14.08.1967

Doch die Mörder leben

1. Fortsetzung
Die Geheimorganisation Odessa
Gegen Ende des Jahres 1947 begann ich, den Fluchtwegen von Nazi-Größen nachzuspüren, die in den Fahndungsbüchern verschiedener Länder standen und verschwunden waren.
Ich wußte, daß alle prominenten SS-Führer und Gestapo-Angehörigen vom Reichssicherheitshauptamt gegen Ende des Krieges falsche Personalausweise mit neuen Namen bekommen hatten. Aber mich interessierten weniger die Namen als die Wege.
Es war wichtig, herauszufinden, wohin sie gegangen waren, wie sie dorthin gekommen waren, wer ihnen geholfen und wer für all das gezahlt hatte.
Nur selten hatten prominente Nazis versucht, nach der Sowjet-Union zu entkommen, da sie dort wohl keine freundliche Aufnahme erwarten konnten. In England und in Skandinavien, das wußten die Naziverbrecher nur zu gut, hatten sie auch nicht viel Hilfe zu erwarten. Wenn sie fliehen wollten, mußten sie also nach Süden gehen.
Ich nahm eine große Weltkarte und zeichnete für jeden mir bekanntgewordenen Fluchtweg eines hohen Nazi eine feine Bleistiftlinie ein. So ergaben sich drei Hauptwege:
(c) 1967 Opera Mundi, Paris; Abdruck, auch auszugsweise, verboten. Der ungekürzte Text erscheint Im Herbst bei Droemer/Knaur, München.
Der erste verlief von Deutschland nach Österreich und Italien und von dort nach Spanien. Der zweite führte nach den arabischen Ländern im Nahen Osten, wo Nazifachleute für vielerlei Arbeitsgebiete jetzt sehr geschätzt sind. Der dritte Weg stellte eine Verbindung zwischen Deutschland und einer Reihe südamerikanischer Länder her. Bis zum Sturz der Regierung Perón war Argentinien für hohe Nazis das gelobte Land. Heute ist Paraguay als Zufluchtsort für die SS-Elite in Mode.
Als nächstes übertrug ich die Einzelheiten mir bekannter Fluchtwege auf Karten kleineren Maßstabs von Mittel- und Südeuropa. Viele Routen verliefen von ganz bestimmten deutschen Städten aus -- von Bremen, Frankfurt, Augsburg, Stuttgart, München -- in das waidreiche Allgäu im Süden Bayerns, von wo die Grenzen nach Österreich und in die Schweiz bequem zu erreichen waren.
In Memmingen, einer mittelalterlichen Stadt im Herzen des Allgäus, liefen offenbar zahlreiche Wege zusammen. Hier teilten sie sich in zwei Richtungen. Die eine führte weiter nach Lindau am Bodensee, wo sie sich abermals gabelte, einerseits nach Bregenz in Österreich, andererseits in Richtung der nahegelegenen Schweiz.
Die Hauptroute führte von Memmingen nach Innsbruck und von da über den Brenner nach Italien. Später bekam ich heraus, daß die Nazis die Nord-Süd-Route als "B-B-Achse" bezeichneten, ein Schlüsselwort für Bremen -- Bari. Einige Personen oder möglicherweise eine ganze Organisation schienen diese Art der Flucht
CSSR ermöglicht zu haben. Es mußte eine außerordentlich schlagkräftige Geheimorganisation sein, die auch all das Geld hatte, das sie brauchte -- und sie brauchte viel.
Beim Nürnberger Prozeß lernte ich einen Deutschen kennen, der dort als Zeuge auftrat. Ich will ihn hier Hans nennen. Er war Mitglied der Abwehr gewesen, des Geheimdienstes der Wehrmacht. Wie viele Männer der Abwehr hatte er auf die ver-
* Transportfahrzeuge der amerikanischen Soldatenzeitung "Stars and Stripes" in Deutschland.
brecherischen Elemente im Sicherheitsdienst (SD) der Nazipartei zuerst mit Abscheu herabgesehen und sie später fürchten gelernt.
"Die Alliierten haben einen Fehler gemacht, als sie beschlossen, Deutschland zu säubern", sagte Hans. "Was sie getan haben, war löblich, aber aussichtslos. Sie werden die Mentalität der Nazis nie verstehen. Die Nazis haben gelernt, mit den "Gutgläubigen, Dummen auf der ganzen Welt" fertig zu werden. Für die Nazis ist die Krise vorüber, und jetzt werden sie wieder frech. Die hohen Bonzen schmieden im Ausland schon wieder Pläne. Sie leben völlig sicher in gewissen Ländern, die mit Deutschland keine Auslieferungsverträge haben."
Hans wußte augenscheinlich mehr, als er sagte. Ich versuchte, ihn auszuquetschen. Vielleicht konnte er mir einige Auskünfte geben, die ich brauchte: "Wie haben die großen Nazis verschwinden können?"
"Haben Sie nie von "Odessa" gehört?" fragte Hans.
Ich entgegnete (ziemlich naiv, wie ich heute weiß): "In der Ukraine? Ja, ich war vor dem Krieg dort. Eine hübsche Stadt."
"Nein, nein." Hans war recht ungeduldig. "Die geheime Fluchtorganisation der SS-Untergrundbewegung."
Eine Menge Dinge, die ich da und dort gehört hatte, begannen plötzlich einen Sinn für mich zu bekommen. Ich erinnerte mich, wie sich Nazis gegenseitig erzählten, jemand sei "nach Odessa" gegangen, und ich hatte mich darüber gewundert.
"Odessa", sagte Hans, "hat sehr viele SS-Verbrecher und Angehörige der Gestapo aus dem Land gebracht. Und Odessa hat ihnen sogar bei der Flucht aus dem Gefängnis geholfen."
In dieser Nacht erzählte mir Hans die gesamte Geschichte dieser erstaunlichen Organisation. Sie entstand 1947. Ihr Name, Odessa" bedeutet "Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen".
"Ende des Krieges gab es keine solche Geheimorganisation, obgleich viele Sachkenner der Alliierten es annahmen", sagte Hans. "Die großen Nazis hatten sich verkrochen. Oder sie tauchten unter falschem Namen wieder auf. Dann entstanden die ersten Hilfskomitees, vermutlich um Verbindungen zwischen den Nazis im Zuchthaus und ihren Angehörigen herzustellen.
"Die Hilfskomitees hatten das Wohlwollen der Kirche und die Unterstützung der Alliierten. Man sagte, es seien rein karitative Einrichtungen. Und tatsächlich arbeiteten viele Leute als freiwillige Helfer mit, die nie mit den Nazis etwas zu tun gehabt hatten."
Hans lachte auf. "Wirklich ein guter Spaß, wenn man es heute so betrachtet. Direkt unter den Augen der Alliierten und der anständigen Deutschen wurden Verbindungen geknüpft zwischen den Nazis hinter Gittern und den neuen Untergrundgruppen draußen. Die Hilfskomitees leiteten Briefe der Gefangenen an ihre Angehörigen weiter. Leider hat sich niemand die Mühe gemacht, diese Briefe sorgfältig zu lesen, obwohl es noch immer eine Zensur gab.
