10.04.1963

WELTANSCHAUUNG / FREIMAURERBrüder im Schurz

Durch die hohen Fenster der Frankfurter Paulskirche fiel herbstliches Sonnenlicht in die Rotunde. In feierliches Schwarz gehüllt, hatten sich die Oberen der deutschen Freimaurer versammelt: im Osten die. Großmeister und der Senat, vor dem Altar, der eine beim Johannes-Evangelium aufgeschlagene Bibel, ein Winkelmaß und einen Zirkel trug, 211 stimmberechtigte Vertreter ordentlicher Logen.
Man schrieb den 29. September des Jahres 5962 - nach jener speziellen freimaurerischen Zeitrechnung, deren Beginn auf das Jahr 4000 vor Christi Geburt angesetzt ist.
Die Delegierten faßten sich an den Händen. Die Orgel intonierte Bruder Mozarts Lied "Reicht die Hand zum Bunde". Nach dem Gebet an den Großen Baumeister aller Welten und dem Totengedenken war der Fünfte Deutsche Freimaurer-Konvent ritualgerecht eröffnet.
So feierlich der Rahmen, so imponierend die Reden. Den stolzesten Bericht lieferte Deutschlands meistphotographierter Freimaurer, der Altgroßmeister Theodor Vogel, Nachkriegs-Einiger und weißbärtiger Patriarch der Herren im Schurz.
Vogel: "Es lohnt sich nicht, die Liste aller Großlogen des Erdballs aufzuzählen, mit denen die Vereinigte Großloge heute Vertretungen austauscht. Es
genügt, die Großlogen zu nennen, mit denen sie noch keine regulären Beziehungen unterhält: Island, Pennsylvanien, Utah, Britisch-Kolumbien, Neuseeland."
Zum Schluß sprach der Redner von Machtkämpfen, die "wie Tollwut ansteckend wirken können".
Gedämpfter als Theodor Vogel äußerte sich Großmeister Müller-Börner, der die Bruderschaft im voraufgegangenen Jahr angeführt hatte: "Im größten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen ist die relative Zahl der Freimaurer am geringsten. Es entfallen dort auf rund 16 Millionen Einwohner nur etwas mehr als 1600 Freimaurer, das heißt, auf je 10 000 nur einer."
Müller-Börner rief die versammelten Obermaurer auf, sich vor "falschen Propheten" zu hüten, denen es nicht gelingen dürfe, "die tragenden Säulen unseres Tempels umzustürzen".
Am schlichtesten sprach Müller-Börners Nachfolger, der heute amtierende Großmeister Pinkerneil. Er warnte die Graduierten davor, ihre Aufgaben mit Funktionärsarbeit
und Managerium gleichzusetzen. Das Maurer-Volk senkte die Köpfe.
Und wirklich: Zu den Berichten über die außenpolitischen Erfolge und das ausgezeichnete Verhältnis zum eigenen Staat - "eigentlich seit Jahrzehnten noch nie so gut wie jetzt" - kontrastierten die mageren Hinweise auf das freimaurerische Leben in den Logen, das freimaurerische Wirken in der Öffentlichkeit und die formelhaft wiederholten Beschwörungen der Freimaurer-Einigkeit kaum weniger als das Schwarz der Delegierten zum Kalkweiß der Paulskirchen-Wand.
Tatsächlich war die deutsche Freimaurerei ausgerechnet in der Zeit ihrer größten internationalen Erfolge in eine Existenzkrise geraten, wie sie 13 Jahre zuvor niemand vorhersehen konnte - als sich ihre Stuhlmeister zum erstenmal und voller Hoffnung in der Paulskirche zusammenfanden.
Im Prosperitätsklima der Bundesrepublik hatte sich die 'ehedem verketzerte Bruderschaft zur ebenso wohlgelittenen wie sterilen Sekte gewandelt:
- Das Durchschnittsalter der Brüder
liegt heute bei 55 Jahren,
- über die Hälfte der rund 400 deutschen Logen konnte im abgelaufenen Freimaurerjahr - von Herbstkonvent zu Herbstkonvent - keinen neuen Lehrling aufnehmen, und
- zahlreiche Logen existieren nur noch auf dem Papier, ihre letzten Mitglieder praktizieren nicht mehr, die Großlogen mußten dazu übergehen, solchen Schrumpflogen die Legitimation zu entziehen.
Die Freimaurerei, die man jahrhundertelang anfeindete oder zu der man sich drängte, die zu Goethes Zeiten als Stoßtrupp der Aufklärung und während des Dritten Reiches als eine Art verbrecherischer Ku-Klux-Klan galt, läuft Gefahr, mit ihren Feinden auch zugleich ihre Freunde zu verlieren.
Nach wie vor aber verhüllen die "gerechten und vollkommenen Maurer" ihr Tun ängstlich vor der Öffentlichkeit;
noch immer halten sie am dunklen Ritual fest, das nur noch wenige fasziniert und die Masse abstößt.
Ihren Versammlungsraum nennen sie "Tempel", ihre Zusammenkünfte "Arbeit", und sie selbst erkennen sich an "Zeichen, Wort und Griff".
Erst wenn der Bruder Aufseher dem Meister vom Stuhl gemeldet hat, daß kein Profaner zugegen sei, beginnt der geheimnisvolle Tempeldienst. Musik setzt ein, unsichtbare Lichtquellen erstrahlen, mit drei Hammerschlägen grüßt der Meister, die Maurer bilden die Bruderkette.
Kern der Tempelarbeit, die jeder Maurer mindestens einmal im Monat absolvieren soll und über die er sich zu ewigem Schweigen verpflichtet hat, ist indes nichts anderes als eine erbauliche Predigt über die freimaurerischen Grundthemen: Humanität, Brüderlichkeit, Toleranz.
Paradoxerweise verbirgt sich hinter einer schier unverständlichen Symbolsprache, hinter krausen Anleihen bei orientalischen Kulten und mittelalterlicher Zunft-Romantik lediglich ein System moralischer Aufrüstung, nicht
weniger brav als das des amerikanischen Menschheitsverbesserers Buchman, der von Caux aus die Welt purgieren wollte.
Ohne ihr sinistres Ritual würden die Logen so wohlanständig wie Quäker-Zirkel wirken.
Wohlanständigkeit im Verborgenen jedoch scheint ebensowenig gefragt zu sein wie Geheimniskrämerei an sich. Nur 20 000 Bundesrepublikaner tragen noch die kleine Pappkarte in der Brieftasche, die sie als Bruder ausweist.
Aus der Existenzkrise erwuchs die Führungskrise. Ausgerechnet an der Person des Einigers Vogel drohte die kunstvoll hergestellte Einigkeit der deutschen Freimaurerei zu zerbrechen.
