der Bevorzugung jener, "die das Glück hatten, in ihrem Betrieb bleiben zu können".
Die Sorge der Vertriebenen und Spätheimkehrer um angemessene Berücksichtigung hält Ordenshüter Funke freilich für unbegründet: "Wir sind dazu übergegangen, jene Gruppen mehr als üblich auszuzeichnen. Sie bekommen in der Regel sogar eine höhere Stufe." Und: "Die Kriegsverpflichtung zählt bei der Berechnung der 50 Jahre mit."
Allein die Angehörigen der freien und künstlerischen Berufe haben nennenswerte Hindernisse auf dem Wege zur Endstation Sehnsucht des deutschen Wohlstandsbürgers zu überwinden. Sie können nämlich
- ihre Wünsche nur selten durch die sicheren Verbandskanäle schleusen und müssen
- wirkliche Verdienste aufweisen, wenn sie den Ordenswaltern auffallen wollen.
Ihr Begehr kollidiert aber mit der Scheu der Kanzleien, ausschließlich aufgrund von Verdiensten tätig zu werden, deren Beurteilung Kunstverstand erfordert.
1953 fand man beispielsweise Deutschlands Parade-Lyriker Gottfried Benn (in den bis 1957 monatlich veröffentlichten Ordenslisten des "Bundesanzeigers" als "Arzt" ausgewiesen) mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ab, während die Verdienste um den geistigen Wiederaufbau der Bundesrepublik etwa bei Benns Schriftsteller-Kollegen Frank Thieß und Gertrud von le Fort höher veranschlagt und mit dem respektableren Großen Verdienstkreuz honoriert wurden.
Den' Freischaffenden wurde jedoch unverhofft Hilfe zuteil: Theodor Heuss entsann sich seines Rechts auf die sogenannte Initiativ-Verleihung.
Erinnert sich Ordensreferent Funke: "Heuss hat sich um diese Gruppen, seiner Herkunft und seinem Denken entsprechend, sehr gekümmert. Er notierte sich Namen solcher Leute und legte uns zu bestimmten Tagen seine Aufzeichnungen vor, etwa vor seinem 70. und 75. Geburtstag oder zum 23. Mai (dem Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes)."
Die Ordenskanzleien machten aus dieser freiwilligen Initiative des Staatsoberhauptes flugs eine Gewohnheit. Wiederum Funke: "Alles, was wir nicht (wie die Beamten, Politiker, Wirtschaftler) deklinieren können, hängen wir dem Präsidenten an."
Die Kalkulation der Ordens-Bürokraten: Initiativ-Verleihung - in der Regel mindestens des Großen Verdienstkreuzes - durch den Bundespräsidenten bedeutet stets Sonderbehandlung; mithin kann sie nicht als Präzedenzfall für weitere Anträge ausgeschlachtet werden.
Als aber Gustaf Gründgens auf Heuss -Vorschlag mit dem Großen Verdienstkreuz nebst Stern verschönt wurde, scheute sich die Schar der übrigen Intendanten nicht, ihren eilends auf den Weg geschickten Bittgesuchen durch Berufung auf den Kollegen GG Nachdruck zu verleihen.
So wurde der Bundespräsident von seinen Kanzlisten alsbald in die unerfreuliche Rangelei um das Kreuz am Halse und die Schnalle auf der Brust gezerrt. Im Jahre 1951 freilich hatte Theodor Heuss, als er das Bundesverdienstkreuz stiftete, ungleich hochherzigere Motive gehabt.
Der ehemalige Ordenschef im Präsidialamt und jetzige Brigadegeneral Hans-Ulrich Krantz berichtet in seinem Buch "Orden und Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland" über den Ursprung der Stiftung: "Dem helfenden Auslande Dank und Anerkennung abzustatten .. . mußte das Anliegen des ganzen deutschen Volkes sein. Es lag nahe, diese Dankesbezeugung unter anderem auch durch ein staatliches Ehrenzeichen zu erweisen, das alle diejenigen erhalten sollten, die (nach 1945) in besonders hochherziger Weise zur Linderung der Not beigetragen haben."
Dieser ehrenwerten Überlegung gesellte sich eine weitere hinzu: Es entsprach den internationalen Gepflogenheiten, bei Staatsbesuchen, Diplomatentreffen und anderen politischen Anlässen außer gestelzten Höflichkeitsfloskeln auch gestanztes Metall zu tauschen.
Und als junger Staat, der sich gerade anschickte, wieder eine Tradition zu begründen, wie sie sich etwa im englischen "Hosenband-Orden" (seit 1350), im schwedischen ,Wasa-Orden" (seit 1772) oder im französischen "Kreuz der Ehrenlegion" (seit 1802) manifestiert, mochte die Bundesrepublik bei solchen Gelegenheiten auf ähnlich glänzenden Zierrat nicht verzichten. Beim Aufbau der deutschen Ordensstufen war daher auch formal die in Europa übliche Einteilung Vorbild*.
Den wahren Charakter unterschiedlicher Ordensstufen aber hat schon vor einem halben Jahrhundert der Feldmarschall von der Goltz-Pascha beschrieben: "Es gibt vier Klassen: verdiente, erdiente, erdienerte und erdinierte."
