15.05.1967

GRIECHENLAND / DIKTATURNacht der Loks

Nach 2371 Jahren fiel Athen wieder den Spartanern anheim. 404 vor Christus brandeten sie -- eine herrische Kriegerkaste -- mit ihrem Hapliten-Fußvolk aus Lakoniens Ebenen nordwärts gegen die Stadt des Muster-Demokraten Perikles.
1967 nach Christus stürmten sie mit ihren Sherman-Tanks aus Athens Pentagon in Cholargos südwärts gegen die unwürdigen Perikles-Erben in Parlament und Verwaltung. Puritanische Obristen liquidierten die Demokratie.
Sie taten es mit generalstabsmäßiger, fast preußischer Präzision. In zweieinhalb Stunden überrumpelten sie ihren König, verhafteten sie die Opposition, betäubten sie das Volk.
Aber am Morgen des totalen Sieges standen die neuen Herren einem mächtigeren, wahrscheinlich unbesiegbaren Gegner gegenüber: Rückständigkeit, Korruption und Verrottung der politisch -- gesellschaftlichen Strukturen hatten das Land an den Rand der Anarchie geführt. Die Ursachen können die Militärrevolutionäre -- selbst privilegierte Schicht in einem erstarrten System -- nicht beseitigen, so erfolgreich sie auch für den Augenblick ihre Ordnung etablierten.
Athens Kaffeneions, Stätten politischer Redeschlachten, sind leer und leise geworden. Die einst leidenschaftlichsten Gazetten des Kontinents langweilen ihre Leser mit gleichlautenden Bulletins und staatsbejahenden Kommentaren,
* Oberst Papadopoulos (l.), General Pattakos (M.), General Spantidakis (r.).
Werbeplakate, die -- mit Bierflasche und Busenansatz -- zum "Genuß einer Blonden" aufforderten, sind regierungsamtlich überklebt. Mini-Badeanzüge in Modeblättern werden von Zensoren auf züchtig vergrößert. Fliegende Händler in der Universitätsstraße bieten Pin-ups "freigegeben nach den neuen Richtlinien" an.
Die Theater meiden Klassiker-Stücke, in denen zuviel Freiheit vorkommt; Filme zeigen nur noch wenig Fleisch. "Ab jetzt darf kein Kalenderblatt mehr ungeprüft gedruckt werden", brüstet sich ein Beamter der staatlichen Zensurbehörde.
Im Telephon knackt es, und noch immer klopft es nachts an vielen Türen. Jeder Bürger kann ohne Begründung und ohne Haftbefehl auf unbestimmte Dauer festgesetzt werden.
Neun Bürgermeister in Griechenlands wichtigsten Städten wurden abgesetzt, Hunderte von Beamten ohne Begründung entlassen, 279 Organisationen und Vereine verboten.
Nachdem die Offiziere geputscht hatten -- in der Nacht vom 20. auf den 21. April -, mußten Athens Frauenkliniken am anderen Tag nicht wie üblich 90, sondern 316 Griechinnen aufnehmen: Frauen, die zu früh entbanden, erschreckt durch das Rasseln der Panzer in den Straßen, schockiert über die Verhaftung eines Angehörigen, verstört durch das düstere Erlebnis, in einer Demokratie schlafen gegangen und in einer Diktatur wieder aufgewacht zu sein.
An der Peripherie Europas war in jener Nacht geschehen, was seit dem Zweiten Weltkrieg nur noch in Afrika und Lateinamerika möglich schien: Ein Militärputsch von rechts reihte das Mutterland der Demokratie in den politischen Entwicklungsstand Dahomeys und Guatemalas ein.
In sechs der sieben verbliebenen Königreiche Europas fügte sich die Krone der demokratischen Entwicklung. In Hellas fügte sich die Krone dem Militärputsch gegen die Demokratie.
"Die Demokratie mußte schlafen gehen", urteilte der Prophet und Apologet der neuen Militärmacht, der rechtsextreme Athener Publizist Savvas Konstantopoulos nach gelungenem Handstreich. "Ein kurzer Schlaf ist besser als ein endgültiger Tod."
Gewaltsam zu Bett gebracht wurde die griechische Demokratie in einer -- wie die Londoner "Times" widerwillig-anerkennend befand -- "brillanten militärischen Aktion". Der letzte Akt des Dramas lief -- faktisch auf Athen beschränkt -- in beinahe klassischer Einheit von Zeit und Raum ab. Innerhalb von zweieinhalb Stunden übernahmen 20 Offiziere mit 150 Panzern und 3000 Soldaten die Macht über neun Millionen Griechen.
Väter des Staatsstreichs waren neun Generale und Obersten der Armee, die schon seit über einem Jahrzehnt auf Umsturz sannen. Ihre Köpfe sind die Artillerie-Obersten Papadopoulos und Makarezos. Sie putschten im Namen der Ordnung und auf Rechnung des Königs Konstantin 11., 26.
