30.09.1969

Revolution aus der Hüfte

3. Fortsetzung und Schluß
Sie tragen eine Uniform, sie sind die Kinder der Revolution. Sie springen auf, wenn sie mit dem Lehrer sprechen; sie stehen stramm, wenn der Klassensprecher kommandiert. Die Hände an der Naht ihrer Schuluniform, geloben sie im Chor: "Unvergeßlicher Comandante Che, wir sind die Tonerde der Revolution, wie du sie erträumt hast."
Militärische Disziplin wird schon den Jüngsten eingeimpft. Im Gleichschritt marschieren sie über den Schulhof oder zum Essenfassen. Sie lernen, mit Zuckerrohrgreifern umzugehen, sie müssen schuleigenes Land beackern, das Leben im Kollektiv ist ihr Klassenziel.
Hernán Peraza, Direktor eines Internats in San Andrés, erläutert: "Die Schüler sind hier, um zu arbeiten, zu studieren und vor allem, um der Revolution zu dienen." Kubas Jugend soll die Revolution Fidel Castros verwirklichen, soll seine Botschaft vom Neuen Menschen über die Insel und in alle Welt tragen.
Für die Führer und ehemaligen Guerrilleros Kubas, die nach ihrem Lieblingswort "noch keine Zeit hatten, die Stiefel auszuziehen", sind die Jungen die verläßlichsten Bundesgenossen im Kampf für den Sozialismus. Immer wieder kam die Jugend den Bärtigen zu Hilfe:
Die Jugend war es, die der Rebellenarmee Castros zujubelte, als diese 1959 in die befreiten Städte einzog. Ohne Vorbehalt stimmten die Jungen zu, als Fidel 1961 die bürgerlich-demokratische Revolution in eine sozialistische verwandelte. Und kubanische Twens kämpften im April 1961 in Freiwilligen-Bataillonen gegen die US-gelenkten Invasoren in der Schweinebucht.
Für die Kinder der Revolution sind denn auch die Aufstiegschancen in der Gesellschaft nahezu unbegrenzt: Die meisten Lehrer und Schuldirektoren sind knapp zwanzig Jahre alt, viele Fabrikdirektoren und Staatsgut-Vorsitzende kaum älter. Ministerien, Universitäten und Krankenhäuser werden von Dreißigjährigen geleitet.
Das gläubige Vertrauen der Jugend zum Fidelismus spiegelt einen offenkundigen Sieg des Regimes wider: die Bildungsrevolution. 1961 hatte Castro das "Jahr der Erziehung" ausgerufen und einen Feldzug gegen das Analphabetentum befohlen, an dem sich vor allem junge Menschen beteiligten.
Hunderttausend Schüler und Studenten meldeten sich freiwillig zur "Conrado -- Benítez -- Bildungsbrigade", die in den Städten und Dörfern Haus um Haus durchkämmte. Sie wollten erwachsenen Kubanern beibringen, was sie selbst vor nicht allzu langer Zeit gelernt hatten: Lesen und Schreiben.
Ihr Vorbild war der Märtyrer, dessen Namen die Brigade trug. Conrado Benítez, ein junger Student, hatte auf eigene Faust gegen das Analphabetentum gekämpft und war Ende 1960 von einer Bande ausgebrochener Zuchthäusler erschossen worden, aus denen die Propaganda freilich später Konterrevolutionäre machte.
Sieben Monate, von Juni bis Dezember 1961, währte die Erziehungs-Kampagne. Fünf Tage vor Jahresende zogen die hunderttausend Schüler-Lehrer auf dem Platz der Revolution in Havana vor Fidel Castro auf und hißten eine weiß-rote Fahne. Eine Inschrift auf der Fahne verkündete: "Kuba: das Land, das sich vom Analphabetentum befreit hat."
Die Propagandisten übersahen dabei freilich, daß Kuba schon vor der Revolution mit 23,6 Prozent Analphabeten eine niedrigere Quote als die meisten Länder Lateinamerikas -- durchschnittlich 33,9 Prozent -- aufwies. Zudem können viele von Kubas 707 212 "Alfabetizados" des Jahres 1961 kaum mehr als ihren Namen lesen und schreiben. Die meisten sind heute nur noch im Stande, Sätze zu lesen wie diese: "Fidel ist unser Führer" oder: "Das Land gehört uns."
Dennoch wurde die Analphabeten-Kampagne für den weiteren Ausbau des kubanischen Erziehungs-Systems zum verpflichtenden Leitbild. In ihr erprobte Castro zum erstenmal drei revolutionäre Prinzipien, die inzwischen zu den wichtigsten des kubanischen Sozialismus gehören:
* Die Mobilisierung der Massen ist notwendig.
* In einer Revolution hat das Alter von der Jugend zu lernen.
* Die wirtschaftliche Entwicklung setzt ein verändertes Bewußtsein und damit Bildung und Ausbildung voraus.
Die Erziehung wurde zum Schauplatz ständig neuer Experimente, die sämtlich das Ziel verfolgen, die Jugend für den neuen Staat zu mobilisieren. In einem Programm, das eine Mischung aus Schulung, Militarisierung und Arbeitsdienst darstellt, sollen die jungen Kubaner für alle Zeit dem Fidelismus verpflichtet werden.
Immer mehr sollen die Kinder der Revolution in Kindergärten und Internaten an das Leben im Kollektiv gewöhnt werden. So baute die Regierung allein in der Region San Andres de Caiguanabo (Provinz Pinar del Río) in den letzten drei Jahren zehn Kindergärten und zwei Internate (ein drittes Ist in Bau).
Schon Säuglinge von 45 Tagen leben dort unter staatlicher Obhut, nur alle 14 Tage noch sehen die älteren Kinder ihre Eltern. Spielend lernen bereits die Vier- bis Sechsjährigen, mit Spielzeug-Zuckerrohrgreifern umzugehen. Ihren Beitrag zur Landwirtschaft müssen auch die Internats-Schüler der vierten bis neunten Klasse leisten: Jeden Tag zwei Stunden lang beackern sie die schuleigenen 134 Hektar Land. Denn: "Arbeit ist die beste Methode der Erziehung" (Castro).
Kinder von Zuckerrohrarbeitern werden in Internatsschulen zusammengezogen und müssen laut Lehrplan 50 Prozent ihrer Zeit dem Studium, 30 Prozent der Feldarbeit und 20 Prozent dem Sport und der Erholung widmen. Der Acker wird zur Schule und die Schule zum Acker. "Lernen -- Arbeiten -- Kämpfen" heißt die Parole, die an den Wänden kubanischer Schulzimmer prangt.
Die Unterwerfung unter militärische Disziplin lernen Lehrer und Schüler gemeinsam in der Schulstadt "Makarenko" in Tarará, nahe Havana. In den luftigen, weiden Betonbauten sind eine Lehrerbildungs-Anstalt und eine Versuchsschule zusammen untergebracht. Vorbild für beide ist die Armee: Statt Klassen und Semestern gibt es dort Kompanien, Bataillone und Divisionen; die Klassensprecher -- Schüler mit den besten Noten -- sind Offiziere, während an der Spitze der uniformierten Lehrer-Schüler-Armee ein Schüler-Comandante steht.
