18.12.1967

KIRCHE / GLAUBENDiesseits und Jenseits

(siehe Titelbild *)
Für jeden dritten Deutschen in der Bundesrepublik ist Gott tot. Nur die Hälfte der Bundesbürger glaubt an ein Leben nach dem Tode. Die meisten Katholiken halten den Papst nicht für unfehlbar.
Einig sind sich katholische und evangelische Christen weithin darüber, daß Jungfräulichkeit vor der Ehe "nicht notwendig" sei (70 Prozent) und daß Abtreibung nach einer Vergewaltigung "erlaubt" sein soll (80 Prozent). Aber uneinig sind sie sich über Luther, das Fegefeuer und die CDU.
Katholiken sind nach deutscher Volksmeinung vor allem scheinheilig, keusch und engstirnig, Protestanten hingegen aufgeschlossen, modern und ausgeglichen.
Das sind Ergebnisse einer Umfrage, die jüngst vom Bielefelder Emnid-Institut gemeinsam mit dem Hamburger Marktforscher Dr. Reimund Müller im Auftrage des SPIEGEL vorgenommen wurde.
Das Institut interviewte 2037 Deutsche zwischen 18 und 70 Jahren, die nach Konfession, Geschlecht, Bildung und Familienstand repräsentativ waren für 39 Millionen Bundesbürger.
Mit mehr als 70 komplexen Fragen sollte ergründet werden, was die Deutschen glauben und wie sie mit oder ohne Gott leben. Erforscht wurde, ob sie beten und wie häufig sie -- wenn überhaupt -- in die Kirche gehen. Themen waren die Hölle und die Konfessionsschule, Adam und Eva ebenso wie die Anti-Baby-Pille. Gefragt wurde. ob Jesus einst Wasser in Wein ver-
* Gottesdienst in der evangelischen Johannis-Kirche in Sindelfingen bei Stuttgart.
wandelt habe und ob er von den Toten auferstanden sei.
Zum erstenmal standen Glaube und Unglaube im Mittelpunkt einer umfassenden Repräsentativerhebung. Bis dahin haben sich viele Soziologen und Theologen mehr mit äußeren Kennzeichen der Christen -- etwa dem Kirchgang -- befaßt. Demoskopische Institute beschränkten sich zumeist auf einzelne religiöse Fragen, Wissenschaftler auf den Kontakt mit wenigen Christen. Der Tübinger Religionssoziologe Günter Kehrer, 29, zum Beispiel machte in diesem Jahr aus 50 Interviews ein Buch; jeden Befragten setzte er gleich zwei Prozent (SPIEGEL 17/1967).
Die Ergebnisse mehrerer größerer Forschungsarbeiten, von den Kirchen in Auftrag gegeben, durften nicht veröffentlicht werden. Dasselbe Emnid-Institut, das jetzt für den SPIEGEL tätig geworden ist, hat 1960 zwei Expertisen nur für die Bücherschränke von Bischöfen beider Konfessionen geliefert.
Den Taufscheinen und den Steuerkarten nach sind die Kirchen Sache des ganzen Volkes. Nahezu jedermann wird hineingeboren, und relativ selten tritt jemand aus. Ergebnis der SPIEGEL-Umfrage: 97 Prozent der Deutschen sind getauft, 94 Prozent wurden konfirmiert oder empfingen die Erstkommunion, und ebenfalls 94 Prozent gehören einer der beiden Kirchen an; Zahl des Statistischen Bundesamtes: 95,2 Prozent aller Bundesbürger.
86 Prozent der Deutschen wurden kirchlich getraut. Gleich groß ist die Zahl derer, die häufig oder gelegentlich beten. Sieben von zehn Deutschen würden ein neugeborenes Kind noch nottaufen wenn es zu sterben droht. Knapp die Hälfte der Bundesbürger behauptet, mindestens einmal im Monat zur Kirche zu gehen.
Doch keine dieser Zahlen kann die Frommen froh stimmen. Bei der Hochzeit sind für viele Orgel, Pfarrer und Segen nur ebenso Zubehör wie Polterabend, Schleier und Blumen. "Es ist unmöglich", klagte der Priester Thierry Maertens, "die heidnischen Beweggründe zu überhören, die Brautleute bei der Anmeldung zur Trauung häufig vorbringen."
Nur für eine Minderheit (27 Prozent) ist das Beten noch täglicher Brauch -- wie es die Kirchen lehren. Und für die Nottaufe wußten nur 50 Prozent einen religiösen Grund (nicht immer den richtigen) zu nennen, die anderen würden es nur aus Tradition tun.
Längst ist vielen Geistlichen die Erkenntnis gemein, daß auch der allsonntägliche Kirchgang nicht viel über den Glauben eines Christen besagt. Der katholische Pastoraltheologe Norbert Greinacher (Universität Münster nennt es in seiner Habilitationsschrift* eine "schwerwiegende Frage", ob nicht bei vielen statt des echten Glaubens "nur ein Aberglaube, eine überkom-
* Norbert Greinacher: "Die Kirche in der städtischen Gesellschaft". Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz; 424 Seiten; 24 Mark.
mene Tradition oder einfachhin ein geheuchelter Glaube existiert".
Nicht wenige Pastoren und Priester sind sich nicht einmal mehr des rechten Glaubens all ihrer Amtsbrüder auf den Kanzeln und hinter den Kathedern gewiß.
Die Kirchen sind in eine Krise des Glaubens geraten, wie sie in den zwei Jahrtausenden ihrer Geschichte fast ohne Beispiel ist. In der katholischen Kirche wird sie noch mühsam verborgen, in der evangelischen Kirche tritt sie offen zutage.
Mit einer Welle von Kundgebungen -- halb Gottesdienst, halb Ketzerprozeß -- überzieht seit Monaten die "Bekenntnisbewegung "Kein anderes Evangelium"" das Land. Zuletzt in Neumünster, in Düsseldorf und am vorletzten Sonntag in Hannover wurden evangelische Theologieprofessoren des Irr- und Unglaubens beschuldigt.
Doch dieselben Gelehrten, die hier verketzert werden, beherrschen an den Universitäten das Feld. Und auf dem Evangelischen Kirchentag 1967 in Hannover, der von der "Bekenntnisbewegung" boykottiert wurde, fanden sie Zuspruch und Beifall in überfüllten Messehallen.
Was die einen lehren, wollen die anderen verbieten. Was die einen glauben, wollen die anderen nicht wahrhaben. Zu fast jeder Glaubenswahrheit, die in der evangelischen Kirche verbreitet wird, gibt es mindestens eine Gegen-Wahrheit -- über die Erschaffung der Welt wie über das Jüngste Gericht und vor allem über Jesus Christus, den Herrn der Kirche, zu dem sich die einen wie die anderen bekennen.
