21.08.1967

Doch die Mörder leben

2. Fortsetzung und Schluß
Der Fall Eichmann
Die Suche nach Adolf Eichmann war keine "Jagd", wie man später behauptet hat -- sie war ein langes, ermüdendes Geduldsspiel wie ein riesiges Mosaik. Eichmanns Gefangennahme wurde durch die Zusammenarbeit vieler Menschen ermöglicht. Die meisten von ihnen kannten einander gar nicht. Jeder fügte ein paar Stücke zu dem Mosaik hinzu; einige wichtige konnte ich selbst beisteuern.
Ungefähr vier Wochen nach meiner Befreiung traf ich in Linz den Hauptmann Choter-Ischai von der Jüdischen Brigade, der gekommen war, um frühere Insassen von Konzentrationslagern illegal nach Palästina zu schaffen.
Er fragte, ob ich von Adolf Eichmann gehört hätte. Ich antwortete, ungarische Juden im KZ Mauthausen hätten von ihm gesprochen. Mir sagte der Name gar nichts. Ich war mehr an solchen Leuten interessiert, deren Verbrechen ich selbst gesehen hatte.
"Kümmern Sie sich mal um den Mann!" sagte der Hauptmann. "Leider kommt er aus unserem Land. Er ist in Palästina geboren."
In der Ermittlungsstelle für Kriegsverbrechen sah ich die Listen durch und fand den Namen "Eichmann". Es hieß von ihm, er sei in Österreich, der Tschechoslowakei, Frankreich, Griechenland und Ungarn tätig gewesen. Es war kein Vorname angegeben, nur sein Rang: SS-Obersturmbannführer.
Am 20. Juli 1945 traf ich in Wien einen großen, netten Mann namens Arthur Pier. Er trug eine Phantasie-Uniform, die so aussah (und so aussehen sollte) wie eine verrückte Mischung aus amerikanischen, britischen und französischen Bekleidungsstücken. Arthur -- heute heißt er Asher Ben Natan -- ist Israels erster Botschafter in der Bundesrepublik. Damals hatte er eine Funktion bei der (zionistischen Fluchthilfe-Organisation) "Bricha".
Er gab mir die Kopie einer Liste von Kriegsverbrechern, die von der Politischen Abteilung der Jewish Agency stammte. Unter dem Datum vom 8. Juni 1945 war unter Eichmann (ohne Vornamen) eingetragen: "verheiratet, ein Kind, Spitzname: Eichi ..., hoher Beamter der Gestapo-Zentrale, Amt für Jüdische Angelegenheiten, Mitglied der NSDAP".
Unter der Rubrik "Geburtsort" stand: "angeblich Sarona, deutsche Ko-
© 1967 Opera Mundi, Paris; Abdruck, auch auszugsweise, verboten. Der ungekürzte Text erscheint ha Herbst bei Droemer/ Knaur, München.
lonie der Templer in Palästina", unter "Sprachen" war angegeben: "deutsch, hebräisch und jiddisch". Bestätigt wurde mir dies von mehreren ehemaligen Mauthausenern: Sie hätten Eichmann "fließend" hebräisch und jiddisch sprechen hören.
Das nächste Teilchen an Information kam von Hauptmann O'Meara, damals mein Chef im amerikanischen Geheimdienst OSS, für den ich arbeitete, nachdem die Ermittlungsstelle für Kriegsverbrechen nicht mehr in Mauthausen war.
Der Hauptmann war sehr an Eichmann interessiert. Er nannte Ihn "das Haupt der für die Juden zuständigen Abteilung der Gestapo" und forderte mich auf, den Fall zu bearbeiten. Ich schrieb mir den Namen "Eichmann" in ein kleines schwarzes Büchlein, in dem ich eine Liste von "Gesuchten" führte.
Das Büro des OSS in Linz lag in der Landstraße 36. Ich selbst wohnte in Untermiete nur zwei Häuser weiter, Landstraße 40. Eines Abends im Juli, als ich über meinen Listen saß, kam die Wohnungsinhaberin herein.
Frau Sturm interessierte sich immer für die Namen auf den Listen. Vielleicht aus reiner Neugier -- vielleicht auch um herauszubringen, wen sie zu warnen hatte. Während sie vorgab, mein Bett zu machen, schaute sie mir über die Schulter.
"Eichmann!", sagte sie, "das muß der SS-General Eichmann sein, der die Juden kommandierte. Wußten Sie, daß seine Eltern hier in dieser Straße wohnen, nur zwei Häuser weiter auf Nummer 32?"
Ich dachte mir, es sei ja geradezu lächerlich, daß Frau Sturm mehr weiß als die Fahndungsbeauftragten der Politischen Abteilung der Jewish Agency. Aber Frau Sturm hatte recht.
Am nächsten Morgen sprach ich mit einem meiner freiwilligen Helfer, einem Mann aus Linz, den ich hier "Max" nenne. Max meinte, Eichmann müsse einer von den Eichmanns hier aus der Gegend sein, bekannt unter dem Namen "Elektro-Eichmann", weil der Vater Direktor der Straßenbahn-Gesellschaft gewesen sei und jetzt einen Laden mit elektrischen Gebrauchsartikeln hätte.
Max wußte, daß einer der Eichmann-Söhne bei der SS gewesen war. Ich sagte darauf: "Auf Grund meiner Informationen ist Eichmann ein Deutscher aus Palästina, ein Mitglied der Templer."
"Schmarrn", sagte Max, "ich erinnere mich an den Spitzbuben noch recht gut. Ich werde bei der Polizei mal nach ihm fragen."
Bei der Linzer Polizei gab es keine Unterlagen über Adolf Eichmann. Am nächsten Tag -- ich glaube, es war der 24. Juli -- durchsuchten zwei Mitglieder des OSS das Haus Nummer 32, das der Familie Eichmann gehörte. Ich ging nicht mit. Die Suche ergab keine Anhaltspunkte.
Eichmanns Vater gab zu, sein Sohn sei bei der SS gewesen, aber sonst wisse er nichts. Adolf sei wenig auf Urlaub gewesen, habe auch mit seinen Angehörigen nicht über seine Tätigkeit gesprochen. Nach dem Krieg sei er nicht zurückgekehrt,
Die letzte Nachricht war aus Prag gekommen, "schon vor ein paar Monaten". Adolf, so berichtete sein Vater, war in Solingen geboren, also in Deutschland, und schon als kleiner Junge nach Linz übergesiedelt.
Gab es irgendein Bild von ihm? Herr Eichmann schüttelte den Kopf. Er sagte den Männern vom OSS, daß sein Sohn sich nicht gern hätte photographieren lassen. Man wollte ihm das nicht glauben, aber schließlich stellte es sich doch als die Wahrheit heraus.
Am 1. August kam Max zu mir. Er war ganz aufgeregt. Ihm waren Gerüchte zu Ohren gekommen, daß Eichmann sich in Fischerndorf, einem Teil des hübschen Ortes Altaussee, versteckt halte. Die Adresse lautete: Fischerndorf Nr. 8.