"In dieser militärischen Organisation wird von den Studenten Gehorsam und Disziplin wie in einer richtigen Armee verlangt", heißt es im Jahrbuch des Erziehungsministeriums.
Dem Armee-Ministerium unterstehen berufsausbildende Schulen und technische Lehranstalten, die Preuniversitarias (Vor-Universitäten, die den drei letzten Gymnasialklassen entsprechen) und ein Teil der Mittelschulen. Die Armee gebietet damit über fast 200 000 Schüler-Soldaten.
Für alle Studenten ist der Waffendienst nationale Pflicht. Studenten in der technischen Ausbildung, wie die Zöglinge der Zucker-Universität von Santa Clara, können Studium und die dreijährige Wehrdienstzeit kombinieren; vormittags sitzen sie im Hörsaal. nachmittags hocken sie am Maschinengewehr.
In dieses militärische System eingespannt, wird die Jugend in den verschiedenen Schulen ausgebildet. Gleichwohl übernahmen die Revolutionäre ohne ideologische Bedenken das Anfang des Jahrhunderts nach US-Vorbild entwickelte Ausbildungs-Schema: die Grundschule für Sechs- bis Zwölfjährige, die Mittelschule für Zwölf- bis Fünfzehnjährige und die Preuniversitaria für Fünfzehn- bis Achtzehnjährige.
Der erfolgreiche Abschluß der Mitteischule ist bisher das Ziel der allgemeinen und kostenfreien Schulpflicht. In den kommenden Jahren sollen es die Jung-Kubaner mindestens bis zum Abschluß einer Fachschule oder der Preuníversitaria bringen. Schulprüfungen, nach dem Revolutionssieg zunächst als "Relikte einer Profit-Gesellschaft" abgeschafft, sind in Form von jährlichen Leistungs-Tests seit 1967 wieder eingeführt.
Die erfolgreiche Absolvierung der Voruniversitäten berechtigt zum Studium, das in allen Fakultäten vier, höchstens fünf Jahre dauert. Den Voruniversitäten gleichberechtigt sind 90 Spezial-Lehranstalten, vom Institut für Reisanbau bis zum Technikum für Landmaschinenbau.
Die drei Universitäten Havana, Santiago de Cuba und Santa Clara verloren 1961 ihre Autonomie und wurden der Staatskontrolle unterstellt. Das Erziehungsministerium diktiert auch die verbindliche Lehrmeinung und die Fächerwahl. So dominieren heute an Schulen und Universitäten die praxisbezogenen, naturwissenschaftlichen Fächer, obenan die Mathematik.
Im Unterricht und in Arbeitskreisen wird das Interesse der Jugend vor allem auf vier Berufe gelenkt, die den Revolutionären für den Aufbau des Sozialismus am wichtigsten scheinen: Hochseefischer, Landwirt, Soldat und Lehrer.
Für die juristische Fakultät und die Architektur-Hochschule in Havana verordnete die Regierung einen Aufnahme-Stopp. Nur 50 Absolventen verlassen jedes Jahr die juristische Fakultät in Havana; in Santiago wurde sie ganz geschlossen. Die Hochschulen sollen vor allem Ingenieure für Bergbau, Erdölgewinnung und Landwirtschaft ausbilden.
Für alle Studenten sind in den ersten beiden Jahren Vorlesungen über den Marxismus-Leninismus obligatorisch. Im Examen ist jedoch das Polit-Wissen belanglos. Santiagos Universitäts-Direktor Luis Jover: "Uns interessiert allein das Fachwissen."
Über den vom Ministerium ernannten Rektor kontrolliert der Staat die Universitäten. Als demokratisches Feigenblatt dient ein beratender Ausschuß ohne Entscheidungsgewalt, in dem neben Professoren und Assistenten je Fachschaft auch ein Student sitzt. Die Studentenvertreter werden nicht gewählt, sondern von der Partei und vom kommunistischen Jugendverband ernannt.
Der Ruf nach Demokratisierung und die Auflehnung gegen Autoritäten an Europas Hochschulen fand in Kuba kein Echo: "Revolutionär sein heißt diszipliniert sein", lautet die Parole der Studenten-Vertretung in Havana.
Der Disziplinierung und Mobilisierung gelten auch die Sonderprogramme, durch die Kubas Jugend in den sozialistischen Aufbau eingeschaltet wird.
Die "Universität von morgen" nennt sich die "Brigada comunista de construcción y montaje", die seit Monaten die Kunstdünger-Fabrik von Cienfuegos montiert. Die Muster-Brigade wurde von Studenten der Hochschule für Wirtschaft gegründet und kombiniert die Handarbeit mit dem Studium: 24 Lehrer und Dozenten geben den Arbeitern und Technikern auf der Baustelle nach Feierabend Unterricht.
Die Universitäten sollen sich in Zukunft, so verkündete Fidel im März, nur noch der Forschung und dem Unterricht in wenigen Spezialfächern widmen.
Nicht jeder Schüler ist den Anforderungen des Regimes gewachsen: Als die 300 Studenten des Fremdsprachen-Instituts "Maxim Gorki" in Havanas Villen-Vorort Miramar nach vier Monaten Einsatz in der Zuckerrohrernte wieder zum Studium zurückkehrten, schliefen viele von ihnen vor Erschöpfung im Hörsaal ein.
Der Staat weiß die Anstrengungen der Jugend zu belohnen. Fast die Hälfte der 35 000 Studenten der drei Landesuniversitäten und die meisten Schüler der Spezialschulen, insgesamt 250 000 Jungen und Mädchen, erhalten Stipendien. Unterkunft, Verpflegung. Kleidung, Ausbildung, Lehrbücher und ein Taschengeld von monatlich 8 bis 20 Pesos (32 bis 80 Mark) bezahlt Fidels Staat.
Von Jahr zu Jahr weitet das Regime sein Bildungsprogramm aus. Die Zahl der Schulbauten verdoppelte sich seit 1958 auf 14 600, die Zahl der Lehrer wurde in zehn Jahren verdreifacht. 335 Millionen Pesos gab der Staat im vergangenen Jahr für die Erziehung aus.
Mit diesen gewaltigen Anstrengungen für die Erziehung wollen die Revolutionäre jene Menschen heranbilden, die Kubas Gesellschaftssystem von morgen verwirklichen sollen, einen Kommunismus ohne Privilegien und Profite, aber auch ohne Zwang und Terror.
Allein der moralische Imperativ, so lehrt Fidel Castro, soll den Kubaner der Zukunft, den Neuen Menschen, antreiben, seine Kräfte und Fähigkeiten für das gesellschaftliche Kollektiv im höchsten Maße zu entwickeln.
