02.05.1966

ACH JA, DA LIEST JA EINER

Der Gruppe 47 tut das Ausland gut. Sie wächst in die Rolle einer deutschen Repräsentanz hinein. Nichts war ihr weniger an der Wiege gesungen.
Anfang September 1947 treffen sich in einem Privathaus am Bannwaldsee in Oberbayern ein paar demokratische Schreiber, von denen einige verärgert sind, weil ihnen das Informationsamt der amerikanischen Militärregierung die Qualifikation zur Führung einer Zeitschrift, die "Der Ruf" hieß, kurz zuvor aberkannt hat. Sie wollen, ein Dutzend "abgemagerte Figuren" (so Heinz Friedrich im "Almanach der Gruppe 47", bei Rowohlt 1962 erschienen), eine neue Zeitschrift gründen, neben dem "Ruf", und lesen sich gegenseitig Manuskripte vor. Das Ehepaar Hans Werner und Toni Richter fassen bei dieser Gelegenheit den Entschluß, Hans Werner zum Zentrum dieser Gruppe um das zu gründende Blatt zu machen. Das Blatt erscheint nie. Die Gruppe bildet sich, bekommt kurz darauf ihren Namen.
Dank Richters genialer Begabung zur Ungenauigkeit schmelzen Gegensätze unter seinem Einfluß dahin. Wer sich als unfähig zum Kompromiß erweist, wird nicht (mehr) eingeladen – das denkbar sicherste Mittel, Kooperation auf Dauer zu sichern. Gleichwohl wäre die Gruppe kaum so alt geworden wie sie ist, wenn nicht im Staat "Bundesrepublik" ein derart reaktionäres Gesamtklima herrschte, daß die Kompromiß-Gruppe 47, die keinen definierbaren politischen Standort hat, von rechts her unter Beschuß läge. Nur diese Anfeindungen haben die Gruppe innere Krisen überdauern lassen, die es gab und weiter geben wird.
In knapp 20 Jahren finden rund 30 Zusammenkünfte statt, an ländlichen Orten, in "verregneten Landgasthöfen mit Hirschgeweihen an den Wänden, ausgedienten Jugendherbergen und altersschwachen Landschulheimen" (Hans Magnus Enzensberger im "Almanach"). 1965 tagt die Gruppe in Schweden.
Frage an Richter: "Was war der allererste Anstoß für die US-Tagung?" Antwort: "Ein Brief vom Leiter des Goethe-Hauses in New York, Stadelmayer." Frage an Stadelmayer: "Wann schrieben Sie diesen Brief, und warum?" Antwort: "Januar oder Februar 1965. Ich hielt es für an der Zeit, die Gruppe auch in den USA bekannter zu machen. Graß war gerade sehr berühmt geworden. Weiss' Erfolg kündigte sich an. Kipphardts 'Oppenheimer' machte Aufsehen und Schlagzeilen. Man stellte zunehmendes Interesse an der deutschen Sprache und Literatur fest."
Graß und Weiss, und in geringerem Grade auch Johnson, sind nicht durch die Gruppe 47 in Amerika eingeführt worden, sind vielmehr deren Vorreiter und Bahnbrecher. Außenminister Schröder fragte in Washington eine deutsche Kulturdame, die bereits unter Bruno E. Werner, dem verstorbenen Bonner Kulturattaché, und unter Holthusen nicht ohne Charme westdeutsche Belange vertrat: "Was hat denn hier in neuerer Zeit aus Deutschland Eindruck gemacht?" Er muß hören: "Da gibt es nur eine Antwort – eine halbe Million Exemplare der 'Blechtrommel' von Graß."
Was aber Peter Weiss' Marat-Stück angeht, so bildete seine Vorführung in der Londoner Inszenierung lange Zeit die achtmal wöchentlich ausverkaufte Sensation New Yorks. Und mit absoluter Sicherheit ist vorauszusagen, daß die New Yorker auch auf die Weiss'sche Montage der FAZ-Berichte über den Auschwitz-Prozeß mit massenhaftem Zulauf reagieren werden.
