24.04.1963

SCHRIFTSTELLER / HOCHHUTHEin Kampf mit Rom

Die Frage, wie man sich zu einer Aufführung des Stückes verhalten soll", erklärte Münchens Weihbischof Johannes Neuhäusler, "ist ... eine Zwangslage: Soll man es totschweigen oder dagegen protestieren und auf diese Weise noch Reklame dafür machen?"
Die Zwangslage bestand für den Bischof Anfang März - heute ist er ihr gründlich enthoben: Zu oft und zu spektakulär ist gegen Rolf Hochhuths Schauspiel "Der Stellvertreter" seit der Berliner Uraufführung am 20. Februar (SPIEGEL 9/1963) protestiert worden, an Reklame hat es "auf diese Weise" nicht gefehlt, und von Totschweigen kann keine Rede mehr sein.
Der Erfolg des "Stellvertreters" und die Diskussion um das Stück haben Dimensionen erreicht, die in keinem Verhältnis mehr zum literarischen Format des Erstlingsdramas stehen. Hohe und niedere Christen, von Kardinal Frings bis zu Hans Kapfinger, haben das Bühnenstück, in dem Papst Pius XII. beschuldigt wird, durch Unterlassung entschiedener und deutlicher Proteste bei Hitler mitschuldig am Tod vieler Juden zu sein, als Schandwerk verurteilt. Peter Halls "Royal Shakespeare Company" wird es in London, Leon Epps "Volkstheater" in Wien spielen, Bühnen in Basel und Den Haag werden es aufführen.
Der "My Fair Lady"-Manager und Ingrid-Bergman-Gatte Lars Schmidt erwarb die Aufführungsrechte für Skandinavien. Film- und Bühnenregisseur und Pastorensohn Ingmar Bergman will den "Stellvertreter" im Stockholmer "Dramaten"-Theater spielen lassen. Max Brod akzeptierte das Stück für das "Habimah"-Theater in Tel Aviv.
Vor 5000 Westberliner Katholiken, Teilnehmern eines nächtlichen Bußmarschs, predigte Männer-Seelsorger Hans Gerhard Müller Ende März gegen Hochhuths "Stellvertreter" an: "Wenn wir gegenüber dieser Schmähung schweigen, dann wäre das feige und verbrecherisch schuldhaft." In Stuttgart wetterte Franziskanerpater Heinrich Suso Braun vor 1500 Bußgängern: "Wenn ein abstruser Kopf auf die Idee kommt, Pius XII. die moralische Schuld für den Mord von Millionen Juden aufzubürden, so nennt man das nicht mehr Leichenschändung, sondern Literatur."
Nicht nur Kirchenmännern bereitete der "Stellvertreter" gewisse Sorgen: Das Auswärtige Amt forderte beim Regisseur der Uraufführung, bei Erwin Piscator, ein Textbuch an - laut Piscator-Auskunft, "um die vielen Fragen aus dem Ausland beantworten zu können". Krupp-Manager Berthold Beitz versuchte vergebens, das Stück, in dem ein Krupp-Beauftragter mit SS-Leuten in Auschwitz verhandelt, schon vor der Premiere zu lesen. Inzwischen wurde Autor Hochhuth, der als nächstes eine Komödie, "Die Gemeindeschwester", plant, von der Firma Krupp zu einer Werksbesichtigung nach Essen und auf die Hannoversche Messe eingeladen.
Es war aber vor allem die katholische Protest-Publicity, die Rowohlts Paperback-Ausgabe des "Stellvertreters" in kurzer Zeit zum Bestseller avancieren ließ: Vier Wochen nach Erscheinen sprang das Buch auf Platz 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste, zwei Wochen darauf schnellte es an die erste Stelle. Ende des Monats liefert Rowohlt das 33. Tausend aus. Der linkskatholische Pariser Verlag Seuil, der Heinrich Böll und Günter Graß nach Frankreich importierte, bereitet eine französische Ausgabe vor; in Amerika wird der "Stellvertreter" im Verlag Grove Press, in England bei Methuen, in Italien bei Mondadori erscheinen. Der französische Produzent de Beauregard ("Außer Atem") kaufte für 300 000 Mark die Weltfilmrechte.
Anfang April nahmen die katholischen Bischöfe der Bundesrepublik den angegriffenen Pontifex gegen Hochhuth in Schutz - unter anderem mit einem nationalen Argument. Die Oberhirten verlautbarten aus Köln, Pius verdiene des deutschen Volkes Dank für das väterliche Wohlwollen, das er ihm nach dem verlorenen Krieg erwiesen habe: "Wir empfinden es deshalb als besonders beschämend, daß gerade im deutschen Volk das Wirken Papst Pius' XII. falsch dargestellt und sein Andenken geschändet wird."