"Es geht nicht darum", schrieb Che Guevara 1965, "wieviel Kilogramm Fleisch jemand ißt, nicht darum, wie oft man an den Strand baden gehen kann, auch nicht darum, wie viele Luxus-Artikel aus dem Ausland man sich mit den gegenwärtigen Löhnen leisten kann. Es geht um die Förderung eines Individuums, das sich erfüllter, innerlich reicher und viel verantwortlicher fühlt." Mit einem Wort: der Neue Mensch.
Einst hatte Castro nach dem Sieg seiner Bewegung verkündet, Ziel der Revolution sei es, die Wirklichkeit zu verändern, um die Bedürfnisse der Menschen befriedigen zu können. Heute gilt in Kuba eine neue Doktrin: Die Bedürfnisse der Menschen sollen verändert werden, damit eine neue Wirklichkeit geschaffen werden kann.
Die Leitbilder für ihre Utopien entdeckten Fidel und Che in den Schriften des jungen Karl Marx. Was schon der rheinische Erzvater des modernen Sozialismus in seiner Arbeit "Zur Judenfrage" propagierte, fordert auch Castro: Die Überwindung der Spaltung in einen privaten und einen öffentlichen Menschen, wie sie Marx in der bürgerlichen Gesellschaft begründet sah, die Beseitigung jener Kluft, auf die er das egoistische, materielle Denken des Menschen zurückführt.
Nur in der kollektiven Aktivität, so Castro, kann der Mensch an der Selbstbestimmung teilhaben. Der Förderung solcher kollektiven Verbundenheit dient Fidels permanente "ofensiva revolucionaria", die revolutionäre Offensive: Zum idealen Staatsbürger wird der Kubaner erst auf den Zuckerfeldern.
Von Marx stammt auch die Ansicht, daß die Wurzel allen Übels im "Warencharakter der Arbeitskraft" des Menschen liege. Der Neu-Marxist Che Guevara folgerte daraus: "Befreit man den Menschen vom physischen Zwang, seine Arbeitskraft als Ware zu verkaufen, so erreicht er die volle Verwirklichung seines Menschseins."
Doch wie kann der Kubaner zu seinem wahren Menschsein geführt werden, wie wird er zum "neuen Menschen"? Vorerst hat Fidel den Menschen nur von der Ware befreit. Der permanente Mangel und das totale Rationierungs-System lassen dem Kubaner den Gedanken an seine Selbstbefreiung nicht gerade dringlich erscheinen.
Die kubanischen Führer kennen nur eine Antwort: Der Mensch muß umerzogen werden -- durch eine schier pausenlose Massenerziehung. Zu ihr sind nach dieser Lehre die alten Guerrilleros berufen. Die bürgerlichen Partisanen von einst, die in der Sierra Maestra für demokratische Rechte fochten, haben sich inzwischen unter dem Zauberstab der Ideologie zu einer proletarischen Avantgarde gemausert. Die Guerilla-Erfahrung gilt heute als politische Erfahrung: Fidels Rebellen übernehmen das Kommando bei der Massen-Erziehung.
Che begründet: "Die Avantgarde ist ideologisch den Massen voraus. Diese müssen Druck und Ansporn erfahren: Das ist die Diktatur des Proletariats, die nicht nur über die besiegte Klasse, sondern auch individuell über die siegreiche Klasse ausgeübt wird."
Castro freilich fragte sich, "ob wir imstande sind. Methoden zu finden, die nicht im Widerspruch zu den Endzielen stehen".
Fidel muß zweifeln; denn nur allzu deutlich ist, daß sich Teile der kubanischen Gesellschaft der Massenerzsehung verweigern und auch durch Gewalt nicht für das Programm des Neuen Menschen zu gewinnen sind.
Selbst in Teilen der vom Regime bevorzugten Jugend gärt es: Eine Minderheit revoltiert gegen das Dekret der permanenten Revolution. Die pausenlosen Marschbefehle und Kampfgesänge der Propaganda beantworteten jugendliche Protestsänger mit der Flucht in die Schnulze, in kubanischen Weltschmerz. Auf Liederabenden in Havanas "Teatro Amadeo Roldán" wird der Revolutions- und Arbeitsheld von einem fremden Idol herausgefordert: dem empfindsamen Anti-Helden.
Die Protestsongs trägt der Barde Silvio Rodriguez Dominguez. vor, der mit Liedern gegen den Vietnamkrieg und Spottversen über die kubanische Bürokratie populär geworden ist. Castros Funktionäre spüren die Herausforderung, aber sie reagieren vorsichtig: Ihre bislang einzige Gegenmaßnahme bestand darin, daß sie die Fertigstellung einer Silvio-Langspielplatte hinauszögerten.
Allerdings gibt sich Silvio ohne Gitarre auch stets systemtreu: "Wir brauchen in Kuba eine militärische Disziplin. Der Sozialist Silvio weiß, was man von ihm erwartet -- er meldete sich zum dreimonatigen Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft.
Weniger verständnisvoll reagierte Havanas Führung im letzten Sommer auf Kubas späte Hippie-Welle. Abend für Abend trafen sich bis zu 100 Teens und Twens in engen Blue Jeans und Lockenmähnen vor dem Ausländerhotel "Capri" und auf der Rampa. Ihre müde Meditation provozierte die Partei.
Im Juni 1968 schlug die Partei mit einer Massen-Razzia zurück, packte die Blumenkinder in drei Busse und schaffte sie in ein Umerziehungslager. Ein Gerücht, die Hippie-Treffs seien zur Prostitution mißbraucht worden, diente als Vorwand.
Die wahren Motive erläuterte ein Sprecher der Regierung: "Hippies sind gegen das Establishment. Das ist in Kuba aber durch die Revolution bereits zerschlagen, also sind die Hippies bei uns gegen die Revolution."
Selbst Fidel sah sich gezwungen, in einer Rede auf den Hippie-Krieg einzugehen. Zertrümmerte Telephonzellen und heruntergerissene Guevara-Plakate gingen auf das Konto der Hippies. zürnte der Diktator. "Glauben diese Jugendlichen etwa, wir lebten in einem bürgerlich-liberalen Land? Wollen sie etwa Prag imitieren? Wir sind keine Liberalen!"
Weniger deutlich als diese kleine Minderheit der Jugend verweigert sich die Mehrheit einer anderen vom Regime umworbenen Gruppe den Forderungen der Revolution: die Intellektuellen und Künstler.
Für viele kubanische Kulturproduzenten ist das kommunistische Ideal beinahe Realität. Nicht ihre Fähigkeiten werden entlohnt, sondern bescheidene Bedürfnisse befriedigt. Als Ehren-Funktionäre in den verschiedensten Institutionen erhalten sie Staatspensionen. Die Wendigsten, selten die Talentiertesten unter ihnen bringen es dabei durch Häufung von Scheinämtern auf stattliche Saläre. Begabten Anfängern wird mit Stipendien geholfen.
Für kein Buch, kein Theaterstück gibt es in Kuba Tantiemen, für keinen Artikel Honorar. Die Produkte der Intellektuellen-Hirne hat Fidel zum gesellschaftlichen Eigentum erklärt.