Unversehens wurde denn auch die "Dankesbezeugung für hochherzige Linderung der Not" Nebensache. An ihre Stelle trat internationaler Ordensbrauch, dem der Privatsekretär Haile Selassies das Großkreuz, der Chef der mexikanischen Verkehrspolizei das Große Verdienstkreuz mit Stern und die internationale Schar jener Köche, Portiers und Zuträger, die sich bei Auslandsaufenthalten deutscher Politiker nützlich machten, die speziell für sie geschaffene Verdienstmedaille verdanken.
Ebenfalls aus rein protokollarischen Erwägungen wurde dem Großkreuz noch eine Sonderstufe für Staatsoberhäupter aufgepfropft, die der Bundespräsident und 52 ausländische Potentaten tragen, unter ihnen neun Ehefrauen, wie Thailands Königin Sirikit und Persiens Exkaiserin auf Wanderschaft, Soraya.
Bei ihnen zeigte sich die Wahrheit der Schopenhauerschen Weisheit: "Orden sind Wechselbriefe, gezogen auf die öffentliche Meinung." Denn nicht weniger als acht Träger des Bonner Großkreuzes oder seiner Sonderstufe sind bereits aus dem eigenen Land vertrieben, umgebracht oder entmachtet worden:
- Brasiliens Präsident Getulio Vargas wurde gestürzt und endete durch Selbstmord;
- Argentiniens Staatschef Juan Perón setzte sich samt Bonner Orden nach Spanien ab;
- der Herr der Dominikanischen Republik, Trujillo, wurde von einem Attentäter niedergeschossen;
- Venezuelas Diktator Pérez Jiménez floh ins Ausland;
- Thailands Marschall Pibul Songgram wurde gestürzt;
- Türken-Premier Menderes wurde gehängt;
- Türken-Präsident Bayar wurde gestürzt;
- Japans Regierungschef Kischi wurde angestochen und gestürzt.
Als Theodor Heuss vor elf Jahren die Ministerpräsidenten der Bundesländer an seinen Meditationen zum Thema Orden teilhaben ließ und auf die Möglichkeit hinwies, dem Ausland mit Orden zu danken, gaben die Landesväter zu bedenken, daß der geplante Brustschmuck auch den deutschen Bürger gut kleide. Dabei fiel das Stichwort Weimar.
Im Artikel 109 der Reichsverfassung von 1919 war verfügt worden: "Orden und Ehrenzeichen dürfen vom Staate nicht mehr verliehen werden." Und: "Kein Deutscher darf von einer ausländischen Regierung Titel oder Orden annehmen."
Heuss selbst hatte diese spartanische Enthaltsamkeit des Weimarer Staates - wie Krantz berichtet - "schon damals staatlich und psychologisch für einen Fehler gehalten". Denn: "Das Vertrauen darauf, daß die Menschen eine Genugtuung allein in dem Bewußtsein finden, ihr Bestes für die Gemeinschaft geleistet
zu haben, hat schon oft zu großen Enttäuschungen geführt."
Derartige Enttäuschungen wollte Heuss jetzt, da er die Verfügungsgewalt hatte, sich und seinem Volke jedoch ersparen. Rechtliche Hindernisse gab es nicht mehr: Jener ominöse Weimarer Artikel 109 war nicht in das bundesdeutsche Grundgesetz übernommen worden, und den Artikel IV des Kontrollratsgesetzes Nr. 8 von 1945, der das Tragen militärischer und ziviler Orden untersagte, hatte die Alliierte Hohe Kommission 1949 durch das nur noch NS-Orden betreffende Gesetz Nr. 7 außer Kraft gesetzt.
So gab Heuss dem Fürspruch der Ministerpräsidenten statt, und am 7. September 1951, sechs Jahre nach dem Ende des Hitler-Regimes mit seinen über 200 verschiedenen Orden und Ehrenzeichen (wandelndes Symbol dieser Inflation: Reichsmarschall Hermann Göring), wurde dem deutschen Volke ein neuer Orden geboren.
Als Dank für die Geburtshilfe erhielten die Ministerpräsidenten das direkte Vorschlagsrecht für ihre Provinzen: So konnten sie sich auch fortan um die pflegliche Aufzucht des Ordens kümmern und aktiv bei der Befriedigung neudeutscher Ordensgelüste mitwirken*.
Die Ordenskanzlei des Bundespräsidialamts bescherte denn auch die Länder von Jahr zu Jahr mit Kontingenten, die nach der Einwohnerzahl oder auch der Anzahl der Wirtschaftsverbände und Universitäten errechnet wurden.
So wirtschaftet Nordrhein-Westfalen als volk- und industriereichstes Bundesland aus dem größten Ordenstopf: Jährlich stehen über 500 Kreuze, darunter (1961) 48 Große Verdienstkreuze, 144 Verdienstkreuze 1. Klasse und 288 Verdienstkreuze am Bande zur Verfügung; hinzu kommen noch etwa 1000 Jubiläumsorden.
Bonns Ordensreferat will von der anrüchigen Vokabel "Kontingente" allerdings nichts wissen: "Das sind lediglich Richtwerte, die durch unseren Etat (zur Zeit 90 000 Mark) bedingt sind."