"Aber man darf die Nazis nicht unterschätzen. Sie hatten genug Zeit, sich auf ihre Niederlage vorzubereiten. Ihr Geheimcode bestand schon lange vor dem Zusammenbruch des Dritten Reiches. Wenn sie nach ein paar Monaten oder nach ein paar Jahren aus dem Zuchthaus oder aus der Gefangenschaft kamen, wurden sie sogleich von einer der neuen Untergrundgruppen übernommen.
"Das wichtigste Untergrundnetz nannte sich 'Spinne'. Aber da gab es noch viele andere Nazis, die aus den Internierungslagern der Alliierten ohne Gerichtsverfahren entlassen oder die nie eingesperrt worden waren, weil in dem großen Durcheinander ihre wahre Identität unbekannt geblieben war, eine zeitlang jedenfalls. Aber sie mußten verschwinden. Jetzt war die Zeit gekommen, ein weltweites geheimes Netz für die Flucht ins Ausland zu schaffen."
Odessa war der Name der Organisation. An Stelle der früheren B-B-Achse erarbeitete Odessa die Pläne für zwei große Fluchtwege; sie führten von Bremen nach Rom und von Bremen nach Genua. Hans wußte nicht, wo sich der "Verteilerkopf" befand -- möglicherweise in Augsburg oder Stuttgart, vielleicht aber auch weit weg, etwa in Argentinien.
In überraschend kurzer Zeit stellte Odessa eine beachtliche Organisation aus Mitarbeitern auf, die man an den unwahrscheinlichsten Plätzen zu finden wußte. So wurde die amerikanische Armeezeitung "Stars and Stripes" von deutschen Zivilangestellten der US-Army mit Lastwagen über die Autobahn von München nach Salzburg befördert. Für den Job hatten sich Odessa-Leute unter falschen Namen gemeldet, und von den Amerikanern in München war versäumt worden, sie gründlich zu überprüfen.
Es war ein glänzender Einfall. Denn welcher Militärpolizist würde sich schon die Mühe machen, ausgerechnet einen dieser Transporte zu durchsuchen. Der Fahrer brauchte den Posten nur ein paar Zeitungen zu geben, und schon konnte er die Grenze nach Österreich überqueren; hinter den Packen der "Stars and Stripes" aber hielt sich eine Gruppe flüchtiger Nazis versteckt.
Ich erstattete dem (amerikanischen Spionageabwehrdienst) CIC in Salzburg Bericht. Zwei Lastwagenfahrer wurden eingesperrt. Aber es war bereits genug Schaden angerichtet worden: Eine größere Zahl gesuchter Nazis hatte sich aus Deutschland "abgesetzt".
Odessa war ein dicht geknüpftes, gut funktionierendes Netz. Alle vierzig Kilometer war eine "Anlaufstelle" eingerichtet, bestehend aus drei, nie aber mehr als fünf Leuten, die nur die zwei nächstgelegenen Anlaufstellen kannten -- die, von der Flüchtlinge kamen, und die, an die sie weitergeleitet wurden.
Anlaufstellen gab es entlang der ganzen deutsch -- österreichischen Grenze; besonders in Ostermiething (Oberösterreich), in Zell am See (Salzburger Land) und in Igls nahe Innsbruck in Tirol. In Lindau hatte Odessa eine "Export-Import"-Gesellschaft gegründet, deren "Vertreter" in Kairo und Damaskus saßen.
Die Informationen, die Hans mir gegeben hatte, wurden im darauffolgenden Jahr von einem österreichischen Polizeibeamten in Bregenz bestätigt; er nannte mir eine Menge illegaler Transporte, die aus dem nahegelegenen Lindau kamen. Bregenz und Lindau am Bodensee, wo die Grenzen von Deutschland, Osterreich und der Schweiz zusammentreffen, waren genau die richtigen Orte für Leute, die schnellstens weg wollten.
Der österreichische Beamte sagte, daß diese illegalen Transporte für die deutschen, österreichischen und Schweizer Polizeibeamten ebensowenig ein Geheimnis seien wie für die französischen Besatzungsbehörden" die offenbar ein Auge zudrückten.
"Haben Sie je von Haddad Said gehört?" fragte er mich. "Ein Deutscher mit einem syrischen Paß; er organisiert viele Transporte, die von Lindau kommen und über Bregenz gehen."
"Wo hat er seinen Stützpunkt?"
"In München und Lindau. Von dort leitet Haddad Said die Gruppen durch Bregenz. Wir können sie nicht aufhalten. Sie haben gültige Grenzscheine. Von Bregenz aus gehen sie über die nur wenige Kilometer entfernte Schweizer Grenze. Von dort fliegen sie in den Nahen Osten oder nach Südamerika. Alle haben sie gültige Pässe, Visa und eine Menge Geld."
Ich fragte: "Können Sie denn gar nichts wegen dieser Transporte unternehmen?"
"Was können wir schon tun? Diese Leute kommen nur durch, und wir sind froh, daß sie aus unserem Land draußen sind. Ihre Papiere sind in Ordnung. Oft sind die Reisen in die Schweiz als Familienbesuche getarnt. Die Flüchtlinge werden von Frauen und Kindern begleitet -- aber die sind in Wirklichkeit Einwohner von Lindau und spielen nur die Rolle von Angehörigen. Kein Mensch behelligt sie mit Fragen. Dieser Haddad Said hat seine Freunde in hohen Stellungen, die ihm sehr nützlich sind."
Ich fragte: "Aber was ist mit den französischen Besatzungsbehörden?"
Er zuckte mit den Schultern. "Das ist es ja, was die Nazigegner unter uns wirklich stört. Vielleicht hat Haddad Said auch da seine Verbindungen. Ich habe gehört, daß ähnliche Transporte auch von den Amerikanern und Briten in ihren Zonen geduldet werden."
Später -- viel zu spät -- fand ich heraus, daß Haddad Said der Hauptsturmführer Franz Röstel war, einer der führenden Leute der Odessa. Er pendelt heute zwischen einer deutschen Siedlung in Uruguay und der Costa Brava in Spanien hin und her, wo viele frühere SS-Führer und Parteibonzen hübsche Ferienhäuser haben.
Ebenso entdeckte ich, daß Odessa auch über eine sogenannte "Kloster-Route" zwischen Österreich und Italien verfügte. Römisch-katholische Priester, zum Teil Franziskaner, halfen, die Flüchtlinge über eine Reihe "sicherer" Klöster hinunterzubringen. Zweifellos haben die Priester aus einem gewissen Gefühl christlichen Mitleids gehandelt; viele mögen während der Nazi-Herrschaft das gleiche für Juden getan haben.
Als ich mehr über die Tätigkeit von Odessa herausgefunden hatte, wurde mir auch klar, warum der Abwehrdienst der Alliierten nichts wußte. Die Männer, die Odessa leiteten, hatten an alles gedacht.
Die Anlaufstellen waren gut getarnt -- ein unauffälliger Gasthof, eine verlassene Jagdhütte in den Wäldern, ein einsames Bauernhaus nahe der Grenze. Dort konnten die "Reisenden" einige Stunden, Tage oder Wochen bleiben, bis der nächste Teil der Strecke sicher war.