Wir telephonierten mit der US-Abwehr CIC in Bad Aussee und baten um Haussuchung. Das CIC forderte die österreichische Polizei dazu auf. Irgend jemand machte einen Fehler -- war es Zufall? War es Absicht? Es wird wohl nie herauskommen -- jedenfalls gingen die Gendarmen zum Haus Nr. 38 anstatt zu Nr. 8.
Eichmann fanden sie in Fischerndorf Nr. 38 nicht, dafür allerdings den SS-Hauptsturmführer Anton Burger, der sich dort mit einer hübschen Sammlung von Waffen und Munition versteckt hatte. Die Österreicher sperrten ihn ein.
Wir riefen nochmals beim CIC an. Diesmal ging ein Amerikaner nach Fischerndorf Nr. 8. Dort traf er eine Frau Veronika Liebl an, die aussagte, sie sei die "frühere" Frau Adolf Eichmanns. Im März 1945 sei sie in Prag von ihm geschieden worden, weshalb sie wieder ihren Mädchennamen angenommen habe. Seit der Scheidung habe sie ihn nicht gesehen. Ein Bild von ihm besitze sie nicht.
Am 25. April war sie nach Altaussee gekommen; dort hatte sie zuerst im Seehotel gewohnt, später im Parkhotel und dann die jetzige Wohnung im Haus Nr. 8 gemietet, das einem Herrn Wimmer gehörte. Ihre drei Söhne -- Klaus, Dieter und Horst -- waren bei ihr.
In Linz entdeckten wir dann, daß Eichmann im September 1944 dort gewesen war. Er hatte den Chef des Reichssicherheitshauptamtes, Ernst Kaltenbrunner, besucht, der in Linz wohnte und mit der Familie Eichmann sehr befreundet war.
Ich begab mich nach Altaussee und sprach dort mit Frau Maria Pucher, der Besitzerin des Parkhotels. Sie sagte aus, daß Adolf Eichmann "um den 1. Mai herum" dort gewohnt habe. Eines Nachts habe er den verschlossenen Schrank aufgebrochen, in dem die Kleidungsstücke ihres verstorbenen Mannes hingen, und sich einen Zivilanzug genommen.
Ein anderer Einwohner von Altaussee (dessen Namen ich nicht nennen kann) bekräftigte mir gegenüber, daß er Eichmann am 2. oder 3. Mai gesehen habe; Kaltenbrunner sei "sehr ärgerlich" gewesen, als er von Eichmanns Anwesenheit in Altaussee hörte, und habe ihm empfohlen, sich "zum Teufel zu scheren".
Auch zwei oder drei weitere Personen gaben an, Eichmann in den ersten Maitagen gesehen zu haben. Das CIC wandte sich nochmals an Frau Eichmann-Liebl, um sie diesen Aussagen zu konfrontieren. Sie blieb bei ihrer Aussage. Seit ihrer Scheidung in Prag habe sie Eichmann nicht mehr gesehen. Sie weigerte sich auch, dem CIC zu sagen, warum sie geschieden worden war. Ganz offensichtlich log da irgend jemand.
Ich hatte das Gefühl, daß der Schlüssel zu dem Rätsel um Eichmann in der Gegend von Altaussee zu finden sei. Verschiedentlich fuhr ich hin und sprach mit allerlei Leuten. Dabei kam heraus, daß Eichmann Anfang Mai 1945 mit einigen SS-Männern und einer ganzen Kolonne von Lastwagen mit Anhängern in die Gegend gekommen war. Die Kolonne war durch Altaussee gefahren und weiter zur Blaa-Alm, nur wenige Kilometer entfernt in den Bergen.
Der Gastwirt dort konnte sich an Einzelheiten nicht mehr erinnern und weigerte sich daher, seine Aussage zu unterschreiben. Genau wie die anderen, mit denen wir gesprochen hatten, schien er bei dem Verhör Angst zu haben.
Anfang 1946 erschien der Name Adolf Eichmanns in der österreichischen Fahndungsliste Nr. 1654/46. Die gleiche Liste enthielt die Namen von Mitgliedern seines Stabes: Guenther, Krumey, Abromeit, Burger, Novak und andere.
Einer aus dem früheren Stab Eichmann, ein gewisser Josef Weisel, sagte aus, er habe Eichmann zum letztenmal "vermutlich im Februar 1945" in Prag gesehen, als Weisel falsche Papiere bekam. Alle Mitglieder von Eichmanns Stab hatten Befehl, sich "bei Kriegsende" in der Gegend von Ebensee zu treffen.
Allmählich konnten wir die genaue Marschroute der Kolonne Elchmanns rekonstruieren, von Prag nach Budweis und von dort nach Österreich, wo sie gegen Ende April ankam. In Wien hieß es gerüchtweise, daß Eichmann versucht habe, als Jude durchzukommen und in einem der Lager für Verschleppte unterzutauchen.
Diese Gerüchte waren auf gekommen, nachdem man in einem Lager für jüdische Verschleppte in der Nähe von Bremen ein Mitglied der Gestapo festgenommen hatte. Mehrere ehemalige Häftlinge aus Theresienstadt berichteten, daß Eichmann bei einem Rabbiner Hebräisch gelernt habe; sie waren überzeugt, daß er schon damals seine Flucht vorbereitet hatte.
Über hunderttausend Menschen lebten in zweihundert Verschlepptenlagern in Österreich und Deutschland; es war bestimmt keine Kleinigkeit, unter ihnen diesen einen Eichmann zu finden. Wir hatten kein Photo von ihm, und sicher hatte er auch seinen Namen geändert.
Sämtliche Lager wurden durchsucht. Eichmann fand man nicht.
Im Dezember 1946 traf ich Dr. Rezszö Kastner, ein ehemaliges Mitglied des Jüdischen Komitees in Budapest, der 1944 mit der SS verhandelt hatte mit dem Ziel, ungarische Juden vor der Verschleppung zu retten. Dr. Kastner beschrieb mir Eichmann.
In Budapest hatte Eichmann strikten Befehl erteilt, daß niemand ein Photo von ihm machen dürfe. Als er einmal hörte, daß ein SS-Mann vor lauter Bewunderung für Eichmann ihn photographiert hatte, bestrafte Eichmann den Mann und ließ das Negativ und alle Abzüge vernichten.
Kastner sagte, es sei nicht wahr, daß Eichmann hebräisch und jiddisch spreche: "Er konnte nur einige wenige Worte Jiddisch und gebrauchte sie in der Art wie ein Nichtjude, der einen jüdischen Witz erzählen will. Die Legende von seiner Herkunft aus Palästina hat Eichmann selbst erfunden, um den Juden zu beweisen, wie gut er sie kenne und daß er viel zu schlau für sie sei."
Bis zum Februar 1947 besaß ich die beinahe vollständige Liste der Angehörigen von Eichmanns Dienststelle. Während der Verhandlungen in Nürnberg las ich Tausende der dort zusammengetragenen Dokumente.
Einer der in Nürnberg tätigen US-Beamten, Mr. Ponger, zeigte mir die Niederschrift über das Verhör von Rudolf Scheide, einem Deutschen, der in verschiedenen amerikanischen Internierungslagern beschäftigt gewesen war.