Die klerikalen Proteste konnten nicht verhindern, daß Autor Hochhuth, der im November vorigen Jahres für sein noch unaufgeführtes Erstlingsstück eine Förderungsprämie (1500 Mark) des Gerhart-Hauptmann-Preises erhalten hatte, letzten Sonntag in Berlin auch noch den Literatur-"Preis der jungen Generation" (5000 Mark) entgegennehmen konnte.
Auf dem deutschen Theater allerdings scheint Hochhuth nur langsam voranzukommen. Außer den Städtischen Bühnen Frankfurt, deren Intendant Harry Buckwitz wegen seiner intensiven Brecht-Pflege schon manchen CDU-Proteststurm überstehen mußte, hat bislang noch keine größere Bühne der Bundesrepublik das umstrittene Drama akzeptiert. Buckwitz: "Wir spielen Hochhuths 'Stellvertreter', weil meine Mitarbeiter und ich das Stück als ein Kunstwerk ansehen, als das begabteste neue Werk eines jungen deutschen Autors, das derzeit zu finden ist."
Dagegen der Bochumer Intendant Hans Schalla: "Ich finde das Stück künstlerisch nicht geglückt. Die Verse sind schlecht und völlig sinnlos. Es würde natürlich ein irrsinniger Kassenerfolg, aber wir sind sowieso immer ausverkauft."
Auch August Everding, Schauspieldirektor und künftiger Intendant der Münchner Kammerspiele, lehnte das Papst-Stück ab: "Es hat sehr wirkungsvolle Szenen, im ganzen aber schien mir das Thema formal nicht bewältigt. Was noch schwerer wiegt: Hochhuths dokumentarische Belege überzeugen nicht."
Gespielt wird der "Stellvertreter" - nach der Frankfurter Aufführung - in Gießen und wahrscheinlich im Hamburger Thalia-Theater. Noch unentschlossen ist der Essener Bühnenchef Erich Schumacher: "Bei einer Aufführung in unserer Stadt wäre die Lage besonders kompliziert. Immerhin ist Essen vor wenigen Jahren Bischofsstadt geworden. Bei Hochhuth muß außerdem die Frage Krupp bedacht werden. Ich habe daher die Reflexe vieler Essener, die begeisterte Kruppianer sind, zu sondieren."
Weder Düsseldorfs Prinzipal Stroux, noch Göttingens Hilpert, noch Bremens Hübner, noch Darmstadts Hering, noch Kölns (demnächst Hamburgs) Schuh wollen Hochhuth spielen. Oscar Fritz Schuh: "Heute, wo man sehr leicht bei der Hand ist, die Menschheit beispielsweise in Brechtianer und Anti-Brechtianer einzuteilen, setzt man sich der Gefahr aus, als Erzreaktionär zu gelten, wenn man den 'Stellvertreter' nicht spielen will. Da ich in jedem Falle gegen die genormte Zivilcourage bin, gebe ich zu Protokoll: Jeder, der den 'Stellvertreter' spielen will, soll dies ungestraft tun dürfen. Mir erscheint die Charakterisierung des Papstes etwas reichlich simpel. Daher kann ich mich im Augenblick nicht zu einer Aufführung entschließen."
Nun ist Hochhuths "Stellvertreter" gewiß nicht schlechter als manches andere deutsche Nachwuchs-Drama, das durchaus auch von künstlerisch empfindsamen Theaterleuten für aufführenswert gehalten wurde - wie etwa Claus Hubaleks "Stalingrad", das bei Schuh in Köln, oder wie Agnes Maria Csikys "Bärentanz", das bei Everding in München durchfiel. Aber ein reifes Meisterwerk ist der "Stellvertreter" wirklich nicht - ein nach Kürzungen spielbares Stück auf jeden Fall.
Hochhuths Erstling ist ein allzu breites, allzu plakatives Tendenzstück, in dem unter anderem Zitate aus zeitgeschichtlichen Dokumenten zu einem Dialog in Verssprache verarbeitet sind, in dem historische Figuren wie Pius XII., Adolf Eichmann, der päpstliche Nuntius in Berlin Orsenigo mit fiktiven Personen und einer halb allegorischen Figur, dem diabolischen SS-"Doktor", verkehren. Idealistisches Pathos mischt sich mit brutaler und sentimentaler Kolportage, der Text ist durchwachsen mit naturalistischen Banalitäten und pseudo-poetischen Stilblüten.
Hochhuth beweist beachtliches Talent im Szenenaufbau, in der dramatischen Aufbereitung seines Stoffs. Die Figuren wirken freilich oft wie nach groben Klischees gezeichnet: Selbstredend hat der KZ-Arzt sich mit der Reitgerte gegen den Stiefel zu schlagen, hat der Kurienkardinal mit dem Gesicht von "tantenhafter Gemütlichkeit" überaus trinkfroh zu sein.