Und während die normalen deutschen und österreichischen Bürger nicht von einer Besatzungszone in die andere fahren durften ohne besondere Genehmigung, hatten es die Spezialisten von Odessa geschafft, Grenzscheine für alle Besatzungszonen zu erhalten.
Welche Ironie! Einer ganz ähnlichen Methode bediente sich die israelische Einwanderer-Organisation "Bricha" (das hebräische Wort für "Flucht") bei ihren illegalen Transporten; die Bricha leitete jüdische Flüchtlinge durch Österreich nach Italien und von dort nach Palästina. Manchmal benutzten beide Organisationen sogar die gleichen Einrichtungen zur gleichen Zeit.
Ich kenne ein kleines Gasthaus in der Nähe von Meran, wo illegale Nazi- und illegale Judengruppen zuweilen die Nacht unter dem gleichen Dach verbrachten, ohne voneinander zu wissen. Die Juden waren im ersten Stock versteckt und angewiesen, sich nicht zu rühren; und die Nazis im Erdgeschoß hatte man dringend gewarnt, sich außerhalb des Hauses sehen zu lassen.
Ein Kurier der Bricha hat mir einmal erzählt, wie so etwas geschehen konnte: "Wir alle waren versteckt wie die Diebe in der Nacht. Allen hatte man gesagt, sie sollten ja da bleiben, wo sie eingewiesen waren. Tauchte ein Fremder auf, verschwand man schleunigst. Unsere Kontaktmänner haben sich bestimmt amüsiert -- es waren Berufsschmuggler aus der Gegend, die auf gutem Fuß standen mit der Polizei und den Grenzposten. Es war ihnen egal, wen sie hinüberbrachten -- wenn sie nur bezahlt wurden."
Odessa hatte Kontakt nicht nur zu berufsmäßigen Schmugglern in allen Grenzgebieten, sondern auch wertvolle Verbindungen zu spanischen, ägyptischen, syrischen und bestimmten südamerikanischen Botschaften in verschiedenen europäischen Hauptstädten.
Sie standen in Verbindung mit der "Sozialen Hilfsorganisation". spanischer Falangisten, die sich in Spanien um die "Touristen" kümmerte und sie nach Südamerika weiterleitete. Andere wurden nach Genua gebracht, wo sie Schiffe nach Südamerika fanden.
All das kostete natürlich Geld, das irgend jemand aufbringen mußte. Und irgendwer brachte es auch auf. Die Geschichte der Finanzierung von Odessa beginnt viel früher als Odessa selbst.
Im Frühjahr 1946 (als ich noch für den amerikanischen Geheimdienst OSS arbeitete) brachte ein amerikanischer Offizier einen großen Rucksack in unser Büro in Linz und zog daraus einen dicken, dunkelblauen Umschlag hervor. Die Dokumente in diesem Umschlag, so berichtete er, habe er einem Gefangenen im SS-Internierungslager Ebensee, in der Nähe von Bad Ischl, abgenommen.
Die Amerikaner merkten ebensowenig wie ich, daß es sich um eines der erstaunlichsten Dokumente handelte, die den Alliierten seit Kriegsende in die Hände gefallen waren. Die Dokumente betrafen Nazi-Kapital, nicht Nazi-Verbrechen -- und ich war nur an Nazi-Verbrechen interessiert.
Ich schaute mir die Dokumente an und meinte, man solle sie den Leuten von der US-Vermögenskontrolle übergeben. Es war dies einer von den Fehlern, die Ich anfangs gemacht habe. Seitdem habe ich gelernt, daß gerade Geld oft eine Spur hinterläßt, die zum Versteck eines Mörders führt.
Bei den Aufzeichnungen befand sich das Protokoll über eine streng geheime Besprechung führender deutscher Industrieller im August 1944 im Hotel "Maison Rouge" in Straßburg. Weder Hitler noch die Gestapo hatten Kenntnis von dieser Besprechung, die genau zwanzig Tage nach dem erfolglosen 20.-Juli-Putsch gegen Hitler stattfand.
Man kam überein, daß man auf weite Sicht alle Vorbereitungen dafür treffen müsse, die Nazi-Vermögen vor der Beschlagnahme durch die Alliierten zu bewahren und das deutsche Kriegspotential für die Zukunft zu retten, Der erste Schritt war, Fonds, Depots, Patente und Entwürfe neuer Waffen dagegen zu sichern, daß sie in die Hände der Alliierten fielen.
Zu einer Zeit, als der gewöhnliche Bürger mit dem Tod bestraft wurde, wenn er nur eine einzige Ein-Dollar-Note aus dem Lande schmuggelte, errichteten die großen Herren der deutschen Industrie Unternehmen im Ausland unter dem Deckmantel legitimen Geschäftsgebarens. Strohmänner im Ausland begannen, das Geld auf ihren Namen anzulegen. Nicht die geringste Spur durfte zurück nach Deutschland führen.
Ein 1946 von der US-Vermögenskontrolle herausgegebener Bericht erwähnt 750 Firmen, die in der ganzen Welt von Deutschen mit deutschem Geld errichtet worden waren: 112 in Spanien, 58 in Portugal, 35 in der Türkei, 98 in Argentinien, 214 in der Schweiz und 233 in verschiedenen anderen Ländern.
Viele Jahre später -- im Januar 1966 -- führte ich in meinem Büro eine Unterredung, die bewies, daß meine früheren Vermutungen wohlbegründet gewesen waren. Die Witwe eines ehemaligen SS-Obersturmbannführers erzählte mir eine interessante Geschichte:
Im Herbst 1944 waren die SS-Vorgesetzten ihres Mannes an ihn herangetreten. Sie wußten, daß er ein kleines Konto bei der Dresdner Bank hatte. Die Nummer dieses Kontos wollten sie wissen; zugleich verlangten sie seine Unterschrift auf zwei leeren Bogen Papier. Er tat wie befohlen.
Nach dem Krieg kamen alle "deutschen Banken unter die Kontrolle der Alliierten, die Haupttreuhänder für die Verwaltung aller Nazi-Vermögen einsetzten. Eines Tages eröffnete der Haupttreuhänder dem ehemaligen Obersturmbannführer, daß auf seinem Namen zwei Konten existierten: eines über 12 000 Mark und ein zweites über 2 600 000 Mark.
"Natürlich wußte mein Mann von den 12 000 Mark", sagte die Frau. "Aber er hatte keine Ahnung, woher das Geld auf dem grollen Konto kam. Er erklärte dem Treuhänder, daß man ihn ein leeres Papier habe unterschreiben lassen; er frage sich, was wohl mit seiner Unterschrift geschehen sei. Wenn man schon soviel Geld auf das Konto eines gewöhnlichen Obersturmbannführers eingezahlt hat, wieviel mag man dann erst für die Nazibonzen eingezahlt haben?"
Ich erklärte der Frau, daß es schwer sein werde, die richtige Antwort darauf zu finden. Das Bankgeheimnis gehört noch immer zu den bestgehüteten Geheimnissen der Welt. Für mich ist dieser Fall ein Beweis, daß die Nazis, bevor der Krieg zu Ende war, große Geheimfonds eingerichtet haben -- zum Aufbau eines Vierten Reiches.