Sie gehörten demselben Kadetten-Jahrgang an. Sie fochten gemeinsam im königstreuen Untergrund gegen die deutschen und italienischen Besatzer, gemeinsam traten sie ins hellenische Exilbataillon ein, das im Nahen Osten auf seiten der Alliierten kämpfte. Im griechischen Bürgerkrieg (1946 bis 1949) wurden sie fanatische Antikommunisten.
Jahrelang verfluchten sie im Kasino die "Politikaster, die den Kommunisten -- die wir geschlagen haben -- durch die Hintertür wieder Einlaß gewähren wollen" (Oberst Papadopoulos). Jahrelang übten sie Aufstand im Sandkasten.
Den Ernstfall sahen sie im Frühjahr dieses Jahres kommen. Für den 28. Mai waren Parlaments-Neuwahlen angesetzt, und freie Wahlen, so fürchteten die Militärs, würden der Linken die Mehrheit bringen, jenen antimonarchistischen und antimilitaristischen Kräften, deren Junior-Führer Andreas Papandreou die privilegierte königlichhellenische Armee in eine "Armee des Volkes" umwandeln wollte.
Am 23. April sollte der Wahlkampf mit einer Machtdemonstration der Linken in Saloniki beginnen. Am 18. April trafen sich neun Aufstands-Obristen in der Wohnung des Kameraden Karydas in Athens Lachana-Straße.
Sie berieten fünf Stunden lang. Dann waren sie einig: Es sei Zeit zum Putsch.
Oberst Papadopoulos, Leiter der 3. Generalstabsabteilung (Abteilung für Operations-Planung). ließ eine Routine-Sitzung des Heeres-Generalstabs in die Hauptstadt einberufen. Dabei informierten die Coup-Macher jene Armee-Kameraden, die ihnen zuverlässig erschienen oder als Truppenkommandeure wichtig waren. Zwei der mächtigsten Offiziere wechselten sofort zur Putsch-Front über:
> Brigadegeneral Pattakos, Kommandeur der einzigen Panzerschule des Landes in Athen-Goudi, und
> General Zoitakis, Armeekorps-Kommandeur und Führer der griechischen Special Forces.
Den detaillierten Putsch-Plan erstellte Papadopoulos, Star-Absolvent der Kriegsakademie, in einer Nacht. Vorbereitete Unterlagen gab es in den Schubladen des Generalstabs:
> den Plan "Prometheus", 1950 in Zusammenwirken mit der Nato für den Fall eines kommunistischen Angriffs erarbeitet -- mit Besetzungs-Plänen für strategisch wichtige Punkte und kompletten Internierungslisten;
> die schwarzen Listen der Generaldirektion für Sicherheit, auf denen seit dem Bürgerkrieg alle verdächtigen Roten festgehalten wurden.
Papadopoulos errechnete für die Einnahme der Hauptstadt einen Minimal-Aufwand an militärischen Mitteln: 150 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge aus der Panzerschule des Mitverschwörers Pattakos, einige Einheiten der Militärpolizei Esa (Elliniki Stratiotíki Astynomin) sowie 700 Mann der griechischen Special Forces, die, "Lok' (Lochos Oreinon Katadromon) genannt, als härteste Sondereinheiten der Nato gelten.
Sie tragen das grüne Barett der amerikanischen Special Forces. Nur einer von dreißig Bewerbern bewältigt die grausame Lok-Ausbildung. Ein Lok lernt Skifahren, Judo, Nahkampf mit dem Messer und Überleben in der Wildnis ohne Hilfsmittel, Tauchen als Froschmann und Fallschirmspringen. Die Elite-Soldaten wurden zur Speerspitze der Militärrevolution.
Als Stunde X wurde der 21. April null Uhr festgesetzt. Am späten Abend des 20. ließ General Pattakos die Offiziere der Panzerschule aus ihren Quartieren und Wohnungen in den Stabsraum holen. Vorwand: Nachtübung.
Als die 180 Offiziere der Schule versammelt waren, schlossen Militärpolizisten die Türen; niemand durfte den Saal verlassen. "Kameraden", rief Pattakos seinen Offizieren zu, "wir müssen das Vaterland retten!" Es sei die heilige Pflicht der Armee, eine Machtübernahme der Linken zu verhindern.
Pattakos persönlich überreichte jedem einzelnen Offizier beim Verlassen des Saales die Einsatz-Order. Die Soldaten, die draußen die Tanks anwarfen, wußten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, daß sie dem ersten Militärputsch im Europa der Nachkriegszeit entgegenrollten. Für sie war die Aktion bis zum Einsatzort eine Sonderübung.
Vom Verteidigungsministerium im Vorort Cholargos aus dirigierte die Putsch-Junta die Besetzung der Hauptstadt. 15 Panzer rasselten zum Parlament und zum Königsschloß. Auf den Balkons des Parlaments verschanzten sich MG-Schützen, beim Schloß sprangen Loks -- von der Evzonen-Leibgarde unbemerkt -- über die Mauer und verbarrikadierten sich im Park.