Aber für die einen ist Jesus geboren von der Jungfrau Maria, und als Sohn Gottes ausgewiesen hat er sich durch Wunder: die Auferweckung von Toten, die Speisung der Fünftausend, das Wandeln auf dem See. Für die anderen ist er der Sohn Marias und Josephs, der in seinem Leben keine Wunder vollbracht hat.
Der Marburger Theologieprofessor Rudolf Bultmann, 83, geistiger Vater fast aller modernen Theologen, erklärte 1966 in einem SPIEGEL-Gespräch, Jesus könne nicht am dritten Tage nach seinem Tode das Grab verlassen haben (Heft 31/1966). Die "Bekenntnisbewegung" fordert seither landauf, landab, es müsse von der Kirche "die falsche Lehre verworfen werden, Jesu Leib sei verwest, er sei nur geistig auferstanden".
Für den Hamburger evangelischen Philosophen Carl Friedrich von Weizsäcker wäre es "offensichtlich blasphemisch, wenn man sagen wollte, Christus sei in jenen Weltraum gefahren, in den man heute die Sputniks schießt". Doch Pfarrer Gerhard Bergmann, Wortführer der "Bekenntnisbewegung" und Wanderprediger wie Billy Graham und Pater Leppich, meldete in einem Interview Zweifel an, ob die Himmelfahrt nach drei Metern endete.
In Flensburg verbreitet Pastor Gert Hartmann, das Apostolische Glaubensbekenntnis sei "zu nichts nütze, sondern schädlich", fast kein evangelischer Pastor könne "die Sätze dieses Kredo wörtlich übernehmen", man solle es deshalb "aus den normalen Gottesdiensten entfernen". Doch die "Bekenntnisbewegung" will niemanden mehr auf die Kanzel lassen, der "das Glaubensbekenntnis mit der Gemeinde nur unter Vorbehalten sprechen" kann. Dem Erlanger Kirchenhistoriker Professor Walther von Loewenich, Präsident der Luther-Gesellschaft, ist die eine Ansicht so recht wie die andere. Loewenich über das Glaubensbekenntnis: "Der eine nimmt es wörtlich, der andere zweifelt, der dritte deutet es auf seine Weise um."
Nicht einmal über Gott können sich die Gottesmänner noch einigen. Der Baseler Theologe Professor Heinrich Ott ist davon überzeugt, daß der Glaube "ohne das personale Gegenüber Gottes gar nicht Glaube sein" kann. Doch für den Mainzer Theologieprofessor Herbert Braun gibt es Gott nicht "als den für sich Existierenden, nicht als eine Spezies, die unter dieser Vokabel faßbar wäre", sondern nur als "eine bestimmte Art von Mitmenschlichkeit".
Noch schlichter und radikaler sagen es amerikanische geistliche Gelehrte. "Wir müssen erkennen", so stellte Thomas J. J. Altizer fest, "daß der Tod Gottes ein historisches Ereignis ist. Gott ist innerhalb unserer Zeit, innerhalb unserer Geschichte, innerhalb unserer Existenz gestorben."
Auch das katholische "Volk Gottes" ist, wie die deutschen Bischöfe im Advent 1967 verkündeten, "vom Unglauben bedroht". Im Vatikan hat die Bischofssynode -- eine vom Papst einberufene Versammlung der Spitzen der Kirche -- kürzlich "ungebührliche Neuerungen, falsche Meinungen, ja sogar Irrtümer im Glauben" gerügt und die Gefahrenpunkte genannt: Gott, Wunder und Auferstehung Jesu, Erbsünde, Jungfräulichkeit Marias. Die Oberhirten forderten zwar das brüderliche Gespräch mit irrenden Theologen, doch sie warnten auch: Widerspenstige sollten "aus dem Amt entfernt werden".
Allen Warnungen zum Trotz aber sickern immer neue Erkenntnisse auch ins katholische Kirchenvolk. Der Tübinger Alttestamentler Herbert Haag rüttelt auf Vortragsreisen an der noch von Papst Pius XII. nachdrücklich bekräftigten Lehre, alle Menschen stammten von Adam und Eva ab. Die Züricher Jesuitenzeitschrift "Orientierung" verbreitet, daß "ein echter Glaube an die Auferweckung Jesu möglich ist ohne den Glauben an das leere Grab".
In der evangelischen wie in der katholischen Kirche ist zweifelhaft geworden, wo der Glaube aufhört, wo der Unglaube beginnt und was eigentlich Glaube ist. Es schwindet jene Gewißheit, die einst, 1563, die Autoren des Heidelberger Katechismus hatten: "Was muß ein Christ glauben? Alles, was uns im Evangelium verheißen, nach seinem Hauptinhalt im Apostolischen Glaubensbekenntnis zusammengefaßt und von der ganzen Christenheit einmütig bekannt wird."
Für den katholischen Dogmatiker Gotthold Hasenhüttl (Universität Tübingen), der sich mit dem Protestanten Bultmann in den meisten Punkten einig weiß, ist der Glaube "fundamental Totalhingabe der Person an Gottes offenbarendes Wort. Er ist nicht zuerst die Annahme vieler Wahrheiten Und der von der "Bekenntnisbewegung" bekämpfte Hamburger Theologe Heinz Zahrnt, Autor des Bestsellers "Die Sache mit Gott", verspottet seine Gegner: "Es ist, als schleppten sie schwere Säcke auf ihren Schultern, die bis zum Platzen mit lauter Glaubensgegenständen angefüllt sind." Viele moderne Theologen haben nicht einmal mehr Gott im Gepäck. Sie schreiten unbeschwert aus wie Atheisten.
Gemeinsam ist den verfeindeten Gottesmännern fast nur noch die Ungewißheit darüber, wie groß ihre Gefolgschaft ist. Sie wissen nicht, ob dem Kirchenvolk, das sonntags singend und. betend, im übrigen stumm unter den Kanzeln sitzt; alle Glaubenslehren gleich gültig oder welche ihnen gleichgültig sind. Und schon gar nicht wissen sie, ob die kirchenfremden Christen glauben wollen, aber nicht können, oder ob sie Gott gar nicht vermissen.
Viele Geistliche geben sich so optimistisch wie der Frankfurter katholische Volksmissionar Ferdinand Krenzer: "Wir dürfen selbst unter denen, die sich unreligiös nennen, noch eine große Zahl vermuten, die suchend sich bemühen." Andere sind eher pessimistisch wie der Jesuit Karl Rahner (Universität Münster), der mit einer immer kleiner werdenden Christenschar rechnet. Rahner: "Wir leben in einem Heidenland mit christlicher Vergangenheit und christlichen Restbeständen."