Für die Berliner Premiere hatte Regisseur Erwin Piscator das Mammut-Stück, dessen vollständige Aufführung an die acht Stunden dauern würde, um mehr als die Hälfte gekürzt. Dem Publikum wurde Hochhuths pueriler Sexualkitsch erspart ("Doktor" zum "Blitzmädel" Helga: "Du wirst sehr ängstlich und sehr klein sein, mein nacktes Kätzchen, und plötzlich wild ..."; Helga: "Du bist so schrecklich ... ich bin dir ausgeliefert"). Doch vorenthalten wurden dem Publikum von Piscator auch fast alle Nazis, einschließlich Eichmann, sowie die Repräsentanten der mit den Nazis kollaborierenden deutschen Industrie - was dem Stück dramaturgisch gewiß zugute kam, aber den Papst noch stärker als Angeklagten exponierte.
Piscators "Stellvertreter"-Inszenierung wurde nach 60 ausverkauften Vorstellungen - Eintrittskarten wurden bis zum Preis von 100 Mark schwarzgehandelt - am Dienstag letzter Woche im "Theater am Kurfürstendamm" abgesetzt. Länger waren für dieses Stück die Schauspieler nicht engagiert. Nach dem 1. Juli jedoch will der Alt-Avantgardist Piscator, der die Illusion hegt, mit dem "Stellvertreter" sein "politisches Theater" der zwanziger Jahre wieder belebt zu haben, das unerwartet erfolgreiche Stück weiterspielen: im Neubau der Berliner Volksbühne, der am 1. Mai eröffnet wird.
Unerwartet kamen Erfolg und Skandal auch für den jungen Autor, der seinerseits Deutschlands literarische Szene wie aus unheiterem Himmel betrat.
Rolf Hochhuth, am 1. April 1931 in Eschwege bei Kassel als Sohn eines protestantischen Schuhfabrikanten geboren, Nicht-Abiturient und gelernter Sortiments-Buchhändler, reifte abseits des lauten Literaturbetriebs zum Erfolgsautor heran: Er wurde nicht durch die Gruppe 47 lanciert, er war - und ist noch - Lektor des Bertelsmann-Leserings in Gütersloh.
1955 war er in die Bücher-Fabrik des Verlegers Reinhard Mohn eingetreten - zu kulanten Bedingungen: Der junge Schreibwillige brauchte erst nachmittags ins Büro zu radeln, vormittags durfte er sich der literarischen Eigenproduktion widmen. Für diese Dienst-Regelung ist Hochhuth seinem Arbeitgeber Mohn so dankbar, daß er auch nach dem "Stellvertreter"-Erfolg die Firma Bertelsmann einstweilen nicht verlassen will. Ein Abwerbe-Versuch des Rowohlt-Verlages schlug fehl. In Gütersloh, in seiner mit Frau und Sohn bewohnten Dreizimmerwohnung im ersten Stock eines Siedlungshäuschens, glaubt Hochhuth auch in Zukunft ungestörter dichten zu können als etwa in Hamburg oder Berlin.
Das Papst-Stück ist Hochhuths erste Veröffentlichung. Was er vorher schrieb - meist Erzählungen -, blieb ungedruckt. Auf das "Stellvertreter"-Thema war er bei der Lektüre zeitgeschichtlicher Dokumentarwerke wie "Das Dritte Reich und die Juden" und "Das Dritte Reich und seine Diener" von Poliakov/Wulf gestoßen. Besonders aufgefallen war ihm dabei ein Brief, den der deutsche Vatikan-Botschafter Ernst von Weizsäcker im Oktober 1943 aus Rom ans Auswärtige Amt in Berlin geschrieben hatte: "Der Papst hat sich, obwohl dem Vernehmen nach von verschiedenen Seiten bestürmt, zu keiner demonstrativen Äußerung gegen den Abtransport der Juden aus Rom hinreißen lassen..."
Dem jungen Autor stellte sich nun, wie er sagt, "von selbst" die Frage: "Wie hat der prominenteste aller Christen sich überhaupt gegenüber dieser umfassendsten Menschentreibjagd verhalten, von der die Weltgeschichte weiß?"
Hochhuth nahm Pius XII. aufs Korn. Er studierte einschlägige Quellen, Sekundärliteratur, er las Biographien, Memoiren, Tagebücher, Briefe, er korrespondierte und sprach mit Léon Poliakov und Gerald Reitlinger ("Die Endlösung") und mit dem Institut für Zeitgeschichte in München. In einem 45seitigen Anhang ("Historische Streiflichter") hat Hochhuth Tendenz und Einzelheiten seines Dramas mit Zitaten aus diesen Studien zu belegen versucht.
Als 1959 eine von Hochhuth herausgegebene Wilhelm-Busch-Ausgabe des Bertelsmann-Leserings eine Auflage von einer Million erreichte, belohnte Verleger Mohn seinen Lektor mit drei Monaten Sonderurlaub - Hochhuth nutzte sie zu einer Reise nach Rom, wo er weitere Studien für sein Papst-Stück trieb.
