20.03.1967

HINTERMWALD.

Hat der Publizist und "Adenauer-Preis" -Träger Armin Mohler in der rechtsradikalen "Deutschen National-Zeitung und Soldaten-Zeitung" (NZ) "bedeutsame demokratische Akzente gesetzt"? Nachdem der Schweizer Mohler, derzeit Kolumnist des bedeutendsten deutschen Rechtsblatts, "Die Welt", wegen seiner Verdienste um "Staatsbewußtsein" und "Nationalgefühl" der Deutschen von Konrad Adenauer mit dem Konrad-Adenauer-Preis (SPIEGEL 11/1967) ausgezeichnet worden war, gratulierte auch das radikalste deutsche Rechtsblatt, die "NZ", dem "nationalkonservativen" Schriftsteller und gab bekannt, daß er "als Michael Hintermwald ... in der "National-Zeitung" bedeutsame demokratische Akzente gesetzt" hat. Schon vor Erscheinen der "NZ"-Laudatio hatte Mohler in München erklärt: Er habe nie für diese Zeitung geschrieben; nur einmal sei -- ohne sein Wissen -- ein Artikel von ihm mit vollem Namen gedruckt worden. Nach Erscheinen der "NZ"-Laudatio fuhr Mohler zur Erholung und hinterließ seiner Frau eine Erklärung, die sie auf Anfrage verliest: "Unter diesem Pseudonym (Hintermwald) erschienen 1964 in der "National-Zeitung" zwei außenpolitische Artikel von Armin Mohler, in denen er die gaullistische Außenpolitik verteidigte und die von einer Presseagentur auch an andere Zeitungen verteilt wurden. Seither erschienen von Armin Mohler keine Artikel mehr in der "National-Zeitung." Dazu "NZ"-Herausgeber Frey: "Mohler hat 1964 genügend Aufsätze unter diesem Pseudonym direkt und original für mich geschrieben, in meinem Auftrag. Er ist in der "NZ" auch auf einem Bild von der Hoggan-Feier erschienen, zu der ich eingeladen habe. So ein tapferer Bekenner wie Mohler kann sich ja ruhig auch dazu bekennen."

DER SPIEGEL 13/1967
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