02.01.2006

TV-Rückblick

Die indische Höllenfahrt
27. Dezember, Phoenix
Ohne überheblichen Unterton, ohne soziale Anklage, ohne dramatisches Getue zeigte diese Reportage von Armin-Paul Hampel, Stephan Kloss und Neville Lazarus ein Stück alltäglichen Arbeitswahnsinn in Indien. Die Kamera begleitete einen Lastwagenchauffeur und dessen Beifahrer auf dem Weg von Delhi nach Kalkutta, so weit, wie es von Berlin nach Rom wäre. Fünf Millionen Lkw, so erfuhr der Zuschauer, sind heute auf dem Subkontinent unterwegs, was millionenfaches Abenteuer bedeutet. Die Straßenränder sind gesäumt von umgekippten Fahrzeugen, der Leichnam eines Überfahrenen liegt halb auf der Fahrbahn, ohne dass es jemanden aufregt. Vor Streckenabschnitten, die durch den Dschungel führen, bilden die Laster Konvois. An indischen Raststätten gibt es einen hierzulande unbekannten Servicemann, den Ohrenschmalzsäuberer, der für umgerechnet einen Cent die Hörsinne schärft. In einer kurzweiligen halben Stunde viel über fremde Welten lernen, was kann eine Dokumentation mehr leisten?

DER SPIEGEL 1/2006
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