Mit Kolbenhieben und Schüssen zwangen Gebirgsjäger im Fernmeldeamt (Ote) zögernde Beamte, die Hauptleitungen abzuschalten. Spezialkommandos besetzten den Kontrollturm des Flughafens und stoppten den Luftverkehr. Soldaten besetzten Rundfunk, Bahnhöfe; Kraftwerke und strategisch wichtige Kreuzungen.
Drei Panzer rollten zum Athener Polizei-Hauptquartier. Alle Sektionen der Sicherheitspolizei erhielten von dort aus Befehl, die Durchführung der Sonderaktion "Ierax" (Geier) zu unterstützen: die Festnahme von Politikern und roten Parteigängern. Zwischen halb zwei und halb drei Uhr morgens pochten Polizisten an die ersten Türen.
Kurz nach 1.30 Uhr fuhren drei Hauptleute mit 15 Loks und Polizisten vor dem Appartementhaus Xenokratous-Straße 15 im Athener Aristokratenviertel Kolonaki auf. Sie entwaffneten fünf Wächter und läuteten dann an der Wohnungstür des Regierungschefs, Professor Kanellopoulos, 64.
Der Premier erwartete Besuch. Bis Mitternacht hatte er mit dem Parteifreund und Verteidigungsminister Papaligouras über die Kandidatenliste seiner Nationalradikalen Union für die bevorstehende Wahl beraten. Dann begann er, die Rede für seine erste große Wahlkundgebung in Piräus auszuarbeiten. Ein Bote der Nachrichtenagentur Athens News Agency sollte das Manuskript gegen zwei Uhr holen.
Als der Premier -- in Hemd und Hose -- um 1.45 Uhr auf das Klingeln öffnete, stand er vor Uniformierten. "Herr Präsident", log einer der Hauptleute, "die kommunistische Revolution ist ausgebrochen. Zu Ihrem eigenen Schutz bitten wir Sie, mitzukommen."
"Ist denn kein Offizier vom Generalstab da?" fragte der Premier, und, als der Hauptmann verneinte:" Ich bin Ministerpräsident. Ich brauche Ihren Schutz nicht."
Kanellopoulos schlug die Tür zu und versuchte -- vergeblich -- telephonisch die Funkstreifenzentrale und den König zu erreichen. Die Loks schlugen die Tür ein und zerrten den Premier nach unten. Der schlug um sich und brüllte: "Bringt mich doch gleich um. Als sich Anwohner an den Fenstern zeigten, schleuderten die Häscher den Gefangenen mit Judo-Griffen ins Auto.
Vor einer kleinen Villa in der Gysi-Straße 58 im Vorort Psychiko fuhren 25 Loks in Schützenpanzern vor. Dort wohnte der Erzfeind der Militärs: Andreas Papandreou, Junior-Führer der linksliberalen Zentrums-Partei, Sohn des letzten gewählten Premiers Georgios Papandreou" den der König 1965 ausgebootet hatte.
Auf das Pochen der Häscher öffnete Papandreou-Ehefrau Margaret, eine Amerikanerin, die Andreas während seiner Emigrationsjahre als Wirtschaftsprofessor in Kalifornien geheiratet hatte. Der kommandierende Offizier sagte: "Wir haben Revolution, wo ist Ihr Mann?" Margaret: "Andreas ist nicht hier."
Die Soldaten durchsuchten das Haus, konnten den gehaßten Gegner ihrer Herren aber nicht finden. Schließlich fiel ihnen die Nervosität des ältesten Andreas-Sohnes, Georgios, auf. Mit vorgehaltener Waffe zwangen sie ihn, das Versteck des Vaters zu verraten: einen Ablageraum unter dem Dach. Die Loks zerrten Andreas aus dem Versteck -- dabei verstauchte er sich einen Fuß.
Vater Georgios, 79, seit fast einem halben Jahrhundert Demagoge und Volkstribun auf der hellenischen Politiker-Bühne, trat den Junta-Häschern in seiner Villa "Galini" (Ruhe) im Vorort Kastri unten ohne entgegen: Er war nur mit einer Pyjama-Jacke bekleidet.
Seine erste Frage auf die Mitteilung, daß er verhaftet sei: "Ist der König mit im Spiel?" -- "Nein." -- "Gut, dann komme ich gern mit. Es ist schließlich das fünfte Mal in meinem Leben, daß ich verhaftet werde."
Der Offizier bot dem Ex-Premier beim Ankleiden die Hilfe eines Feldwebels an, der -- wie Papandreou -- aus dem Dorf Kalentsi bei Patras stammte. Der Alte akzeptierte.