Die Künstler sind die ersten, die ohne den geringsten materiellen Anreiz arbeiten. Die Gesellschaft sorgt für sie, gleichgültig. ob sie wenig oder viel, schlechte oder gute Qualität produzieren. Den Neuen Menschen haben freilich auch diese idealen materiellen Bedingungen noch nicht produzieren können. Tatsächlich tut sich kaum eine Gruppe schwerer bei der Bekämpfung des alten bourgeoisen Adam als die Künstler.
Kubas Schriftsteller-Elite. die einst fast ausnahmslos die Revolution enthusiastisch begrüßte, ist beinahe ebenso geschlossen in die literarische Idylle emigriert. Sie besingt Kubas Königs-Palmen, seine kantigen Charaktere und vor allem die schöne böse Vergangenheit -- mit Untertönen heimlicher Sehnsucht, mit mehr sentimentalen Reminiszenzen als politischer Kritik.
Es ist nicht Terror, der die Schriftsteller elegisch macht. Kaum einer von ihnen nutzt den Spielraum, den das Regime seinen Intellektuellen gewährt, zu politischem Engagement. Es gibt freilich Opportunisten und Sympathisanten der Revolution, die neben der ernsthaften literarischen Arbeit ihr Soll an Castro- und Zuckerpoesie ableisten, um zu gefallen oder ihr Gewissen zu erleichtern.
Einer Auseinandersetzung mit der kubanischen Wirklichkeit gehen auch sie aus dem Weg. Nur einer engagiert sich: Heberto Padilla, 39.
Beinahe zehn Jahre schrieb der radikale Sozialist auf Staatskosten an einem schmalen Gedichtband. Padilla analysierte mit einiger Skepsis Kuba und seinen Sozialismus.
Kritiker und Kollegen feierten ihn im vergangenen Jahr als den politischen Poeten der Revolution, bevor sein Buch erschienen war. Er wurde mit dem nationalen Literaturpreis des Schriftstellerverbandes ausgezeichnet. Doch ehe noch die Setzer ihre Arbeit an dem Gedichtband beenden konnten. war aus dem gefeierten Revolutionspoeten die personifizierte intellektuelle Konterrevolution geworden.
Die seltsame Metamorphose des Heberto Padilla begann, als er, ermutigt durch die unverhofften Ehrungen, versuchte, so etwas wie Literaturkritik und literarische Diskussion in Kuba einzuführen. Er wählte sich den einflußreichen Literatur-Bürokraten Lisandro Otero für einen Verriß und einen emigrierten Schriftsteller für eine Ehrenrettung.
Die Diskussion fand nicht statt. Statt dessen fand der in seiner Schriftsteller-Ehre gekränkte Otero das Konterrevolutionäre in der Poesie des kritischen Kollegen. Die Armeezeitung und schließlich die Parteizeitung schlossen sich dem vernichtenden Urteil über Padilla an. Und derselbe Schriftstellerverband, der Padilla seine höchste Auszeichnung verliehen hatte, fiel nun in den Chor ein.
Hätte ähnliches vielleicht auch in anderen sozialistischen Diktaturen geschehen können, die salomonische Lösung der Affäre ist original kubanisch, Die als Machwerk des Klassenfeindes entlarvten Gedichte wurden gedruckt und in der vorgesehenen Auflage von 5000 Exemplaren an Bibliotheken und Buchhandlungen ausgeliefert.
Sie wurden gleich mit zwei Vorworten versehen: der überschwenglichen Laudatio auf den revolutionären Preisträger und einer bösartigen Polemik gegen den Konterrevolutionär Padilla, unterzeichnet von demselben Schriftstellerverband. Ein erklärendes drittes Vorwort fehlte. Padilla ist derzeit der meistgelesene kubanische Lyriker.
Sein Fall zeigt: Eine wirksame literarische Zensur findet vorläufig nicht statt. Der oberste Zensor, Fidel Castro, liest keine Lyrik. Und es gibt keine Institution, die ihm diese Aufgabe abnehmen könnte.
Seit der liberalen ersten Phase der Revolution, in der er die Freiheit der Kunst proklamierte, hat Fidel noch keine Zeit gefunden, sozialistische Richtlinien für künstlerisches Schaffen zu dekretieren. Was konterrevolutionär ist, kann ein Otero oder ein schreibender Offizier bestimmen. Padilla: "Das nächste Mal macht sich vielleicht die Kinderzeitung zum ElchDoch die Willkür läßt Raum für Experimente. Und die Anarchie der Bürokraten bricht immer wieder administrative Willkür. Für die Literatur und ihre Produkte fühlen sich Zeitungen. Erziehungsministerium, Nationaler Kulturrat, Schriftstellerverband und Staatsverlag gleichermaßen verantwortlich und blockieren sich gegenseitig.
Über Veröffentlichungen wird auf kurzgeschlossenem Weg entschieden. Ein gewähltes Gremium renommierter Autoren gibt dem Staatsverlag Empfehlungen. die von den Lektoren meist akzeptiert werden. Für die Kontrolleure. denen jegliche Zensur-Maßstäbe fehlen, hat noch immer das letzte Fidel-Wort Gültigkeit: die Kunst sei frei.
Der intellektuelle Staatsfeind Nr. 1 lebt derweil in Havanas verfallenem Prachtviertel Vedado. Padilla fürchtet nicht, daß statt einem seiner wenigen Freunde einmal Geheimpolizisten an die morsche Tür der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung klopfen könnten.
Es geht ihm nicht mehr so gut wie seinen unpolitischen Kollegen, aber besser als den meisten seiner übrigen Landsleute. Er trugt modische Sporthemden Geschenke seines Freundes Hans Magnus Enzensberger. Er raucht Havana-Zigarren -- eine Aufmerksamkeit des befreundeten Bundeswehr-Flüchtlings Günther Maschke.
Daß er ein materielles Interesse an Freundschaften hat, gesteht er ohne Scham. Denn Padilla hat die Kehrseite der künstlerischen Freiheit vom Profit kennengelernt; Materielle Erpressung statt materiellen Anreizes. Zu Beginn dieses Jahres lief der Vertrag über seinen Ehrensold aus.
Heberto Padilla ist eine Ausnahme in Kuba, weil er ein nüchterner und engagierter Sozialist zugleich ist. Er glaubt an keine Utopien, doch er bat sehr konkrete Vorstellungen von einem humanen, demokratischen Kommunismus ohne Revisionismus. Er personifiziert das. was Linksintellektuelle träumen, wenn sie an Kuba denken.
Kuba, so glaubt er. ist für den Sozialismus noch nicht verloren, auch wenn es "heute am Sozialismus leidet". Padillas Wünsche an die Revolution sind nicht unbescheiden. Er denkt noch gar nicht an die Verwirklichung demokratischer Partizipation. Er will nur ein bißchen Diskussion-. "Diskussion ist der Beginn der Partizipation."