Hinter der Fassade der Volkskirche" in die fast jeder als Säugling hineingetragen und aus der fast jeder erst im Sarg herausgetragen wird, sind Glaube und Unglaube gleichermaßen zu Hause. In einem Land, dessen Staats-Partei sich christlich nennt und in dem das richtige Gesangbuch der Karriere nützlich sein kann, ist mancher längst daran gewöhnt, sich frömmer zu geben, als er ist. 38 Prozent der Deutschen leben in Orten, in denen eher derjenige auffällt, der nicht zur Kirche geht, als umgekehrt die Frommen.
Die Deutschen sprechen über ihren Glauben ungehemmter und offener als über den Kirchgang. Die Ergebnisse der SPIEGEL-Umfrage bestätigen, was das Emnid-Institut schon 1960 seinen damaligen kirchlichen Auftraggebern insgeheim mitteilte: "Die Intim- und Tabusphäre scheint sich heute verlagert zu haben, so daß Fragen nach dem Kirchenbesuch ... weit mehr Reiz- und Abwehrreaktionen im Befragten auslösen als die im eigentlichen Sinne "intime Frage' nach dem Glauben an Gott."
Der SPIEGEL ließ zweimal nach dem Kirchgang fragen:
> einmal verschlüsselt zu Beginn, als gefragt wurde, was die Interviewten "sonntags meistens" tun. Ergebnis: 34 Prozent der Befragten ließen auf einer Liste den Kirchgang ankreuzen;
> gegen Ende des Interviews unverschlüsselt. Nun behaupteten 43 Prozent der Befragten, regelmäßige Kirchgänger zu sein: 25 Prozent "jeden oder fast jeden Sonntag", 18 Prozent "mehrmals bis mindestens einmal im Monat".
Aufgeteilt nach Konfessionen, ergibt sich ein unterschiedliches Bild: 51 Prozent der Katholiken behaupten von sich, jeden oder fast jeden Sonntag zur Kirche zu gehen, wie es Kanon 1248 ihres kirchlichen Gesetzbuches vorschreibt. Aber nur sieben Prozent der Protestanten gaben an, ebensooft am Gottesdienst teilzunehmen. Weitere 21 Prozent sind "mindestens einmal im Monat" dabei*.
Zuweilen sind sich gläubige und ungläubige Christen weithin einig über Themen, die noch immer die Theologen je nach Konfession entzweien -- zum Beispiel über das Amt des Papstes. Zuweilen sind sie sich uneinig über Themen, die Theologen nicht mehr aufregen -- etwa über Luther.
Der Primat und vor allem die Unfehlbarkeit des Papstes, in Dogmen fixiert, werden von den meisten verneint:
* Nach dem Urteil vieler Religionssoziologen ist die Kirchenverbundenheit der Protestanten, die allsonntäglich oder mindestens einmal Im Monat am Gottesdienst teilnehmen, der Kirchenverbundenheit jener Katholiken gleichzusetzen, die jeden Sonntag zur Messe gehen. Nach diesen Kriterien wurden bei der Auswertung der SPIEGEL-Umfrage die Gruppen "evangelische Kirchgänger" (28 Prozent aller Protestanten> und "katholische Kirchgänger" (51 Prozent aller Katholiken) gebildet.
> Weniger als ein Drittel der Befragten (29 Prozent) stimmte der Ansicht zu, die dem Primats-Dogma entspricht: "Der Papst soll vor allen anderen Würdenträgern den Vorrang haben, auch ein Konzil aller Bischöfe kann nur mit Zustimmung des Papstes etwas entscheiden."
> 44 Prozent entschieden sich für eine Formulierung, die bereits katholischer Glaubenslehre widerspricht: "Der Papst soll einen Ehrenvorrang vor allen Bischöfen haben. In wichtigen Dingen sollen die Bischöfe gemeinsam entscheiden. Der Papst soll nur eine Stimme wie jeder andere haben."
> 25 Prozent halten das Amt des Papstes für überflüssig.
Die Anteile an diesen Gruppen sind je nach Konfession unterschiedlich groß, aber sogar unter katholischen Kirchgängern ist fast jeder dritte anderer Ansicht als seine Kirche: Es sind
für Primat -- für Ehrenvorrang -- gegen Papstamt
Katholiken 49% 42% 8% katholische
Kirchgänger 67% 30% 1%
Die Unfehlbarkeit des Papstes wird sogar nur von 25 Prozent der Deutschen bejaht, die zum Teil den Inhalt des Dogmas nicht kennen:
> 19 Prozent billigten eine Formulierung, die dem Dogma entspricht: "Der Papst ist nur dann unfehlbar, wenn er in feierlicher Form in Fragen des Glaubens und der Sitte entscheidet";
> sechs Prozent gingen darüber hinaus und meinen, der Papst sei "stets unfehlbar, wenn er sich an die Öffentlichkeit wendet"
> 74 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, der Papst "kann nicht unfehlbar sein, denn er ist nur ein Mensch".
Die Anteile je nach Konfession und Kirchgang: Es halten den Papst für
nicht unfehlbar -- immer unfehlbar -- unfehlbar nach Dogma Protestanten 87% 3% 10% Katholiken 55% 11% 33% katholische
Kirchgänger 39% 15% 44%
Viel weiter als über den Papst gehen die Ansichten der Protestanten und der Katholiken über Luther auseinander. Während die meisten Theologen und Kirchenhistoriker beider Konfessionen sich schon auf ein gemeinsames positives Lutherbild geeinigt haben (SPIEGEL 45/1967), scheidet die Erinnerung an den Reformator die Frommen unter den Deutschen in zwei konfessionelle Lager mit nur wenigen Überläufern hüben und drüben.
82 Prozent der evangelischen, aber nur zwölf Prozent der katholischen Kirchgänger entschieden sich für Luther, als sie unter vier Kirchen-Persönlichkeiten -- Pius XII., Johannes XXIII., Luther, Albert Schweitzer -- die beiden auswählen sollten, die "das meiste für die Christenheit getan" haben.
Während die Protestanten ihre beiden Glaubensbrüder Luther und Schweitzer am häufigsten nannten, steht bei den Katholiken der Nichtkatholik Schweitzer in höherem Ansehen als ihr eigener Pius XII. Und eindeutig überragt Johannes XXIII. seinen Vorgänger Pius XII., obwohl der heutige Papst Paul VI. beide Vorgänger gleichermaßen rühmt. Es nannten
von evang. Kirchgängern -- von kath. Kirchgängern
Martin Luther 82% 12% Albert Schweitzer 56% 42% Johannes XXIII. 21% 69% Plus XII. 9% 40%
Schweitzer ist von den vier Geistlichen derjenige, der am wenigsten mit der Organisation Kirche in Verbindung gebracht wird. Das könnte etliche Theologen in ihrer Meinung bestärken, daß die Kirchen vielen den Weg zu Gott erschweren, statt ihn zu ebnen. So fragt die Kölner Theologin Dorothee Sölle: "Haben die Leute wirklich etwas gegen den Glauben an Christus, oder haben sie nur etwas gegen die Institution, die diesen Glauben verkündigen will?"