Amateurhistoriker Hochhuth erkannte nach Abschluß seiner Recherchen zwar: "Der Papst hatte befohlen, Menschenleben zu retten, wie und wo immer es möglich sei. Er hatte viele Klöster für die Verfolgten öffnen lassen, hatte Tausenden die Flucht nach Übersee finanziert, hatte auch im Vatikan selbst und in Castel Gandolfo Juden versteckt."
Indes: Pius XII. hatte, so Hochhuth, "wahrhaftig darauf verzichtet, jemals mit eindeutigem Wort auch nur die Deportation der Juden öffentlich zu verurteilen, obwohl er oft darum gebeten worden war".
Ein eindeutiger Protest des Papstes oder eine Aufkündigung des Konkordats aber, so glaubt Hochhuth, hätten ihre Wirkung auf Hitler nicht verfehlt und die Judenverfolgung, wenn auch vielleicht nicht gestoppt, so doch immerhin gebremst oder abgeschwächt; mindestens aber hätte ein öffentlicher Hinweis des Papstes auf die Vernichtungslager viele Gefährdete, die nicht an das Schlimmste glauben wollten, zu warnen vermocht.
Als Protestant, sagt Hochhuth, habe er zunächst gezögert, seine dramatische Anklage gegen Pius XII. zu Papier zu bringen: "Es ist ohnehin ein Schönheitsfehler, daß ich nicht katholisch bin" (siehe SPIEGEL-Gespräch, Seite 90). Doch von einem antikatholischen Ressentiment weiß sich der Schriftsteller frei: "Ich stehe der katholischen Kirche ganz positiv gegenüber. Mein bester Schulfreund ist Katholik und ist der Patenonkel meines Sohnes."
Während Hochhuth sein Anti-Pius-Stück niederschrieb, rieten ihm Freunde, den Papst besser gar nicht auftreten zu lassen, seinen Namen und andere reale Namen schon aus stilistischen Gründen nicht zu nennen. Doch der junge Autor, der von modernistischen Stilexperimenten nicht viel hält (Hochhuth: "Zuckmayers 'Hauptmann von Köpenick' wird alle diese Stücke von Ionesco oder Hildesheimer lange überleben"), blieb dabei, von Pius XII. und nicht etwa vom "Meister", von Krupp und IG-Farben und nicht etwa nur von der "Industrie" zu sprechen.
Im August 1961 nahm der Hamburger Verlag Rütten und Loening - seit 1960 ein Zweig der Bertelsmann-Verlagsgruppe -, zu dem Hochhuth zeitweilig als Cheflektor abgestellt war, das Erstlingsstück zum Druck an. Das Stück war schon gesetzt, der Schutzumschlag des Buches - er zeigte einen geborstenen Petersdom - war bereits gedruckt, da erhielt Geschäftsführer Karl Ludwig Leonhardt Order aus Gütersloh, daß Hochhuths "christliches Trauerspiel" (Untertitel) für die Bertelsmann-Filiale Rütten und Loening doch zu gewagt sei. Leonhardt ließ Rowohlt den "Stellvertreter" zukommen und retirierte aus dem Rütten- und-Loening-Verlag auf seinen Posten als Lesering-Chef in Gütersloh.
In seinem Schauspiel hat Debütant Hochhuth das, was er gegen den zwölften Pius auf dem Herzen hat, dem jungen Jesuitenpater Riccardo Fontana in den Mund gelegt: "Ein Stellvertreter Christi, der das vor Augen hat und dennoch schweigt, aus Staatsräson, der sich nur einen Tag besinnt ... ein solcher Papst ist - ein Verbrecher."
Riccardo, der in Berlin Zeuge der Juden-Not wurde, bestürmt den apostolischen Nuntius Orsenigo in Berlin, einen einflußreichen Kurienkardinal in Rom und schließlich den Papst selbst, gegen die Judenverfolgung zu protestieren. Als Pius XII. sich weigert - "... die Staatsräson verbietet, Herrn Hitler als Banditen anzuprangern"; "... der Westen sollte ihm Pardon gewähren, solange er im Osten nützlich ist" -, heftet Riccardo sich einen gelben Stern an die Soutane, läßt sich mit römischen Juden nach Auschwitz deportieren und kommt dort um. Riccardo: "Gott soll die Kirche nicht verderben, nur weil ein Papst sich seinem Ruf entzieht."
Diese Kritik an einem Papst, der spezielle Sympathien für Deutschland bewiesen und während seines Pontifikats (1939 bis 1958) deutschen Klerikern im Vatikan besonders starken Einfluß eingeräumt hatte - dieser Angriff auf den in Deutschland bis zur Idolisierung hochgeschätzten und überschätzten Pius XII. schlug wie der Blitz im deutschen Katholizismus ein. Über Hochhuths Haupt entlud sich ein Donnerwetter ohnegleichen. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA): "Deutschlands Katholiken werden es nicht hinnehmen, daß der Ruf Pius' XII. mit verlogener Infamie und Agitation besudelt wird."