Bei dem Versuch, einen Beitrag dazu zu leisten, stieß er an die Grenzen kubanischer Liberalität. Denn nicht seine Lyrik, sondern die Absicht, mit ihrer Veröffentlichung eine literarisch-politische Kontroverse auszulösen, brachte Padilla um Vergünstigungen und die Ehre des Staatspoeten.
Diskussion ist das große Tabu dm kubanischen Revolution. Wer es bricht, bringt sich um den Ruf des Revolutionärs. Sogar sozialistische Selbstkritik. das Diskussions-Relikt stalinistischer Gesellschaften, bleibt in Kuba Privileg von Fidel Castro.
Die kubanischen Kommunisten sind stolz darauf und betonen immer wieder, daß es in der Geschichte noch keine Revolution mit so wenig Repression gegeben habe. Gewiß ist. daß es wohl nie eine Revolution mit so wenig interner Diskussion gegeben hat. In der Sowjet-Union führte man bis in die stalinistischen dreißiger Jahre mehr Auseinandersetzungen miteinander als je im revolutionären Kuba.
Zwar konnten sich Künstler und Intellektuelle in Kuba freier entfalten als in anderen sozialistischen Ländern, doch sie entwickelten sich nicht zur Avantgarde, nicht einmal zu Chronisten der Revolution. Kubanischer Avantgardismus, das ist eben heute künstliche Besamung, nicht künstlerisches Experiment.
Die Kulturschaffenden scheinen ihrer Gesellschaft so entfremdet wie die Kollegen im Kapitalismus. Sie können keine Revolutionäre sein und wollen doch keine Konterrevolutionäre werden. Padilla: "Lieber noch zehn, zwanzig Jahre ohne Diskussion, als wieder hinabsinken zur amerikanischen Kolonie."
Das Schicksal der kubanischen Intelligenz offenbart freilich nicht nur die Scheu des Regimes vor öffentlicher Diskussion und Kritik. Es verrät zugleich die leichte Hand, mit der Castro auch den kleinsten Ansatz einer politischen Opposition zu neutralisieren weiß.
Ebenso geschmeidig entledigte er sich jener Gruppen der Bevölkerung, in denen sich die härtesten Gegner des Regimes formierten: des Mittelstands. Der Diktator zog es vor, die meisten seiner Feinde zu exportieren, statt sie in das revolutionäre System zu zwingen. Castro zeigt sich damit humaner als die meisten seiner Ostblock-Kollegen und auch klüger: Die Emigration ist das Ventil, durch das oppositioneller Druck aus Kuba entweicht, bevor er explodieren könnte.
Nach außen freilich gibt Castro vor, an die Gefahr einer drohenden Konterrevolution zu glauben. Unablässig suggeriert er seinen Untertanen, sie befänden sich in einem "Kampf auf Leben und Tod", Immer wieder beschwört er den drohenden inneren und äußeren Feind: "Agenten im Sold des Imperialismus versuchen, die Arbeit unseres Volkes zunichte zu machen."
Doch es gibt in Kuba keine organisierte Résistance, keinen Gegenspieler für Fidel. Denn: "Diejenigen, die den Widerstand hätten organisieren können, haben alle das Land verlassen", resigniert der ehemalige Buchprüfer Ramón Rodriguez Pereira. der vor der mexikanischen Botschaft nach einem Visum Schlange steht.
Wie alle Auswanderungswilligen ist Rodriguez in Castros Augen nur cio Gusano, ein Wurm. Und die Würmer, höhnt der Máximo Líder, "haben wir schon lange abgeschrieben; denen haben wir die Türen geöffnet, damit sie in ihr Yankee-Paradies ziehen".
Etwa eine halbe Million Kubaner haben seit Castros Machtübernahme die Insel verlassen, die meisten gingen nach den USA.
Den Anfang machte in der Neujahrsnacht 1959 der gestürzte Diktator Fulgencio Batista, der in die Dominikanische Republik flüchtete. Ihm folgten bis Mitte 1960 die Angehörigen. und Nutznießer seines Regimes, Militärs und Polizei, Kubas Reiche, Richter und Beamte, insgesamt etwa 20 000 Menschen.
Doch je radikaler die Revolution das Leben in Kuba veränderte, desto mehr wanderten auch jene Mittelstandsbürger ab, die zunächst den Sturz Batistas gefeiert hatten. Sprunghaft schwoll der Flüchtlingsstrom seit Ende 1960 an.
Noch gab es reguläre Flugverbindungen zwischen Kuba und den USA. Allein die US-Gesellschaft Pan American bot anfangs jeden Monat 12 000 Plätze auf der Strecke Havana-Miami. Erst nach der Kuba-Krise im Oktober 1962 stellten die Amerikaner alle Flüge ein. Insgesamt registrierte die US-Zentrale für Kuba-Flüchtlinge im "Freedom-Tower" an Miamis Biscayne Boulevard 153 534 Flüchtlinge von Februar 1961 bis Oktober 1962.
In den drei folgenden Jahren zählten die US-Beamten nur noch knapp 30 000 Ankömmlinge, denen mit Booten oder per Flugzeug über Spanien oder Mexiko die Ausreise aus Kuba gelungen war. Doch Ende September 1965 bot Castro den Auswanderungswilligen an: "Wer nicht hierbleiben will, kann gehen.
Bei einem nächtlichen Gespräch in der Pizzeria "Das offene Meer" im Havana-Vorort Marianao handelte er mit dem Schweizer Botschafter, der die Interessen der USA in Kuba vertritt, die Errichtung einer Luftbrücke nach Miami aus. Vor allem Kubaner, deren Verwandte bereits in den Vereinigten Staaten leben, sollten ausfliegen dür.. fen.
Zweimal täglich von montags bis freitags landet die von der US-Regierung gecharterte Propellermaschine der Airlift International auf dem kleinen Flughafen des Seebades Varadero, 120 Kilometer östlich von Havana. Mit jeweils 80 bis 90 Emigranten, die mit einem Gratisfrühstück verabschiedet werden, fliegt sie in 40 Minuten nach Miami zurück.
Mehr als 160 000 Auswanderer haben seit dem 1. Dezember 1965 den Luftsprung über die Straße von Florida geschafft. Mindestens weitere 100 000 Kubaner warten noch darauf, das Flugzeug in Varadero besteigen zu können -- obwohl der Weg dorthin lang und beschwerlich ist:
Zwei Jahre und länger kann es dauern, bis ein Telegramm des Innenministeriums die Ausreise freigibt. Doch schon sobald er die Ausreise beantragt, verliert der Emigrant seine Stellung. Statt dessen muß er Zucker schlagen oder Straßen bauen." Der Weg nach Miami", entschied Fidel, "führt übers Land, durch die Zuckerfelder, durch Arbeit. Wer das süße Leben der Yankees vorzieht, soll sich auch an den Anstrengungen des Volkes beteiligen."
