16.10.1967

SINNESWANDEL.

Die Bundesregierung will die Freilassung der in Deutschland gekidnappten Koreaner nicht mehr erzwingen, sondern erbitten. Entgegen ihrer ursprünglichen Absicht, den Nachfolger des heimgekehrten Seouler Botschafters in Bonn, Duk Shin Choi, so lange nicht zu akkreditieren, bis seine Regierung alle im Juni entführten Koreaner aus der Haft entläßt, hat die Bundesregierung jetzt dem Bundespräsidenten empfohlen, dem neuen südkoreanischen Botschafter Kirn das Agrément zu erteilen. Noch im September wollte AA-Staatssekretär Schütz im Auftrag von Bundespräsident Lübke nach Seoul reisen und dort erklären, daß Bonn die Aufrechterhaltung diplomatischer Beziehungen und jede weitere Finanzhilfe an Südkorea von der Freilassung der zehn noch Inhaftierten abhängig machen werde. Bonner Begründung für den jetzigen Sinneswandel: Man könne den noch Einsitzenden am besten helfen, wenn man über den neuen Botschafter auf baldige Gerichtsverhandlungen und anschließende Begnadigung dränge.

DER SPIEGEL 43/1967
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