Die Häftlings-Prominenz wurde im Pentagon den Putschisten vorgeführt, dann -- bis auf Papandreou senior, der ins Militärkrankenhaus kam -- im "Hotel Pikermi", 23 Kilometer nordöstlich von Athen an der Straße nach Marathon, festgesetzt.
Die roten Funktionäre und Mitläufer füllten die schwerbewachten Athener Vorort-Stadien Karaiskaki, Nea Philadelphia und die Pferde-Arena Phaliron. Später transportierten bedeckte Militärlastwagen die Gefangenen aus der Arena zur hauptstadtnahen Marinebasis Skaramanga, von dort in Landungsschiffen auf Sträflingsinseln in der Ägäis.
Um 2.30 Uhr konnten alle wichtigen Namen auf den schwarzen Listen der Putschisten abgehakt werden. Wenige Stunden später hatten die Militärs ganz Griechenland im Griff: Generalstabschef Spantidakis stieß als Putschist der letzten plus einer Stunde" -- so ein Athener Bonmot -- zu den Coup-Generalen und überrumpelte gemeinsam mit ihnen die Provinz nach modifizierter Nato-Prometheus"-Order.
Bisher hatten die Putschisten befohlen -- und es hatte geklappt. Nun blufften sie -- und es klappte auch.
Sie handelten, so suggerierten sie den Kommandeuren in den Garnisonen, im Namen des Königs. Sie hätten die Regierung, so funkten sie später in die Welt, im Namen des Königs übernommen. Mit vorgeblich königlichem Dekret setzten sie die wichtigsten Artikel der Verfassung außer Kraft. Noch 24 Stunden nach Beginn des Putsches meldeten die internationalen Nachrichtenagenturen, der König habe mit Hilfe des Militärs die Macht in Hellas übernommen (SPIEGEL 19/1967).
Doch Konstantin, König der Hellenen und Oberbefehlshaber der Streitkräfte, wußte von nichts. Er hatte nur durch Telephonanrufe erfahren, daß etwas im Gange sei. Dann blieben die Leitungen tot. Der König harrte an der Seite seiner dänischen Ehefrau Anne-Marie, die vor der Niederkunft ihres zweiten Kindes steht, auf seinem Landschloß Tatoi, 25 Kilometer nördlich der Hauptstadt, auf Botschaft über die Ereignisse in Athen.
Sie kam um 5.30 Uhr morgens. Zu dieser Stunde erst erfuhr der König, daß Offiziere des zweiten Glieds jene Automatik auslösten, mit der er selbst seinen politischen Gegnern auf der Linken oft gedroht hatte. Da erst erkannte er, daß die Militärs, mit denen er notfalls die Macht ergreifen wollte, die Macht ohne ihn ergriffen hatten.
General Spantidakis sowie die Obersten Papadopoulos und Makarezos meldeten ihrem Kriegsherrn: "Majestät, wir haben uns für Volk und Krone erhoben."
Draußen, in den Hainen von Tatoi, hatten Panzer das Schloß abgeriegelt. Der König fuhr die Militärs an: "Wer hat Sie ermächtigt, sich für mich und das Volk zu erheben? Ich unterhalte mich nicht mit Putschisten" -- aber dann unterhielt er sich doch.
"In dieser Situation", urteilte später die Athener Zeitungsverlegerin und Diktatur-Gegnerin Heleni Vlachou (SPIEGEL 20/1967), "hatte ein 26jähriger die Chance seines Lebens, zu zeigen, daß er ein Mann ist."
Er nutzte sie nicht. Konstantin forderte die Putsch-Obersten auf, seinen Militär-Berater und Adjutanten Major Arnaoutis herbeizubringen. den Loks verhaftet und, weil er Widerstand leistete, mißhandelt hatten. Dann suchte der König Rat bei Mutter Friederike im Athener Vorort Psychiko und fuhr schließlich zu den Putschisten ins Pentagon.
Dort überzeugte sich der Monarch schnell, daß ganz Griechenland in der Hand der Militärs war -- und kapitulierte. Er verlangte nur noch Loyalität gegenüber der Krone und Garantien gegen ein Terror-Regime.
Die Putschisten verlangten nachträgliche Sanktionierung ihrer im königlichen Namen verordneten Maßnahmen und boten zum Tausch dafür einen zivilen Premier: den erzkonservativen Generalstaatsanwalt am Obersten Gericht, Konstantin Kollias. Um 19 Uhr abends vereidigte der König den Chefankläger als Regierungschef.
"Seit geraumer Zeit", so teilten die neuen Herren den Hellenen unmittelbar nach der Vereidigung mit, "sind wir Zeugen eines Verbrechens geworden, das an der Gesellschaft und der Nation begangen wurde.
"Die rücksichtslose, schändliche Parteipolitik ... die Entwürdigung des Parlaments ... die Erlahmung des Staatsapparats ... haben ein Klima der Anarchie und chaotische Zustände geschaffen. Sie haben an den Rand einer nationalen Katastrophe geführt."