Auch der Besitz der Auswanderer soll dem Volk zugute kommen. Nur 20 Kilo Gepäck und keine Wertsachen dürfen sie mitnehmen. Hausrat und Auto, Geld und Schmuck müssen zurückbleiben. Juwelen, Uhren, Kunstbesitz und Stilmöbel verkauft der Staat in Spezialgeschäften in Havana oder auf Auktionen in Kanada. Und nur manchmal suchen Kubas Funktionäre die besten Stücke für sich selbst aus.
Dem Staat willkommen sind auch die rund 900 Wohnungen, die jeden Monat von den Emigranten geräumt werden; vor ihrem Auszug müssen die Auswanderer alle Schäden beseitigt und alle Hypotheken getilgt haben. Das Regime läßt freilich nicht jeden fortgehen. Männern im Wehrpflichtalter von 16 bis 27 Jahren verweigert Kuba die Ausreise. Nur mit Mühe können auch Arzte und Techniker die Insel verlassen; für ihre jeweilige Stellung muß ein Ersatzmann vorhanden sein, den sie mindestens ein Jahr lang einarbeiten müssen.
Die Auswanderer verteilten sich über alle 50 Staaten der USA, fast die Hälfte aber blieb in Miami. das schon vor der Revolution eine zweite Heimat für Kubas Mittel- und Oberklasse war. Mindestens 120 000 Kubaner haben heute die Umgebung der Achten Straße im Südwesten der Stadt in ein "Klein Havana" verwandelt.
Hier sitzt Castros hitzige, aber ohnmächtige Opposition. "Wenn ich fliegen könnte", träumt in Miami der Taxifahrer Luis Martin, 60, "würde ich mich in ein Flugzeug setzen und mich auf Castro stürzen, wenn er in Havana redet." Doch der frühere Advokat aus Havana ist "zu alt, um noch Fliegen zu lernen".
Ebenso ohnmächtig sind die Aktivisten-Organisationen, die noch immer hoffen, die Revolution in Kuba rückgängig machen zu können. Ohne militärische Hilfe der USA haben sie wenig Aussicht auf Erfolg -- seit dem Debakel in der Schweinebucht aber hat sich Washington von den exilkubanischen Organisationen zurückgezogen.
Immer weniger glaubt die Mehrheit der Exilkubaner an einen baldigen Sturz Castros, Die meisten sind kaum bereit, ihre neue, oft lukrative Existenz aufzugeben; jedes Jahr beantragen etwa 15 000 die US-Staatsbürgerschaft. "Die überwiegende Mehrheit der kubanischen Kapitalisten im Exil spricht nur von Dollars, Dollars, Dollars", lamentiert die Exilorganisation "Alpha 66".
Sie ist die radikalste der vier größeren politischen Emigrantengruppen, die Castro stürzen wollen. Mit neuen Schlachtgesängen sucht "Alpha 66" die Exil-Gemeinde aus der politischen Agonie zu reißen: "1969 wird das Jahr der Befreiung Kubas sein", verkündet der Vorstand.
In einer Garage an Miamis Southwest 1st Street plant eine Handvoll Terroristen das "titanische Befreiungsunternehmen" (Alpha-Führer Andrés Nazario Sargén). "Mit der Inspiration Gottes, der uns führen und triumphieren lassen wird", wollen Hauptmann Vicente Méndez, Hauptmann José Rodriguez Pacheco und Major Diego Paneque noch in diesem Jahr den "Neuen Krieg" nach Kuba tragen.
Die drei Exoffiziere haben Guerilla-Erfahrung: Sie kämpften unter Fidel gegen Batista. Nach Fidels eigenem strategischen Rezept wollen sie nun den Meister stürzen. Doch der Feldzug der Unentwegten hat kaum Chancen gegen das gut abgesicherte Fidel-Regime. "Für jeden Kubaner, der abgewandert ist", urteilten drei US-Professoren in einer Untersuchung über die Exilkubaner, "gibt es einen und möglicherweise zwei oder drei andere, die für die Revolution leben und sterben würden."
Castro darf sich sicher fühlen. Seine Kontrolle über die Insel ist, wie einer seiner Gegenspieler im Exil, Castros ehemaliger Minister für öffentliche Arbeiten, Manolo Ray, anerkannte. "fantastico". Seit Castros Truppen 1961 konterrevolutionäre Guerillatrupps in der Sierra de Escambray und in der Provinz Pinar del Rio niederschlugen, gab es keine größeren bewaffneten Aufstände in Kuba.
Mit nimmermüder Wachsamkeit entledigte sich Castro seiner Gegner, bevor sie ihm gefährlich werden konnten. Er ließ den militärischen Chef der Provinz Camagüey, Comandante Hubert Matos, der gegen den wachsenden kommunistischen Einfluß opponierte, zu zwanzig Jahren Kerker verurteilen. Auf Fidels Order wurden im April 1961, nach der Schweinebucht-Invasion, Ex-Landwirtschaftsminister Humberto Sori Mann, Geheimpolizeichef Aldo Vera und fünf weitere hohe Militärs und Beamte erschossen, die ein Attentat auf Fidel geplant hatten. Und zweimal bootete der Máximo Lider den wichtigsten Altkommunisten, Aníbal Escalante, und andere Genossen aus, die Machtpositionen im Staate erobern wollten.
Kaum einem der zahlreichen Infiltrationskommandos gelang es jemals, durch das dichte Überwachungsnetz Kubas zu schlüpfen. Wurden sie nicht schon von den Küstenwachbooten, den von der Sowjet-Union gelieferten "Fifty-fifty boats" (50 Tonnen Wasserverdrängung, 50 Knoten Höchstgeschwindigkeit), aufgebracht, so fielen sie dem Staatssicherheitsdienst G 2 oder dem Militär in die Hände.
Mit etwa 200 000 bis 300 000 Mann, ausgerüstet mit modernen sowjetischen und tschechischen Waffen, besitzt Kuba die stärkste Armee Lateinamerikas. Ständig ideologisch geschult, gut ernährt, mit Privilegien ausgestattet, ist sie unter dem Befehl von Fidels Bruder Raúl Castro ein loyales Instrument.
Mindestens 100 000 paramilitärisch ausgebildete Milizionäre können im Ernstfall die Armee verstärken. In graublauen Hemden und grünen Hosen, mit umgehängten Karabinern bewachen Schüler und Studenten, Arbeiter und Angestellte, Männer und Frauen ihre Schule oder Fabrik, ihr Ministerium oder Hotel Tag und Nacht vor dem konterrevolutionären Feind.
Eine noch wirkungsvollere Kontrolle üben die "Komitees zur Verteidigung der Revolution" (CDR) aus. In jeder Bauernsiedlung, in jedem Häuserblock der Stadt, auf jedem zweiten Stockwerk der Hochhäuser Havanas gibt es ein Komitee: 70 000 auf der ganzen Insel. Drei Millionen Kubaner, mehr als ein Drittel der gesamten Bevölkerung, sind CDR-Mitglieder; in den Städten sind es gar 65 Prozent der Einwohner über 15 Jahre.