Scheide sagte am 6. November 1947 aus, Eichmann sei "zwischen 20. und 30. Mai" im Lager Berndorf (bei Rosenheim in Oberbayern) gewesen, von wo aus später alle SS-Männer in ein besonderes SS-Lager in Kemnaten verlegt wurden. Danach, ab 15. Juni 1945, sei Eichmann in einem Lager in Cham gewesen, einer alten Stadt in der Oberpfalz.
Scheide erzählte den Amerikanern: "In dieser Zeit kam ein SS-Führer, der sich getarnt hatte als Obersturmführer Eckmann, zu mir und sagte, er wünsche unter dem Namen Obersturmführer Eckmann zu laufen, sei aber in Wirklichkeit Obersturmführer Eichmann. Da mir der Name Elchmann kein Begriff war, habe ich ihm bedeutet, das sei seine eigene Sache, was er mit seinem Namen mache."
Eichmann gehörte in diesem Lager zu einem Arbeitskommando, das in der nahe gelegenen Stadt mit Bauarbeiten beschäftigt war. Jeden Morgen marschierte das Kommando unter amerikanischer Bewachung in die Stadt und rückte abends wieder ein.
Am 30. Juni fand Scheide heraus, was Eichmann während des Krieges wirklich getan hatte; er informierte einen für das Lager zuständigen Mann des CIC. Als Eichmanns Arbeitskommando an diesem Abend zurückkam, war er nicht dabei. Nach Scheides Aussage "war eine Flucht nur mit Hilfe der Kameraden möglich".
Der deutsche Vormann von Elchmanns Kommando wurde vernommen; er leugnete, gewußt zu haben, wer Eichmann wirklich war. Auf jeden Fall hatten wir nun den Beweis, daß Eichmann am 30. Juni 1945 am Leben war -- eine Tatsache, die später von großer Bedeutung sein sollte.
Meine Suche nach Eichmann wurde in Linz bekannt. Man nannte mich den "Eichmann-Wiesenthal", der nach dem Sohn vom "Elektro-Eichmann" fahndete. Viele Leute kamen zu mir oder schickten mir Angaben, und ich folgte, recht töricht, jedem Wink, wobei ich Hinweisen nachging, die jeder Anfänger im Polizeidienst als aussichtslos beiseite geschoben hätte.
Ein Mitarbeiter aus Eichmanns Stab, der SS-Führer Dieter Wisliceny, war in Preßburg zum Tode verurteilt worden und behauptete, mehr über Eichmann zu wissen als alle anderen; er gab uns auch die Adressen mehrerer Frauen, mit denen Eichmann angeblich zu tun gehabt hatte. Bei der einen oder anderen konnte er sich versteckt haben. Wir versuchten, einigen auf die Spur zu kommen.
Vor allem hoffte ich, daß wenigstens eine der ehemaligen Freundinnen Eichmanns das haben könnte, was wir so nötig brauchten: ein Bild von ihm. Arthur Pier (Ben Natan) war derselben Meinung und hatte auch genau den richtigen Mann, diese Aufgabe für uns zu erledigen: Manus Diamant, der das KZ überlebt, aber seine gesamte Familie verloren hatte.
Arthur hatte den vortrefflichen Einfall. aus Manus einen "Herrn van Diamant" werden zu lassen, einen holländischen Kollaborateur und einstigen Angehörigen der SS-Division "Nederland", der es nicht wage, in seine Heimat zurückzukehren. Wir hofften, daß er bei den vereinsamten Strohwitwen eingesperrter oder versteckter SS-Männer Erfolg haben werde. Manus wollte versuchen, mit Eichmanns Frau bekannt zu werden, vielleicht auch mit einigen seiner Freundinnen.
"Van Diamant" spielte seine Rolle gut. Er machte die Bekanntschaft mehrerer Frauen von SS-Männern; an Frau Eichmann allerdings kam er nicht heran -- sie ließ sich mit niemandem ein.
Diamant bekam deswegen den Auftrag, nach einigen von Eichmanns früheren Freundinnen zu forschen und ein Photo des verschwundenen Liebhabers zu beschaffen. Eine Eichmann-Freundin, eine ungarische Baroneß, war nach Südamerika gegangen; eine andere Frau war während der Angriffe auf Dresden umgekommen.
Ende 1947 fanden wir in Urfahr, einem Vorort im Norden von Linz, gleich jenseits der Donau, ein Mädchen, das Eichmann gut gekannt hatte. Manus machte ihre Bekanntschaft und wurde von ihr eingeladen. In ihrer Wohnung fand er ein "Familienalbum" -- und darin ein Photo von Eichmann. Es war 1934 aufgenommen worden, also vor dreizehn Jahren.
Das Mädchen wollte Manus das Photo eigentlich nicht geben, aber schließlich siegte sein Charme. Triumphierend brachte er mir das Bild, worauf Manus seine Tätigkeit für uns einstellen und zu einem etwas normaleren Dasein zurückkehren durfte. Wir machten Vervielfältigungen des Photos, das nun auch Eichmanns Steckbrief beigegeben wurde.
Da wurde ich aus Bad Ischl angerufen. Mein amerikanischer Bekannter, Mr. Stevens, bat mich, sofort zu ihm zu kommen; mehr wollte er am Telephon nicht sagen. In Bad Ischl erzählte mir Stevens, Frau Veronika Liebl habe sich an das dortige Bezirksgericht gewandt wegen einer Todeserklärung für ihren geschiedenen Mann, "im Interesse der Kinder".
Damals wurden alle Gerichte in Deutschland und Österreich mit solchen Gesuchen überschwemmt. Denn bevor eine Frau nicht beweisen konnte, daß ihr Mann tot oder für tot erklärt war, bekam sie keine Rente oder Pension und konnte auch nicht wieder heiraten.
Die Gerichte fertigten solche Erklärungen völlig geschäftsmäßig aus, ohne weitere Nachforschungen. Eines Tages, nach mehr oder minder langer Zeit, kam dann der "tote" Ehemann wieder sehr lebendig zum Vorschein, entweder weil er Jahre in einem sowjetischen Gefangenenlager gewesen war oder weil er sich versteckt gehalten hatte.
Als Stevens mir diese Neuigkeit erzählt hatte, fehlten mir die Worte. Wenn nämlich Eichmann erst einmal von Rechts wegen für tot erklärt war, verschwand sein Name automatisch aus allen Fahndungslisten. Offiziell existierte er nicht mehr. Sein Fall war damit abgeschlossen.
Die Suche nach ihm in der ganzen Welt hätte ein Ende, denn nach einem Toten wird nicht weiter gefahndet. Es war dies ein wirklich gerissener Schachzug. Ich war fest davon überzeugt, daß Eichmann selbst das mit Hilfe seiner Frau eingefädelt hatte.
In meiner dicken Akte über Elchmann hatte ich die Zeugenaussage des SS-Obersturmbannführers Dr. Wilhelm Höttl, der in Nürnberg unter Eid ausgesagt hatte, er habe Eichmann am 2. Mai 1945 in Aussee gesehen. Andere Zeugen hatten ihn am Tag zuvor im Lager Ebensee, in der Nähe von Bad Ischl, erkannt. Wir beschlossen, daß Stevens mit dem Richter sprechen solle, um mehr über das Gesuch der Frau Eichmann herauszubekommen.