Während die Delegierten des Fünften Konvents im vergangenen Jahr noch den offiziellen Festreden lauschten, saßen in einem benachbarten Frankfurter Hotel die Sprecher der Brüder-Fronde ihrem Vogel und seinen Paladinen gegenüber. Die Auseinandersetzung wurde schließlich so unbrüderlich scharf, daß sich ein amerikanischer Stuhlmeister zum Eingreifen veranlaßt sah. Der Maurer aus Übersee forderte Frieden um jeden Preis. Man vertagte sich.
Die Risse sind bis heute nicht zugemauert.
Dem Altgroßmeister werfen die unzufriedenen Brüder vor:
- Eitelkeit, die sich gleichermaßen in leerem Posieren und hektischer Betriebsamkeit äußere;
- Machtmißbrauch, der bis zur persönlichen Verunglimpfung von Brüdern gehe, die im Wege stehen;
- Inkonsequenz, weil Vogel zuerst um die Gruppe der abseits stehenden Logen des sogenannten Schottischen Ritus gebuhlt habe und später dann, als sie sich nicht seiner Zentral-Organisation anschlossen, zu einer
ganz unmaurerischen Kampagne gegen die "Schotten, ausholte, sowie schließlich
- die Stagnation der deutschen Freimaurerei überhaupt, an der Vogel insofern schuld sei, als ihn nur Freimaurer-Politik, nicht aber die praktische Freimaurer-Arbeit in der Stille interessiere.
Die Kritik an dem 71jährigen Ingenieur kann freilich das Grundproblem nicht lösen: Im Klima der klassenlosen Demokratie und der Vollbeschäftigung gedeihen zwar Massenorganisationen jeder Art, ein anspruchsvoller Männerbund aber, der _einen Mitgliedern lediglich metaphysische Werte zu vermitteln verspricht und sie nicht einmal durch
Publizität entschädigt, hat nur noch wenig Chancen.
Für die 20 000, die sich heute noch in allen größeren Städten die Hände zur "Bruderkette" reichen, liegt mithin die Zukunft in mindestens ebenso undurchdringlichem Dunkel wie die ersten Anfänge der Königlichen Kunst.
Auf eine offizielle Geburtsstunde allerdings hat sieh die Freimaurerei geeinigt: auf den 24. Juni des Jahres 1717. An diesem Tage ihres Schutzpatrons Johannes, dem längsten Tag des Jahres, dem die kürzeste Nacht folgt, schlossen sich in London vier Logen zur ersten Großloge zusammen. Schon damals freilich hatte die Bezeichnung "Lodge" (zu deutsch: Bauhütte) nur noch symbolische Bedeutung.
Seit mindestens 200 Jahren nämlich hatte die alte Zunft der Dom-Bauer ihre ehedem geschlossenen Zusammenkünfte dem Adel und der Intelligenz geöffnet. Längst gab es keine Statik-Berechnungen mehr, die vor Nichteingeweihten geheimgehalten werden mußten.
Die Zunft-Gebräuche aber waren erhalten geblieben: Hatten die Dom-Maurer Kirchen aufgerichtet, so betrachteten die neuen Geistes-Maurer es als ihre Aufgabe, am Menschheitsbau mitzuwirken.
Gott, dem "Großen Baumeister aller Welten", wollten sie zur Hand gehen, indem sie an sich selbst arbeiteten. In der maurerischen Symbolsprache: Jeder Bruder ist ein "rauher Stein", der sich "glätten" muß.
Im Laufe der Jahrhunderte wuchsen dem Sinnbilder-System immer neue Werte zu. Im Mittelpunkt aller Geistes -Maurerei blieben jedoch stets die drei "Großen Lichter", die auf den Altären liegen:
- das erste, die Bibel, das "Licht über uns", das allerdings nicht das offenbarte Wort Gottes verkörpert, sondern den Glauben an eine sittliche Weltordnung,
- das zweite, das Winkelmaß, das
"Licht in uns", das die Idee von Recht und Pflicht darstellt, und
- das dritte, der Zirkel, das "Licht
um uns", das Brüderlichkeit und Dienst an der Menschheit symbolisiert.
Für die Zeit der Tempelarbeit brennen die drei "Kleinen Lichter", Kerzen, die Weisheit, Schönheit und Stärke versinnbildlichen sollen - während die schwarzgekleideten, weißbehandschuhten Maurer im Maurer-Schurz ihre Arbeit verrichten.
Freimaurerei ist Team-Arbeit. Im Verein mit den Brüdern rechts und links soll der Maurer stufenweise "zum Licht" vordringen.
Unfreimaurerisch ausgedrückt: Er soll ein besserer Mensch werden.
Mittel dazu: eine Art autogenes moralisches Training, das - nach den Vorstellungen des 18. Jahrhunderts - den guten Menschen und die Besserungsfähigkeit der Welt voraussetzt.
Reines Destillat des aufklärerischen Geistes jener Zeit ist auch das bis heute unangefochtene Glaubensbekenntnis aller Freimaurerei: "Die alten Pflichten", die der englische Theologe Anderson im Jahre 1723 formulierte.
Ganz unbefangen brachte er, während in Europa noch die Scheiterhaufen rauchten, Sätze wie diesen zu Papier: "Obwohl die Maurer in alten Zeiten verpflichtet waren, in jedem Lande der Religion jenes Landes anzugehören ... so wird es jetzt doch für zweckmäßig gehalten, sie nur zu derjenigen Religion zu verpflichten, in der alle Menschen übereinstimmen: nämlich gute und redliche Männer zu sein."
Der Versuch der alten Maurer, ihre Kunst vor profanen Augen zu verbergen, "damit auch der scharfsinnigste Fremde nichts zu entdecken oder herauszufinden vermag, was ihm nicht anvertraut werden darf" (Anderson), glückte allerdings nicht. Schon 1730, nur 13 Jahre nach der Gründung der Großloge, breitete der Engländer Prichard in dem Buch "Masonry Dissected" ("Zergliederte Freimaurerei") das vollständige Ritual der britischen Bruderschaft vor seinen Lesern aus.
Der Baumeister aller Welten meinte es jedoch mit seinen geheimnisfreudigen Maurern besser als der Autor Prichard. Das Buch erzielte zwar zahlreiche Auflagen, doch wurde es im wesentlichen nur von Brüdern gekauft. Die Logen waren dem Prichard dankbar, weil die komplizierten Zeremonien bis dahin nur mündlich überliefert werden durften und sich deshalb ständig liturgische Streitigkeiten ergeben hatten.
Die nichtmaurerische Öffentlichkeit auf der anderen Seite wollte offenbar die Maurerei nicht zergliedert sehen; obwohl die Geheimnisse seit Prichard gleichsam auf der Straße liegen, nahm sie niemand auf.
Der Bund verbreitete sich rasch über die ganze Welt. Er trug im Laufe des Jahrhunderts zum Niedergang des Absolutismus und zur allgemeinen Humanisierung bei.
Die von den Maurern verbreiteten Gedanken standen an den Anfängen der Französischen Revolution.
Von den 56 Unterzeichnern der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
bekannten sich nicht weniger als 50 zu den "Großen Lichtern". Im Text der amerikanischen Verfassung feiert der Freimaurer-Vater Anderson bis auf den heutigen Tag einen posthumen Triumph.