Derart also besteht schon eine positive Einstimmung durch einige Autoren mit dem unsichtbaren Abzeichen "47", als Stadelmayer mit Richter 1965 überlegt, wie die Sache zu verwirklichen wäre. Richter sucht für die Lesetage wie immer nach einem stillen Ort. Es fügt sich, daß der Germanist der berühmten, vornehmen Universität Princeton, 60 Meilen vor New York, Professor Victor Lange, zu den trustees des Goethe-Hauses gehört. Die Universität ist steinreich, doch ihre Mittel sind zweckgebunden. Verständlicherweise steht die Gruppe 47 nicht im Spendenkatalog. Neue Quellen müssen gebohrt werden. Als große Geldkuh wird die Ford-Foundation gewonnen, die seit Jahren bereits Dollars über das Berliner Kulturleben regnen läßt, ohne daß dort außer Graß auch nur Gras gewachsen wäre. Es werden alles in allem etwa 80 000 Dollar (320 000 Mark) investiert.
Einem Nicht-Gruppler paßt die Geschichte mit Amerika und mit den vielen Dollars gar nicht. Er heißt Klaus Mampell. Er las vor langer Zeit in der Gruppe und fiel durch. Weinend schrieb er damals an Thomas Mann, der gerade auch seinen Zorn auf die 47er hatte, weil einer ihn am Ohrläppchen gezupft hatte. So kam der Unglückliche zu einem sogar veröffentlichten Belobigungsbrief von Thomas Mann und ist damit für immer in die Gemeinschaft der Nichtskönner und Erfolglosen aufgenommen, die Thomas Mann lobte, weil sie ihm nicht schadeten. Wer schon von wirklich Großen hätte ihm schaden können? Nun, er sah es anders. Am 17. Mai 1954 schrieb er an Mampell:
"... Das Benehmen der 47er bei Ihrer Vorlesung ist natürlich pöbelhaft bis zur Unglaubwürdigkeit, nur bei dieser Rasselbande möglich. Millionen des Schlages werden sich nun, mit hochstehender Währung reich versehen, reisend über die Welt ergießen und überall ihre dreiste Schnauze hören lassen."
Das kann man ein wahrhaft prophetisches Dokument nennen, dessen Ironie zu erkennen dem großen Ironiker leider nicht mehr vergönnt war: 1939 und 1940 lebte Thomas Mann dicht neben der Universität Princeton in einem der prächtigsten Häuser des Städtchens. So war es denn doch Thomas Mann, der zur Begrüßung der "Rasselbande" herhalten mußte. Ein "special supplement" – datiert April 1966 – der "american-german-review", herausgegeben von der National Carl Schurz Association, ist der Gruppe 47 "at Princeton University" gewidmet. Dort kann man lesen: "A Princeton audience first heard Thomas Mann's famous lecture on The Magic Mountain, written during the hours stolen from the composition of Joseph the Provider. The guest list of Thomas Mann's home on Stockton Street (in Princeton) reads like a roll call of German literature in exile." Das hätte er sich wahrlich nicht gedacht, in dieser Weise bemüht zu werden für die "47er"!
Als die Vorbereitungen für Princeton derart keineswegs lautlos anlaufen, steht zu befürchten, daß Bonn sich doch noch einschaltet und irgendwie versuchen wird, dieses Wasser auf seine Mühlen zu leiten, etwa indem es Richter geldliche Unterstützung anbietet oder die Botschaft und die konsularischen Vertretungen in den USA anweist, repräsentativ aufzutreten. Nichts dergleichen geschieht, Herr Sattler schreibt aus Bonn einen lahmen Brief an die Vertretungen; kaum gut genug für ein Alibi. So ist es doch witzig zu sehen, daß deutsche Kulturpropaganda von Ford bezahlt wird. Aber vielleicht ist es nicht nur witzig.
Hierzulande denkt man vielleicht beim großen politischen Bruder sei es gar nicht nötig, sich um Prestige zu bemühen, man habe es ohnehin. Darin irrt der Deutsche, der nur deutsche Zeitungen liest. Es sind keineswegs nur üble, vulgäre Filme, in denen der Krautfresser die Rolle des Dummen oder des Bösen spielt. Man liebt uns dortzulande nicht sowieso und auf jeden Fall. Und auch das Unternehmen "Gruppe 47 in Princeton" findet zunächst weder bei den offiziellen Stellen in Washington, noch bei den für Kultur repräsentativen Kreisen New Yorks samt Presse ungeteilten Beifall.