Sie sollen ihre Nachbarn überwachen und bewachen, betreuen und ermahnen, sie sollen agitieren und organisieren. Die Blockwarte der Revolution werden ihrerseits durch eine straffe hierarchische CDR-Organisation kontrolliert.
Von Fidel 1960 gegründet, waren die Komitees zunächst dazu ausersehen, "die vom Yankee-Imperialismus geschürte Konterrevolution abzuwehren", so CDR-Funktionär Rafael Garrido. Später wurden den Komitee-Mitgliedern immer neue Aufgaben zugeschoben. Zusehends entwickelten sich die CDR zu Transmissionsriemen, die den totalen Anspruch der sozialistischen Gesellschaft auch an den letzten Kubaner herantragen.
Die CDR-Mitglieder bewachen ihre Häuser auf nächtlichen Patrouillengängen gegen Konterrevolutionäre und Einbrecher. Doch sie beobachten auch, ob ein Hausbewohner mit verdächtigen Paketen heimkommt oder oft fremde Besucher empfängt.
Auf wöchentlichen oder monatlichen Zusammenkünften erläutern sie der Hausgemeinschaft die Vorteile der Rationierung, die Bedeutung der Zehn-Millionen-Tonnen-Ernte oder das Zehn-Punkte-Verhandlungsprogramm des Vietcong. Und sie trommeln die Nachbarn auf die Plaza wenn Fidel spricht, oder zum Ernteeinsatz am Wochenende. Die CDR-Obleute sollen Schul- und Arbeitssäumigen ins Gewissen reden, aber auch Wünsche und Beschwerden der Bewohner registrieren. Sie helfen Alten und Kindern und sammeln Schrott oder Lumpen für die Revolution.
Dieser Kontrollapparat und der weitgehende Konsensus zwischen Volk und Regime ermöglichen Fidel Castro, Kubas Gesellschaft nach seinen Ideen umzugestalten und das Utopia des Neuen Menschen anzusteuern. Nichts außer eigener Unzulänglichkeit kann Kubas Marsch in den Sozialismus aufhalten.
Nach Fidels Wunsch soll Kuba Vorbild für ganz Lateinamerika werden. Castro: "Wir fragen uns, ob wir in einer Welt, die voller Elend ist, nur an uns selbst denken dürfen."
Millionen in Armut und Abhängigkeit lebenden Lateinamerikanern will Fidel Führer auf dem Weg in den Sozialismus sein. Immer wieder verpflichtete er sich, "jeden revolutionären Prozeß in jedem lateinamerikanischen Land" zu unterstützen.
Mit solidarischem Zuspruch, aber auch mit Geld und Waffen half er revolutionären Guerrilleros vor allem in Venezuela, Kolumbien und Guatemala. In Trainingscamps auf der Insel lernten mittel- und südamerikanische Partisanenführer kubanische Revolutionsrezepte.
Die Anden, predigte Fidel, müßten die Sierra Maestra des Subkontinents werden. Doch bis heute blieb die Revolution in den Anden stecken.
In keinem anderen Land Lateinamerikas zündete der revolutionäre Funke, gelang es den Guerrilleros, den kubanischen Erfolg zu wiederholen. Sie verloren ihre hervorragendsten Führer: den Guerilla-Priester Camilo Torres in Kolumbien, Fabricio Ojeda in Venezuela, Luis Turcios Lima und Cäsar Montes in Guatemala, Lobatón Mille und Hugo Blanco in Peru.
Vergebens versuchte 1967 der Guerilla-Prophet Ernesto Che Guevara mit einer Gruppe erfahrener Kuba-Kämpfer, die Revolution auf das Festland zu tragen. Che, der sich immer bereit erklärt hatte, "für die Befreiung jedes lateinamerikanischen Landes" zu sterben, fiel am 9. Oktober 1967 in Bolivien.
Seine aus kubanischen Erfahrungen destillierte Guerilla-Strategie versagte in Südamerika: Hatten die USA vor zehn Jahren in Kuba den Sieg Castros -- den die "New York Times" als einen bürgerlichen Reformer beschrieben hatte -- noch hingenommen, so sind sie nun entschlossen, die Ausbreitung seiner Revolution in der westlichen Hemisphäre zu verhindern. Seit Jahren trainieren und unterstützen sie daher die Armeen ihrer südlichen Nachbarn in der Partisanenabwehr.
In Kuba hatte das liberale Bürgertum den nationaldemokratisch orientierten Aufstand Castros zunächst gefördert -- die Bourgeoisie Lateinamerikas reagiert mit Furcht und Haß auf die roten Guerrilleros. Und seltener noch als 1959 die kubanischen Bauern, schlossen sich die jedem Fremden mißtrauenden Indios in Bolivien, Guatemala oder Kolumbien den Partisanen an.
Vergebens auch hofften die Guerillatrupps auf die Hilfe der moskautreuen kommunistischen Parteien. Sie sind Gegner der Guerilla-Strategie und glauben vielmehr, durch demokratisches Wohlverhalten dereinst an die Macht gelangen zu können.
"Reaktionäre Rechte, Feiglinge, Opportunisten, Verräter, Wankelmütige und Kapitulanten" nannte Castro die abtrünnigen Kader-Kommunisten. Und die Sowjets, die statt mit Waffen lieber mit Krediten und Kulturabkommen in Lateinamerika vorzudringen suchen, tadelte er: "Wer den Oligarchien der Länder hilft, in denen die Guerrilleros kämpfen, trägt dazu bei, die Revolution im Blut zu ersticken."
Immer stärker belastete der Streit um den rechten Weg zum Sozialismus das Verhältnis Kubas zu seinem sowjetischen Schirmherrn. Er erreichte im Januar 1968 seinen Höhepunkt, als Fidel neun ehemaligen Führern der Kommunistischen Partei in Kuba vorwarf, in der kubanischen Staatspartei eine moskauhörige "Mikrofraktion" von antifidelistischen Verschwörern zu organisieren. Doch im folgenden August beeilte sich Castro, die Sowjet-Intervention in der Tschechoslowakei zu verteidigen. Damit begann ein neuer Wonnemond in den Beziehungen zwischen Moskau und Havana.
Gleichzeitig mit dem neuen Sowjet-Furt scheint Castro den Rückzug vom lateinamerikanischen Festland anzutreten: Seit November letzten Jahres, so berichtete Venezuelas Verteidigungsminister General Martin Garcia Villasmil, konnten die Venezolaner keine Spur kubanischer Unterstützung für die Guerrilleros mehr entdecken. Auch in anderen lateinamerikanischen Staaten fehlen Anzeichen kubanischer Partisanenhilfe.
Offenbar hat der Máximo Lider erkannt, daß seine bisherigen Gegenspieler die erfolgreicheren Revolutionäre sind: Wirkungsvoller als die Guerrilleros kämpfen in Lateinamerika heute progressive Priester und linksnationalistische Militärs für soziale Umwälzungen und gegen die Abhängigkeit von den USA. Anerkennend lobte Castro den "revolutionären Charakter" einiger Schritte der peruanischen Militärjunta, die seit dem letzten Herbst US-Ölraffinerien und den Großgrundbesitz enteignete.