Die erste deutsche Loge - "Absalom" - konstituierte sich am 6. Dezember 1737 zu Hamburg.
Bereits acht Monate später konnte ihr Stuhlmeister Baron von Oberg in mitternächtlicher Zeremonie einen illustren Lehrling aufnehmen: den jungen Kronprinzen Friedrich von Preußen.
Der vom Soldatenkönig kurzgehaltene Friedrich fühlte sich als Rebell für die Freiheit. In der Freimaurerei sah er ein Werkzeug, mit dessen Hilfe in seinem Staate die dumpfen Reste des Mittelalters ausgeräumt werden könnten.
Maurerisch waren seine ersten legislatorischen Schritte: die Abschaffung der Folter und das Reskript über die religiöse Duldung ("Die Religionen müssen alle toleriert werden").
Freimaurerisch war schließlich auch noch Friedrichs späte Schrift "Antimachiavell" - eine leidenschaftliche Verteidigung der Menschenrechte.
In Berlin konstituierten sich nun nacheinander die Emigrantenloge "De
l'Amitié", die als Mutterloge der Großloge "Royal York zur Freundschaft" später noch eine bedeutende Rolle spielen sollte, und die "Große Landesloge", die sich unter dem Einfluß des romantischen Protestanten Zinnendorf zum christlichen Freimaurer-Orden entwickelte.
Der König selbst stiftete die "Große National-Mutterloge zu den drei Weltkugeln". Er führte den Hammer als ihr Großmeister.
Mit Friedrich dem Großen beginnt die Reihe der Brüder, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in beinahe lückenlosem Abriß die deutsche Geistesgeschichte repräsentiert: Hinter Lessing und Goethe erscheinen Humboldt, Fichte, Herder und Scharnhorst. In der endlosen Kolonne marschiert der Freiherr vom Stein, der den preußischen
Staat umbaute, vor dem Fürstbischof von Seinsheim, der seine Residenz Würzburg um das Schloß Veitshöchheim bereicherte.
Historiker, Juristen, Offiziere folgen. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, taucht auf, und Heinrich von Stephan, der den Weltpostverein ins Leben rief.
Freilich, mit ihrer Verbreitung auf dem Festland erfuhren die ursprünglich einfachen, dezidiert freisinnigen Ideen des britischen Männerbundes auch die verschiedensten Abwandlungen. Romantiker, Schwarmgeister und endlich auch Hochstapler betätigten sich im mystischen Halbdunkel des Rituals.
Hatte sich die englische Johannis-Maurerei mit den drei Graden des Lehrlings, des Gesellen und des Meisters begnügt, so drangen nun rasch neue Systeme vor, die mit weiteren Graden auch zusätzliche und tiefere Erkenntnis versprachen: Die Hochgrad -Maurerei schmeichelte der Eitelkeit und reizte zugleich die Phantasie.
Die Geschichte der Bruderschaften wurde zurückverlängert und gewissermaßen geadelt. Nicht die schlichten Handwerker der Dome, sondern die ebenso exklusiven wie geheimnisumwitterten Tempelritter der Kreuzzugszeit sollten nun am Anfang der maurerischen Ahnenkette stehen.
Während die Johannis-Logen aus der Mode kamen, erlebte die Hochgrad -Maurerei um die Mitte des 18. Jahrhunderts eine tropische Blüte. Missionar war der Reichsfreiherr von Hund, ein verschrobener Junker aus der Lausitz, der allenthalben verkündete, der Templer-Orden bestehe auf den schottischen Inseln weiter und er sei zum Heermeister der siebten Provinz bestellt: Deutschlands.
Hund nannte sein System "Strikte Observanz" und sich selbst "Ritter vom Degen". Von den Brüdern verlangte er absoluten Gehorsam gegenüber jenen schottischen "geheimen Oberen", von denen er selbst auch seine Autorität herleitete.
Die "geheimen Oberen", denen der Freimaurer Gehorsam schuldet, ohne sie zu kennen, sind seitdem aus der antimaurerischen Propaganda nie mehr ganz verschwunden.
In das schwärmerische Feuer, das der begüterte Reichsfreiherr entfachte, bliesen alsbald allerlei Betrüger: Am lautesten und aufdringlichsten pustete ein Scharlatan namens Leuchte, der sich Johnson nannte. Er sei Großprior, erzählte er, den die schottischen Oberen der Maurerei ausgesandt hätten, um die deutschen Logen zu reformieren. Am leisesten und für sich selbst am erfolgreichsten arbeitete der genialische Hochstapler Cagliostro. Sein Name lebt denn auch fort, während alle anderen historischen, astrologischen oder alchimistischen Phantasten dieser Zeit vergessen sind.
Erst mit dem Ende des Jahrhunderts gelang es den Maurern, sich von den gröbsten Auswüchsen zu befreien. Von nun an setzten sie sich schärfer gegen allzu obskure Vereinigungen ab, gegen Rosenkreuzer wie gegen Illuminaten, gegen die uferlose Mystik der einen und gegen den Exerzitien-Exzeß der anderen.
Zur alten Johannis-Maurerei aber fanden sie deshalb noch nicht zurück. Unter dem Protektorat der preußischen Könige florierte in norddeutschen Landen fürderhin nur noch die sogenannte christliche Freimaurerei: Ihre Logen forderten von den Lehrlingen nicht nur ein allgemeines Gottesbekenntnis, sondern die unmittelbare Anerkennung Christi als Obermeister.
1798 stattete Friedrich Wilhelm III. die drei preußischen - christlichen - Großlogen mit dem alleinigen Sprengelrecht aus. Nur sie durften im Bereich der preußischen Krone noch neue Logen etablieren.
Die klassische, die sogenannte humanitäre Richtung, die jedes monotheistisehe Glaubensbekenntnis - sei es christlich, mohammedanisch oder mosaisch - akzeptierte, konnte sich nur in Süddeutschland und in den Hansestädten halten.
Unter den Großlogen christlicher Observanz erlangte die._Große Landesloge der Freimaurer" das Übergewicht. Ihr Ritual, der "Schwedische Ritus" - neun Grade, nach den Johannis-Graden noch zwei Andreas-Grade und vier Kapitel -Grade - ist in den skandinavischen Ländern gewissermaßen Staatsritus.
Wie in Preußen, so ließen sich auch in den nordischen Monarchien die männlichen Mitglieder der regierenden Häuser in die Ordenskapitel wählen. Die protestantische Geistlichkeit der Landeskirchen folgte zahlreich den Beispielen der Souveräne.
Und noch heute können deutsche Brüder, die in Schweden, Dänemark oder Norwegen als Gäste an einer Tempelarbeit teilnehmen, Bischöfe im vollen Bischofsornat bewundern, die ganz unbefangen ihren maurerischen Dienst verrichten.
Besitzen sie die Großauszeichnung des Schwedischen Ritus, das dem Templer-Zeichen - nachempfundene "Rote Kreuz", so tragen sie es neben dem Bischofskreuz.