Nach der Niederschrift, die der amerikanische Offizier 1946 beschlagnahmt hatte, war gerade über solche Dinge bei jener denkwürdigen Besprechung im "Maison Rouge" im August 1944 diskutiert worden. Als Ergebnis der Straßburger Konferenz wurden große Geldbeträge ins Ausland transferiert. Aus solchen Quellen wurde Odessa finanziert.
Hinzu kamen Beträge aus eigenen Geschäften der Odessa: Schrott wurde per Schiff nach Tanger und Syrien verfrachtet, und Waffen, die aus amerikanischen Arsenalen in Deutschland stammten, wurden von Odessa-Kurieren in den Nahen Osten geschmuggelt.
Odessas Kontaktleute besorgten Import- und Export-Genehmigungen und schafften Kriegsmaterial durch Löcher im "Eisernen Vorhang". (Eines dieser Löcher war Wien, von wo aus man Rohstoffe in die nahegelegene Tschechoslowakei lieferte.) Odessa war eine Organisation findiger Berufsschieber.
Gleichwohl blieb manches Geheimnis der Odessa im dunkeln. Ich stellte nur viele Fragen, die bis heute unbeantwortet geblieben sind, vor allem diese: Wer entschied über die Prioritäten -- wer also sollte mit Hilfe der Odessa vordringlich nach Übersee gelangen? Es muß lange Wartelisten gegeben haben und viel Gedränge.
Und eine zweite Frage: Wer wählte die Namen von Frauen und Kindern gestorbener, geflohener oder inhaftierter Nazis aus? Solche Familien wurden aus geheimen Geldquellen unterstützt. Wer bestimmte, welche Beträge sie erhalten?
Es gibt einige Spuren, aber es ist schwer, ihnen zu folgen. Manche freiwilligen Mitarbeiter haben mir beim Spurenlesen geholfen. Einer von ihnen war Alex. Er kam an einem Tag des Jahres 1958 in mein Büro und war recht nervös. Er trug eine dunkle Brille. Warum, war nicht ersichtlich, denn es war ein trüber, bewölkter Tag.
Ganz offensichtlich quälte den Mann ein Geheimnis. Als er vor mir stand, zuckte er hilflos mit den Schultern. Er wußte offenbar nicht, wo er anfangen sollte. "Ich fürchte, es ist eine seltsame Geschichte", sagte er dann.
Ich forderte ihn auf, sich zu setzen. "Niemand weiß, daß ich zu Ihnen gegangen bin", sagte er. "Mein Vater war Ingenieur. Vor dem Ersten Weltkrieg muß meine Familie ziemlich wohlhabend gewesen sein. Vater hat mir oft von seinem Großvater erzählt, dessen Photographie in einem ovalen Rahmen in der Bibliothek hing. Vater erzählte mir, sein Großvater sei ein
* In diesem Zimmer fand am 16. August 1944 die Geheimkonferenz deutscher Wirtschaftler statt.
** Auf einer Konferenz der verfolgten-Organisation "Union Internationale des Résistants et Déportés", Juni 1965.
bekannter Gelehrter gewesen." Er stockte. "Ein Rabbiner."
Ich gebe zu, daß ich meinen Besucher mit Verwunderung betrachtete. Jeder nazistische "Rassenforscher" hätte diesen jungen Mann ohne Zögern als hundertprozentigen Arier bezeichnet.
"Ja, mein Großvater und mein Vater waren Juden. Meine Mutter war Christin, von ihr habe ich das blonde Haar und die blauen Augen. Als Hitler im März 1938 Österreich besetzte, war ich sechzehn Jahre alt." Er sprach jetzt weniger stockend.
"Auf einmal war ich Halbjude. Ich verstand zwar nicht so recht, was das hieß, wohl aber meine Eltern. Sie wußten, was mit den Halbjuden und Vierteljuden in den vergangenen vier Jahren in Deutschland passiert war. Meine Eltern besprachen das Problem meines Halbjudentums mit ihrem besten Freund, mit dem Mann, den ich "Onkel" nenne. Er war ein bekannter Wiener Arzt. Onkel ist kein Jude.
"An dem Tag, als er zu uns kam, merkte ich, daß in der Bibliothek meines Vaters etwas sehr Wichtiges besprochen wurde. Schließlich wurde ich hineingerufen. Vater fragte mich, ob ich wisse, daß ich nach den Gesetzen der Nazis ein Halbjude sei. Ich nickte.
"Vater sagte: "Wir müssen einen Weg finden, dich zu schützen. Mutter und ich sind nicht wichtig. Wir haben unser Leben gelebt. Aber du hast noch alles vor dir. Es ist das Opfer wert, glaube mir. Wir haben alles mit Onkel Franz besprochen. Mutter wird bei der Behörde angeben, daß du nicht ... nun, daß du nicht mein Sohn bist. Daß sie und Onkel Franz ...'
"Er schwieg einen Augenblick, unfähig weiterzusprechen, dann sagte er: "Sie wird angeben, daß du ihr uneheliches Kind bist, und Onkel Franz wird es bestätigen."
Mein Besucher sah starr vor sich hin. "Ich war völlig verwirrt. Meine Mutter hörte auf zu weinen und sagte sehr ruhig: "Natürlich ist Vater dein richtiger Vater. Ich werde ihnen eine Lüge erzählen, Wir müssen es tun. Es ist für dich und deine Zukunft wichtig."
"Und so wurde ich Arier. Ich weiß nicht, wie sie es geschafft haben. Vermutlich gab Mutter eine eidesstattliche Erklärung ab, die von Onkel Franz bestätigt wurde. Ich behielt meinen Namen. Hätte Onkel Franz mich offiziell adoptieren müssen, wäre die Zustimmung seiner Frau nötig gewesen; aber die ganze Sache sollte geheim bleiben."
Er sagte ruhig: "1940 habe ich mich freiwillig gemeldet ... zur Waffen-SS." Ich war fassungslos: "Zur SS?"
"Es war die Idee von Onkel Franz. Und ich war einverstanden. Man hörte allerlei über Grausamkeiten gegen Juden. Man wußte nichts Gewisses, aber es wurde dieses und jenes geflüstert. Wir nahmen an, daß sie einen Juden, dessen Sohn sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet hätte, in Ruhe lassen würden.
"Nun ja, ich kam zu einer Division in Deutschland. Im Frühjahr 1941 wurden wir nach dem Osten verlegt. Im Juni erfolgte dann der Überfall auf Rußland. Unsere Division hatte die Ehre, unter den ersten zu sein, die die sowjetische Grenze überschritten.
"Ich war tief in Rußland, als ich von meiner Mutter einen kurzen Brief bekam. Sie hatte sich von Vater scheiden lassen. Das war alles, was sie schrieb. Natürlich wußte sie, daß alle Post zensiert wurde. Einige Monate später kam ich auf Urlaub nach Hause.