Visen bekommen selbstverständlich auch die Eingeladenen aus der Schweiz, Österreich, Polen, und eine derzeit staatenlose, weil kürzlich aus der DDR ausgewiesene junge Schriftstellerin, die, noch jünger, einen Isländer geheiratet hatte. Kein Visum können die neun aus der DDR eingeladenen Schriftsteller bekommen, weil ihnen ihre Regierung die Ausreise versagt. Ihre Namen: Manfred Bieler, Wolf Biermann, Fritz Rudolf Fries, Franz Fühmann, Stephan Hermlin, Peter Huchel, Günter Kunert, Karl Mickel, Rolf Schneider.
Das DDR-Ausreiseverbot macht einen argen Strich durch Richters Tagungs-Planung. Auch seine westdeutsche Altherrenriege tritt geschwächt an. Von den Approbierten und Arrivierten fehlen aus verschiedenen Gründen nicht wenige: Walser, Böll, Aichinger, Eich, Bachmann, Hildesheimer, Heißenbüttel. Sie sind krank, verreist, im Endspurt einer großen Arbeit oder wollen nicht. Etwa 80 machen die Reise über den Atlantik, darunter 60 auf amerikanische Kosten. Namen, die man kennt: Günter Graß, Uwe Johnson, Peter Weiss, Siegfried Lenz, Hans Magnus Enzensberger von den Schreibern. Walter Höllerer, Joachim Kaiser, Hans Mayer, Reich-Ranicki, Walter Jens von den Kritikern.
Von Rom aus, von Frankfurt, Paris, London, Stockholm, Warschau, Island, Berlin startet eine literarische Ralley nach New York. Einige benützen Schiffe. Graß mit seiner untrüglichen Witterung für Publicity gerät auf der "Michelangelo", die bis dahin jeder Fachmann für absolut seetüchtig gehalten hätte, in einen Sturm, der das stolze Schiff schwer beschädigt. Ein paar Passagiere gehen dabei drauf, den übrigen fliegen die New Yorker Reporter bereits mit Hubschraubern entgegen. Graß, noch keinen Fuß auf amerikanischem Boden, hat schon zehn Interviews gegeben.
Man sammelt sich im Hotel Algonquin, einem Plüschkasten in der 44. Straße, aus dessen Fenstern man nichts sieht als die Hauswand gegenüber. So könnte man auch in Mönchengladbach wohnen. Aber vor 75 Jahren hat Hemingway in diesem Hotel einen Whisky bestellt, es gilt für literarisch. Europäer pflegen oft dem Traditionstick der Amerikaner zum Opfer zu fallen, die Gruppe macht da keine Ausnahme. Das Algonquin ist jedoch sehr geeignet, den Selbstisolierungsprozeß der Gruppe in Gang zu setzen. Richter muß es dort gefallen. Irgendwo weit weg, hinter sieben Samtvorhängen, liegt New York als Provokation modernen Lebens.
Der Bus nach Princeton geht von Ausgang 122 des Bus-Bahnhofs.
Gemeinsam bedrängen sie dann den Schaffner, der verspricht, sie nicht über Palmers Square hinausfahren zu lassen. Die Sorge ist unbegründet. An der Haltestelle stehen Studenten mit einem roten Schild: Gruppe 47. An der Haltestelle werden Fernsehkameras in Bewegung gesetzt, als der Bus hält. An die Haltestelle bringt ein Student einen VW und fährt die Gäste drei Meilen aus Princeton hinaus zu einem Motel. Es heißt "Holiday Inn". Am Straßenrand erhebt sich vor der Hotelfront eine etwa sieben Meter hohe Leuchtreklame mit dem Hotelnamen und einer riesigen Glasfläche, auf die Buchstaben geheftet werden können. Nachts leuchtet das Ding rot, rosa, grün und gelb. Auf der Glasfläche steht: "Welcome, Gruppe 47".
Bis zum Abend füllt sich Holiday Inn langsam mit der deutschen Literatur. Daß es keine andere gibt, wäre zuviel gesagt. Es gibt gewiß noch die renommierten 47er, die sich durch Abwesenheit hervortun. Und sonst? Ein amerikanischer Professor stellt im Kaffeepausengespräch die Frage: Welche modernen deutschen Schriftsteller gehören nicht zur Gruppe 47? Man muß nachdenken. Die zwei Schweizer fallen einem zuerst ein: Dürrenmatt und Frisch. Dann Nossack, die Kaschnitz, Hans Arp und natürlich der exemplarische Einzelgänger Arno Schmidt. Christoph Meckel nicht zu vergessen. Und ... Und?! Es ist zu verstehen, daß einige Verleger den Plan schlechtfanden, die Gruppe mit einer Chartermaschine geschlossen fliegen zu lassen. Billiger, gewiß, aber was, wenn gerade diese Maschine abgestürzt wäre? Einige Verlage hätten schließen können, und die neue deutsche Literatur wäre etwa auf dem Stand der alten deutschen Wehrmacht vom April 1945 gewesen.