Den jüdischen Bürgern blieben die christlichen Logentempel verschlossen. Sofern sie nicht bei der Minderheit der humanitären Logen unterkamen, gründeten die Juden in der Folgezeit ihre eigenen
Bruderschaften: Als erste die "Loge zur aufgehenden Morgenröte' in Frankfurt, die freilich weder von einer christlichen noch von einer humanitären deutschen Großloge anerkannt wurde.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erklärte sich die "Große Loge von Hamburg" bereit, Israeliten aufzunehmen. Und eine der bedeutendsten humanitären Großlogen, "Der eklektische Bund", absolvierte erst eine lange Intoleranz-Periode, ehe sie bereit war, auch "freie und redliche Männer" mosaischen Bekenntnisses mit ihrem Logenausweis zu versehen.
Die Logen der Hochgrad-Maurerei wiederum, die nicht dem skandinavischen Ritual huldigten, gaben sich nach außen durchweg christlich, machten aber im stillen Zugeständnisse an arrivierte Juden.
Bei solcher maurerischen Vielfalt konnte in Deutschland niemals eine Großloge nationaler Repräsentanz entstehen. 1933 arbeiteten vielmehr acht selbständige Obödienzen, Großlogen mit jeweils besonderem Ritual, die eifersüchtig und mitunter gehässig ihre Traditionen und Partikularismen hüteten.
Nur in einer Richtung entwickelten sich sämtliche deutschen Logen gleich. Aus den kühnen Aufklärern waren staatsfromme Positivisten geworden. Und Bruder Wilhelm I. konnte ihnen guten Gewissens attestieren: "Die Freimaurerlogen sind die wirksamsten Pflanzstätten wahrer Gottesfurcht, christlicher Frömmigkeit, sittlicher Tugenden, echter Vaterlandsliebe, zuverlässigster Untertanentreue, aufrichtigster Ehrfurcht und Ergebenheit gegen den Landesherrn, und werden es sein, solange die Ordnung im Bunde aufrechterhalten wird."
Das ging um etliche Hochgrade über die Formel hinaus, die Bruder Fichte einst geprägt hatte: "Der Freimaurer achtet jedes Mannes Vaterland, das seine aber liebt er."
Offenbar aber charakterisierte der Kaiser seine Brüder richtiger, als es dem Philosophen gelungen war. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges lehnte die deutsche Freimaurerei, deren Gründer
sich einst als Glieder eines Menschheitsbundes gefühlt hatten, beharrlich alle Angebote der amerikanischen Großlogen ab, diplomatische oder gar freundschaftliche Beziehungen aufzunehmen.
Vollig unmotiviert schrieb eine deutsche Großloge der englischen Großloge einen groben Brief, sie lege auf Kontakte zu Bruderschaften der ehemaligen Feindmächte keinerlei Wert.
Und das politische Paradepferd der deutschen Freimaurer von heute, Gustav Stresemann, verzweifelte schließlich an seinen deutschen Brüdern, die sich, wie ehedem der strikten Observanz, nun der strikten Intoleranz verschrieben zu haben schienen.
Dem Nationalsozialismus setzten die Braven keinen Widerstand entgegen. Tolerant erwarteten christliche und humanitäre Logen, Hochgrad-Maurer und die verschiedenen - nicht anerkannten-Winkellogen das Dritte Reich: 1935 gab es keine Logen mehr in Deutschland. Das Vermögen - etwa 200 Millionen Mark - hatte der Staat konfisziert.
Mit ihrer Geheimniskrämerei boten sich die Freimaurer als Zielscheibe für publizistische Offensiven geradezu an. Und so wurden sie - neben dem internationalen Judentum und dem Weltkommunismus - zur dritten "überstaatlichen Macht", die sich angeblich nur dem Ziel verschrieben hatte, die Nation zu ruinieren.
Was Goebbels veröffentlichen ließ, war freilich weniger das Ergebnis sachlicher Recherchen als das Produkt kranker Gehirne. Das Terrain der Horror -Kampagne hatte der General Ludendorff bereits planiert. Um so prächtiger gedieh nun die Saat.
So erschien etwa 1936 im angesehenen Alfred-Kröner-Verlag ein "Werterbuch der deutschen Volkskunde", als Herausgeber zeichnete ein Richard Beitl. Das Volkskunde-Lexikon vermittelte unter dem Stichwort "Freimaurer" folgende Erkenntnis: "Jedes Jahr muß ein Freimaurer geopfert werden ... Ein Freimaurer, dessen Todeslos gezogen ist, kann sich durch Tötung eines unschuldigen Kindes oder Dienstmädchens oder eines lieben Verwandten befreien."
Die Goebbels-Arbeit trägt noch heute späte Früchte. 1957 erschien Beitls Wörterbuch in neuer Auflage. Die Freimaurer-Moritat hätte den Nationalsozialismus überlebt.
Und die "Freimaurer-Korrespondenz", die sich gemeinhin nicht durch Humor hervortut, konnte an die Beitl-Auskunft die Vermutung knüpfen, daß hier möglicherweise eine Erklärung für den heutigen Dienstbotenmangel vorliege.
Jedenfalls aber liegt in der nationalsozialistischen Propaganda eine Erklärung für das allgemeine - vielfach nur unterbewußte - Mißtrauen, das die deutsche Freimaurerei bis heute nicht ausräumen konnte.
Vor 1933 hatten die drei altpreußischen christlichen Großlogen 56 430 Brüder gezählt, die übrigen - meist humanitären - Großlogen zusammen 22 778. Nach 1945 fanden sich,in den zerfallenen Tempeln nur noch etwa 5000 Brüder ein. Der Rest war verschollen, gefallen - oder umgefallen.
Dazu ein Frankfurter Meister vom Stuhl: "Viele Maurer haben sich ziemlich dünn benommen."
Neben dem allgemeinen Mitgliederschwund und der Überalterung hatte
der Kriegsausgang noch eine spezielle Folge: Das Kräfteverhältnis zwischen christlichen und humanitären Logen hatte sich genau umgekehrt. Nun waren die Humanitären mehr als zweimal so stark wie die Christlichen.
Allein die "Drei Weltkugeln" hatten beispielsweise von ihren 179 Tochterlogen 101 im Osten verloren. Selbstverständlich blieb im sowjetischen Einflußbereich das nationalsozialistische Freimaurer-Verbot in Kraft. Die KZ-Kameraderie zwischen Brüdern und Genossen überdauerte die Befreiung nicht lange.
Doch auch in den westlichen Besatzungszonen kam der Logenbetrieb nur zögernd wieder in Gang. Mochten die Besatzungsbehörden auch Generälen unterstehen, die selbst Freimaurer waren, wie etwa der Oberkommandierende der US-Streitkräfte in Europa, Clarke, oder der Luftbrücken-Organisator Clay, so trauten sie doch offenbar den deutschen Brüdern nicht über den demokratischen Weg.