"Mutter erzählte mir, was passiert war. Eines Tages hatte man sie zur Gestapo beordert. Dort fuhr man sie hart an. Ob sie sich nicht darüber klar sei, daß die Mutter eines SS-Mannes nicht mit einem Juden verheiratet bleiben dürfte? Als sie erklärte, sie werde sich nie von ihrem Mann scheiden lassen, riet ihr der Gestapo-Kommissar, sie solle doch lieber noch einmal darüber nachdenken. Sonst werde sie nur mir das Leben schwermachen."
Er stand auf und ging vor meinem Schreibtisch auf und ab. "Mein Vater war sofort einverstanden. Er hatte bereits sein ganzes Vermögen auf Mutters Namen überschreiben lassen. Einige Wochen darauf holten sie ihn ab. Weder die Scheidung noch die Tatsache, daß ich bei der Waffen-SS an der Front stand, rettete ihn. Er wurde wie alle Juden deportiert."
Er schwieg und wartete, daß ich etwas sagte. Er war ein Jude, der SS-Mann geworden war. Auf dem Kragen seiner Uniform hatte er das Abzeichen der Massenmörder seines eigenen Volkes getragen. Was konnte ich dazu sagen?
Ich stand auf und bat ihn, sich neben mich auf das Sofa zu setzen. "Wenn Ihre Geschichte wahr ist -- und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln -, dann sind Sie einer von denen, die verfolgt wurden. Wie so viele von uns haben Sie Ihre Eltern verloren. Sie haben versucht, Ihren Vater zu retten ..."
Er sprang auf. "Ich werde Ihnen sagen, warum ich zu Ihnen gekommen bin, Herr Wiesenthal. Vor mir selbst und für Sie bin ich Jude. Aber für die Außenwelt könnte ich SS-Mann bleiben und Ihnen bei Ihrer Arbeit helfen. Ich habe das Gefühl, es ist das einzige, was ich noch tun kann, um wenigstens etwas von Nutzen zu sein." Ich sagte nichts.
"Sie trauen mir nicht? Ich weiß, es ist schwer, eine so unglaubliche Geschichte zu glauben. Deshalb habe ich Ihnen alle Unterlagen über mich mitgebracht."
Er übergab mir zwei mit der Schreibmaschine beschriebene Seiten. "Prüfen Sie jede Einzelheit nach. Schicken Sie Ihre Leute zur Polizei wohin Sie wollen. Ich will gerne dafür zahlen. Und wenn Sie davon überzeugt sind, daß ich Ihnen die Wahrheit gesagt habe, schreiben Sie mir."
Ich fragte ihn, was er zur Zeit mache. "Ich arbeite als Reisender. Diese Tätigkeit verschafft mir die Möglichkeit, In Österreich und Deutschland herumzukommen, später auch in anderen Teilen Europas. Ich bin nicht verheiratet. Sie sehen, ich könnte nützlich sein."
Zwei Wochen später saß er mir wieder gegenüber. Ich sagte ihm, daß wir alles überprüft hatten. "Sie haben mir die Wahrheit gesagt, genau wie ich es erwartet habe. Niemand würde seine toten Eitern dazu benützen, mich hinters Licht zu führen."
Er meinte sarkastisch: "Auch nicht ein SS-Mann?"
"Wir wollen es nicht hoffen. Jetzt möchte ich Ihnen etwas erzählen, was Sie nicht gewußt haben. Ich habe festgestellt, wohin Ihr Vater verschleppt worden ist. Der Transport ging nach Riga. Es ist durchaus möglich, daß er ganz in Ihrer Nähe war, als Sie dort im Lazarett lagen."
Er war wie benommen. Er schluckte mühsam, dann sagte er: "Herr Wiesenthal, lassen Sie uns anfangen -- je eher, desto besser. Ich muß irgend etwas für Sie tun, sonst werde ich noch verrückt."
Ich zeigte ihm einige Akten und berichtete ihm von unseren Nachforschungen. Als Mitglied einer SS-Kameradschaft würde er es gar nicht nötig haben, zu heucheln; er mußte nur die Rolle, die er im Krieg gespielt hatte, noch ein wenig weiterspielen.
Er spielte seine Rolle tadellos. Er wurde beliebt bei den "Kameraden", die ihn seiner "radikalen" Ansichten wegen schätzten, und er wurde einer von ihnen.
Alex und ich trafen uns nie in der Öffentlichkeit. In seinen Aufzeichnungen nennt er mich "Felix". Wir treffen uns nur da, wo wir sicher sein können, von anderen nicht gesehen zu werden. Er liest alle Bücher über den Zweiten Weltkrieg und das Nazi-Regime, deren er habhaft werden kann: Oft sieht er die Dinge mit den Augen dessen, der "auf der anderen Seite gestanden hat".
Manches Mal besprechen wir einen Fall von beiden Standpunkten aus, und daraus ergibt sich dann eine ganz besondere Perspektive. Alex ist einer meiner wertvollsten Mitarbeiter. Wie gut er arbeitet, entdeckte ich vor einiger Zeit.
Mir wurde hinterbracht, daß frühere SS-Männer in der Hauptstadt eines der österreichischen Bundesländer gedroht hatten, mich umzubringen. Ich übergab die Information der österreichischen Bundespolizei, die deshalb Schritte unternahm. Privat bat ich Alex darum, der Sache nachzugehen.
Zwei Wochen später zeigte mir der Chef der Bundespolizei den Bericht seiner Leute. Es war ihnen gelungen, Zugang zu der "Kameradschaft" jener Stadt zu finden und an mehreren Treffen teilzunehmen.
Der Bericht besagte, der gefährlichste SS-Mann sei der Reisende XY, ein hochgewachsener Mann mit graublauen Augen und rötlichblondem Haar, früheres Mitglied der Waffen-SS, "einer dieser unverbesserlichen Typen mit radikalen Ansichten, die unter Beobachtung bleiben sollten". Alex natürlich.
Im Fall Kurt Wiese spielte Alex auch eine wichtige Rolle. Es begann, für mich völlig unerwartet, eines Abends Anfang Juli 1964. Ich hatte mir die Abendnachrichten angehört. Am Ende der Übertragung war eine kurze Pause.
Dann kam noch einmal die Stimme des Ansagers: "Es folgt eine wichtige Durchsage des Polizeipräsidiums Köln: Kurt Wiese, angeklagt wegen Kriegsverbrechen, ist aus seiner Wohnung in Köln, wo er die letzten Jahre gelebt hat, geflüchtet. Wiese war nach seiner Verhaftung gegen Kaution bis zu seiner Verhandlung auf freien Fuß gesetzt worden. Er hatte sich alle drei Tage bei der Staatsanwaltschaft zu melden. Nachdem er eine ganze Woche nicht erschienen war, suchte ihn die Kriminalpolizei auf. Nachbarn gaben an, daß Wiese schon seit einigen Tagen nicht mehr gesehen worden ist."
Die berufsbedingt unbeteiligte Stimme des Ansagers verriet keinerlei Interessiertheit, als er seine Zuhörer aufforderte, "sachdienliche Angaben der Staatsanwaltschaft in Köln oder der nächsten Polizeidienststelle zu melden".