Andere suchen die Schuld in der Predigt, die -- wie der evangelische Tübinger Dogmatiker Professor Gerhard Ebeling meint -- oft "die institutionell gesicherte Belanglosigkeit" sei.
Mehrere SPIEGEL-Fragen nach Gott offenbarten, daß es kaum an den Kirchen und schon gar nicht an den Predigten liegt, wenn viele Deutsche nicht mehr glauben. Es sind auch weniger Kriege und Not, die das Vertrauen zu Gott erstickten. Es ist häufiger das Denken, das als Gegensatz zum Glauben empfunden wird und in vielen Köpfen gesiegt hat.
Von den Bundesbürgern zwischen 18 und 70 glauben 68 Prozent an Gott, 22 Prozent an ein höheres Wesen, zehn Prozent weder das eine noch das andere.
Christen-Gott und höheres Wesen sind nicht identisch. Das wurde deutlich, als diejenigen, die früher an Gott glaubten und heute nicht mehr (23 Prozent der Bundesbürger), nach den Gründen für ihren Unglauben gefragt wurden:
> 24 Prozent beriefen sich auf den Unterschied zwischen Gott und höherem Wesen. Beispiele: "Es gibt Gott nicht in der kirchlichen Form", "ich glaube nach eigener Vorstellung".
> Weit mehr -- 37 Prozent -- führen Vernunft-Gründe an wie: "Ich betrachte die Sache realistisch", "ich bin fromm erzogen worden, aber inzwischen bin ich aufgeklärter", "weil ich erwachsen bin".
> Neun Prozent nannten persönliche Enttäuschungen und Schicksalsschläge ("Gott' hat nicht geholfen, als er gebraucht wurde").
> Neun Prozent führten Unheil und Kriege an ("Ich habe zuviel Elend gesehen").
> Sechs Prozent gaben der Kirche die Schuld: "Die Zeiten haben sich geändert, die Kirche ist zu rückständig", "die Kirche ist heute noch so wie früher, das paßt nicht in die heutige Zeit",
> Fünf Prozent nannten andere Gründe ("Alles kommt durch Zufall"). > Zehn Prozent wußten oder sagten keinen Grund.
Ihnen ist Gott, wie es scheint, so gleichgültig geworden, daß sie nicht zu sagen wissen, warum sie nicht mehr an ihn glauben.
Hier vor allem ist jene Gleichgültigkeit zu finden, die der katholische Theologe Jules Girardi die "radikalste Form des Atheismus" nennt, weil sie "sogar leugnet, daß überhaupt das religiöse Problem bestehe. Nirgendwo ist die Abwesenheit Gottes so total wie hier".
Doch auch über die Gottesvorstellung der meisten Christen denken etliche Theologen skeptisch. Karl Rahner: "Gott sei Dank gibt es nicht, was 60 bis 80 Prozent der Zeitgenossen sich unter Gott vorstellen." Für antiquiert halten viele Theologen den Gedanken an Gott als eine Art "unsichtbaren Riesen, der sich erstens in der Vergangenheit eine Spielzeugwelt aufgebaut hat und zweitens jetzt immer wieder Männlein hineinstellt und herausnimmt und sie per Fernsteuerung dirigiert". So beschreibt der evangelische Theologe Sigurd Martin Daecke die Vorstellung von einem "Schöpfergott", den er "seit langem in der Gesellschaft des Klapperstorches und des Weihnachtsmannes" wähnt.
Für viele Christen aber dürfte dieser Gott noch leben. Jedenfalls sind die meisten Kirchgänger davon überzeugt, daß Gott die Welt etwa so geschaffen hat, wie es in der Bibel steht: Auf die Frage," ob der Mensch von Adam und Eva abstamme oder durch eine langsame Entwicklung aus dem Tierreich hervorgegangen sei, entschieden sich 62 Prozent der evangelischen Kirchgänger und sogar 76 Prozent der praktizierenden Katholiken für das Paradies-Paar aus der Bibel.
Für fromme Deutsche ist das Urteil über den biblischen Schöpfungsbericht noch immer eine Glaubens-Frage. Für andere Deutsche ist es eine Bildungs-Frage: Für Adam und Eva entschieden sich
> 62 Prozent der Volksschüler ohne abgeschlossene Lehre,
> 49 Prozent der Volksschüler mit Lehre,
> 37 Prozent der Mittel- und der Oberschüler ohne Abitur,
SPIEGEL-Titel 24.1962 (Johannes XXIII.), 42/1958 (Plus XII.), 45/1967 (Luther), 52/1960 (Schweitzer).
> 26 Prozent der Deutschen mit Abitur oder Hochschulbildung. Auch die Antworten auf andere Fragen sind Indizien dafür, daß viele Christen anders an Gott oder sogar an einen anderen Gott glauben, ais die Kirchen lehren.
Die Frage an die Gott-Gläubigen, ob sie je an der Existenz Gottes gezweifelt haben, wurde nur von 33 Prozent bejaht, aber von 65 Prozent verneint. Die meisten geistlichen Gelehrten sind sich jedoch mit dem Tübinger Ebeling einig: "Wo der Glaube nicht angefochten ist, ist überhaupt kein Glaube."
Und die meisten Christen sind wohl auch toleranter, als es kirchlicher Überlieferung und Lehre entspricht. Auf die Frage, ob sie ihre Religion für die einzig richtige halten, antworteten von denen, die an Gott glauben, 52 Prozent mit "Nein" und 45 Prozent mit "Ja".
Vor allem aber: Der Gott der Christen ist nach der Lehre beider Kirehen der Herr über Leben und Tod, der den Menschen das ewige Leben verheißt. Für rund 19 Millionen. Deutsche aber verträgt sich der Glaube an Gott mit der Überzeugung, daß es kein Leben nach dem Tode gibt. Sogar jeder dritte evangelische Kirchgänger zählt zu denen, die an Gott, nicht aber an ein Jenseits glauben.
Auf die Frage, ob es Leben nach dem Tode gibt, antworteten von
Ja -- nein -- keine Angabe
allen Befragten 48% 48% 4% Konfessionslosen 11% 85% 4% Protestanten 37% 58% 5% Katholiken 63% 34% 3% evangelischen
Kirchgängern 65% 30% 5% katholischen
Kirchgängern 85% 12% 3%
Entgegen weitverbreiteter Pastorenmeinung scheint auch das Alterwerden nicht zum Glauben an das ewige Leben zu führen. Unter den 50- bis 59jährigen zum Beispiel ist der Anteil derer, die an das Leben nach dem Tode glauben, nicht größer als unter den 18- bis 24jährigen.
