24.02.1965

„DER NS-STAAT TRÄGT ETWAS VOM GOTTESSTAAT IN SICH“

Der CV (Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen) bekennt sich zur nationalsozialistischen Revolution als dem großen geistigen Umbruch unserer Zeit. Der CV will und muß Träger und Künder der Idee des Dritten Reiches sein ... und deswegen wird der CV im Geiste des Nationalsozialismus geleitet werden ... Nur der nationalsozialistische Staat, der machtvoll aus der Revolution herauswächst, kann uns die Wiederverchristlichung unserer Kultur bringen ... Es lebe der CV! Es lebe das Großdeutsche Reich! Heil unserem Führer Adolf Hitler!
Aufruf des CV-Vorsitzenden Edmund Forschbach im Juli 1933.
Da in weiten Volkskreisen noch immer die Ansicht verbreitet ist, daß unser Herr Reichskanzler Adolf Hitler der Katholischen Kirche als Katholik feindlich gegenübersteht, möchte ich als ehemaliger Kaplan von Pasewalk, wo ich gleichzeitig Garnisons- und Lazarettseelsorger war, und zwar in der Zeit von August 1918 bis August 1920, die Erklärung abgeben, daß der damalige Gefreite, Herr Adolf Hitler, andächtig dem katholischen Gottesdienste beigewohnt hat und ich ihn aus dieser Zeit als gläubigen Katholiken kenne.
Erklärung des Kuratus Kascha in "Bayerischer Kurier", 12. Juli 1933.
Es ist ein großes Verdienst der Reichsregierung und besonders des Herrn Reichskanzlers, daß dem würdelosen Treiben der Gottlosen energisch Halt geboten, daß der geistigen Entartung der Völker, dem Bolschewismus ein Ende bereitet wurde. Niemand von uns darf je die Regierung in diesem schweren Kampfe im Stich lassen. Wir sind genau davon unterrichtet, daß die Regierung Wert darauf legt, daß die Katholiken den Kampf in Verbindung mit der Regierung weiterführen wie bisher.
Bischof Bornewasser von Trier In Bonn vor Studenten Im Juli 1933.
Indem die Kirche den neuen Staat anerkennt und durch einen feierlichen Vertrag sich mit ihm verbunden hat zum gemeinsamen Wirken im Volke der Deutschen, hat sie auch uns als Jugend der Kirche verpflichtet für den neuen Staat. Und nicht nur in dem Sinn, daß wir als Katholiken selbstverständlich um des Gewissens willen dem Staate geben, was des Staates ist, seine rechtmäßige Obrigkeit anerkennen, seine Autorität und seine Gesetze achten und befolgen; sondern in dem weiteren Sinne, daß wir den deutschen Staat nationalsozialistischer Prägung, seine Idee, seine Führung, seine Formen anerkennen und ihm uns mit ganzer Bereitschaft und ganzer Treue zur Verfügung stellen.
Das muß uns klar sein: Kein Staat verwirklicht in sich das Ideal des Gottesstaates, wie auch kein Mensch das Ideal des Gotteskindes ganz in sich verwirklicht. Dies Ideal war nicht der deutsche Staat der Vorkriegszeit, erst recht nicht der der Nachkriegszeit; das ist nicht der faschistische Staat Italiens, und das ist auch nicht der nationalsozialistische Staat des heutigen Deutschlands. Aber das kann und muß gesagt werden: Der neue deutsche Staat trägt etwas von der Idee des Gottesstaates in sich, in der Anerkennung des Christentums als Fundament des Staates.
Aufruf des katholischen Jungmännerverbandes im September 1933

DER SPIEGEL 9/1965
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