Tatsächlich war diese Kontingentierung nicht als Barrikade gegen den Ansturm der Ordenssüchtigen gedacht. Verriet die Ordenskanzlei Rheinland-Pfalz: "Von Bonn wird ohne weiteres ein Extrakreuz bewilligt, wenn das Kontingent nicht ausreicht."
Um aber die Ehre in Blech allen Schichten gleichmäßig zuteil werden zu lassen, klügelten die Länder speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Systeme aus: Sie schlüsseln ihre jährlichen Zuteilungen noch einmal auf.
Rheinland-Pfalz beispielsweise: "Wir dekorieren nach landsmannschaftlichen Gesichtspunkten; außerdem achten wir darauf, daß etwa das Handwerk nicht zu reichlich bedacht wird im Vergleich zur Industrie oder die Ministerien nicht besser abschneiden als die Universitätsprofessoren."
Die Öffentlichkeit wurde auf dieses Patent-Rezept erstmals im Jahre 1952 gestoßen, als der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Altmeier der Badischen Anilin- & Sodafabrik in Ludwigshafen elf Bundesverdienstkreuze zudiktierte, mit der Maßgabe, ihm würdige Werksangehörige zwecks Auszeichnung zu benennen.
Betriebsrat und Betriebsleitung verzichteten auf das hochherzige Angebot. Begründung: "Es ist nicht möglich, einzelne herauszugreifen, ohne gleichzeitig Unruhe und Unzufriedenheit in die Belegschaft hineinzutragen."
Nichts bereitet den bundesdeutschen Ordenshütern mehr Verdruß als jene Eifersuchts-Psychose, die regelmäßig ehrenwerte Bundesbürger zu befallen pflegt, wenn jemand gleichen Berufes, gleichen Ranges oder gleichen Vermögens in die erlauchte Schar deutscher Ordensritter aufrückt, während sie undekoriert abseits stehen müssen.
Erst im vergangenen Jahr führte der Kreistag des oberfränkischen Landkreises Staffelstein öffentlich Klage: Er werde bei der Zuteilung von Bundesverdienstkreuzen (bisher zwei) ungebührend vernachlässigt; andere Kreise hingegen hätten längst zehn bis 20 Orden kassieren-können.
Die gebeutelten Ordenskanzleien suchten derartigen Prestige-Rangeleien mit neuerlichem Patent-Rezept zu begegnen, nämlich "nach Möglichkeit nicht einen einzelnen zu erfreuen, sondern auch zu verhindern, daß dadurch seine Nachbarn, die sich vielleicht ähnlich würdig dünken, verärgert werden" ("Deutsche Zeitung").
Dazu die Ordenskanzlei Baden-Württemberg: "Wir prüfen bei einer Verleihung die Reihe derer, die ebenfalls in Frage kämen."
In Bayern wurden denn auch zur selben Zeit der Oberstdorfer Kurdirektor Hermann Schallhammer und sein Kollege Max Werneck, Kurdirektor des Konkurrenzortes Garmisch-Partenkirchen, dekoriert. Und in Hessen erhielten die Textilfabrikanten und, Kommerzienräte August Helfferich, Philipp Helfferich und Adolf Oehlert, alle Neustadt an der Weinstraße, ebenfalls gleichzeitig den Bundesverdienstorden.
Bonns Ordens-Funke erläuterte das Prinzip so: "Meistens sickert ja durch, wenn jemand für den Orden vorgeschlagen ist. Sind die Länder geschickt, so lassen sie den Vorschlag etwas ruhen. Wenn weitere Vorschläge ähnlicher Art kommen, kann die Verleihung gleichzeitig bekanntgegeben werden. Dann ist keiner verärgert."
Umgekehrt scheuen sich die Kanzleien nicht, ihrerseits Geltungssucht und Eifersüchteleien zu unterstützen und sie politischen oder sozialen Erfordernissen bewußt nutzbar zu machen.
Vor wenigen Monaten zeichnete Schleswig-Holsteins Ministerpräsident von Hassel in persona je eine Zeitungsträgerin der "Kieler Nachrichten" und der "VZ-Morgenzeitung" mit der Verdienstmedaille aus.
Bald nach den Kieler Exerzitien meldete sich ein Vertreter des "Vereins Rheinisch-Westfälischer Zeitungsverleger" telephonisch beim zuständigen Ordensreferenten Rombach in Düsseldorf. Er wolle ähnliche Ehrungen auch für Nordrhein-Westfalen anregen. Die Zeitungsfrau sei Mangelware; wenn man aber den Damen einen Orden garantieren könne, wäre das eine gediegene Werbung für den Beruf.
Ähnliche Überlegungen führten schließlich zu einer Praxis, die Bonns Ordenswächter im Kanzlei-Jargon mit "Belohnung im Vorgriff" zu kennzeichnen pflegen.
Funke: "Das wird schon mal gemacht, vor bedeutenden Vertragsabschlüssen zwischen Bund und Wirtschaftspartnern beispielsweise. Wir verleihen dem Kontrahenten einen Orden, er fühlt sich vielleicht geschmeichelt und wird unter Umständen den Wünschen des Bundes oder wessen immer entgegenkommen."