Der linkskatholische Schriftsteller Carl Amery diagnostizierte die heftige Katholiken-Reaktion als Abwehr unangenehmer Erinnerung an das Konkordat von 1933, durch das der Vatikan mitgeholfen hatte, Hitlers Regime salonfähig zu machen. Amery empfand: "Der Leviathan ist aus der Tiefe gestiegen, nämlich die kompakte Masse des organisierten deutschen Katholizismus."
So einstimmig tönte das Katholiken-Echo aber doch nicht. Zwar schäumte die katholische "Neue Bildpost": "Ein großer Papst am Kudamm in den Dreck gezogen ... Tiefschlag ... Frechheit ...
Nichts ist mehr tabu"; zwar fand Karl Fürst zu Löwenstein, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, besonders verwerflich, daß der "Stellvertreter" im "freien Westberlin" aufgeführt werde. Und KNA-Chefredakteur Konrad Kraemer kanzelte den jungen Autor ab: "Zwölf lange Jahre segensreicher Tätigkeit als Nuntius in Deutschland lagen bereits hinter Eugenio Pacelli, als im Hessischen Rolf Hochhuth das Licht der Welt erblickte ... Als Papst Pius XII. Pater Anton Weber mit einer umfassenden Hilfs- und Rettungsaktion für die Juden in Italien beauftragte, marschierte Rolf Hochhuth bei den Pimpfen in Reih und Glied ..."
Doch das "Ruhrwort", das Blatt des Essener Bischofs Hengsbach, schrieb: "Lassen wir jene 'Kritiken' beiseite, die es sich ein wenig zu einfach machten, etwa nachzurechnen, wie alt Hochhuth war, als Kardinal Pacelli in Berlin als Nuntius wirkte ... Das ist zu billig."
Hochhuth erhielt Briefe, in denen er mit Schlägen in seine "erbärmliche Nazifresse" bedroht oder gefragt wurde, ob er ein "Knecht Ulbrichts" sei. Aber er empfing auch den Brief eines Jesuitenpaters, der ihm schrieb: "Nach meiner Überzeugung hätte der Auftrag Christi das Zeugnis gegen das Verbrechen auch dann notwendig gemacht, wenn es nicht nur erfolglos und vergebens gewesen wäre, sondern die Kirche selbst dadurch in ein nach innerweltlichen Maßstäben sinnloses Blutbad getaucht hätte ... Diesem von uns geforderten Zeugnis gegenüber haben wir versagt ... Das haben uns Reinhold Schneider und Friedrich Heer und Camus und neben anderen nun auch Sie gesagt. Dafür sollten wir Ihnen danken, anstatt uns zu rechtfertigen."
Auch der Dominikanerpater Willehard Eckert vom Thomas-Institut der Universität Köln, nahm Hochhuth "vor manchen unberechtigten Kritiken" in Schutz. In der "Kölnischen Rundschau" schrieb Pater Willehard: "Das Stück ist eine Anklage gegen die Herzenshärte des Antisemitismus jeder Spielart ... Proteste können auch eine unfreiwillige Rechtfertigung sein. Rolf Hochhuth verdient, gehört zu werden."
In der Tat hat Hochhuth mit seinem "Stellvertreter"-Drama auch einen katholischen Nerv getroffen, der tiefer sitzt als die durch seine Pius-Kritik verletzte Empfindlichkeit, tiefer auch als der Konkordats-Komplex: die noch nicht ganz bewältigte antisemitische Vergangenheit des Katholizismus.
Zwar hat der Nachwuchsautor dieses Thema in seinem Stück bewußt ausgespart (Hochhuth: "Das wäre auch über meine Kräfte gegangen, ich weiß davon nicht genug"); zwar ist er, wie er sagt, "ganz fest davon überzeugt, daß Pius XII. keinerlei antisemitische Empfindungen hatte".
Doch im Anhang zu seinem Stück zitierte er immerhin einen Artikel, der zum Tode Pacellis 1958 in der Pariser jüdischen Zeitschrift "L'Arche" erschienen war und in dem, laut Hochhuth, die Meinung vertreten wurde, "daß der mittelalterliche Antisemitismus der katholischen Kirche einer der Gründe für das Schweigen Pius' XII. gewesen sei". An diesen Hinweis knüpfte Hochhuth den Kommentar: "Im 'Stellvertreter' dagegen wird stets unterstellt, daß Pius XII. und sein Klerus keine antisemitischen Empfindungen hatten - wir wollten uns nur an beweisbare Tatsachen halten."
Der unter christlichen Vorzeichen stehende Antisemitismus, die durch Gesetze christlicher Staaten betriebene Diskriminierung jüdischer Mitbürger ist ohne Frage eine historische Tatsache.
