26.09.1966

Karl-Günther von Hase

Karl-Günther von Hase, 48, Bundespressechef, der Anfang letzter Woche in Paris mit seinem französischen Kollegen Bourges konferierte, vereinbarte für Montagabend einen Besuch mit seiner Frau beim Bonner Botschafter Klaiber in dessen Residenz, Avenue Foch 43-45. Um 19.45 Uhr ließ sich das Ehepaar im Hotel Bristol von einem Wagen des französischen Außenministeriums abholen. Der Deutsche wies den Chauffeur an, zur Avenue Foch 42 zu fahren, wo Hases ausstiegen. Als sie keinen Hinweis auf Klaibers Residenz fanden, suchten sie die Nachbarhäuser ab und entfernten sich dabei mehrere hundert Meter vom Botschafter-Domizil. Hase, der bei der Suchaktion seine Frau aus den Augen verlor und erst wiederfand, als er sie laut seinen Vornamen rufen hörte, fragte schließlich vor einem feudalen Wohnhaus einen Polizisten: "Ist das hier die Residenz des deutschen Botschafters?" Antwort: "Nein, hier wohnt Gunter Sachs!" Wenig später wurde das Ehepaar von Botschaftsangehörigen entdeckt, die um 20.15 Uhr ausgeschwärmt waren, weil sie fürchteten, Hases sei ein Unglück zugestoßen.


DER SPIEGEL 40/1966
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