17.06.1964

MEHR ALS HUNDERT ABGEORDNETE

MEHR ALS HUNDERT ABGEORDNETE des Deutschen Bundestages wechselten in den vier Legislaturperioden seit 1949 ihre Partei- oder Fraktionszugehörigkeit.
Am stärksten war die Fluktuation in der ersten Wahlperiode (1949 bis 1953), als neben CDU/ CSU, SPD und FDP noch eine größere Zahl kleinerer Parteien im Parlament vertreten war. Mandatsträger der Bayernpartei (BP) und des Zentrums (Z) schlossen sich zu einer Fraktionsgemeinschaft, der Föderalistischen Union (FU), zusammen; Abgeordnete der Rechtsgruppen - der Wirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung (WAV), der Nationalen Rechten (DRP, NDP) und der DP (zusammen mit ihrer bayrischen Dependance, der DPB) - suchten durch mehrmaligen Standortwechsel einen Platz in dem noch nicht gefestigtigten Parteigefüge des Nachkriegsparlamentarismus.
1953 zogen aufgrund der verschärften 5-Prozent-Klausel nur noch sechs Parteien in den 2. Deutschen Bundestag (1953 bis 1957) ein, in dem die mit den Christdemokraten koalierenden Fraktionen einem von Konrad Adenauer kräftig geförderten Auflösungsprozeß unterlagen. Acht Abgeordnete des GB/BHE wanderten direkt zur CDU/CSU ab. Der koalitionstreue Ministerflügel um Blücher und Preusker spaltete sich 1956 von der FDP ab und gründete die Freie Volks-Partei (FVP), die dann kurzfristig in der DP aufging, ehe sie im 3. Deutschen Bundestag (1957 bis 1961) mit dem Gros der DP den endgültigen Übertritt zur CDU vollzog.
Neben diesen taktisch-opportunistischen Partei- und Fraktionswechslern nimmt sich die Zahl der Überläufer aus politischer Überzeugung bescheiden aus: So Peter Nellen, der sich 1960 entschloß, die Regierungspartei zu verlassen, um in der sozialdemokratischen Opposition eine politische Heimat zu suchen, und Wolfgang Stammberger, der vor vierzehn Tagen von der FDP zur SPD überwechselte.
Partei- und Fraktionswechsel im 1. Bundestag (1949 bis 1953):,
ZUR CDU/CSU: Anton Donhauser (BP), Dr. Conrad Fink (BP, FU), Elimar Freiherr von Fürstenberg (BP), Dr. Heinrich Glosmeyer (Z), Wilhelm Rahn (BP, WAV), Konrad Wittmann (WAV, DP/DPB),
ZUR FDP: Dr. Hans Friedrich (FDP, BHE/DG), Johannes Hagge (CDU/ CSU), Dr. Herwart Miessner (DRP)
ZUR FU: Anton Freiherr von Aretin (BP), Dr. Helmut Bertram (Z), Dr. Anton Besold (BP), Dr. Hugo Decker (BP), Gregor Determann (Z), Josef Eichner (BP), Johannes Hoffmann (Z), Roman Lampl (BP), Georg Mayerhofer (BP), Dr. Franz Xaver Meitinger (BP), Eugen Fürst zu Oettingen -Wallerstein (BP), Otto Pannenbecker (Z), Sepp Parzinger (BP), Dr. Bernhard Reismann (Z), Gerhard Ribbeheger (Z), Ludwig Volkholz (BP), Johann Wartner (BP), Alex Willenberg (Z)