Schon das christliche römische Kaiserreich der Antike hatte die Juden unter die Beschränkungen eines ausschließlich für sie geltenden Fremdenrechts gestellt und damit die Ära eines Antisemitismus von Staats wegen eröffnet. Im Jahr 315 erließ Kaiser Konstantin der Große ein Gesetz, das jeden mit dem Tode bedrohte, der sich der "unheiligen Sekte" (der Juden) anschließen wollte. Jüdische Religionspropaganda galt seit 409 als Majestätsbeleidigung, seit 426 durften jüdische Eltern ihre zum Christentum übergetretenen Kinder nicht mehr enterben, seit 438 unterlag jeder Jude, der einen Freien oder Sklaven zum Judentum bekehrte, der Todesstrafe.
Seit Ende des 4. Jahrhunderts wurde den Juden der Zugang zur Armee und zu den hohen Beamtenpositionen bei Hofe verwehrt; später dehnte der christliche Staat dieses Verbot auf alle Beamtenstellen - bis zum Gefängniswärter herunter - und auf alle öffentlichen Funktionen aus, so etwa auf den Advokatenberuf. Die Aufhebung des jüdischen Patriarchats in Palästina im Jahre 425 und die Beschlagnahme der von den Juden-Gemeinden an dieses Amt abgeführten kultischen Steuern vollendeten die Diskriminierung der jüdischen Minderheit.
Die Juden-Politik des römisch-christlichen Imperiums diente als Modell für das antisemitische Fremdenrecht, das im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein von christlichen Staaten praktiziert wurde. Diese judenfeindliche Praxis des christlichen Abendlands beruht auf einem Phänomen, das der französische Historiker des Antisemitismus, Leon Poliakov, "theologischer Antisemitismus" genannt hat. Sein Ursprung ist die Lehre der älteren christlichen Theologie, daß die Juden als "Gottesmörder" den Tod Jesu Christi verschuldet hätten und deshalb von Gott bis ans Ende der Zeit gestraft würden.
Der bedeutendste aller "Kirchenväter", der heilige Augustinus, baute die These vom Gottesmord und dessen Bestrafung zu einer Doktrin aus, die im Schicksal der jüdischen Nation den Beweis für die Richtigkeit des christlichen Glaubens sah. Gott habe, lehrte Augustinus, in seiner übernatürlichen Weisheit das Überleben des mit dem Kainsmal gebrandmarkten jüdischen Volkes auch nach der Ermordung Christi gewollt, damit die Juden durch ihre Zerstreuung in alle Welt die Wahrheit des Christentums bezeugen könnten.
Diese theologische Lehre wurde im breiten Christenvolk zum Vulgär-Antisemitismus, der, verstärkt durch soziale Ressentiments, schließlich in die zahlreichen grausamen Juden-Pogrome des Mittelalters mündete.
Immer wieder haben große christliche Theologen, wie Bernhard von Clairvaux im 12. Jahrhundert, und große Päpste, wie Clemens VI. im Pestjahr 1348, die Pogrome öffentlich verurteilt. Im 20. Jahrhundert wurde auch die theologische Doktrin vom jüdischen Gottesmord verworfen.
Der Erzbischof von Lille, Kardinal Liénart, erklärte 1960 in einem Hirtenbrief, die Juden hätten an der Kreuzigung Christi wohl als "Ausführende" teilgenommen, doch schuldig am Kreuzestod des Gottessohnes seien die Sünden aller Menschen. Gottesmörder, erläuterte der französische Kardinal, könnten die Juden nicht sein: "Wären sie sich seiner (Christi) Göttlichkeit bewußt gewesen, so hätten sie an ihn geglaubt und hätten ihn nicht getötet."
Mit ähnlicher Entschiedenheit hatte schon der Vorgänger Eugenio Pacellis Papst Pius XI., im September 1938 den Antisemitismus als eine "Bewegung" verurteilt, "an der wir Christen keinen Teil haben können ... Der Antisemitismus ist unannehmbar: Spirituell sind wir alle Semiten". Ebenso haben Papst Johannes XXIII. und der deutsche Jesuit und Kurienkardinal Augustin Bea mehrfach gegen den Antisemitismus Stellung genommen.
Auf Intervention von Papst Johannes sind seit 1959 einige liturgische Texte der katholischen Kirche in diesem Sinne revidiert worden. So heißt es nun etwa in der katholischen Karfreitags-Liturgie nicht mehr "Lasset uns beten für die ungläubigen Juden" ("Oremus pro perfidis Judaeis"), sondern: "Lasset uns beten für die Juden."
Als "folgenschweren Irrtum" verwarf Kardinal Bea 1962 in einem Interview mit der Londoner Zeitung "Jewish Chronicle" die altchristliche Lehre von der jüdischen Kollektivschuld am Tode Christi.