Beispielsweise erlaubten die britischen Besatzer Ende 1946 der Bremer Loge "Herder" ihre Zusammenkünfte nur, "um Kaffee zu trinken, Lieder zu singen oder Pläne zur Verteilung von Weihnachtsgeschenken zu machen. Sie werden selbstverständlich ... überwacht".
In der Praxis freilich wirkten sich solche Beschränkungen kaum aus. Der Ehrgeiz der alt gewordenen Brüder richtete sich vorerst nämlich auf gar nicht viel mehr als auf friedliche Stammtischstunden.
Nur die "Großloge zur Sonne" in Bayreuth entfaltete ab 1947 eine außergewöhnliche überregionale Aktivität: Unter dem Kopfschütteln sämtlicher aligedienten Maurer-Meister rief sie zur nationalen Freimaurer-Einigung auf.
Motor und Sprecher dieser Franken -Loge war der Fensterrahmen-Fabrikant Theodor Vogel aus Schonungen bei Schweinfurt. Vogel konnte nicht nur darauf verweisen, daß schon sein Vater gemauert hatte. Er verfügte auch über eine ehrfurchtheischende Barttracht, die rhetorische Kraft eines alttestamentlichen Propheten sowie über Sachwerte.
Der Chef der Luftwarnzentrale Schweinfurt und Vater von neun Kindern hatte das tausendjährige Reich ohne irgendwelche Beschwernisse, aber auch mit blütenweißen politischem Schurz überstanden. Die braunen Herren hatten ihn als Spezialisten für die Verlagerung von Fabriken beschäftigt und bis zum Kriegsende so hoch geschätzt, daß auf sein Geheiß Schnell - und Eilzüge der Reichsbahn auf jeder Station stoppten, auf der Vogel zu- oder aussteigen wollte.
Hinfort nun widmete sich der Techniker, dessen Elastizität seiner Robustheit die Waage hält, nicht nur der Herstellung von Rahmen, sondern auch der Zentralisierung deutscher Freimaurerei.
Der erste Schritt gelang ihm bereits 1949: Am 19. Juni traten Vertreter aller humanitären deutschen Logen in der Frankfurter Paulskirche zusammen. Die humanitären und selbst einige christliche Bruderschaften stimmten der Bildung einer "Vereinigten Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland" zu.
Neben Vogels Gruppe der "Alten Freien und Angenommenen Maurer", im brüderlichen Schriftverkehr kurz "AFAM" genannt, gab es jetzt nur noch einen großen Block: die christlichen Logen der wiedererstandenen "Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland". Dieser christlichen Gruppe, dem Freimaurer-Orden - dem "FO" -, assoziierten sich in der Folgezeit noch etliche Splittergruppen aus dem Nachlaß der beiden anderen preußischen Großlogen.
Neun Jahre reiste und redete Bruder Vogel, bis er auch den Orden unter das Dach seiner "Vereinigten Großloge" bugsiert hatte. 1958 war es soweit. AFAM und FO unterzeichneten die "Magna Charta der deutschen Freimaurerei" und stimmten der Bildung einer gemeinsamen Spitze zu, die sie "Vereinigte Großlogen von Deutschland
- Bruderschaft der deutschen Freimaurer" (VGL) nannten.
Dabei hatten die Brüder vorn Orden dem einigungsfreudigen Vogel ausgezeichnete Konditionen abgetrotzt. Obwohl zahlenmäßig schwächer als die Humanitären, erhielten sie die Hälfte der Sitze im Senat der VGL sowie die Zusicherung, in regelmäßigem Turnus mit Vogels Verein jedes dritte Jahr den Großmeister der VGL, also den internationalen Repräsentanten der gesamten deutschen Freimaurerei, stellen zu dürfen.
Heute besteht die vereinigte Maurerschaft aus etwa 6000 FO-Brüdern, die in 82 Logen die Kerzen entzünden, und rund 14 000 AFAM-Brüdern, die in 272 Logen Hammerschlägen und Mozartmusik lauschen; 51 der AFAM-Bruderschaften sind allerdings angeschlossene alliierte Logen verschiedener Riten, in denen Diplomaten, Soldaten und ausländische Geschäftsleute die symbolische Maurerkelle handhaben.
Außerhalb der VGL verblieben die Hochgrad-Maurer, beispielsweise:
- der "Alte und Angenommene Schottische Ritus" mit Sitz in Frankfurt, eine exklusive Tausendschaft mit einem 33gradigen Ritus, die von dem pensionierten Bundesrichter Erich Schalscha kommandiert wird.
Schließlich existieren etliche Sondergrüppchen, die meist offiziell nicht anerkannt sind, etwa
- der "Großorient von Deutschland" mit Sitz in Erlangen, der auch Freidenker und Atheisten aufnimmt, oder
- der "Droit Humain", eine französische Variante der Freimaurerei, der seine Tempel auch den Frauen öffnet.
Der organisatorische Zusammenschluß der deutschen Maurer hat freilich nicht auch die Arbeiten in den verschiedenen Tempeln vereinheitlicht. Nach wie vor verteidigen die AFAM-Logen verschiedener Provenienz ihre hergebrachten rituellen Eigenheiten. Eine feste, durch die Tradition geheiligte und bis zur letzten Loge konsequent verwirklichte Liturgie besitzt lediglich der Freimaurer-Orden.
Ferner: "Maurerischer Verkehr" zwischen christlichen und humanitären Brüdern ist bestenfalls in den unteren drei Graden möglich. Noch immer ist für einen Johannis-Meister der AFAM eine Zusammenkunft der Andreas-Meister einer FO-Loge ebenso tabu wie für einen Profanen.
Sonst aber verlief der Start der deutschen Freimaurerei zwischen Elbe, Rhein und Donau einigermaßen verheißungsvoll.
Der Franke Vogel bereicherte die Bruderschaft um zwei Elemente, die den deutschen Maurern bis dahin unbekannt, den viereinhalb Millionen amerikanischen Brüdern jedoch um so geläufiger waren: um Public Relations und um systematische Jugendarbeit.
Beides hatte er in Amerika beobachten können - ebenso wie die imponierenden Ergebnisse solcher Aktivität: Das Kabinett Truman wurde, wie auch schon zuvor das Kabinett Roosevelt, zur Hälfte von Logenbrüdern gestellt; von neun Richtern des Obersten Gerichts waren acht Freimaurer, darunter auch der Präsident Earl Warren.
Weiter: Von 96 Senatoren waren vor den letzten Wahlen 58, von 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses 215 und von den 48 Gouverneuren der Einzelstaaten nicht weniger als 29 Mitglieder einer Bruderschaft.
Organisator Vogel, dessen Gefolgschaft durchweg der alten Schule entstammte, konnte allerdings auf Anhieb nicht so weit gehen wie die Amerikaner, deren Familienzeitungen beispielsweise mit farbigen Reproduktionen aufwarten dürfen, die eher einem Cecil-de-Mille -Film über Großveranstaltungen im Ägypten der Kleopatra entnommen zu sein scheinen als einem Treffen der Freimaurer-Damen, die sich "Töchter des Nils" nennen.