Die neue deutsche Literatur, soweit im Holiday Inn versammelt, findet in einem Umschlag voll Drucksachen auch ein Namensschild mit Anstecknadel. Richter verfügt, das Schild werde natürlich nicht getragen.
Pünktlich kommen am nächsten Vormittag die Busse. Sie dürfen in den Campus einfahren, wo sonst jeder Autoverkehr strikt verboten ist. Auf Parkplätzen ringsum schlafen tausend Straßenkreuzer. Die Hauptstraße von Princeton heißt Nassaustreet. Auf der einen Seite Läden, zwei Bankfilialen, ein kleiner Platz mit einem Löwen, still, ganz hübsch. Auf altenglisch frisiert sind ein paar Fachwerkbauten und nichts ist höher als zwei Stockwerke. Auf der anderen Seite, kilometerlang, sperrt ein hoher eiserner Zaun mit Steinsäulen den Campus ab. Dahinter Rasen und Bäume, dazwischen verstreut aus grauem Stein die Gebäude, und alle ganz gotisch-unecht. Aber echt die massiven Burschen, die darin herumlaufen, in abgelatschten Turnschuhen, in Shorts, in fast keinen Hemden, und darüber, manchmal, wenn es sich um einen Graduierten handelt, den schwarzen Talar, vorne offen, und darunter der Nabel sichtbar, wenn das schwarze Tuch aufweht über den bräuroßhaften Schenkeln einer gesunden Rasse. Amerikas Elite von morgen.
In solcher Größe hätte eine deutsche Universität vielleicht 70 000 Studenten. Princeton hat 3000. Das Verhältnis von Studenten zu Professoren ist 7:1.
Durch diese Gotik kurven die Busse und halten in Griechenland. Zwei Tempel stehen nebeneinander wegen der Symmetrie. Der eine heißt Whig Hall.
Elf steinerne Stufen einer noblen Freitreppe, sechs Säulen vor einer Vorhalle, eine himmelhohe schwere Türe aus schwerem Holz, dann Spannteppiche, marmorweiße Wände, eine kleine Halle im Parterre, in der die Kaffeepausen verbracht werden.
Eine Treppe führt in zwei Anläufen ins obere Stockwerk, in die eigentliche Whig Hall. Ein fast quadratischer Raum, Säulen auch hier, Klassizismus à la Ludwig I. Eine gerundete Apsis-Nische, etwas erhöht, darin ein Kupferrelief von Madison. Er war ein Präsident. Vier goldgerahmte angestrahlte Bilder, vier würdige Männer darstellend, einer davon Princetons berühmtester Schüler: Präsident Wilson. Rechts von der Nische, etwas erhöht, die amerikanische Fahne, eng gefaltet um den sie tragenden Stab.
Nicht direkt vor ihr, in die Mitte gerückt, steht, was einen Raum, in dem die Gruppe 47 tagt, zum Raum der Gruppe 47 macht: zwei Stühle, hier altmodische, tiefe, ungemein bequem aussehende Großvatersessel; dazwischen ein modernes Tischchen mit Lampe, Wasserkrug, Gläsern und Aschenbecher. Zum erstenmal in der Geschichte der Gruppe dürfte der Wasserkrug ein thermostatisches Gefäß sein. Das alles auf einer Art Bühne. In ihren Seitenwänden befinden sich die einzigen Tageslichtfenster des ganzen Raumes, vier winzige Öffnungen, je zwei und zwei rechts und links.
Fünf Mikrophone stehen und hängen herum. Die Stühle im Saal sind im "Richt euch!" angetreten. Man versucht sogleich eine künstlich-künstlerische Unordnung zu erzeugen.
Man setzt sich. Schriftsteller Amery zieht seine Schuhe aus, packt Pantoffel aus Papier, schlüpft hinein. Madame Feltrinelli, die Frau des Mailänder Verlegers, trägt letzte Popmode aus Paris. Die anderen Damen sind milieuvertraut. Pressephotographen sind selbstverständlich ausgeschlossen. Was es hier zu photographieren gibt, erledigen in sanftem Wettstreit die Ehefrauen zweier prominenter 47er: Frau Richter und Frau Höllerer.