In einem 1955 erschienenen Sammelband, "Der Papst sagt - Lehren Pius' XII.", der Auszüge aus Reden, Botschaften und Enzykliken Pacellis enthält und von ihm autorisiert wurde, findet sich hingegen kein einziges Wort über den Antisemitismus oder die Leiden der Juden. Wohl aber wird darin - unter der Überschrift "Darf der Papst schweigen?" - aus einer Papst-Rede vom 2. Februar 1949 zitiert: "Auch in seiner menschlichen Schwachheit ist er (der Papst) unbesiegbar und unerschütterlich. Als Verkünder der Wahrheit und Gerechtigkeit, als Prinzip der Einheit der Kirche brandmarkt er Irrtümer, alle Formen von Götzendienst und Aberglauben; er verurteilt die Ungerechtigkeiten und ladet alle zu Mildtätigkeit und Tugend ein."
Aus den weiteren Abschnitten geht hervor, daß Pius XII. meint, der Papst dürfe nicht schweigen, wenn ein Staat Diözesen aufhebe, Bischöfe absetze und die kirchliche Organisation umstürze oder wenn ein Priester eingekerkert werde, weil er das Beichtgeheimnis nicht verletzen will.
So urteilte Pius XII. im Jahr 1949. Daß der "Verkünder der Wahrheit und Gerechtigkeit" einige Jahre früher nicht auch Hitlers Judenmassaker offen gebrandmarkt hat, bezeichnet Papst-Ankläger Rolf Hochhuth als "verbrecherisch".
Demgegenüber versuchen die ernst zu nehmenden katholischen Papst-Verteidiger die Haltung des attackierten Pontifex nicht nur dadurch zu rechtfertigen, daß sie auf die wahrscheinliche Erfolglosigkeit eines öffentlichen Protestes oder auf mögliche Repressalien Hitlers gegen Kirche und Katholiken verweisen - sie interpretieren, wie zum Beispiel der Jesuitenpater Oskar Simmel, Pacellis Protest-Enthaltung als "Wahl des mutmaßlichen kleineren Übels".
Simmel: "Er (Pius XII.) mußte an jene vielen Juden denken, denen in aller Stille immer noch geholfen wurde, durch seine Nuntien, durch Priester und Ordensleute und viele andere Menschen, gleich welcher Konfession und Nationalität. Welche Folgen mußte ein Protest aller Voraussicht nach für alle an diesen Hilfsaktionen aktiv und passiv Beteiligten haben? Würde dadurch diese Hilfe nicht ein für allemal abgeschnitten? ... Einen Protest des Papstes hätte Hitler nur dazu ausgenutzt, um das Oberhaupt der katholischen Kirche in den Augen des deutschen Volkes als Parteigänger der Alliierten hinzustellen."
Andere Pius-Apologeten verwiesen auf das Exempel der holländischen Bischöfe, die 1942 öffentlich gegen die Judenverfolgung protestiert hatten - mit dem Resultat, daß daraufhin auch die bislang von der SS verschonten katholischen Juden Hollands deportiert wurden.
Dagegen kann Hochhuth wiederum Beispiele von durchaus erfolgreichen kirchlichen Protesten gegen den Nazi-Terror ins Feld führen, so etwa die Aktionen verschiedener päpstlicher Nuntien auf dem Balkan, die tatsächlich Juden-Deportationen verhinderten, oder das Beispiel des Bischofs von Münster, Kardinal Graf von Galen, der mit Erfolg und ohne Repressalien erleiden zu müssen gegen die nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde protestierte.
Zur Entlastung des angeklagten Papstes veröffentlichte der Generalvikar des Bistums Berlin, Prälat Adolph, einen Brief, den Pius XII. im April 1943 an den Berliner Bischof Graf von Preysing geschrieben hatte:
Den an Ort und Stelle tätigen Oberhirten überlassen Wir es, abzuwägen, ob und bis zu welchem Grade die Gefahr von Vergeltungsmaßnahmen und Druckmitteln im Falle bischöflicher Kundgebungen sowie andere, vielleicht durch die Länge und Psychologie des Krieges verursachten Umstände es ratsam erscheinen lassen, trotz der angeführten Beweggründe, ad majora mala vitanda (zur Vermeidung größerer Übel) Zurückhaltung zu üben.
Hier liegt einer der Gründe, warum Wir selber Uns in Unseren Kundgebungen Beschränkungen auferlegen; die Erfahrungen, die Wir im Jahre 1942 mit päpstlichen, von Uns aus für die Weitergabe an die Gläubigen freigestellten Schriftstücken gemacht haben, rechtfertigt, soweit Wir ersehen, Unsere Haltung.
Hochhuths Behauptung, daß ein Papst-Protest Hitlers Judenverfolgung aufgehalten hätte, bleibt unbeweisbare Hypothese - ebenso hypothetisch bleibt aber auch das Argument der Papst-Verteidiger, daß ein solcher Protest schärfste Repressalien Hitlers ausgelöst und die Lage noch verschlimmert hätte.