Schon die Existenz der Nil-Töchter war für deutsche Begriffe Häresie.
Die "Masonic Brotherhood" hingegen hält nur formell am Maurer-Grundsatz fest, daß die Frau außerhalb der Bauhütten zu bleiben habe. Längst hat sich im matriarchalischen Amerika eingebürgert, assoziierte Organisationen für die Ehefrauen der Schürzenträger einzurichten. Vereinsziel etwa der Nil-Töchter: "Wenn die Schatten länger werden, zurückzuschauen auf ein wohlverbrachtes Leben."
Wie die Amerikaner ihre Frauen interessierten, so erwärmten sie auch die Jugend für den Bund. Die "Blauen Logen", die den deutschen Johannis -Logen entsprechen, sichern sich einen ständigen Zustrom anstelliger Lehrlinge, indem sie einen angeschlossenen Jugend-Orden sorgfältig beobachten und subventionieren: den Orden "De Molay" etwa, der sich nach dem letzten, im Frankreich des 14. Jahrhunderts gefolterten Templer-Großmeister nennt.
Freilich, die Amerikaner haben rigoros den geistigen Ballast abgestoßen, den die deutscheFreimaurerei von Generation zu Generation weiterschleppt. Die Aufmachung wurde für den Massengeschmack konfektioniert: pomphaft, farbig.
So trafen sich beispielsweise im Sommer 1949 über 75 000 Brüder vom "Mystischen Schrein" in Chicago, eine Völkerwanderung von Männern mit roten Fezen und schwarzen, gläserlosen Brillen. Die "Shriners", zu denen auch Harry Truman gehört, Mitglied der Loge "Tempel vom Berge Ararat", feierten ihr 75jähriges Jubiläum mit einer Parade auf der Michigan Avenue. Eine 1500 -Mann-Kapelle spielte auf.
Zum "Herrscher" des "Shriner"-Reiches wurde der Filmkomiker Harold Lloyd geweiht. Anschließend stimmten die Brüder zu Ehren ihres "Herrschers", der auf einem mit 120 000 Texasrosen geschmückten Thron saß, Lloyds Lieblingslied an: die Donkey-Serenade.
Aber: Diese gutgelaunten amerikanischen Fezträger finanzieren neben vielen anderen menschenfreundlichen Einrichtungen beispielsweise die Mayo -Klinik, die modernste und größte Poliklinik der Welt.
Die karitative Aktivität der deutschen Freimaurerei ist im Vergleich dazu recht bescheiden:
- Die Hamburger Logen unterhalten
seit 1795 das Hamburger Elisabeth -Krankenhaus, das neben 150 Krankenbetten noch 40 Altersheim-Plätze aufweist;
- die Vereinigte Großloge betreibt im
niedersächsischen Einbeck das Altersheim Johannisstift, das 25 Plätze hat; und ansonsten stiften
- die Logen ab und zu den Waisenhäusern Kommunion- und Konfirmationskleidung oder beteiligen sich an Katastrophen-Spenden.
Vogels Anlauf, publizistisch auch die deutsche Öffentlichkeit der Königlichen Kunst aufzuschließen, scheiterte kläglich. Und nicht wesentlich bessere Ergebnisse zeitigten seine Versuche, die Jugend zu interessieren.
Zwar wird nunmehr seit vielen Jahren die "Freimaurer-Korrespondenz" freigebig verteilt. Aber Profane wissen wenig mit stereotyp wiederholten Leitsätzen wie diesem anzufangen: "Die Freimaurerei vereinigt Männer, die in bruderschaftlichen Formen und durch ehrwürdige rituelle Handlungen geistige Vertiefung und sittliche Veredelung anstreben."
Und an der Würzburger Studentenloge "Morgenland-Fahrer", die Vogel ebenso wie das überregionale akademische "Collegium Massonicum" im Jahre 1948 gründete, verlor er bald das Interesse.
Bruder Thomas Dehler unterstützte wortreich das Vorhaben, den deutschen Universitäten wieder liberalen Geist einzuflößen.
Den alten Stuhlmeistern hingegen, den Hütern freimaurerischer Tradition aus der vorhitlerischen Zeit, waren die Jung-Maurer zu laut und zu aktiv. Die Studenten diskutierten mit Politikern und Jesuiten, Unternehmern und Gewerkschaftlern und gingen schließlich dazu über, regelrechte Werbeabende zu veranstalten.
Nur die Stuhlmeister aber waren auf den Konventen stimmberechtigt. Um regieren zu können, bedurfte der fränkische Fabrikant ihrer mehr denn eines unbequemen Akademiker-Haufens, der zudem damals noch fast ausschließlich aus davongekommenen Frontsoldaten bestand, denen mit maurerischen Riten ohnehin nicht richtig beizukommen war.
Entschlossen opferte er seinen Nachwuchs. Die Morgenland-Fahrer, mußten sich 1952 auflösen. Ihre Mitglieder sollten der patinierten Würzburger Loge "Zwei Säulen zu der Festen Burg" beitreten.
Auch an den anderen Universitäten verliefen sich die Logen schnell, als der großmeisterliche Schatullensegen ausblieb. Das "Collegium Massonicum", das auf den Konventen unter beifälligem Nicken mit so viel Hoffnung begrüßt worden war, ging ganz ohne Ritual in den "Ewigen Orient" der Freimaurer ein.
Dem Selbstbewußtsein des Theodor Vogel konnten solche kleinen Einbußen freilich nicht mehr schaden. Er hatte sich mittlerweile in den Tempeln der ganzen Welt umgetan.
In seiner Sprache hörte sich das so an: "Ich war mit schwarzen, braunen und gelben Maurern an der Logentafel gesessen, ich habe mit dem Bruder aus Tokio und Manila, aus Reykjavik und Tucson, aus Teheran und Ankara, aus Algier und Tel Aviv, aus Sao Paulo und Dublin, aus Korsika und von den Antillen beim festlichen Mahl das Brot gebrochen."
Vogel versäumt niemals, das von ihm kontrollierte VGL -Organ "Die Bruderschaft" mit kunstvollen Reiseberichten zu beliefern. Und die redaktionellen Notizen des Heftes instruieren die deutschen Maurer jahraus, jahrein, was ihr Vogel bei welcher Neger-, Inder- oder Japaner -Loge gerade wieder für die Daheimgebliebenen gesagt, getan und ausgerichtet hat.
Daß Theodor Vogel die Publizitäts-Lichter nur immer für sich selbst brennen
läßt, hütten ihm die Brüder möglicherweise nachgesehen. Von Jahr zu Jahr regierte er jedoch die Maurer-Kolonne autokratischer.
Dazu der Westfale Pinkerneil mit tolerantem Lächeln: "Er hatte Erfolg - jetzt adenauert er ein bißchen."