Ich hatte den Namen Wiese oft genug gelesen. Ich wußte, daß man den einst in Polen eingesetzten Kriminalassistenten, Gestapofunktionär und SS-Mann Kurt Wiese beschuldigte, 1942 und 1943 mindestens 200 Menschen, darunter 80 jüdische Kinder, in Grodno und Bialystok umgebracht zu haben.
Die ehemals polnischen Städte Grodno und Bialystok waren von den Russen besetzt worden. Anläßlich einer Pressekonferenz in Wien sprach ich mit Wladimir Gawilewski, dem Leiter des Wiener Büros der sowjetischen Nachrichtenagentur Tass. Gawileswki sagte mir zu, in die Sowjet-Union zu schreiben und um Material gegen Wiese zu bitten. Als er mir schließlich die Akten brachte, meinte er: "Ich weiß, daß Sie Gebrauch davon machen werden. Wenn ich sie den Westdeutschen gebe, begraben sie sie unter ihren Akten."
Ich habe das Material allerdings später selbst den deutschen Behörden übermittelt. Soweit mir bekannt ist, war dies das erstemal, daß die Sowjets mit dem Westen in Verfolgung eines solchen Falles zusammenarbeiteten.
Die sowjetischen Akten enthielten eine Aufstellung von Wieses Verbrechen mit den Namen der Zeugen und ihren Aussagen. Zum Beispiel: Im Sommer 1942 erschoß Wiese einen Mann namens Slep, der versucht hatte, das Getto ohne Erlaubnis zu verlassen. Er erschoß Frau Adassa Ketzel, die versucht hatte, ein kleines Stück Brot mit ins Getto zu nehmen.
Im November 1942 "hängte er eigenhändig eine Frau Prenski auf sowie zwei Männer namens Schindler und Drukker". Einige Zeit darauf, hieß es in den Akten, erschoß er ein unbekanntes Mädchen, dessen Verbrechen in seinen Augen darin bestanden hatte, daß "sie mit einer Katze spielte".
Als im Februar 1943 das Getto Nr. 1 in Grodno liquidiert wurde, erschossen Wiese und einige weitere Angehörige der Gestapo das gesamte Personal des jüdischen Getto-Krankenhauses, über 40 Menschen. Der Generalstaatsanwalt der Weißrussischen Sowjetrepublik teilte mir mit, daß die Hauptzeugen, zwei Männer namens Schukowski und Klowski, die Erlaubnis erhalten würden, nach Deutschland zu kommen, um gegen Wiese auszusagen.
Nach unseren Informationen hatte Wiese außerdem im Dezember 1942 mit seiner Maschinenpistole 20 Juden an einem Zaun des Gettos Nr. 1 niedergemacht; der Kommandant des Gettos Nr. 2, ein SS-Mann mit Namen Streblow, war dabeigewesen. Bei diesem Gemetzel hatte Wiese einen der jüdischen Getto- Wächter verwundet. Der Mann rannte davon und brach im Hof des nächsten Hauses zusammen. Wiese lief ihm nach und schoß den am Boden Liegenden durch den Kopf.
Die Liste ist nicht ganz vollständig. Was Wiese nach 1943 begangen hat, ist noch immer unbekannt. Wiese, nach dem Krieg Metallarbeiter bei den Kölner Ford-Werken, wurde 1963 in Köln verhaftet und nach wenigen Monaten freigelassen gegen eine Kaution in Höhe von 4000 Mark. Und nun war er geflüchtet.
Wie ich eigentlich zu der Annahme kam, Wiese sei nach Österreich geflohen, vermag ich nicht zu sagen. Es war nur eine Ahnung, aber ich habe gelernt, meinen Ahnungen zu vertrauen -- sie haben sich bei der geduldigen Suche nach Anhaltspunkten, beim hartnäckigen Aufspüren von Zeugen nach 20 Jahren und bei meinen Schlußfolgerungen immer als nützlich erwiesen.
Im Gebiet von Grodno hatten viele SS-Einheiten gelegen, die aus Deutschen und Österreichern bestanden. Jedenfalls vermutete ich, Wiese werde versuchen, nach Österreich zu gelangen, um dort mit einigen früheren Kameraden Verbindung aufzunehmen, die ihm behilflich sein, ihn verstecken und ihn dann in ein "sicheres" Land schleusen konnten, nach Südamerika oder in den Nahen Osten.
Ich rief Alex an. Die SS-Kameradschaft hat Gruppen in allen großen und nicht wenigen kleineren Städten Österreichs und Deutschlands. Die Mitglieder treffen sich in unauffälligen Gasthöfen oder kleinen Bierlokalen. (Wir haben eine ganze Liste solcher Treffpunkte in Österreich.)
Alex deutete sehr vorsichtig an -- man wußte ja nie, ob jemand mithörte -, er habe einige Neuigkeiten über "die Waren" gehört und fahre jetzt nach Graz.
Innsbruck, Graz und Salzburg gehören in Österreich zu den beliebtesten Anlaufstellen für Flüchtlinge. In diesen Städten gibt es gut organisierte Kader von Helfern. Salzburg ist besonders beliebt, da es nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Im Sommer passieren lange Autokolonnen in beiden Richtungen die Zollstation Walserberg" an der ganz oberflächlich abgefertigt wird. Deutsche brauchen keinen Paß -- eine Kennkarte genügt.
Am nächsten Abend rief Alex mich aus Graz an. Seine Stimme klang aufgeregt. "Einer der hiesigen "Kameraden" hat mir erzählt, daß gerade jemand angekommen ist, angeblich ein Flüchtling aus der deutschen Sowjetzone. "Wenn den Sowjets einer entkommen ist, müssen wir ihm helfen", sagte der 'Kamerad' ... Ich bin sehr neugierig. Könnte es der Bursche sein, nach dem wir fahnden?"
Ich fragte: "Wie ist er nach Graz gekommen?"
"Es heißt, über die Tschechoslowakei. Er wartet darauf, daß seine Frau ihm folgt und will dann mit ihr nach Westdeutschland, wo sie Verwandte haben."
"Da ist irgend etwas faul, Alex. Käme er wirklich aus der Tschechoslowakei, wäre er nicht nach Graz gegangen, sondern nach Wien, Linz oder Salzburg."
"Genau das habe ich mir auch gedacht. Vielleicht sollte ich ihn mir mal anschauen."
Ich meinte: "Vielleicht ist es gar nicht der Mann, den wir suchen. Aber er könnte ja auch sonst interessant für uns sein."
"Einer der "Kameraden" hat ihn für die Nacht untergebracht. Heute morgen saß der Mann eine Stunde mit Norbert Berghe von Trips zusammen."
"Trips!", sagte ich, "dann muß es der Gesuchte sein." Am Telephon konnte ich Alex nicht erklären, daß die einzelnen Steinchen des Mosaiks begannen, sich zum Bild zusammenzufügen.
Trips war während des Krieges Gestapo-Kommissar und der letzte Kommandant des Pawiak-Gefängnisses in Warschau gewesen. Er wird -- nicht sehr rühmlich -- in "Hinter den Mauern von Pawiak" erwähnt, einem Bericht des Polen Leon Wanat über die Greuel in jenem Gefängnis. In meinem Dokumentationszentrum liegt eine Akte über Trips. Und es gibt eine weitere Akte über ihn beim österreichischen Innenministerium.