Der Richter gab Stevens bereitwillig Auskunft: Ein gewisser Karl Lukas, wohnhaft In Prag in der Molitscherstraße 22, habe eine eidesstattliche Erklärung eingereicht. Er sei dabeigewesen, wie Eichmann während der Kämpfe um Prag am 30. April 1945 erschossen wurde. Stevens teilte dem Richter mit, Eichmann sei ein gesuchter Naziverbrechen, den man sehr lebendig in Österreich nach dem Tag seines angeblichen Todes gesehen habe.
Der Richter war verblüfft und versprach Stevens sofort, die für solche Fälle übliche Frist von zwei Wochen auf vier Wochen zu verlängern. Bis dahin hatte Stevens Zeit, seine Behauptungen zu beweisen.
Ich schickte einen meiner Leute nach Prag. Neun Tage später hatte ich den Bericht: Karl Lukas war verheiratet mit Maria Lukas -- und deren Mädchenname lautete Liebl. Sie war die Schwester von Frau Eichmann. Lukas, der damals beim tschechoslowakischen Landwirtschaftsministerium arbeitete, war also Eichmanns Schwager.
Wir brachten auch heraus, daß Lukas mit einer Frau Kais in Altaussee in Verbindung stand; auch sie war eine Schwester von Frau Eichmann. Die Polizei fand bei ihr Briefe von Lukas. Ganz offensichtlich hatte sich die gesamte Familie verschworen, Eichmanns Tod zu beweisen.
In Bad Ischl übergab ich Stevens diese Information, der damit unverzüglich zu dem Richter ging. Dieser versicherte Stevens, daß er es ablehnen werde, die Todeserklärung auszustellen. Frau Eichmann wurde vorgeladen; der Richter machte ihr klar, daß er die Sache dem Staatsanwalt übergeben werde, falls sie derartige Betrugsmanöver noch einmal versuche.
Anfang des Sommers 1948 war ich wieder in Nürnberg. Von den Amerikanern hörte ich, daß sich schließlich doch noch eine Photokopie von Elchmanns Personalakte gefunden hatte. Darin lagen zwei Photos. Das eine zeigte Eichmann in Zivilkleidung, das andere in Uniform. Das letzte Photo war 1936 aufgenommen worden.
Die drei Bilder von Eichmann -- zwei aus seiner Personalakte, das dritte von seiner Freundin -- waren die einzigen, die den Israelis zur Verfügung standen, als sie im Jahre 1960 Eichmann in Argentinien faßten.
Im Frühjahr 1948 konnte ich Eichmanns Fluchtweg nach dem Krieg genau rekonstruieren. Eichmann war am 20. April 1945 im KZ Theresienstadt angekommen und dort bis zum 27. geblieben. Am nächsten Tag hielt er sich in Prag auf, am 29. in Budweis, am 1. Mai im Lager Ebensee, in der Nähe von Bad Ischl, und am 2. in Altaussee, wo er bis zum 9. Mai blieb.
Anschließend suchte und fand er Unterschlupf in amerikanischen Internierungslagern bis Ende Juni, als er aus dem Lager Cham floh. Dann hielt er sich einige Zeit irgendwo in Norddeutschland verborgen.
Das wurde später von zwei prominenten SS-Männern bestätigt. Einer davon war Höß, der ehemalige Lagerkommandant von Auschwitz, der in Norddeutschland mit Eichmann Verbindung hielt. Von dort begab sich Eichmann zu einem Onkel in Solingen.
Während er sich in dessen Haus versteckt hielt, erschienen britische Beamte und verhörten den Onkel, der jedoch nichts sagte. Eichmann aber entschloß sich, in die Gegend von Aussee zurückzukehren, wo er sich am sichersten fühlte.
Ich habe nie daran gezweifelt, daß Eichmanns Frau und sein Vater immer gewußt haben, wo er war, obwohl sie nie Briefe von ihm erhielten. Nach dem Krieg wurde die Post durch eine strenge Zensur überwacht, und das CIC fing alle Briefe von und an Frau Eichmann in Altaussee sowie von und an Eichmanns Vater in Linz ab. Irgendwelche verdächtigen Mitteilungen wurden ebensowenig entdeckt wie etwa Briefe In Geheimschrift. Als 1947 alle früheren Nazis ihre Fragebogen ausfüllen mußten, gaben drei Angehörige der Familie Eichmann an, bei der Partei gewesen zu sein:
Vater Eichmann war im Mai 1938 eingetreten, zwei Monate nach dem "Anschluß". Im gleichen Jahr war Adolfs Bruder Otto zur Partei und zur SA gegangen, und sein Bruder Friedrich hatte sich 1939 der Partei und der SA angeschlossen.
Frau Eichmanns Familie gehörte einer anderen Kategorie an. Ihren Verwandten in der Tschechoslowakei war es unter dem Naziregime sehr gut gegangen. Jeden Monat erhielt Frau Eichmann von ihrem Schwiegervater mit Postanweisung 1000 Schilling (etwa 490 Reichsmark), doch brachten wir heraus, daß sie auch von anderer Seite Geld bekam, vielleicht von Angehörigen ihrer eigenen Familie.
Am 20. Dezember 1949 besuchte mich im Linzer Dokumentationszentrum ein hoher österreichischer Polizeibeamter und schlug mir vor, unsere Akten über Eichmann miteinander zu vergleichen. Die Österreicher waren der Ansicht, daß Eichmann sich in der Umgebung des Dorfes Grundlsee versteckt hielt, ungefähr drei Kilometer von Altaus-See entfernt.
In Grundlsee, am Ufer des sechs Kilometer langen gleichnamigen Sees gelegen, gibt es ein paar einsame Häuser. Ich erzählte dem Beamten, daß vor einigen Monaten einer meiner Männer in Altaussee einen schwarzen Mercedes mit einer oberösterreichischen Zulassungsnummer entdeckt hatte, der aus der Richtung Grundlsee kam und für wenige Minuten vor dem Haus Fischerndorf Nr. 8 hielt, wo Frau Eichmann wohnte.
Ein Mann In einem Regenmantel ("Er sah wie ein Jude aus", hatte mein
* Als Angeklagter im Kriegsverbrecherprozeß vor dem Landgericht Preßburg, 1948.
Agent berichtet) war ganz kurze Zeit im Haus geblieben und dann wieder abgefahren. Das konnte Eichmann gewesen sein.
Es stand fest, daß Eichmann enge Verbindung zu einer Zelle der Nazi-Untergrundbewegung in der Steiermark gehalten hatte. Ein früherer Mitarbeiter seiner Dienststelle, Anton Burger, hatte 1947 aus dem Lager Glasenbach fliehen können und war jetzt Kurier zwischen Eichmann und der Untergrundzelle.
Jede dieser Zellen bestand aus fünf Mann, von denen jeder wiederum nur fünf weitere Mitglieder kannte. Die österreichische Polizei hoffte, daß Eichmanns Verhaftung das gesamte Netz auffliegen lassen werde.