Tatsächlich pflegte der bärtige Patriarch lästige Mitmaurer jeweils rasch vom Gerüst zu jagen, so etwa die Großmeister Ehmke und Mohr.
Der hannoversche Chirurg Ehmke war 1954 zum AFAM-Großmeister gewählt worden und glaubte nun, den Ansichten Vogels nicht mehr strikte Observanz zu schulden. Vogel ließ ihn kurzerhand abwählen.
Der Stellvertretende Großmeister Mohr geriet 1958 in die Vogel-Linie. Er sollte mit den Hochgrad-Maurern verhandeln. Vogel warf ihm anschließend Fälschung des Verhandlungsprotokolls
vor und setzte gegen den Bruder ein Ehrengerichtsverfahren durch.
Als Mohrs Freunde nach dessen Rehabilitierung nun den Fabrikanten wegen falscher Anschuldigung vor den Vereins-Kadi bringen wollten, mobilisierte Vogel den AFAM-Großbeamtenrat. Eisern beschlossen die Würdenträger, daß kein Verfahren durchgeführt %werden könnte, ehe nicht sie selbst dazu die Genehmigung erteilt hätten. Niemand wagte, sich auf eine Interpretation der Statuten einzulassen. Das Verfahren fiel aus.
Tatsächlich hat sich Theodor Vogel mittlerweile nahezu unangreifbar verschanzt.
In der von ihm geschaffenen Dachorganisation wechseln zwar jährlich die Großmeister, die von Vogel als dem ersten Großmeister berufenen Amtsträger pflegen jedoch ihre Positionen
beizubehalten. Vogel selbst blieb Präsident des Großmeister-Amtes der VGL, des Quasi-Kabinetts, und leitet in dieser Behörde überdies noch das "Amt für brüderliche Beziehungen" unmittelbar, das Außenministerium der deutschen Freimaurerei.
Die AFAM, seine Hausmacht, dirigiert Altgroßmeister Vogel über den sogenannten Distriktsmeistertag, eine Konstruktion, die er sich selbst zurechtgemauert hat.
Als Altgroßmeister ist er Vorsitzender des Distriktsmeistertages, der laut AFAM-Verfassung "die Durchführung von Anordnungen des Landesgroßmeisters aussetzen" kann. Wer immer AFAM-Großmeister ist - der Distriktsmeistertag unter der Hammerführung des Theodor Vogel bestimmt, was die humanitäre Großloge unternimmt.
Gestützt auf die AFAM und seines Einflusses in der VGL sicher, startete
der Altgroßmeister- schließlich immer kühnere Unternehmen:
- Er wollte nicht nur Großmeister der Johannis-Freimaurer, sondern auch "Souveräner Großkommandeur" und damit Chef der schottischen Hochgrad-Freimaurer werden, und
- er setzte es durch, daß die VGL die brüderlichen Beziehungen zur Grande Loge de France abbrach.
Der plötzliche Hochgrad-Ehrgeiz ihres Großmeisters konsternierte die dreigradigen AFAM-Maurer nicht wenig.
Andererseits hatte die christliche Gruppe, deren Ritus ebenfalls neun Grade aufweist, kein Verständnis für die Offensive gegen die Hochgrade, die Vogel einleitete, nachdem ihn die Schotten hätten abblitzen lassen.
Der gekränkte Obermaurer scheute sich nicht einmal davor, die stolzen Schotten in der für jedermann käuflichen "Bruderschaft" anzukratzen. In den vertraulichen Mitteilungen - "Nur für Brüder Meister" - schwang er die Kelle noch wilder.
Vogel: "Welcher Irrtüm, anzunehmen, daß nach dem Meisterturn noch ein Weg wäre zur Vollendung durch neue Grade."
Die AFAM-Logen erbitterte schließlich, daß sich ihr Altgroßmeister in die historische Auseinandersetzung zwischen angelsächsischen und französischen Freimaurern hineinziehen ließ.
Einziger Grund für den drastischen Bruch mit den Franzosen: Die Grande Loge de France war und ist nicht bereit, ihre Bindungen zum Grand Orient de France zu lösen. Der Grand Orient wiederum, Frankreichs größte Freimaurer-Vereinigung, wird seit 1877 von der angelsächsischen Freimaurerei boykottiert, weil er nicht gemäß den "Alten Pflichten",die Anerkennung eines höchsten Baumeisters zur Voraussetzung der Aufnahme macht.
Das unbrüderliche Ende der brüderlichen Verbindungen zwischen deutschen und französischen Maurern brachte dem Theodor Vogel lediglich einige wohlwollende Händedrücke englischer Brüder ein, die von ihrem festungsartigen Bau in der Londoner Great Queen Street aus mit strengen Blicken darauf achten, daß ihre Boykott-Bestimmungen möglichst uneingeschränkt auch von den übrigen Großlogen durchgeführt werden. Einen sichtbaren Einfluß auf das Verhältnis der deutschen Freimaurerei zu den beiden großen Konfessionen hatte Vogels Affront gegenüber den Franzosen indes nicht.
Groteskerweise besserte sich sogar das Verhältnis der - traditionell antiklerikalen französischen Logen zu Rom während der letzten Jahre, wogegen die deutschen Großlogen, die es durchweg ablehnen, auch Atheisten als Mitglieder aufzunehmen, nach wie vor in mitunter gehässigem Gekrangel mit der Kirche liegen.
Rom beläßt nämlich sein Verhältnis zu der Freimaurerei in der Schwebe.
Auf der einen Seite ist das Verdikt noch in Kraft, das Papst Clemens XII. unter dem 28. April 1738 veröffentlichte: "Verdammung der Gesellschaft oder der heimlichen Zusammenkünfte, Freimaurer genannt, unter Strafe des
mit der Tat sofort eintretenden Bannes, von dem die Lossprechung - das Sterbebett ausgenommen - dem höchsten Oberhaupt der Kirche vorbehalten bleibt."
Auf der anderen Seite hält die Kirche in Ländern behutsam still, in denen die Freimaurerei unangreifbar ist.
Etwa in England, wo die Könige und die politische Prominenz fast regelmäßig Maurer-Ränge bekleiden, Eduard VII. und Prinz Philip ebenso wie Winston Churchill. Oder in den Vereinigten Staaten, wo die Masonic Brotherhood aus dem gesellschaftlichen Leben nicht wegzudenken ist.
Auch in der nüchternen Eidgenossenschaft wird bei der Beurteilung des Wertes der Königlichen Kunst offenbar das Gewicht Bruder Dunarts, der das Internationale Rote Kreuz stiftete, höher veranschlagt als das Verdikt des zwölften Clemens. Und selbst im afrikanischen Küstenstaat Liberia, dessen Präsident Tubman gelegentlich nebst Ministerialen in Zylinder, Frack und Schurz durch sengende Sonne zum Logentempel wallt, herrscht freundliches Einvernehmen zwischen Klerus und Maurerei.