Ich fragte: "Und wo ist er im Augenblick?"
"Ein gewisser Hubert Zimmermann", antwortete Alex, "der rechts stark hinkt, ist vor einer Stunde aus Graz fort. Aber ich weiß, wo er ..."
Es klickte. Alex mußte eingehängt haben. Ich wartete einige Zeit, doch es kam kein weiterer Anruf. Und ich konnte Alex nicht erreichen, denn ich wußte gar nicht, wo er war.
Früh am nächsten Morgen rief Alex mich an. "Es tut mir leid, daß ich unser Gespräch gestern abend nicht beenden konnte. Ich sprach von einem Hotel aus. Und gerade da kam ein 'Kamerad' herein. Jetzt spreche ich aus einer Telephonzelle auf der Straße zum Semmering."
"Was machst du am Semmering?" Das ist ein bekannter Ausflugsort in den Bergen, 100 Kilometer von Wien entfernt und bei den Wienern und den Fremden gleichermaßen beliebt. Es gibt dort große und kleine Hotels, wunderschöne Spazierwege durch den Wald, Skilifts und andere Unterhaltungsmöglichkeiten.
"Dieser Hubert Zimmermann hat sich in einem großen Hotel am Semmering eingetragen; sein alter Freund, (der SS-Führer) Eberhard Gabriel, hat das besorgt. Ich habe gehört, daß Zimmermann morgen in Wien sein will -- wozu, ist mir nicht recht klar."
Das ist ja recht interessant, dachte ich mir. SS-Standartenführer Herbert Zimmermann war während des Krieges der Vorgesetzte von Wiese und Trips gewesen. Später fand ich heraus, daß er Wiese gebeten hatte, Trips zu danken; dieser hatte nämlich in Deutschland zugunsten seines früheren Vorgesetzten ausgesagt, nach dem Wahlspruch der SS: "Meine Ehre heißt Treue."
"Herbert" läßt sich leicht in "Hubert" ändern. Mein erster Gedanke war, daß Zimmermann dem Wiese seine eigene Kennkarte gegeben hatte. Aber später erzählte mir ein deutscher Staatsanwalt: "Die Nazis machen manchmal Fehler, aber in diesem Fall war es ein reiner Zufall, daß Wiese Papiere auf den Namen Zimmermann hatte. Vielleicht gefiel ihm der Name?"
Am nächsten Tag berichtete mir Alex vom Semmering. Trips hatte "Zimmermann" mit seinem Wagen abgeholt; beide waren nach Wien gefahren. Ich rief Dr. Josef Wiesinger vom Innenministerium an und fragte, ob ein deutsches Ersuchen um Fahndung nach Wiese bei den österreichischen Behörden vorliege.
Dr. Wiesinger verneinte. Man hatte in Wien weder Steckbrief noch Haftbefehl. Ich gab Dr. Wiesinger eine Beschreibung von Zimmermann-Wiese, wie ich sie von Alex erhalten hatte: Wiese war groß, etwa 50 Jahre alt, trug einen dunkelgrauen Anzug und eine Brille. Rechts hinkte er infolge einer Verwundung. Man mußte ihn eigentlich leicht erkennen können.
Während der nächsten Tage blieb "Zimmermann" am Semmering, fuhr aber dreimal nach Wien, wo er es jedesmal fertigbrachte, zu verschwinden. Ich vermutete, daß er dort "Kameraden" traf, wohl um Geld und ein Visum für die Reise in die Sicherheit zu bekommen.
Dienstag, der 21. Juli 1964, war ein schwüler Hochsommertag. Schon am frühen Morgen rief Alex mich vom Semmering aus an. Er müsse mich sofort treffen.
Als ich hinauf kam, wartete Alex schon ganz nervös. "Wir müssen schnell handeln, oder Wiese geht uns für immer durch die Lappen. Er war zweimal auf der ägyptischen Botschaft in Wien. Offenbar hat er einen gestohlenen Paß. Er hatte Schwierigkeiten mit den ägyptischen Beamten. Sie wollten ihm in Wien kein ägyptisches Visum erteilen, und er sollte auch nicht von Wien mit dem Flugzeug nach Kairo.
Alex: "Sie haben Wiese nahegelegt, mit dem Zug nach Belgrad zu fahren und dort zur ägyptischen Botschaft zu gehen. Von Belgrad fliegen regelmäßig Maschinen nach Kairo. Wiese will heute nachmittag mit dem 4.05-Uhr-Expreß vom Semmering nach Graz. Von Graz ist es leicht, nach Belgrad zu kommen."
Jetzt war es kurz nach zehn Uhr. Wir hatten also weniger als sechs Stunden, um Wiese zu fassen. Wenn er es schaffte, aus Österreich hinauszukommen, konnte er sich mit anderen Naziverbrechern in Ägypten zusammentun, die zwar des Massenmordes angeklagt sind, aber nicht vor Gericht gestellt werden können: Ägypten liefert keinen von ihnen aus.
Ich bat Alex, zum Semmering zurückzufahren und ein Auge auf Wiese zu haben. Ich selbst fuhr nach Wien und rief Dr. Wiesinger im Innenministerium an: Wiese wohne in einem Hotel am Semmering, wo er als "Hubert Zimmermann" eingetragen sei; er besitze einen falschen Paß, habe ein Visum nach Ägypten versprochen bekommen und sei im Begriff, den Nachmittagsexpreß nach Graz zu nehmen.
Wiesinger äußerte sich sehr vorsichtig: "Bevor ich irgend etwas tun kann, brauchen wir aus Deutschland amtliche Einzelheiten über den Flüchtigen. Meine Beamten können diese dann mit Ihrer Beschreibung vergleichen. Versuchen Sie, mir diese Angaben schnellstens zu verschaffen."
Ich führte ein dringendes Ferngespräch mit dem Bundeskriminalamt in Wiesbaden und verlangte den Beamten, der den Fall Wiese bearbeite. Diesem erzählte ich, was geschehen war, und bat ihn, mir den genauen Wortlaut des Steckbriefs durchzugeben.
Der Mann in Wiesbaden zögerte. Er habe die Akte Wiese nicht zur Hand. Außerdem dürfe er amtliche Unterlagen nicht "an Privatpersonen oder private Organisationen" weitergeben. Wie hier, so bin ich immer und immer wieder gegen solche Hindernisse angerannt, da ich keine amtliche Eigenschaft besitze.
Ich sagte ihm: "Es ist jetzt zwölf Uhr dreißig. Wenn wir noch weitere drei Stunden warten, werden Sie Wiese nie mehr erwischen. Sie haben doch einen Haftbefehl gegen ihn, oder nicht? Können Sie mir denn nicht die Beschreibung auf diesem Haftbefehl vorlesen?"
"Ich darf es nicht, Herr Wiesenthal. Ich werde versuchen, die Personalbeschreibung an die Interpol in Osterreich weiterzuleiten. Es tut mir leid, aber das ist die einzige Möglichkeit."