Um 10.15 Uhr, mit einem Blick auf die Uhr in der Rückwand, macht Richter den Versuch, einen Anfang zu setzen und die Würde zu vertreiben, die der Saal allen aufnötigen möchte. Richter gibt sich bemüht privat und spielt Bannwaldsee 1947.
Seine ersten Worte: "Wenn sich Jakov Lind gesetzt hat, können wir anfangen. Na sieh mal, du bist wieder auferstanden. Ich glaube, hier ist ein bißchen trockene Luft."
Richter geht zu den winzigen Fenstern rechts und links und schiebt sie hoch. Dann, wieder zur Versammlung: "Ach, sollen wir unten sitzen oder wollen wir oben sitzen?"
Oben, das heißt dort, wo Stühle und Tische schon stehen, etwa 30 Zentimeter über dem Teppichboden des Raumes. Die Gastgeber haben das Arrangement getroffen. Die Mehrheit gibt zu erkennen, man möge es lassen wie es ist.
Um 10.17 Uhr setzt sich Richter in seinen Stuhl, schaut herum als suche er Anregung, wer als erster lesen solle, und sagt in improvisierendem Tonfall, was klüglich seit langem bedacht ist: "Es liest Walter Jens."
Der Professor der Universität Tübingen steigt die eine Stufe hinauf und setzt sich. Streicht sich durch das stets etwas unordentlich zurückfallende Haar. Sagt: "Ich lese einige kürzere Passagen aus einem Stück: Die rote Rosa. Das Stück spielt auf verschiedenen Ebenen. Es sind folgende ..."
Er erklärt die Ebenen. Dann hört man dialogisierte zeitgeschichtliche Abhandlungen über den Mord an Rosa Luxemburg.
Es stellt sich heraus: Die Akustik ist nicht gut. Es stellt sich weiter heraus: Die Eingangstür, als Schwingtür konstruiert, bewegt sich zuweilen mit leisem Geräusch bei irgendwelchen Veränderungen des Luftdruckes zwischen Saal und Treppe. Das Geräusch macht Richter, den kaum etwas nervös machen kann, nervös. Hier steht etwas Entscheidendes auf dem Spiel: die Herstellung dessen, was Soziologen eine ingroup nennen, das heißt, eines soziologischen Raumes, in dem nur die von ihm selbst entwickelten Gesetze wirksam sind.
Ein Wanderzirkus ist eine in-group. Auch die Gruppe 47 muß eine in-group sein, damit sie überhaupt ist. Die Türen müssen in jedem Sinn fest schließen. Die im Inneren wirksamen Gesetze sind so einfach, daß sie ein vierjähriges Kind verstehen und sich danach richten könnte:
1. Richter bestimmt, wer liest.
2. Keiner soll länger lesen als maximal 20 Minuten.
3. Richter kann den Vorlesenden auffordern, aufzuhören, entweder weil er zu lang liest oder weil, was er liest, auf eine bestimmte Art den meisten mißfällt.
4. Der Vorlesende hat auf seinem Platz zu bleiben und stumm, solange er kritisiert wird.
5. Die Kritik darf sich nur mit dem Text beschäftigen, der gerade gelesen worden ist, nicht aber unter grundsätzlichen Gesichtspunkten etwa mit allen bereits gelesenen Texten.
Die Gesetze 1 bis 4 sind formaler Natur, sie bestimmen das Ritual äußerlich. Das Gesetz Nr. 5 ist ein eminent gruppenpolitisches Gesetz. Es garantiert in einem Artikel den Bestand der Gruppe. Würde nämlich zugelassen, was Richter mit Abscheu in der Stimme "Grundsatzkritik" nennt, so stünde alsbald die Gruppe sich selbst gegenüber und zur Diskussion, es würden Gegensätze aufgerissen, Standpunkte fixiert, Politik käme ins Spiel – mit einem Wort: die Außenwelt würde der Gruppe am Ort der literarischen Tat konfrontiert, und das hielte sie höchstwahrscheinlich nicht aus.