Die Offiziere verkündeten ein Radikal-Programm zur Ausrottung unerfreulicher Randerscheinungen einer degenerierten Demokratie. Im Kasernenhofton erklärten sie der Korruption den Krieg und versprachen mit soziairevolutionärem Pathos, sich um die Stiefkinder der Nation zu kümmern: die Bauern, die Dörfer, die unterentwickelten Provinzen, die Arbeitslosen.
Doch vieles davon hatten auch die meisten der 44 anderen Regierungen Griechenlands seit Kriegsende versprochen, Ähnliches haben in diesem Jahrhundert bereits 18 Revolutionen und zwei Diktaturen zum Ziel proklamiert, darum wurde ein Bürgerkrieg geführt, der Hunderttausende Tote kostete.
Griechenland, 1830 aus 400jährigem Türkenjoch als ausgeplünderter, zerrissener Torso hervorgegangen, ist immer noch das Armenhaus Europas. 1962 assoziierte sich das Land der EWG -- aber die Ehe mit dem Gemeinsamen Markt löste die Strukturprobleme des Landes nicht, sie hob nur den Unterschied zwischen ihm und seinen Partnern noch krasser hervor.
Der wirtschaftliche Entwicklungsstand Griechenlands liegt bei 25 Prozent eines mittleren EWG-Staats. Esel und Ziege ersetzen dem griechischen Kleinbauern noch immer Traktor und Auto.
Das Durchschnittseinkommen eines EWG-Bürgers erreicht über 5100 Mark jährlich, das des Griechen keine 2000. Das Neun-Millionen-Volk weist in der offiziellen Statistik eine Viertelmillion Dauer-Arbeitslose aus. Aber allein in der archaisch geführten Landwirtschaft sind eine Million Menschen chronisch unterbeschäftigt.
Fast hunderttausend Griechen kehren jährlich der Heimat den Rücken -- sie gehen als Gastarbeiter nach Deutschland oder als Auswanderer nach Australien und werden in der Ferne zu den hitzigsten Demonstranten gegen die Anarchie (und nun auch gegen die Diktatur) daheim. Es sind ebenso viele wie der jährliche Geburtenzuwachs, aber es sind die jungen, arbeitsfähigen Männer und Frauen.
Weite Gebiete des Landes verwandeln sich immer mehr in ein Altersheim, dessen Bewohner von Erinnerungen an die ruhmreiche Vergangenheit zwischen Perser- und Türkenkriegen und unerfüllbaren Wünschen für die Gegenwart leben.
In Griechenland gibt es nur zwei Industriebetriebe mit mehr als 3000, nur 14 Mittelbetriebe mit mehr als tausend Arbeitern. Nur ein Sechstel der einheimischen Produktion entfällt auf Industrie und Handwerk.
Die Hellenen exportieren Tabak, Rosinen, Zitrusfrüchte, Wein und Oliven, aber der Exporterlös deckt nur ein Drittel der Importe. In den 135 Jahren neuer griechischer Geschichte war die Handelsbilanz nur einmal aktiv: im Jahre 1859.
Industrie und Kapital konzentrieren sich auf die Hauptstadt Athen, auf Piräus und Saloniki. Aber 430 von tausend Griechen leben noch immer in kleinen Dörfern und 340 in dörflichen Kleinstädten.
In Athen fahren 168 von 10 000 Einwohnern im eigenen Auto, in Thrazien an der türkisch-bulgarischen Grenze nur acht, in Epirus, der nordwestlichsten Provinz, nur sieben.
Zwei von hundert Haushalten in Thrazien und Epirus haben Bad oder Dusche, während in der Hauptstadt immerhin 30 Prozent der Bewohner in der eigenen Wanne baden.
In Athen betreut ein Arzt durchschnittlich 305, ein Zahnarzt 963 Patienten. In Thrazien teilen sich 3293 Griechen einen Arzt, 7751 einen Zahnarzt.
Folge: In zehn Jahren wanderten nicht nur über eine halbe Million Hellenen aus. Noch mehr -- 650 000 -- zogen aus den Steinkaten der Bergdörfer in die Städte, 80 Prozent nach Athen.
16 Milliarden Mark pumpten allein die Amerikaner seit Kriegsende ins kranke Griechenland -- aber die Milliarden versackten in Bürgerkrieg und Korruption. Zwei und mehr Regierungswechsel pro Jahr verhinderten jede sinnvolle Verwendung der Hilfsgelder.
Die Politiker, die durch ihr Dauergezänk jeden Fortschritt blockierten, waren meist überraschend einig, wenn es um den eigenen Fortschritt ging -- denn stärker als sonst irgendwo in Europa ist rund um die Akropolis Politik zugleich Geschäft.