Wenn konkreter nach Einzelheiten über das Jenseits gefragt wird, wie sie in den Kirchen gelehrt und gepredigt werden, so wird die Minderheit kleiner, die daran glaubt.
Die Ansicht, daß diejenigen, "die es auf der Erde schlecht haben, es nach dem Tode besser haben werden", wird von 28 Prozent der Deutschen geteilt, aber von 67 Prozent verneint. Etwa so groß ist die Mehrheit der Deutschen, die nicht an die Existenz der Hölle glaubt, in der Menschen nach dem Tode bestraft werden.
Auf die Frage, ob es die Hölle gibt, antworteten von
ja -- nein -- keine Angabe
allen Befragten 34% 65% 1% Konfessionslosen 0% 100% 0% Protestanten 22% 78% 0% Katholiken 52% 47% 1% evangelischen
Kirchgängern 45% 54% 1% katholischen
Kirchgängern 76% 22% 2%
Und das Fegefeuer gar ist eine Sache der Katholiken. Nur jeder zehnte Protestant, aber jeder zweite Katholik glaubt an die Existenz eines Ortes, in dem Verstorbene "rein werden von den vielen Mängeln und Sünden, die wir alle haben" (Alois Stiefvater in einem Handbuch "Was ist wahr?").
Auf die Frage, ob es ein Fegefeuer gibt, antworteten:
ja -- nein -- keine Angabe
Konfessionslose 0% 100% 0% Protestanten 10% 89% 1% Katholiken 47% 51% 2% evangelische
Kirchgänger 23% 75% 2% katholische
Kirchgänger 70% 28% 2%
Wie viele Gott-Gläubige das Jenseits weder fürchten noch erhoffen, so glauben auch viele an Gott, ohne an die Auferstehung Jesu so zu glauben, wie es die katholische Kirche und die evangelische "Bekenntnisbewegung" lehren und fordern.
So alt wie das Christentum ist die Überzeugung, daß christlicher Glaube mit der Gewißheit von der Auferstehung Jesu steht und fällt. Als erster hat es der Apostel Paulus formuliert: "Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich."
In den Evangelien wird berichtet, am dritten Tag sei das Grab Jesu leer vorgefunden worden. Der Auferstandene sei mit zwei Jüngern unerkannt nach Emmaus gewandert, habe mit seinen Jüngern gegessen, getrunken und gesprochen, habe den ungläubigen Thomas seine Wundmale betasten lassen und sei schließlich aufgefahren gen Himmel.
Katholische Bischöfe und "Bekenntnis"-Protestanten verteidigen die leibliche Auferstehung, aber sie haben nur eine Minderheit auf ihrer Seite:
Fast jeder vierte (24 Prozent) stimmte der Ansicht zu: "Daß Jesus von den Toten auferstanden ist. mögen früher die Leute geglaubt haben, ich kann das nicht glauben. Jesus lebt allenfalls in seinen Werken weiter, wie man das zum Beispiel auch von Goethe sagen kann." Mehr als ein Drittel (35 Prozent) entschied sich für eine Auffassung, wie sie etwa -- fernab der Öffentlichkeit -- moderne Theologen, angeführt von Bultmann, vertreten: "Was über die Auferstehung in der Bibel steht, kann man nicht wörtlich nehmen. Jesus hat nach seinem Tode nicht wieder so wie vorher gelebt, sondern wird seinen Jüngern nur als Vision erschienen sein, um ihnen zu zeigen, daß er bei Gott weiterlebt."
> Kaum mehr Deutsche (39 Prozent) glauben, was die Kirchen seit zwei Jahrtausenden lehren: "Jesus war nur drei Tage tot. Dann ist er auferstanden und hat sein Grab verlassen. Es steht ja in der Bibel, daß er nach Ostern mit seinen Jüngern gegessen, getrunken und gesprochen hat. Dann ist er zu Gott zurückgekehrt."
Nur unter den Kirchgängern gibt es noch Mehrheiten für diesen traditionellen Auferstehungsglauben: Bei den Protestanten sind es 56, bei den Katholiken 74 Prozent. Doch sogar jeder dritte evangelische und jeder fünfte katholische Kirchgänger vermag an die Auferstehung nur so zu glauben, wie Bultmann und seine Schüler es lehren.
Auch von der kirchlichen Lehre über die Gottessohnschaft Jesu ist nicht einmal mehr die Hälfte der Deutschen überzeugt. Die Antworten auf die Frage, "welche Bedeutung Jesus für Sie persönlich" habe, zeigen, daß die meisten Bundesbürger Jesus weder so verehren, wie die Kirchen es lehren, noch so mißachten, wie es Kirchengegner wünschen. Auch wer ihn nicht für den Sohn Gottes hält, ist von der Bedeutung des Menschen Jesus überzeugt.
> Drei Prozent der Deutschen sind der Ansicht, daß "Jesus nie gelebt" hat.
> 15 Prozent messen ihm keine Bedeutung mehr zu: "Jesus hat vor fast 2000 Jahren gelebt. Heute leben wir in einer ganz anderen Welt."
> Für 39 Prozent war Jesus "nur ein Mensch, aber ein großer Mensch, der die Menschen zum Guten führen wollte. Er kann mir deshalb noch heute ein Vorbild sein".
> 42 Prozent pflichteten der kirchlichen Lehre bei: "Gott hat Jesus, seinen Sohn, zu den Menschen gesandt, um sie zu erlösen. Jesus wurde von den Toten auferweckt, und ich kann zu ihm beten."
Von der kirchlichen Lehre über die Geburt Jesu haben sich die meisten abgewandt, ohne daß es dazu einer öffentlichen Meinung bedurfte.
In der katholischen Kirche ist es Dogma, daß Jesus aus der Jungfrau Maria geboren wurde. Daran zu zweifeln, hat öffentlich noch kein katholischer Theologe gewagt. Und auch in der evangelischen Kirche gab es bis vor kurzem keine Diskussion über die Jungfrauengeburt, allerdings aus einem anderen Grund: Weithin herrscht die Auffassung vor, es stehe jedem Protestanten frei, an die Jungfrauengeburt oder an eine natürliche Geburt Jesu zu glauben. Die schlichten Christen freilich erfahren davon im Religions- und Konfirmandenunterricht nichts. Die Kirche läßt sie im Kinderglauben.
Trotzdem sind nur noch 36 Prozent der Deutschen der Ansicht, daß Jesus von der Jungfrau Maria geboren wurde und Joseph nicht sein leiblicher Vater sei. 39 Prozent stimmten der Ansicht zu, die viele evangelische Theologen vertreten: Jesus sei geboren wie alle Menschen und könne trotzdem Gottes Sohn sein, "denn damit ist ja nur gesagt, daß Gott ihn geschickt hat, um uns zu erlösen". Und 23 Prozent sind der Meinung, Jesus sei "geboren wie alle Menschen, deshalb kann er nicht Gottes Sohn sein".