Es war in der Wirtschaftsdebatte des Bundestages am 28. November 1957. Der SPD-Wirtschaftsexperte Deist attakkierte Wirtschaftsminister Erhard:
"Ich weiß nicht, ob meine Informationen richtig sind, wonach die Mineralölkonzerne einem erheblichen Druck der Bundesregierung ausgesetzt waren, damit in dieser Debatte eine Preissenkung vorgelegt werden könnte.
(Lebhafte Zurufe von der SPD: Aha!)
"Aber, Herr Bundeswirtschaftsminister, in der Presse habe ich gelesen, daß die maßgeblichen Vorstandsmitglieder - vier sind es, glaube ich - der großen Ölkonzerne, die von den internationalen Gesellschaften abhängig sind, ausgerechnet in den letzten vierzehn Tagen das Große Verdienstkreuz verliehen bekommen haben.
(Hört! Hört! und Heiterkeit bei der SPD)
"Wenn zwischen diesen Vorgängen keine Beziehungen bestehen sollten, dann sollte die Bundesregierung Wert darauf legen, daß in einem solchen Moment derartige Verleihungen unter allen Umständen vermieden werden."
Erhard begnügte sich mit der lakonischen Feststellung: "Von den Verdienstkreuzen ... ist keines auf Antrag des Bundeswirtschaftsministeriums verliehen worden." Die Bonner Ordenskanzlei aber schwieg.
Angesichts der Wertschätzung, derer sich der Bundesverdienstorden in westdeutschen Gauen erfreut, ist die Schar der Bundesbürger, die nicht zum Kreuze kriechen oder gar der ihnen angebotenen Ehrung entsagen, vergleichsweise klein.
Die Gründe für derlei Enthaltsamkeit sind dabei so unterschiedlich wie die Argumente, die weniger Bescheidene bei ihrer Jagd auf die Auszeichnung erfinden:
- Justizminister Thomas Dehler enthielt sich, als er (wie seine Minister-Kollegen Lehr, Lukaschek und Niklas) beim Ausscheiden aus dem Amt dekoriert werden sollte: "Ich fühle mich noch zu jung und hoffe auf manches weitere Jahrzehnt erfolgreicher politisch-parlamentarischer Arbeit." Als Bundestagsvizepräsident hat Dehler inzwischen das Großkreuz akzeptiert.
- Der Maler Schmidt-Rottluff protestierte gegen das "merkwürdige" Verleih-System. Er bemängelte, daß Dirigenten und Regisseure (wie etwa Gründgens) eine höhere Klasse des Ordens bekommen hatten als Komponisten oder Dichter (wie etwa Benn).
- Der frühere württemberg-badische SPD-Kultusminister Gotthilf Schenkel schließlich grollte: "Was bedeutet eine persönliche Ehrung, solange meine Partei vom Chef der Bundesregierung diffamiert wird?"
Gläubige Sozialdemokraten stellen - neben den Angehörigen einiger kirchlicher Orden, denen die Annahme weltlicher Auszeichnungen untersagt ist - die stattlichste Truppe der Ordensverweigerer, unter ihnen die baden-württembergischen Minister Renner, Hohlwegler und Ulrich sowie die Oberhausener Oberbürgermeisterin Luise Albertz.
In Nordrhein-Westfalen mußte Landeschef Franz Meyers erst Komödie spielen, um die beiden SPD-Altkämpfer Fritz Steinhoff (Ex-Ministerpräsident) und Alfred Dobbert (langjähriger Landtags-Vizepräsident) zur Annahme der Orden zu bewegen: Dem Steinhoff schwindelte er vor, Dobbert habe bereits akzeptiert, worauf Steinhoff zustimmte. Nachdem aber Steinhoffs Zusage vorlag, mochte Dobbert nicht zurückstehen. Zusammen mit dem CDU-Minister Sträter nahmen beide ihr Kreuz in Empfang.
Hamburg und Bremen dagegen halten es mit der Tradition. Die republikanische Gesinnung, so meint man hier, verbiete den hansestädtischen Beamten und Senatsmitgliedern, sich mit staatlichen Orden zu schmücken.
Hamburgs Senator Schmedemann: "Wenn ein Beamter einen Orden annimmt, kommt er in die Kategorie der Verfemten. Der höchste Orden ist, Hamburger Senator zu werden."
So lehnte denn der Bremer Senatspräsident Kaisen 1954 den Verdienstorden aus Bonn ab, wie sich auch Hamburgs ranghöchste Politiker - Bürgermeister Brauer und Parlamentspräsident Schönfelder - strikt gegen die Annahme von Bonner Kreuzen aussprachen. Wilhelm Kaisen votierte auch drei Jahre später, im Juli 1957, hanseatischer Tradition getreu im Bundesrat als einziger Landeschef gegen das "Gesetz über Titel Orden und Ehrenzeichen".