Der Fünfjahresplan, der von 1966 bis 1970 Investitionen von 32 Milliarden Mark vorsah, konnte nicht in Kraft treten, weil sich die Abgeordneten der "Vouli", des Parlaments am Athener Verfassungsplatz, nicht einig wurden. Sie waren sich dafür einig, ihre Diäten auf fast 3500 Mark pro Monat zu verdoppeln. Die Repräsentanten der Demokratie waren es, die durch ihr Verhalten dem Ansehen der Demokratie den gefährlichsten Schaden zufügten.
300 Volksvertreter vertreten das Neun-Millionen-Volk in der Vouli. Bei gleicher Einwohnerzahl pro Abgeordneten müßte der Bonner Bundestag 1950 statt 518 Abgeordnete zählen.
Die Diäten sind indes für die Deputierten nur Trinkgeld. Fast alle üben nebenbei noch einen Beruf aus. Ein griechischer Abgeordneter hat volle Portofreiheit für sich und die Familie. Er braucht weder Telegramm- noch Telephonkosten zu bezahlen. Im Schnitt gab jeder Abgeordnete 1965 portofrei 15 337 Briefe auf. 300 Abgeordnete ließen gleich viel Post befördern wie 500 000 Normalbürger. Außerdem sind die Parlamentarier von Zöllen befreit.
Die 300 Abgeordneten kommen das Volk somit teuer -- Kritiker errechneten jährliche Vouli-Kosten von 350 Millionen Mark -, aber sie sind nicht im mindesten repräsentativ für die Griechen.
In der Volksvertretung sitzen 165 Juristen, 23 Ärzte, 19 Offiziere. Der Rest besteht überwiegend aus Berufspolitikern. Das Bauernland Griechenland hat keinen Bauern im Parlament -- nur zwölf Großgrundbesitzer. Es gibt auch keinen Arbeiter in der "Vouli", selbst bei der prokommunistischen Eda-Partei nur ein paar Salon-Proletarier.
Die meisten Parlamentarier erscheinen selten zu Sitzungen -- oft finden sich kaum 15 im Saal um so eifriger nützen sie jene Möglichkeiten des Hauses, die der griechische Volksmund mit dem türkischen Ausdruck "Rousfetti" umschreibt: das Jonglieren mit lohnenden Gefälligkeiten.
Jeder Abgeordnete hat eine Unzahl von "Patenkindern". Ihnen läßt er begehrte Tankstellen- und Taxikonzessionen oder andere Vorteile zufließen, die dem Spender wiederum selbst rückfließend Gewinn einbringen können. Allein in der abgelaufenen Legislaturperiode brachten die 300 Abgeordneten über 5000 Zusatz- und Änderungsanträge ein, um Gönnern, Günstlingen oder Mächtigen gefällig zu sein.
Höchstes Ziel jedes Abgeordneten ist ein Ministerposten. Denn Minister verdienen nicht nur etwa das Doppelte der Volksvertreter; sie haben nicht nur einen Kleinspesen-Fonds von 20 000 und einen Repräsentationsfonds von 10 000 Mark pro Monat. Im Ministersessel vervielfachen sich auch die Rousfetti-Chancen.
Griechische Regierungsmitglieder pflegen bei der Vergabe staatlicher Aufträge oder Konzessionen Prozente zu kassieren.
Schon kurze Zeit an der Krippe genügt. Verkehrsminister vergaben, wenn sie auch nur wenige Wochen im Amt waren, Dutzende Transport-Konzessionen, die regulär etwa 50 000 Mark kosten. In der letzten Legislaturperiode glückte mehr als der Hälfte der Parlamentarier der Krippen-Sprung, da fünf Regierungen je etwa 30 Minister verbrauchten.
Jeder neue Minister verteilt Ämter unter seine Freunde. Ein Büro des Handelsministeriums in Piräus hatte auf acht Planstellen 800 Gehaltsempfänger. Die Pressestelle des Ministerpräsidenten wies eine offizielle Besetzung von zwei Mann und einer Sekretärin aus, auf der Lohnliste standen 23 Personen. Im Innenministerium versahen zwei Männer Fahrstuhl-Dienst, acht aber kassierten.
Geben und Nehmen gilt überall. Der Auslandsgrieche Onassis gründete zum Ruhm des Vaterlandes seine Luftfahrtgesellschaft "Olympic Airways" -- und bekam die Tat honoriert. Der Staat gab ihm die Luftlizenz bis ins Jahr 2006 und verpflichtete sich, alle Einnahme-Ausfälle zu ersetzen, die aus Streiks entstehen könnten.
Reeder Onassis schloß den Handel mit einer rechten Regierung, der Reeder Typaldos bekam billige Kredite von einer linken Regierung. An Wahltagen beförderte er linke Wähler gratis in ihre kretischen Heimatorte.
Griechenlands erlauchtester Sessel. der Königsthron, ist zwar laut Züricher "Weltwoche die "unsicherste Sitzgelegenheit Europas". Von sieben Hellenen-Königen wurden vier verjagt oder ermordet (siebe Graphik auf Seite 116). Doch das Risiko ist gut dotiert.