Die Gesetze 1 bis 4 werden in Princeton strikt eingehalten. Es gelingt auch nach einigen Anläufen, die Außenwelt materiell aus der Whig Hall zu verbannen. Die schlagenden Türen werden geschlossen. Jens kann weiterlesen von Rosa Luxemburgs Ermordung. Da fängt auf einer der Kirchen des Campus ein Glöcklein an zu läuten, sanft aber deutlich. Richter steht auf und schiebt die Fensterchen, die er gerade geöffnet hat, wieder zu. Alle beobachten ihn. Rosa Luxemburg ... ach ja, da liest ja einer. Das Läuten verstummt, und man ist dem Ersticken wieder nahe. Jemand schleicht zu den Fensterchen und schiebt sie auf. Wird man sich in fünf Jahren an die Princeton-Lesung erinnern, werden die alten 47er sagen: Weißt du noch, wie Hans Werner die Fenster zuschob, weil es läutete?
Von der amerikanischen Fahne auf dem Podium wird man weniger reden. Aber wann je hätte Deutschen seit 1917 eine amerikanische Fahne keinen Eindruck gemacht? Manchmal sah sie aus wie ein Carepaket, manchmal wie Panzer und Jeeps, manchmal wie ein Fragebogen. Diese sieht aus wie eine richtige Fahne: mit Goldborten, würdig, aufrecht unbeugsam, still und Achtung heischend. Jeder sieht sie stehen und niemand redet von ihr. Auch jetzt nicht. Jeder tut so, als befände er sich in einem "verregneten Landgasthof mit Hirschgeweihen an den Wänden". Aber dort hängt kein Hirschgeweih, dort hängt Präsident Wilson, der 14-Punkte-Wilson, und die ganze Geschichte hat mehr als eine Viertelmillion gekostet. Man ist beim großen Bruder zu Gast. Was in Sigtuna bei Stockholm noch gelang, die Dynamik der Außenwelt nicht zur Kenntnis zu nehmen, im stillen, vornehmen Princeton gelingt es nicht mehr. Unsichtbar dringt Amerika durch die Ritzen der Türen herein und verwandelt die Gruppe 47 in eine Gruppe von Musterschülern. Es wird die bravste, anständigste, behutsamste, feinste, bedeutungsloseste Tagung seit langem oder seit immer. Als in einem Text nach langen langen Stunden ein unanständiges Wort vorkommt, erschrecken alle. Ein halbes Jahr früher, in Berlin, als alle Texte so unanständig waren, daß Huren hätten fragen müssen, was sie bedeuten, erschrak kein Mensch. Kaum etwas, das gelesen wird, ist wirklich bodenlos schlecht, und nichts, was gelesen wird, hat wirklich Glanz.
Auch bei der Kritik funkelt nichts, kein Satz, kein Wort. Gleichwohl sind amerikanische Professoren erstaunt, wie direkt es zugeht. Wo sie nur gesagt hätten: Es machte den Anschein, daß ... oder: Man sollte sich vielleicht fragen, ob ..., reden Mayer, Kaiser, Reich-Ranicki, Höllerer, Jens und so fort frisch drauflos. Oder vielmehr: nur drauflos. Und sind untereinander kokett wie Backfische: Zu meinem Erstaunen stimme ich mit allem überein, was Graß gesagt hat ... oder: Ich zögere manchmal zu glauben, daß Höllerer recht hat ... oder: Ich bin geradezu froh, einmal mit Höllerer nicht einverstanden zu sein.
In diese Atmosphäre des "Zügle deine Pferde!" fügt sich einer mit Vehemenz ein.
Dieser eine ist Graß, der sich auf einem Höhepunkt wenn nicht seiner Arbeit so doch seines Seins zu befinden scheint. Der unermeßliche Erfolg tut ihm gut. Er ist die Milde selbst. Er öffnet nur den Mund, wenn er loben kann, und er kann es meistens. Zwei der Gedichte, die er vorliest, gehören zu den vier oder fünf besseren Sachen, die auf der Tagung geboten werden. Eines ist ein Portrait von Kortner, den es in den letzten Zeilen nennt. Das tut dem Gedicht gut, der Kunst weniger. Man versteht plötzlich und bringt alles bei, was man selber von Kortner weiß. Nun weiß man es noch besser ("Seine Töchter sind Anekdoten").