Protestanten denken über die Geburt Jesu anders als Katholiken.
Daß Jesus von der Jungfrau Maria geboren wurde und Joseph nicht sein leiblicher Vater ist, glauben (in Klammern der Anteil derjenigen, die an die natürliche Geburt Jesu glauben und für die er trotzdem Gottes Sohn ist) von Protestanten 20% (49%) evangelischen Kirchgängern 36% (55%) Katholiken 58% (28%) katholischen Kirchgängern 77% (19%)
Für strenggläubige Katholiken ist das Ergebnis immer noch erschütternd: Fast jeder zweite Katholik und sogar jeder vierte katholische Kirchgänger glauben nicht an das Dogma, dessen Bedeutung der Papst häufig hervorhebt.
Ein anderes Mariendogma können weitaus die meisten Katholiken weder glauben noch verneinen, weil sie es gar nicht kennen: das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis. Es wurde vor mehr als hundert Jahren, 1854, von Papst Plus IX. verkündet ("... von allen Gläubigen fest und standhaft zu glauben"), löste damals einen Proteststurm unter nichtkatholischen Christen aus und hat seither mehrere Theologen-Generationen beschäftigt.
In allen katholischen Handbüchern und Katechismen sind ihm Kapitel, im Kirchenjahr ist ihm ein Feiertag gewidmet. So einfach wie nur möglich versuchen Priester, dem Kirchenvolk das Dogma nahezubringen- beispielsweise Alois Stiefvater in seinem Handbuch "Was ist wahr?": Gemeint sei "nicht die Tatsache, daß Maria ihren Sohn vom Heiligen Geiste empfing, ohne dabei ihre Jungfräulichkeit zu verlieren ... (sondern) die Tatsache, daß Maria selbst ins Leben trat im Schoß ihrer Mutter Anna ohne Erbsünde, ohne diese "Befleckung in den Augen Gottes", ohne den Schatten der Schuld".
Doch Katholiken wie Nichtkatholiken ist dieses Dogma ein römisches Dorf geblieben. Nur sechs Prozent der Befragten wußten es annähernd richtig zu definieren. 37 Prozent wähnten, es hänge mit der Geburt Jesu zusammen ("Maria hat Jesus vom Heiligen Geist empfangen"), 53 Prozent wußten überhaupt keine Antwort. Knapp fünf Prozent hatten andere Vorstellungen. Auskünfte wie "Wenn man nicht mehr unschuldig ist, darf man nicht in Weiß heiraten" und "Die Frau soll unbefleckt vor den Altar treten", zeugen von der Ratlosigkeit der Christen beider Kirchen angesichts des ihnen unbekannten Dogmas.
Bis tief in die Kreise der Glaubenslosen hinein sind hingegen die biblischen Berichte über Jesus bekannt, und vor allem die Schilderungen von Wundern sind Thema erregter Auseinandersetzungen in der evangelischen Kirche.
Der Präses des "Reichsverbandes der Christlichen Vereine Junger Männer", Edmund Bieneck, erklärte, wenn Jesus keine Wunder vollbracht hätte, könnte er "auch nicht zu ihm beten, denn, das Gebet setzt voraus, daß er Wunder tun kann". Hingegen der Tübinger Dogmatiker Ebeling: "Wie oft kann man es hören, und wieviel häufiger wird es verschwiegen, daß man am christlichen Glauben scheitert, weil man nicht zu glauben vermag, was einem gerade in bezug auf Jesus als angeblich historische Tatsache zu glauben zugemutet wird."
Viele Neutestamentler sind davon überzeugt, daß Jesus keine Wunder vollbracht hat. Wegen der Widersprüche in der Bibel, wegen der Parallelen in den Berichten über andere Religionsstifter und wegen der späten Entstehung vieler Schilderungen erklären sie die Bibel-Berichte über Wunder Jesu für Legenden.
Das wissen die schlichten Christen nicht. Trotzdem teilt das Urteil über die Wunder die Deutschen in zwei etwa gleich große Gruppen: Die einen halten jeden Bericht für wahr, wie groß das dort geschilderte Wunder auch sein mag. Die andere Hälfte schreibt Jesus nur die Taten zu. die nicht gegen Naturgesetze verstoßen. Es glauben, daß Jesus
von Judas an seine Feinde verraten wurde: 91 Prozent,
> mit zwölf Jüngern durch Palästina zog: 90 Prozent,
> von Pilatus zum Tode verurteilt wurde: 88 Prozent,
> im Jordan getauft wurde: 88 Prozent,
> Kranke heilte: 82 Prozent,
> am Sabbat gute Werke tat und deshalb von den Pharisäern verfolgt wurde: 82 Prozent,
> den Teufel austrieb: 57 Prozent, > Wasser in Wein verwandelte: 55 Prozent,
> Tote auferweckte: 53 Prozent, > auf dem See ging: 51 Prozent,
> vor den Augen seiner Jünger in den Himmel auffuhr: 51 Prozent,
> fünftausend Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen speiste: 50 Prozent.
Auch frommen Nichtkatholiken bereitet es größere Schwierigkeit als gläubigen Katholiken, an Wunder zu glauben. Während über andere Details aus dem Leben Jesu evangelische und katholische Kirchgänger fast gleich urteilen (Beispiel: Krankenheilungen halten 93 und 94 Prozent für Tatsachen), gehen hier die Ansichten weit auseinander. Beispiel: 82 Prozent der katholischen, aber demgegenüber nur 65 Prozent der evangelischen Kirchgänger sind davon überzeugt, daß Jesus fünftausend Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen gespeist habe.
Als Widerspruch mag erscheinen, daß 51 Prozent der Deutschen den für die Gegenwart belanglosen Bericht, Jesus sei auf dem See gewandelt, für wahr halten, während an die -- für die Gegenwart der Christen wichtige -- leibliche Auferstehung Jesu nur 39 Prozent glauben. Religionspsychologen erklären solche Differenzen daraus, daß bei vielen Menschen über eine Glaubenslehre erst dann reflektiert wird, wenn sie für das eigene Leben Bedeutung gewinnen soll.
Zweifellos glauben viele fromme Deutsche an Wunder, ohne darüber nachzudenken, weil ihnen ein naiver Bibelglaube eigen ist. Sie halten ohne Prüfung für wahr, was in der Bibel steht. 24 Prozent der Deutschen stimmten der Ansicht zu: "Die Bibel ist Gottes Wort, deshalb kann darin nichts falsch sein, Gott kann sich ja nicht irren."