Am nächsten Tag kam der Beamte wieder. Die Polizei hatte in Erfahrung gebracht, daß Eichmann beabsichtigte, Silvester bei seiner Familie in Altaussee zu verbringen. Während seiner Anwesenheit sollte das Haus durchsucht werden. Man legte mir nahe, an der Aktion teilzunehmen. Der Plan mußte strikt geheim bleiben. Silvester ist mein Geburtstag. Ich konnte mir kein schöneres Geburtstagsgeschenk vorstellen als Eichmanns Verhaftung.
Damals war ein junger Israeli eifriger Besucher unseres Dokumentationszentrums. Er war erfüllt von jener lodernden Begeisterung, wie man sie von den Bürgern einer noch jungen Nation kennt; die Arbeit des Dokumentationszentrums, besonders im Falle Eichmann, faszinierte ihn.
Ich erzählte ihm -- dummerweise, wie mir heute klar ist -, daß wir Eichmann wahrscheinlich bald fassen würden. Als er erfuhr, daß ich nach Altaussee wollte, wo Frau Eichmann wohnte, bat er mich, ihn mitzunehmen.,, Zwei starke Arme mehr sind manchmal ganz nützlich", meinte er.
Am 28. Dezember fuhren wir. Im Hotel "Erzherzog Johann" in Bad Aussee, drei Kilometer von Altaussee entfernt, nahmen wir Zimmer. Die Polizei hatte sechs Kriminalbeamte in den verschiedenen Wirtschaften postiert. Ich warnte den jungen Israeli, zuviel herumzuspazieren; vor allem solle er mit niemandem sprechen.
Daß er noch am gleichen Abend in ein Nachtlokal ging, wußte ich nicht. Es gefiel ihm dort gut, und er erzählte den Mädchen, er komme aus Israel, was einigen Eindruck machte. Denn niemand in Bad Aussee hatte bisher einen Israeli gesehen.
Am Morgen des 31. Dezember traf ich mich mit dem zuständigen Polizeioffizier. Um neun Uhr abends sollten seine Männer auf ihren Posten sein.
Die Straße von Grundlsee nach Altaussee und das Haus, in dem Frau Eichmann wohnte, standen bereits unter Bewachung. Wieder im Hotel, befahl ich dem jungen Israeli, sein Zimmer nicht vor Mitternacht zu verlassen. Ich würde es ihn wissen lassen wenn ich gute Nachricht hätte.
Um neun Uhr schloß ich mich dem Polizeioffizier und einem weiteren Mann an. In allen Wirtschaften und in vielen Häusern wurde Silvester gefeiert -- allenthalben hörte man Stimmen, Musik und lautes Gelächter.
Der Kriminalbeamte ging an ein Telephon, wählte die Nummer von Fischerndorf Nr. 8 und fragte nach Frau Liebl. Nach einer Weile sagte eine Frauenstimme: "Bist du das? Kommst du wirklich heute abend?" Leise legte der Beamte den Hörer wieder auf. Wir sahen uns an. Frau Eichmann erwartete also jemanden. Nun, wir wollten ihm einen gebührenden Empfang bereiten.
Um zehn Uhr begleitete ich den Polizeioffizier auf seiner Runde. Wir kontrollierten alle Kriminalbeamten auf ihren Posten und warfen auch einen Blick in
·die Wirtschaften am Wege. Es war sehr kalt, wir fröstelten.
Um eine Tasse heißen Tee zu trinken, gingen wir zurück ins Hotel "Erzherzog Johann". Ich öffnete die Tür zum Restaurant und blieb wie angewurzelt stehen: An einem großen Tisch saß der Israeli mit einigen Leuten aus dem Ort beim Wein und redete von den Heldentaten der israelischen Armee.
Der Polizeioffizier war verärgert. "Ich mag das gar nicht. Wenn es sich herumspricht, daß ein junger. Israeli im Ort ist, wäre es möglich ..."
"Es ist ja schon nach zehn Uhr", sagte ich. "Jetzt kann nichts mehr schiefgehen."
"Hoffentlich!" erwiderte er kurz angebunden.
Eine halbe Stunde später gingen wir wieder. Als wir beim nächsten Wirtshaus vorbeikamen, meldete der dort postierte Kriminalbeamte, daß man sich über den Israeli unterhalte, der nach Bad Aussee gekommen sei.
Beim nächsten Gasthaus war es dann schon eine ganze Gruppe von Israelis, die angekommen waren. Der Polizeioffizier blickte mich schweigend an. Ich verfluchte mich selbst.
Elf Uhr. Wenn Eichmann um Mitternacht bei seiner Familie sein wollte, mußte er Grundlsee bald verlassen. Wir warteten weitere zwanzig Minuten, die uns wie zwanzig Jahre vorkamen. Keiner sprach. Um halb zwölf kam eilig ein Kriminalbeamter von Grundlsee her und sagte irgend etwas zu dem Offizier.
Der sah mich "an. "Ich fürchte, es ist alles aus. Eichmann scheint gewarnt worden zu sein." Er ließ den Kriminalbeamten seine Meldung wiederholen:
"Um halb zwölf tauchten zwei Männer auf der Straße von Grundlsee auf. Es war ziemlich finster, aber ich konnte sie gegen den hellen Hintergrund des Schnees erkennen. Sie waren etwa 150 Meter von mir entfernt -- ich stand hinter den Bäumen an der Straße versteckt. Plötzlich kam ein anderer Mann aus der Richtung von Grundlsee und rief ihnen etwas zu. Sie blieben stehen, sprachen mit ihm, und gleich darauf rannten alle drei zurück."
* Elektrofirma von Eichmanns Vater in der Landstraße 32.
Der Polizeioffizier sah, wie unglücklich ich war. "Nehmen Sie es nicht zu schwer. Wir wissen jetzt wenigstens die Häusergruppe, von der sie herkamen. Wir haben zwar keinen Haussuchungsbefehl, und ohne einen Befehl von oben darf ich so etwas nicht unternehmen. Aber wir haben Eichmann wenigstens entdeckt."
Zehn Minuten nach Mitternacht kamen wir nach Bad Aussee zurück. Die Straßen waren voller lärmender Menschen. Ich ging in mein Zimmer und legte mich aufs Bett, ohne mich auszuziehen. Mir war sehr elend. Eine Woche darauf informierte mich der Polizeioffizier, daß man die Suche "aufgegeben habe. Berichten zufolge war Adolf Eichmann aus der Gegend um Aussee verschwunden.
1950 war ein schlechtes Jahr für einen "Eichmann-Jäger". Der Kalte Krieg hatte seinen Höhepunkt erreicht. Die dicke Akte Eichmann lag noch immer auf meinem Schreibtisch. Ich konnte sie kaum noch ansehen. Daß Eichmann nicht mehr in Europa war, davon war ich überzeugt. Der erfolglose Überfall am Silvesterabend mußte ihm klargemacht haben, daß es zu gefährlich für ihn war, länger zu bleiben. Ich konnte da nichts mehr ausrichten,
Die meisten meiner unbezahlten Mitarbeiter hatten sich eine neue Existenz geschaffen. Die Amerikaner, die in dieser Zeit nach Europa kamen, waren an Eichmann nicht interessiert. Wenn ich anfing, von ihm zu erzählen, schauten sie mich verwundert oder gelangweilt an.