Dieses Ordensgesetz war aus zwei Gründen notwendig geworden, weil
- für den 1951 von Heuss gestifteten Bundesverdienstorden immer noch keine einwandfreie Rechtsgrundlage geschaffen war und
- dringend über die Auszeichnungen aus früheren Epochen der deutschen Geschichte befunden werden mußte. Die deutsche Nachkriegs-Gesellschaft, deren Ordenshunger durch das Bundeskreuz keineswegs gestillt war, hatte sich nach weiterer Staffage umgesehen. Allenthalben leuchteten alte Orden, sogar mit dem Hakenkreuz, in neuem Glanz:
- Der Filmschauspieler Albrecht Schoenhals paradierte 1954 auf einem Hamburger Filmball mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse;
- des Kanzlers Kilb hatte beim Adenauer-Besuch in der Türkei im August 1954 Hitlers Infanterie-Sturmabzeichen (für "drei Sturmangriffe in vorderster Front, mit der Waffe in der Hand einbrechend") angesteckt (Kilb: "Die Türken wollen Kerle sehen");
- der neu ernannte Vatikan-Botschafter Jaenicke stellte sich im Juli 1954 beim Papst mit EK-bewehrter Brust vor; und
- auf Dorffeiern protzten Schützenbrüder mit hakenkreuz-verzierten Kriegsauszeichnungen.
Schließlich ermutigte der "Selbständige Verband deutscher Soldaten in Hessen e.V." im Juni 1955 seine Mitglieder, die Auszeichnungen des Zweiten Weltkriegs "in ihrer ursprünglichen Form" zu tragen - mit dem ausdrücklichen Hinweis, das alliierte Kontrollratsgesetz sei aufgehoben, ein deutsches Verbot bestehe nicht.
Tatsächlich konnte sich der deutsche Bürger spätestens vom 5. Mai 1955 an, als die Bundesrepublik mit Unterzeichnung der Pariser Verträge souverän wurde und das Besatzungsrecht ungültig geworden war, jede Kriegsauszeichnung - mit oder ohne Hakenkreuz - anstecken.
Bundespräsident Heuss hatte schon 1951 einen Gutachter-Ausschuß einberufen, in dem unter Vorsitz des ehemaligen Reichswehrministers Geßler Vertreter der Soldaten- und Kriegsopferverbände sowie des Heimkehrerverbandes über des deutschen Landsers Ordensschmuck aneinandergerieten.
Das Resultat des Palavers: kein Verbot der Kriegsauszeichnungen. Die Dekorationen aus dem Ersten Weltkrieg sollten unbeschränkt, die der Hitlerzeit beschränkt zugelassen werden - allerdings ohne Hakenkreuz.
In seinem Gutachten ließ der Geßler-Ausschuß die Bundesregierung 1953 wissen: "Kriegs- und Tapferkeitsauszeichnungen sind und bleiben ehr-Würdig." Mit der Wiederzulassung solle "ein weiterer Schritt ... zur Beseitigung der ... noch auf dem deutschen Soldaten liegenden Diffamierung getan werden".
Die Ordensbeschauer hatten sich hiermit vor allem der Knopflochsorgen der zukünftigen deutschen Streitmacht angenommen. Ausschuß-Mitglied Hasso von Manteuffel, Panzergeneral a.D. und FDP-Bundestagsabgeordneter (1959 zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er 1944 den Befehl zur Erschießung eines Soldaten gegeben hatte): "Eine Entscheidung ist zu treffen . . . sobald die Angehörigen der deutschen Streitkräfte . . . mit den Soldaten der atlantischen Gemeinschaft auf ihrer militärischen Ebene und damit als Repräsentanten des deutschen Staates. . . in Erscheinung treten."
Aber weitere vier Jahre vergingen, ehe Bürger und Bundessoldaten ihre Kreuze und Nahkampfspangen mit gesetzlicher Billigung zur Schau stellen konnten. Denn weite Kreise der Bevölkerung, insbesondere die Soldatenverbände, waren nicht willens, auf das vom Ausschuß verworfene Hakenkreuz zu verzichten. Sie wollten ihre Medaillen im Original.
In der "Welt am Sonntag" meldete sich der Generaloberst a.D. Student mit Pathos zu Wort: "Als General und Armeeführer trage ich ja meine Orden nicht nur für mich persönlich, sondern auch für . .. die vielen Kameraden, die unter meinem Kommando gefallen sind.. Schon die Ehrfurcht gegenüber dem soldatischen- Opfersinn (macht es) erforderlich, daß ich die Orden so trage, wie sie mir verliehen worden sind."
Und in einer Umfrage der "Deutschen Soldaten-Zeitung" stimmten 85 Prozent der Leser für Orden mit Hakenkreuz.
Auch FDP-Major und Ritterkreuzler Erich Mende sprach in eigener Sache: "Das Eiserne Kreuz ... dürfte heute ebensowenig wie vor 140 Jahren als eine Provokation empfunden werden können, sei es mit oder ohne das kleine, fast unsichtbare Hakenkreuz."
Von weniger martialischen Parteigenossen zurückgepfiffen, fiel Mende schon damals um: Er wollte das "kleine, fast unsichtbare" Hakenkreuz durch die Zahl 1945 ersetzt sehen. Diese Zahl werde daran erinnern, "wohin wir trotz aller Tapferkeit gekommen sind".