"Wir werden warten, bis ein Land nach dem anderen mit seiner Vergangenheit bricht", erklärte Fidel im Juli. "Wir werden warten, bis eines nach dem anderen seine Revolution vollbringt -- wenn es sein muß: zehn, zwanzig, dreißig Jahre."
Er braucht die Zeit, um zunächst in seinem eigenen Land den Sozialismus aufzubauen. Besser als mit Waffen läßt sich die Revolution exportieren, wenn Kuba zum Vorbild für Lateinamerika wird. "Wir sind aufgerufen", nimmt Castro darum die Kubaner in die Pflicht, "Beispiel für einen ganzen Kontinent zu sein, Leuchtfeuer für Hunderte Millionen Menschen."
Noch freilich flackert Castros Leuchtfeuer recht schwach. Noch immer verdüstern Mangel und Mißwirtschaft das Bild der Insel. Noch immer bremsen Desorganisation und groteske Fehlplanung den großen Sprung ins sozialistische Schlaraffenland. Noch immer läßt Amerikas Blockade Tag für Tag spüren, wie stark die Insel-Wirtschaft einst vom großen Nachbarn abhing.
Zu hastig, zu radikal will Fidel zu viel auf einmal erreichen: In einer Generation soll Kuba sich von wirtschaftlicher Ausbeutung befreien, seine Unterentwicklung überwinden und eine völlig neue, bislang nirgendwo verwirklichte, kommunistische Gesellschaft aufbauen. Dabei überschätzt der Guerrillero-Premier seine ökonomischen Möglichkeiten -- und so bewahrten nur die Kredite der Sowjets den ersten sozialistischen Staat der westlichen Hemisphäre vor dem Chaos.
Doch Castros Revolution ist erst zehn Jahre alt -- zu jung, als daß sie schon Erfolge aufweisen könnte, die selbst die fünfmal so alte Sowjet-Revolution nicht errang.
Erst in der kommenden Dekade können Kubas ungeheure Anstrengungen in der Landwirtschaft Früchte tragen, erst dann werden die Kräfte ausreichen, das Entwicklungsland in das Industriezeitalter zu führen.
Dann wird es möglich sein, mit Exporterlösen die dringend benötigten Maschinen zu beschaffen. durch Mechanisierung der Landwirtschaft Arbeitskräfte für die Industrie freizusetzen, die Opfer der Bevölkerung durch eine bessere Versorgung und höheren Lebensstandard zu belohnen.
Dann auch werden die auf den Schulen der Revolution ausgebildeten Techniker herangewachsen sein und den immer noch spürbaren Verlust der abgewanderten Fachkräfte ausgleichen.
Dennoch hat Castros Kuba zehn Jahre nach der Revolution mehr erreicht, als viele seiner lateinamerikanischen Nachbarn vorzeigen können. Kein Land in Lateinamerika ist bisher so konsequent wie Kuba darangegangen, eine der Hauptursachen für die Rückständigkeit zu beseitigen: das Analphabetentum.
Und heute schon hat Fidel sein Land von vielen anderen Plagen befreit. unter denen die meisten Staaten Lateinamerikas noch immer leiden: Korruption und Arbeitslosigkeit, Prostitution und Kinderarbeit sind in Kuba abgeschafft -- wie auch der entwürdigende Gegensatz zwischen reich und arm. Viele werden in Kubas Opferjahren nicht richtig satt -- hungern aber muß keiner mehr.
Gewiß sind in den Metropolen des übrigen Lateinamerika die Schaufenster der Geschäfte verlockender, aber große Teile der Bevölkerung können
* Mit Verteidigungsminister Raúl Castro (l.). Staatspräsident Dorticós, Politbüro-Mitglied Garcia. Auf dem Plakat: Che Guevara.
an der Fülle nicht teilhaben. Gewiß praktizieren in Rio oder Lima besser ausgebildete Ärzte, doch die Bewohner der Favelas und Barriadas, der Elendsviertel, können es sich nicht leisten, sie zu konsultieren.
In Kuba aber erhalten auch jene kostenlose medizinische Betreuung, die früher nie einen Arzt gesehen haben. In Kuba studieren heute Landarbeiterkinder, deren Eltern nie eine Schule besucht haben. In diesem Lind spanischer Tradition sind die Frauen in Beruf und Gesellschaft den Männern gleichberechtigt. Neger und Mulatten, jahrhundertelang ausgebeutet und diskriminiert, haben die gleichen Chancen wie ihre weißen Kollegen.
Castros Revolution hat die ehemals krassen Unterschiede zwischen den Klassen, das Gefälle zwischen Stadt und Land eingeebnet. Die einst Privilegierten freilich -- die Reichen und die Städter, der Mittelstand und auch die Facharbeiter -- mußten die neue soziale Gerechtigkeit bezahlen.
Was die Welt vor zehn Jahren nicht glauben wollte: Der Aufstand der bärtigen Rebellen von einst führte zu einer sozialen Revolution, nicht nur zum Wechsel von eines" korrupten Kaste zur nächsten.
Doch die permanent gehaltene Revolution ist nicht das Verdienst eines perfekt funktionierenden Gesellschaftssystems. Ein Mann allein Fidel -- gibt der Revolution den Schwung und verhinderte bislang, daß der Fidelismus zur Herrschaft einer neuen Klasse erstarrte.
Getrieben von Experimentierfreude und lateinischem Stolz, von Machtlust und Gerechtigkeitssinn, entwarf ei sein ureigenes, wenn auch ideologisch nicht präzise definiertes Modell des Sozialismus,
Sein Charisma ist es, das Kubas Jugend für die Revolution begeistert, nicht ihre politische Erkenntnis. Und Fidels gelegentliche Selbstkritik -- nicht die Mitbestimmung des Volkes -korrigierte bislang immer wieder die Fehlentwicklungen kubanischer Politik.
Gläubiges Vertrauen auf den Máximo Lider und militärische Disziplin sind die Prinzipien des kubanischen Sozialismus -- aber gerade sie können Fidels Experiment auf lange Sicht gefährden. Denn der Antrieb zum eigenen politischen Denken, die Diskussion, die Beteiligung der Massen an politischen Entscheidungen -- Elemente, die Castros Revolution vollenden müßten -, sie kommen zu kurz. Die oft beschworene sozialistische Zukunftsgesellschaft kann -- mit diesen Mängeln behaftet -- kaum reifen.
Fidels Revolution, eine der umwälzendsten dieses Jahrhunderts, ist gewiß nicht mehr rückgängig zu machen. Fidels Wunschkind freilich, der Neue Mensch, der aus eigener Einsicht zum Wohle aller handelt, wurde auch auf Kuba noch nicht geboren. Ende

DER SPIEGEL 40/1969
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