Mit dieser Ansicht bleibt dieses Viertel der Deutschen hinter nahezu der gesamten evangelischen Theologie und sogar hinter dem katholischen Konzil zurück. Denn in beiden Kirchen herrscht heute eine Ansicht vor, die auf diesen Kernsatz zurückgeführt werden kann: "Die Bibel ist zwar Gottes Wort, aber geschrieben wurde sie von Menschen. Gott hat diese Menschen zwar erleuchtet, aber nicht vor jedem Irrtum geschützt. Deshalb stimmt manches in der Bibel nicht." Bei der SPIEGEL-Umfrage schlossen sich 41 Prozent der Befragten dieser Ansicht an. Für weitere 34 Prozent der Deutschen hat die Bibel nichts mit Gott zu tun.
Fromme Christen können allerdings häufig den Standpunkt, die Bibel habe doch immer recht, mit der Ansicht vereinbaren, daß ihre Kirche in vielen Glaubens- und Lebensfragen unrecht hat.
Der SPIEGEL stellte einige (nicht alle) Glaubenssätze zusammen, die für Katholiken nach den Katechismen und nach Erklärungen der Päpste unverzichtbar sind, und ließ per Computer prüfen, wieviel Katholiken (Emnid-Stichwort: "Katechismus-Katholiken") von allen diesen Wahrheiten überzeugt sind. Ergebnis: Nur 9,4 Prozent der deutschen Katholiken stimmen mit ihrer Kirche in diesen wichtigen Glaubensfragen überein.
Und noch schmaler ist die Basis, auf die sich die evangelische "Bekenntnisbewegung" stützen kann. Eine ähnliche Prüfung wie bei den Katholiken ergab bei den Protestanten, daß nur 1,8 Prozent der deutschen evangelischen Christen (Emnid-Stichwort: "Bekenntnis-Protestanten") etwa das glauben, was Führer der "Bekenntnisbewegung" für das Minimum halten (siehe Kasten Seite 56).
Unabhängig von ihren Kirchen bilden sich die meisten Christen ihr Urteil, wenn es um Moral und Politik geht. Die Bischöfe der einen wie der anderen Kirche können sich selten darauf berufen, im Namen der Christen zu sprechen und zu handeln.
Die staatliche Ehescheidung zu erschweren, ist das erklärte Ziel zahlreicher Kirchenführer und Theologen. Mitunter sind evangelische Fachleute sogar mit größerem Eifer darum bemüht als Katholiken. Als das Eherecht 1961 vom Bundestag verschärft wurde, bekannte der Münsteraner Weihbischof Tenhumberg, der heute Bonn-Beauftragter der katholischen Kirche ist: "Das ist uns als Geschenk der Protestanten in den Schoß gefallen."
Die Mehrheit der Christen denkt über die Ehescheidung anders als diese Hirten: 84 Prozent der evangelischen und 66 Prozent der katholischen Christen sind der Ansicht, Ehen sollten geschieden werden können. Und auch unter den evangelischen Kirchgängern ist noch die Mehrheit (73 Prozent), unter den katholischen die Hälfte (49 Prozent) dieser liberalen Meinung.
Die Deutschen urteilen in Moral-Fragen um so strenger, je enger sie ihren Kirchen verbunden sind. Die Frage, ob "die heutige Jugend in sexuellen Dingen zu schrankenlos lebt", wurde von
bejaht verneint
allen Befragten 46% 53% Konfessionslosen 42% 56% Protestanten 45% 54% Katholiken 48% 51% evangel. Kirchgängern 57% 42% kath. Kirchgängern 57% 41%
Länger schon und lebhafter wird in den Kirchen die Frage diskutiert, ob es notwendig ist, "daß eine Frau unberührt in die Ehe geht oder nicht". Die meisten katholischen und evangelischen Geistlichen und Jugendberater, die sich dazu äußern, plädieren für Keuschheit wie der evangelische Ratgeber Jochen Fischer ("Wer schnell küßt, küßt oft") in einem Taschenbuch: "Es sollte sich ein Mädchen nicht auf den Kompromiß einlassen, sich sexuell hinzugeben, ohne dafür die nach wie vor einzig gültige Gegengabe, nämlich Treue, Verantwortung, Beständigkeit, d. h. eben die Ehe, zu fordern."
Sie predigen gegen die Volksmeinung: Mit eindeutiger Mehrheit (70 Prozent) wird die Frage verneint. Frauen denken hier nicht anders als Männer (je 70 Prozent: "nicht notwendig"). Und je gebildeter die Deutschen sind, um so zahlreicher sind die Liberalen unter ihnen. Nur bei den kirchentreuen Christen schmilzt die Mehrheit auf kaum mehr als die Hälfte zusammen.
Daß "eine Frau unberührt in die Ehe geht", halten von
für notwendig -- nicht notwendig -- keine Angabe
allen Befragten 28% 70% 2% Protestanten 25% 73% 2% Katholiken 34% 64% 2% evangelischen
Kirchgängern 42% 56% 2% katholischen
Kirchgängern 49% 48% 3%
Eindeutig wird die Euthanasie -- die Tötung unheilbar Kranker -- von beiden Kirchen abgelehnt. Doch auf die Frage, ob ein Arzt einen unheilbar Kranken auf dessen Bitte hin "von seinem Leiden erlösen" dürfe, antworteten 53 Prozent mit Ja. Männer (54 Prozent: ja) und Frauen (52 Prozent: ja) denken fast gleich. Und auch unter den kirchentreuen Christen sind die Meinungen geteilt, wenn auch das Töten auf Verlangen häufiger abgelehnt wird:
Arzt sollte es tun -- sollte es nicht tun
evangelische Kirchgänger 41% 51% katholische Kirchgänger 29% 69%
Und auch eine Schwangerschaftsunterbrechung nach einer Vergewaltigung -- die sogenannte ethische Indikation -- wird zwar von allen katholischen und nahezu allen evangelischen Theologen abgelehnt, von weitaus der Mehrheit der Deutschen aber gutgeheißen. Vier von fünf Deutschen bejahten die entsprechende Frage, und auch unter den Kirchentreuen haben sich Mehrheiten gegen die Kirchen-Meinung gebildet:
Eine Schwangerschaftsunterbrechung nach einer Vergewaltigung wird von
abgelehnt -- bejaht -- keine Angabe
Befragten insges. 18% 80% 2% Männern 17% 81% 2% Frauen 20% 79% 1% evangelischen
Kirchgängern 19% 79% 2% katholischen
Kirchgängern 38% 60% 2%
In ihrem Urteil über die Anti-Baby-Pille und über das innerkatholische Problem, ob Priestern die Ehe erlaubt werden soll, sind Protestanten frei. Katholischen Ehepaaren aber ist bislang die (von Papst Pius XII. verbotene) Pille noch nicht kirchenoffiziell erlaubt worden, und daß es beim Zölibat der Priester bleiben soll, hat Papst Paul VI. in diesem Jahre in einer Enzyklika bekräftigt. Doch in beiden Fragen haben sich unter den Katholiken Mehrheiten gegen die kirchliche Lehre gebildet (siehe Kasten Seite 49).