Am 28. Juni 1957 endlich konnte das vom Bundesinnenministerium nach dem Geßler - Gutachten verfaßte "Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen" (gegen die Stimmen der SPD) den Bundestag und am 12. Juli (gegen das Votum Bremens; Berlin stimmte lediglich gegen die Auszeichnungen des Zweiten Weltkriegs) auch den Bundesrat passieren. Am 5. August wurde es verkündet. Damit war dem Bundesbürger erlaubt, zum frischverdienten Bundesverdienstorden auch Beweisstücke früherer Tüchtigkeit anzulegen, nämlich
- sämtliche Orden der Vor-Nazi-Zeit* und
- 72 Orden, Ehren-, Kampf- und Leistungsabzeichen des Hitler-Regimes mit insgesamt 147 Stufen und Klassen - neben dem Eisernen Kreuz, dem Deutschen Kreuz und dem Kriegsverdienstkreuz unter anderem auch den sogenannten Gefrierfleischorden (Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42), das Bandenkampfabzeichen und das Ballonbeobachterabzeichen.
Verbannt blieben lediglich die Schmuckstücke der NS-Bewegung (darunter das für die Geburt von vier Kindern verabreichte "Ehrenkreuz der Deutschen Mutter") und - soweit die Orden zugelassen waren - das Hakenkreuz. Es mußte entweder ganz entfernt oder auf dem EK durch das dreiblättrige Eichenlaub von 1813, auf dem Deutschen Kreuz in Gold durch das entnazifizierte EK ersetzt werden.
Doch damit war der Ordenssegen noch nicht erschöpft. Nachdem die Bundesländer sich in den Jahren 1948 bis 1953 bereits Auszeichnungen "für Rettung aus Lebensgefahr" zugelegt hatten (wofür auch das Bundesverdienstkreuz verliehen wird), glaubten einige Ministerpräsidenten, den Appetit auf Kreuze auch noch durch Stiftung eigener Landesorden befriedigen zu müssen.
Vorreiter war Niedersachsens Heinrich Hellwege. Im November 1956 schuf er die "Niedersächsische Landesmedaille", "um dem Dank des Landes an verdiente Mitbürger künftig wenigstens symbolisch Ausdruck verleihen zu können".
Der Symbolgehalt der Medaille wurde durch einen wesentlichen Mängel beeinträchtigt: Die Auszeichnung durfte nicht öffentlich präsentiert werden.
Erst im März vergangenen Jahres ergänzte Hellweges Nachfolger Hinrich Wilhelm Kopf die Landesmedaille durch den sichtbar zu tragenden "Niedersächsischen Verdienstorden", weil man - wie SPD-Kopf behauptete - mit der Medaille allein "nicht allen besonderen Verdiensten gerecht" werden könne*.
Den nicht weniger ordensbewußten Bayern, stiftete der SPD-Ministerpräsident Hoegner im August 1957 den "Bayrischen Verdienstorden". Nordrhein-Westfalens' Franz Meyers hingegen wurde in seinen ehrgeizigen Ordensplänen ("Es gibt ganze Kategorien von Menschen, die bisher bei Ordensverleihungen zu kurz gekommen sind") durch das Veto seines Landtags gebremst.
Selbst Theodor Heuss gab sich mit seinem Bundesverdienstorden nicht zufrieden. Er stiftete außerdem
- Dis Grubenwehr-Ehrenzeichen für "besondere persönliche Verdienste im Grubenrettungswesen" (1953), genehmigte
- das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes in Gold und Silber (1953),
- das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz (1953) und erneuerte
- den preußischen Orden "Pour le mérite für .Wissenschaft und Künste" (1952) für eine "freie, sich selbst ergänzende Gemeinschaft von hervorragenden Gelehrten und Künstlern" - maximale Zahl der deutschen Mitglieder: 30.
Bereits 1950 hatte Heuss für verdiente deutsche Sportler das "Silberne Lorbeerblatt" gestiftet.
So wurde die Palette deutscher Orden und Ehrenzeichen in wenigen Jahren beinahe wieder ebenso bunt wie sie einst gewesen war.
An Versuchen, die anhaltende Ordensflut in sichere Kanäle zu leiten, haben es die "Berieselungsinstanzen" ("Neue Zürcher Zeitung") freilich nicht fehlen lassen. Der letzte datiert vom April 1959, als ein "Beratender Ausschuß" aus Vertretern sämtlicher Ordenskanzleien bindende "Richtlinien für die Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik
Deutschland" ersann, um "das richtige Maß sowohl in der Zahl der Vorschläge, als
auch in der Wahl der Ordensstufe zu finden".
Die beamteten Ordenshüter erhofften Abhilfe von sogenannten "negativen Qualifikationsmerkmalen", die eine Verleihung ausschließen sollten und in denen es unter anderem hieß:
- Ein Ordensvorschlag kann nicht nur auf Verdienste aus der Zeit vor dem 23. Mai 1949 gestützt werden."
- Verdienste um das eigene Erwerbsunternehmen allein rechtfertigen einen Ordensvorschlag in keinem Falle, selbst wenn dem Betrieb große innerwirtschaftliche oder Export-Bedeutung zukommt oder die Firma ein besonderes Jubiläum begeht."
- "Eine Auszeichnung allein zum Zwecke der Altersehrung entspricht nicht dem Sinne des Stiftungserlasses."
- "Ein Vorschlag kann nicht nur darauf gestützt werden, daß der Vorgeschlagene zu den 'Honoratioren' seiner Gemeinde gehöre."
- "Die Erfüllung selbstverständlicher Beamten- oder Berufspflichten genügt nicht."
Ergänzt wurden diese Bestimmungen durch "Sperrichtlinien", die den Zeitpunkt der Verleihung regeln (siehe Kasten Seite 51).