Im Januar 1951 begegnete ich einem früheren Angehörigen der Abwehr, den ich "Albert" nennen will. "Albert" erzählte mir, Eichmann sei im Spätsommer 1950 in Rom gesehen worden, ein paar Monate nachdem er aus der Gegend von Aussee verschwunden war. Vermutlich hatte man Eichmann über die Klosterroute geschleust. "Albert" war auf dem Weg nach Rom und wollte versuchen, herauszubringen, was geschehen war. Ich konnte seine Rückkehr kaum erwarten.
Im Februar kam er wieder zu mir. "Über Eichmanns Flucht erzählt man sich verschiedene Versionen. Alle sind sich darin gleich, daß er mit Hilfe eines kroatischen Komitees nach Rom gelangt ist. Es wird von früheren Anhängern Ante Pavelics geleitet, des Führers der Kollaborations-Regierung Kroatiens. Natürlich ist Eichmann nicht in einem Hotel in Rom geblieben. Wir vermuten, daß er in einem Kloster versteckt war. Dort hat er wohl einen vatikanischen Paß bekommen. Den brauchte er, wenn er ein Visum für ein südamerikanisches Land haben wollte."
"Sind Sie sicher, daß er nach Südamerika gegangen ist? Nicht in den Nahen Osten?"
"Albert" schüttelte den Kopf. "Die meisten Nazis, die vorübergehend Unterschlupf in Rom gefunden haben, hat man dann nach Südamerika gebracht. Wir nehmen an, daß Eichmann sich einer ganzen Gruppe von Leuten angeschlossen hat, vermutlich unter falschem Namen. Diese Gruppentransporte gehen nach Brasilien oder Argentinien."
Ich hatte nicht die Mittel, in Brasilien oder Argentinien nach einem Mann zu suchen, dessen derzeitigen Namen ich nicht kannte, ja von dem ich nicht einmal eine richtige Personalbeschreibung gehen konnte -- das letzte Photo von ihm war 14 Jahre alt!
Eichmanns Familie blieb meine einzige Hoffnung. Irgendwann einmal versuchte er vielleicht doch mit seiner frau in Altaussee Verbindung aufzunehmen. Die Kinder gingen dort zur Schule. Eines Tages würde er bestimmt versuchen, alle nach Südamerika zu holen.
Kurz nach Ostern 1952 rief mich ein Bekannter aus Altaussee an. Frau Eichmann und ihre Söhne waren verschwunden. Die drei Buben waren nach den Ferien nicht wieder in die Schule zurückgekehrt,
Ich erstattete den Amerikanern und der österreichischen Polizei Bericht. Allenthalben große Verwunderung: Warum hatte Frau Eichmann mitten im Schuljahr die Kinder aus der Schule genommen? Ohne ein Abgangszeugnis nahm man sie in keiner anderen Schule Österreichs oder Deutschlands auf! Ich begann nachzuprüfen, wer Frau Eichmann zu einem Paß verholfen hatte. In Altaussee war sie als "Veronika Liebl, Staatsangehörigkeit: deutsch" geführt worden. Durch Vermittlung der "Deutschen Fürsorgestelle" in Graz hatte das deutsche Konsulat in Zürich deutsche Pässe für Veronika Liebl und ihre drei Söhne ausgestellt.
Die monatliche Miete für das Haus in Altaussee wurde weiter gezahlt, auch das gesamte Mobiliar war dort geblieben. Aber das hatte die Nachbarn nicht täuschen können. Einige erzählten mir, die Eichmanns seien nach Brasilien gegangen. Andere behaupteten, sie hätten gehört, Frau Eichmann wolle nach Bayern zu ihrer Mutter ziehen.
Wie immer waren es Gerüchte. Niemand hatte Frau Eichmann in Brasilien gesehen, und sie ist auch nie in Bayern gewesen. Damit war die Angelegenheit wieder einmal festgefahren. 1953 besuchte ich in Tirol einen alten österreichischen baron, der mich in seine Villa in der Nähe von Innsbruck eingeladen hatte. Wir waren beide
* In Altaussee, Fischerndorf Nr. 8.
begeisterte Philatelisten; der Baron wollte mir seine Sammlung zeigen. Ich verbrachte einen schönen Abend bei ihm und bewunderte seine Briefmarken.
Danach plauderten wir bei einer Flasche Wein. Der Baron war ein Herr guter alter Schule, sein Leben lang Monarchist und gläubiger Katholik. Mit großem Interesse hörte er zu, als ich ihm von meiner Arbeit erzählte. Er wußte von einigen großen Nazis in Tirol, die wieder in hohen Stellungen saßen, so "als ob sich nichts geändert hätte". Es sei erschütternd, sagte er.
Der Baron erhob sich und zog eine Schublade auf, voll mit Briefumschlägen, die er wegen ihrer ungewöhnlichen Briefmarken aufgehoben hatte.
Während wir den ganzen Stoß durchsahen, erzählte er mir von einem Freund in Argentinien, einem ehemaligen deutschen Oberstleutnant, den man in der Wehrmacht nicht mehr befördert hatte, weil er als Antinazi bekannt war. Im vergangenen Jahr war er nach Argentinien gegangen, wo er nun in Peróns Armee als Ausbilder diente.
"Ich habe gerade einen Brief von ihm bekommen", sagte der Baron und reichte mir einen Briefumschlag, "Wunderschöne Briefmarken, finden Sie nicht auch? Ich hatte ihn gefragt, ob er dort unten den einen oder anderen von unseren alten Kameraden getroffen habe.
"Lesen Sie seine Antwort: "Ich habe hier schon einige Bekannte getroffen. Es befindet sich Leutnant Hoffmann aus meinem Regiment hier, auch Hauptmann Berger von der 188. Division, weiter noch einige Bekannte, die Du aber nicht kennst. Stelle Dir vor, wen ich hier gesehen habe, bereits zweimal, und ein Bekannter von mir hat mit ihm sogar gesprochen. Ich sah dieses elende Schwein Eichmann. Er lebt in der Nähe von Buenos Aires und arbeitet für ein Wasserwerk.
"Wie finden Sie das?" fragte der Baron. "Einige der schlimmsten Verbrecher sind davongekommen."
Ich sagte nichts, weil ich Sorge hatte, der Baron könne merken, wie erregt ich war. Das war kein Altausseer Gerücht mehr, das war eine Tatsache! Beiläufig bat ich um den Brief, da ich, wie ich vorgab, an den neuen argentinischen Briefmarken interessiert sei. Noch einmal las ich den Absatz über Eichmann und merkte mir jedes Wort.
Später in meinem Hotel schrieb ich mir sofort die Worte auf, wie ich sie in Erinnerung hatte. Meine gehobene Stimmung allerdings war nur von kurzer Dauer. Gesetzt den Fall, wir fanden einen Mann, der wie Eichmann aussah, in der Nähe von Buenos Aires lebte und für ein Wasserwerk arbeitete -- obgleich das unwahrscheinlich war: Wie konnten wir ihn fassen?
Was konnte ich, ein Privatmann und fast die halbe Welt von Argentinien entfernt, tun? In Argentinien verfügten die Deutschen über erhebliche politische Macht. Peróns Armee wurde von Deutschen gedrillt, Argentiniens Industrie von deutschen Experten geleitet, und in Argentiniens Banken steckten Millionen an deutschem Fluchtkapital.