ZUR WAV: Günter Goetzendorff (WAV, DRP), Wolfgang Hedler (DP), Erich Langer (FDP), Alfred Loritz (WAV, fraktionslos), Otto Reindl (WAV, DP/ DPB)
ZUR DPB: Hans Löfflad (WAV), Wilhelm Paschek (WAV, DRP, WAV), Johann Schuster (WAV), Dr. Walter Zawadil (FDP)
ZUM BHE/DG: Stephan Weickert (WAV)
FRAKTIONSLOS WURDEN: Thea Arnold (Z, FU), Wilhelm Bahlburg (FDP, DP), Anna Maria Bieganowski (fraktionslos, DP/DPB), Hans Bodensteiner (CDU/CSU), Hermann Clausen (fraktionslos, FU), Dr. Fritz Doris (Nationale Rechte, SRP, WAV), Dr. Hermann Etzel (BP, FU), Richard Freudenberg (FDP), Hans-Gerd Fröhlich (WAV, BHE/DG), Hermann Aumer (BP), Heinz Frommhold (DP/DPB), Dr. Heinrich Leuchtgens (DRP, DP), Dr. Franz Ott (WAV, BHE/DG, DP/DPB), Dr. Franz Richter alias Fritz Rössler (DRP, WAV), Wilhelm Schmidt (WAV, DP/DPB), Hans Tichi (WAV, BHE/DG), Josef Wallner (WAV, DP/DPB), Helene Wessel (Z, FU)
Wechsel im 2. Bundestag (1953 bis 1957):
ZUR CDU/CSU: Reinhold Bender (GB/ BHE), Dr. Walter Eckhardt (GB/BHE), Eva Gräfin Finckenstein (GB/BHE), Horst Hassler (GB/BHE), Martin Heix (Z), Waldemar Kraft (GB/BHE), Rudolf Meyer-Ronnenberg (GB/BHE), Dr. Theodor Oberländer (GB/BHE), Josef Rösing (fraktionslos), Adolf Franz Samwer (GB/BHE), Dr. Hans Wehlhausen (FDP, DA, FVP)
ZUR FDP: Dr. Fritz Czermak (GB/BHE)
ZUR FVP: Dr. Hermann Berg (FDP, DA), Dr. Martin Blank (FDP, DA), Franz Blücher (FDP, DA), August-Martin Euler (FDP, DA), Dr. Benno Graf (CDU/CSU), Otto Gumrum (CDU/CSU), Dr. Hans Henn (FDP, DA), Karl Hepp (FDP/DA), Karl Hübner (FDP, DA), Georg Korner (GB/BHE, FDP, DA), Karl Lahr (FDP, DA), Hasso von Manteuffel (FDP, DA), Fritz Neumayer (FDP, DA), Karl Hübner (FDP, DA), Dr. Victor-Emanuel Preusker (FDP, DA), Dr. Hermann Schäfer (FDP, DA), Dr. Ludwig Schneider (FDP, DA)
ZUR DP: Heinrich Fassbender (FDP), Eduard Platner (CDU/CSU)
ZUM GB/BHE: Dr. Linus Kather (CDU/ CSU), Artur Stegner (FDP, fraktionslos)
FRAKTIONSLOS WURDE: Dr. Hubertus Prinz zu Löwenstein (FDP)
Wechsel im 3. Bundestag (1957 bis 1961):
ZUR CDU/CSU: Dr. Alexander Elbrächter (DP), Karl Hübner (FDV), Dr. Hans-Joachim von Merkatz (DP), Dr. Ludwig Preiß (DP), Dr. Victor-Emanuel Preusker (DP), Wilhelm Probst (DP), Dr. Georg Ripken (DP), Dr. Heinrich Schild (DP), Dr. Ludwig Schneider (DP), Dr. Hans-Christoph Seebohm (DP), Dr. Willy Steinmetz (DP), Peter Tobaben (DP)
ZUR SPD: Peter Nellen (CDU/CSU)
ZUR FDP: Otto Eisenmann (DP), Fritz Logemann (DP)
FRAKTIONSLOS WURDEN: Arno Behrisch (SPD), Georg Richard Kinat (SPD), Heinz Matthes (DP), Herbert Schneider (DP), Dr. Helmut Schranz (DP)
Wechsel im 4. Bundestag (seit 1961):
ZUR SPD: Wolfgang Stammberger (FDP)
FRAKTIONSLOS WURDE: Wilhelm Gontrum (CDU)

DER SPIEGEL 25/1964
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