Kommentierte Ordensreferent Funke die Bedeutung der Richtlinien: "Es wurde höchste Zeit. Wir wären sonst ins Uferlose gekommen."
Doch die achtjährige Ordensflut ist seit jenen Apriltagen 1959 nicht spürbar abgeebbt. Hatte Theodor Heuss als Bundespräsident vom September 1951, als er das Verdienstkreuz stiftete, bis zum September 1959, als er abtrat, insgesamt 42 000 Auszeichnungen verteilt, pro Jahr also rund 5200, so steht der Ordens-Pegel seines Nachfolgers Heinrich Lübke heute, nach zweieinviertel Jahren Amtszeit (in denen er insgesamt 11 400 Orden verlieh) immer noch bei jährlich etwa 5060 Verleihungen.
Die Flut blieb konstant, weil die Ordenskanzleien das deutsche Gemüt wiederum falsch einschätzten:
Sie verschickten ihre Richtlinien hektographiert auch an jene Organisationen und Verbände, die den Großteil der Ordensvorschläge lancieren.
Anhand der Richtlinien - so kalkulierten die Kanzleien - würden Behörden und Verbände von sich aus ihre Vorschläge sieben.
Die Organisierten waren jedoch nicht darauf erpicht, Bescheidenheit zu üben. Sie machten sich vielmehr daran, die ihnen zu anderem Zweck übersandten Richtlinien zu ihrem Nutzen auszubeuten.
Das für die Kanzleien überraschende Ergebnis der Selbstbedienung: Die Vorschläge wurden keineswegs seltener, sondern - dank der Richtlinien - präziser und somit für die Prüfungsinstanzen in den Ländern nahezu unangreifbar.
Klagten die nordrhein-westfälischen Ordenskanzlisten: "Sachlich unbegründete Vorschläge kommen ganz selten."
Zwangsläufig brachten die organisierten Ordenjäger die fetteste Beute ein: Nach einer überschlägigen Rechnung des Bundespräsidialamts sind heute
- die Angehörigen der Wirtschaftsverbände aller Kategorien mit 33 Prozent,
- die Angehörigen des öffentlichen Dienstes (Beamte und Politiker) gar am deutschen Nachkriegs-Ordenssegen beteiligt.
Indes, auch ohne jene Fehlkalkulation der Ordenskanzleien wären die Richtlinien ein Muster von zweifelhaftem Wert gewesen. Denn die Hypothek, die sich die Zeremonienmeister des deutschen Ordens in den Gründerjahren durch ihre Politik der offenen Hand aufgebürdet haben, ist praktisch untilgbar.
So hat sich denn auch die Verleihpraxis seit Bestehen der Richtlinien nur geringfügig geändert: Bereitwillig geben sich die Kanzleien dazu her, jedermanns "Kreuzschmerzen und Halsbeschwerden" (Bismarck) mit Hilfe von Ausnahmeregelungen zu kurieren.
Für Politiker beispielsweise (auszeichnungswürdig erst, wenn "sie sich von der aktiven politischen Betätigung zurückziehen") wurden gleich Zusätze in die Sperrklauseln eingebaut, die eine Ordensverleihung auch außer der Reihe ermöglichen (siehe Kasten Seite 51). Und schon kündigte die Ordenskanzlei Nordrhein-Westfalen an, der Grundsatz, aktive Politiker kämen erst "bei Vollendung des 70. Lebensjahres" für einen Orden in Betracht, "wird wohl nicht mehr lange in den Richtlinien bleiben". Begründung: Er sei bereits zu häufig verletzt worden.
Der Clan der Wirtschaftsmanager ist sogar dabei, die lästige Altersgrenze von 65 Jahren abzubauen. Er erhielt moralische Rückendeckung von Schleswig-Holsteins christdemokratischem Ministerpräsidenten Kai-Uwe von Hassel: "Wir teilen nicht ganz die Bonner Vorstellung, erst ab 65 Jahren die Auszeichnung zu geben. Wir wollen die Männer in der Wirtschaft schon in jüngeren Jahren auszeichnen. Der Maßstab ist hier anders als bei den Beamten."
Die Beamten wiederum bekamen, schon 1960, Schützenhilfe aus dem sozialdemokratischen Lager, und zwar vom früheren baden - württembergischen Innenminister Viktor Renner: "Im Verhältnis zu anderen Berufsständen (wird) die Wirtschaft zu sehr bevorzugt ... Verdiente Beamte, die für das Wohl des Staates und des Volkes mehr getan haben als mancher Fabrikant, (müssen) sich mit viel niedrigeren Stufen begnügen."
Im ersten Jahr des Bundesverdienstordens hatte Stifter Heuss - laut Krantz - noch gehofft, daß "aus dem Bemühen ... besondere Lebensleistun mit 50 Prozent gen hervorzuheben, kein Jahrmarkt der Eitelkeit gemacht werde".
Inzwischen ist der Jahrmarkt der blechernen Eitelkeit längst zur ständigen Einrichtung im bundesdeutschen Alltag geworden und bietet immer neue Attraktionen.