In Frankreich, wo sich seit Voltaire Logen und Kirche 200 Jahre lang am bittersten befehdeten, ist es zu einem von beiden Seiten wohlwollend ausgelegten Stillhalte-Pakt gekommen. Das gleiche gilt für Italien, dessen Maurer freilich heute viel weniger Radau veranstalten als unter Anführung ihres Garibaldi.
Lediglich in Spanien werden, von den Staaten des Ostblocks abgesehen, ab und zu noch Freimaurer als Staatsfeinde abgeurteilt. Doch äußert sich hierin auch die Diktatur, nicht nur die katholische Kirche.
In Deutschland aber führen kirchliche Stoßtrupp-Redner noch immer
Attacken, als gelte es, eine zweite Gegenreformation einzuleiten.
So polterte etwa zu Anfang des vergangenen Jahres der Stuttgarter Diözesan-Präses Burger in Bad Mergentheim: "1317 Blüte der Kirche im Mittelalter, 1517 Luther, 1717 Großloge in England, 1917 bolschewistische Revolution - welcher Abstieg!"
Oder: "Natürlich kann ein Freimaurer aus der Bewegung austreten - wie lange er noch lebt, ist eine andere Frage."
Aus der maurerischen Zelebritäten -Liste wußte Burger keinen anderen Namen zu zitieren als Guillotin, dessen Erfindung er "Mensenverkürzungsmaschine" nannte. Maurer-Kommentar: Die Guillotine habe die Einrichtung humanisiert - anstelle der kirchlichen Scheiterhaufen.
Womöglich noch mehr Phantasie als Burger bewies der Leutesdorfer Pater Wilhelm, der in Irlich bei Neuwied öffentlich mitteilte: "Der Mord von Serajewo ist eine Tat der Freimaurer. Die Wirren in Angola, am Kongo und die bestialischen Morde sind Werke der Freimaurer. Ebenso der Umsturz auf Kuba, der Generalstreik in Belgien, auch Hammarskjöld wurde von ihnen beseitigt, weil er Christ war."
Wilhelms letzter Trumpf: "Geben Sie in der Frankfurter Allgemeinen ein Stellengesuch auf und setzen Sie vor der Anzeige die drei Punkte der Freimaurer*, dann können Sie mit einer Direktorenstelle rechnen."
Solche Töne in Deutschland, zu einer Zeit, da sich in Rom der gegenwärtig maßgebliche Kurienkardinal Bea deutlich von der intoleranteren Haltung des Kurienkardinals Ottaviani distanzierte,
ließen es den deutschen Brüdern angeraten sein, entschlossener gegen klerikale Anachronismen aufzutreten. Längst dünkten sie Vogels Beschränkung auf vage Repräsentanz und sein hohles Schwadronieren auf den Konventen angesichts der westdeutschen Wirklichkeit als zu wenig.
Dehler:. "Wir müssen jetzt aus der Reserve heraus."
Pinkerneil: "Ich bin kein Revolutionär in der Freimaurerei, aber ich meine, daß wir uns der Zeit stellen müssen."
Bei den Humanitären, auf deren Kommandobrücke Theodor Vogel nach wie vor agiert, bahnte sich die offene Meuterei an. Auf dem Berliner Freimaurer-Konvent des Jahres 1961 verweigerten erstmals an die 80 Logen dem Vogel die Gefolgschaft. Nur mühsam konnte der Riß verputzt werden.
Wie brüchig der Mörtel war, zeigte sich ein Jahr später auf dem Paulskirchen-Konvent. In den Orgelpausen flüsterten sich die Brüder zu, der Altgroßmeister habe soeben beim Landgericht Frankfurt gegen den AFAM -Beschluß geklagt, ein neues Vereinskonto zu errichten. Die AFAM-Logen hatten sich mit diesem Beschluß kurz zuvor dagegen gewehrt, daß ihnen ihr Patriarch die Verfügung über das alte Konto entzogen hatte.
Die "Bruderschaft" beschrieb später die weiteren Vorgänge so: "(Es) hatten sich in den letzten Monaten innerhalb der Großen Landesloge AFAM divergierende Kräfte geltend gemacht, die über deren Reihen hinaus die Einheit der Vereinigten Großlogen mit einer Hypothek zu belasten schienen ... Die Einsicht und die Arbeit einer Reibe von Brüdern, die sich für die Einheit verantwortlich fühlten, hat die lastende Bürde noch während des Fünften Konvents von der Bruderschaft genommen."
Und, als Gipfelleistung maurerischhumaner Berichterstattung: "Wen wundert es, daß der Einiger der deutschen Freimaurer, Dr. Theodor Vogel, auch bei der Lösung dieser krisenhaften Zustände in der AFAM die Initiative ergriffen hat."
Tatsächlich traten die streitenden Gruppen, nachdem sie sich mittags im Hotel nicht hatten verständigen können, am Abend erneut gegeneinander an.
Fazit des Gesprächs, das im Morgengrauen endete und bis heute als freimaurerisches Geheimnis allerhöchsten Grades behandelt wird:
- Der Altgroßmeister mußte seine Klage gegen die Landesgroßloge zurückziehen, und
- eine Kommission aus acht prominenten Brüdern soll Vogels Funktionen und Politik mit den Interessen der Bruderschaft abstimmen.
Die Kommission tagte erstmals im November Vergangenen Jahres zu Hildesheim. Am 5. Januar fand eine zweite Sitzung statt, diesmal in Frankfurt. Zum dritten Male trafen sich die Acht am 3. März, wiederum in Frankfurt. Noch immer ist keine Entscheidung gefallen.
Der Patriarch aber hat mittlerweile vorsorglich eine neue Würde erworben: Der "Royal Arch", dem er sich in aller Stille anschloß, ist ein Hochgrad -System, das nicht zur Vereinigten Großloge gehört.
* Die drei Punkte stehen im maurerischen Schriftverkehr, wenn Bruder oder Brüder abgekürzt werden: Br.:
Freimaurer-Tempeldienst in Frankfurt mit Altgroßmeister Vogel (M.): Erleuchtung ...
... bei Mozartklang und Hammerschlag
Präparation eines Johannistempels: Jedes Licht ...
... steht für eine Tugend
Katalog englischer Logenwappen (1735): Die Tugend war fruchtbar
Friedrich II. bei der Bruderweihe (1740): Schwert aufs Herz
Cagliostro bei der Bruderweihe (um 1780): Binde vors Auge
Freimaurer Lessing, Goethe, vom Stein, Scharnhorst, Friedrich III., Stresemann, Stammberger: Eine Bruderkette ... ... von der Nehrung bis zur Pfefferküste: Freimaurer Voltaire, Washington, Garibaldi, Dunant, Eduard VII., Tubman, Churchill
Logenbruder Wilhelm I.
Jeder Maurer ...
... ist ein roher Stein: Logenbruder Roosevelt (M.), Brüder
Freimaurer Dehler: "Wir müssen aus der Reserve heraus!"
Groß-Brüder Vogel (l.), Pinkerneil: Lehrlingsmangel bei 200 Logen

DER SPIEGEL 15/1963
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