Mit einer Jahres-Apanage von 2,6 Millionen Mark steht König Konstantin hinter den Herrschern von Holland, Großbritannien und Belgien erst an vierter Stelle in Europa. Aber wie bei Abgeordneten und Ministern machen auch beim Monarchen erst die übrigen Vergünstigungen das Einkommen rund.
Das königliche Landschloß Tatoi erhält sich -- durch einen angeschlossenen Gutsbetrieb -- selbst. Für die übrigen Königsschlösser zahlt die Regierung -- und es sind noch sieben:
> das Stadtschloß in Athen (32 Zimmer);
> das Schloß in Penteli (elf Zimmer);
> das Sommerschloß "Mon Repos" auf Korfu (18 Zimmer);
> eine Villa auf der Insel Petalioi (acht Zimmer);
> eine Villa auf Rhodos (14 Zimmer);
> ein Rasthaus auf dem Berg Hymettos bei Athen (drei Zimmer);
> eine Villa in Psychiko (zehn Zimmer).
Der König fliegt auf Staatskosten wahlweise in einer eigenen zweimotorigen "Gulfstream P-9", in zwei Dakotas oder einem Hubschrauber. Sein Wagenpark umfaßt 18 Autos, davon zwei Rolls-Royce. Mit den Hofdienststellen rollen 85 Wagen für den Monarchen, und: sie können -- zollfrei importiert -- alle fünf Jahre günstig abgestoßen werden.
Die Hochzeit Jung-König Konstantins mit der Dänen-Prinzessin Anne-Marie kostete 1,2 Millionen Mark. für die Mitgift der Prinzessin Sophie bei der Heirat mit dem spanischen Bourbonen Juan Carlos bezahlte der Staat gleichfalls 1,2 Millionen Mark.
Konstantins Mutter Friederike forderte nach dem Tod ihres Ehemannes Paul eine jährliche Apanage von 850 000 Mark; die damalige Regierung Papandreou bewilligte ihr jedoch nur 400 000.
Denn der Königin-Mutter aus dem Haus Hannover. die sich während des Krieges und Bürgerkriegs als Schöpferin von sozialen Hilfswerken einen guten Namen in Griechenland machte, wurde schon während der letzten Regierungsjahre Pauls die Schuld für viele Pannen in Athen zugeschoben. Sie hatte -- was den maskulinen Hellenen mißfiel -- ihren Mann beherrscht, sie befehligt, so argwöhnt das Volk, von ihrer weißen Villa in Psychiko aus auch den gekrönten Sohn.
"Frideriki Friki" ("Friederike der Schrecken", wie der Volksmund sie nennt) wird auch für jenen Entschluß des jungen Königs verantwortlich gemacht, der Griechenland vor zwei Jahren in die akute Staatskrise trieb: die Entlassung des Premiers Papandreou, obschon der bei Wahlen im Jahr zuvor 53 Prozent aller Stimmen bekommen hatte.
Aber schon damals war die Armee im Spiel. Der königstreue Verteidigungsminister Garoufalias -- gleichzeitig Brauer von "Fix", dem meistgetrunkenen griechischen Bier -- wollte gegen den Willen seines Premiers Papandreou das Heer nominell monarchisch machen.
Marine, Luftwaffe und Gendarmerie führten bereits den Zusatz "königlich", das Heer noch nicht. Durch Dekret wollte Garoufalias die Landstreitkräfte zum "königlich-griechischen Heer" erheben.
Er wählte einen Augenblick, als Papandreou gerade versuchte, das Heer dem Hof zu entziehen. Papandreou-Sohn Andreas unterhielt Kontakte zu einer linken Zelle in den Streitkräften, die das Heer ent-monarchisieren wollte: der geheimen "Aspida"-(Schild-)Organisation.
Unterstützt von Mutter und Militär intrigierte Konstantin den alten Premier aus dem Amt. Und es war dieser Putsch des Hofes, der geradewegs zum Putsch des Heeres führte.
Denn unter den rasch wechselnden Marionetten-Premiers des Monarchen, die keine solide Basis im Parlament hatten, schlitterte das Land immer tiefer in die Krise. Zwar wurden 15 Aspida-Offiziere nach langwierigen Verfahren Ende Februar zu Gefängnisstrafen verurteilt, der Hauptverschwörer in den Augen der Armee, Andreas Papandreou, blieb jedoch unbehelligt.
In dem cleveren, demagogischen Ökonomen, der es in amerikanischen Emigranten-Jahren bis zum Mitglied des Kennedy-Brain-Trusts gebracht hatte, sahen die Soldatenführer ihren Erzfeind. Sie argwöhnten, daß der ungediente linke Heimkehrer nach einem Wahlsieg seines Vaters legal vollenden würde, was er mit der Aspida illegal versucht hatte: Entmachtung und Entpolitisierung der reaktionären Offiziere.