Nochmals rief ich das österreichische Innenministerium an und bat Wiesinger, mit Köln zu telephonieren. Dort könne er bestimmt eine amtliche Beschreibung bekommen. Einer von Wiesingers Beamten sprach mit Köln.
Nach einer langen Wartezeit wurde ihnen mitgeteilt, der Staatsanwalt "sei nicht in seinem Dienstzimmer. In Köln versuchte man, den Staatsanwalt in Dortmund zu erreichen -- ohne Erfolg. Das Glück war Wiese hold. Jetzt war es schon beinahe drei Uhr. Nur noch eine Stunde blieb uns.
Wieder rief ich Dr. Wiesinger an. "Wenn Sie Ihre Leute nicht gleich zum Semmering schicken, wird es zu spät sein. Ein wegen Massenmordes Angeklagter ist im Begriff, für immer zu verschwinden."
"Ich weiß", antwortete er. "Aber ich kann doch nicht einen Mann verhaften, der einen gültigen deutschen Personalausweis hat auf den Namen Zimmermann, nur weil Sie behaupten, er sei nicht Zimmermann, sondern Wiese. Er hat sich gegen kein österreichisches Gesetz vergangen. Aber zwei meiner Männer stehen bereit. Sobald ich aus Deutschland Nachricht habe, unternehmen wir etwas, falls die Angaben mit den Ihrigen übereinstimmen."
Mehr konnte ich nicht tun. Ich konnte nur warten. Selbst wenn die Kriminalbeamten jetzt gleich von Wien abfuhren, schafften sie es kaum noch bis zum Semmering.
Um 15.18 Uhr klingelte in meinem Büro das Telephon. Als ich Wiesingers Stimme hörte, riß es mich fast von meinem Stuhl." Gleich nach Ihrem Anruf hat Interpol sich gemeldet. Ihre Angaben stimmen. Der Mann ist Wiese. Zwei meiner Beamten sind unterwegs zum Semmering. Sie fahren einen Funkwagen mit Sirene und können es rechtzeitig schaffen."
Ich blickte auf meine Uhr. "Es ist bereits zwanzig nach drei."
"Sie haben Auftrag, unauffällig den Zug zu besteigen. Wir wollen kein unnötiges Aufsehen am Bahnhof Semmering. Sobald ich etwas Neues erfahre, rufe ich Sie wieder an."
Die nächste Stunde schien kein Ende nehmen zu wollen. 25 Minuten nach vier Uhr rief Wiesinger an. Seine Leute hatten Kurt Wiese verhaftet.
Am späten Nachmittag kam Alex nach Wien zurück und erzählte mir, was geschehen war. Er hatte in der Hotelhalle herumgestanden und war dann Wiese und Gabriel zum Bahnhof Semmering gefolgt:
"Der Zug von Wien fuhr ein. Du kannst dir meine Gefühle vorstellen, als ich sehen mußte, wie Wiese einstieg. Ich wußte, daß der Zug in drei Minuten abfuhr. Ich überlegte mir, ob ich nicht auch einsteigen und irgend etwas Verrücktes tun sollte. In diesem Augenblick kamen die zwei Kriminalbeamten. Der Zug fuhr bereits an, aber sie schafften es noch, auf den letzten Wagen aufzuspringen. Ein Pfiff, und der Zug verschwand im Semmeringtunnel."
Den Rest der Geschichte hörte ich von den beiden Kriminalbeamten. Sie warteten, bis der Zug den Tunnel passiert hatte und sich dem nächsten Bahnhof näherte, Mürzzuschlag. Dann kontrollierten sie den Zug.
In einem Abteil saß ein einzelner Mann. Sein rechtes Bein war ausgestreckt. In aller Ruhe beobachteten sie ihn. Auf einmal stand der Mann auf, um eine Zeitung aus dem Gepäcknetz über sich zu nehmen. Sie merkten, daß er auf dem rechten Bein hinkte.
Der Zug verlangsamte seine Geschwindigkeit, um in Mürzzuschlag einzufahren. Sie traten in das Abteil und stellten sich vor den Mann.
"Herr Wiese?" sagte einer der Kriminalbeamten.
Das kam ihm völlig unerwartet. Er vergaß sich, nickte -- und dann schüttelte er den Kopf. Aber man sah die Angst in seinen Augen.
"Wir -wissen schon, Herr Wiese. Sie reisen unter dem Namen Hubert Zimmermann. Können wir bitte Ihren Paß sehen?" Wiese, sehr bleich, gab ihnen den Paß. Der Zug hielt.
"Sie sind verhaftet, Herr Wiese", sagte der Beamte. "Kommen Sie, wir steigen aus."
Sie brachten ihn im Auto nach Wien, wo Wiese ein volles Geständnis ablegte. Es stimmte völlig mit Alex" Berichten aus Graz überein. Den "Kameraden" in Graz hatte Wiese auch die Geschichte seiner Flucht erzählt:
Eine Frau hatte ihn mit dem Auto von Köln nach Lindau gebracht. Wiese -- in dieser Hinsicht ganz Kavalier -- gab ihren Namen bei der Polizei nicht an. Er war auch sorgfältig darauf bedacht gewesen, ihr ein Alibi zu verschaffen,: Etwa 100 Meter vor der österreichischen Grenze war Wiese aus dem Wagen ausgestiegen und hatte seinen Koffer mitgenommen.
An dieser Stelle befindet sich ein kleiner Kiosk, in dem ein Mädchen Zeitungen, Zigaretten und Süßigkeiten verkauft. Alex hat später mit dem Mädchen gesprochen -- es konnte sich gut erinnern.
"Er machte einen nervösen Eindruck, als er an den Kiosk kam", erzählte das Mädchen. "Er verlangte eine Zeitung. Mir schien, seine Hände zitterten, als er den Koffer hinstellte. Er sagte, er -- will nach Bregenz, nach Österreich hinüber, und fragte mich, ob hier viele Autos vorbeikommen. Ich dachte, er hat kein Geld, und tröstete ihn: 'Sicherlich kommt jemand und nimmt Sie mit nach Bregenz, wenn Sie ein Weilchen warten.'
"Während ich mit ihm sprach, sah ich einen Wagen mit einer deutschen Zulassungsnummer kommen. Ich sagte ihm, er solle es doch versuchen. Er dankte mir, nahm seinen Koffer und hielt den Wagen an. Eine Dame saß am Steuer. Er sprach mit ihr, und ich sah, wie sie nickte. Er stieg ein. Der Wagen fuhr weiter in Richtung österreichische Grenze."
Den Namen der Deutschen hat Wiese nicht verraten. Weniger Kavalier war er gegenüber seinen "Kameraden" in Graz. Er gab der österreichischen Polizei die Namen all derer an, die ihm geholfen hatten. Sie stehen jetzt unter Anklage.
Und alle haben sich gefragt, wer Wiese wohl an mich verraten hatte. Jeder, so erfuhr ich, verdächtigte die eigenen "Kameraden". IM NÄCHSTEN HEFT
Endlöser Adolf Eichmann taucht unter -- Das Photo aus dem Album der Geliebten weist die Spur -- Nächtliche Jagd am Grundlsee
Von Simon Wiesenthal

DER SPIEGEL 34/1967
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