Plötzlich hat die Gruppe zwei Väter: Richter und Graß. Jener sorgt, daß sie rechtzeitig aufs Stühlchen geht, dieser für ihr Selbstbewußtsein. Aber mit dem Nachwuchs haben die Väter Schwierigkeiten. 1966 scheinen sie nur ein Kind zur Welt gebracht zu haben, einen Jungen, der aber ein Mädchen ist. Es heißt Peter Handke, wohnt am Rosenhang 6 in Graz-Waltendorf, das nach der offiziellen amerikanischen Tagungsschrift in "Germany" liegt.
Dieser Mädchenjunge Peter mit seinen zierlich über die Ohren gekämmten Haaren, mit seinem blauen Schirmmützchen, fast ist man versucht zu sagen: mit seinem blauen Schirmmützchen, seinen engen Höschen, seinem sanften Osterei-Gesicht, er verletzt schließlich entschlossen Gesetz Nummer 5, indem er plötzlich zu einem fundamentalen Angriff auf alles ansetzt, was er seit Tagen gehört hat. Er erklärt es für Beschreibungsliteratur, für läppische Beschreibungsliteratur, für Bilderbuchduden, und die Gestik dieser Sprache für "völlig öd". Er sagt, das Instrumentarium der Kritiker reiche gerade noch in seiner Läppischkeit für diese läppische Art von Literatur aus, aber zu allem, was darüber läge, fehlten ihnen, den Herren Kritikern, Begriffe und Verstehen.
Gibt es nun Krach im Saal? Warum hat Richter nicht sofort den Ausbruch abgestoppt? Weil er weiß, irgend etwas muß endlich geschehen, sonst ist diese Tagung im Eimer. Schon als vor Handke Hans Mayer einmal zu einer grundsätzlichen Bemerkung über die Zeitferne der Stoffe ansetzt, hat er es durchgehen lassen. Und dieser Handke, der sich nun doch entschieden männlichen Geschlechts erweist, er ist ein Geschenk des Himmels. Man wird nicht mehr sagen können: Princeton – na ja, Princeton. Man kann es ohnehin auf andere Weise nicht sagen, die nichts mit den Lesungen zu tun hat, jedenfalls nichts mit der Qualität des Gebotenen und der Kritik. Was tut die Kritik gegen Handke? Nichts. Sie pflichtet ihm bei. Der liebe Junge hat so wahr gesprochen, wenngleich ...
Der liebe Junge hat nur ungefähr wahr gesprochen. Es gibt eine Beschreibungsliteratur, die sich hören lassen könnte: nämlich wenn sie sich der modernen Welt auf eine übersetzte Art bemächtigt, so daß wir sie erkennen. Was aber in Princeton geboten wird, wo ist es erlebt, wo gesehen, wo Wirklichkeit? In welcher romantischen Idylle, in welchen romantischen Abgründen, in welchen romantischen Innenwelten? Selbst wo ein politischer Angriff vorgetragen wird wie von Lettau mit einem satirischen Gedicht auf Militär und Krieg – wie charmant verfremdet, verspielt und herzig ist das!
Es läßt sich mit Sicherheit sagen, daß die Telephonrechnung von vierzig westdeutschen Schriftstellern während ihres dreitägigen Aufenthaltes im Holiday Inn keine 20 Dollar insgesamt ausgemacht hat. Sie leben nicht in dieser unserer Welt, nicht in Bezügen von San Franzisko bis Moskau, wie jeder bessere Käsehändler, und der bessere Käsehändler kann bei ihnen gar nichts erfahren, was ihm die Welt erklärte.
An solche Fragen kann freilich eine Kritik, die sich an Gesetz Nummer 5 hält, nicht rühren, notwendigerweise muß sie Formalkritik bleiben. Kann doch der einzelne Schriftsteller sein Thema suchen, wo er will, und eine gut beschriebene Dachrinne ist auch Literatur. Aber 50 von 50 Schriftstellern gut beschriebene Dachrinnen sind keine Literatur, sondern Flucht aus der Wirklichkeit, Unwissenheit, Lebensfremde, Lebensangst, Verkrochenheit, Schwachsinn und Langeweile. Unerträgliche Langeweile. So meinte es der junge Peter Handke aus Graz in Germany, der doch kein Mädchen ist, sondern nur listig. Seine Aufmachung ist Reklame. In drei Tagen stiehlt er mit seinem blauen Mützchen allen die Schau. Die endlich am vierten Tag zugelassenen Photographen bemächtigen sich vorwiegend seiner. Darauf aufmerksam gemacht von Richter, er werde ja nun wohl auch in den SPIEGEL kommen, denn der SPIEGEL könne doch nur über Ereignishaftes schreiben, antwortet die sanfte Haubenlerche: "Das weiß ich und das will ich ja." Nun denn!