Die Obristen marschierten daher in dem Augenblick, da sie erfuhren, daß die Politiker -- auch die Rechten unter Premier Kanellopoulos -- sich geeinigt hatten, Andreas nicht vor Gericht zu stellen.
Die Militärs beschlossen, Andreas selbst auf die Anklagebank zu bringen -- und mit ihm das System eines in ihren Augen verfaulten Parlamentarismus. Als Alibi nach innen und nach außen diente den Putschisten die -- unbestreitbare -- politische und wirtschaftliche Agonie des Landes.
Sie schritten mit dem Bajonett zur Operation des Patienten. Die neuen uniformierten Herren auf den alten Ministersesseln schickten die geschäftstüchtigen Parlamentarier nach Hause -- oder internierten sie auf Ägäis-Inseln. Sie schafften kleine und große Spesen der Ministerien ab.
Sie erteilten 20 Anwälten Order, eine neue Verfassung zu entwerfen -- eine auf Uniform maßgeschneiderte:
> Niemand, der in den letzten zehn Jahren politisch tätig war, soll für ein neues Amt kandidieren dürfen.
> Abgeordnete -- ihre Zahl wird auf 150 beschränkt -- dürfen nicht mehr Minister werden.
> Nur Männer, die Militärdienst geleistet haben und seit 20 Jahren ununterbrochen in Griechenland ihren Hauptwohnsitz haben, kommen für politische Ämter in Frage. Doch so radikal und reformerisch die neuen Besen kehren -- auch die Puritaner in den Athener Schaltzentralen sind Griechen. Sosehr sie gelobten, "die Fäulnis auszurotten, an der das Land zu verkommen drohte" (Premier Kollias), viele ihrer Taten stehen im krassen Gegensatz zu den wortgewaltigen Manifesten.
Die Generale und Obristen haben im Handstreich ihre Heimat erobert. Sie haben die Anerkennung der für sie wichtigsten Staaten gewonnen. Aber sie konnten sich nicht aus den Fesseln ihrer eigenen Herkunft, ihrer Vorurteile und Vorrechte befreien.
Sie schafften die Vergünstigungen für die Polit-Makler des vergangenen Regimes ab -- aber die Offiziere selbst zählen in Griechenland seit jeher zu den Privilegiertesten. Ihre Bezüge und Pensionen sind hoch. Der Staat baut ihnen billige Komfortwohnungen. Am Ende einer Offizierslaufbahn wartet stets eine gutdotierte Pfründe in der staatlichen Verwaltung oder einem staatlich kontrollierten Betrieb.
Sie werfen den alten Parteien vor, einzelne Interessengruppen durch Geschenke geködert zu haben -- aber die Junta selbst versprach den Landarbeitern per 1. Juni eine Pensions-Erhöhung um 70 Prozent.
Sie kreiden den früheren Politikern Geldentwertung an -- aber sie selbst setzten sofort nach der Machtübernahme die Notenpresse in Betrieb.
Sie proklamierten die Förderung des Fremdenverkehrs -- Griechenlands wichtigste Devisen-Quelle -, verboten aber zugleich allen Bart- und Langhaar-Trägern die Einreise.
Sie zeihen die früheren Herren der Ämterpatronage und des Nepotismus -- aber die uniformierten Amtsstuben sind voller Freunde und Schwäger der neuen Herrscher: Premier Kollias holte sich fünf Juristen seines Oberstgerichts (Areopag) auf Ministerstühle; der neue Landwirtschaftsminister ist Schwager des Koordinationsministers" frühere Adjutanten der Obristen wurden Aufpasser in Zivilämtern.
Die Putschisten verurteilen den fruchtlosen Zank unter den alten Kräften -- aber schon zeichnet sich Zwist im neuen Regime ab: zwischen den Militärs -- die so lange wie möglich am obersten Schaltknopf bleiben wollen -- und den Zivilisten, die bald zur parlamentarischen Regierung zurückkehren möchten. Und innerhalb der Militär-Kaste sammeln zwei Häupter Bataillone fürs nächste Gefecht: Putsch-Ideologe Papadopoulos und Putsch-Vollstrecker Pattakos.
Der Botschafter eines der wichtigsten Nato-Länder in Athen verglich die Offiziere mit den Kaperern eines Düsenflugzeugs. "Es ist leichter, eine Boeing zu entern als sie zu fliegen". sinnierte der Diplomat. "Vielleicht findet einer die richtigen Hebel, aber wahrscheinlich landet die Maschine am Ende der Rollbahn im Acker."
König Konstantin hatte bereits in der Putsch-Nacht den Obersten Papadopoulos angefahren: "Sie haben doch nicht die leiseste Ahnung, wie man ein Land regiert. Sie verstehen allenfalls etwas von Ihren Kanonen."

DER SPIEGEL 21/1967
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