Im Jahre 1957 mietete sich in einem Bonner Hotelzimmer ein Otto Josef Zumkell ein und legte sich den Titel eines Oberregierungsrats, das Kölner Postscheckkonto Nummer 137904 sowie an der Bonner Hauptpost das Schließfach 484 zu. Auf vorgedruckten Briefbogen - "Bundespräsidialamt" - verhieß er 560 deutschen Bürgern das Bundesverdienstkreuz und eine Feier im Plenarsaal des Bundestags; als Unkostenbeitrag erbat er 50 Mark (mitreisende Angehörige 90 Mark), da dem Steuerzahler die Belastungen einer solchen Feier nicht zuzumuten seien.
Das Geld konnte Zumkell, hinter dem sich- der wegen versuchten Mordes und 47 schwerer Diebstähle gesuchte Geldschrankknacker Hermann Köpfer verbarg, nicht mehr kassieren. Er wurde gefaßt, das Konkurrenz - Unternehmen der Ordenskanzleien liquidiert.
Sein Konto ließ die bundesdeutsche Ordenssucht erstmals gerichtskundig werden: Innerhalb kurzer Zeit waren 30 000 Mark eingelaufen.
* Die Ordenskanzleien der Länderregierungen prüfen als erste Instanz die aus der Bevölkerung kommenden Ordensvorschläge und reichen diese dann samt Begründung und Prüfungsergebnis an die Bonner Kanzlei weiter, die beim Bundespräsidenten die endgültige Billigung einholt.
* Die meisten europäischen Orden haben folgende Gliederung: Großkreuz, Großkreuz II. Klasse (= Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband), Großkomtur- oder Großoffizierskreuz (= Großes Verdienstkreuz mit Stern), Komtur- oder Kommandeurskreuz (= Großes Verdienstkreuz), Offizierskreuz (= Verdienstkreuz 1. Klasse), Ritterkreuz (= Verdienstkreuz am Bande).
* Außer den Länderchefs sind direkt vorschlagsberechtigt: die Leiter der obersten Bundesbehörden die Präsidenten von Bundesrat und Bundestag jeweils für ihre Geschäftsbereiche sowie (für Ausländer) der Bundesaußenminister. Vorschläge können jedoch von allen Bundesbürgern, soweit sie sich nicht selbst vorschlagen, an die zuständigen Behörden gerichtet werden.
* Darunter das preußische Militärverdienstkreuz, den bayrischen Militär-Max-Josef -Orden, den sächsischen Militär-St.-Heinrich -Orden und den badischen Militär-Karl-Friedrich-Verdienstorden, deren Träger außerdem laut Paragraph 11 des Ordensgesetzes einen monatlichen Ehrensold von 25 Mark beziehen.
* Dieser Verdienstorden (drei Stufen) entspricht dem Bundesverdienstkreuz. Unterschied: Der Bundesadler auf dem Wappenschild ist gegen das Niedersachsenroß ausgetauscht worden.
Telefunken-Vorstand
Nestel
Krankenversicherer
Siekmann
FDP-Politikerin
Lüders
Bombenentschärfer
Räbiger
Röntgengeräte-Fabrikant
Seifert
Togos Protokollchef
Matthia
Arbeitgeber-Funktionär
Jüttner
Oberstudienrat
Schimank
Pastor
Donndorf
Prälat
Wintermann
Professor
Panconcelli-Calzia
Nobelpreisträger
Forssmann
Bibliotheksdirektor
Schürmeyer
Handwerkskammer-Chef
Sörensen
Rechtsanwalt
Krauel
Ford-Chef
Vitger
Museumsdirektor
Heise
Intendant
Gründgens
Werftdirektor
Schecker
Ruderer
Ruperti
FDP-MdB
Rademacher
Mercedes-Direktor
Staelin
Gewerkschaftler
Schneider
Esso-Generaldirektor
Geyer
Sport-Funktionär
Frank
Pastor
Reinhard
Verleger
Georgi
Denkmals-Pfleger
Grundmann
Bischof
Splett
Osram-Direktor
Freiberger
Intendant
Stroux
Publizist
Friedlaender
Ordensempfänger Sträter, Steinhoff, Dobbert. 14 Kreuze pro Tag
Ritterkreuzträger Mende, Bewunderinnen*: Die Deutschen wollen...
EK-Träger Schoenhals
... Kerle sehen
Simplicissimus
"Was ich schon den ganzen Abend sagen wollte, Sir, ich habe es selbstverständlich im Osten erworben."
Göring-Karikatur von Saul Steinberg Seit der totalen Niederlage...
... 44 000 Deutsche dekoriert: Erster Verdienstkreuzträger Brandl (l.) Stifter (1951)*
Großkreuz-Trägerin Soraya
Auch für den Hofkoch ...
Großkreuz-Trägerin Elizabeth II.
... hält Bonns Protokoll ...
Großkreuz-Trägerin Sirikit
... den Orden bereit
Niedersächsischer
Verdienstorden,
Bayrischer
Verdienstorden
Ordensverweigerer Kaisen, Schmidt-Rottluff, Renner, Schönfelder, Schenkel: Weder Kreuz- noch Halsschmerzen
* Links: Frau Margot Mende; rechts: die
Gattin des früheren argentinischen Außenministers Taobada.
* Mitte: Damaliger Chef des Bundespräsidialamtes Klaiber, heute Botschafter in Rom.

DER SPIEGEL 1/1962
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