Am Sonntagabend, 24. April, legt Richter das Zepter aus der Hand, froh, daß alles so gut gelaufen ist. Einen Augenblick lang hat es anders ausgesehen. Die tägliche Suche in der "New York Times": Steht etwas über die Gruppe drin?, hat am Samstag zur Begegnung mit einem Interview von Peter Weiss geführt. Darin las man: "I am not for the war in Vietnam, he said, this is the thing that brought me and the other writers here. We want to show our sympathies with those who are fighting for another America, to contact groups fighting for a new America."
Freundlich, aber fragenden Blicks legen amerikanische Professoren den Text Richter vor. Er gerät in gelinde Erregung, war doch gerade dies abgemacht: keine kollektive Anti-Vietnamkrieg-Erklärung abzugeben. Weiss dementiert vor versammelter Gruppe – er habe nur im eigenen Namen gesprochen. Man läßt es hingehen. Die "New York Times" macht auch nichts weiter daraus.
Schon nach der letzten Lesung ist klar: Man hat auch hier Gelände gewonnen. Das Posenlose, das Naive, das Kameradschaftliche, das mindestens in einem Punkt absolut unmißverständliche Engagement: nämlich gegenüber jeder Art Nazismus oder Faschismus, es hat gefallen. Und war's nicht sehr gut, sehr schlecht war's auch nicht gewesen. Im Netz bleiben zudem: zwei Gedichte von Graß, eine Geschichte von Augustin, in der ein Arzt spielendes Kind ein anderes Kind, langsam, aber sicher umbringt; die Militärsatire von Lettau, ein Romanstück des Schweizers Bichsel.
Am letzten Abend wird das Gruppenfest gefeiert, soll das Gruppenfest gefeiert werden. Schaumbier wird ausgeschenkt, ein Plattenspieler macht Musik von vorgestern. Mit dem Bierglas in der Hand steht man herum. Aufgestaut Bacchantisches hat keinen Auslauf. In tiefer Nacht fahren verzweifelte 47er, Verleger und Schreiber, 20 Meilen den Highway Nr. 1 entlang auf der Suche nach Whisky. Aber es ist Sonntag. Es gibt keinen ohne Essen.
Anderntags wechselt der Schauplatz: statt griechischer Tempel eine romanische Riesenhalle mit bunten Fenstern, Stil Ludwigs II. in Neuschwanstein. Offener Tag, Princeton Day, Kongreß amerikanischer Schreiber und Professoren über "Der Schriftsteller in der Wohlstandsgesellschaft". Fünf von einer weißen Schnur im Saalzentrum eingegrenzte Polsterstuhlreihen sind reserviert für die Gruppe. Fernsehen, 70 Vertreter der amerikanischen Presse.
Auch hier ist Graß der Beste, und zugleich der, der sich am elegantesten aus Sprachschwierigkeiten zieht. Er liest einen ersten Teil seines kleinen Referates auf deutsch, überläßt das Ganze dann einem Amerikaner in englisch. Man hört echt Graßsche Formulierungen: "Wenn es der Ohnmacht an Witz mangelt, wird sie langweilig. Demokratischen Kleinkram betreiben, heißt Kompromisse anstreben. Das Gedicht kennt keine Kompromisse. Wir leben von Kompromissen. Wer diese Spannung tätig aushält, ist ein Narr und ändert die Welt."
Sie wird an diesem Tag nicht geändert, obschon er mit einer Kundgebung gegen den Vietnamkrieg schließt, an der Enzensberger, Lettau und Weiss aktiv teilnehmen. Auf der Nassaustreet warb mittags ein Plakat und eine Reproduktion von Picassos Guernica für die Sache. Für das andere Amerika? Es gibt kein anderes Amerika, das ist eine Erfindung von Leuten wie Weiss, die Marx zu spät gelesen haben. Es gibt nur ein Amerika mit vielen Ansichten. Das ist etwas ganz anderes als "ein anderes Amerika". Die Gruppe 47 hat kein anderes Amerika, sondern Amerika besucht. Sie hat sich gehalten.
Von Erich Kuby

DER SPIEGEL 19/1966
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