Eichmann muß sich in Argentinien sehr sicher gefühlt haben, sonst hätte er seine Familie nicht kommen lassen. Vielleicht hatte er dort mächtige Freunde. Sonst würde er es nicht gewagt haben, in einer Stadt zu wohnen, in der es mehr als 200 000 Juden gab -- er mußte doch damit rechnen, erkannt zu werden.
Ich war mir klar, daß die von mir privat geführten Nachforschungen ihr Ende gefunden hatten. Jetzt mußten einflußreichere Leute den Fall übernehmen. Arie Eschel, der israelische Konsul in Wien, hatte mich aufgefordert, für den Jüdischen Weltkongreß einen Bericht über den Fall anzufertigen.
Mein Bericht begann mit dem, was Ich anfangs über Eichmann in Erfahrung gebracht hatte, und endete mit dem Absatz aus dem Brief, den der österreichische Baron erhalten hatte. Eichmanns Photos, Kopien von Briefen, die er geschrieben hatte, und Proben seiner Unterschrift legte ich bei. Ein Exemplar schickte ich an den Jüdischen Weltkongreß in New York, ein zweites an das israelische Konsulat in Wien.
Aus Israel kam überhaupt keine Antwort. Zwei Monate nachdem ich das gesamte Material abgeschickt hatte, erhielt ich einen Brief aus New York. Ein Rabbiner namens Kalmanowitz schrieb mir, er habe das Material erhalten; er hätte "gern Eichmanns genaue Adresse in Buenos Aires".
Ich erwiderte, ich würde jemanden nach Südamerika schicken, wenn man die Reisekosten und 500 Dollar Spesen übernehme. Der Rabbiner Kalmanowitz antwortete, es sei kein Geld da.
Es war wohl an der Zeit, aufzugeben. Offensichtlich hatte niemand mehr Interesse an Eichmann. Die Israelis hatten allen Anlaß, sich um Nasser zu kümmern. So schloß ich im März 1954 das Dokumentationszentrum, packte sämtliche Akten zusammen -- die Kisten wogen genau 532 Kilo -- und schickte alles nach Jerusalem an das Yad-Vashem-Archiv. Nur eine dicke Akte behielt ich, die Akte Eichmann.
Fünf Jahre später, am Morgen des 22. April 1959, las ich die Linzer "Oberösterreichischen Nachrichten Auf einer der letzten Seiten sah ich die Todesanzeige für Frau Maria Eichmann, Adolf Eichmanns Stiefmutter. Darunter standen die nächsten Angehörigen. Adolf Eichmann fehlte, aber "Vera Eichmann" war aufgeführt.
Bei einer Todesanzeige lügt man im allgemeinen nicht. Und dort stand "Vera Eichmann". Das aber bedeutete: Frau Eichmann war weder geschieden noch hatte sie wieder geheiratet. Ich schnitt die Anzeige aus und legte sie obenauf in meine Akte Eichmann.
Ende August 1959 verbrachte ich die Ferien mit meiner Familie in Murten in der Schweiz. Da wurde ich aus Linz angerufen: Mehrere Leute hätten Eichmann in Altaussee gesehen. Ein Irrtum sei nicht möglich.
Einige Wochen zuvor hatte die Illustrierte "Stern" von einer Tauchaktion im Toplitzsee berichtet und dadurch das allgemeine Interesse an den versenkten "Nazischätzen" in den Seen dort wiederaufleben lassen. Ich teilte die Neuigkeit sofort dem israelischen Botschafter in Wien mit und beschloß, sofort zurückzufahren.
Betrübt fragte meine Frau, ob das denn wirklich nötig sei -- wir hätten doch bereits für weitere zwölf Tage bezahlt. Sie mochte recht haben. Aber ich sagte ihr, wir müßten fahren. Ich konnte einfach nicht in der friedlichen Schweiz bleiben, weitab von dem, was möglicherweise in Altaussee geschah. Ich hätte keine Freude mehr an meinem Urlaub gehabt.
Die Zeiten hatten sich wieder einmal geändert. In den israelischen Zeitungen waren während der letzten Wochen Artikel über Eichmann erschienen; man hatte Vermutungen über seinen Verbleib angestellt. Zu dieser Zeit fand außerdem sowohl in Deutschland wie in Österreich eine ganze Reihe von Gerichtsverhandlungen gegen Naziverbrecher statt.
Mein Brief an den israelischen Botschafter war genau im richtigen Augenblick geschrieben worden. Er leitete ihn nach Jerusalem weiter und sandte dem in Wien sitzenden Verband der Jüdischen Kultusgemeinden von Österreich eine Abschrift. Dieser wiederum informierte den österreichischen Innenminister, der die zuständigen Behörden anwies, mit mir Verbindung aufzunehmen. Denn Eichmann stand noch immer auf der österreichischen Fahndungsliste.
Nach Linz zurückgekehrt, sprach ich mit meinen Freunden. Natürlich war es gar nicht Eichmann gewesen, den man in Altaussee gesehen hatte, sondern einer seiner Brüder -- das übliche Altausseer Gerücht.
Aber dann kam auf einmal Bewegung in die Dinge: Zwei junge Männer aus Israel -- ich werde sie Michael und Meir nennen -- besuchten mich in Linz. Sie hatten großes Interesse an dem Fall und baten mich, dort weiterzumachen, wo ich 1954 aufgehört hatte.
Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main, die einen Prozeß gegen SS-Männer des KZ Auschwitz vorbereitete, teilte mir mit, daß Eichmann auf der Liste der beschuldigten Verbrecher an erster Stelle stehe, und forderte mich zur Mitwirkung auf. Bevor ich überhaupt merkte, was geschah, war ich bereits wieder tief in den Fall Eichmann verwickelt.
Ich las die ganze Akte Eichmann noch einmal durch. Es war fraglich, ob Eichmann immer noch in Buenos Aires lebte. So fuhr ich nach Tirol, in der Hoffnung, von dem alten Baron den Namen und die Adresse seines Freundes in Buenos Aires zu erhalten, der ihm vor sechs Jahren den Brief geschrieben hatte. Aber der Baron war gestorben, seine Briefmarkensammlung verkauft.
Als nächstes schickte ich einen meiner Leute zu Frau Eichmanns Mutter. Frau Maria Liebl behandelte ihren Besucher nicht eben freundlich; immerhin gab sie an, ihre Tochter habe in Südamerika einen Mann namens "Klems" oder "Klemt" geheiratet; die Adresse wisse sie nicht, Briefe habe sie nicht bekommen. Und im übrigen solle man sie in Ruhe lassen.
Diese wenigen Informationen schickte ich nach Israel. Am 10. Oktober 1959 bekam ich Antwort: Man hatte in Südamerika Nachforschungen angestellt und die Adresse von Frau Eichmann ermittelt; es hieß, sie lebe in wilder Ehe mit einem Deutschen namens Ricardo Klement.
Ich freilich war mir sicher, daß sie durchaus richtig verheiratet war, mit ihrem Ehemann Adolf Eichmann -- sonst hätte die Familie Eichmann in Linz sie nicht als "Vera Eichmann" in der Todesanzeige genannt. Dann mußten aber auch Eichmanns Söhne bei ihren Eltern in Buenos Aires sein.