Nicht nur im Intim-Bereich gibt es Probleme, die das Kirchenvolk längst gelöst hat und bei denen die Hirten hinter ihren Herden herziehen. Eindeutiges Beispiel im bundesdeutschen öffentlichen Leben sind die Konfessionsschulen, die auch die meisten Katholiken für antiquiert halten. Und sogar die meisten kirchentreuen Katholiken geben den Schulkrieg verloren, obwohl etliche Bischöfe noch immer Rückzugsgefechte liefern.
92 Prozent der deutschen Protestanten und 75 Prozent der deutschen Katholiken sind für die Gemeinschaftsschule. Von den evangelischen Kirchgängern ist nur noch jeder zehnte, von den katholischen Kirchgängern nur noch jeder dritte für die Konfessionsschule.
Der jahrzehntelange Kampf um die Konfessionsschule und die konfessionelle Trennung bis in die Klassen hinein hat der Schule nicht genützt, der Kirche nur geschadet. Denn die SPIEGEL-Umfrage beweist: Je stärker die Kirche politisch hervortritt, um so mehr verliert sie Anhang im Volk.
Die Meinung über die katholische Kirche, die sich auf dem politischen Sektor oft hervortat, ist weithin negativ, während die evangelische Kirche für die meisten Deutschen eine große Unbekannte ist, an der sie weder Anstoß noch Anteil nehmen können.
Auf die Frage, welche Institutionen in der Bundesrepublik zuviel Einfluß haben, zählt fast jeder dritte die katholische Kirche dazu, aber nur jeder achte die evangelische.
Als nach prominenten Protestanten gefragt wurde, wußte fast die Hälfte keinen Namen zu nennen, und mitgezählt wurden überdies noch die Katholiken Heinrich Lübke, Kurt Georg Kiesinger und Carlo Schmid. Aber auf die Frage nach prominenten Katholiken blieb nur jeder dritte einen Namen schuldig. Einziger Irrläufer in der Spitzengruppe zwischen Pater Leppich und Kardinal Bea war Ex-Kanzler Ludwig Erhard.
Und als ermittelt wurde, in welchem Maße negative Ansichten über die Kirchen von den Befragten geteilt werden, wurden diese Urteile entweder auf beide Kirchen oder nur auf die katholische Kirche bezogen.
Es sind weder die Kirchensteuer noch die Glaubenskrise, die Distanz zwischen Kirche und Christen schaffen. Mißbilligt wird häufiger die Rolle. die die Kirchen in der Vergangenheit und in der Gegenwart außerhalb ihrer Portale gespielt haben:
70 Prozent der Befragten stimmten der Ansicht zu: "Die Kirchen haben Kriege nicht verhindert und statt dessen Waffen gesegnet." > 65 Prozent sind der Meinung: "Die Kirchen mischen sich zuviel in Politik ein."
Wie sich die Deutschen die ideale Kirche vorstellen, bellten die Antworten auf die Frage auf, um welche Gebiete die Kirchen sich "vor allem kümmern" sollten: Es wurden genannt von Seelsorge und Gottesdienst 82% Arme und Alte 80% Taufen, Hochzeiten 17% Krankenhäuser 66% Beratung von Jugendlichen 53% Lebenshilfe 51%
Und daß sich die Kirchen möglichst auf den Dienst am Frommen und am Nächsten beschränken sollten, wurde deutlich, als gefragt wurde, um welche Gebiete sich die Kirchen nicht kümmern sollten: Es wurden genannt von
Politik 85% Gesetzgebung 64% Film und Fernsehen 52%
Wie zwischen katholischer und evangelischer Kirche machen viele Deutsche auch zwischen katholischen und evangelischen Christen einen Unterschied. Aus einer Liste mit Eigenschaften wurden für Katholiken am häufigsten negative, für Protestanten positive ausgewählt (siehe Graphik Seite 51).
Doch Katholiken sind besser als ihr Ruf. Sie denken positiver über Protestanten als umgekehrt evangelische Christen über ihre andersgläubigen Mitbrüder. Protestanten neigen zum negativen Urteil über Katholiken, unabhängig davon, wie gebildet, wie fromm oder wie sehr an Umgang mit Katholiken sie gewöhnt sind.
Über den Ideal-Christen hat sich unter den Deutschen eine Vorstellung entwickelt, die von den Kirchen weder gepredigt noch gebilligt wurde: Für viele Deutsche ist das Wort Christ zu einem Synonym für "guter Mensch" geworden.
Auf die Frage, was "einen gläubigen Christen" kennzeichnen solle, wurden weitaus am häufigsten das positive Verhalten gegenüber den Mitmenschen, Eigenschaften wie "offen, ehrlich, edel, hilfsbereit", Nächstenliebe und Barmherzigkeit genannt, seltener der Glaube und der Kirchgang.
Doch wenn jeder gute Mensch sich Christ nennen darf, dann braucht er die Kirche nicht mehr. Folgerichtig sind denn auch 69 Prozent der Deutschen der Meinung, daß man "Christ auch ohne Kirche" sein könne.
Das ist für etwa die Hälfte der Deutschen schon heute Wirklichkeit. Beide Kirchen neigen dazu, sich mit der anderen, vermeintlich besseren (weil frömmeren) Hälfte der Deutschen zufriedenzugeben. Doch die Bestände schwinden. Die Kirche, die aus der Welt flieht, sich der Vernunft verschließt und ihren Glauben trotzig in Formeln erstarren läßt, droht zur Sekte zu werden -- wieviel Taufen, Trauungen und kirchliche Beerdigungen es auch geben mag. Denn unabhängig von religiösen Riten wächst die Zahl der Christen ohne Kirche.
Sie sind nicht gegen, aber auch nicht für die Kirche. Sie wollen sie nicht abschaffen, aber halten sie für überflüssig. Nur zu Familienfesten soll sie noch dabeisein -- wie eine gute, alte Tante.
Sie sind nicht gegen, aber auch nicht für Gott. Sie kommen ohne ihn aus, er ist für sie gestorben. Manche haben es kaum gemerkt, jedenfalls trauern sie ihm nicht nach.
Sie sind nicht gegen, aber auch nicht für den Christen-Glauben. Sie glauben, was und wie es ihnen gefällt. Was die anderen glauben, ist ihnen so gleichgültig, daß sie es nicht einmal mehr wissen wollen.
Im Niemandsland zwischen Glauben und Unglauben ist diese Hälfte der Deutschen seßhaft geworden. Es gibt keine Kirchengegner, die sie schrecken und in die Kirche zurücktreiben könnten. Aber es gelingt auch den Kirchenführern nicht, sie heimzuholen in die gelichteten Herden des Glaubens.

DER SPIEGEL 52/1967
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