Bestehen bleibt die moralische Frage, ob der Papst, der nach katholischer Auffassung als Stellvertreter Christi gilt, nicht auf jeden Fall und ohne jede Rücksichtnahme seine Stimme gegen den Rassenmord hätte erheben müssen.
Nicht von der Hand zu weisen ist der Verdacht, daß der Vatikan sich bei seiner diplomatischen Zurückhaltung auch von dem Wunsch leiten ließ, auf jeden Fall das 1933 mit Hitler und Deutschland geschlossene, mit der Auflösung der Zentrums-Partei teuer bezahlte Konkordat zu retten, das der Kirche in Deutschland ein gewisses Maß an geistig-kulturpolitischem Einfluß garantierte - garantieren sollte: In der Praxis hat das NS-Regime das Konkordat immer wieder gebrochen.
Immerhin wurde auch von katholischer Seite eingeräumt, daß Pius XII. "sich bei seinen Überlegungen getäuscht" haben könnte (so Pater Simmel), daß "ein anderer Papst vielleicht anders entschieden hätte" (so das "Ruhrwort" des Bischofs Hengsbach).
Der katholische Publizist, Historiker und Burgtheater-Dramaturg Friedrich Heer sah einen der Hauptgründe für die "furchtbare Fehlentscheidung" Pacellis darin, "daß dieser Papst - kein Freund der Demokratie, wie Heinrich Brüning bekennt - und nicht wenige hohe Kuriale, unbewußt weit stärker als bewußt, in Hitlers Krieg gegen Rußland eine mögliche Befreiung vom Kommunismus sahen".
Heer: "Pius XII. war leidenschaftlicher Diplomat. Er glaubte an Verträge, Konkordate. Ein Kämpfer war er nicht. Die von Rolf Hochhuth behandelten Probleme ... wurden mir selbst erstmalig nach 1945 in Rom, von katholischen Priestern, in einer Optik dargestellt, die nahe an die des deutschen Autors herankommt. Der allgemeine Tenor ... war: 'Unter Pius XI. wäre das nicht möglich gewesen.'"
Auch Jesuitenpater und Pius-Sekretär Robert Leiber konstatierte, daß Pius XII., "den Blick in die Weite und Zukunft gerichtet", Stalins Kommunismus für gefährlicher als Hitlers Nationalsozialismus hielt; dennoch habe Pius im Krieg Hitlers gegen Rußland niemals einen "Kreuzzug" gesehen.
Leiber zur Frage des unterlassenen Protestes gegen die Judenverfolgung: "Er (Pius XII.) hat sich für Schweigen entschieden. Wer es wagt, breche den Stab über dieses Schweigen."
Rolf Hochhuth hat es gewagt, und er hat über Pius XII. nicht nur einen Stab gebrochen. Gewiß nicht ohne Zorn und Eifer hat er für sein Stück zusammenzitiert, was sich gegen Eugenio Pacelli nur irgend vorbringen läßt: Argumente und Details von unterschiedlichem Wert und Niveau, Äußerungen von François Mauriac und Benito Mussolini, die unverbindlich-blumige Redeweise Pacellis und immer wieder seine "Kälte", sein "kaltes, lächelndes Gesicht", die "lächelnde aristokratische Kälte", die "eisige Glut seiner Augen", die "Kälte und Härte seines Gesichts" (siehe Auszug "Er war ein Neutrum", Seite 83).
Kein Zweifel: Dieser Theater-Papst, der das Diktat eines ohnehin nur verschwommenen Appells gegen die "erhöhten Leiden so vieler Unglücklicher" auch noch unterbricht, um das Abstoßen von Aktien zu erwägen, der die Deportation römischer Juden durch die Deutschen als "taktlos" und "ungezogen" bezeichnet - dieser Papst muß dem Theaterpublikum abstoßend herzlos, als ein rechter Heuchler erscheinen. Da der Zuschauer in den vorhergehenden Szenen mehrfach sogar aus dem Mund von Nazi-Figuren hat hören können, wie die Judenverfolger einen klaren und scharfen Protest der Kirche und des Papstes befürchten, muß dessen Protest-Enthaltung dann um so verwerflicher erscheinen.
Pius XII. hat in Hochhuths "Stellvertreter" fast keine Chance, auch nicht die, als tragisch Irrender oder Versagender von Format mildernde Umstände zu bekommen.
Und so war es auch beabsichtigt. Hochhuth: "Eine Tragödie konnte das Stück ... nicht werden. Denn allen diesen Vorgängen und Tatsachen fehlt jene echte Größe, deren Anblick läutert und frei macht. Sie sind nicht tragisch. Sie sind nur beschämend, nur beklagenswert - ein Trauerspiel."

DER SPIEGEL 17/1963
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