Mir kam die Idee, daß man sie vielleicht bei der deutschen Botschaft registriert hatte, denn sie mußten bald das Alter erreicht haben, wo sie ihren Wehrdienst abzuleisten hatten. Ich bat einen Bekannten, vorsichtig anzufragen. Er meldete mir, Eichmanns Söhne seien tatsächlich dort registriert, unter ihrem richtigen Namen.
Am 6. Februar 1960 erschien in den "Oberösterreichischen Nachrichten" die Todesanzeige für Eichmanns Vater. Unter den Schwiegertöchtern war wieder "Vera Eichmann" angeführt. Den Zeitungsausschnitt schickte ich per Luftpost nach Israel.
Adolf Eichmann hatte sehr an seinem Vater gehangen. Ich war mir sicher, daß Adolfs Bruder ihn vom Tod des Vaters benachrichtigt hatte. Vielleicht bestand sogar die -- freilich geringe -- Chance, daß Adolf Eichmann zur Beerdigung kam. Ich erfuhr, daß das Begräbnis fünf Tage später stattfinden sollte, "weil die Familie Verwandte aus dem Ausland erwarte". Einer von Eichmanns Brüdern, Emil Rudolf,. wohnte, wie ich wußte in Frankfurt am Main.
Michael und Meir hatten mir nicht gesagt, was die Israelis in Buenos Aires zu erreichen hofften -- auf jeden Fall aber mußten sie den richtigen Mann finden. Sie brauchten dringend ein Bild von Eichmann' wie er heute aussah. Wir hatten kein neueres Photo. Aber vielleicht konnte man eines beschaffen, das fast so gut war.
Zwei Tage vor der Beerdigung ging ich auf den Friedhof und sah mir die Lage der Grabstätte an. Das, was mir eingefallen war, ließ sich wahrscheinlich verwirklichen, besonders wenn es ein düsterer Wintertag war. Ich fuhr nach Wien und sprach dort im Presseklub mit zwei Bekannten, ausgezeichneten Photographen.
Ich bat sie, nach Linz zu kommen und die ganze Familie Eichmann zu photographieren, wenn sie während der Beerdigung am Grab stand; allerdings sei es notwendig, daß niemand sie beim Photographieren sah. Sie machten das ganz ausgezeichnet. Aus einer Entfernung von etwa zweihundert Metern. hinter Grabsteinen versteckt, machten sie scharfe Aufnahmen von dem Leichenbegängnis, obwohl das Licht alles andere als gut war.
Noch am gleichen Abend lagen die entwickelten Abzüge der Photos von Adolf Eichmanns vier Brüdern vor mir: von Emil Rudolf, Otto, Friedrich und Robert. Emil Rudolf, der Bruder aus Frankfurt, den ich nie zuvor gesehen hatte, blickte genau in meine Richtung. Otto, Friedrich und Robert kannte ich schon. Adolf war nicht gekommen. Die Photographen fuhren wieder ab. Ich blieb zurück mit den Photos, die ich hin und her drehte und miteinander verglich. Aus der Akte holte ich das alte Photo von Adolf
* Eichmanns Bruder Otto und seine Schwester Irmgard beim Begräbnis Ihres Vaters in Linz.
Eichmann, das 1936 aufgenommen worden war, vor 24 Jahren. Am ähnlichsten war es dem jetzigen Bild eines seiner jüngeren Brüder.
Mit einer Lupe studierte ich die Gesichtszüge der fünf Brüder. Viele Leute hatten mir erzählt, daß Adolf Elchmann am meisten seinem Bruder Otto ähnele.
Jetzt, bei der Betrachtung der Photographien durch das Vergrößerungsglas, wurde mir plötzlich klar, warum so viele Menschen in den vergangenen Jahren versichert hatten, sie hätten Adolf Eichmann gesehen: Es war einer seiner Brüder gewesen. Denn sie sahen sich alle recht ähnlich -- eine solche Familienähnlichkeit war erstaunlich.
Ich dachte nach über das, was die Israelis jetzt in Buenos Aires brauchten. Die Photos von Eichmann, die sie hatten, waren 24 Jahre alt. Fingerabdrücke besaßen sie nicht. Schon vor Jahren hatte ich von dem Gerücht gehört, Eichmann habe sein Aussehen durch eine plastische Gesichtsoperation verändern lassen.
Es hieß auch, er habe von einem Motorradunfall eine Narbe auf der Stirn, genau unter dem Haaransatz. Wisliceny, Eichmanns früherer Untergebener, hatte diese Narbe in seiner Beschreibung Eichmanns erwähnt, und Krumey, ein weiterer Helfer Elchmanns, hatte dies bei seiner Zeugenaussage in Nürnberg bestätigt. Beim Betrachten der Photos vor mir wurde ich immer mehr dessen sicher, daß selbst eine plastische Operation Elchmanns Gesicht nicht grundsätzlich geändert haben konnte.
Wenn "Ricardo Klement" in Buenos Aires identisch war mit Adolf Elchmann, mußte sein Gesicht sich auf die gleiche Weise entwickelt haben wie bei den vier Brüdern. Ich schnitt die Gesichter der Brüder aus, die auf der Beerdigung gewesen waren, ebenso das Gesicht von Adolf Eichmanns altem Photo.
Ich mischte die Gesichter wie Spielkarten und warf sie auf den Tisch. Irgendwie formte sich aus den fünf Bildern ein Porträt -- vielleicht das Adolf Eichmanns.
Als die jungen Israelis wieder zu mir kamen, zeigte ich ihnen den Trick. "So müßte er heute aussehen. Wahrscheinlich am ehesten wie sein Bruder Otto. Alle fünf Brüder haben denselben Gesichtsausdruck. Sehen Sie sich den Mund an, die Mundwinkel, das Kinn, die Schädelform."
Michael starrte kopfschüttelnd die Bilder an. "Phantastisch!" meinte er. Meir raffte die Photos an sich. "Könnnen wir sie mitnehmen?"
Plötzlich hatten sie es furchtbar eWg. Es war auch keinesfalls meine Absicht, sie aufzuhalten, nicht eine Sekunde. Ich hörte nichts mehr von ihnen, woraus ich schloß, daß sie keine Hilfe brauchten. Es gab nichts, was ich noch für sie hätte tun können.
Am Montag, dem 23. Mai 1960, erklärte Premierminister David Ben-Gurion der israelischen Knesset (dem Parlament), daß Eichmann festgenommen worden sei und sich jetzt in israelischer Haft befinde.
Einige Zeit nach Adolf Eichmanus Verhaftung traf ich einen meiner früheren "Kunden"; er war einst hoher SS-Führer gewesen. Jetzt kommt er öfter in mein Büro zu einem Schwatz über die bösen alten Zeiten.
An diesem Tag nun kam er herein, schlug die Hacken zusammen, schüttelte mir die Hand und sagte: "Ich gratuliere Ihnen, Herr Wiesenthal. Saubere Arbeit!"
Und er meinte das auch so. Ende

DER SPIEGEL 35/1967
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